*3* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

Cover Vincent Albouy, Das Wunder der BestäubungKeine Frage – die Bestäubungsleistung der Bienen ist das, was unserer Generation mittlerweile wichtiger ist als der Honigertrag. Wer sich einmal etwas näher damit befassen möchte, ohne erneut die zweite Klasse besuchen zu müssen, in der das normalerweise Unterrichtsstoff ist, greife zu diesem schlanken Büchlein über „Das Wunder der Bestäubung“ aus dem Ulmer Verlag. „Warum die Arbeit von Bienen und Co. im Garten lebenswichtig ist“ (Untertitel), kann man sich ja eigentlich gut denken. So ist „eine gute Bestäubung die unersetzliche Grundlage für eine reiche und qualitiativ gute Ernte“.

Kapitel

Erwartungsgemäß befasst sich das erste Kapitel eingehender damit, wie Bestäubung genau funktioniert und welche Insekten den Pollen transportieren. Fliegen, Schmetterlinge, Wildbienen und Honigbienen erhalten dabei eigene Unterkapitel. Im Groben erfährt man, wie ein bestäuberfreundicher Garten eingerichtet werden kann, bevor in zwei eigenen Kapiteln explizit auf die Bestäubung von Obstblüten und Gemüsepflanzen eingegangen wird.

Fotos

Auf jeder Seite finden sich mehrere Abbildungen einzelner Früchte oder Blüten, mal mit oder ohne Insekten. Dass dabei offenbar lediglich ein solider Fotoapparat und das „normalsterbliche“ Auge des Verfassers selbst, also Vincent Albouy, zum Einsatz kamen, reicht zumindest mir zur Veranschaulichung der Sachverhalte völlig aus. Dieser kleine, 64 Seiten umfassende broschürte Leitfaden benötigt sicherlich keine hochprofessionellen Makroaufnahmen.

Fragen

Vielmehr braucht es gute Antworten auf der vom Autor aufgeworfene Fragen, beispielsweise: Wie bekommt man mittels Selbst- wie Fremdbestäubung ’schön(st)e‘ Tomaten, Paprika und sonstige Früchte? und „Manuelle Bestäubung – rückständig oder modern?“ und „Ein Bienenvolk im Garten?“ Ah, jetzt war ich gespannt!

Natürlich sah ich mir die Doppelseite (links Text, rechts Fotos) mit imkerlich geprägten Argusaugen näher an. Kurz gesagt: Der höchste Informationsgehalt befindet sich im gelben Kasten zu „Bienen und Bienenrecht“. Der Rest ist … nun ja, … ist eher sparsam und trägt gerade mal dazu bei, sich in Sachen Bienenhaltung zwischen „neugierig und abgeschreckt“ zu fühlen. Das hauseigene Fotoarchiv war ebenfalls offenbar schnell ausgereizt und kann zur Entscheidung nicht allzu viel beitragen.

Immerhin … es wird im Zusammenhang mit einer Bildbetitelung empfohlen, sich mit den „Grundlagen der Imkerei vertraut zu machen“. Und im Textteil heißt es, sich „die ganze warme Jahreszeit hindurch intensiv zu kümmern“. Was natürlich sofort die nächste, leider nicht beantwortete Frage aufwirft: Was versteht der Autor unter intensiv?

Der erschrockene Leser denkt sich bei „intensiv“ womöglich: „Kann ich da überhaupt noch nebenbei Arbeiten? (Aber ja doch!) Muss ich auf Urlaubsfahrten verzichten?“ (Nein, nur gut in den zeitlichen Ablauf integrieren). Ich verrat’s mal ganz grob: Es sind etwa 15 Besuche im – mal mehr, mal weniger – wöchentlichen Abstand, bei welchen durchaus einzelne Maßnahmen zusammengefasst werden können.¹

Zielgruppe

Wer soll das Büchlein nun kaufen? Jedenfalls keine Imker/innen. Oder doch?! Also, für unsere Imker-Bibliothek halte ich es als Ergänzung des Bestandes in Sachen „Bienennahrung“ durchaus als gerechtfertigt. Doch mehr noch kann man es insektenfreundlich gesinnten Menschen, die einen Garten ihr Eigen nennen, als kleines Schmankerl zu Weihnachten schenken. Den großen Bruder dazu, den gewichtigen Bildband „Blütengeheimnisse“ von Bruno P. Kremer (Haupt Verl.), rezensiere ich dann morgen.


Albouy, Vincent: Das Wunder der Bestäubung. Warum die Arbeit von Bienen und Co. im Garten lebenswichtig ist. Stuttgart : Ulmer. 2020. 64 S.
ISBN 978-3-8186-1240-5


¹Zwischen April und Juni wöchentlich einmal zur Weiselkontrolle, sodann Jungvölker bilden, biotechnische Varroaprophylaxen, Ernte(n), Einfüttern und zwei Varroabehandlungen.

*2* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

Cover Braun/Koch: Bienen, TessloffAus der Tessloff-Reihe „Was ist Was? Erstes Lesen“ stammt der informative Band 5 zu „Bienen“ von Christina Braun. Als ehemalige Biologie-Grundschullehrerin weiß sie, welchen Stoff sie dieser Altersgruppe zumuten kann. So sind allzu komplizierte Sachverhalte wie der Bienentanz, an dessen Erklärung selbst ein Erwachsenenverstand mal scheitert, hinlänglich knackig dem Sinn nach erläutert. Zusätzlich werden außerhalb des Textflusses, der in der braven, jedoch für Schüler/innen bekannten und gut lesbaren Fibelschrift gehalten ist, ein paar Detailinformationen zu passenden Abbildungen beigefügt.

Themembreite

Es geht also um Bienen, und damit sind auch die Wildbienen mit erfasst. Sie erhalten ein eigenes Kapitel, nachdem über die Honigbiene und die Tätigkeiten in der Imkerei informiert wurde. Dem schließt sich passend das Kapitel „Bienen sind unverzichtbar“ an, was sowohl für die Honig- wie auch die Wildbienen und weitere Insekten gilt. Warum es Bienen heute schwer haben, ist perfekt in einfache Botschaften verpackt, deren Klarheit wie eine Checkliste wirkt, mit der man auch Erwachsene kriegen könnte. Genau so wie die anschließenden Tipps, was man selbst für Bienen tun kann.

Identifikationsfigur „Biggi“

Aufgelockert und vertiefend wirkend sind die kapitelabschließenden „Bibbis Quizfragen“. Bibbi ist übrigens eine in Kinderbüchern übliche Identifikationsfigur, die die jungen Leser/innen mit auf die Reise durch ihre (Honigbienen)Welt nimmt. Eine ganz und gar nicht albern gezeichnete, vielmehr auf jedes Lebensalter und für diverse Geschlechter sympathisch wirkende Honigbiene, die ziemlich stolz auf sich und ihre Kolleginnen ist und die am Ende als souveräne Interviewpartnerin („Sag mal, Biggi …“) zur Verfügung steht.

Sachinformationen mit kleinen Abstrichen

Die Mär vom beruhigenden Rauch

Ganz klar, als Imkerin lese ich das Büchlein mit kritischem Sachverstand, der prompt kleinere Erklärfehler ausfindig macht. Also nicht, weil etwas wegen der gebotenen Kürze  weggelassen oder sehr vereinfacht werden muss, sondern weil die Aussage schlicht nicht richtig ist. Auch, wenn noch so oft sogar von Imker/innen selbst behauptet wird, der Rauch aus dem Smoker würde die Bienen „beruhigen“ und sanftmütiger machen, so ist das nur eine Mär, oder weil sich die vielfach gestellte Frage simpler abhandeln lässt.

Doch wie müsste es dann heißen? Abgekürzt: Der Rauch verhindert die Stechbereitschaft, weil die Bienen weder Zeit noch Interesse am Verteidigen haben.

Denn sobald sie den Rauch riechen, versetzt er sie in akute Alarmbereitschaft. Als ehemalige Waldbewohner/innen müssen sie mit dem Schlimmsten rechnen, eben einen vernichtenden Waldbrand. Also ziehen sie sich flugs nach innen zwischen die Wabengassen zurück, um schleunigst ihre Honigblase voll zu füllen. Denn müssten sie tatsächlich ihren Stock verlassen, brauchen sie unbedingt Reiseproviant, um die ersten Tage auf der Suche nach einer geeigneten Behausung und der Neubildung von Waben zu überleben. Einerseits sind sie also mit der Honigaufnahme beschäftigt und andererseits verteidigen sie das vermeintlich ohnehin aufzugebende „Nest“ nicht mehr sonderlich. Ungestörtes imkerliches Arbeiten ist also ziemlich garantiert, solange man sich nicht direkt vor das Flugloch stellt.

Die Mär vom sehr hilfreichen Insektenhotel

Dass Insektenhotels allenfalls nett sind und man sich dadurch eingehender mit Wildbienen beschäftigt, sie sozusagen Gesprächsanlass bieten, hat sich noch nicht überall  herumgesprochen. Als „sehr hilfreich“, wie zu lesen ist, kann man sie im Grunde nicht bezeichnen. Doch vermutlich würde man etwas vermissen, kämen diese meist überflüssigen und zu oft falsch bestückten Goodwill-Objekte nicht vor. Immerhin wurde nicht eines der üblichen „Tannenzapfen-Schneckengehäuse-Flohfliegenschlitz-Ziegelsteine-Grauen“ abgelichtet. Die meisten der sehr gefährdeten Wildbienenarten sind ohnehin Bodenbrüter, was leider nicht weiter thematisiert wird. Denn ungestörte, offene Böden und dies unbedingt in Kombination mit Blüten im geringen Flugradius von 30 bis 500 Metern werden immer mehr zur Mangelware in unserer intensiv bewirtschafteten,  bebauten oder verkehrsbequem ausgeteerten Welt.

Die Mär von „je größer desto besser“

Blumen bzw. Blüten müssen „nicht groß genug“ sein, um „von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen umschwärmt“ zu werden. Honigbienen wie auch die häufig minikleinen, oft nur 2-4 mm großen Wildbienen, auch die zarten Saugrüssel von Schmetterlingen ziehen ebenso aus kleineren Blüten wie denen von Kräuterpflanzen (Minze, Thymian, Rosmarin, Ysop etc.) reichlich Nahrung. Aber das ist jetzt wohl eher (m)eine Spitzfindigkeit.

Illustration und Layout

Von den zahlreichen, mal kleineren, mal formatfüllenden Fotos her – mit Ausnahme von Bibbi, die gezeichnet wurde – sind alle Sachverhalte sehr schön begleitet. Die Illustrationen hatte Ruth Koch inne. Das Bändchen macht richtig etwas her, wenngleich bei ein paar der Fotos das Farbklima und die Belichtung hätte perfekter sein können. Aber es sind einige bestechend gelungene Nah- und Detailaufnahmen von Bienen und Waben – sehr schön der Umschlageinband! – zu entdecken und werden ganz sicher staunende Kinderaugen zeitigen.

Fazit

Wild- wie Honigbienen, das muss man einfach sagen, bilden ein hochkomplexes, weites Feld, zumal auch der Imkerei, dem Honig und der Ökologie auf nur 64 Seiten Raum gegeben wurde. Das alles wurde inhaltlich wie zielgruppensprachlich sehr gelungen aufbereitet. Der flüssig lesbare Text erläutert Fachsprache (Larve statt „Made“  … prima!, Gelée royale, Zarge …) einfach und kindgerecht, das Verhältnis Text zu Illustration lässt keine Langeweile aufkommen. Das Gesamtlayout spricht sicher auch noch Jugendliche an – na ja, bis auf die Fontwahl, aber die ist völlig passend für die zweite Klasse plus/Minus einem halben Jahr. Vom Lehrplan her, der zumindest in Bayern die Bienen zeitlich in der zweiten Jahrgangsstufe verortet, ein „Must-have“ für jeden Gabentisch!

Und natürlich für unsere Imker-Bibliothek.


Bienen / Christina Braun ; Illustrationen: Ruth Koch. Nürnberg : Tessloff. 2019. 64 S.
ISBN 978-3-7886-2643-3

*1* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

Den diesjährigen Adventskalender beginnen wir mit einer Rezensionsreise zu einem „duften“ Kalender unserer Bienenpatin Ina Kudlich von Mokka makan, die diesen zusammen mit ihrer Barista-Kollegin Sonia Al-Kass gestaltet hat. Die Fotos stammen von ihren Reisen nach Wayand, Kerala, der Wiege des Pfeffers. Denn nicht nur „östlich-westlichen“ Kaffee und Tee kann man in deren Laden erstehen, sondern auch exquisite Gewürze, Accessoires und Naschereien rund um die edlen Gebräue.

Der Kalender wurde mit eigenen Fotos zusammengestellt, jeder Monat dabei mit Sprichwörtern und Erzählungen sowie Nacherzählungen des bekannten Wahl-Bamberger Autors, Kritiker, Moderators und Dozenten, Dr. phil. Rolf-Bernhard Essig versehen. Ein bisschen wie in 1001 Nacht liest sich das und sehr vergnüglich. Die Geschichten lassen schmunzeln und die Gesamtkomposition hat mir eine richtig gute Laune verpasst – bis auf die nachdenklich machende Tatsache, wie fragil und gefährdet dieses Paradies ist.

Mir dem Kauf dieses erlesen gestalteten Kalenders, der ganz sicher ein Sammlerstück werden will, unterstützt man „nicht nur die Anstrengungen zum Erhalt einer einzigartigen Biodiversität“ (zu lesen auf der Website), sondern auch die landwirtschaftliche Kooperative Vanamoolika Herbals, die indischen Kleinbauern Arbeit ermöglicht und schulische Projekte fördert. Ganz nebenbei hilft man auch der eigenen Region, nämlich unsere lieben Bienenfreundinnen über die schwere Zeit der Schließungen und Absatzreduzierungen hinweg.

Ich kann den Kauf nur befürworten, denn ich kenne die beiden Damen und ihr persönliches Engagement für ihre Produkte und den Betrieben, die dahinter stehen, sehr gut und schenke ihnen mein vollstes Vertrauen. Trotz aler Unbill lassen sie es sich nehmen, auch unsere Bieneninitiative zu unterstützen, und wir sind das beste Beispiel dafür, niemals den Kopf hängen zu lassen, sondern uns mit der gesamten Frauen- und Mannpower für unsere Welt einzusetzen.

Zu kaufen: Dienstag bis Samstag von 10 – 17 Uhr, Vorderer Graben 4 (hinterm Rathaus), 96047 Bamberg.
Bestellbar auch per E-Mail (Info [at] mokka-makan [dot] de) oder telefonisch (0591-20876990) für € 20 zzgl. Versandkosten.

„Wie kommt der Honig ins Glas?“ fürs BUND-Bamberg-Sommerprogramm

Die erste Gruppe hat es schon super gemacht, nun war die zweite Gruppe dran. Diesmal verzichteten wir aufs Vor- oder Selberlesen, denn ein 11-jähriger und ein 5-jähriger … nun ja. Da klafft ja die Lesekompetenz ein wenig weit auseinander. Doch die Doppelseite mit den imkerlichen Gerätschaften nahmen wir zum Anlass, uns mit diesen Objekten etwas näher zu befassen. So rieten wir von der dort abgebildeten Gänsefeder ab, die beim Abkehren nicht hygienischen Anforderungen entspricht.

Außerdem betrachteten wir eingehender eine wild ausgebaute Wabe im Vergleich zu den von Imkern mittels eingelöteter Mittelwandwabe vorkonfektionierte Wabe. Auch diese Gruppe, Teilnehmende aus dem Sommerprogramm des BUND Naturschutz Bamberg, durfte sodann das Gewicht einer vollen Honigwabe schätzen, bevor diese zum Entdeckeln auf das bereit gestellte Geschirr landete.

Ob von links unten nach oben oder von oben nach unten, ob von rechts nach links … egal, alle durften ihren „Entdeckelungsstil“ und die für sie passende Gabel herausfinden. Felix, der Jüngste, stellte sich fast so gut an wie der doppelt so alte Torben.

Allerdings konnte Manuel natürlich nicht so ohne weiteres die schweren Waben zur Trommel tragen. Aber er unterstützte Katja und Torben, indem er den umgedrehten Boxendeckel als Tropfschutz hielt.Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Und Manuel konnte auch nicht ganz so leicht über die Trommel sehen wie die anderen, sehr wohl jedoch kräftig kurbeln, um die Schleuder in Fahrt zu bringen. Da legte er sich richtig ins Zeug! Die erwachsenen Begleiterinnen, Luzia und Nadja, hatten da praktisch nichts mehr zu tun, die drei Kinder hatten den Schleuderraum super im Griff!

Bald schon prasselte der Honig aus den Waben an die Trommelwand und sammelte sich am Boden an. Der Quetschhahn wurde geöffnet, die Probiergläslein und Löffelchen bereit gehalten, und dann – hmmmmm! Die Win-win-Situation von gepflegten, gemütlichen Bienenwohnungen und Krankenpflege im Tausch mit übrigen Honig ist einmal mehr gelungen. Dem vorhergehend darf natürlich die Tauschsituation Nektar gegen Bestäubung nicht vergessen werden. Das Geben und Nehmen ins Gleichgewicht bringend ist für alle Erdbewohner/innen das Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren wollen.

Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Und schon waren die eineinhalb Stunden vorbei, die Königinnen im gleichnamigen „Wimmelbuch“ (siehe auch unsere Rezension) gefunden, das Probiergläschen und das Büchlein für die Eltern eingesteckt … hat Spaß gemacht mit euch!

Die Bamberger Schulbiene zum BUND-Bamberg-Sommerprogramm

Der BUND Naturschutz in Bayern e. V., Regionalgruppe Bamberg, lud zum diesjährigen Sommerprogramm ein. Unter der Federführung von Luzia Krauß, die dort ihr freiwilliges soziales Jahr ableistet, besuchten uns 9 Kinder zwischen 5 und 11 Jahren zum Programmpunkt „Wie kommt der Honig ins Glas?“. Um den coronabedingten Umständen gerecht zu werden teilten wir die Gruppe auf zwei Termine auf. Der erste fand am 20.07. in den Räumen des Obstmarkts statt.

Um erst einmal zu verstehen, wie  die Bienen leben und der Honig in die Waben kommt, gab es eine kurze Einführung. Dabei betrachteten bzw. lasen wir im Büchlein „Ich hab einen Freund, der ist Imker“ und reichen eine gefüllte Honigwabe herum. Angelika Schmidt, die Mitbetreuerin, hatte das Gewicht recht gut geschätzt – es lag bei über 2,3 Kilo!

Nach dem gründlichen Händewaschen ging es auch schon los mit dem Entdeckeln der Waben. Alle durften sich daran versuchen und wechselten sich dabei ab.

Wichtig war, sich nicht mit den spitzen Zinken der Entdeckelungsgabeln zu verletzten, wenn die dünne Wachsschicht abgenommen wird. Außerdem sollte das Wabenwerk nicht zu sehr zu Schaden kommen, damit die Bienen später nicht so viel Mühe mit dem Wiederausbau haben. Es sollen auch keine Buckel entstehen, wenn die Königin ihre Brut darin ablegt, sonst reißen die dicht beieinander hängenden Waben leicht auf, wenn der Imker bzw. die Imkerin diese zum Kontrollieren entnehmen muss.

Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Die Honigwaben besitzen eine gefüllte Vorder- und eine Rückseite, die natürlich beide entdeckelt werden müssen. Clara hatte den Bogen schnell raus, wie man diese am geschicktesten über dem Entdeckelungsgeschirr wendet, um keine Tropfen auf den Boden zu bringen – nämlich mit überkreuzten Armen.

Nachdem zwei Waben entdeckelt waren, wurden sie unter Zuhilfenahme eines umgedrehten Boxendeckels tropffrei zur Honigschleuder getragen. Dort angekommen, bugsierten die Kinder die schwere, süße Pracht in die Trommel und in die am Boden befindlichen Lochvierecke hinein. Felix hatte es da natürlich ein wenig schwerer, er reichte gerade mal an den Rand der Trommel, stellte sich aber dennoch sehr geschickt an und konnte mit den beiden Paulinas gut mithalten.

Dann ging’s los mit dem Schleudern. Erst vorsichtiges, langsames Anschleudern, dann wenden, dann nochmals schleudern, und nach dem nächsten wenden durfte „speedy“ gemacht werden. Alle durften außerdem für einen Moment die Masken abnehmen, um den herrlichen Duft einzuatmen, der von der Trommel heraus strömte!

Sobald genug Honig am Trommelboden angekommen war, wurde der Quetschhahn des Honigtopfes geöffnet. Außerdem durften alle eine kleine Kostprobe des frischen Honigs genießen. Zum Ende hatten auch alle die Königinnen gefunden, die auf den Wimmelbildern half, die Zeit zu überbrücken bei jenen, die gerade nichts zu tun hatten.

Nach eineinhalb Stunden waren alle Fragen um den Honig beantwortet. Um die Eltern lukullisch ein wenig daran teilhaben zu lassen, bekamen alle ein Probiergläschen mit nach Hause. Und ein kleines Büchlein über die Wunderwelt der Bienen, denen wir diesen schönen Tag zu verdanken hatten!

Bienen-InfoWaben-Saison 2020 weder begonnen, noch beendet!

Osterbrunnen im Bamberger BienengartenEntschluss gefasst: Aufgrund der C-Krise richten wir unsere Bienen-InfoWabe gar nicht erst ein und es gibt auch keine BIWa-Sonntagsöffnungen in 2020. Macht nicht viel Sinn, wenn wir vielleicht erst im Hochsommer bei einer eventuellen Lockerung unsere tausend Siebensachen vom 3. Stock runterschleifen, nur, um sie wenige Wochen später wieder hochtragen zu müssen. Auch die Bamberger Schulbiene pausiert notgedrungen mit Schulunterrichten. Dennoch und trotz allem ist noch nicht alles verloren und vorbei. Unser Tipp:

Genießt unseren Bamberger Bienengarten, …

… der jederzeit frei zugänglich ist und seit Ostern wieder in jedem der bienenfreundlichen Schaubeete seine Informationstafeln und botanischen Pflanzenschilder aufweisen kann. Und vielleicht entdeckt auch ihr einen sich zufällig in Rosenbeet befindlichen Mini-Bienenschwarm, der heimatlos umherflog und sich – kein Wunder! – in unserem Garten am besten aufgehoben fühlte.

Minischwarm im Rosenrondell 2

Wir haben auch extra die Bänke frisch gestrichen, damit ihr euch wohlfühlt und mit Muse das emsige Summen der Wildbienen oder der Honigbienen aus dem nahen Lehrbienenstand entdecken könnt. Aber ihr wisst ja – hübsch Abstand halten voreinander! Nachdem in fast jeder Ecke eine Sitzgelegenheit vorhanden ist, werdet ihr das sicherlich schaffen.

Sollte ein Vogelkacka das Vergnügen trüben, dann holt euch Wischwasser von unserer Schwengelpumpe. Dort steht ein gefülltes Eimerchen und eine kleine blaue Gießkanne bereit. Klaro, dass Kinder damit hemmungslos herum gießen dürfen, egal, wohin. Wer das mit dem Pumpen heraus hat, kann auch an frisches Grundwasser gelangen. Einfach den Schwengel ein paar mal auf und ab bewegen, bis der Unterdruck das Wasser aus 6 Metern Tiefe heraufgeholt hat.

Neue Wildbienen-Nisthilfe

Außerdem hat die Wildbienenfraktion etwas beigesteuert bekommen. Seit ein paar Tagen ziert eine neue Nisthilfe, hergestellt von der Lebenshilfe Bamberg, unseren Eingangsbereich bzw. die Blühwiese am Bienenweg. Falls ihr uns mal draußen antrefft –  wir sind öfter dort zum Schaubeete pflegen und gießen, das Jahr ist wieder entschieden zu trocken –, dann könnt ihr die praktischen, speziell für Mauerbienen gedachten Behausungen bei uns zum selben Abgabepreis erwerben, wie ihr sie auch direkt von der Lebenshilfe draußen im Bamberger Osten erhalten könnt. Allerdings – streichen müsstet ihr sie selbst, falls euch das wichtig ist.

Auf der Rückseite des Kästchens findet ihr ein Fach mit Flyern, die euch Auskunft zur Größe und zum Preis wie auch der Bezugsquelle geben. Wer mehr über Wildbienen erfahren möchte, dem sei unsere Seite „Wildbienenhotel“ ans Herz gelegt, da sind ein paar weiterführende Links zu finden. Außerdem könnt ihr uns natürlich jederzeit kontaktieren.

Bamberger Lagenhonig

Kontaktieren könnt ihr uns außerdem jederzeit, wenn ihr leckeren Honig braucht. Noch haben wir ein bisschen Vorrat. Ob wir damit bis Juli reichen werden, wo wir zum ersten und einzigen Male im Jahr ernten und schleudern, ist nicht sicher. Also, lieber früher als später erwerben. Wir machen einfach einen Abholtermin oder -ort aus, und solange es im Innenstadtgebiet ist, können wir euch unseren Bamberger Lagenhonig auch bringen.

Was außerdem noch stattfindet …

Die BLIB-Imkerkurse finden, wenngleich überwiegend als Online-Kurse, weiterhin statt. Erkundigt euch tagesaktuell unter Aktivitäten und Termine, da halten wir euch über alles, was geht und nicht mehr geht, auf dem Laufenden.

Bei großer Sehnsucht und wenn ihr selbst nicht mehr als notwendig das Haus verlasst, wäre euch unser Stammtisch jeden 3. Dienstag im Monat vielleicht recht, um uns und andere Bienenfreunde und Transition-Mitglieder wenigstens online von 18 bis 20 Uhr zu sehen und zu sprechen.

Macht’s gut und bleibt gesund – vergesst die Bienen nicht! (Und uns natürlich auch nicht.)

Eure Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de, unverdrossen auf Seiten von Mensch und Bienen!

Ilona und Reinhold

Kurzbeschreibung Bienen-leben-in-Bamberg.de

Westliche Honigbiene – apis melliferaDie Privatinitiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de will die Bienenwelt in Bamberg erhalten. Mit ihrem Projekt der Bamberger Schulbiene informiert und unterrichtet sie Schulgemeinschaften und bildet Jungimker zum Themenfeld Bienen und ihre Lebenswelt aus. Der Bamberger Lagenhonig steht als ein regionales Ur-Produkt für eine nachhaltige und tierverantwortliche Imkerei. Die dauerhafte Präsenz des grünen Klassenzimmers, die Bienen-InfoWabe, nebst Bienengarten und Lehrbienenständen, ein monatlicher Stammtisch der „Bienenfreun(d)e“ sowie eine kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und eine breite Vernetzung durch Kooperationen sorgen dafür, dass die Bedürfnisse der Bienen und anderen Insekten im Bewusstsein der Stadtbevölkerung wie auch in der Politik verankert sind.

Bienen –
vom Schätzen zum Lieben, vom Schützen zum Erhalten!

[Aktualis. am 22.02.2020]

Amtwechsel mit Bienenpatenschaft im Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken

v. l.: Scheidender Amtsleiter Anton Hepple mit Gattin Walburga Hepple, Ministerialdirigent Maximilian Geierhos, Gattin des neuen Amtsleiters, Lothar Winkler

Amtswechsel ALE Anton HeppleBei 350 geladenen Gästen und im würdevollen Rahmen der Aula des Dominikanerklosters wurde unser neuer Bienenpate Anton Hepple, bislang Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Oberfranken und 40 Jahre lang im Dienst, geehrt und mit der Staatsmedaille in Silber in den Ruhestand verabschiedet. Damit es ihm nicht langweilig wird und im Sinne eines nachhaltigen Geschenkes erhielt der Baudirektor von seinen Amtskolleg(inn)en eine Bienenpatenschaft, perfekt eingefädelt vom Personalratsvorsitzenden Joachim Heusinger.

Beitrag der Bamberger Schulbiene bei Amtswechsel Anton Hepple (ALE)

Personalratsvorsitzender Joachim Heusinger und Bamberger Schulbiene

Gedicht-Anton-Epple-2020Die jährliche Bienenpatengabe, die damit verbunden ist, überreichte Bienen-leben-in-Bamberg.de – in persona Ilona und in fortbildungsbedingter Abwesenheit von Reinhold – am 23.01.2020 unter reger Anteilnahme von allem, „was Rang und Namen“ hat, die da wären u. a. Staatsministerin Melanie Huml, MdB Andreas Schwarz, MdB Thomas Silberhorn, Ministerialdirigent Maximilian Geierhos (in Vertretung von Staatsministerin Michaela Kaniber) und zahlreichen Bürgermeister/innen und Landräten aus der Region.

Gedicht-Anton-Epple-2020Ein „nur mal abliefern“ war natürlich nicht drin. Denn so ein Lebensabschnittsübergang muss mindestens mit einem selbst geschriebenen Gedicht begleitet werden. Vor lauter Fokussierung, wo denn der Gefeierte nun in der ersten Reihe vor mir säße, entging mir völlig, dass jener längst neben mir stand. Davon ausgehend, jener wäre jemand, der mir bei der Geschenkübergabe hilfreich zur Seite stünde, hatte ich nicht genauer hingesehen. Was für ein Spaß für den Gefeierten und die Gäste (und für mich schon auch!), als ich nach der Hälfte des Gedichts etwas irritiert nachfrug, wo denn nun eigentlich Herr Hepple wäre. Denn ein bisschen Augenkontakt müsse ja wohl drin sein, so mein Begehr.

Ja, mit einem lachenden Auge in die neue Lebensphase zu gehen ist doch das Beste, was einem passieren kann, nicht wahr?! 😉

Alles Gute für den neuen Lebensabschnitt, und wir sehen uns hoffentlich bald wieder, lieber neuer Bienenpate Anton!

Gedicht für Bienenpate Anton Hepple zum Amtsabschied

2020 kann kommen, Bienen-leben-in-Bamberg.de ist bereit!

Mit besten Wünschen an euch alle und unseren frisch aufgelegten Programmen rund ums Bienenleben geht’s optimistisch in die Zwanziger hinein!

1) BIWa-Jahresprogramm 2020 Webseite | PDF
2) BLIB-Imkerkurs für Anfänger 2020 Webseite | PDF
3) BLIB-Imkerkurs für Fortgeschrittene 2020Webseite
4) Honigschleudertage-Termine 2020Webseite | PDF

5) NEU (Erg. 04.01.20): Jungimker-Kompaktkurs / Wochenendkurs PDF

Alle Termine findet ihr wie immer unter Aktivitäten und Termine gelistet. Zusätzliche Temine oder Änderungen könnt ihr dort tagesaktuell erfahren. Außerdem findet ihr sie in der BLIB-Jahresbroschüre vereint.
In Anbetracht des bevorstehenden „Showdowns“ von Reinholds Imkermeisterkurs in Graz mussten wir das Vortragsangebot einschränken. Das versteht ihr sicherlich.

  • Wir stehen jedoch ab Ostersonntag weiterhin jeden zweiten Sonntag Nachmittag von 14 bis 17 Uhr in der Bienen-InfoWabe für euch bereit.
  • Auch empfängt die Bamberger Schulbiene ab Mitte April weiterhin Schulklassen und andere Gruppen zu Führungen rund um die Thema Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Anmeldungen hierzu ab sofort möglich.
  • Nicht mehr angeboten werden der BAmbrosiustag und zu Silvester das „Funkensprüh’n am Feuerkorb“. Stattdessen bieten wir für den 09.-11.10.2020  einen Jungimker-Kompaktkurs als Wochenendkurs an. Hier das Programm als PDF.
BLIB-Team 2019Alles Liebe für 2020, und wir hoffen, euch zu dem einen oder anderen Termin begrüßen zu dürfen!
Ilona und Reinhold
Bienen-leben-in-Bamberg.de

*24* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Cover Der Honig, Horn / LüllmannEndlich wieder Weihnachten! Allen ein Frohes Fest mit netten Geschenken! Ja, eines unserer Lieblingsgeschenke (im Geben wie im Nehmen) ist natürlich HONIG. Er kommt dem Göttlichen sicherlich am nähesten, denn der wurde schließlich von kleinen Beinahe-Engelchen mit unglaublichem Fleiß gemacht und von uns mit Hochachtung geerntet und sorgfältig ins Glas gebracht.

[Unbeauftragte, unbezahlte Werbung]

Sorgfalt lag auch den stolzen 424 Buchseiten mit dem schlichten Titel „Der Honig“ zugrunde. Dazu muss man schon drei Doktortitel aufweisen. Cord Lülllmann hat einen, Helmut Horn hat gleich zwei*, und zusammen schrieben sie ein fundiertes Werk über „Imker, Analytik, Gesetz und Gesundheit“ – so der Untertitel des im Selbstverlag 2017 erschienenen Werks.

Hier erfährt man wirklich alles, was es zu Honig zu wissen gibt, sogar im Zusammenhang mit Radioaktivität und seinem Einsatz bei Lepra-Erkrankungen. Aber natürlich auch alle anderen für uns Imekr/innen wichtigen Themen wie Honigaufbereitung und -gewinnung, gesetzliche Bestimmungen, Vermarktung und natürlich Honigrezepte und vieles mehr.

Von der Gliederung her geht es tief und fundiert bis in die vierte Ebene und ist von daher als ein wissenschaftliches Werk zu betrachten. Einen Nutzen können alle daraus ziehen, die es endlich mal genauer wissen wollen, und natürlich besonders für uns, die wir als Bamberger Schulbiene die interessantesten Fragen gestellt bekommen und diese fundiert beantworten möchten.


*Helmut Horn ist Leiter des Honiglabors an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim; Dr. Cord Lüllmann war Leiter des Instituts für Honiganalytik QSI bis 2013.