Honigverarbeitung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, 7. Modul)

Der am Vormittag des 12.07.2019 geerntete Honig des Standortes „Bienenweg“ wurde nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss von den Kursteilnehmer(inn)en entdeckelt und geschleudert. Was leicht klingt, ist es im Grunde auch. Allerdings sind rund um diese schönen, fast schon meditativen Vorgänge einige Dinge zu wissen und zu beachten, um einwandfreien Honig ins Glas zu bringen. Die Modulinhalte waren:

Bienenpate Rudolf Reinwald beim Honig abfüllenHygienemaßnahmen, Rechtsgrundlagen zur Honigverarbeitung, Grundinformationen zu Honigrichtlinien (s. a. Blogbeitrag), Honigverkostung mit dem Aromarad und einen Einblick in die Lebensmittel-Informationsverordnung und Loskennzeichnungs-Verordnung beim Etikettieren, außerdem Praxistipps zur Vermeidung oder Reparatur von Wabenbruch sowie die Handhabung und der Kauf der Gerätschaften und das Einrichten des Arbeitsplatzes.

Honigwaben entdeckeln„Ich habe mir das komplizierter vorgestellt“, bekannte Andreas, und gemeint hat er damit das Handling, ohne jedoch damit all die vielen kleinen Schritte abzuwerten, die letztendlich das Gold ins Glas bzw. in den Mund bringen. Ja, die Imkerei ist ein sehr direktes, mechanisch leicht auszuübendes Handwerk – vom Schleppen der Waben in den 3. Stock einmal abgesehen. Doch die Tücke liegt im Detail bzw. in der Natur, die nicht immer so will, wie wir es uns wünschten. Vieles muss passieren und erledigt werden, bevor wir die guten Gaben Gottes genießen dürfen. Und das Saubermachen ist den Teilnehmenden ja auch erspart geblieben 😉 Unser Bienenpate Rudolf Reinwald bekannte sogar: „Honig verarbeiten, das macht bei mir zuhause meine Frau!“ Glückspilz … oder auch nicht, denn es entgeht ihm eine wahrhaft „dufte“ Sache!

Honig etikettierenDrei Tage nun muss der Honigtopf ruhen, um nach dem Abnehmen der Schwebteilchen, die sich auf den Honigspiegel wiederfinden, dem „Abschäumen“, mit Hilfe einer geeichten Waage abgefüllt zu werden. Diesen Vorgang haben wir für jeweils ein Gläschen vorgezogen, damit unser Anfängerkurs auch diesen Schritt einmal praktiziert und natürlich eine Belohnung fürs Einbringen erhalten hat. Mit dem Beschriften und Aufkleben der Etiketten endete gegen 15 Uhr ein ereignisreicher Tag, der sicherlich Lust auf eigenen Honig gemacht hat. Oder etwa nicht?!

Fotogalerie Honigberarbeitung Imkeranfängerkurs 2019

Honigernte (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, 6. Modul)

Gruppenbild Imkeranfängerkurs 2019 zur Honigernte am Bienenweg

Honigernte des Imkeranfängerkurses 2019: Monika, Agnes, Anneka, Rudi, Andreas, Wolfgang mit Referent Reinhold Burger

Gewitterstimmung – doch nur in der Natur. Für unseren BLIB-Imkerkurs für Anfänger hätten zwar die klimatischen Voraussetzungen für die Honigernte noch besser sein können, doch die Bienen blieben brav und wir ohne Stiche. Denn natürlich kann es den Bienen nicht so recht sein, wenn wir an ihre Vorräte gehen. Sie wissen ja nicht, dass sie in Kürze wieder Kohlenhydrat-Nachschub erhalten, der von ihnen als Brennstoff für die Winterzeit umgearbeitet werden wird.

Honigernte am BienenwegInhalte des Modul 6 zur Honigernte

Die Inhalte von Modul 6 sind schnell erklärt. Erläutert wurde die Vorbereitungsphase, die ein sauberes, zügiges und unfallfreies Ernten erst ermöglicht. „Vorausschauend denken“ ist das A und O bei diesem imkerlichen Einsatz.

Beim Erntevorgang geübt werden müssen die Spritzprobe sowie das schonende Abkehren der noch ansitzenden Bienen. Bei Ersterem ist ein kräftig-ruckartiges Stoßen der horizontal über der Beute gehaltenen Wabe angezeigt. Bei Letzterem sorgt ein beherzt-flottes Kehren mit dem Besen dafür, dass keine Biene „gerollt“ wird, wie es sonst durch zu behutsam-langsame Bewegungen der Fall wäre.

Weiteres Thema war „Funktion und Einsatz der Bienenflucht“, und es gab Tipps zum Einsatz der Gerätschaften, beispielsweise zum Umgang mit den Erntekisten.

Lebensmittelecht und sauber sollen sie sein, sodann mit einem Stein vor dem Umkippen durch einseitige Wabenbestückung geschützt, aufgefüllt mit Leerrähmchen, um eine Honigsauerei durch Umfallen der gefüllten Waben zu verhindern, und die Kisten müssen während des Bestückungsvorgangs bienenfrei und daher flott wieder verschlossen werden. Ja, was so einfach erscheint, hat seine Tücken im Detail.

Honigernte am Bienenweg

Ergebnis

Geerntet wurden u. a. vom Bienenpaten Rudolf Reinwald die Völker unserer Bienenpatinnen Lisa Badum und Annemarie Rudel. Insgesamt entnahmen wir 24 Rähmchen bei einem Gesamtgewicht von 56 Kilo, entspricht rund 2 Kilo pro Wabe. Das ist weit weg von der Rekordernte des vergangenen Jahres. Doch uns geht es ohnehin nicht so sehr um den Honig. Wir freuen uns über den Bestäubungsbeitrag für die Natur, und dass wir hierfür Jungimker heranbilden dürfen, die sehr interessiert bei der Sache sind.

Als alle Habseligkeiten am Lehrbienenstandort „Bienenweg“ wieder eingesammelt waren, fuhr eine Teilnehmerin die wertvolle Fracht an den Obstmarkt zur weiteren Verarbeitung. Diesen Modulteil im nächsten Beitrag.

Bienenpate Rudolf Reinwald zur Honigernte am Bienenweg

Fotogalerie Honigernte Bienenweg

Bienenpatenschaft Rudolf Reinwald 2018/2020

Zum Geburtstag, als Weihnachtsgeschenk und zur Taufe – Bienenpatenschaften werden nicht nur für einen selbst abgeschlossen, sondern zunehmend verschenkt. Heuer erstmalig zu einem Ruhestand. Was sinnvoller kaum sein kann, wenn der so Bedachte tatsächlich vorhat, mit dem Imkern zu beginnen.

Bienenpatenschaftsübergabe an Rudolf ReinwaldBienenpatenschaftsübergabe an Rudolf ReinwaldDer Abschied von Rudolf Reinwald, seit 2003 Hausleiter des Caritas-Altenheims St. Walburgis am Jakobsberg und zusätzlich seit 2007 von St. Otto im Hain, zudem Träger der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber, wurde dem Sozial- und Diplom-Pädagogen regelrecht versüßt. Wir überreichten im Rahmen einer Feier an einem brütendheißen 20. Juli unseren Bamberger Lagenhonig, den jeder Pate einmal im Jahr erhält.

Luitgard Knoblach und Reinhold Burger im Garten des Altenheim St. Walburgis, BambergEingefädelt von der uns seit Langem schon als Bienenfreundin bekannten Luitgard Knoblach, die als Sozialarbeiterin im St. Walburgisheim arbeitet, gelang es, den Termin zum Zeitpunkt des Kaffeetrinkens punktgenau abzupassen. Kurz darauf eilten wir ja schon MdB Andreas Schwarz an der Sternwarte entgegen – wir berichteten.

Lorscher Bienensegen anlässlich Bienenpatenschaftsübergabe an Rudolf ReinwaldDoch so viel Zeit blieb, um der Urkundenvergabe den Lorscher Bienensegen vorzusetzen. Wer von den feiernden Heimbewohnern also nicht allzu viel verstand, musste nicht etwa die Batterie seines Hörgerätes auswechseln. Unser heutiges Deutsch weist zwar durchaus noch Ähnlichkeiten mit dem Althochdeutschen auf. Doch sicherheitshalber gab es im Anschluss ein wenig Übersetzungshilfe. Hilfe, und zwar auf „Bienisch“ wird der frischgebackene Rentner Rudi auch in Zukunft von uns erhalten, denn zum Imkern gibt es doch reichlich Fragen.

Statue St. Walburgis am gleichnamigen Altenheim in BambergEin paar davon konnten wir dieser Tage beantworten, als wir ihn und seine Frau Marianne in Pettstadt besuchen kamen. Rudis gebrochener Fuß hielt ihn nicht davon ab, eine kleine Besichtigung mit uns über den nach Bioland-Richtlinien bewirtschafteten Hof zu unternehmen. Es galt, einen geeigneten Standort für die künftigen Bienenvölker festzulegen, und wer weiß, vielleicht sogar unter geistigem Geleit der Heiligen St. Walburgis, die immerhin Schutzpatronin der Bauern und Haustiere ist!

Der idyllische Flecken – sorry, der Akku war leer! – ist das Geburtshaus von Rudolf, der den Hof nach dem Tod der Eltern nun Stück für Stück renoviert. Der Dreiseithof bietet viele Winkel und nach außen mehrere große Grundstücke, die als Standorte in Frage kommen könnten. Pferde, Federvieh und Katzen werden die tierischen Nachbarn von Bienen Maja und ihrer Familie sein.

Die Distelwiese, eine alte bzw. neu angelegte Streuobstwiese mit herrlichem Blick in das Regnitztal und hinüber weit in die Fränkische Schweiz, gehört auch den Reinwalds. „Ein mystischer Ort“, so Rudi, der sich laut Marianne am liebsten hier oben ein Häuschen bauen würde, um ihn nur recht zu genießen. Ein perfekter Platz, um nach einem ausgiebigen Fernblick mit Hilfe der Bienen wieder ins Detail zurückzukehren. Die Hanglage allerdings müsste ausgeglichen werden, aber auch die Behandlung der Völker fordert durch eine länger andauernde Schrägstellung der Hüfte etwas heraus. Am besten, mal von recht und mal von links die Beuten bedienen, damit sich alles wieder einrenken kann. Doch hier wird sich sicherlich die Fitness des bis vor Kurzem noch täglich von Pettstadt nach Bamberg radelnden Heimleiters bezahlt machen!

Ja, es gibt einiges zu bedenken, und auch ein Imkerkurs will absolviert sein. Vielleicht im nahen Hirschaider Imkerverein?  Gerne flankiert von unseren Vortragsangeboten diverser Referent(inn)en in der Bienen-InfoWabe Bamberg oder bei einem „Über-die-Schulter-sehen“, verbunden mit praktischen Übungen, wenn wir unsere Bienenpaten zum Imkern mitnehmen. Bis dahin ist Rudis Fuß hoffentlich wieder perfekt verheilt. Und warum sollten die sechsfachen Eltern nicht ein bisschen die Hofbank genießen, die schwarze Katze Mini auf dem Schoß und den Blick auf das schon jetzt sehr ansehnlich renovierte Elternhaus richtend. So lässt sich im Vorfeld der Bienenanschaffung schon mal das entspannte Beobachten üben – unerlässlich, wenn die Imkerei gelingen soll!

Spiralbrunnen Altenheim St. Otto, Bamberg HaingebietUnd wer weiß – neben dem Imkern lernt Rudolf neue Gleichgesinnte unter den Bienenpatinnen und -paten kennen, die ihn ein wenig hinwegtrösten können. Denn auf meine Frage, was er seit seinem Ruhestand vermissen würde, antwortete er sehr spontan: „Die Menschen!“ Nun, eine Tür geht zu, eine auf. Wir jedenfalls halten sie ganz, ganz weit offen und freuen uns alle auf dich!

Vielen Dank, lieber Rudi, für deine Bienenpatenschaft – und bis bald zur Oxalsäurebehandlung in Bamberg!