Honigschleuder-Erlebnistag Wildensorg-Rinnersteig 2014 (2)

Gastgeber Ilona und ReinholdViel Spaß bei insgesamt zurückhaltender Honigernte – hier der letzte Bericht von unseren gemeinsam mit Bienenpaten und Gästen verbrachten 2014-ern Honigschleuder-Erlebnistagen, endend mit den Ernten aus Wildensorg-Rinnersteig (im Teil 1 beschrieben, sowie unter Lola 1 und Lola 2).

Danke, Bienen! Zwar steht die Schleuder noch betriebsbereit in der Küche und wartet auf  zwei weitere Mini-Ernten, doch die erledigen Reinhold und ich sozusagen in trauter Imkerzweisamkeit. Da lassen wir die tollen Tage mit euch Revue passieren und freuen uns, dass alles so super geklappt hat und alle hoch zufrieden waren. Niemand wurde gestochen, alle Teilnehmenden waren gerne zusammen und genossen die intensiven, sinnlichen Erlebnisse und Ergebnisse. Küsschen an euch alle!

Und der Honig?

Tja, der Bamberger Lagenhonig 2014 ist mehr oder weniger bereits verteilt. All unsere Bienenpatinnen und -paten haben ihren versprochenen Anteil entweder bereits mitbekommen oder werden ihn in Kürze erhalten. (Fast) alle, die seit letztem Jahr unseren Honig vorbestellten, bekommen ebenfalls bald Nachricht, wann er abzuholen sein wird. Nur wir selbst vertrösten uns aufs nächste Jahr, das nach zwei klimatisch ungünstigen Bienen- bzw. Honigjahren hoffentlich günstiger ausfallen mag. Doch ist uns die Bestäubungsleistung unserer fleißigen Bienlein wichtiger als die Ernte … so schön und lecker diese auch ist!

Nun ohne viel weitere Worte zur Bildergalerie …

Honigschleuder-Erlebnistag Wildensorg-Rinnersteig 2014 (1)

Unsere Honigschleudergruppe in Wildensorg am RinnersteigEndlich genügend Platz am Rinnersteig für unseren Honigschleuder-Erlebnistag! Vormals im Nachbargrundstück in einem schrägen Zipfel leider etwas ungünstig gelegen, genießen nun unsere Bienenvölker und ihre Gäste Dank Familie Jungbauer den komfortablen Zustand inmitten einer blühenden Streuobstwiese – samt Panoramblick über Bamberg.

Reinhold sprüht Nelkenöl auf Jeannettes Hände zur Abwehr vor allzu zutraulichen BienenNachdem ihr unsere „Kleine Lola – große Hoffung“ (siehe „Auf der Wiese“ und „In der Honigstube“) und ihre Oma, Bienenpatin Gabi Loskarn, näher kennengelernt habt, folgen heute ein paar Fotos zu unseren weiteren Besucherinnen. Gekommen sind meine Schwester und Ehren-Bienenpatinnen Jeannette mit „gewonnenem“ Gast Biggi (aus unserem Preisrätsel „Connys Patenbeutengeheimnis“) sowie Ehren-Bienenpatin Jutta und unser Spontan-Gast Katharina, die wir am Vortag anlässlich des Aktionstags der Stadt Bamberg eingeladen hatten.

„Waah, brrr, huch …!“ Ein Geständnis

Jeannette hält ihre selbstgezogene Wabe in die HöheBiggi hält ihre selbst gezogene HonigwabeObgleich Jeannette und Jutta sozusagen „Wiederholungstäterinnen“ waren, fiel es ihnen auch dieses Mal nicht ganz leicht, herzhaft zwischen die Bienen zu greifen, um eine Honigwabe aus der Zarge heraus zu ziehen. An dieser Stelle mal ein großes Geständnis von uns, welches Sie von den meisten Imkern nicht zu hören bekommen:

Katharina zieht eine HonigwabeJJutta hält eine selbst gezogene Honigwabe in die Höhea, auch uns kostet es im Frühjahr etwas Nerven, wenn wir uns nach der langen Winterpause wieder an die wehrhaften Flugkünstler wagen. Die ersten Begegnungen gehen nie ganz ohne unwillkürliches Zurückzucken ab, setzt sich eine Biene auf die Haut oder fliegt sie uns ins Haar. „Waah, brrrr, huch, …“. Doch schnell gewöhnt man sich wieder an den Reiz und kann weiterhin so tun, als würde es einem üüüüüüü-ber-haupt! nichts ausmachen. Was im Laufe der Zeit sogar zur Wahrheit wird …

Deshalb – großen Applaus an unsere Gäste fürs Überwinden! Und hier die Beweisfotos …

Kleine Lola – große Hoffnung (Teil 1): Auf der Wiese

Lola weckt Hoffnungen

Wird sie’s, oder wird sie’s nicht?! Wir wissen nicht, ob das Samenkorn, das wir vor einer Woche legten, eines Tages aufgehen und Lola eine Imkerin wird. Sie ist „nur“ ein Kind von vielen, bei denen wir in den letzten beiden Jahren versuchten, die Liebe zur Biene zu wecken. Die nachfolgende Bildergalerie, die durch unseren letzten Honigschleuder-Erlebnistag entstanden ist, nährt unsere Hoffnung auf Imkernachwuchs wieder um ein Vielfaches. Diese Hoffnung möchten wir zum Abschluss unserer Honigschleudertage einmal mit allen teilen – weil’s einfach so schön ist!

Lola macht uns stolz

Lola hat alles, was eine Imkerin braucht. Sie ist furchtlos, geschickt, neugierig, zupackend, umsichtig, geduldig, genau beobachtend, verständig und – aber das ist nicht ganz so wichtig – ein kleines Schleckermäulchen.

Und sie macht uns alle stolz: auf ihre Oma (unsere Bienenpatin Gabriele Loskarn), die Lola einen ersten Kontakt mit den Bienen ermöglichte, auf die Eltern des fünfjährigen Mädels, die ihr eine naturverbundene Erziehung angedeihen lassen, auf den Kindergarten St. Elisabeth in Bamberg, der sie auf Waldpfaden mit der Umwelt vertraut macht, … und stolz sind wir auch auf unsere Honigschleudergruppe vom 27.07., die sich toll verhalten halt!

Keine unnötigen Aufreger a lá „Du-musst-keine-Angst-haben“ oder „Die-stechen-nur-einmal“-Sätze, die zumeist genau das Gegenteil auslösen. Und alle kümmerten sich unaufgeregt darum, dass sich Lola unter all den (bis auf Reinhold) völlig fremden Erwachsenen wohl fühlen konnte. Danke, Gabi, Jutta, Jeannette, Biggi und Katharina, dass ihr auch heute Geduld habt, wenn ich nun der kleinen Lola mit dieser Fotostory eine Vorzugsbehandlung angedeihen lasse und ihr eure Fotos daher erst etwas später zu sehen bekommt.

Lola lernt Imkern

 

Familientreffen statt Besuchermagnet: der Aktionstag am Michelsberg

Michelsberger Terassen mit InformationsständenEine Woche später haben wir sowohl die pralle Hitze als auch die kleine Enttäuschung verdaut. Denn der erhoffte Besucherandrang zum Aktionstag am „Tag der Umwelt“ der Stadt Bamberg auf dem idyllischen Michelsberg blieb leider so ziemlich aus. Doch das „Familientreffen“ mit all den anderen Aktiven, die unter dem diesjährigen Motto „Biologische Vielfalt der Stadtlandschaft Bamberg“ auf dem Terassengelände um Aufmerksamkeit für bedeutsame Natur- und Umweltanliegen warben, hatte auch sein Gutes.

Ralf Haupt am Informationsstand der Initiative "Bienen-leben-in-Bamberg.deSo konnten wir, die Privatinitiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“, dem Sozial- und Umweltreferenten Ralf Haupt, der im Gefolge von OB Andreas Starke den 25. Aktionstag (sägenderweise!) eröffnete, in aller Ruhe einen Blitzkurs in Sachen „Imkerei und Honigkunde“ angedeihen lassen. Was dieser hoch aufmerksam und interessiert nachfragend gerne annahm.Sägende Eröffnung mit Ralf Haupt, im Hintergrund Daniela Reinfelder

Im Gegenzug zu seiner Spende, die der Stadtrat spontan in die Kasse der „Bamberger Schulbiene“ für das Projekt „Bienen-InfoWabe“ versenkte (vielen Dank!), gab’s eine leckere Verkostung unseres  „Bamberger Lagenhonigs“ der Lagen „Villa Dessauer“ und „Buger Wiese“, die dem Feinschmecker offensichtlich mundeten.

Unsere Nachbarstände und Mitstreiter in Sachen „Natur und Umwelt“

Infostand des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Bamberg mit Klaus WeidnerEine von weiteren Einzelunterweisungen in Sachen „Bienen, Honig und Imkerei“, wie wir sie sonst bei stärkerem Andrang in dieser Ausführlichkeit wohl kaum so individuell hätten bieten können. Auch war es sehr angenehm, mal in in aller Ruhe mit den Nachbarständlern plaudern zu können, beispielsweise dem Landschaftspflegeverband des Landkreises Bamberg (LPV).

Insektensammlung "Streuobstwiese" hinter Glas (von Klaus Weber)Der Geschäftsführer des LPV, Klaus Weber, hatte eine Besonderheit vorzuweisen, die natürlich unser starkes Interesse weckte: eine Sammlung von Insekten aus dem Lebensraum Streuobstwiese, dem Schwerpunkt seiner Standinformationen. Fein säuberlich aufgespickt und beschriftet fehlten auch Apis mellifera, Bombus terrestris und etliche Osmiaarten nicht.

Lakenzeichnung bei Change e. V. zur ArtenvielfaltEs blieb in der hochsommerlichen Mittagszeit genug Gelegenheit, das Konterfei unserer Schulbiene auf dem weißen Tuch von Change e. V. zu verewigen, die auf Bambergs Artenvielfalt aufmerksam machen will.

Tja, auch Schulbienen sind eine eigene Art und fühlen sich pudelwohl unter anderem Fluggetier, wie zum Beispiel dem Uhu. Die Vorlage zur Zeichnung auf dem Laken war denn auch ein echter, nämlich der von der Greifvogelschau, die uns gegenüber ihren Auftritt unter den SCHATTIGEN (Neid!) Lindenbäumen hatte.

Wer zu spät kommt … hat manchmal auch Glück!

Uhu im Profil aus der Greifvogelschau (Greifvogelpflegestation Stettfeld)Als die ersten Gewittertropfen fielen, bauten wir unseren mit (zu) reichlich Informationsmaterial versehenen Stand gegen 15 Uhr wieder ab. Nicht jedoch ohne einer letzten Besucherin, die sich sehr für bienenfreundliche Imkerei interessierte, eine Einladung zum morgigen Honigschleudertag des 27.7. mitzugeben. Sie hatte den Film „More than Honey“ gesehen und wollte nun von uns wissen, wie WIR denn unsere Bienen hielten.

Katharina hält Honigwabe hochWenngleich es nur wenige Besucher waren – DIESE letzte Besucherin wog unsere kleine Enttäuschung wieder auf. Denn Katharina stellte sich tatsächlich pünklich um 10 Uhr am Tempelchen in Wildensorg ein – im kommenden Bericht von unserem letzten Honigschleudertag der Saison könnt ihr sie entdecken! So bleibt als …

Fazit: Hochwertige Informationsausstellung von und für Fachpublikum in attraktiver Lage mit nach oben offenem Besucherpotenzial.

KHG-Honig (2): Verarbeiten mit Drehmoment

Schüler hält mit Bienen vollbesetzte Wabe hochTja, Tizian, da staunst du, was? Im Mai noch voller Bienen und Brut, zwei Monate später Honig pur! Dein engagiertes Mitwirken in der Bienen-AG am Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg hat mit dazu beigetragen, dass ihr leckeren „kaiserlichen“ Honig ernten durftet.

Drehteam beim EntdeckelnMit beim Schleudern dabei waren außer Tizian auch Edna und Maximilian sowie die Studiendirektorin Dr. Christa Horn (zugleich Mitarbeiterin im Direktorat und künftige „Bienen-AG-Beauftragte“) mit Gatten Jürgen Horn. Reinhold und ich haben den Schleuderraum gründlich geputzt und schön hergerichtet, damit alles reibungslos ablaufen kann. Reibungslos …? Nun ja …

Lobbyarbeit für die Kleinen

HonigschleuderraumWir ahnten nicht, dass das Fernsehen einen geschäftigen Strich durch unseren durchgestylten Plan machen würde. Der BR hatte sich zwei Tage vorab überraschend angekündigt. Und wir spontan (was hätte man auch anderes als „Ja“ sagen können?!) zugesagt. In Ermangelung einer Filmgelegenheit in einem Klassenzimmer musste bzw. durfte nun der Honigschleudertag herhalten. Vielleicht dachte man ja im Studio Würzburg, Imkern und Bienenunterricht wäre unser täglicher Brotberuf? Hm, eigentlich eine gute Idee … 😉

Beim EntdeckelnRasche Absprachen und ein unkompliziertes „Go“ vom Schulleiter des KHG, Oberstudiendirektor Michael Strehler, der dem Ganzen aufgeschlossen gegenüber stand, gaben den Ausschlag. Und auch Frau Dr. Horn brachte bereits einige Erfahrung in Medienpräsenz mit. Letztendlich ging es allen um die so wichtige Lobbyarbeit für die Kleinen – um Bienennot und Schülerbildung!

Nun also: Praxisunterricht im Honigverarbeiten und in Medienkunde. Wir haben’s alle miteinander gut hinbekommen – lest selbst!

Der Drehbeginn

Biene an BasilikumblüteZunächst brachte sich die Gruppe um die Honigschleuder herum in Position, nachdem ich mit einem Mikro ausgestattet wurde. Die hellen Strahler, die schönen Sonnenblumen und das vierköpfige Drehteam nahmen ebenfalls ihre Plätze ein, … und los ging’s mit der Eingangssequenz, die selbst die Bienen auf dem Balkonbasilikum mit einschloss.

„Einfach tun, als wäre ich nicht da!“ lautete die Devise der Kamerafrau Angela Witt. Nun ja. Wer jemals versucht hat, NICHT an einen gelb-grünen Papagei zu denken, der nicht „Ara-Ara“ schreit  … HA! Erwischt!

Die Teamarbeit

Entdeckelte HonigwabeUnsere eigentliche Arbeit startete alsdann mit dem Abwiegen der Ausbeute, die ohne Rähmchen schlussendlich 11,75 Kilo betrug  Leider etwas wenig, der Trockenheit geschuldet. Jürgen rechnete fix anhand unserer Zahlen auf den ausgehängten Bienenplakaten aus, dass dazu 88,125 Millionen Blüten von den fleißigen Bestäuberinnen aufgesucht werden mussten.

Beim EntdeckelnBeim EntdeckelnNun erfolgte das Entdeckeln der Waben mit der scharfzinkigen Gabel (Achtung, Finger!). Jeder durfte eine Honigwabe selbst entdeckeln und natürlich gleich schon mal eine Kostprobe davon nehmen. Da jede Aktion von mehreren Standorten aus aufgenommen wurde, wir also einzelne Arbeiten immer wieder vorführten, zog sich das hübsch hin.

Kamera- und Honigteam kamen dabei ordentlich ins Schwitzen. Der hochsommerliche Tag und die Beleuchtung taten ihr Übriges. Eine Pause war dringend nötig. Die Würstel waren zwar mittlerweile geplatzt, der Kartoffelsalat hingegen gut durchgezogen. Hauptsache, Ketchup auf dem Tisch. (Puh, Glück gehabt, lieber Kühlschrank – Danke!). Frisch gestärkt ging’s wieder an die Arbeit.

Ein Schleudertraum(a)

Die Honigwabe wird tropfgeschützt zur Schleuder transportiertNächster Akt: das Schleudern.
Dazu mussten die jetzt geöffneten Waben, in denen der Honig sattgelb schimmerte, tropffrei und zu zweit an die Schleuder getragen und in dieser versenkt werden. Eine schöne Aufnahme davon könnt ihr im Film sehen.

Andächtiger Blick in die SchleudertrommelGanz in Echtzeit und durch den Plexiglasdeckel anzusehen dann der Schleudervorgang. Andächtig lugte auch die Regisseurin Christina Haas in die Trommel und lauschte dem Prasseln des zentrifugierten Honigs an der Innenwand.

Filmen des kommenden HonigflussesDoch allzu lange konnten wir nicht in süßen Honigträumen und -düften verweilen. Galt es doch, die passende Position zu finden, die uns Kamerafrau Angela genauestens anwies. Wieder und wieder ließ sie uns jedoch vom endlich fließenden Honig schlecken, der in einem goldenen Strahl in den bereit gestellten Edelstahltopf über ein Sieb floss. Das war fürwahr nicht die unbeliebteste Sequenz. Wenn nur nicht die Suche nach der richtigen Löffelchenfarbe (der Konsequenz wegen) und dem besten Bodensitzplatz gewesen wäre!

Aber auch das ertrugen die Kinder wie die Profis – alle Achtung! Wer hätte das gedacht, dass sie neben dem Unterricht, wie man Honig verarbeitet, auch noch erleben, wie das Fernsehen einen 4-Minuten-Film abdreht! Das passiert nicht jeden Tag!

Mit vereinten Kräften – wird Bamberg zur Bienenstadt!

Honig wird abgezapftFleiß bei den Bienen, Fleiß bei der Verarbeitung, Fleiß beim Drehen! Weil’s mittlerweile doppelt so lange dauerte als geplant, half Jürgen Horn tatkräftig beim Abfüllen mit. Und ich muss sagen, das ging wie der Blitz! Die Bienen sind zwar nicht so das Seine, aber auf den Honig lässt er sich gerne ein.

Schülerin beschriftet DIB-EtikettenEdna (6. Klasse) und Tizian (5. Klasse) hatten alle Hände voll zu tun, um die DIB-Etiketten zu beschriften und auf die Gläser zu kleben. Während Maximilian wieder und wieder stolz das fertige Honigglas präsentieren durfte, bis „das Ding im Kasten war“. Und Dr. Christa Horn? Die sorgte u. a. für Ruhe und Ausgeglichenheit in beiden Teams und einen leidlich sauberen Fußboden.

Vielen Dank an alle für das tolle Hand-in-Hand-gehen an diesem wahrhaft denkwürdigen Tag, an dem wir alle viel, viel gelernt haben!

Weiterführende Informationen zu Film und Honig

P. S.: Das 4-minütige Video, in dem zwischen unseren Aufnahmen auch Sequenzen von anderen Drehorten mit eingespielt sind, könnt ihr bis Sa., den 2.8.14, hier abrufen: Bamberg wird zur Bienenstadt. Oder auch hier mit einem einleitenden Text.

P. S. S.: Sorry, meine Fotoausbeute ist umständehalber etwas mager ausgefallen. Blitzen und Klicken durften natürlich nicht stören beim Drehen.

P. S. S.: Was mit dem Honig passiert ist, das erfahrt ihr morgen! Bleibt dran, auch in den Ferien, die wir natürlich vor allem der Bienen-AG ganz herzlich gönnen!

KHG-Honig (1): Die Ernte des kaiserlichen Honigs

4 Bienenbeuten des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums BambergSchulgebäude KHG BambergAufregende Momente … „Wie wird wohl die Ernte unseres „kaiserlichen“ Honigs ausfallen?“, so frugen sich die Schüler der Bienen-AG des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums (KHG) Bamberg am Morgen des 17.07.2014, begleitet von uns zwei Imkern, die wir mindestens genauso gespannt auf das Ergebnis waren wie unser Imkernachwuchs. Hinter dem Schulgebäude an der Altenburgstraße ging’s dann auch gleich richtig zur Sache.

Vorbereitungen zur Ernte

Zwei Jungen entfachen einen SmokerJunge mit SmokerErst einmal fachmännisch den Smoker entfachen. Da brauchen die Jungs kaum mehr Anleitung. Das „kontrollierte Zündeln“ mit Sägespänen, getrockneten Rainfarn und eines zur Rolle gedrehten Pappestücks (für den Kamineffekt) geht ruck-zuck. Auch liegen die Imkerwerkzeuge für den heutigen „Höhepunkt im Imkerjahr“ ordentlich bereit.

Imkerwerkzeug fürs ErnenWir brauchen Stockmeisel, Abkehrbesen, Nelkenöl zum Schutz für die bloße Haut, Wasser für das spätere Löschen des Smokerinhaltes, ein Refrakometer zur Wassergehaltsmessung, ein paar Löffelchen für die Entnahme der Honigprobe und natürlich auch zum Naschen zwischendurch. Denn was ist verlockernder als frisch geernteter Honig?!

Jungs der Bienen-AG heben die Abdeckfolie an und schauen in die BeuteDann der erste Blick in die Beute. Alles okay da drinnen? Dank der Bienenflucht sind nur noch wenige Arbeiterinnen zwischen den Honigwaben unterwegs. Alles gut …

Junge hält Honigwabe hochSchüler an Beute mit Stockmeisel

Die Ernte geht los!

Ruhiges Ablösen der durch Propolis aneinander geklebten Rähmchen mit Hilfe des Stockmeisels, ein prüfender Blick auf die Honigwabe,  das Abkehren der restlichen Bienen, die trotz am Vortag eingelegter Bienenflucht noch im Honigraum am Arbeiten sind – und das alles ohne Hut und Schleier. Wie immer haben wir Globolis (Apis mellifica C30) dabei, falls es doch mal einen Stich geben sollte.

Wie stellt man den Wassergehalt des Honigs fest?

Spritzprobe durch kräftige Abwärtsbewegung der WabeDie äußersten beiden Rähmchen unterziehen wir einer Spritzprobe, um festzustellen, ob der Honig reif und trocken genug für die Entnahme ist. Fallen dabei Tröpfchen heraus, hängen wir die Wabe wieder zurück. Die geprüften Honigwaben wandern dann eine nach der anderen in die bereit gestellten Plastikwannen, die lebensmittelecht, pikobello sauber und gut verschließbar sind. Das Eintragen muss sehr rasch ablaufen, damit wir nicht versehentlich eine Biene mit nach Hause nehmen. Wir wollen sie schließlich nicht von ihrem Volk trennen. Sie würden sich zwar sicherlich in ein anderes Volk einbetteln, doch wenn wir’s vermeiden können, dann bleibt sie bei ihrer Familie.

HonigprobenentnahmeDie Spritzprobe war zwar schon ein guter Test, doch um den Wassergehalt, und damit die lagerfähige Reife des Honigs genauer bestimmen zu können, muss das Refrakometer Auskunft geben. Dazu wird mit dem Eislöffelchen Honig entnommen und auf das Prisma abgestreift. Eine Skala zeigte uns, dass wir Glück hatten – der Wassergehalt lag unterhalb der vom Deutschen Imkerbund empfohlenen (und bei Vertrieb unter ihrem Siegel eingeforderten) 18 Prozent. Kalibriert wird das Refrakometer übrigens mit einer speziellen Lösung. Man kann aber auch Olivenöl „extra vergine“ verwenden.

Fotocollage zur Messung des Wassergehalts des Honigs

Honig – ein Geschenk der Natur!

BienenfluchtNachdem die nicht mehr benötigte Bienenflucht, die Reinhold noch eingehend erklärte, entfernt wurde, schließen wir die Beute und das Völkchen beruhigt sich so langsam wieder. Die Bienen tragen so lange weiterhin ein, wie sie Trachtpflanzen, also Nektar und Pollen finden – ob wir nun den Honig entnommen hätten oder nicht. Das ist ihr Programm, so bestimmen es ihre Gene. Wenn es genug in der Natur für sie gibt, würden sie sogar für zwei-drei Jahre Nektar einlagern … insofern bedanken wir uns ohne schlechtes Gewissen für das wundervolle Geschenk der Schöpfung.

Fachmännischer Blick auf Honigwabe und Einsatz des StockmeiselsIm morgigen Tagebucheintrag erfahrt ihr, wie die – ziemlich ungewöhnliche! – Honigverarbeitung bei uns im Obstmarkt vor sich gegangen ist!

Bleibt dran!

Bienenpatin Gabriele Loskarn 2014/2015

Überreichung der Bienenpatenurkunde an Gabriele LoskarnUnserem Aufruf 2013 in der „Inselrundschau“ folgend, stellte uns Gabriele Loskarn, angetan von der Idee von Klassenführungen, heuer ihren Garten als Standort für ein Bienenvolk zur Verfügung. Nun hat sich die Bambergerin zusätzlich zu einer „vollwertigen“ Bienenpatenschaft entschlossen. Mit ihrem Beitrag werden Klassenführungen mit der Bamberger Schulbiene finanziert. Wir freuen uns über unsere 17. Patin für “Bienen-leben-in-Bamberg.de” – und außerdem über einen neuen Standort des Bamberger Lagenhonigs, den wir als „Inselstadt / Weide“ bezeichnen.

Verantwortung zeigen UND genießen

Bienenpatin Gabriele Loskarn und Ilona Munique vor Bienenbeute

Bienenpatenschaft Gabriele Loskarn, zugleich neuer Standort des Bamberger Lagenhonigs von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 15.07.2014

„Der Umweltaspekt ist mir wichtig und ich will verantwortlich dazu meinen Beitrag leisten“, so Gabriele Loskarn auf unsere Frage nach dem Beweggrund ihrer Bienenpatenschaft. Dass sie diesen Beitrag bereits auch als Greepeace-Mitglied leistet, verrät eine konsequent gelebte Einstellung. Die sich bis in ihren Berufsalltag hineinzieht. So steht sie als selbständige Bürokauffrau mit einem Stammkundenkreis nicht nur ihrem Bruder mit seiner „Bäckerei Loskarn“ zur Seite, sondern stellt ihre Dienste darüber hinaus der Jugendarbeit Crossover (www.crossover.info) des Christlichen Missionsvereins Würzburg e. V. zur Verfügung, wohin sie mehrmals wöchentlich fährt.

Gabriele Loskarn mit Enkelin LolaDas klingt nach viel zu tun, doch entspannt sich Gabriele Loskarn mit Radfahren, regelmäßigem Joggen auf der Erba-Insel und Wandern. Und sie nimmt sich auch noch die Zeit zur wöchentlichen Teilnahme an einem Bibel-Hauskreis in Breitengüßbach (Marburger Kreis). Doch besonders das Zusammensein mit ihren drei Enkelkindern genießt die Mutter zweier Töchter am allermeisten.

Eines davon, die fünfjährige Lola, lernte Reinhold bereits kennen, als er in Gabrieles Garten das Volk betreute. Als Besucherin der Caritas-Kindertagesstätte St. Elisabeth war die Kleine denn auch ganz unterschrocken beim Anblick der vielen Bienen, denn auf dem Jakobsberg setzt man die Umwelt- und Naturpädagogik in Form von Waldwochen um. Eine prima Voraussetzung, um am Honigschleuder-Erlebnistag Ende Juli [Bericht Teil 1 und Teil 2] teilzunehmen, zudem die Oma sie mit angemeldet hat.

Bewahrung der Schöpfung

Nach weiteren Leidenschaften befragt, verrät uns Gabriele Loskarn, dass sie gerne näht. Unlängst erst hatte sie einen Kurs absolviert und sich eine Bamberger Tracht genäht. „Fehlt nur noch die Bluse“, lacht sie und hofft auf ein paar ruhige Stunden im geplanten Nähraum, den sie sich noch einrichten wird. Tja, nun haben wir neben Elisabeth Burger bereits eine zweite Bienenpatin, die wir vielleicht einmal danach fragen könnten, ob sie uns ein historisches Imkerkostüm schneidern würden.

Wir beenden das Interview mit der Frage, was unserer neuen Bienenpatin im Leben besonders wichtig ist. „Die Bewahrung der Schöpfung“ sagt sie ohne zu zögern, um uns zu veranschaulichen, dass sich dies durchaus im Einmachen von Gurken, gekauft von hiesigen Gärtnern, offenbaren kann. Überhaupt freut sich Gabriele darüber, dass sie in den mittlerweile vier Jahren, die sie jetzt schon das Haus an der Weide besitzt, immer mehr von der gärtnerschaftlichen Infrastruktur in Bambergs Innenstadt profitiert. Apropos Gärtner …

Den Kindern die Welt näher bringen

Interview mit Gabriele Loskarn durch Ilona Munique und dem Schulbienen-Maskottchen„Vor den Bienen habe ich größte Achtung und Respekt. Wir sind auf sie als Bestäuberinnen unserer Kulturfrüchte angewiesen, und die Liebe zu ihnen eröffnet uns einen wunderbaren Reichtum des Lebens und lässt uns über Gottes perfekten Plan der natürlichen Zusammenhänge staunen.“, fasst Gabriele Loskarn ihr Faszinosum, welches sie vom ersten Kontakt an mit den beherbergten Bienen hegt, zusammen. „Deshalb freue ich mich, dass bereits Kindern und Jugendlichen (im Unterricht) diese Welt näher gebracht wird. Weil ich glaube, dass sie so einen ersten Einblick in die faszinierdende Welt der Natur als Gegenpol zur virtuellen Welt von Facebook und Co bekommen.“

Das ist uns aus dem Herzen gesprochen. Und dem unserer anderen Bienenpatinnen und –paten sicherlich auch! Dank an Gabriele und all denen, die sich künftig für das Thema Bienen stark machen wollen!

Honigschleuder-Erlebnistag 2014 – „Bienen leben in Bamberg“ eindrücklich (Teil 3)

ep – Dicht gedrängt standen wir beim Öffnen um die zweite Beute. Doch – oh Schreck! – was war das?

Schattenwelten im Bienenleben

Blick in Beute auf kranke BienenSchwarze, honigverklebte Bienen! Für einen kleinen Moment landeten wir alle wieder am Boden der Tatsachen. Denn unsere Honigbienen müssen sich heute mit zahlreichen Herausforderungen auseinandersetzen. Die Umweltverschmutzung, Pestizide in der Landwirtschaft, zu wenig Trachtpflanzen für Bienen in Garten und Natur, Nahrungsmangel gerade im Sommer und natürlich auch Viren und Milben, wie die Varroa destructor.

schwarze, kranke BieneBei den „schwarzen Bienen“, so konnten Ilona Munique und Reinhold Burger uns sofort etwas beruhigen, handelt es sich ziemlich wahrscheinlich um einen Virusbefall, dem Bienen-Paralyse-Virus. Davon gibt es zwei Erscheinungsformen: das „Akute“ (ABPV) und das „Chronische Bienen-Paralyse-Virus“ (CBPV). Sie sind nicht so leicht auseinander zu halten.

Ilona sandte das Foto einem anerkannten Spezialisten für Bienenkrankheiten, Dr. Wolfgang Ritter (s. a. seine Publikation „Bienen gesund erhalten: Krankheiten vorbeugen, erkennen und behandeln“). Er vermutet den CBPV, der in diesem Jahr gehäuft auftrat.

Es könnte jedoch aufgrund des nicht feststellbaren Zitterns der Bienen auch der Akute Bienen-Paralyse-Virus (ABPV) (siehe auch Bericht) sein. Dieser tritt im Zuge der Varroose vermehrt auf und äußert sich darin, dass das Haarkleid ausfällt und die Bienen daher schwarz aussehen. Nicht zwangsläufig ist das Volk bedroht. Bei genügend großer Volksstärke verschwände die Virose nach kurzer Zeit wieder, so Ritter. Auch der Honig ist weiterhin genießbar.

Der Ernst der Lage

Kranke BienenWir konnten beobachten, dass die schwarzen Bienen bereits sehr langsam, träge und mit Honig überzogen waren, da sie sich nicht mehr putzen mögen. Die gesunden Bienen waren damit beschäftigt, die erkrankten Bienen nicht mehr in den Stock zu lassen oder sogar hinauszuwerfen, um einen weiteren Befall zu verhindern. Gott sei Dank: der größte Teil der Bienen war gesund und munter.

Unsere Gruppe war nun wieder etwas nachdenklicher. Der Ernst der Lage unserer Honigbienen war wieder eindrücklich in unser Bewusstsein gerückt und auch die Frage: Welche Faktoren wirken sich auf die Bienengesundheit aus? Ist es das Klima, die Züchtung, die imkerliche Pflege, die Lautstärke (auch Bienen wollen störungfrei schlafen!) oder die Trachtsituation …?

Mach mit und sei dabei! Jeder einzelne Beitrag zählt!

Jeder einzelne Beitrag auf Balkon und in der Gemeinde und auch in der Stadt ist wichtig! Nur gemeinsam können wir wieder eine lebensfreundliche Umwelt für unsere Honigbienen schaffen. Mach mit und sei dabei! Sei auch Du Bestandteil unseres Netzwerkes, der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de oder an Deinem Ort!

Und vielleicht berichtest Du uns von Deiner Lieblings-Bienenpflanze?

[Zum Bericht Teil 1 … hautnah | Teil 2 … begreifbar | Teil 3…eindrücklich | Teil 4: … erfüllend]

[Vielen Dank, Elke, dass du diesen Teil der ansonsten schönen Erlebnisse nicht unterschlagen hast! I. M.]

Honigschleuder-Erlebnistag 2014 – „Bienen leben in Bamberg“ begreifbar (Teil 2)

Honigschleudergruppe um Beute

Blick in die Beute / Foto © Elke Puchtler

ep – Alle standen gespannt, neugierig, aber auch in einem respektvollen Abstand um die drei Bienenbeuten herum. Die erste Abdeckung wurde geöffnet, der Blick auf die Honigwaben war frei. Die Spannung stieg. Ich [Anm.: Elke Puchtler] durfte die erste Honigwabe entnehmen. Und nun auch noch das Abkehren der Bienen mit einem Besen. Wie würden die Honigbienen darauf reagieren?

Elke Puchtler beim Honigernten (Fotocollage)Eine tolle Erfahrung kann ich nur sagen! Die Gelassenheit von Reinhold Burger schien sich auch auf sein Bienenvolk zu übertragen und gab auch mir nach anfänglich gehörigem Respekt die notwendige Sicherheit und den Mut.

Im innersten Reich der Honigbiene

Honigwabe / Foto © Elke PuchtlerDie Waben waren ein einziges Wunderwerk, Perfektion pur, Mathematik zum Anfassen, die absolut regelmäßige Anordnung der Zellen in einer Wabe, exakte Sechsecke, alle genau gleich, füllen die gesamte Ebene, leicht schräg nach unten, so dass der Honig nicht herausfließen kann. Die Zellen der Wabe gefüllt mit leckerem Honig und anschließend verschlossen mit feinstem Bienenwachs. Der Fleiß und auch die Genialität unserer Honigbienen wird hier im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“.

Bienen nehmen Honig aus Waben auf / Foto © Elke PuchtlerBienen auf Wabe / Foto © Elke PuchtlerBemerkenswert war für mich auch das Verhalten der Honigbienen: Keine Aggression uns gegenüber, obwohl wir die Früchte ihrer Arbeit entnommen haben. Jede einzelne Biene schien hochkonzentriert und auf die ihr übertragene Aufgabe fokussiert. Durch unser Eingreifen von außen ließen sie sich nicht im Geringsten beirren. Von der Wabe weggekehrt flogen sie zielgerichtet zum Einflugloch ihrer Beute zurück, um in den Stock zurückzukehren und umgehend ihren Aufgaben weiter nachzugehen. Wow! Welch eine Fokussierung! Was können wir nicht alles von diesen wunderbaren Geschöpfen lernen!

Honigernte Schritt für Schritt

BLIB-Team / Foto © Elke PuchtlerNach und nach wurden die Waben von allen Teilnehmern entnommen, währen Reinhold Burger und unsere Bamberger Schulbiene unsere zahlreichen Fragen fachgerecht und mit Leichtigkeit beantworten konnten. Selbst komplexe Zusammenhänge wurden für uns einfach, anschaulich und verständlich dargestellt. Danke für die vielen wertvollen Informationen. („Bitte schön!“)

Silvia Müller beim Honigernten (Fotocollage)Catharina Beyer beim Honigernten (Fotocollage)

Sonia Al-Kass beim Honigernten (Fotocollage)Ina Kudlich beim Honigernten (Fotocollage)

Thomas Puchtler beim Honigernten (Fotocollage)Felicitas Sauer beim Honigernten (Fotocollage)

Honigbienen kann man streicheln

Bienen streichelnDie erste Unsicherheit war nun bei allen Teilnehmer/innen verflogen. Dicht gedrängt standen alle Teilnehmerinnen um die Waben. Geschickt führten unsere beiden Imker uns nun zum nächsten „Erlebnis Honigbiene“: Honigbienen kann man streicheln. Ein klein wenig Überwindung noch … und dann … die erste vorsichtige, zarte Berührung, direkt, gezielt, bewusst, gewollt … eine kleine Achtsamkeitsübung … und ein unvergessliches Erlebnis.

Honigsüße Welten für mutige Krieger

Honignaschen, Finger zwischen Bienen / Foto © Elke PuchtlerWer glaubt dieses Erlebnis ist nun nicht zu toppen irrt. Das Streicheln war quasi nur die Vorstufe für weitere geniale Momente unseres Honig-Erlebnistages in Bamberg. Die Meisterschaft des Tages erhält nur der Mutige! Nun galt es, die Bienen mit dem bloßen Finger sanft zur Seite zu schubsen, die Wachsdeckelchen mit dem Finger zu durchbrechen, und heraus quoll der sommerwarme Blütenhonig, frisch aus der Wabe. Direkt hinein mit dem Finger in die honigsüßen Welten!

Honigschlecken (Fotocollage)Und – schleck! – ab in den Mund. Wir fühlten uns wie die Honigbären, die den Honig mit bloßer Pranke aus dem wilden Bienenstock erbeuten. Unsere genussreichen Gesichter sprachen Bände! Wer jetzt noch kein überzeugter Bienenfan ist, dem ist nicht zu helfen. Geniale Momente an einem wunderbaren Sommertag!

Bienen auf Wabe / Foto © Elke PuchtlerWenn Du neugierig bist, was wir noch alles erleben durften … dann schau doch einfach morgen wieder hier im Blog vorbei … bei der Fortsetzung unseres Honigschleuder-Erlebnistages. Den ersten Teil kannst Du hier nachlesen.

(Danke, Elke, für diesen wundervoll poetischen Bericht! I.M.)

[Zum Bericht Teil 1 … hautnah | Teil 2 … begreifbar | Teil 3…eindrücklich | Teil 4: … erfüllend]

Honigschleudertag Buger Wiesen (2): Schutz und Schirm

Honigernte unter Schirm in den Buger Wiesen (Foto: Conny Kopp)Schutz beim Honigernten vor Regen genossen wir unter Ediths großem Sonnenschirm (siehe gestern, „Regen bringt Segen“), doch auch die Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg ließ uns ebenfalls nicht im Regen stehen. Sie bot uns für dieses Wochenende barrierefreies Obdach für die Verarbeitung unseres Bamberger Lagenhonigs der Lage „Buger Wiesen“.

Honigverarbeitung Schritt für Schritt

Herzhafte Mittagspause vor dem HoniggenussEinigermaßen trocken am Schillerplatz angekommen, wurde erst einmal eine herzhafte Unterlage geschaffen, um für die nun kommenden Honiggenüsse gewappnet zu sein. Kartoffel- und Nudelsalat mit Körner-Kräuter-Gemüse-Küchle – aufgrund entsprechender Bedarfe glutenfrei und vegan – sowie (Dank Bienenbestäubung!) viel Obstiges waren schnell aufgetischt. Die Küche ließ ausstattungsmäßig nichts zu wünschen übrig – die Räume kann man übrigens mieten! (Kontakt über Ingo Schmitt, 2. Vorsitzender).

Honigverkostung mit dem Aromarad in der HandNun die Kostprobe. Die Honiglage „Buger Wiese“, genauer gesagt: das Volk von Bienenpatin Christina Michel, erbrachte eine weich-samtige Konsistenz mit würziger Note bei leichter Säure und mit dezent-scharfem Abgang. Das waren die Charakteristika aus dem hierfür von uns verwendeten Honig-Aromarad.
Die Farbe liegt aktuell bei Pantone 130c, so der Farbfächer aus meinen Dtp-Zeiten. Der Ton kann sich jedoch noch ändern. Vor allem, wenn der Honig Licht ausgesetzt ist, was es zu vermeiden gilt.

Reinhold schaut durch das RefraktometerNächster Schritt: Wiegen. Nun ja, wir lupften einfach mal die Kiste mit den 6 (leider nicht ganz komplett) mit Honig gefüllte Waben an und schätzten grob 10 Kilo. Damit lagen wir fast richtig, schlussendlich konnten wir knapp 9 Kilo verbuchen. Sodann der Einsatz des Refraktometers, der die unterschiedliche Lichtbrechung von Honig und Wasser über ein eingesetztes Prisma nutzt, um den Wassergehalt ablesbar zu machen. Er lag bei unserem Buger Wiesen-Honig bei 17,4% und somit unter den empfohlenen 18%, der lange Haltbarkeit verspricht.

Endlich geht’s richtig los!

Währenddessen legte unser jüngster Gast schon mal los mit dem Entdeckeln. Nach und nach durften alle Gäste eine Wabenseite öffnen, um den Honig aus seinem Wachsbett zu „befreien“. Das geschieht mittels einer Entdeckelungsgabel, die Zinken wie ein Kamm besitzt. Dabei galt es, gut auf die unbeschäftigte Hand aufzupassen, um sich nicht beim Aufwärtsschwung, wenn die Gabel plötzlich aus dem Wachs ausbricht, mit den spitzen Zinken zu verletzten. Helene hatte es jedenfalls schnell kapiert, so dass der kritisch-beobachtende Blick von uns Erwachsenen rasch von einem entspannten Lächeln abgelöst wurde.

Fotocollage Entdeckeln der HonigwabenNun das Schleudern, Höhepunkt des Tages!

Alles versuchte sich an der roten Kurbel, und Dank der Acryldeckel (mittels einer Schulbienen-Spende im letzten Jahr erstanden) konnten die derweil Unbeschäftigten das lustige Drehen bestaunen, begleitet vom leisen Rauschen des Honigs, der an die Trommelwand wie Regentropfen prasselte. Nun, das Geräusch waren wir von heute bei der Buger Wiesen-Ernte ja schon gewöhnt …

Fotocollage Honigschleudern

Abfüllen, fest Verschließen, Etikettieren – Sehr empfehlenswert: die professionelle Druckerstellung der Honigetiketten und Lieferung durch die Firma MoreLabels – vielen Dank! Danke auch an die Gäste, die mit Begeisterung bei allem mitgemacht hatten und nun jeder ein großes Glas frisch gezapften Honigs mit nach Hause nehmen konnten, … und wie immer ein großesDankeschön an unsere Bienen, die dieses Kunststück und Wunder der Natur vollbringen – uns zur Freude und der Schöpfung zum Lob!Fotocollage zur Honigverarbeitung

Wer ebenfalls dieses wunderbare Fest der Sinne miterleben möchte, nimmt bitte schnell Kontakt auf – es sind nur noch wenige Plätze frei! (Programm)