Bienen streicheln am KHG Bamberg

Kaiser-Heinrich-SteleSchüler der BienenAGDie „Bienen-AG“ des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums (KHG) Bamberg erlebte erstmals einen Unterricht mit uns als externe Imker. Fünf Schüler und eine Schülerin aus der 5. und 6. Klasse wollten bei der Weiselkontrolle mithelfen.

Nach einem kurzen Check, was sie denn alles schon an Kenntnissen von ihrer Lehrerin, Birgit Herrndobler, vermittelt bekommen hatten – das war jede Menge, wir waren begeistert! – konnte es auch schon losgehen. Auf Hüte verzichteten wir, denn etwas Rauch, eine ruhige Stimmung und besonnene Kinder sollten ausreichend Schutz sein. Und das war es denn auch.

Schülerin hält BienenrähmchenSchüler hält Bienenrähmchen„Wow, die sind ja richtig schwer!“ befanden die Schüler, nachdem einer nach dem anderen ein Rähmchen mit ansitzenden Bienen vorsichtig aus der Zarge (= Stockwerk einer Bienenwohnung) herausgehoben hatte. Und je weiter wir in die Mitte der Zarge kamen, desto mehr kamen wir in das Brutnest hinein und desto schwerer wurden die Rähmchen.

Schüler hält BienenrähmchenSchüler hält BienenrähmchenDie Waben wurden ausgiebig untersucht, ob sich denn unter den wuseligen Bienen eine Weiselzelle befindet. Ein paar wenige Königinnenzellen tauchten tatsächlich auf, die wir dann brachen, um ein Ausschwärmen des Volkes zu verhindern. In dieser Unterrichtsstunde erledigten das noch wir beide. Doch beim nächsten Mal dürfen es die Schüler selbst ausprobieren – wenn sie es möchten.

Schüler hält BienenrähmchenAm Lehrbienenstand des KHGAlle trauten sich sehr schnell, die Ammenbienen zu streicheln. Diese lassen sich das ohne Weiteres gefallen. Denn sie sind in einem noch jüngeren Lebensalter, wo sie nicht aufs Stechen aus sind. Der „Stechauftrag“ kommt erst in der Arbeitsphase, in der sie Wächterbienen sind, also zwischen ihrem 18. und 21. Lebenstag. Und dann auch nur zur Notwehr. Da sie diesen Dienst in der Nähe des Flugloches verrichten, sind wir, die wir weiter oben arbeiten, so ziemlich ungefährdet.

Schülerin streichelt BienenSchüler streicheln BienenJa, es kostet ein wenig Überwindung, die Bienen um sich herum fliegen zu sehen und das unwillkürliche Abschütteln zu unterdrücken. Auch wir müssen uns zu Anfang des Frühjahrs, wenn es mit dem Imkern los geht, erst mal wieder daran gewöhnen. Doch die Konzentration auf das, was man gerade tun muss, hilft immer noch am besten gegen aufkeimendes Unbehagen. Na ja, und die männlichen Bienen, die Drohnen, haben überhaupt keinen Stachel. Wer sich also erst einmal an die Kleinen herantasten will, kann einfach erst einmal mit diesen friedlichen Brummern Freundschaft schließen!

WeiselkontrolleWir hoffen nun, dass sich noch mehr Schüler und Lehrer zu uns gesellen, wenn wir – zunächst noch wöchentlich – unseren Pflegedienst an der Altenburger Straße verrichten. Es macht Spaß, an der frischen Luft zu sein und etwas Sinnvolles zu tun. Faszinierend ist das Leben der Honigbienen auf alle Fälle, da ist kein Tag wie der andere und kein Volk gleich. Immer gibt es irgendetwas Ungewöhnliches zu entdecken – und gut duften tut es auf alle Fälle!

Wir freuen uns auf nächste Woche, Donnerstag, 15.05. um 8.45 Uhr! Bis dann!

Bienenfrühjahrskontrolle an besonderen Orten Bambergs (II)

Bienenpatenbeute von Carmen Dechant in der Hofstadtgärtnerei, BambergTraumlage in der Gärtnerstadt

© Foto Hofstadtgärtnerei Dechant, Bamberg

© Foto Hofstadtgärtnerei Dechant, Bamberg

Heute das Porträt eines von 8 Standorten des “Bamberger Lagenhonigs“, die Lage Gärtnerstadt / Heiliggrab bei Bienenpaten Carmen Dechant aus der Hofstadtgärtnerei in der Heiliggrabstraße 37a. Eine Patenschaft ganz nach unser aller Geschmack – für die Bienen sowieso, ernten sie doch reichlich in einer immer blühenden Stauden-, Kräuter- und Blumengärnerlandschaft. Die nahen Linden und die Friedhofsflora tragen das ihrige dazu bei, dass es immer Nachschub für sie gibt.

Carmen Dechant und Ilona Munique

Carmen Dechant und Ilona Munique

Carmen Dechant nebst Gatte Michael – die übrigens derzeit (9.-11.05.2014) auf der Gartenmesse der Böhmerwiese mit ihrem Stand zu finden sind – nehmen hohen Anteil am Geschehen rund um und in der Paten-Bienenbeute. Sogar einen „Energie-Ring“ stifteten sie ihrem Volk, und für die letztjährige Wintereinfütterung wurde sogenanntes „GIE-Wasser“ verwendet, welches sie auch in der Gärtnerei vertreiben. Ein Glück ist es auch, dass anfängliche Bedenken der Gärtnereimitarbeiter gänzlich verschwunden sind. Uns ist noch kein einziger Stich bekannt, den sie sich zugezogen hätten, obwohl beide – Bienen wie Menschen – sich quasi ihren Arbeitsplatz teilen!

Honigwabe (unverdeckelt) mit BienenDie Bienenwohnung entdecken

Noch hat das mittlerweile zum Wirtschaftsvolk gereifte Volk keine richtige Lehrbienenstandsfunktion eingenommen. Das kommt sicher noch. Doch während unserer Frühjahreskontrolle gesellte sich eine Lehrerin vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium mit ihren beiden Töchtern, die gerade in der Gärtnerei einkaufte, zu uns. Ihnen konnten wir gleich einmal zeigen, was sich in so einer Bienenwohnung alles befindet.

DrohnenwabeZum Beispiel ein komlett mit Honig verbautes Rähmchen, was wir an dieser Stelle eigentlich nicht so toll finden. Denn der Honig wird normalerweise im oberen Raum eingelagert. Schießen die Bienen hierbei einmal quer, spricht der Imker von „Verhonigen des Brutraums“. Da die Honigwabe brutfrei war, hängten wir sie einfach an den richtigen Platz in den oberen Honiraum um.

Zu früh und zu viel ist suboptimal

Honigbienen neigen dazu, sowie es üppig Tracht gibt, Honig bis zum Geht-nicht-mehr einzulagern. Sie vernachlässigen sogar dabei das Brutgeschäft, und tatsächlich ist dieser Frühling ein Paradebeispiel dafür, dass ein „zu früh und zu viel“ an Blüten auch suboptimal sein kann. Diese Vorliebe fürs ständige Honigsammeln ist übrgens der Grund, warum es im Herbst kein Schaden ist, ihn den Völkern zu entnehmen. Dazu an anderer Stelle einmal mehr.

© Foto Carmen Dechant, Bamberg

© Foto Carmen Dechant, Bamberg

Zusammenfassend: zentrale Gärtnerstadt-Lage, perfekte Trachtsituation, engagierte Bienenpaten, tolerante Gartenmitarbeiter, interessierte Kunden – das sieht ganz nach einer echten Bienenstadt aus!

 

 

Fahrradfahrende Bienen und ein neuer Bamberger Lehrbienenstandort


Imkerhüte über Schwarmfangkasten stülpen, um ansitzende Bienen mitzunehmen

Wohin mit dem eingefangenen Friedhofsschwarm aus dem gestrigen Bericht? Weit durfte es nicht sein, da wir kein Auto zur Hand hatten. Also ab mit der Schwarmfangkiste aufs Fahrrad und – welch‘ glücklicher Zufall – zum neuen Standort auf der Erba-Insel gebracht, der uns durch die Stadt Bamberg im Zusammenhang mit der geplanten „Bienen-InfoWabe“ zugeteilt wurde.

Der Trick mit den Hüten

Fahrradtransport des SchwarmfangkastensEine Friedhofsgeherin, die uns beim Schwarmeinfangen zugesehen hat, stellte die Frage, was denn nun mit den restlichen Bienen passieren würde, die nicht mehr in den mittlerweile geschlossenen Kasten einfliegen können, sich jedoch dran festhielten, da sie ihre verehrte Königin rochen. Tja, sie würden notgedrungen von ihrem Volk getrennt, könnten sich jedoch meist bei anderen Völkern der Umgebung einbetteln. Doch da hatte Frau L. eine hervorragende Idee – einfach die beiden Imkerhüte rechts und links über den Kasten gestülpt und schon konnten die Bienen mit uns mitradeln!

Engpass bei den Bienenwohnungen

Schwarmfangkasten am Zielort, Erba-Insel

Wir beide – Radlerin und Bienen – kamen unbeschadet am Fünferlessteg an und wurden interessiert von den Anglern beobachtet. Vor einer Hecke stellten wir den Schwarmfangkasten ab und holten vom Obstmarkt, unserem Zuhause, eine leere Zarge, also einen Kasten, darin die Bienen wohnen werden. Wir mussten uns dabei an der Paten-Lernbeute vergreifen, die eigentlich unsere Fotorähmchen für den Unterricht enthält. Doch derzeit gibt es einen Engpass bei den Beutenzulieferfirmen, so dass wir keine Bienenwohnungen mehr vorrätig haben.

Imkern geht auch ohne Auto

Transport einer Zarge per Sackkarren

Schwarm einschlagen (einschütten)

Mit der Sackkarre zogen wir zurück zur Erba-Insel. Imkern geht durchaus auch ohne Abgasproduktion, ganz unserer Imkerphilosophie entsprechend. Der Rest ist schnell erzählt. Die Bienen schüttelten wir mit einem kräftigen Stoß aus dem Scharmfangkasten in ihr neues Zuhause, das bereits auch schon leere Rähmchen und Mittelwände enthielt. So konnte das junge Volk gleich mit dem Wabenausbau loslegen. Ideal wäre jetzt noch eine Brutwabe gewesen, so dass die Ammenbienen gleich etwas zu bemuttern gehabt hätten, denn das bindet das Volk an den neuen Standort und verringert ihre Lust, eventuell noch einmal auszuschwärmen.

 Der Erba-Standort: ein Lehrbienenstand von Anfang an!

Junger Zuschauer beim SchwarmeinschlagenApropos Jungvolk: unser Treiben teilten wir mit einem kleinen Jungen, der seinen Vater beim Angeln begleitet hatte. Furchtlos näherte er sich dem Geschehen und beschloss sofort, ebenfalls Imker werden zu wollen. So hat sich also von Anfang an der neue Standort als perfekter Lehrbienenstand erwiesen, und das ist doch ein sehr gutes Zeichen!

Restliche Bienen aus Schwarmfangkasten in Zarge einkehrenWer die Bienenpatenschaft für dieses junge Volk übernimmt, das verraten wir in wenigen Tagen hier auf diesem Weblog.

P. S.: Es ist keine Unbekannte – also, bleiben Sie dran!

Der Friedhofsschwarm, oder: „Lasset die Bienlein zu mir kommen …“

Bienenvolk haust im eisernen Kreuz… so jedenfalls hätte es lauten können, würde Jesus das Geschehen über seinem Kopf kommentieren, könnte er’s noch. Nun aber muss der eiserne Christus die Bienenvölker stille (aus)halten, die seit Jahr und Tag auf dem Bamberger Friedhof Zuflucht in der Höhlung seines Kreuzes finden. Und auch in dieser ungewöhnlichen Behausung kommt, was im Frühjahr kommen muss: die Lust am bzw. die Notwendigkeit des Schwärmens.

Bienenschwarm auf Grablicht © Johanna G.

Bienenschwarm auf Grablicht (Foto via Johanna G.)

Und wohin schwärmt ein derart ungewöhnliches Volk? Natürlich auf einen ungewöhnlichen Platz. Nun gut, für Friedhofsbienen vielleicht nicht so seltsam, doch wir Menschen finden ein Grablicht als Schwarmort sehr merkwürdig, oder nicht?!

Von Johanna G. per Facebook auf den Schwarm an unpassender Stelle im Bereich IV / H aufmerksam gemacht (sie wiederum erfuhr es von ihrem Mann Dieter), rückten Reinhold und ich spontan zur Rettungsaktion aus. Denn ohne imkerliche Pflege (Varroabehandlung) können Bienen nicht allzu lange überleben. Zudem besteht die Gefahr, dass ungepflegte Honigbienen in freier Natur Krankheiten auf andere Völker oder Wildbienen übertragen.

Zusammenfassend den Anfang und das Ende

Schwarm eingefangen und auf der Erba-Insel eine neue Heimat gegeben. Das „gesegnete“ Volk begründet nun früher als gedacht den geplanten Lehrbienenstand für das Projekt „Bienen-InfoWabe“. Wie hatte ich doch schon als Kind gebetet? „Mit Gott fang‘ an …“ und so steht unser neuer Standort ganz sicherlich unter einem besonderen göttlichen Schutz.

(Fast) die ganze Story

Bienenscharmtraube auf AhornastLeiter wird durch den Friedhof geschlepptKurz nach unserem Eintreffen erhob sich der Schwarm und suchte sich – nach einigem Hin und Her – einen Ahorn-Ast unweit der Urnengrabstätte. Tja, das Grablicht wäre für uns bequemer gewesen.

Doch dann tat sich etwas Seltsames. Ein winziges Bienenhäuflein löste sich vom Ende der Traube und fiel wie ein nasses Tuch zu Boden. Während Reinhold sich von der Friedhofsgärtnerei Böhmer eine Leiter holen ging, beobachtet ich, wie sich im Gras ein aufgeregtes Minischwärmchen ansammelte. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass sich das kleine Gefolge um eine (ungezeichnete) Königin scharte.

Die Frage war nun: begleitete der Schwarm eine oder gar zwei Königinnen? Vielleicht saß oben die alte Königin und unten krabbelte die junge, noch unbegattete, also duftmäßig unattraktivere Königin mit nur wenigen treuen Freundinnen?

Bienenschwarm lässt sich in den Schwarmfangkasten lockenUm an den großen Schwarm zu gelangen erwies sich die Leiter als zu kurz. In der Zeit, bis ich endlich eine wirklich sehr lange Leiter, organisiert von Dieter G., durch das weitläufige Gelände durchbugsiert hatte, entschloss sich der „lebendige Ast“ zum Abflug. Er machte sich auf in Richtung Schwarmfangkasten, in der wir die im Gras krabbelnde Königin (offenbar dann doch die einzig wahre) eingesetzt hatten. Ehe wir’s uns versahen, brauste es rings um uns her und die kompakte Traube löste sich in ihre winzigen Einzelteile auf.

Die Leiter also war umsonst geholt. Doch wir waren happy über unseren so bodennahen und damit völlig ungefährlichen Schwarmfang.

Einkehren der außerhalb des Schwarmfangkasten ansitzenden BienenBEinsprühen des Schwarms mit Wasserald waren so ziemlich alle Bienen im Kasten. Die noch außensitzenden Bienen sprühte ich leicht mit Wasser an, damit sie beim Einkehren nicht aufflogen. Dennoch war ein Hut ausnahmsweise einmal angenehm, denn es schwirrten doch noch recht viele Nachzügler umher. Stechen würden sie nicht, ein Schwarmvolk hat alles andere im Sinn als dieses. Sicherer als jetzt kann ein Imker kaum sein. Doch sind die Augen geschützt, lässt es sich einfach viel entspannter arbeiten.

Vorsichtiges Zuschieben des SchwarmfangkastendeckelsAußerhalb des Schwarmfangkastens noch ansitzende BienenDen Deckel endgültig verschließen erschien am Schwierigsten, die Gefahr, zahlreiche Bienen zu quetschen, war groß. Wie gut, dass der Schwarmfangkasten, vom Opa meiner Freundin Jutta angefertigt, auf einer der Längsseiten keine Kante hat, sondern glatt ausläuft. So lässt sich der Deckel schiebend schließen. Trotzdem muss mit dem Abkehrbesen nachgeholfen werden.

Leider saßen immer noch etliche Arbeiterinnen außen dran, denn durch die beiden seitlichen Gitter war die Königin gut zu riechen, die Bienen wollten unbedingt zu ihr. Ein paar konnten wir noch in einem Joghurtkübel mit geschlitztem Deckel für die Luftzufuhr auffangen und mitnehmen. Doch was sollte mit dem Rest passieren? Nun, sie würden sich wohl in andere Völker einbetteln. Doch dann passierte etwas sehr Nettes. Und wir lernten einen neuen Trick. Ausgerechnet von jemanden, der’s mit Bienen gar nicht so hat …

Wie ich schon schrieb – dieses „Kreuz-Christi-Volk“ wird offensichtlich spirituell unterstützt …  morgen gibt’s den Rest der Friedhofsstory!

Die Geburt neuer Völker live erleben – Ablegerbildung

Wie geht es euren Völkern im Mai?

Pracht-BrutwabeAnlass? Arbeiten an den Patenbienen
Wo? Erster Treffpunkt 10.00 Uhr Villa Dessauer (Garten); weiter geht’s über REWE-Rudel (Würzburger Straße) – Wildensorg-Rinnersteig – Buger Wiesen – Erba-Insel (Fünferlessteg). Für den genauen Ablauf bitte Kontakt aufnehmen!
Wann? So., 11.05.2014 | 10.00 – 15.00 Uhr als Gesamttour, kann gekürzt werden!
Was? Ablegerbildung. Die Geburt neuer Völkern live erleben!
Kosten? Gegen Spende; Für unsere Bienenpat(inn)en kostenlos!
Weitere Info? Kommen Sie entweder zu einem der Treffpunkte oder fahren Sie uns bei dieser Tour mit dem Auto hinterher. Bis zu drei Personen können wir auch bei uns mitnehmen.

Die Tourdaten

10.00 Uhr Treffpunkt im Garten der Stadtgalerie Villa Dessauer
Wir bilden einen Ableger, den wir im Anschluss zu seinem neuen Standort „Berggebiet / Hohes Kreuz“ (REWE-Rudel-Markt in der Würzburger Straße) bringen. Denn Annemarie Rudel wird unsere neue Bienenpatin! 11.00 Uhr ist Abfahrt vom Markt.

11.10 Uhr Treffpunkt Wildensorg-Rinnersteig (bitte genauen Ort bei uns erfragen)
Wir bilden einen Ableger, den wir nach einer Mittagspause (ca. 12.00 – 13.30 Uhr) im Landgasthaus Heerlein (Wildensorger Hauptstraße 57) zum Interimsstandort Buger Wiesen bringen. 13.45 Uhr ist Abfahrt von Wildensorg.

14.00 Uhr Treffpunkt in den Buger Wiesen (bitte genauen Ort bei uns erfragen!)
Wir bilden einen Ableger, den wir zu unserem neuen Standort „Inselstadt / Erba-Insel“ (am Fünferlessteg) bringen. 14.45 Uhr ist Abfahrt von den Buger Wiesen.

15.00 Uhr Beenden der „Ablegertour“ an der Erba-Insel. Aufstellen der Beute.

Anmeldung bis 09.05.2014 erbeten.

Bienenfrühjahrskontrolle an besonderen Orten Bambergs (I)

Pracht-BrutwabeWenngleich ich auch gestern schrieb, dass so manche Frühjahrstätigkeit nicht so die lustigste ist – ein Besuch unserer Bienenpaten-Standorte entschädigt doch immer dafür! Sie sind einfach alle miteinander sehenswert! Und wenn wir dabei auch noch Prachtwaben wie die auf nebenstehendem Foto entdecken, hüpft unser Imkerherz! Hier zur Abwechslung ein kleines Porträts eines Standorts des „Bamberger Lagenhonigs“, heute die Inselstadt / Villa Dessauer.

Bienenpatenbeute von Dr. Regina Hanemann, BambergBienenpatin ist Dr. Regina Hanemann, Museumsdirektorin von drei Bamberger Museen und also Hausherrin auch der Stadtgalerie. Sie wünscht sich ein saniertes Gebäude und etwas mehr Blumen im umgrenzenden Garten, hat aber trotz alledem eine perfekt innerstädtische und zugleich malerisch-idyllische Lage vorzuweisen.

Blick in Garten der Villa Dessauer, Bamberg, mit RosskastanieBegehrte Tracht: Kastanien. Erkennbar an den dunkelroten Pollenhöschen unserer Kleinen. Und natürlich die Linden vom Schönleinsplatz. Nebst reichlich Tracht aus den umliegenden Gärten des Haingebietes. Dass das Gartenamt kürzlich unserer Bitte nach mehr Salweiden ohne Umstände folgte, steigert sicher das Bienen- und Menschenglück.

Unverdeckelte HonigwabeWie dieser Bamberger Lagenhonig schmecken wird, wissen wir allerdings noch nicht. Denn im vergangenen Jahr wurde erst der Ableger eingestellt, der nun in 2014 Honig abgeben kann. Unsere Prognose: nicht zu süß, eher aromatisch bis herb und ganz sicher kräftig im Geschmack. Und außerdem sicher: es wird nicht allzu viel davon geben, denn bei jeder Öffnung verliert man im Schnitt 1,5 Kilo Honig. Doch sind uns die Klassenführungen zu einem Verständnis der Biene wichtiger als der Ertrag.

Hortkinder und Bienenpatin Dr. Regina Hanemann an der offenen Lehrbeute/PatenbeuteDr. Regina Hanemann hat ihren Standort auch freigegeben für die Führungen der Bamberger Schulbiene. Das konnten wir in diesem Jahr erstmals nutzen, und zwar mit der 30-köpfigen Don-Bosco-Kinderhortgruppe „Weide“. Dabei bezogen wir auch den angrenzenden Harmoniegarten ein (siehe Bericht). Der wiederum zwar für den Unterricht, nicht jedoch sonderlich für Bienentracht taugt. Doch auch jenes soll geändert werden, die vorgesehenen Kornelkirschen sind bereits bestellt.

rotes Band für Zusammenschluss Museen am DombergWie schön alles miteinander harmoniert und ungeahnte Verbindungen eingeht zeigt „das rote Band“. Als Symbol für den Zusammenschluss der „Museen um den Bamberger Dom“ initiiert, verstrickte die Augsburger Bienenpatin Elisabeth Burger für Bienenpatin Regina Hanemann ein paar Meter Wolle und nahm so nicht nur am Bienenleben in Bamberg teil.

Fassen wir zusammen: zentrale Lage, gute Trachtsituation, hilfreiche Stadt(Bedienstete), interessierte Sozialeinrichtungen, unterstützende Bienenpaten, rücksichtsvolle Museumsbesucher – das sieht ganz nach einer echten Bienenstadt aus!

 

Frühjahrsarbeiten der Imkerei – nicht alles ist lustig

Birgit Herrndobler und Reinhold Burger an den KHG-Bienen

Birgit Herrndobler und Reinhold Burger an den KHG-Bienen

Seit kurzem helfen wir mit bei der Bienenbetreuung im Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg. Am 30.04. erfolgte zum zweiten Mal die Weiselkontrolle. Alle drei Völker waren schwarmbereit. Zwei von drei Völkern sind besonders aktiv. Wir hoffen, dass sie sich im Laufe des Jahres etwas beruhigen werden, denn „Wabentreue“ sieht anders aus. Nur sehr behutsam konnten wir uns ihnen nähern, um die allfällige Pflegemaßnahme, das Weiselbrechen, vorzunehmen.

Königin mit ihrem VolkDoch meist ist es so, dass besonders aktive Völker, die es dem Imker nicht so leicht machen, besonders viel Honig eintragen. Na dann, wir werden sehen. Spätestens im nächsten Jahr werden wir beim Stammvolk die Königin durch eine sanftmütigere Züchtung ersetzen. Der Hauptgrund ist jedoch, dass eine Königin nach zwei bis drei Jahren bereits ihre Legefähigkeit einbüßt. Ersetzen wir sie nicht, machen’s die Arbeitsbienen selbst. Was der Schwarmbildung Vorschub leistet. Manchmal merkt man den Austausch nicht einmal, wenn sie im Herbst „still umweiseln“.

Weiselzellen brechen zur Schwarmverhinderung

Weiselzellen auf Drohnenrähmchen

Weiselzellen auf Drohnenrähmchen

Neben dem Ersetzen der Königin ist auch das Weiselzellenbrechen nicht gerade der schönste Teil des Imkerns. Die vom Volk nachgezogenen Königinnenzellen müssen rechtzeitig entfernt werden, bevor die alte Königin mit einem Teil des Volkes ausschwärmt, um der jungen Königin den Stock zu überlassen. Wäre nicht die Varroamilbe, gegen die unsere westliche Honigbiene nicht ankommen kann, könnte man sagen: „Na und? Sollen sie doch!“ Nur überlebt der Schwarm in Freiheit nicht, wenn er nicht vom Imker gepflegt wird. Zweites Manko: es gäbe weniger bis keinen Honig zum Ernten, denn das zurückbleibende Volk ist um etwa die Hälfte kleiner und muss sich wieder erst zu einem Wirtschaftsvolk entwickeln. Es werden noch viele, viele Jahre vergehen, bis durch Züchtung ein Sieg über die asiatische Milbe zu vermelden ist. Bis dahin müssen wir das Beste daraus machen.

Drohnenschneiden zur Varroabekämpfung

Weiselzellen auf DrohnenbauAls eine vorbeugende Maßnahme gegen die Varroose ist das Schneiden von Drohnenzellen gedacht. Varroa destructor nämlich liebt die Zellen der männlichen Bienen, die größer als die der Weibchen sind und auch einen längeren Entwicklungszyklus haben. Ideale Bedingungen, um gleich mehrere Generationen zur Welt zu bringen, die der Honigbiene schwer zu schaffen machen. Daher geben Imker im Frühjahr einen oder zwei Baurahmen in die Beuten, die, da ohne vorgefertigte Mittelwand oder einen Wachsanfangsstreifen, von den Bienen für die Drohnenbrut ausgebaut werden.

Drohnenbrut ausschneiden

Nicht der schönste Teil des Imkerns: Drohnenbrut ausschneiden

Ist die Brut verdeckelt, kann so mit einem Male jede Menge Varroen entnommen werden. Die buckeligen Zellen sind gut zu erkennen und werden aus dem Rahmen entfernt, am besten in eine Plastiktüte. Es ist ebenfalls keine schöne Arbeit, muss jedoch zwingend sein. Für die geringe Menge an Spermien, die eine Königin benötigt, gibt es weitaus mehr Drohnen, als gebraucht werden. Insofern vermisst das Volk die entnommenen Drohnen nicht. Sie selbst würden außerdem für ihre Entfernung sorgen, damit nicht zu viele Drohnen heranwachsen. Klingt komisch, ist aber so.

WachsschmelzerWir frieren die Drohnen ein, um ein Leiden zu verhindern, andere legen sie für Vögel aus (verboten wegen der Gefahr, eventuell Faulbrut zu übertragen), wieder andere verfüttern sie an ihre Hühner, die sich über die Maden und Puppen als willkommene Mahlzeit zu freuen. Nach dem Einschmelzen der Reste wird das Wachs wieder verwendet. Dazu kann ein Sonnenwachsschmelzer verwendet werden, wie ihn Birgit Herrndobler für ihre Schule angeschafft hat. Übrigens aus ihrem eigenen Geldbeutel. Es wäre schön, wenn sich jemand findet, der das Material finanziert, denn die Biologielehrerin wird wegen Mutterfreuden die Schule zum Sommer hin verlassen.

Bienenfreundliche Balkon-Tipps von Elkes Kräuterspiralgarten

[ep] Der bienenfreundliche Balkongärtner bevorzugt einfache und ungefüllte Blüten und die Fülle der Kräuter. Unsere „Balkonkästen zur Honigbiene“ blühen nicht zwingend durch den ganzen Sommer. Stattdessen sprechen sie mit Duft und Farbe unsere Sinne an und fördern aktiv den Umweltschutz. Wie wäre es einmal mit einem Kräuterkasten auf Balkon oder Terrasse? Hier zwei Vorschläge mit Einkaufslisten:

„Mediterraner Kräuterkasten zur Honigbiene für Genießer“

Hummel auf LavendelblüteMein persönlicher Favorit ist mit mehrjährigen Kräutern bestückt, so dass er überwintert werden kann. Gerade Kräuter bieten einen großen Reichtum für unsere Küche, duften herrlich und sind regelrechte Magnete für Honigbienen und Schmetterlinge. Holen Sie sich Gesundheit, Sinnlichkeit und Bienenschutz auf Ihren Balkon und lassen Sie es sich schmecken.

  1. Zitronenthymian
  2. Orangenthymian
  3. Lavendel
  4. Salbei
  5. scharfer Mauerpfeffer (dekorative Füllpflanze)

„ Fränkischer Kräuterkasten zur Honigbiene für Genießer“

Der fränkische Kräuterkasten enthält traditionelle  Pflanzenschätze und essbaren Blütenblätter.

  1. Zitronenmelisse
  2. Schnittlauch
  3. Wilder Majoran
  4. Ringelblume
  5. Kapuzinerkresse hängend
Biene in CalendulablüteKräuter für unsere bienenfreundlichen Balkonkästen sind bei der Bienenpatin Carmen Dechant in der Hofstadt-Gärtnerei inmitten des alten Bamberger Gärtnerviertels erhältlich. Carmen Dechant stellt gerne auch für Sie einen persönlichen, bienenfreundlichen Kräuterkasten zusammen.
Fragen Sie auch in der Böhmerwiesen-Gärtnerei nach. Dort gibt es zwar mehr Blumen als Kräuter, doch sicherlich finden Bienenpatin Sabine Gründler und ihr Bruder, Ralf Böhmer etwas Geeignetes.

Bienenfreunde in der Stadt

[ep] Denken wir an Bienen, reisen unsere Gedanken häufig ins Grüne und aufs Land. Doch gerade unsere Bienen sehen das oft ganz anders.

Imkern in der Stadt

Reinhold und Carmen schieben den Träger mit dem Ableger zum Standort.In den letzten Jahren wurde auch das „Imkern in der Stadt“ immer beliebter.  Bienenbeuten auf Dachterrassen, ja sogar am Berliner Dom oder auf der Pariser Oper machten Schlagzeilen. Für viele war der Erfolg der Stadtimker  sehr überraschend: Die Bienen in der Stadt produzierten mehr Honig als ihre Kollegen auf dem Land. Gerade Städte bieten unseren Bienen reichlich Nahrung. Parkanlagen, Hausgärten – ja, auch die Dachterrassen und Balkone sind Bienenparadiese durch das ganze Jahr.

Dies gilt natürlich besonders für eine Gärtnerstadt wie Bamberg, in der 18 Familienbetriebe die traditionellen Anbauflächen im Herzen Bambergs bewirtschaften. Das Weltkulturerbe Bamberg bildet mit seinen Gärtnereien somit einen aktiven Beitrag zum Bienenschutz in Bamberg. Zwei der Gärtnerfamilien sind sogar Bienenpaten von Bienen-leben-in-Bamberg.de. Sabine Gründler von der Gärtnerei Böhmerwiese und Carmen Dechant aus der Hofstadt-Gärtnerei.

Der bienenfreundliche „Balkonkasten zur Honigbiene“ für den Sommer

Geranien – schön, doch keine Bienennahrung

Geranien – schön, doch leider keine Bienennahrung

Der Schmuck unserer Fenster und Balkone mit dekorativen Pflanzkästen hat lange Tradition. Balkonkästen zieren und schmücken Rathaus und wichtige öffentliche Gebäude. Blumen auf Balkon und am Fenster bringen den Sommer und das Grün in unsere Wohnung, sorgen für gute Laune und schaffen entspannende Ausblicke.

Wer jedoch genauer hinschaut, der bemerkt schnell: Unsere heißgeliebten Geranien und Petunien sind kein Magnet für Honigbienen. Gerade die gefüllten Prachtblüten bieten unseren Bienen weder Pollen noch Nektar. In der Regel sind hier die Staubgefäße zusätzlich zu Blütenblättern umgebildet.

Daher verrate ich Ihnen morgen zwei Balkonkasten-Tipps – „Mediterran“ und „Fränkisch“ aus „Elkes Kräuterspiralgarten“.

VHS-Bienen-Kurs für Mutter-Kind in Bamberg

„Wie Bienen leben und woher der Honig kommt“

Einladung zur VHS-Mutter-Kind-Führung (ab 8 J.) in Bamberg
Wo? Treffpunkt Wildensorg-Mitte an der Bushaltestelle
Wann? Sa., 03.05.2014, 9.30 – 11.30 Uhr
Kosten? € 6,40 – Bitte melden Sie sich über die VHS Bamberg an. Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk sind notwendig. Der Preis (inklusiv Kostproben) gilt pro Person.

Biene in ApfelbaumblüteWas holen sich die fleißigen Bienen, wenn sie in der Natur herum schwirren? Honig ist es jedenfalls nicht! Doch was dann? Auf dem Wald- und Wiesenweg zum Lehrbienenstand (800 m) lernen wir, „mit den Augen einer Biene“ zu sehen. Wir betrachten durch eine Becherlupe genauer, was ihr an den Blüten so gefällt. Mit Bestimmungsbüchern finden wir heraus, wie die Lieblingsblüten der Bienen heißen.

Blick aufs BienenschaufensterDurch ein Schaufenster kannst du dann die Bienen bewundern. Die kleinen sind die Arbeitsbienen, die großen die Drohnen. Wer ist wer? Und findest du die Königin? Nachdem du dich an das Gewusel gewöhnt hast, gehen wir in einen Obstbaumgarten zu den richtigen Wohnungen der Bienen. Dort ziehen wir eine Bienenwabe heraus. Du kannst ganz nahe herangehen und die Bienen sogar streicheln, wenn du willst.

Kind zieht eine Honigwabe aus BeuteDie Wabe darfst du selber halten und daraus naschen, wenn schon Honig eingelagert ist. Außerdem bringen wir ein paar Gläser Honig mit, damit ihr bei unserem Picknick verschiedene Sorten probieren könnt. Zum Abschluss winkt ein Rätsel. Wenn du versuchst, es zu lösen, bekommst du ein Mitmach-Geschenk von uns.

Übrigens …

Wir freuen uns natürlich ebenso über Väter, Großeltern, Tanten und Onkeln, … für die Erwachsenen gibt es übrigens am 17.05.2014 einen speziellen VHS-Kurs „Die Imkerei – uraltes Handwerk und modernes Hobby“.