Erntedank 2013 eher dürftig

Die Schulbiene liest ZeitungEher dürftig fiel die Ernte auf der Banzer Streuobstwiese aus, vermeldete der „Fränkische Tag“ unlängst in seiner Printausgabe vom 2. Oktober. Die Bamberger Schulbiene liest das ohne Erstaunen. Oft genug wiesen wir darauf hin, wie schwierig das Jahr 2013 für Bienen und folglich für den Menschen war und noch immer ist.

So fiel denn auch die traditionelle Bestückung mit „Haralds Kartoffelkiste“ im Gasthofareal des „Goldenen Adlers“ in Mürsbach (Rattelsdorf) am Kirchweihsonntag, diesmal zusammenfallend mit Erntedanksonntag und dem „Tag der Regionen“, den Wetterumständen zum Opfer. Auch unser Honig war bereits vorzeitig gegessen, so dass wir uns für unseren Stand mit eingekauftem Waldhonig aus dem Steigerwald behelfen mussten. Dazu mehr im nächsten Weblogeintrag.

Mit allen Kräften beteiligen

Leute, das kann uns noch öfter passieren! Ein langer Winter und ein komplett verregnetes Frühjahr führen dazu, dass unsere Bienen – zumal bei Temperaturen im einstelligen Bereich – nicht ausfliegen, dadurch nichts sammeln, oder den Stock verkoten und dadurch krank werden, oder, wenn all dies noch mal gut aus ging, die jungen Königinen nicht auf Hochzeitsflug gehen können. Auch das Schneiden der Drohnenbrut zur präventiven Behandlung der Varroamilbe war in diesem Jahr vertrackt. Und da sich Entwicklung und Honigernte verspäteten, verschob sich auch die Ameisensäurebehandlung recht weit nach hinten. Die Folge: rasante Vermehrung der schädlichen Milbe und mit Sicherheit hohe Bienenverluste über den kommenden Winter.

Alles in allem – wir unken nicht, wenn wir dazu aufrufen, sich mit allen kleinen und großen Kräften und Maßnahmen am Erhalt der Bienenwelt zu beteiligen! Hier eine Liste, was alles möglich ist. DANKE!

 

Über Honigpreise

Honigregal in einem Wiener DiscounterIn einem Wiener Discounter habe ich ein paar Gläser fotografiert. Aufgefallen ist mir die große Vielfalt des Honigangebots und die höheren Preise, einmal abgesehen davon, dass Wien von Hause aus teuerer ist. 6 Euro für 500 Gramm steierischen „Billa-Honig“, also einer Eigenmarke, ist einigermaßen in Ordnung. Wir selbst verlangen diesen Preis ebenso, wobei wir keinen Zwischenhändler haben, doch andererseits natürlich auch nicht so große Margen.

Wem nutzt es, wenn wir Honig zu Schleuderpreisen verkaufen? Wenn wir notwendige Investitionen nicht tätigen, sondern mit uralten, geerbten Imkereisachen hantieren? Kann es hygienisch sein, viele Jahre alte Wabenrähmchen zu verwenden, um ein paar Euro zu sparen? Wir reden jetzt noch nicht einmal über den realen Zeitaufwand, wenn wir sagen: unser Honig ist in aller Regel zu billig verkauft. Wer seinen Honig hierzulande nicht losbekommt, weil er reelle Preise verlangt, obwohl es immer weniger Imkerkonkurrenz gibt, man sich also meist nur an den Discounterpreisen messen lassen muss, der macht eventuell etwas ganz anderes falsch.

Was macht den Unterschied?

Honigregal in einem Wiener Discounter

Es muss doch einen Unterschied geben zwischen großindustriellen Honig „aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ (so die typische Deklaration) und regional erzeugtem Honig. Im Preisschild sehen wir den allerdings eher nicht. Sehr wohl jedoch im Geschmack und dem Wissen um die hier erfolgte Bestäubungsleistung für unser heimisches Obst und Gemüse. Auf die gewünschten und unerwünschten Inhaltsstoffen und die Art der Bienenhaltung möchte ich gar nicht erst näher eingehen. Alte Beuten, die unpraktisch sind oder deren Holz verzogen und schadhaft ist, machen keinen richtigen Spaß. Um so weniger Bienen wird man halten und auch den dringend notwendigen Nachwuchs nicht anlocken.

By the way: unsere Hobbyimker verdienen allesamt nicht am Honig selbst, sondern höchstens an den Imkereinebenprodukten wie Met, Cremes, Seifen oder Kerzen. Nur, weil es zu über 90% ein Hobby ist, muss man sich als Imker nicht selbst zu kurz halten.

Wie gesagt: wer mehr einnimmt, kann auch mehr für seine Bienen ausgeben. Und um diese geht es letztendlich!

Keine leichte Aufgabe – das Auflösen eines Volkes

Es fällt sehr schwer. Ob man sich jemals daran gewöhnen kann? Was so hoffnungsfroh im Frühjahr begann – die Übernahme eines Ablegers – gestaltet sich nun im Herbst als trauriges Geschäft. Die Königin ist verschwunden und wir wissen nicht, warum. Ist sie von einem Tier gefressen worden? Dazu müsste sie ihren Stock verlassen, und dazu gibt es nach dem Hochzeitsflug keinen Grund mehr. Außer, sie würde schwärmen wollen. Doch da wir sie mit einem beschnittenen Flügel erhalten hatten, kann das nicht sein.

Jungfernzeugung

Kippkontrolle Ableger

Im April noch ein properes Ablegervolk

Fatal: fehlt die Königin, fehlt auch das Pheromon, welches die Eierstockentwicklung der Arbeitsbienen unterdrückt. Mit den sich dadurch wieder entwickelnden Ovarien erweisen sie nun ihrem Volk einen letzten Dienst, indem sie Eier legen. Allerdings sind diese Eier unbefruchtet. Es wachsen durch diese Jungfernzeugung ausschließlich Drohnen, also männliche Bienen heran. Was einem Volk über den Winter wenig nützt, denn Drohnen werden im Winter nicht im Stock geduldet. Sie sind unnütze Esser.

Unser totgeweihtes Volk mussten wir nun auflösen, sprich: die restlichen Bienen wurden ins Gras gekehrt. Manche fliegen in einen anderen Stock, sie betteln sich dort ein. Doch Drohnenmütterchen (Afterweisel) sind durch die Entwicklung ihrer Eierstöcke zu schwer zum Fliegen. Sie dürfen auch nicht in einen anderen Stock gelangen, denn dort würden sie nun als vermeintliche Königinnen eine Anhängerschaft um sich versammeln. Schlecht für die wahre Königin und für die weitere Volksentwicklung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wir sind traurig, ganz klar, und auch für die Bienenpatin Felicitas ist das keine angenehme Nachricht. Schöne Stunden hat uns dieser Ableger beschert, ja, und natürlich steckte auch schon einiges an Arbeit und Herzblut drin. Das werden wir fortsetzen, nächstes Frühjahr mit einem neuen Ableger. Hoffen wir nun, dass alle anderen Völker gesund bleiben.

 

 

Wiener Imkereien auf dem Programm

Warum nicht das Berufliche mit dem Privaten verbinden? Mal sehen, wie es den Wiener Bienen zur Zeit so geht. Einige Hotels halten sich Bienen auf dem Dach und verkaufen ihren Honig (teuer) als Spezialität. Mein Hotel für nächste Woche, der Josefshof, unweit der Österreichischen Nationalbibliothek (meine Auftraggeberin), hat das zwar nicht im Angebot, doch ringsum in zentraler Lage werde ich fündig. Beispielsweise im 15 Fußminuten entfernt gelegenen „Intercontinental“ oder im „Vienna Marriott“. Oder sieben Minuten zur Oper … und dem Beethoven-Fries in der „Secession“ wollte ich schon immer einmal einen Besuch abstatten. Überall Bienen … schön!

Diverse Untersuchungen* zur Honigqualität beweisen es übrigens längst. Stadtbienen leben offenbar gesünder als auf dem Land. Zwar behandeln auch Städter ihre Garten- und Balkongrün mit Pflanzenschutzmittel, doch längst nicht im selben Ausmaß wie auf dem Land, zumal auf Monokulturflächen.

* Schadstoffuntersuchung Hamburger Stadthonig
Honigqualität der Bochumer Stadtbienen (PDF)
Bester Honig aus Berlin

Das Beste aus dem Regen machen

Warten auf mögliche Radtour-WilligeNicht nur das Zwiebeltreterfest, auch unsere erste Bamberger Schulbienen-Benefiz-Radtour fiel dem Regen zum Opfer. Im Gegensatz zu unserer Bienenpatin Sabine Gründler aus der Gärtnerei Böhmer, die das Zwiebeltreterfest alljährlich veranstaltet, hielten sich unsere Verluste in Grenzen. Gänzlich unbeeindruckt vom Wohl und Wehe verregneter Festtagsfreuden indes blieben unsere Bienen, die wir  – so oder so – an diesem Tage zu bedienen hatten.

BLIB-Maskottchen SaBiene

BLIB-Maskottchen SaBiene erhält Besuch von einer „echten“ Kollegen

SaBiene, unser Bienen-leben-in-Bamberg.de-Maskottchen, wartete vorsichtshalber mit uns auf eventuell radwillige Bienenfreunde, die trotz der Nässe einen Ausflug zu unseren Stationen hätten wagen wollen. Und tatsächlich blieb sie nicht alleine! Sie erhielt freundschaftlichen Besuch einer echten Biene, die sich in ihr Plüschfell niedergelassen hatte. Und auch unsere Bienenpatin, Dr. Regina Hanemann, gesellte sich in den mittlerweile durch Blumen freundlich gestalteten Garten der Stadtgalerie Villa Dessauer.

So hatten wir endlich auch einmal Zeit, ein paar Worte mit der vielbeschäftigen Museumshausherrin zu wechseln und erfuhren Details zur anstehenden Jubiläumsfestwoche. Wir schmiedeten außerdem Pläne für gemeinsame Veranstaltungen, um das Thema „Biene“ in Bamberg weiter zu verbreiten. Ganz umsonst war ihr und unser frühes Aufstehen keinesfalls, auch in Anbetracht der Übergabe der Bienenpaten-Jahresgabe, also fünf Gläser Honig, die jede Patin und jeder Pate von uns erhält.

Alle Mädels wohlauf!

Bienenpatin Dr. Regina Hanemann und Reinhold Burger am Lagenstandort "Villa Dessauer"

Bienenpatin Dr. Regina Hanemann und Reinhold Burger an der Villa Dessauer

Unter dem interessierten Blick der Bienenpatin füllte Reinhold etliche Liter Zuckerwasser ein und vergewisserte sich, dass alle Mädels wohlauf sind. Die Jungs wurden von ihnen ja schon herausgeworfen, da sie über den Winter hinweg nur unnötige Esser wären.

Trotz Nieselwetter flogen die fleißigen Tierchen weiterhin Pollen ein. Das ist gut so, denn diesen benötigen sie, um die Winterbrut aufzuziehen und ist ihnen wichtige Nahrungs- und Vitaminquelle. Wäre es allerdings unter 10/11° C gewesen, hätten es sich die Bienen in ihrer Beute gemütlich gemacht.

Das Ablegervolk, welches uns noch im Frühjahr einige Sorgen bereitet hat, ist nun stark genug, dem Winter zu trotzen. Dennoch geben wir erst Entwarnung, wenn sie auch die noch anstehende Varroa-Behandlung gut überstanden haben. Wovon wir ausgehen.

Füttern der Bienen am Standort "Gärtnerstadt-Heiliggrab"

Bienenfüttern am Standort „Gärtnerstadt-Heiliggrab“

Schnell noch ein Sprung zu unserer dritten Bienenpatin, Carmen Dechant. Am Standort „Gärtnerstadt/Heiliggrab“ war ebenfalls emsiges Treiben zu beobachten. Auch hier fütterten wir ein und verwendeten dabei das von den Dechants (Hofstadt-Gärtnerei) empfohlene GIE-Wasser.

So ausgerüstet wird auch dieser Ableger bestimmt stark genug sein, um gesund in die Winterpause zu gehen. Die Varroa-Behandlung starten wir dann zeitgleich mit dem Villa-Dessauer-Ableger, also in ca. einer Woche. Sicherlich unter den wachsamen Augen der Bienenpatin, die sich diesen Vorgang bestimmt nicht entgehen lassen wird.

Nun waren auch wir bereit für eine Flüssigkeitenaufnahme in Form von heißem, belebenden Kaffee. Immer eine gute Adresse und direkt auf unserem Nachhauseweg gelegen ist das orientalische Kaffee, Mokka makan. Barista Ina zauberte wie immer ein Kaffeebildchen, das heute einmal Eingang finden soll in dieses Tagebuch. Danke für die Stärkung und die anregenden Gespräche, Sonia und Ina! So machen wir aus der Not eine Tugend und freuen uns über diesen – trotz ausgefallener Radtour – geschäftigen und angenehmen Samstagvormittag. Nächstes Jahr versuchen wir’s einfach erneut.

 

Schulbienen-Benefizradeln findet statt!

Nach einigem Bangen … doch es scheint eine kleine Regenpause zu geben. Und ein paar Spruzzerle tun UNS doch nicht weh! Auf geht’s zur …

1. Bamberger Schulbienen-Benefiz-Radtour 2013 (Prädikat „Kultürla-Veranstaltung“)

Beute an der Villa Dessauer mit Radtour-Emblem "SaBiene auf Helm"Anlass? „Inoffizieller“ Internationaler Tag zum Schutz der Bienen
Wo?
Bamberg
Wann?
Traditionell am 14. September
Sa., 14. September 2013 | 9.00 – ca. 11.30 Uhr
Was?
Drei Bienenstandorte unseres Bamberger Lagenhonigs per Rad erleben. Mit kurzen Vorträgen und kleinen Überraschungen an den Standorten, regionales Einkaufen.

Tourdaten: Gesamt ca. 15 km auf ebenem Weg.

Stationen: 9.00 Uhr Garten Villa Dessauer (Treffpunkt) – Buger Wiesen via Hainpark – Gärtnerstadt (Hofstadt-Gärtnerei).

Kosten? Freiwillige Startgebühr vor Ort. Die Spenden fließen in die Arbeit der Bamberger Schulbiene.
€ 12,- als Familienpauschale bis 3 Kinder | € 7,- pro Erwachsenen | € 4,- pro zusätzliches Kind bis 16 Jahre.

Weitere Infos? Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

Das Gesetz zur Biene

Schwarm gefunden? Dann schnell handeln und einfangen (lassen). Darfst du behalten! Auch, wenn du dazu über einen Zaun steigen musst. Brauchst du nicht einmal anklopfen. Ganz grob gesagt.

§§ Bienengesetze – einst und jetzt

Das genaue Gesetz dazu ist im Bürgerlichen Gesetzbuch zu finden. Und bereits seit dem Jahre 533 n. Ch.  gab es eine – leichter als heute – verständliche Bestimmung (Corups luris Civilis. Die Institutionen), die in wikipedia (ohne Gewähr) nachzulesen ist:

Der Bienenschwarm, der aus deinem Stock auszieht, wird solange als dein Eigentum angesehen, wie er in deinem Blickfeld bleibt und nicht schwer zu verfolgen ist. Andernfalls wird er Eigentum dessen, der ihn sich als nächster aneignet.

Hier zum Vergleich das Bürgerliche Gesetzbuch – und weil meine Idee, euch heute auf diese Gesetze aufmersam zu machen, durch andere Weblogeinträge inspiriert wurde, möchte ich auch fairerweise (ebenfalls ohne Gewähr) auf sie verlinken:

http://www.gier-frisst-hirn.com/das-burgerliche-gesetzbuch-und-die-bienen-teil-1/

http://www.gier-frisst-hirn.com/das-burgerliche-gesetzbuch-und-die-bienen-teil-2/

http://www.gier-frisst-hirn.com/das-burgerliche-gesetzbuch-und-die-bienen-teil-3/

http://www.gier-frisst-hirn.com/das-buergerliche-gesetzbuch-und-die-bienen-teil-4/

Die ältesten Bienengesetze sollen aus der Lex Salica, dem Salischen Gesetz aus dem Jahr 510 stammen, lesen wir in Wikipedia. Da die Biene über 30 Millionen Jahre alt sein soll und seit Tausenden von Jahren Kulturbegleiter des Menschen ist, glaube ich das unbesehen.

Ein Schwarm ohne Imker?

Hoffentlich bleibt sie uns erhalten, die Biene. Und wenn wir dazu über den Zaun steigen müssen! Denn ein Schwarm ohne Imker ist praktisch nicht lange überlebensfähig. Die Bienen müssen mehrmals im Jahr gegen die Varroamilbe behandelt werden, sie können sich (noch) nicht gegen diesen parasitären Schmarotzer wehren.

Übrigens haben wir die Tage an einem Teil unserer Völker eine Varroabehandlung durchgeführt. Und sie war verdammt notwendig, wie wir an den zahlreichen abgestorbenen Reste der Milbe sehen konnten.

 

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (3)

Aus der Zarge nach unten durchhängende BienenProperes Volk! Der Ableger an der Villa Dessauer bei Bienenpatin Dr. Regina Hanemann hat sich schön entwickelt. So ein Bild erwarteten wir uns: nach unten herausquellende Bienen! Ein gutes Zeichen, allerdings wird ein Teil dieser Bienen wohl nicht die Wintersonne sehen. Denn Sommerbienen haben mit 6-8 Wochen nur ein kurzes Leben. Doch die mit bis zu 6 Monaten langlebigen Winterbienen sind ebenfalls schon geboren, weitere stehen bruttechnisch praktisch schon in den Startlöchern.

Verrückt, das mit dem Verrücken!

Unser „Vorsicht Bienen“-Schild gilt im Grunde nur dem Umstand, dass niemand Hand an die Beute anlegen soll. Beispielsweise, um sie zu verstellen, wenn der Rasen gemäht wird. Denn Bienen haben einen sehr genauen „Einflugplan“. Nur wenige Zentimeter verrückt und sie finden nicht mehr ohne Weiteres in ihre Behausung zurück. Zum Beweis: vor elf Tagen wechselten wir den Fluglochkeil aus. Das vorherige Einflugloch saß links und war kleiner, damit sich das junge Völkchen besser gegen Eindringlinge erwehren konnte. Nun sitzt das Loch in der Mitte des Hölzchens. Was passiert, seht ihr im Film. Mehr als elf Tage alte Bienen fliegen immer noch links ein, jüngere schaffen es auf den Zentimeter genau.

Einfüttern – den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen?

Den Wachsüberbau abspachtelnDie Pflegemaßnahme sah so aus, dass wir nach dem Abspachteln von störendem Wachsüberbau eine Leerzarge aufsetzten. Hier hinein stellten wir einen Becher mit vier Kilo 3:2-Zuckerlösung, die wir zuhause rechtzeitig (!) angesetzt haben. Denn erst nach mehrmaligem Rühren wird es eine sämige Masse, bis sich alles auflöst, dauert das eine Weile.

Tipp: Einkaufsberechtigte von Großmärkten, z. B. Metro, warten die alljährlichen Sommerferien-Rabatte ab (z. B. Einkauf 100,- Euro = 10,- Euro Nachlass) und decken sich dann erst mit Zuckerpäckchen ein. Eventuell lässt sich hier ein Netzwerk nutzen?!

Fressen Bienen denn Gras?

Noch geschlossener ZuckerwasserbehälterNachdem wir eine Folie auf die Rähmchen gelegt hatten, die am Rand umgeknickt wird, stellten wir den bisher noch geschlossenen Behälter in die Leerzarge ein. Vorher öffnen ist schlecht, denn hat man versehentlich etwas verschüttet, freuen sich zahlreiche Wespen auf das süße Nass. Die muss man ja nicht unbedingt anlocken. Ein Imkerkollege berichtete uns dieses Jahr bereits davon, dass eine seiner Beuten vollständig von Wespen ausgeräubert wurden und nur noch eine Handvoll Bienen darin saß.

Zuckerwasserbehälter mit Gras als KrabbelhilfeDen Behälter nun dockt man dicht an den Zargenrand an, damit es die Bienen mit dem Klettern leichter haben. Das eingestreute Gras wird natürlich nicht als Nahrungsmittel benutzt. Es dient lediglich als Krabbelhilfe, damit sie in der Nahrlösung nicht absaufen. Außerdem tropfte Reinhold an und um den Becher herum etwas Zuckerwasser hin, damit unsere Kleinen auf den Geschmack kommen. Denn obwohl sie ansonsten superschlau sind, checken sie eine dicht vor ihrer Nase befindlichen Quelle nicht immer sofort.

Reinhold an der Villa-Dessauer-BeuteDiese anfängliche Irritation – Da riecht’s süß, … aber wo genau? – sieht man auch daran, dass kurz nach dem Einstellen der appetitlichen „Trachtquelle“ viele Bienen dicht außerhalb der Beute herumsausen. Irgend eine Honigsammlerin hat es durch Schwänzeltanz verraten, dass es ganz, ganz nah Leckeres zum Holen gibt. Doch offensichtlich drückt der Tanz nicht auf den Zentimeter aus, wo genau. Bald jedoch werden sie den Schatz finden und die Kohlehydrate in ihrem „Sozialmagen“ mit Hilfe körpereigener Enzyme in Honig umwandeln.

Die Ameisensäurebehandlung beim Ablegervolk

So gesättigt – und bis Mitte September weiterhin aufgefüttert – können wir die Ameisensäure-Langzeitbehandlung mit dem Liebig-Dispenser (140 ml / 60% bzw. entsprechende Umrechnung) etwa ab der 38. Woche beginnen.

Ableger, die sich erst noch aufbauen und dadurch stärker „in der Brut stehen“, als es bei einem vollentwickelten Wirtschaftsvolk der Fall ist, behandelt der Imker nur einmal mit Ameisensäure, und dies auch etwa zwei Wochen später. Das erklärt, warum wir bei unseren Wildensorger Völkern etwas anders vorgegangen sind – siehe Teil 2 der Serie.

In aller Kürze: so steht’s im Bestandsbuch

Fütterung mit 3 Kg Zucker / 4 l Zuckerlösung 3:2
Beobachtung: Ableger gut entwickelt. Alle Wabengassen besetzt. Bienen hängen im Boden durch 🙂
Geplant: Noch 12 Kg Zucker bis Mitte Sept. auffüttern. Anschließend AS-Langzeitbehandlung (voraussichtlich 38.Woche, je nach Wetter).

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (2)

Umbetten der Wildensorger Völker am 30.08.13 – Langversion für Jungimker

Blick in die Bienenbeute von Michael Burger

Unterschiedliche Volksstärke trotz gleichem Standort: hier Michael Burgers Patenvolk …

Erste Maßnahme war die Umbettung der Bienen, um die alten Wabenrähmchen zu entsorgen. Neue Rähmchen und von den Bienen neu geschaffenes Wachs sind hygienischer und sollten Krankheiten verhindern helfen. Mittlerweile geht es ja nicht mehr um ein paar eingesparte Cents, sondern um das gesunde Überleben der Honigbiene.

Das Umbetten der Patenvölker von Elisabeth und Michael Burger ging jeweils so vor sich: Die zwei oberen Zargen wurden zunächst auf die Seite gestellt. Die oberste enthielt ausgeschleuderte Honigrähmchen und die mittlere Zarge Altwachs mit noch sehr viel Honig, schätzungsweise 2 bis 5 Kilo (!) und Brut.

 

Blick in die Bienenbeute von Elisabeth

… und hier Elisabeth Burgers Patenvolk.

Die unterste Zarge mit zum Teil etwa zweijährigem Altwachs (das allerdings durch vorangegangene Umtauschaktionen nie komplett bebrütet war) und etwas Brut wurde ebenfalls zur Seite gestellt. Die beiden ersten Zargen wurden sodann auf den Bodenrahmen gesetzt. Die kleinen Bewohnerinnen der ehemals untersten Zarge stieß Reinhold über die aufgesetzten Zargen kräftig ab. Damit das Herausnehmen der einzelnen Rähmchen einfacher ging, entnahm er zunächst zwei der Rähmchen, die er in die Nähe des Fluglochs zur Seite stellte.

 

Futterraum auf 2 Zargen

Futterraum auf 2 Zargen

Das heißt, dass nun auf zwei Zargen gewohnt wird und die oberste, also die dritte, als Futterraum dient. Die Zuckerlösung könnte vermutlich sogar eingespart werden, da wir bei der jetzt Anfang September bevorstehenden Ameisensäure-Kurzzeitbehandlung mit einem Liebig-Dispenser arbeiten und nicht mit der stark konzentriert wirkenden Schwammtuchmethode. Letztere setzt den Bienen doch etwas zu, so dass sie nicht hungrig in die Behandlung gehen sollten. Das ist wie beim Menschen: wer sich schlapp fühlt, hat keine rechte Lust zum Kochen oder Essen.

Umbetten der Wildensorger Völker in der Kurzversion

Im Online-Bestandsbuch, welches alle unsere Bienenpatinnen und -paten einsehen können, wird das so ausgedrückt:

Einengen auf 2 Zargen. Altwaben dem unteren Brutraum komplett entnommen. Vereinzelt noch Brut auf den Waben.
Fütterung mit ca. 0,75 Kg Zucker / ca. 1,2 l Zuckerlösung 3:2 in 2 Tetrapacks
Geplant: Varroa-Kurzzeitbehandlung mit 140ml 60% AS und Liebig-Dispenser; Zeitraum: Anfang 36. Woche

Hier geht’s zur Spätsommerpflege des Ablegervolks in der Gärtnerstadt, Heiliggrab

Die Bamberger Schulbiene bei den Mitties in Nürnberg

Die Bamberger Schulbiene hat sich am 29.7.2013 nach Nürnberg „verflogen“. Der Einladung meiner Schwester Jeannette, ihres Zeichens Betreuerin der Mittagsgruppe der Paul-Ritter-Grundschule im Zentrum für Hörgeschädigte (die „Mitties“), sind wir doch gerne gefolgt. Ausnahmen dürfen sein, wenngleich Reinhold und ich natürlich in erster Linie für Bamberg (und nähere Umgebung) im Einsatz sind – ganz einfach aus Kapazitätsgründen.

Bienenunterricht gut vorbereitet

WillkommensgrußNun denn … wir haben es nicht bereut. Mit allerlei Materialien vorbereitet hatten wir dreieinhalb Stunden Zeit, den Schüler/innen aller Grundschulstufen das Einmaleins des Bienenlebens und seiner süßen und imkerhandwerklichen Geheimnisse zu zeigen.

Bestens vorbereitet zeigten sich auch die zehn Jungs und Mädels, die uns zur Begrüßung die Biene Maja intonierten und sozusagen schlagenden Einsatz zeigten.

Wildwabenbau Gezeigt wurde uns auch ein seltenes Exemplar eines Wabenwildbaus an Kirschbaumzweigen. Mitgebracht von einem – ja, man könnte es fast so sagen – Kollegenbienchens. Jedenfalls hat sich der Bursche glatt auch noch in ein Bienenkostüm gewandet (siehe nachfolgende dritte Fotocollage). Alles stand somit im Zeichen der Biene – Tischschmuck und Bücherauslage inklusive.

Die Inhalte

In Stichworten der inhaltliche Ablauf zum Nachahmen:

Fotocollage SchulunterrichtI. Die Bienen und ihre Verwandten

  1. Was wissen wir über die Bienen? Erlebniserzählungen, Schautafel
  2. Abgrenzung von Bienen, Wespen, Hummeln & Co durch Bildvergleich in verschiedenenen Büchern

Fotocollage SchulbienenunterrichtII. Die Imkerei

  1. Geschichtliches zur Imkerei
  2. Den „Lorscher Bienensegen“ übersetzt
  3. Bestandteile einer Bienenwohnung (= Beute) anhand einer Lernbeute mit Fotorähmchen
  4. So funktioniert ein Smoker im Echtbetrieb

Fotocollage SchulbienenunterrichtIII. Der Honig und die Nebenprodukte

  1. Wie entsteht Honig? Vom Nektar bis in die Schleuder anhand von Büchern
  2. Wir entdeckeln eine echte Honigwabe
  3. Wabenbilder ausstechen

Abschluss: Die Geburt einer Königin in kurzen Videosequenzen.

Die Highlights: Smoker entfachen, Honigwabe entdeckeln, Honig kosten

Fotocollage SchulbienenunterrichtEs traf sich gut, dass wir das Wochenende vorher noch geschleudert hatten. Im Vorgriff auf den Unterricht behielten wir uns zwei schön gefüllte Honigwaben zurück. Diese zu entdeckeln war unbestritten das Highlight des Nachmittags  – nur noch zu toppen durch das Anfeuern des Smokers. Damit es kein Gedränge am Entdeckelungsgeschirr gab, kamen die Kinder in der Reihenfolge der Geburtsmonate zum Zuge. Das klappte wunderbar, vor allem, nachdem wir die Reihenfolge beim Honigtestschlecken wieder umdrehten.

Familiärer Abschluss für die Bamberger Schulbiene

Sogar unser Vater kam für ein Stündchen aus dem nahegelegenen Wohnstift Vitalis, und zwei meiner Nichten mit Freunden waren da, um dem Bienen-Honig-und-Imker-Unterricht in der Pestalozzi-Straße beizuwohnen. Ein schöner und familiärer Abschluss unseres allerersten Bamberger-Schulbienen-Vierteljahres, an den wir uns sicher lange noch erinnern werden.

(Korr. 12.08.13 / 22.00 Uhr)