„Wildblumen-Blühstreifen“ zum April-Treffen Transition-Gruppe „Bienenfreu(n)de“

Blühwiese im Bamberger BienengartenDas allererste online abgehaltene Treffen* der Transition-Gruppe Bamberg „Bienenfreu(n)de“ am 21.04.20 stand unter dem Motto „Wildblumen-Blühstreifen“.

Wir ließen uns von Stammtisch-Gast Melissa Biedermann mit einer sehr informativen und motivierenden Powerpoint-Präsentation [Wildblumen-Bluehwiesenstreifen-0420-MB-oB] einführen und konnten uns in kleiner Runde ausgiebig austauschen und gegenseitig auf den neuesten Stand bringen, vor allem, was Bamberg und die Region anbelangt.

Melissa ist Biologin und schloss kürzlich erst ihre Masterarbeit zu diesem Thema ab, in der es um ein Simulationsprogramm zu Käfer ging. Fragen und Diskussionsbeiträge hatte wir vor allem zum durchaus umstrittenen bayerischen Kulturlandschaftsprogramm KULAP (s. a. unser Beitrag), welches in und um die Region Bamberg wohl keine allzu große Rolle zu spielen scheint, und um die Problematik der falsch deklarierten oder unnützen Samentütchen.

Problematik Samentütchen

Samenbömbchen für BienentrachtpflanzenSehr häufig beinhalten Samentütchen (oder -bömbchen), so Melissa, nicht die erwünschten oder aber falsch deklarierte, teils nicht einheimische Arten. Sie werden manchmal in Gebieten ausgebracht und können andere und vor allem einheimische Arten verdrängen.

Dass sich die nicht-einheimischen Arten dauerhaft ansiedeln wird laut dem Bochumer Botanischen Verein zwar eher als selten angesehen und passiert wohl in Zukunft nur in ungünstigen Fällen (sollte wissenschaftlich mal untersucht werden). Je häufiger jedoch Naturliebende die Samen ausstreuen, desto wahrscheinlicher wird das der Fall sein, so Melissas Befürchtung, der wir uns anschließen.

Wildbiene Langhornbiene (Eucera nigrescens) an Geflecktem LungenkrautZudem stellen sie überwiegend keine Hilfe für vor allem seltene Wildbienen dar, die durch ihre oligolektische Ernährungsweise ganz bestimmte Nahrung benötigen.
Auch wir von der Initiative sehen das so und weisen seit Jahren immer wieder darauf hin. Daher war Melissas Beitrag „Wasser auf unseren Mühlen“!

Diskussionrunde / Fragerunde

Blühwiese am Hof von Martin Bloeß in der GalgenfuhrMelissa hatte auch einige sehr gute Fragen für die anschließende Diskussionrunde vorbereitet. Dazu gaben wir – zusammen mit unserem Bienenpaten Anton Hepple, der erfreulicherweise heute unser Gast war – gerne Auskunft. Für diejenigen, die am Stammtisch nicht teilnehmen konnten, zumindest ein paar Verlinkungen zu Beiträgen, die eine Antwortauszug geben können.

Blühwiese im Bamberger Bienengarten1. Wildblumenstreifen in und um Bamberg?

Frische Erde wird eingerecht2. Aussaat der Pflanzen im Garten? Aufwand? Erwartungshaltung?

  • Eine Aussaat ist speziell vorzubereiten. Einfach so auf’s Gras kippen klappt nicht.
  • Bodenprobe nehmen oder anhand des momentanen Bewuchses die Bodenbeschaffenheit analysieren, dann passende Arten wählen, das Gras abtragen bzw. die obere Bodenschicht öffnen,
  • Die Aussaat anfänglich gießen, und wenn alles geklappt hat, kann Anfang September gemäht werden.
  • Schnittgut nicht liegen lassen … und nach ca. 3 Jahren eine Folgesaat ausbringen. Näheres erfahrt ihr von versierten Qualitäts- Saatguthändler/innen (siehe Liste).

3. Interesse an Wildblumenstreifen/-wiesen in der Bevölkerung?

  • Blühwiese kurz vorm SensenIst nachgewiesen vorhanden. Um das hohe Interesse zu befrieden, schufen wir unter Mithilfe des Gartenamts der Stadt Bamberg eine kleine Blühwiese direkt neben der Bienne-InfoWabe. Diese wird sukzessive bestückt mit botanischen Schildern, die auf einzelne Arten hinweisen. Vorgänger war unsere Parzelle im benachbarten Interkulturellen Garten.
  • Pressetermin zur Blühoffensive der Stadt Bamberg, v.l. Jürgen Brendel, Udo Eichhorn, Reinhold Burger, Ilona Munique, Dr. Christian Lange, Robert Neuberth, Michael Gerencser, Dr. Jürgen GerdesImmer wieder wurden wir zu unseren BIWA-Sonntagsöffnungszeiten auf die kritisierte „Rasensituation“ auf der Erba-Insel angesprochen und beinahe schon „in die Pflicht“ genommen. Seit der Ansaat der großen Blühwiese (s. a. oben Blühoffensive) sind die Stimmen verstummt. Hundehalter/innen, die den Rasen bislang stark als Erziehungsübungsplatz nutzen, beschwerten sich glücklicherweise nicht.

4. Thema „Blühpatenschaften“ [in Bamberg und Umland]?

  • Gibt es, allerdings mit mäßigem EBlühwieserfolg.
  • Anton konnte sich an eine Aktion bei Kronach erinnern. Wir selbst erinnerten uns an durchaus sehr ambitionierte Aktionen im Landkreis Forchheim und in Baunach. S. a. unter dem Link im nächsten Absatz.
  • Wo und von wem man Unterstützung erhalten kann, ist in unserem Beitrag Aktionen, Förderungen und Infos zu Blühpflanzen und -wiesen festgehalten.

Fazit: Tolle Infos – eine Runde Schulter klopfen! Und wir nahmen den Stammtisch zum Anlass, umfassende Aktualisierungen einiger unserer Blogbeiträge vorzunehmen, insbesondere dieser hier mit Aktionen, Förderungen und Infos zu Blühpflanzen und -wiesen.

Vorschau nächstes Treffen

Schau-Kräuterbeet im Bamberger BienengartenDas nächste Treffen zum Thema „Bienenfreundliche Pflanzen“ findet am Dienstag, 19.05.20 von 18 bis 20 Uhr ebenfalls wieder online statt unter https://meet.jit.si/bienenfreunde-stammtisch
Tipp: Vorab den Browser Chrome installieren, da funktionieren Ton und Bild am besten. Für Mobilgeräte die App Jitsi Meet. Ein Passwort ist nicht notwendig.


* Unser „Online-Stammtisch-Lokal“ unter Meet Jitsi ist immerwährend zum Ausprobieren geöffnet (Adresse in Klartext: https://meet.jit.si/bienenfreunde-stammtisch )

Aktualis. am 24.04.2020

Aktionen, Förderungen und Infos zu Blühpflanzen und -wiesen

Biene an SonnenblumeFortlaufende Sammlung von Aktionen, Förderungen und Informationen in Sachen Blühendes. Wir selbst können für unseren Bamberger Bienengarten leider nur einen kleinen Teil aufgreifen. Doch vielleicht habe ja SIE noch Anwendungsmöglichkeiten? Die Liste kann natürlich nicht alles abdecken, was online auffindbar ist. Aber sollten Sie eine außergewöhnlich tolle Aktion gefunden haben – melden Sie sie uns!
Zuletzt aktualisiert: 21.04.2020.

Aktionen, Wettbewerbe und Förderungen

Was? Bundesweiter Pflanzwettbewerb [JAHR]: „Wir tun was für Bienen!“

  • Wer? Deutschland summt
  • Wie? „Machen Sie mit beim bienenfreundlichsten und gemeinschaftlichsten Wettbewerb aller Zeiten: für die Insekten, für unser Leben, für unsere Zukunft.“
  • Für wen? Uneingeschränkt in sechs Kategorien
  • Wo? Bundesweit
  • Wann? 1. April und läuft bis zum 31. Juli 2019. Prämierungsfeier am 14.09.2019 in Berlin.
  • Wie oft? Jährlich
  • Was ist besonders? Der erste Pflanzwettbewerb mit Musik! Musikalische Gruppen können zusätzlich zu ihrem gärtnerischen Beitrag eine eigene Interpretation des Liedes „Unser Bienensong“ von Reinhard Horn einreichen.
  • Weiterführende Infos? Zu Wildbienen, Gärtnertipps und Ratgeber-Broschüren

Was? Blühpatenschaften

  • Wer? Mellifera e. V. / Netzwerk Blühende Landschaften
  • Wie? Blühpatenschaft verschenken
  • Für wen? Uneingeschränkt
  • Wo? Bundesweit
  • Wann? Laufend
  • Was ist besonders? Beschenkter (und Schenker) können die frei zugänglichen Flächen jederzeit besuchen sowie an einer Führung teilnehmen.
  • Weiterführende Infos? Ja, zum Beispiel Blog, Medien, Fortbildungen, Shop … und speziell Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft mit zahlreichen Links zu Ackerbau und Grünland nebst etlichen Beispiel-Projekten

Was? Jetzt Blühpatenschaften abschließen /  Bayern blüht auf

… und weitere Blühwiesenpatenschaften in der Region Bamberg, …

Zum dauerhaften Erfolg können wir keine gesicherte Aussage treffen. Machen Sie sich bitte ein persönliches Bild.

[via nachrichtenamort]: Das Projekt wird getragen von der AG BauNACHhaltigkeit und engagierten Menschen, aus LEADER-Mitteln teilgefördert und unterstützt durch lokale Sponsoren wie die Stadtsparkasse, die Volksbank, sys-comp und REGIO-Mehl – weitere Sponsoren sind willkommen!

Was? LEADER-Mittel für blühende Grünstreifen / Förderprogramm

  • Wer? Landratsamt Bamberg, Lokale Aktionsgruppe (LAG) für die LEADER-Förderung
  • Wie? Landwirte können sich die Anschaffung von Wildblumen-Saatgut fördern lassen. Ziel der LAG ist die Umsetzung der „Lokalen Entwicklungsstrategie 2014 – 2020“ sowie die Zusammenarbeit mit anderen regionalen und überregionalen Initiativen. Für den Erhalt von Fördermitteln muss eine Vereinbarung mit der LAG geschlossen werden.
  • Für wen? Landwirte
  • Wo? Landkreis Bamberg. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in der Ludwigstraße 25 in Bamberg, Eingang A, Zimmer N 104.
  • Wann? 2014 – 2020
  • Was ist besonders? 80-prozentige Förderung für spezielles, d. h. hochwertiges und gebietsheimisches (autochthones) Saatgut [Stand 13.03.2019]
  • Weiterführende Infos? Zu Ratgeber-Broschüren über die Seite Bürgerservice, Formulare und Broschüren

Bewährte Einstiegsplattformen

Was? Kulturlandschaft

  • Wer? Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Wie? Blühflächen anlegen; Blühflächen in die Kulturlandschaft integrieren
  • Für wen? Landwirtschaft
  • Wo? Bayernweit
  • Wann? Laufend
  • Was ist besonders? Die Webseite bietet Einstieg zu verschiedenen Aspekten
  • Weiterführende Infos? Ja, zum Beispiel zu KULAP-Blühmischungen, Aussaattipps, Blühflächen-Beratung in der Praxis und Wildbienenlebensraumberater, rechtliche Aspekte, Förderungen …

Was? Bienen

  • Wer? Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • Wie? [Verschiedene Infos, z. B. zur App für Bienenfreunde]. Besser Planen und Bewerten von Blühpflanzen für Balkon, Terasse und Garten.
  • Für wen? Uneingeschränkt
  • Wo? Deutschlandweit
  • Wann? Laufend
  • Was ist besonders? Die App für Smartphones verfügt über ein Lexikon mit mehr als 130 bienenfreundlichen Pflanzen, in dem über verschiedene Merkmale wie Blütenfarbe, Blühzeit oder den besten Standort der Pflanzen informiert wird. Mit Bienenquiz.
  • Weiterführende Infos? Hintergrundwissen über Honigbienen, Wildbienen oder Wespen sowie ihre Gewohnheiten.

Was? Hortipendium / Bienenweiden

  • Wer? Bienformatik e. V. i. Gr. / Bernhard Willi
  • Wie? Besser Planen und Bewerten von Bienenweiden, Bienenpflanzen oder Bienennährgehölzer.
  • Für wen? Uneingeschränkt
  • Wo? Deutschlandweit
  • Wann? Laufend
  • Was ist besonders? Übersichtslisten von Einschätzungen des Pollen- und Nektarangebots für Honigbienen mit Blühzeiten von …
    • Gemüsen, Kräutern und anderen Nutzpflanzen,
    • Stauden und anderen ausdauernde Zierpflanzen
    • Sträuchern und Halbsträuchern
    • Bäumen
    • Kletternden Gehölzen
    • Wildkräuter, Beikräuter
  • Weiterführende Infos? Zu Bienen, Honigtau-Angeboten, Bienenweidemischungen, Bienenfreundlicher Balkon, Eh-da-Flächen

Was? Trachtfliessband | Trachtkalender

  • Wer? Bienformatik e. V. i. Gr. / Bernhard Willi
  • Wie? Besser Planen und Bewerten von geeigneter Bepflanzung für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge durch Kombination von Bienenpflanzen für ein lückenloses Pollen- und Nektarangebot
  • Für wen? Uneingeschränkt
  • Wo? Deutschlandweit
  • Wann? Laufend
  • Was ist besonders? Filtermöglichkeit nach Pflanzenarten, Blühmonaten, Nektar- und Pollenwerten, Honigtau, Schmetterlingen und Wildbienen sowie den floristischen Status nach Heimisch, Neophyt und Invasiver Neophyt. Die Webseite befindet sich noch im Aufbau und erfasst derzeit 140 Pflanzen.
  • Weiterführende Infos? Beschreibung der einzelnen Pflanzen

Was? Der Bienenweidepflanzkatalog Baden-Württembergs

    • Wer? Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
    • Wie? Besser Planen und Bewerten von Bienenweiden, Bienenpflanzen oder Bienennährgehölzer durch Suche in einer umfangreichen Datenbank
    • Für wen? Uneingeschränkt
    • Wo? Deutschlandweit
    • Wann? Laufend
    • Was ist besonders? Sehr umfangreiche Suchmöglichkeit nach vielerlei Aspekten, z. B. deutsche oder wissenschaftliche Pflanzennamen, Blütezeit und -farbe, Biotoptyp, Zielgrupppen, Honigtau, Pollen oder Nektar
    • Weiterführende Infos? Zur Bedeutung der Bienenweide, Allgemeinen und konkreten Maßnahmen / Verbesserungen für Honigbienen, Landwirte, zu Projekten wie Biotopvernetzung udn Kooperationen mit Landwirtschaft und Initiativen.

Was? Einführung in die Imkerei / Trachtpflanzen

    • Wer? Wikibooks, verschiedene Autor(inn)en
    • Wie? Besser Planen und Bewerten von Trachtpflanzen
    • Für wen? Uneingeschränkt
    • Wo? Deutschlandweit
    • Wann? Laufend
    • Was ist besonders? Alphabetische Liste nach deutschen Pflanzennamen, ergänzt durch lateinischen Pflanzennamen, Honig- (Achtung: nicht Nektar!) und Pollenertrag sowie Trachtzeiten.
    • Weiterführende Infos? Zur Bedeutung der Bienenweide, Allgemeinen und konkreten Maßnahmen / Verbesserungen für Honigbienen, Landwirte, zu Projekten wie Biotopvernetzung udn Kooperationen mit Landwirtschaft und Initiativen.

Was? FAQ: Blühflächen, Blühstreifen, Blühpatenschaften im Ackerland

  • Wer? Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)
  • Wie? Was Sie wissen sollten, damit die Natur wirklich profitiert. Empfehlungen, worauf bei Blühpatenschaften zu achten ist
  • Für wen? Uneingeschränkt
  • Wo? Deutschlandweit.
  • Wann? Laufend
  • Was ist besonders? Checkliste für die [Blüh-]patenschaften (nach unten scrollen]
  • Weiterführende Infos? Längst nicht jeder gut gemeinte „Blühstreifen“ erfüllt auch seinen Zweck und ist gut für die Natur. Fragen rund um dieses komplexe Thema werden beantwortet.

… und last, but not least können Sie sich Pflanzlisten nebst Einkaufsquelle aus unserer Seite des Bamberger Bienengartens downloaden. Den Garten mit all diesen Pflanzen können Sie direkt besuchen am Bienenweg 1 in Bamberg, Erba-Park. Er ist jederzeit öffentlich zugänglich.

[Aktualisiert 21.04.2020]

Sommersonnwende – das (vorläufige) Aus für Blühwiesen

Blühwiese im Bamberger Bienengarten an der Bienen-InfoWabeWenige Stunden später …

So schwer es auch fällt – doch ein- bis zweimal im Jahr sollten Blühwiesen gemäht werden. Auch wir mussten uns zunächst von unserer sich immer prächtiger entwickelten Schmetterlings- und Insektenblühwiese des Bamberger Bienengartens an der Bienen-InfoWabe (Bienenweg 1, Erba-Park) trennen.

Blühwiese, gesehen in Bughof, GalgenfuhrDoch nicht nur wir sind Blühwiesenfreunde. Vor knapp einem Monat entdeckten wir ein buntes Blumenfeld an der Galgenfuhr in Bughof. Ich erinnerte mich an einen Anruf des Besitzers einiger Buger Äcker. Dieser plante, einen seiner Acker gänztlich aus der Bewirtschaftung herauszuziehen und damit auch dem Bespritztwerden mit Pflanzenschutz- und Beikrautvernichtungsmitteln. Ich empfahl ihm, sich beim Netzwerk Blühende Landschaft (ein Projekt von Mellifera e. V.) zu melden. (Wir unterstützen dieses übrigens ebenfalls durch Kauf der 5-Cent-Marken, die unsere Honigkunden auf den Gläsern finden und sammeln dürfen!)

Blühwiese, gesehen in Bughof, GalgenfuhrWie sehr freute es uns, dass wir nun das Ergebnis in Bughof bewundern konnten. Sicherlich, im ersten Jahr kommt nicht immer alles so zum Blühen, wie man es sich wünschen mag. Da muss man Geduld aufbringen, auch bei unserer Blühwiese mit Saatgut von Rieger-Hofmann war das so.

Tipp: Die abgesensten Überreste sollten nicht allzu lange auf dem Boden liegen bleiben, sonst kommt zu viel Nährstoffe in den Boden. Man kann sie gut getrocknet als Streueinlage für Kleintiere verwenden, oder auch verfüttern. Also, nehmt euch schnell, denn ab Donnerstag Abend ist das duftige, garantiert unbehandelte Heu wieder weg!

P. S.: Wer das Sensen lernen möchte, merke sich den Termin 02.06.2019 vor. Jupp Schröder wird es uns wieder zeigen (s. a. Bericht vom Sensenkurs 2017).

Vortrag Alexandra Klemisch zu bienenfreundlichen Blumen

Vortragende Alexandra KlemischLeckeres für Honig- und Wildbienen + Schönes für uns Menschen, so der Untertitel zum Vortrag Bienenfreundliche Blumen in Garten + Balkon von Alexandra Klemisch.

Biene an Apfelbaumblüte „Die Biene ist das einzige Insekt, welches der Mensch jemals domestiziert hat“, so die einführenden Worte der Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege. Im landschaftlich kleinstrukturierten Oberfranken ginge es ihr vom Nahrungsangebot her gesehen noch relativ gut. 60-70% der Heckenpflanzen bestünden aus der Schlehe, eine reichhaltige Frühjahresblüherin. Auch bemühe man sich im  Bayerischen Landwirtschaftsministerium durch verschiedene Programme wie zum Beispiel dem Vertragsnaturschutzprogramm um ein einvernehmliches Verhältnis zwischen Bienen und ihrer Imker und den Landwirten. Mit durchaus zweifelhaften Erfolg, wenn aus jedem fitzelchen Fläche das Maximale herausgepresst werden will.

Jedes Blümchen zählt

Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia)Ob das die Stadtbäume und Gärten oder Obstlehrgärten wie der in Lauf bei Zapfendorf ausgleichen können, sei dahingestellt. Doch jedes leckere Blümchen zählt … ob Silberlinde, Ahorn, Kletterhortensie oder das Efeu – am besten heimische Arten. Zu jeder Jahreszeit sollten Bienen aller Art Pollen und Nektar zum Eintragen finden und auch einen Unterschlupf in „wilden“ Gartenecken bei gelittenem Löwenzahn und/oder auch Wildbienenhotels finden.

Ein kleines, jedoch erfolgeiches Wildbienenhotel von unserem BalkonNun gut – letztere sind meist mehr gut gedacht als gut gemacht. Da gäbe es einigen Verbesserungsbedarf, sogar bei erwähntem Lehrgarten. Doch die nächste Renovierung wird es richten, stellte Klemisch in Aussicht. Da sind wir doch ein wenig stolz auf unser Mini-Wildbienenhotel, das seit Jahren schon auf unserem Balkon erfolgreich seinen Dienst verrichtet. Im Übrigen ein Geschenk unseres Bienenpaten Michael Alt.

Für uns waren die Aspekte in Sachen „Wildbiene“ hilfreich, denn die Solitärbienen sind nicht ganz so in unserem Fokus wie die Honigbiene. Gleichwohl möchten wir sie natürlich auch ein wenig „mitbedienen“, zumal wir in wenigen Tagen erneut ein Wildbienenhotel geschenkt bekommen – diesmal ein um einiges größeres. Für das sachkundige Bestücken lieferte uns Frau Klemisch wertvolle Hinweise.

Unsere Vortragsgäste

Zahlreiche Fotos informierten und inspirierten die anwesenden Gartenfreunde, von denen einer sogar aus Seßlach bei Coburg. Er hatte wegen des parallel stattfindenden Weltkulturerbelaufs ein wenig Mühe mit der Anfahrt, doch nachdem der Vortrag doppelt so lange dauerte wie geplant, kam er zumindest voll auf seine Kosten. Im Übrigen wurde kein Eintritt von uns verlangt.

GästeWir freuten uns auch darüber, dass unsere unmittelbaren Nachbarn aus der Kleingartenanlage „Am Weidenufer“ mit im Publikum saßen. Ralf und Udo ergänzten ihr sicherlich eigenes Fachwissen im Bezug auf Gartenpflanzen, denn irgendwie lernt man in dieser Hinsicht ja nie aus.

Danke fürs Kommen, und Danke, Frau Klemisch, für Ihren Beitrag!

Einladung Vortrag „Bienenfreundliche Blumen in Garten und Balkon“ zur BIWa-Sonntagsöffnung

Alexandra KlemischLogo für das Schwerpunktthema: Natur der Bienen-InfoWabeOffenes Haus für alle heißt es wieder am So., 30.04.2017 von 14-16 Uhr. Im Anschluss, also von 16 bis 17 Uhr laden wir zum Vortrag Bienenfreundliche Blumen in Garten + Balkon mit Dipl.-Ing. (FH) Alexandra Klemisch ein. Die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Bamberg empfiehlt „Leckeres für Honig- und Wildbienen + Schönes für uns Menschen.“

Helenium Moerheim Beauty © Alexandra KlemischBiene an Blüte © Alexandra KlemischHübsch anzusehen und außerdem nützlich, das ist die Devise für Garten und Balkon, um Mensch und Tier gleichermaßen zu erfreuen. Doch auch ein romantisch-selbstvergessenes Eckchen mit Brennesseln und anderen Wildkräutern nützt allen mehr als ein aufwändig und perfekt geschorenes Rasenstück. Zahlreiche Fotos informieren und inspirieren Garten- und Balkonfreunde, die ihren geflügelten Mitbewohnern ebenfalls etwas gönnen möchten.

Für wen? Alle Interessierten
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park).

Bamberger Buger Wiesen bleiben im Fokus

An diesem Böschungsstück blieb noch einiges an Blüten stehenKahles Böschungsstück am RMD-Kanal bei BambergVergangenes Jahr im November trafen wir uns mit dem Bamberger Naturschutzbeauftragten, Dr. Jürgen Gerdes und dem Wasserexperten der Stadtwerke Bamberg, Georg Spoerlein, zu einer Gesprächs- und Informationsrunde, die Blühsituation der Buger Wiesen (zwischen Bamberg und Strullendorf gelegen) betreffend, die wir zu dieser Zeit als weniger zufriedenstellend beobachtet hatten. Weitere Gespräche, beispielsweise mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Nürnberg, sollten von unserer Seite her folgen.

Die Blühsituation Könnte hier noch besser seinBlühwiese in den Buger Wiesen bei Bamberg

Beobachten und im Gespräch bleiben

Gut ein halbes Jahr später, also Ende Juni und damit in einer bekanntermaßen beginnenden Trachtlückenzeit (von den Stadtlinden einmal abgesehen), erkundeten wir erneut den Lebensraum der Buger Wiesen aus den Augen von Insekten, vornehmlich der Wild- und Honigbienen heraus, um daran anknüpfend den Kontakt mit dem WSA herzustellen.

Hasenklee, eine prima BienenweidepflanzeWir waren überwiegend sehr angetan von dem, was sich uns heuer offenbarte! Statt Kahlrasur zu beiden Seiten des Rhein-Main-Donau-Kanals (RMDK) waren heuer lediglich schmale Mähstreifen zu vermelden, mithin im großzügig verbliebenen Rest ein sehr artenreiches Blühen und … ja, auch summen!

Blühendes an der Böschung des RMD-KanalsMan sollte Behörden nicht nur anrufen, wenn etwas im Argen liegt, so unsere Devise. Viel schöner für alle Beteiligten ist es doch, auch Erfolgsmeldungen miteinander zu teilen. Zwar wehrte Bauingenieur Jörg Blömer von der Außenstelle Neuses des WSA Nürnberg in Eggolsheim bescheiden unser Lob ob der gelungenen Blühoffensive ab, freute sich jedoch offensichtlich, dass es den Bienen in den Buger Wiesen heuer gut geht. Schließlich ist sein Onkel ein Imker, wie er uns verriet, und sei von daher mit der Thematik durchaus vertraut.

Kahl gemähtes Böschungsstück am RMD-KanalAn diesem Böschungsstück blieb noch einiges an Blüten stehenSo erläuterte uns Blömer gerne die Hintergründe zu diesem Abschnitt seines Zuständigkeitsbereichs. (Als weitere Zuständige in der Fläche wären die Stadtwerke Bamberg, die Deutsche Bahn AG sowie hiesige Landwirte zu nennen.)

Die Hintergründe zu Schutz- und Pflegemaßnahmen in den Buger Wiesen

Bekannt war uns bisher das Rahmenkonzept „Schutz und Entwicklung von Sandlebensräumen in der Regnitzachse“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege  und Bund Naturschutz in Bayern e. V. In diesem zu finden sind Erläuterungen für die zum Landschaftsplan Hirschaid (S. 15) empfohlenen Maßnahmen, die da lauteten:

Entwicklung von naturschutzfachlich wertvollen Magerflächen auf Sandstandorten anstreben durch z. B. Anlage von Ackerrandstreifen, Entwicklung zu Sandmagerrasen;
Schaffung / Erhaltung einer reich strukturierten Hutelandschaft in der Regnitzaue anstreben; Naturschutzfachliche Verbesserung der Wälder auf Sandstandorten, z.B. durch Auflichtung, partielle Sandentnahme.

Blühendes an der Böschung des RMD-KanalsDementsprechend wurde vor etlichen Jahren – ein genaues Datum konnte Jörg Blömer aus dem Stand heraus zwar nicht benennen, doch dürfte es noch keine zehn Jahre her sein – an den Böschungen der Buger Wiesen und der Südflur der fette Mutterboden abgetragen und stattdessen nährstoffarme Sandböden aufgetragen. Mit dieser Maßnahme folgte die Unterbehörde des BMVI der damaligen Empfehlung der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Blütenpracht in den Buger WiesenMan war sich allerdings nicht sicher, ob diese Maßnahmen tatsächlich zum Erfolg führen würden. Nicht alle Beispiele, die man sich angesehen hätte, waren als gelungen zu bezeichnen gewesen, erinnerte sich Blömer. Doch wie wir heute feststellen können: die Saat im Sandlebensraum entlang des RMD-Kanal ging (größtenteils) auf!

War unsere Sorge und Kritik unberechtigt?

Warum jedoch mussten wir konkret im vergangenen Jahr feststellen, dass es nicht so weit her war mit dem Blühen und Summen und sich vermehrt Krankheiten an den Bienen auftaten? Bildeten wir uns das nur ein?

Die Begründung unterschiedlicher Jahresblühqualitäten wäre wohl bei den mit Pflegemaßnahmen beauftragten Firmen zu suchen, so Blömer. Deren Mitarbeitende sind sich möglicherweise nicht immer bewusst über die genaue Ausführung ihres Auftrags und meinen es hin und wieder „zu gut“ mit dem Eindämmen unerwünschten Bewuchses. Hier könnte eine sich jährlich wiederholende möglichst konkrete Einweisung Abhilfe schaffen. Vielleicht etwas lästig, doch mit einem „Wiedervorlagevermerk“ organisierbar.

Weniger Möglichkeiten birgt die Böschung zur Seite der Südflur (also in Richtung Bahnlinie). Aufmerksame Beobachter dürften schnell feststellen, dass sie einen stellenweise völlig anderen Bewuchs aufweist. Dies könnte der weniger starken Sonneneinstrahlung geschuldet sein, da die Böschung sich sozusagen selbst beschattet. Höhere Feuchtigkeit aus dem angrenzenden Hauptsmoorwald heraus könnte zudem „Gießwirkung“ erzielen, so unsere Überlegungen. Auch extreme Wetterlagen wie hohe Trockenheit könnten dir Ursache für weniger Blüten, verbunden mit geringerem Nektarfluss gewesen sein.

Abwechslungsreicher Damm am RMD-KanalWir jedenfalls sind, was das diesjährige Angebot für unsere Bienen und anderer Insekten an Wiesenblüten in den Buger Wiesen anbelangt, zufrieden. Als Verbesserungsvorschlag empfehlen wir aus unserer Sicht heraus Blühstreifen entlang der Felder durch die Landwirte. Damit es dazu kommt, wären weitere Gespräche notwendig, die wir uns durch persönliche Begegnungen erhoffen.

Vielen Dank an dieser Stelle für die interessierte und positive Gesprächsbereitschaft aller genannten Beteiligten! Im Dialog zwischen uns als private Initiative mit den zuständigen Behörden- und Wirtschaftsvertretern können wir bislang nur Gutes berichten. Das Verständnis ist da, und auch der Wille. Die Wege zur Umsetzung lassen sich finden und in höchstmöglicher Übereinstimmung gemeinsam beschreiten, da sind wir uns sicher.

 

Blütenreiche Lebensräume mit Herbert Beck

Vortrag Herbert Beck zu Blütenreichen LebensräumeDass der „Schäätzer“ Imkerverein in Sachen Schulkinderbildung ein ganz rühriger und dafür sogar ausgezeichnet ist, das ist bekannt. In ihrem aktuellem Projekt jedoch waren auch die Erwachsenen gefragt, als es um die Neuanlage zweier Bienenblumenweiden ging. Daher war es uns eine Freude, den 1. Vorsitzenden des Imkervereins Scheßlitz und Umgebung e. V., Herbert Beck, am 29.05.2016 als Vortragenden zu „Blütenreiche Lebensräume“ in unserer Bienen-InfoWabe begrüßen zu dürfen.

Der langjährige Imker aus Kremmeldorf berichtete über die Schwierigkeiten und Hintergründe der Neuanlage und brachte ein Arsenal an Fotografien mit, die nicht nur, doch vor allem auf seinem 3.000 qm großen Grundstück entstanden sind.

Vortrag Herbert Beck zu Blütenreichen LebensräumeNoch blüht es an der Ortseinfahrt in Scheßlitz lange nicht so schön, der Rieger-Hofmann-Samen muss sich erst noch bewähren. Wichtig seien ein durchlässiger, gut vorbereiteter Boden und anfänglich genügend Feuchtigkeit. Beide Faktoren waren eher nicht gegeben, so dass der Start zunächst etwas holprig war. Zumal man sich gewünscht hätte, dass der eine oder andere ortsansässige Landwirt mit seinem Fuhrpark beim Grubbern einen kräftesparenden Beitrag hätte leisten können. Nun ja. Viel mehr Freude hingegen brachte der Lehrbienenstand am Scheßlitzer Rathausplatz, der bei allen in der Bevölkerung sehr gut ankommt.

Vortrag Herbert Beck zu Blütenreichen LebensräumeIm Anschluss seines bilderreichen Vortrags beantwortete Herbert Beck einige Fragen rund um Honig, Propolis und Pollen. Mit rund 50 Bienenstöcken und seiner praktischen Erfahrung bei der Herstellung aller damit verbundenen Nebenprodukte war es unserem Imkerkollegen ein Leichtes, kenntnisreich darauf einzugehen. Gleich am nächsten Tag wolle man vorbei fahren, so ein Besucherpaar, dass sich flugs die Adresse geben ließ.

Lieber Herbert, herzlichen Dank für dein Kommen und den interessanten Einblick in den (noch entwicklungsfähigen) blütenreichen Landkreis.

Themenschaufenster zu Pflanzen und Blüten an der Bienen-InfoWabeWer noch mehr zum Thema Natur wissen wollte: unsere Sammelordner, viele Bücher sowie sorgfältig zusammengestelle Listen mit bienenfreundlichen Pflanzen für Balkon, Garten, Wiese oder großfläche Ansaaten stehen in einer eigenen Abteilung bereit. Eine kleine Auswahl davon war in Ankündigung des Vortragsthemas im Schaufenster der Bienen-InfoWabe ausgestellt.

Bienen-InfoWabe: Abteilung Imkerei und NaturUnd bereits nächsten Sonntag, den 05.06.2016, geht es von 16-17 Uhr wieder um das Thema „Trachtpflanzen“. Diesmal um eine einzige nur, nämlich den unglaublichen Allrounder Lavendel. Geschichten und Wissenswertes erfahren Sie von der Heilpraktikerin Elke Puchtler aus Adelsdorf. Dr. Puchtler ist zudem Dipl.-Biologin, besitzt einen wunderbaren „Kräuterspiralgarten“ in Stammbach und führt alljährlich durch den Erlangener Botantischen Garten bzw. den Aromagarten – wir berichteten.

Auf dem BIWa-Programm steht außerdem im Vorfeld des Vortrags wie immer: „Offenes Haus“ von 14 bis 16 Uhr: Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, Fragen, Rätseln, Basteln, Malen, Lesen, Spielen, Lernen … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur!

Die Buger Wiesen im Gespräch

Gesprächsrunde Buger Wiesen

v.l.n.r. Reinhold Burger, Dr. Jürgen Gerdes, Georg Spörlein

Wie geht es den Buger Wiesen im Süden Bambergs? Täuscht es, oder nahm die Zahl der Blüten in den vergangenen Jahren ab? Wird der Damm zu beiden Seiten des Rhein-Main-Donau-Kanals nicht zu oft oder auch zu früh im Jahr gemäht? Lässt es sich bewerkstelligen, dass Landwirte einen Blühstreifen ansäen, um den Insekten mehr Lebensraum zu bieten? Wie steht es um den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln? Könnte er Schuld daran sein, dass wir im vergangenen Jahr drei unserer (noch im Frühjahr prächtig entwickelten) Völker verloren?

Die Spezialisten für Natur und Wasser

Diese und weitere Fragen erörterten wir In einer nachmittäglichen Gesprächsrunde am 16.11.15 mit Dr. Jürgen Gerdes, dem Naturschutzbeauftragten der Stadt Bamberg sowie Georg Spörlein, dem Wasserexperten der Stadtwerke Bamberg.

Gesprächsrunde Buger WiesenNur mit Fach- und Sachverstand können wir als Initiative die Situation in den Buger Wiesen besser einschätzen lernen, um gegebenenfalls in einem weiteren Schritt aktiv zu werden. Von daher war uns der Besuch der beiden Spezialisten sehr wichtig und wir freuten uns, dass beide der lange im Voraus geplanten Einladung zu folgen vermochten.

Blume in den Buger WiesenDer Interessensmix der Buger Wiesen

Nicht auf alle unserer Fragen gab es eindeutige oder zufriedenstellende Antworten. Das erklärt sich aus der Viegestaltigkeit der Nutzung bzw. Nicht-Nutzung sowie der Eigentümer und mithin der Zuständigkeiten.

Bei den Buger Wiesen handelt es sich dabei um …

  • ein ausgewiesenes Überschwemmungsgebiet (das Baumanpflanzungen untersagt), welches allerdings gerade in den vergangenen Jahren zu hoher Trockenheit neigte (viele Aussaaten sind daher nicht angegangen)
  • sowohl landwirtschaftlich genutzte als auch brachliegende Flächen
  • zwei kommunale Gebiete (Bamberg und Strullendorf)
  • verschiedene Wasserschutzzonen
  • Bundeswasserstraßen-Begleitgrün in der Obhut des Wasserschifffahrtsamt Nürnberg

Dieser Interessensmix macht das Gebiet spannend, aber auch kompliziert in seiner Pflege und Hege bzw. Nicht-Pflege. Und nun auch noch die Bienen.

Die Bienen als Zeiger

Buger Wiesen-BienenFür uns sind sie Zeiger eines – nach unserem Verständnis – intakten Natur-Kulturraums, an deren Wohl wir zu erkennen glauben, ob es auch für andere Insekten eine funktionierende Lebenswelt gibt, mithin dem Menschen Nutzen und Segen bringt. Geht es den Bienen schlecht, so lässt sich daraus nicht allzu Gutes ableiten. Oder der Imker hat versagt. Hat er das wirklich, wenn andererseits an anderen Standorten Bambergs alles soweit im Rahmen des üblichen Bienenpflege-Auf-und-Ab verläuft?

Buger Wiesen, Weizenfeld 2014Hundertausende der kleinen Zeigerlein in den Buger Wiesen machten uns in den vergangenen Jahren große Sorgen. Während unsere sehr häufigen Besuche (die sich gerne auch bis zum Schwanenkeller nach Strullendorf erstrecken) vermeinten wir, dass es um die Blühkraft der Wiesen nicht so toll bestellt ist, wie es von Fotos oder vom Hörensagen her eigentlich sein sollte. Auch die Zunahme von trockenen Getreidefeldern statt nektartragenden Trachtpflanzen (beispielsweise Buchweizen, Rotklee, Bohnen, Raps oder auch Kartoffeln) konnten wir beobachen. Der Sorge nachzugehen statt einfach den Standort zu wechseln schien uns – für uns, die Bienen und Bambergs/Strullendorfs Menschen – erstrebenswerter.

Die Pflanzenwelt im Fokus

Wie es tatsächlich um den Pflanzenreichtum in den Buger Wiesen bestellt ist, wird die Neuauflage der Kartierung zeigen, die derzeit von Nürnberg aus im Zuständigkeitsbereich der obersten Naturschutzbehörde (Augsburg) vorgenommen wird, so Dr. Gerdes. In zwei Jahren ist dann auch mit einer Neuauflage der Broschüre „Biotope in Bamberg“¹ zu rechnen. Eine neuere Auflage liegt uns vor zur „Biodiversitätsstrategie – Bamberger Strategie für Biologische Vielfalt“². Beide sind beim Herausgeber erhältlich und können auch über uns entliehen werden.

Wasserschutzgebiet und Südflur

Ob unsere Völker wegen ausgebrachter Pestizide Schaden gelitten haben, lässt sich nur durch eine Laboruntersuchung feststellen. Wir hätten sie dieses Jahr vorgenommen, doch glücklicherweise war das heuer unnötig. Laborproben wurden dennoch gemacht, allerdings vom Trinkwasserbrunnen. Ein Wasserschutzgebiet unterliegt natürlich strenger Vorschriften, die auch überwacht werden. Zwar gäbe es teilweise immer wieder Pflanzenproben, entnommen landwirtschaftlich genutzter Flächen, die auf einen hohen Stickstoffgehalt hinweisen, so Georg Spörlein, doch sei man ansonsten sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Leider ist ein Flächenzukauf durch die Stadtwerke nicht mehr möglich, um noch mehr Felder brach liegen zu lassen.

Der RMD-Kanal böte für Bienen keine Sperre, um zur Südflur zu gelangen, überlegte Herr Spörlein und berichtete über die dortige Nutzung mit Kupsumtriebsplantagen und ihrer Wegränder, die reichlich blühen würden. Dr. Gerdes hatte ja bereits in seinem Vortrag vom 20.09.2015 für die Naturforschende Gesellschaft „Die Stadt als Lebensraum für Tiere und Pflanzen – Biologische Vielfalt in Bamberg“ vom Auftauchen der Mohnbiene, die bisher nur in Kemmern heimisch war, berichtet. Ob man jedoch einen künstlich erzeugten Lebensraum durch Ansaat von Mohn- und Kornblumen für ihre Verbreitung sorgen könnte, bezweifelte er. Also, wir würden es gerne darauf ankommen lassen.

Buger WiesenVielen Dank an Herrn Dr. Gerdes und Herrn Spörlein für die Bereitschaft, unsere Sorgen ernst zu nehmen, für die interessanten Ausführungen und Hinweise über die herrschenden Rahmenbedingungen und wie damit umgegangen werden kann – und natürlich für die Aussicht auf eine Mai-Exkursion!

Wir werden darüber hinaus das Gespräch mit dem Wasserschifffahrtsamt und den Landwirten suchen – und natürlich weiterhin mit den Vertretern der Stadt Bamberg und seinen Töchtern. [Ergänzung am 08.07.2016: Bamberger Buger Wiesen bleiben im Fokus]

Fußnoten:

¹ Hrsg. Umweltreferat der Stadt Bamberg. 3., erw. u. vollst. aktualis. Aufl. 2002.
² Hrsg. Stadt Bamberg, Referat 5, Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz. 2014.