Hinter den Kulissen eines Besuchsprogramms

Windverwehter Pavillon nach Gewitter„Euer Pavillon hat sich selbständig gemacht!“, so Nachbar Ralfs Anruf am Morgen des Besuchstages der beiden Bundestagsabgeordneten Lisa Badum und Harald Ebner. Na, toll! Da leiden wir wochenlang unter brütender, bleischwerer Hitze, und wenn man’s mal wirklich windstill braucht …! Glücklicherweise stand uns Erba-Nachbarin Gabriele Kellermann spontan zur Seite, ebenso ein zufällig vorbeigehender Passant. Der Schaden – zwei Strebenbrüche und ein verbogenes Verbindungsstück – wurden soweit repariert, dass die Standkraft wieder hergestellt werden konnte. Weil man ja eh nichts zu tun hat, als das am Vortag mühevoll in vier Stunden aufgebaute Zelt wieder herzurichten.

Der Akt des gestrigen Zusammenbastelns wurde wenigstens durch den Besuch zweier an unserem Bamberger Bienengarten hochinteressierter Freundinnen unterbrochen, die in Erinnerung einer wohl sehr schönen Landesgartenschauzeit mal wieder auf die Erba kamen. Sie ließen sich eine Zeitlang auf unseren Sitzbänken nieder und besahen sich sodann alle Pflanzetiketten ganz genau. Ganz klar, dass wir sie auch außerhalb unserer zweiwöchentlichen Sonntagsöffnung bestens mit Pflanzlisten und Flyer sowie Visitienkarten, von welchen Gärtnereien alles bezogen werden kann (hier der Überblick), versorgten.

Ein Plausch mit zweier unserer Bienenpaten sorgte ebenfalls für Abwechslung beim Montieren der zahlreichen Schräubchen, Ringlein und Stoffmeter. Wiebke Burkhart brachte uns selbstgemosteten Apfelsaft für die anstehende Veranstaltungen vorbei, und Dietmar Schalkhäuser holte sich seine diesjährige Bienenpatengabe ab.

Bienenpatin Wiebke Burkhart und Bienenpate Dietmar SchalkhäuserWieder einmal fühlen wir uns trotz aller Arbeit aufgehoben im Kreis unserer Bienenfreundinnen und -freunde, die uns auf vielfältige kleine wie große, stille wie deutlich vernehmbare Weise hilfreich zur Seite stehen. Ob uns auch unsere beiden morgigen Mitglieder des Bundestages unterstützen können, werden wir noch erfahren. Beim Pavillon-Wieder-Aufbau brauchen wir sie erstmal nicht. 😉

Reinhold baut Pavillon auf,Übrigens: Das Zelt hat ein Fliegengitter und wurde nicht nur angeschafft, weil wir darin relativ wespenungestört die leckeren Teilchen von unserem Sponsor, Leckerbäcker Thomas Loskarn zu kredenzen erhoffen, sondern auch, um das Wabenausschmelzen zu erleichtern. Es ist selbst für abgebrühte Imker nicht unbedingt nervenberuhigend, in einer hungrigen Wolke aus Bienen und Wespen zu stehen, die vom Wachs-/Honigduft angelockt werden.

Kurz vorm Start in die eigene Wachsumarbeitung

Zubehörteile Mittelwandgießform Sie ist da! Unsere niegelnagelneue Mittelwandgießform!

Wir freuen uns über die neue Mittelwandgießform!Paketinhalt MittelwandgießformGerade noch rechtzeitig vor der anstehenden Brutraumerweiterung. Wachspanscherei, die der Bienenbrut schadet und die Qualität der Honige verschlechtert, sofern er wegen schadhafter Waben überhaupt noch geerntet werden kann, sind für uns in Kürze kein Thema mehr. Bislang hatten wir zwar Glück und außer den (imkerhistorisch bedingten) üblichen höheren Thymolwerten keine nennenswerten Schadstoffe in den verwendeten Mittelwandwaben feststellen können, doch Stichproben reichen uns nicht aus, um uns sicher zu fühlen.

Wir wollen gesunde Bienen und sauberen Honig!

Reinhold stolzer Besitzer einer MittelwandgießformInvestitionen in Geräte und Zeit machen es möglich. Da wir im Bildungsbereich tätig sind, dokumentieren wir unsere eigenen Erfahrungen wie immer ausführlicher. Die bisherigen Schritte auf dem Weg zum eigenen Wachskreislauf:

1. Sammeln von Drohnen- und Altwaben

Weiselzellen auf DrohnenbauEin paar Jahre dauert das Sammeln von Drohnenwachs, leeren Brutwaben und Entdeckelungswachs schon. Beim kurz- wie langfristigen Aufbewahren von Wachs muss man sich übrigens immer auf nicht so leckere Gerüche sowie auf das Anlocken diverser Insekten und Wachsmottenbefall einstellen. Daher ist es geboten, Waben innerhalb weniger Tage und Wochen einzuschmelzen und luftig, kühl und dunkel aufzubewahren. Nussbaumblätter dazu legen hilft, Motten abzuhalten.

2. Schmelzen

Aufbau des Wachschmelzers

Aufbau des Wachschmelzers

Damit das Schmelzen leichter und schneller vonstatten geht, bauten wir uns 2016 einen Dampf-Wachsschmelzer. Er besteht aus Zargen, einem Tapetenablöser als Dampferzeuger (Wagner Dampf-Tapetenablöser W 16 (2.300 W, Behältervolumen: 5 l, Schlauchlänge: 3,7 m = ca. 45,- €) und einem Schmelztrichter aus Edelstahl (Firma Leymann, rund 112,- € inkl. Porto und MwSt.) nebst diversen Kleinteilen.

WachsblockturmWachsschmelztopfDie grob von Biomasse befreiten Wachse werden mit Hilfe eines Wachsklärbehälters in mehreren Durchgängen gereinigt und abschließend sterilisiert (Die detaillierte Dokumentation dazu steht noch aus). Dabei kam ein schöner Turm an Wachsblöcken zustande, der nun seiner Umarbeitung in Mittelwandwaben entgegen sieht.

Zum Aufbewahren siehe oben – also luftig, kühl und trocken, nicht wie hier im Treppenhaus. Das diente nur der Illustration.

3. Mittelwände gießen

MittelwandgießformGestern jedenfalls erhielten wir die im Ende Januar bestellte Mittelwandgießform mit Umwälzpumpe. (Fa. Graze, Kostenpunkt rund 870 € inkl. Versandkosten.) Weitere Materialien um die 20 €, die da sind: Schlauchschellen, lebensmittelechter Plastikschlauch, Wasserhahnadapter. Zunächst galt es, den Wasserdurchlauf tropffrei hin zu bekommen. Der sicherste Ort dafür war das Bad. Wie wir das letztendlich schafften, wird in einem späteren Beitrag beschrieben, der dann auch unseren ersten Verarbeitungsvorgang dokumentieren wird.