„Wie kommt der Honig ins Glas?“ fürs BUND-Bamberg-Sommerprogramm

Die erste Gruppe hat es schon super gemacht, nun war die zweite Gruppe dran. Diesmal verzichteten wir aufs Vor- oder Selberlesen, denn ein 11-jähriger und ein 5-jähriger … nun ja. Da klafft ja die Lesekompetenz ein wenig weit auseinander. Doch die Doppelseite mit den imkerlichen Gerätschaften nahmen wir zum Anlass, uns mit diesen Objekten etwas näher zu befassen. So rieten wir von der dort abgebildeten Gänsefeder ab, die beim Abkehren nicht hygienischen Anforderungen entspricht.

Außerdem betrachteten wir eingehender eine wild ausgebaute Wabe im Vergleich zu den von Imkern mittels eingelöteter Mittelwandwabe vorkonfektionierte Wabe. Auch diese Gruppe, Teilnehmende aus dem Sommerprogramm des BUND Naturschutz Bamberg, durfte sodann das Gewicht einer vollen Honigwabe schätzen, bevor diese zum Entdeckeln auf das bereit gestellte Geschirr landete.

Ob von links unten nach oben oder von oben nach unten, ob von rechts nach links … egal, alle durften ihren „Entdeckelungsstil“ und die für sie passende Gabel herausfinden. Felix, der Jüngste, stellte sich fast so gut an wie der doppelt so alte Torben.

Allerdings konnte Manuel natürlich nicht so ohne weiteres die schweren Waben zur Trommel tragen. Aber er unterstützte Katja und Torben, indem er den umgedrehten Boxendeckel als Tropfschutz hielt.Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Und Manuel konnte auch nicht ganz so leicht über die Trommel sehen wie die anderen, sehr wohl jedoch kräftig kurbeln, um die Schleuder in Fahrt zu bringen. Da legte er sich richtig ins Zeug! Die erwachsenen Begleiterinnen, Luzia und Nadja, hatten da praktisch nichts mehr zu tun, die drei Kinder hatten den Schleuderraum super im Griff!

Bald schon prasselte der Honig aus den Waben an die Trommelwand und sammelte sich am Boden an. Der Quetschhahn wurde geöffnet, die Probiergläslein und Löffelchen bereit gehalten, und dann – hmmmmm! Die Win-win-Situation von gepflegten, gemütlichen Bienenwohnungen und Krankenpflege im Tausch mit übrigen Honig ist einmal mehr gelungen. Dem vorhergehend darf natürlich die Tauschsituation Nektar gegen Bestäubung nicht vergessen werden. Das Geben und Nehmen ins Gleichgewicht bringend ist für alle Erdbewohner/innen das Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren wollen.

Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Und schon waren die eineinhalb Stunden vorbei, die Königinnen im gleichnamigen „Wimmelbuch“ (siehe auch unsere Rezension) gefunden, das Probiergläschen und das Büchlein für die Eltern eingesteckt … hat Spaß gemacht mit euch!

 

Die Bamberger Schulbiene zum BUND-Bamberg-Sommerprogramm

Der BUND Naturschutz in Bayern e. V., Regionalgruppe Bamberg, lud zum diesjährigen Sommerprogramm ein. Unter der Federführung von Luzia Krauß, die dort ihr freiwilliges soziales Jahr ableistet, besuchten uns 9 Kinder zwischen 5 und 11 Jahren zum Programmpunkt „Wie kommt der Honig ins Glas?“. Um den coronabedingten Umständen gerecht zu werden teilten wir die Gruppe auf zwei Termine auf. Der erste fand am 20.07. in den Räumen des Obstmarkts statt.

Um erst einmal zu verstehen, wie  die Bienen leben und der Honig in die Waben kommt, gab es eine kurze Einführung. Dabei betrachteten bzw. lasen wir im Büchlein „Ich hab einen Freund, der ist Imker“ und reichen eine gefüllte Honigwabe herum. Angelika Schmidt, die Mitbetreuerin, hatte das Gewicht recht gut geschätzt – es lag bei über 2,3 Kilo!

Nach dem gründlichen Händewaschen ging es auch schon los mit dem Entdeckeln der Waben. Alle durften sich daran versuchen und wechselten sich dabei ab.

Wichtig war, sich nicht mit den spitzen Zinken der Entdeckelungsgabeln zu verletzten, wenn die dünne Wachsschicht abgenommen wird. Außerdem sollte das Wabenwerk nicht zu sehr zu Schaden kommen, damit die Bienen später nicht so viel Mühe mit dem Wiederausbau haben. Es sollen auch keine Buckel entstehen, wenn die Königin ihre Brut darin ablegt, sonst reißen die dicht beieinander hängenden Waben leicht auf, wenn der Imker bzw. die Imkerin diese zum Kontrollieren entnehmen muss.

Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Die Honigwaben besitzen eine gefüllte Vorder- und eine Rückseite, die natürlich beide entdeckelt werden müssen. Clara hatte den Bogen schnell raus, wie man diese am geschicktesten über dem Entdeckelungsgeschirr wendet, um keine Tropfen auf den Boden zu bringen – nämlich mit überkreuzten Armen.

Nachdem zwei Waben entdeckelt waren, wurden sie unter Zuhilfenahme eines umgedrehten Boxendeckels tropffrei zur Honigschleuder getragen. Dort angekommen, bugsierten die Kinder die schwere, süße Pracht in die Trommel und in die am Boden befindlichen Lochvierecke hinein. Felix hatte es da natürlich ein wenig schwerer, er reichte gerade mal an den Rand der Trommel, stellte sich aber dennoch sehr geschickt an und konnte mit den beiden Paulinas gut mithalten.

Dann ging’s los mit dem Schleudern. Erst vorsichtiges, langsames Anschleudern, dann wenden, dann nochmals schleudern, und nach dem nächsten wenden durfte „speedy“ gemacht werden. Alle durften außerdem für einen Moment die Masken abnehmen, um den herrlichen Duft einzuatmen, der von der Trommel heraus strömte!

Sobald genug Honig am Trommelboden angekommen war, wurde der Quetschhahn des Honigtopfes geöffnet. Außerdem durften alle eine kleine Kostprobe des frischen Honigs genießen. Zum Ende hatten auch alle die Königinnen gefunden, die auf den Wimmelbildern half, die Zeit zu überbrücken bei jenen, die gerade nichts zu tun hatten.

Nach eineinhalb Stunden waren alle Fragen um den Honig beantwortet. Um die Eltern lukullisch ein wenig daran teilhaben zu lassen, bekamen alle ein Probiergläschen mit nach Hause. Und ein kleines Büchlein über die Wunderwelt der Bienen, denen wir diesen schönen Tag zu verdanken hatten!

Podiumsdiskussion zur Stadtökologie in Bamberg

Blick vom Stephanshof auf BambergWie kann ein neues Miteinander von Stadt und Natur in den nächsten Jahren aussehen? lautete die zentrale Frage der Veranstaltung Stadtökologie: Natur in der Stadt – Podiumsdiskussion am 02.05.2018 im Stephanshof-Kapitelsaal, zu der das Evangelische Bildungswerk Bamberg e. V. einlud.

„Gerade in Zeiten des Klimawandels und den Herausforderungen im Städtebau kommt der Natur in unseren Städten eine überragende Bedeutung zu“, so die Ankündigung, und darüber sind sich die Podiumsteilnehmer Prof. Dr. Thomas Foken, MikroMeteorologische Beratung, Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken, BUND Naturschutz in Bayern e.V. und Robert Neuberth, Amtsleiter, Garten- und Friedhofsamt Stadt Bamberg sicherlich einig.

Podiumsrunde zur "Stadtökologie"

Podiumsteilnehmer v. l. Robert Neuberth, Amtsleiter, Garten- und Friedhofsamt Stadt Bamberg, Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken, BUND Naturschutz in Bayern e. V. , Moderator Martin Messingschlager, Prof. Dr. Thomas Foken, MikroMeteorologische Beratung,

Moderator Martin Messingschlager richtete an Robert Neuberth die Frage: Was sind die Kriterien innerhalb des Grünflächenmanagements?

Neuberth: Die Grünausstattung definieren die Bürger. Die einen fordern eher aufwändige Anlagen, die anderen ökologisch-naturnahe. Was gesellschaftlich nachgefragt wird, wird „politisch“ umgesetzt.

Wir verfügen in Bamberg über verschiedene Strukturen, vom Schönleinsplatz über das Straßenbegleitgrün bis zur Sandachse. Wir handeln nach einer Biodiversitätsstrategie, und das eine schließt das andere nicht aus.

Jedoch – die Grundstückspreise steigen, das wirtschaftliche Interesse [an Flächen] steigt.

Eine positive Entwicklung hatten wir durch die Landesgartenschau mit dem neu gewonnenen Erba-Park, der zusammen mit dem Hainpark eine schöne Möglichkeit bietet, die Stadt fußläufig zu erkunden. So ist ein Kriterium der Erhalt und die Schaffung von Grün, um letztendlich die Lebensqualität der Stadt zu erhalten.

Zwischenfrage Moderator: Das heißt, das Amt richtet sich nach dem Willen der Bürger?

Neuberth: Wenn einer anruft und will den Rasen nicht mehr so oft gemäht haben oder mehr Nischen und Freiräume in der Natur, dann gilt es, Arrangements zu treffen. Hier findet auch eine Verschiebung und Veränderung statt und wir arbeiten daran, dass das eine wie das andere seinen Platz hat. Veranstaltungen wie diese führen dazu, dass nachgearbeitet und nachgezogen wird.

Tom Konopka: Bamberg ist eine sehr engagierte Stadt. Ich gehe d’accord, dass verschiedene Grünflächen zur Nutzung bereit stehen. Was wir uns mehr für Bamberg wünschen würden, wären Abenteuerspielplätze auf offenem Brachland, wo man auch mal einen Baum umsägen und ein Feuerchen schüren können kann.

Prof. Dr. Thomas Foken: Das größte Problem aus dem Klimawandel für Deutschland ist die Erhitzung der Innenstädte. Wir beziffern 5-10.000 Hitzetote im Jahr, das sind mehr als Verkehrstote. Wie kann ich diese Hitze aus der Stadt rauskriegen? Bamberg ist eine der wärmsten Städte Deutschlands.

Wie sichere ich die Faktoren, die dem Klimawandel entgegen steuern und in der Stadt für einen Abkühleffekt sorgen. Wir benötigen mehr schattenspendende Bäume und extensive Bodenflächen und Wiesen, die scheinbar unnütz sind und ganz klar Begehrlichkeiten wecken, jedoch wertvolle Kohlenstoffspeicher sind.

Moderator an Foken gerichtet: Was raten Sie denen, die die Flächen managen?

Bäume höher als Häuser schaffen Schatten.  So stelle ich mir zum Beispiel am Maxplatz 20 schöne große Bäume vor. (Lachen aus dem Publikum)

Parkanlagen müssen eine bestimmte Flächengröße haben, um Kühle abzustrahlen. So ist es auf der Erba schade, dass dort Hausriegel entstanden sind. So ist es für den Hain auch unbedingt zu vermeiden, große Gastronomieanlagen einzubringen, es würde das Parkklima zerstören. Man muss alles behutsam pflegen und nicht an den Seiten herumknabbern wie beispielsweise beim Hauptsmoorwald.

Moderator: Klingt vernünftig, aber ist das auch realistisch?

Neuberth: Die Erba und der Hain bleiben so erhalten, wie sie gerade sind, sie haben Schutzcharakter. Wir brauchen für Bamberg Kaltluftschneisen. Die Ost-West-Verbindung müssen wir stabilisieren und aufrecht erhalten. (Einwurf Foken: Zum Beispiel das Tal des Ottobrunnens!)

Moderator: Bäume pflanzen – ist das schwierig?

Neuberth: Pro Jahr werden 150 Bäume in Bamberg gepflanzt. Wir hatten durch die Klimaveränderung in den letzten Jahren einige Totalausfälle bei Birke und Ahorn bzw. Probleme bei Linde, Eiche und Platane. Daher müssen wir mehr Spezialisten für Extremstandorte einbringen. Der diesjährige April war der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit 550 ml/m² Niederschlag der trockenste Raum [Bamberg / Franken in Bayern oder Bayern in Deutschland? Mitschrieb unvollständig, aber es klingt auf alle Fälle nach zu wenig :-)].

Konopka: Die Winterlinde wurde als klimaresistenter Baum zur Landesgartenschau vorgestellt. Wichtig bei der Wahl von Bäumen ist heute auch, dass kein Allergiepotential aufgezeigt ist. Die Blätter sollten der solaren Einstrahlung begegnen können, um kein Isopren zu produzieren. Empfohlene Bäume sind hier der Feld- und Spitzahorn, die Vogelbeere und die Winterlinde. [Hinweis auf Veitshöchheim, Mitschrieb unvollständig. Wir berichteten in diesem Zusammenhang hier.]

Neuberth: Heimische Bäume sind in der Regel Waldbäume. Das ist unser Problem, dass einzeln stehende Bäume unter Stress stehen.

Konopka: Dazu tragen auch die Lavasteine bei, die erhitzen die Stadt noch mehr. In Nürnberg gibt es mittlerweile Baum(scheiben)patenschaften.

Neuberth: Dass der Punkt kommt, war klar. Mehr Flächen bedeutet auch mehr Aufgaben bei keinem zusätzlichen Personal.

Einwurf Publikum: Baumscheiben können aber doch die Bürger pflegen, die das auch gerne tun würden.

Neuberth: Zunächst – die Lavasteinbedeckung wird nicht mehr weiter ausgeweitet. Die Entscheidung dafür hatte eine begründete Vorgeschichte. [Anmerkung bienen-leben-in-bamberg.de: Laut früherer Aussagen des Gartenamts wurde diese auf Empfehlung des Deutschen Städtetags getroffen.]

Zum einen waren es formalästhetische Wünsche anderer. Die Hundehinterlassenschaften haben sich [durch die Bedeckung mit dem spitzen Lavasteinen] merklich reduziert. Im Sommer verkrusten offene Baumscheiben und es kommt zu einem oberflächlichen Abfluss beim Gießen. [Anmerkung: Neu gepflanzte Bäume werden vom Gartenamt 3 Jahre lang gegossen, was wir an unserer Koelreuteria an der Bienen-InfoWabe bestätigen können. Das sind jedoch keine soften Gießkannenstrählchen, sondern extrem kräftige Wasserstrahlen aus armdicken Schläuchen.]

Wir haben aber jetzt gegengesteuert, und es ist ganz klar eine Interessensgemengelage. Auch in anderen Städten wurde das Heil gesucht, es ist hier ein Wandel zu verzeichnen.

Unsere Gießdienste beginnen um 4 Uhr früh. Bei hoher Trockenheit werden auch ältere Bäume gegossen. Letztendlich ist es immer ein Kampf zwischen unterschiedlichen Sichtweisen. Hier können die Vereine großen Einfluss nehmen.

Konopka: Wir beobachten ein sehr starkes bürgerschaftliches Engagement. Ich stelle hier die Frage in die Runde, wer sich selbst an ehrenamtlichen Maßnahmen beteiligt? (Fast alle Hände gingen hoch).

Die Erfahrung in Nürnberg beim Pflegen der Baumscheiben sind sehr positiv. Sie vermüllen nicht mehr so, sehen einfach schöner aus, es schafft Nachbarschaft und verletzte Bäume haben deutlich abgenommen, weil parkende Autos nicht mehr bis an die Rinde heranfahren. Wir [BUND und Servicebetrieb öffentlicher Raum] richten jährlich einen Empfang für die Baumpaten aus.

Neuberth: Seit 8 Jahren gibt es auch für den Bamberger Hain Baumpatenschaften, seit 2 Jahren auch innerhalb der gesammten Stadt im Wert von 250 Euro, die gespendet werden können. Und auch wir laden jedes Jahr ein. Mittlerweile haben wir ein Dutzend von Baumscheibenpflegenden. Zu Hochzeiten oder Geburtstagen werden gerne Bäume gespendet, dazu können auch kleine Steine mit einem Signet erworben werden.

Einwurf Peter Gack: Hier ist sicher noch Potenzial nach oben. Man müsste das bekannter machen und dieses wiederholt. Wenn jemand aber hier einen formalistischen Vertrag unterschreiben soll, dass er die angelegte Bepflanzung bei einem Ende der Pflege wieder rückzubauen hat, dann ist das doch eher abschreckend.

Neuberth: Natürlich soll es nicht abschreckend sein, aber die Aktionen sollen schon auch nachhaltig sein. Manche sind anfänglich begeistert dabei und lassen es – nachdem sie im heißen Sommer etliche Gießkannen zu schleppen hatten – dann doch wieder einfach auslaufen. Hier wäre eine Partnerschaft mit dem Bund Naturschutz vorstellbar, der das koordiniert.

Moderator an Foken: Belächeln Sie diese Situation, wenn wir uns über Baumscheiben unterhalten?

Foken: Nein, das belächel ich nicht. Jeder einzelne Quadratmeter ist ein wertvoller CO2-Speicher. Es ist ja leider Mode geworden, dass Hausgärten komplett mit Schotter gefüllt werden, dazwischen mal eine einzelne Pflanze.

Moderator: Es geht in der Stadtökologie ja auch um Lärm.

Foken: Alles an Pflanzen, was massig ist, filtert Schadstoffe heraus und dient dem Lärmschutz. Pflanzen können erheblich zum Lärmschutz beitragen. Die Waldfläche zwischen der A73 und der Gartenstadt beispielsweise ist ein effektiver Lärmschutz. Patenschaften für Knöterich als Lärmschutz … (lacht).

Konopka: Womit wir beim Hauptsmoorwald wären. Dieser fungiert ähnlich wie der Nürnberger Reichswald als Kühlung für die Stadt, und zwar um 2 bis 3° C. Ich halte den Plan, auf dem Muna-Gelände Industrie anzusiedeln, für einen ganz großen Fehler.  Der BUND wird es unterstützen, dass dieser Plan zu Fall kommt.

Foken: Bisherige Gutachten auf der Grundlage von VDI-Richtlinien haben die Fragen von Grünflächen bislang nicht behandelt. Derzeit wird sich intensiv damit befasst. Zur Klimainventur gehören auch offene Bodenflächen, die Kohlenstoffe speichern.

Moderator: Hat Herr Neuberth Möglichkeiten, beratend auf die Stadt einzuwirken?

Neuberth führte eine Reihe von Maßnahmen und Verordnungen auf.

Konopka: Gut, dass sich Bamberg seiner Gärtner wieder erinnert und das nicht so verhunzt wie in Hallstadt. Es muss auch disfunktionale Flächen „ohne Etikett“ geben, also einfach freie Flächen. Was die Wohnungs(bau)politik angeht, sind hier Diskrepanzen zwischen Statistiken und politischen Aussagen feststellbar. Der Wohnraum ist durchaus da, oft sind nur das EG verpachtet und das OG liegt brach. [Anmerkung: Auch wir kennen sehr viele Fälle, in denen Wohnraum leer steht, weil ehemals Einheimische anderenorts wohnen, aber nicht vermieten möchten. Aus eigenen leidvollen Vermieterinnenerfahrungen kann ich das allerdings auch nachvollziehen.]

Moderator: Bis zu 75% weniger Insekten. Ist das auf dem Schirm?

Neuberth: Das wird besser, die Bürgerschaft hat’s in der Hand, beispielsweise beim Lebensmittelkauf. Alles hilft hier massiv zusammen, so auch bei der Bienensituation.

Moderator: Ist Bamberg auf einen guten Weg?

Wir nehmen die Herausforderung an. Man muss versuchen, das Beste daraus zu machen. Bamberg ist einzigartig, beispielsweise in Sachen bebautes wie unbebautes Land. Umweltbildung ist ein wichtiger Punkt. So starteten wir im Hain eine Informationsoffensive, um das Thema Stadtökologie in die Köpfe zu verankern.

Konopka: Bamberg ist eine super Stadt. Damit das so bleibt, sollte Bamberg dringend die Muna-Pläne abspecken. (Applaus).

Die Menschen sehen die globalen Herausforderungen wie Insektensterben und Klimaschutz. Jährlich verzeichnet der BUND eine Nettozunahme von 4.000 Mitgliedschaften und wir verfügen über eine Klimaallianz Bamberg Stadt und Land.

Foken: Unsere Priorität muss es sein, den Klimaschutz zu stärken und nicht einen einzelnen Faktor zu beheben.

Publikumsfragen wurden gestellt nach invasiven Arten wie das Indische Springkraut (regelt sich von selbst) und ob es realistisch sei, dass wild lebende Bienen in Baumhöhlen zurecht kämen (nein, sie müssen wegen der asiatischen Varroamilbe behandelt werden).

Wir von Bienen-leben-in-Bamberg.de nahmen das Ende der Veranstaltung zum Anlass, uns explizit bei Herrn Neuberth und seinem Gartenamt für die bisherige Unterstützung unserer Bieneninitiative und erfolgreiche Zusammenarbeit zu bedanken (auch in Namen der anwesenden Gruppenmitglieder  „Essbare Stadt“, die bekanntermaßen ebenfalls positive Erfahrungen machten), bescheinigten dem Amt Lernfähigkeit und Wandlungsbereitschaft und ermunterten dazu, den hoch engagierten und gut informierten Bürgern Bambergs ruhig ein wenig „lange Leine“ zu geben. Sie werden es der Stadt sicherlich danken.

Wir bedanken uns an dieser Stelle auch beim Organisator Wolfgang Wurch vom Evangelischen Bildungszentrum für die aufschlussreiche Informationsveranstaltung, der wir das Erscheinen einiger Stadträte doch sehr gegönnt hätten. Daher hier unser umfangreicher, fast lückenloser (und hoffentlich in allen Teilen richtig wiedergegebener) Bericht zum Nachlesen, damit niemand sagen könne, er hätte von nichts gewusst.

Stegaurach Klasse 4 zu Gast in der Bienen-InfoWabe

Bienen-InfoWabe (BIWa) Juli 2016Wie bereits die 7. Klasse der Maria-Ward-Schule Bamberg durften auch eine 4. Klasse aus Stegaurach sich an einem Schulbienenunterricht als Dank für ihre Spendensammelaktion für den Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bamberg erfreuen.

Frau Dremel führte ihre Schar am 21.07.2016 bei sonnigem Wetter in den Erba-Park, wo wir sie in der Bienen-InfoWabe (BIWa) begrüßten. Zu sehen gab es in und um die BIWa reichlich. Neben imkerlichen Gerätschaften auch echte Bienen an unserem angeschlossenen Lehrbienenstand ganz in der Nähe. Und das geschah im Einzelnen:

  1. Warum sind Honigbienen so wichtig für unser Leben?
  2. Wo wohnen Bienen?
  3. Wo entsteht der Honig und wo ziehen Bienen ihre Kinder groß?
  4. Was macht ein Imker, eine Imkerin?
  5. Wie vermeidet man es, gestochen zu werden?
  6. Was arbeitet eine Biene im Ablauf ihres Lebens?
  7. Filmsequenz „Aus dem Leben der Honigbiene“ (FWU-Film)
  8. Rätsel zur Sequenz „Die Bienen, der Mensch, die Umwelt“
  9. Besuch des Lehrbienenstands: Wir unterscheiden weibliche und männliche Bienen mit Hilfe der Schaufensterbeute
  10. Echte Bienen auf einem Wabenrähmchen aus dem Bienestock näher betrachten
  11. Honig naschen aus der Bienenwabe

Schön, dass ihr da wart! Und falls ihr wieder einmal Spenden sammeln geht – wir freuen uns natürlich immer, wenn es hin und wieder zugunsten der Bienen geschieht. Denn sie sind weiterhin in Gefahr und brauchen Unterstützung, zum Beispiel durch Lobbyarbeit und Unterrichtung der Bevölkerung, ob kleine oder große Leute. Danke, Frau Hertrich vom BUND für diese gute Idee, sie zu uns zu führen!

Falls Sie, liebe Erziehungsberechtigte, eines der Fotos in höherer Auflage möchten, wenden Sie sich bitte an uns. Aber auch, falls Sie möchten, dass wir eines der Fotos mit Ihrem Kind herausnehmen sollen, was wir umgehend veranlassen.

BUND bedankt sich bei Maria-Ward-Schülerinnen mit Bienenerlebnis

Gruppenbild 7. Klasse Maria-Ward-Realschule BambergWeil sie so fleißig Spenden gesammelt hatten, bedankte sich der BUND Naturschutz in Bayern e. V., namentlich Christine Hertrich, bei 29 Bamberger Maria-Ward-Realschülerinnen der siebten Klassen mit einem Besuch in der Bienen-InfoWabe am 30.06.16.

Filmsequenz im Schulbienenunterricht für die 7. Klasse Maria-Ward-Realschule BambergNach einer thematischen Einführung mit Filmsequenz und Rätselraten sowie dem Beantworten einiger Fragen der Schülerinnen ging es zum nahen Lehrbienenstand, um mit Hilfe einer Schaufensterbeute die Scheu vor den Bienen gänzlich zu verlieren.

Schaufensterbeute mit der 7. Klasse Maria-Ward-Realschule BambergMöglich, dass zu dieser Vormittagszeit fleißigst gesammelt wurde, denn in den Honigräumen waren relativ wenig Bienen anzutreffen. Die, die sich dennoch in den Wabengassen tummelten, trugen konzentriert Honig ein und um. Daher ließen sie sich von den honigschleckenden Finger, ob mit oder ohne Nagellack, nicht weiter irritieren. Für die Mädchen sicherlich ein interessantes Erlebnis, denn wer kann schon von sich behaupten, derart frischen Honig genossen zu haben, direkt aus der Wabe heraus.

Honigschlecken am Lehrbienenstand des Erba-Parks mit der 7. Klasse Maria-Ward-Realschule BambergZwar mochte nicht jedes der Mädchen Honig, doch zumindest probiert hatten sie ihn. Wir erleben es nämlich immer wieder, dass Menschen, die sagen, er würde ihnen nicht schmecken, ganz erstaunt sind, wie so ganz anders und toll ein echter Imkerhonig mundet, der eben nicht aus dem Kaufhausregal als Standardmischung heraus stammt.

Honigschlecken am Lehrbienenstand des Erba-Parks mit der 7. Klasse Maria-Ward-Realschule BambergEinige der Schülerinnen wagten es auch, die Bienen direkt zu streicheln. „Ganz weich“, stellten sie erstaunt fest und liebkosten sanft die flaumigen Rücken. Es fiel Frau Winkler, der begleitenden Lehrkraft, sichtlich schwer, die Mädchen zum Abmarsch zu bewegen, doch durfte man natürlich die nachfolgende Unterrichtsstunde nicht gänzlich vernachlässigen. Daher bedanken wir uns in ihrem und der Schülerinnen Namen für das Verständnis, dass es ein wenig später wurde. Doch bei einer so großen Gruppe dauert es natürlich, bis alle durch sind mit Schlecken und Streicheln, und gehetzt werden, das geht auf dem Lehrbienenstand keinesfalls. Jegliche Hektik und Nervosität würde die Wächterbienen auf den Plan rufen, und das gilt es absolut zu vermeiden.

Im Anschluss durften sich, wer wollte, alle ein Exemplar des wunderbaren Fotobildbandes „Makrokosmos Bienen“ aus der Imkerbücherei mit nach Hause entleihen. Gespendet wurde dieser Klassensatz von der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V. via Simone Machinek und mit Hilfe der Rabattierung des Verlags Dölling und Galitz. (wir berichteten).

Wir hoffen, ihr habt die Bienen in euer Herz geschlossen – schön, dass ihr da wart!

Falls Sie, liebe Erziehungsberechtigte, eines der Fotos in höherer Auflage möchten, wenden Sie sich bitte an uns. Aber auch, falls Sie möchten, dass wir eines der Fotos mit Ihrem Kind herausnehmen sollen, was wir umgehend veranlassen.