Die Buger Wiesen im Gespräch

Gesprächsrunde Buger Wiesen

v.l.n.r. Reinhold Burger, Dr. Jürgen Gerdes, Georg Spörlein

Wie geht es den Buger Wiesen im Süden Bambergs? Täuscht es, oder nahm die Zahl der Blüten in den vergangenen Jahren ab? Wird der Damm zu beiden Seiten des Rhein-Main-Donau-Kanals nicht zu oft oder auch zu früh im Jahr gemäht? Lässt es sich bewerkstelligen, dass Landwirte einen Blühstreifen ansäen, um den Insekten mehr Lebensraum zu bieten? Wie steht es um den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln? Könnte er Schuld daran sein, dass wir im vergangenen Jahr drei unserer (noch im Frühjahr prächtig entwickelten) Völker verloren?

Die Spezialisten für Natur und Wasser

Diese und weitere Fragen erörterten wir In einer nachmittäglichen Gesprächsrunde am 16.11.15 mit Dr. Jürgen Gerdes, dem Naturschutzbeauftragten der Stadt Bamberg sowie Georg Spörlein, dem Wasserexperten der Stadtwerke Bamberg.

Gesprächsrunde Buger WiesenNur mit Fach- und Sachverstand können wir als Initiative die Situation in den Buger Wiesen besser einschätzen lernen, um gegebenenfalls in einem weiteren Schritt aktiv zu werden. Von daher war uns der Besuch der beiden Spezialisten sehr wichtig und wir freuten uns, dass beide der lange im Voraus geplanten Einladung zu folgen vermochten.

Blume in den Buger WiesenDer Interessensmix der Buger Wiesen

Nicht auf alle unserer Fragen gab es eindeutige oder zufriedenstellende Antworten. Das erklärt sich aus der Viegestaltigkeit der Nutzung bzw. Nicht-Nutzung sowie der Eigentümer und mithin der Zuständigkeiten.

Bei den Buger Wiesen handelt es sich dabei um …

  • ein ausgewiesenes Überschwemmungsgebiet (das Baumanpflanzungen untersagt), welches allerdings gerade in den vergangenen Jahren zu hoher Trockenheit neigte (viele Aussaaten sind daher nicht angegangen)
  • sowohl landwirtschaftlich genutzte als auch brachliegende Flächen
  • zwei kommunale Gebiete (Bamberg und Strullendorf)
  • verschiedene Wasserschutzzonen
  • Bundeswasserstraßen-Begleitgrün in der Obhut des Wasserschifffahrtsamt Nürnberg

Dieser Interessensmix macht das Gebiet spannend, aber auch kompliziert in seiner Pflege und Hege bzw. Nicht-Pflege. Und nun auch noch die Bienen.

Die Bienen als Zeiger

Buger Wiesen-BienenFür uns sind sie Zeiger eines – nach unserem Verständnis – intakten Natur-Kulturraums, an deren Wohl wir zu erkennen glauben, ob es auch für andere Insekten eine funktionierende Lebenswelt gibt, mithin dem Menschen Nutzen und Segen bringt. Geht es den Bienen schlecht, so lässt sich daraus nicht allzu Gutes ableiten. Oder der Imker hat versagt. Hat er das wirklich, wenn andererseits an anderen Standorten Bambergs alles soweit im Rahmen des üblichen Bienenpflege-Auf-und-Ab verläuft?

Buger Wiesen, Weizenfeld 2014Hundertausende der kleinen Zeigerlein in den Buger Wiesen machten uns in den vergangenen Jahren große Sorgen. Während unsere sehr häufigen Besuche (die sich gerne auch bis zum Schwanenkeller nach Strullendorf erstrecken) vermeinten wir, dass es um die Blühkraft der Wiesen nicht so toll bestellt ist, wie es von Fotos oder vom Hörensagen her eigentlich sein sollte. Auch die Zunahme von trockenen Getreidefeldern statt nektartragenden Trachtpflanzen (beispielsweise Buchweizen, Rotklee, Bohnen, Raps oder auch Kartoffeln) konnten wir beobachen. Der Sorge nachzugehen statt einfach den Standort zu wechseln schien uns – für uns, die Bienen und Bambergs/Strullendorfs Menschen – erstrebenswerter.

Die Pflanzenwelt im Fokus

Wie es tatsächlich um den Pflanzenreichtum in den Buger Wiesen bestellt ist, wird die Neuauflage der Kartierung zeigen, die derzeit von Nürnberg aus im Zuständigkeitsbereich der obersten Naturschutzbehörde (Augsburg) vorgenommen wird, so Dr. Gerdes. In zwei Jahren ist dann auch mit einer Neuauflage der Broschüre „Biotope in Bamberg“¹ zu rechnen. Eine neuere Auflage liegt uns vor zur „Biodiversitätsstrategie – Bamberger Strategie für Biologische Vielfalt“². Beide sind beim Herausgeber erhältlich und können auch über uns entliehen werden.

Wasserschutzgebiet und Südflur

Ob unsere Völker wegen ausgebrachter Pestizide Schaden gelitten haben, lässt sich nur durch eine Laboruntersuchung feststellen. Wir hätten sie dieses Jahr vorgenommen, doch glücklicherweise war das heuer unnötig. Laborproben wurden dennoch gemacht, allerdings vom Trinkwasserbrunnen. Ein Wasserschutzgebiet unterliegt natürlich strenger Vorschriften, die auch überwacht werden. Zwar gäbe es teilweise immer wieder Pflanzenproben, entnommen landwirtschaftlich genutzter Flächen, die auf einen hohen Stickstoffgehalt hinweisen, so Georg Spörlein, doch sei man ansonsten sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Leider ist ein Flächenzukauf durch die Stadtwerke nicht mehr möglich, um noch mehr Felder brach liegen zu lassen.

Der RMD-Kanal böte für Bienen keine Sperre, um zur Südflur zu gelangen, überlegte Herr Spörlein und berichtete über die dortige Nutzung mit Kupsumtriebsplantagen und ihrer Wegränder, die reichlich blühen würden. Dr. Gerdes hatte ja bereits in seinem Vortrag vom 20.09.2015 für die Naturforschende Gesellschaft „Die Stadt als Lebensraum für Tiere und Pflanzen – Biologische Vielfalt in Bamberg“ vom Auftauchen der Mohnbiene, die bisher nur in Kemmern heimisch war, berichtet. Ob man jedoch einen künstlich erzeugten Lebensraum durch Ansaat von Mohn- und Kornblumen für ihre Verbreitung sorgen könnte, bezweifelte er. Also, wir würden es gerne darauf ankommen lassen.

Buger WiesenVielen Dank an Herrn Dr. Gerdes und Herrn Spörlein für die Bereitschaft, unsere Sorgen ernst zu nehmen, für die interessanten Ausführungen und Hinweise über die herrschenden Rahmenbedingungen und wie damit umgegangen werden kann – und natürlich für die Aussicht auf eine Mai-Exkursion!

Wir werden darüber hinaus das Gespräch mit dem Wasserschifffahrtsamt und den Landwirten suchen – und natürlich weiterhin mit den Vertretern der Stadt Bamberg und seinen Töchtern. [Ergänzung am 08.07.2016: Bamberger Buger Wiesen bleiben im Fokus]

Fußnoten:

¹ Hrsg. Umweltreferat der Stadt Bamberg. 3., erw. u. vollst. aktualis. Aufl. 2002.
² Hrsg. Stadt Bamberg, Referat 5, Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz. 2014.

Die Jugend, die Bienen, Frankfurt und die Kunst

Bienenzeichnung von NicolaiSage einer, die Jugend könne keinen Stift mehr halten, sondern nur noch Tasten drücken. Diese Tage erreichte uns Post, die uns stolz wie Oskar machte! Auf die Jugend aus Frankfurt am Main, genauer gesagt: Heddernheim. Dort fertigten fünf junge Künstlerinnen und Künstler, die zwischen 10 und 14 Jahre alt sind, detailreich gezeichnete Bienenkunstwerke an, fernab jeglicher Maja-und-Willi-Romantik, doch mit genauem Blick für Details und Freude am Fabulieren. In jedem Bild erwacht die spontane Lust, sich in die sich „abzeichnende“ Geschichte hineinzutauchen.

Bienenzeichnung von FelixStolz sind wir auch darauf, dass unsere Initiative die Adressatin dieser Kunstwerke wurde und wir sie hier ausstellen dürfen. Für immer im weltweiten Netz, sozusagen als virtuelle Dauerausstellung zu bewundern. Aber nicht nur hier in diesem Tagebucheintrag sind sie zu sehen, sondern auch als Headerbilder, die immer wieder überraschend auftauchen werden, wenn man nur genügend oft unsere Blogseiten wechselt oder sie erneut lädt.

Bienenzeichnung von JaelDie Bienenzeichnungen könnten als Fortsetzung von Malaktivitäten früherer Werke zu sehen sein, die sich mit Insekten und Kleinstlebewesen befasste. Aber auch mit Menschen in ihren beruflichen Tätigkeiten, den Umgang mit der Natur und den Gedanken zur Nachhaltigkeit. Dies von den jungen Künstlerinnen und Künstler als Einladung an die politische Führungsriege in Form von Postkarten versandt. Leider ohne Rückmeldung, wie man dem Artikel „Ausgezeichneter Protest“ entnehmen kann. (Doch wer weiß, ob sie nicht sogar kurz an eure Botschaft denken, sobald sie einer Spinne in ihrem Büroalltag ansichtig werden.)

Nun also Bienen. Gezeichnet nur für uns – und nun auch für euch da draußen! Wie kommt das alles?

Bienenzeichnung von PaulMein „Brotberufsleben“ als lernbegleitende Erwachsenenbildnerin gewährt mir die Gunst, viele Menschen in Deutschland und darüber hinaus kennenlernen zu dürfen. So kam ich eines Tages zusammen mit der ehemaligen Leiterin der Fachhochschulbibliothek Frankfurt am Main. Eine vielseitig interessierte Kollegin, der es nach ihrer Pensionierung gelang, den Leidenschaftsfaden zum Mitgestalten der Wissens- und Kulturräume nicht abreißen zu lassen. Im Gegenteil – endlich hatte sie Zeit, ein Buch zu schreiben („Wissensmanagement bei Führungswechsel“, noch nicht veröffentlicht), Ausstellungen zu konzipieren und  der gestaltenden Kunst zu frönen. Letzteres zum Beispiel im Atelier 13 in den Kursen von Susanne Köhler.

Bienenzeichnung von LiaHier nun verbindet sich die gemeinsame Geschichten von Brigitte Nottebohm – so heißt die agile Bibliothekarin – mit mir persönlich und meinem ehrenamtlichen Leben als „Bamberger Schulbiene“ und Mit-Initiatorin der Privatinitiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“. Denn die geschätzte Kollegin und ich blieben über unsere verbindendenden Fortbildungen (ob als Teilnehmerin, als Dozentin oder als Veranstalterin) hinaus weiterhin in Kontakt.

Bienenzeichnung von PhilippSo lassen wir uns wechselseitig an unseren wichtigsten Erfahrungen teilhaben, und so erfuhr Brigitte von unserem Bamberger Engagement für die Bienen. Sie wäre nicht sie, wenn sie daraus nicht etwas Neues anregen, etwas Verbindendes schaffen und etwas Nachhaltiges entstehen lassen würde.

Herzlichen Dank an Brigitte Nottebohm für diese wundervolle Idee, die Frankfurter-Heddernheimer Jugendlichen die Welt der Bienen für uns einfangen zu lassen, und an diese selbst, dass ihr das so bezaubernd, aber auch eindringlich umgesetzt habt! – und an Susanne Köhler, die es aufgegriffen hatte und uns ihre Grußworte zukommen ließ. Ihr habt uns alle sehr berührt und uns motiviert, mit unserer Initiative weiterzumachen – für Bamberg und (ja, man staune!) weit darüber hinaus!

Bienen-Widmung-Atelier13Aktualisiert am 19.11.2015

Krokussetzaktion Erba-Park Bamberg

Beim Einsetzen der Krokuszwiebeln2000 Krokuszwiebeln für den Erba-Park, genauer gesagt: für die Bienen und ihrem Hunger nach frischem, eiweißreichen Pollen nach dem Winter – fanden ihre erdige Heimat rund um 16 Obstbäume. Diese reihen sich entlang der großen Wiese am Standort der Bienen-InfoWabe und sind ein Überbleibsel aus Landesgartenschauzeiten.

Krokuszwiebeln warten aufs EinsetzenAn zwei Nachmittagen brachten wir die bereits am Austreiben befindlichen Zwiebelchen endlich unter die Erde. Dabei lockerten wir teilweise auch ein wenig die vergrasten Baumscheiben auf. Beim Verbuddeln unter strahlend blauen Himmel kam Vorfreude auf blass-bis dunkellila, weiße und gelbe Blütenköpfe auf. Wir sehen sie bereits besucht von zahlreichen Bienchen, die sich eifrig auf die staubbedeckten Naben stürzen werden.

Beim Einsetzen der KrokuszwiebelnWer uns zu der von uns vorfinanzierten Blütenpracht mit einer Spende unterstützen möchte – so wie es ganz spontan die Familie Kellermann zur ersten Setzaktion anlässlich der Eröffnungsfeier am 20.10.2015 tat – findet hier die Bankverbindungen.

Große Wiese mit Bienen-InfoWabe am Bienenweg, Bamberg„Überzahlt“ kann die Aktion nicht werden. Denn falls es einen (zweckgebundenen) Überschuss geben sollte, würden weitere Krokuszwiebeln gekauft werden. Denn neben der Salweide sind es tatsächlich die allerersten Blüten, die sich unseren geflügelten Freunden lebensspenden darbieten. Zudem sammeln wir für die künftige Bienenblumenweide, ebenalls im Erba-Park am Standort der Bienen-InfoWabe, dem Bienenweg 1.

Bambergs Stadtrat beschließt Bienenweg für Bamberg

Bamberg hat eine neue Wegebezeichnung: den Bienenweg! Er führt von der Maria-Ward-Straße in Höhe der Hausnummer 56a durch die Kleingartenanlage „Am Weidenufer“ hinüber bis zur Schiffsanlegestelle, die sich zwischen der Unterführung des Regensburger Rings / Friedensbrücke und dem Fünferlessteg befindet.

Hier die Sitzungsvorlage mit Plan und unserem Antrag.

Ilona Munique und Reinhold Burger freuen sich über den neuen "Bienenweg" in Bamberg (21.10.2015)Und so kompliziert waren denn auch immer unsere Wegangaben zur Bienen-InfoWabe, unserem neuen Informations- und Bildungszentrum im südlichen Erba-Park, mithin die neue Heimat der Bamberger Schulbiene. Dem wollten wir Abhilfe schaffen.

So baten wir am 20.07.2015 kurzerhand den Stadtrat, den „Bienenweg“ auf die Tagesordnung zu setzen. Nach einer Beschlussempfehlung des Kultursenats vom 8.10.15 landete diese formlose Bitte tatsächlich auf der Tagesordnung zur Vollsitzung am 21.10.2015TOP 7 der Stadtrats-Vollsitzung in Bamberg: Wegeneubenennung und wurde nach Aufrufung des Tagesordnungspunkt 7 mit einstimmigen Handzeichen problemlos durchgewunken.

Trotz des eher lapidaren Vorgangs wollten wir diesem für uns besonderen – und für Bamberg quasi historischen Vorgang – beiwohnen. Immerhin wird nicht an jedem Tag ein neuer Weg in Bamberg geboren bzw. „benamst“. Und nicht jeder Namensvorschlag wird so ohne Weiters in so kurzer Zeit – nur drei Monate nach Antragstellung! – aufgegriffen, die zugrunde liegende Liste womöglich niemals abgearbeitet werden. So merkte denn auch Oberbürgermeister Andreas Starke in unsere Richtung blickend lächelnd an: „Da wird sich jetzt besonders die Frau Munique und der Herr Burger freuen“ – was wir nur bestätigen können!

Probesitzen der PlüschiesDie Freude war auch unter den plüschigen Stellvertretern unserer echten Bienen, Willi und Maja, groß. Sie ließen sich vorsichtshalber auf einem mitgebrachten Stadtplan nieder und demonstrierten augenfällig, wie schwierig die bisherige Wegsuche zu kommunizieren war, und wie toll es doch jetzt ist, einfach allen zurufen zu können, die nach der Bienen-InfoWabe suchen:

„DA!!! Bienenweg!“

Der Weg eines neuen Wegenamens

Doch damit es soweit kommen konnte, dafür sorgten im Vorfeld der Leiter des Kultur-, Schulverwaltungs- und Sportamtes, Verwaltungsdirektor Dieter Strattner. Ihm wurde unser Antrag, den wir am 20.07.2015 allen Stadtratsmitglieder per E-Mail zustellten (da wir das genaue Procedere nirgends festgelegt fanden) zur Bearbeitung zugeleitet. Darin enthalten ein Plan, für welchen Wegabschnitt wir uns den neuen Bienenweg vorstellen konnten. Nämlich genau den Weg an unserer Bienen-InfoWabe vorbei, egal, aus welcher Richtung man kommt.

Im Treppenhaus des Kulturamts in der Hauptwachstraße 16Am 04.08.2015 wurden wir sodann von der Kulturamtssekretärin, Manuela Barth, zu einer Besprechung eingeladen, die wir ganz spontan für den gleichen Tag ansetzten. Hier wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass neue Wegebennennungen einem bestimmten Verfahren unterliegen. Beispielsweise werden der Historische Verein, der Bürgerverein und weitere Gremien informiert, ob nicht andere bereits vorgeschlagene Bezeichnungen vorzuziehen wären – zum Beispiel alte Flurnamen, was ja auf der ERBA-Insel durchaus vorstellbar wäre. Da dort jedoch alles, was prägnant für das Areal ist, bereits „untergebracht“ ist – An der Weberei, An der Spinnerei, Am Werkskanal – befand sich der Vorschlag „Bienenweg“ sozusagen allein auf weiter Flur.

Im Büro des Kulturamtsleiters Bamberg

Im Büro des Kulturamtsleiters Bamberg, Dieter Strattner (Mitte)

Miteinander erörterten wir die von Herrn Strattner und Frau Barth vorgestellten möglichen Alternativen, beispielsweise statt eines neuen Wegenamens vielleicht ein Hinweisschild zur Bienen-InfoWabe. Das hatte natürlich ebenfalls Charme. Doch nach kurzer Überlegung bevorzugten wir den offiziellen „Bienenweg“ als unumstößliches Zeichen, dass Bamberg nun auch eine Bienenstadt ist. Zwar werden wir es sicherlich nie erreichen, dass die Biene im Stadtwappen, wie zum Beispiel in Strullendorf, auftauchen wird, doch damit können wir leben 😉

Vollsitzung Stadtrat Bamberg am 21.10.2015Das Kulturamt versprach seine Unterstützung, dass der Antrag so rasch wie möglich seinen weiteren Bearbeitungsgang erfährt. Denn die Ausschreibung beispielsweise zu unseren beiden VHS-Kursen im Frühjahr 2016 könnte bereits mit Hinweis auf den Bienenweg 1 erfolgen. Denn ab sofort sollen diese in der Bienen-InfoWabe stattfinden. Tatsächlich mussten wir bis zum 16.10. die Angaben hierfür an die VHS einreichen, so dass wir uns an diesem Tag beim Kulturamt erkundigten, wie weit die Sache denn bereits gediehen wäre. Und erfuhren von daher eher zufällig von der Vollsitzung des Stadtrats wenige Tage später.

Na, wenn das nicht eine Punktlandung der Ämter ist! Herzlichen Dank für diese unproblematische und schnelle Unterstützung des Bienenwegs, der uns geradewegs zur Bienenstadt Bamberg bringt!

„Bienen“-Geistreiches im Historischen Museum Bamberg

Postkarte Erzählcafé BienenZusammengekuschelt und versorgt mit heißem Kaffee lauschten die Gäste des Erzählcafés am 18.10.2015 den Ausführungen und Anekdoten zu den Themen (Wild-)Bienen, Wachs und Imkerliches. Sie alle verband das Motto „Bienen“, welches die Geschäftsführerin des Flussparadies Franken e. V., Anne Schmitt, souverän anmoderierte.

6822-Geschenke-fuer-ModeratorinStattgefunden hatte die über zweistündige Veranstaltung im Historischen Museum am Domberg, liebevoll mit Exponaten, Früchten, Herbstlaub und Efeu (mit Hinweis auf seinen hohen Wert als letzte Bienenfutterpflanze im Jahreslauf!) geschmückt von den Mitarbeiterinnen der Direktorin, Dr. Regina Hanemann, mithin auch eine unserer Bienenpatinnen.

Auch die Vortragenden, vielmehr „Erzähler/innen, brachten einiges aus ihrem Fundus mit, so dass die Bühne einen schönen und inspirierenden Anblick bot.

6810-Erzaehlerpodium-BienenWir beide, Reinhold und ich, wurden zunächst nach unserem Bamberger Lagenhonig und seinen Standorten befragt, und wie wir auf die Initiative mit ihren Schwerpunktprojekten „Bamberger Schulbiene“, „Bienenpatenschaften“ und „Bienen-InfoWabe“ kamen. Da wir im Namen unserer Initiative nicht den frustrierenden Begriff „Bienensterben“ führen wollten, entschieden wir uns für das verheißungsvollere und verpflichtendere Wort „Bienen-leben“, mit unserem Wirkungskreis „in-Bamberg“. Die Schulbiene hingegen entstand schon etwas früher, anlässlich des Don-Bosco-Weihnachtsmarktes 2012, als uns Lehrer/innen um das Angebot eines Bienenunterrichts baten. Tja, und so führte eins zum anderen, bis hin zum kürzlich eröffneten Klassenzimmer im Erba-Park, der „Bienen-InfoWabe“.

Dr. Hanemann reicht Wildbienensammlung herumNach uns führte uns der Biologe Klaus Weber vom Landschaftspflegeverband Bamberg in das Thema Wildbienen ein. Seine mitgebrachte und herumgereichte Sammlung aus dem Fränkischen Jura wurde von einigen Gäste sehr genau betrachtet. Unter anderem kam die Frage auf, ob ein paar der aufgespießten Insekten denn junge Bienen seien, weil sie so klein wären. Herr Weber verneinte dies mit Hinweis darauf, dass Bienen kaum mehr wachsen würden, sobald sie geschlüpft seien. Dass Wildbienen und Honigbienen nicht in Konkurrenz bei ihren Bestäubungsleistungen stehen, sondern sich stattdessen ergänzen würden, konnte als einvernehmliches Ergebnis einer kurzen Diskussion festgestellt werden.

Gäste des Erzählcafès "Bienen"Ebenso konkurrenzlos ist die Zeidlerei, also das Imkern auf Bäumen aus historischen Zeiten. Sie wird an fünf Bäumen am Zabelstein seit letztem Jahr unter wissenschaftlicher Begleitung wieder praktiziert, berichtete der Leiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner. Weitere Kurse werden folgen, eine Exkursion dorthin ist schon mal angedacht.

Obgleich Honigbienen die meiste Zeit ihres Lebens im Dunklen verbringen, sieht sie so macher als „Lichtgestalt“. Was für Herrn Mergner insofern erhellend ist, als sich das Zeidlern auf „Brusthöhe“ weniger gut anlässt als einige Meter über dem Boden. Die Erklärung:

„Bienen streben dem Himmel, also dem Licht zu“, so Theresa Dotterweich, die Kräuterfrau aus Vorra bei Frensdorf, die für ihren bienenfreundlichen Garten bekannt ist. Sie führte die Gäste kurz in die Bienenarten ein – Arbeitsbiene, Drohn, Königin – und was es mit dem frischen, hellen Naturbienenwaben und dem bebrüteten und daher dunkleren Bienenwachs auf sich hat. Auch ihr geht es weniger um den Honig als um Höheres, nämlich im Garten den Einklang der Natur zu erleben und die eigene Freude darüber. Ganz handfest war auch die Freude der Gäste, als sie vom mitgebrachten Met kosten durften, einem Geschenk aus – genau, dem Naturgarten der Erzählerin. So schmeckte der selbstgebackene Bienenstich und andere Kuchen, die uns offeriert wurden, noch einmal so gut!

Edgar Kerling im Gespräch mit einem GastMichael Kerling, der ebenfalls „Erhellendes“ über Wachs von sich gab, außerdem etwas zu seiner Wachstock- und Modelsammlung berichtete, beendete die Erzählrunde mit einem Einblick in sein Bäcker- und Konditorleben in der Oberen Königsstraße. „So, wie man damals Lebkuchen buk, würde das keinem Menschen heute noch schmecken“, schmunzelte er und riet davon ab, nach alten Rezepten zu backen, wenn man nicht in die Gefahr verdorbener oder steinharter Lebkuchen geraden möchte.

Nicht nur die Gäste, die im Anschluss ans Erzählen ihre eigenen Erlebnisse zum Besten oder auch Fragen stellen durften, sondern auch für uns Erzähler/innen, die wir mit einem Buch und selbstgemachter Marmelade verabschiedet wurden, war es ein angenehmer, kurzweiliger und hochinteressanter Nachmittag, Fröstelei hin oder her. Wenn es einem warm in Kopf und Herz wird, dann hält man das doch ganz gut aus. Wir würden jedenfalls wieder kommen – und natürlich auch als Gäste.

Nachtrag 7. Januar 2016:
Ausgewählte Audiomitschnitte des Erzählcafés Bienen zum Nachhören auf www.flussgeschichten.org

Erzählcafé „Bienen“ im Historischen Museum Bamberg

Bienen – Erzählcafé 2015

Honigbiene mit PollenhöschenAnlass?   Erzählcafé des Historischen Museums der Stadt Bamberg und des Flussparadieses Franken e. V. unter dem Motto „Bienen“
Wo?   Historisches Museum am Domberg, BAMBERG, Domplatz 7
Wann?   So., 18.10.2015 | 14.30 – 16.00 Uhr
Was?  Bei Kaffee und Kuchen erzählen wir Geschichten rund um die Bienen – lustiges, kurioses, rätselhaftes, erstaunliches … und natürlich auch von der lebensnotwendigen Bedeutung der Bienen für die Menschen in Stadt und Land. Wenn Sie Bienen lieben, gerne Honig essen oder Blumenfreunde sind … lassen Sie uns miteinander ins Gespräch kommen, am liebsten generationsübergreifend!
Für wen?  offen für alle
Weitere Info?  siehe Programm Flussparadies Franken e. V.
Kosten? € 5,- mit Kaffee und Kuchen

Postkarte Erzählcafé Bienen

Klasse! HEG spendet Klassensatz für den Bamberger Schulbieneneinsatz

Buchspende HonigbieneAlle auf einmal hätten sie sie nicht an die Bamberger Schulbiene übergeben wollen, die Geschäftsführerin der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland, HEG, Simone Machinek und der zweite Vorsitzende Michael Metzner. Denn insgesamt rund 12 Kilo wogen die 30 Exemplare des Buches „Makrokosmos Honigbiene“, die künftig an ältere Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schulbienen-Unterrichts entliehen werden. Da wären wir wohl in die Knie gegangen.

Simone Machinek, Reinhold Burger, Ilona Munique und Michael Metzner bei der Buchspendenübergabe vor der Bienen-InfoWabe

Simone Machinek, Reinhold Burger, Ilona Munique und Michael Metzner bei der Buchspendenübergabe vor der Bienen-InfoWabe

So übergaben die beiden anlässlich der kürzlich stattgefundenen Eröffnungsfeier der Bienen-InfoWabe symbolisch nur ein Exemplar mit den faszinierenden Detailaufnahmen aus der Bienenwelt des mehrfach preisgekrönten Fotografenehepaar Heidi und Hans Jürgen Koch. Fachkundig, jedoch beileibe nicht trocken lesen sich die bildbegleitenden Texte des Wissenschaftsjournalisten Claus-Peter Lieckfeld, der uns bereits seit „More than Honey“ kein Unbekannter mehr ist.

Der Klassensatz hat einen Buchhandelswert von rund 600 Euro, wurde jedoch vom Verlag Dölling und Galitz großzügig rabattiert. Der Wirtschaftsverein HEG bezahlte sodann den immer noch nicht unerheblichen restlichen Anteil.

„Wir freuen uns, wenn ihr den Kindern wieder die Bienen näher bringt, und auch das Imkern als eines der ältesten Handwerke der Welt darf nicht vergessen werden“, so Simone Machinek, selbst zusammen mit ihrem Mann Johann eine erfahrene Imkerin aus Hallstadt. Michael Metzner kann das ebenfalls nur begrüßen, natürlich auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Imkervereins in Burgebrach.

Bienenplüschtiere

Das orignale Bamberger Schulbienen-Maskottchen mit ihren Freunden Maja und Willi

Wir danken der HEG sehr, sehr herzlich für diese von Simone in Veitshöchheim spontan zugesagte Buchspende und freuen uns auf den ersten Einsatz der tollen Fotobände. Über diesen Einsatz wird die Bamberger Schulbiene in ihrem Tagebuch natürlich wieder berichten, ganz klar.

Falls auch Sie uns beim Ankauf von Schulmaterial oder der Bestückung unseres „grünen Klassenzimmers“ Bienen-InfoWabe unterstützen möchten – wir fänden das ebenfalls KLASSE! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

WISO-TV-Tipp: Honig – Imkerware oder Markenprodukt?

Was wäre Erntedank ohne Honig? Und natürlich ohne Bienen – da gäb’s auch keine weiteren Obst- und Gemüsesorten oder Beeren zum Schmücken des Altars. Doch welcher ist besser – Langnese oder Alnatura, oder die Eigenprodukte von Penny und Lidl usw. …?

Reinhold Burger und Mario am SetZDF/WISO wollte es genauer von uns wissen. Und begleitete uns einen Tag lang in Bamberg beim Ernten (am Schiffbauplatz) und beim Verarbeiten (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen) des süßen und wirkstoffreichen Ur-Produkts Honig (siehe unser Bericht), um grundsätzlich erst einmal Hintergrundinformationen zur Honigerstellung zu erhalten.

Verkostungsteam: Ina Kudlich, Reinhold Burger, Felicitas "Fee" SauerIm Anschluss daran fand eine Blindverkostung mit Honigsommelier Reinhold Burger sowie unseren Bienenpatinnen, die Feinkost-/Kaffeekennerin Ina Kudlich (Mokka makan) und die Vegan-Feinschmeckerin Felicitas Sauer (Feegan.de) statt. Sie führte zu interessanten, allerdings für uns nicht wirklich überraschenden Ergebnissen.

Dies alles ist zu sehen im Zweiten Deutschen Fernsehen am Montag, 05.10.2105 um 19.25 Uhr unter dem WISO-Reihentitel „Teuer oder billig: Honig“. [Nachtrag: hier geht’s zum Honigtest-Video]

Mokka makan Schwan, Bordüre von WebseiteLogo von Feegan.deVielen Dank fürs Mitmachen (und Mitleiden), Ihr Lieben!

Christiane Hartleitner mit eigenem Honig vom SchiffbauplatzVielen Dank auch an Christiane Hartleitner, die uns und das Filmteam Macondo Medien Filmproduktion GmbH aus Mainz um Erik Hane aufs Beste in ihrer Wohnung am Gabelmann in Bamberg bemutterte!

Babmberger Lagenhonig, 250gP. S.: Der Filmauftrag lautete, einen Vergleich unter Markenhonigen anzustellen. Doch im Anschluss an die Filmaufnahmen der Verkostung stürzten wir uns auf unseren Bamberger Lagenhonig (hier die Lage Schiffbauplatz) und waren alle einhellig der Meinung, dass … na, ratet mal!

Bauen und Bewahren oder: ein Dank zu Erntedank

Kreuzzeichen zur Weihe der Bienen-InfoWabe am 20.09.2015

Die Weihe der Bienen-InfoWabe durch Pfarrer Mathias Spaeter und Pfarrer Solomon Sahayaraj anlässlich der Haussegnung am 20.09.2015 © Foto: Joseph Beck

Die Weihe anlässlich unserer Eröffnung der Bienen-InfoWabe am 20.09.2015 begann Pfarrer Mathias Spaeter den Gottesdienst mit dem folgenden biblischen Wort:

Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. (Gen. 2,15)

Haussegnung der Bienen-InfoWabe am 20.09.2015, hier durch Pfarrer Solomon Sahayaraj

Pfarrer Mathias Spaeter und Pfarrer Solomon Sahayaraj © Foto: Joseph Beck

Bebauen. Das können die Menschen ganz gut. Uns eingeschlossen. So bauten wir die Bienen-InfoWabe als grünes Klassenzimmer des Erba-Parks, der von vielen im Sinne einer (Natur-)Bildungsstätte genutzt werden kann. Um das Bewahren zu lernen.

Denn den zweiten Teil des Satzes vergessen die Menschen allzu häufig. Das meinte auch Pfarrer Spaeter, als er in seiner Predigt ausführte:

Bebauen – gestalten nutzen, davon leben, das ist Teil unseres Lebens. Diesen Teil haben wir begriffen, verinnerlicht, und manchmal grenzenlos ausgelebt. Der andere Teil unseres Auftrages – bewahren – ist bisher zu kurz gekommen. Wir entdecken und erleben das, spät, hoffentlich nicht zu spät.

Erntedank-Festzugswagen zur Fürther Michaelis-KirchweihWir freuen uns auf die Entdeckungsreise des Erntedank-Tages, der uns vor Augen führt, wie reich doch unsere Welt ist und weiterhin sein soll. Dafür müssen wir etwas tun. Wir alle. Für unseren Teil sei gesagt: wir tun es sehr gerne!

An Erntedank zu danken allen, die uns dabei mit Rat, Tat und Spenden unterstützen, ist wohl angebracht. Auch dieses tun wir sehr gerne! DANKE euch allen!

Rettung fürs Dach der Bienen-InfoWabe

Reinhold und Schreiner Daniel Knauer vor der Bienen-InfoWabeBis zur Einweihungsfeier hatten wir’s leider nicht geschafft, das Dach der Bienen-InfoWabe. Derzeit zieren zwei Planen das Oberstübchen, doch kann das sicher nicht von langer Dauer sein.

Es war nicht leicht, in der letzten Phase des Frühherbstes, in der alle Welt noch Carports und Asylunterkünfte schreinertechnisch betreuen muss, Fachkräfte ehrenamtlich zu motivieren und zu koordinieren. Doch nun hat sich – Dank der Vermittlung einer lieben REWE-Mitarbeiterin – ein wahrer Helfer in der Not unserem Anliegen erbarmt.

So trafen wir uns am Dienstag mit Schreiner Daniel Knauer aus Breitengüßbach, der uns trotz engen Terminplans – am Wochenende findet die Messe Wohnen-Bauen-Ambiente in der brose ARENA Bamberg  statt – fachkundig beriet und uns für Donnerstag einen Mitarbeiter abstellen wird. Und das notwendige Equipment. Wir sagen vorab unseren allerherzlichsten Dank dafür!

Reinhold und Schreiner Daniel Knauer vor der Bienen-InfoWabeUnd an unseren Freund Ernie Reinwand, der uns bereits zum wiederholten Male unterstützt. Wir haben nicht nur die gleiche Imkerleidenschaft. Im Falle meiner Person sind wir außerdem auch „Tai-Chi-Freunde“ im Geiste. So wissen wir um die stärkende Kraft guter Gedanken und Taten, die sich niemals mit Geld aufwiegen lässt, doch für unsere Seelengesundheit von allergrößter Bedeutung ist. Bevor ich jetzt philosophisch werde … hm, und schon zuckt durch mein kleines Gehirn eine große Äußerung Albert Einsteins – „Ist nicht die ganze Philosophie wie in Honig geschrieben?“

Ach ja, wie immer wir es drehen und wenden wollen, Bienen und ihre Erzeugnisse waren immer schon da und nehmen Bezug auf alles, wirklich auf ALLES.

Und darum wird alles gut. Auch mit unseren (vor)letzten Handgriffen an unserem grünen Klassenzimmer. Einstein hätte sicherlich seine Freude daran: „Mit den guten Taten ist es wie mit den guten Gedichten. Man spürt es kräftig, kann es aber nur ganz unvollkommen rational erfassen.“ Unvollkommen will ich als Stichwort nun nicht mehr aufgreifen, das ist ja nun bald passè …

Danke, Daniel, für deine kommenden gute Taten!