Die Schwarmzeit hat begonnen

Weiselzellen und SpielnäpfchenGelb gezeichnete KöniginGutes Kurs-Timing – sowohl, was das Wetter als auch die Schwarmverhinderung betraf. Glücklicherweise ohne Regen, wenngleich temperaturmäßig an der „Schmerzgrenze“ – nicht so sehr für uns, doch für die Bienenbrut – konnte das Demo-Volk am Bienenweg komplett durchgesehen werden.

Eine Weiselzelle war bereits verdeckelt, mehrere kleinere Weiselzellen mit Larven bestückt. Ab jetzt heißt es bis mindestens bis zur Sonnwende im Juni: wöchentliche Kontrolle! Getreu dem Motto: „3-5-8, eine Königin ist gemacht“, wird am 8. Tag (3+5) die Weiselzelle verdeckelt. Sodann macht sich im Volk Aufbruchstimmung bereit. Dieser heißt es, rechtzeitig vorzubeugen. Der Tag 9 ist der ALLERSPÄTESTE (und hin und wieder auch der zu späte) für die Kontrolle.

Um die Brut nicht allzu lange zu unterkühlen, ging Reinhold nach positiver Kippkontrolle selbst alle Waben durch, zumal er auch nicht hätte am Nachmittag damit weitermachen hätte können. Die Regenfront war stabil angesagt. Dennoch war ein guter Einblick in das Geschehen des Volkes möglich.

Emily entfacht SmokerNatürlich ist es immer besser, wenn die Teilnehmenden selbst Hand anlegen können. Zumindest gibt es hierfür noch zwei Wiederholungstermine. Und immerhin wurde der Smoker durch Emily trotz Wind perfekt in Gang gesetzt. Wir verwenden übrigens Hanfstreu aus dem Zoofachgeschaft oder Baumarkt. Doch alles, was brennt und glimmt, jedoch die Augen nicht allzu sehr reizt, ist möglich. Ein Zündstreifen aus Eierkarton, evtl. in Wachsschmelzresten gebadet, erleichtert die Prozedur.

Geschmacksprobe Gelée RoyaleZurück zu den Weiselzellen. Christian wollte unbedingt einmal probieren, wie Gelée Royale, der Königinnenfuttersaft, schmeckt. Erst süß nach Honig, dann bitter, so seine Bilanz. Wir beschließen jedoch, wir sind alle hübsch genug und werden nicht in die Salbenproduktion  oder dem Herstellen angeblich lebensverlängernden Tinkturen einsteigen.

Warum Schwarmverhinderung?

Reinhold öffnet Volk zur WeiselzellenkontrolleDas Schwarmverhindern ist eine Maßnahme, die vor allem zwei Dinge bezweckt. Einerseits, um Honig zu erhalten, damit sich das Halten der Völker wenigstens teilweise durch Deckung des Eigenbedarfs oder auch durch seinen Verkauf wieder deckt. Schwärmt das Volk, so gibt es in dem laufenden Jahr kaum bis nichts zu ernten. Andererseits ist vor allem in Städten ein unkontrolliertes Schwärmen unbedingt zu vermeiden. Auch dieses hat zwei Gründe. Weder möchten die Stadtbewohner mit wilden Honigbienenschwärmen überzogen werden, noch tut man den Bienen gesundheitlich einen Gefallen, denn sie können nicht varroabehandelt werden, ein leider immer noch unerlässlicher Pflegeakt.

Rähmchen mit Weiselzellen und SpielnäpfchenDoch das Sich-Teilen eines Volkes hat definitiv einen verjüngenden und dadurch gesundheitsfördernden Sinn. Daher sollte immer mindestens ein Ableger pro Volk dafür sorgen, dass dieser Kreislauf funktioniert. Ob man dafür gleich ein Brutbrett mit einer Königinnenzelle – besser sind zwei bis drei – verwendet, oder ob man eine Reinzucht-Königin kauft und einsetzt, ist zu diskutieren. Die Meinungen gehen hier auseinander, und wie so oft sind auch die Rahmenbedingungen zu bedenken. Für unsere Jungimker im 4. Modul des Anfängerkurses eindeutig noch zu früh, wir haben genug anderen theoretischen Stoff, der verarbeitet werden will.

Teilnehmende des BLIB-Imkerkurses für Anfänger zum Modul 4Wie immer hoffen wir, es war nicht zu viel und nicht zu wenig, und die bereits Fortgeschrittenn haben ihre Spezialfragen ebenfalls zufriedenstellend beantwortet bekommen. Zum Imkern braucht es Geduld und Vertrauen, und das geht bereits mit dem Lernen an. Ihr dürft darauf vertrauen, das alles Relevante nach und nach zur Sprache kommen wird, und der Rest … wir haben noch viele Jahre Zeit für euch, z. B. auch zur BIWa-Sonntagsöffnung, nächstes Mal am 05.05. mit gleichzeitigem Modul-Wiederholungstermin.

Das nächste reguläre Modul 5 des BLIB-Imkerkurses für Anfänger findet am 01.06.2019 zum Thema Varroakunde und -kontrolle statt.

P. S.: Auch nach bereits erfolgtem Start ist ein Einstieg in jedes neue Modul jederzeit möglich. Die Dauer des Kurses beträgt 10 (ab 2019 dann 11) Module und richtet sich nach der Modulnummer Ihres Einstiegs. Ein zweites Jahr kann bei Terminproblemen kostenfrei angehängt werden.

Fotogalerie Modul 4 BLIB-Anfängerkurs

Schwarmverhinderung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, 4. Modul)

Grenzwertig kühl für einen Lehrbienenstandsbesuch, da werden wir das Üben etwas einschränken müssen. Doch Fragen gibt es ja immer, die Zeit werden wir zu nutzen wissen.

Sa., 27.04.19  |  10.30-12.00 Uhr 

Rähmchen mit zahlreichen Weiselzellen4. Modul: Schwarmverhinderung

Was? Die Bienen vermehren sich nun rasant und ziehen sich Königinnen nach. Um das Schwärmen zu verhindern, erfolgt nun bis Ende Juni die wöchentliche Weiselkontrolle, bei der die Weiselzellen entfernt werden. Einer Varroainvasion beuten wir biomechanisch durch Drohnenrahmenschneiden vor. Wir zeigen nicht nur, wie all die praktischen Arbeiten vonstatten gehen, sondern lassen unsere Kursteilnehmenden selbst Hand anlegen.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – Adresse und Daten unter dem angegebenen Link.
Und sonst? Wiederholungstermin nach Einzelabsprache möglich. Dieses Modul ist Pflichtmodul für eine Teilnahmebescheinigung über den Gesamtkurs.

Kosten, Anmeldung und Programm? BLIB-Imkerkurs-Anfaenger-2019 sowie Zusatztermine Honigschleudertage-2019.

Auch nach bereits erfolgtem Start ist ein Einstieg in jedes neue Modul jederzeit möglich. Die Dauer des Kurses beträgt immer 10 Module und richtet sich nach der Modulnummer Ihres Einstiegs. Ein zweites Jahr kann bei Terminproblemen kostenfrei angehängt werden.

Frühjahresarbeiten der Imkerei – nicht alles ist lustig

Birgit Herrndobler und Reinhold Burger an den KHG-Bienen

Birgit Herrndobler und Reinhold Burger an den KHG-Bienen

Seit kurzem helfen wir mit bei der Bienenbetreuung im Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg. Am 30.04. erfolgte zum zweiten Mal die Weiselkontrolle. Alle drei Völker waren schwarmbereit. Zwei von drei Völkern sind besonders aktiv. Wir hoffen, dass sie sich im Laufe des Jahres etwas beruhigen werden, denn „Wabentreue“ sieht anders aus. Nur sehr behutsam konnten wir uns ihnen nähern, um die allfällige Pflegemaßnahme, das Weiselbrechen, vorzunehmen.

Königin mit ihrem VolkDoch meist ist es so, dass besonders aktive Völker, die es dem Imker nicht so leicht machen, besonders viel Honig eintragen. Na dann, wir werden sehen. Spätestens im nächsten Jahr werden wir beim Stammvolk die Königin durch eine sanftmütigere Züchtung ersetzen. Der Hauptgrund ist jedoch, dass eine Königin nach zwei bis drei Jahren bereits ihre Legefähigkeit einbüßt. Ersetzen wir sie nicht, machen’s die Arbeitsbienen selbst. Was der Schwarmbildung Vorschub leistet. Manchmal merkt man den Austausch nicht einmal, wenn sie im Herbst „still umweiseln“.

Weiselzellen brechen zur Schwarmverhinderung

Weiselzellen auf Drohnenrähmchen

Weiselzellen auf Drohnenrähmchen

Neben dem Ersetzen der Königin ist auch das Weiselzellenbrechen nicht gerade der schönste Teil des Imkerns. Die vom Volk nachgezogenen Königinnenzellen müssen rechtzeitig entfernt werden, bevor die alte Königin mit einem Teil des Volkes ausschwärmt, um der jungen Königin den Stock zu überlassen. Wäre nicht die Varroamilbe, gegen die unsere westliche Honigbiene nicht ankommen kann, könnte man sagen: „Na und? Sollen sie doch!“ Nur überlebt der Schwarm in Freiheit nicht, wenn er nicht vom Imker gepflegt wird. Zweites Manko: es gäbe weniger bis keinen Honig zum Ernten, denn das zurückbleibende Volk ist um etwa die Hälfte kleiner und muss sich wieder erst zu einem Wirtschaftsvolk entwickeln. Es werden noch viele, viele Jahre vergehen, bis durch Züchtung ein Sieg über die asiatische Milbe zu vermelden ist. Bis dahin müssen wir das Beste daraus machen.

Drohnenschneiden zur Varroabekämpfung

Weiselzellen auf DrohnenbauAls eine vorbeugende Maßnahme gegen die Varroose ist das Schneiden von Drohnenzellen gedacht. Varroa destructor nämlich liebt die Zellen der männlichen Bienen, die größer als die der Weibchen sind und auch einen längeren Entwicklungszyklus haben. Ideale Bedingungen, um gleich mehrere Generationen zur Welt zu bringen, die der Honigbiene schwer zu schaffen machen. Daher geben Imker im Frühjahr einen oder zwei Baurahmen in die Beuten, die, da ohne vorgefertigte Mittelwand oder einen Wachsanfangsstreifen, von den Bienen für die Drohnenbrut ausgebaut werden.

Drohnenbrut ausschneiden

Nicht der schönste Teil des Imkerns: Drohnenbrut ausschneiden

Ist die Brut verdeckelt, kann so mit einem Male jede Menge Varroen entnommen werden. Die buckeligen Zellen sind gut zu erkennen und werden aus dem Rahmen entfernt, am besten in eine Plastiktüte. Es ist ebenfalls keine schöne Arbeit, muss jedoch zwingend sein. Für die geringe Menge an Spermien, die eine Königin benötigt, gibt es weitaus mehr Drohnen, als gebraucht werden. Insofern vermisst das Volk die entnommenen Drohnen nicht. Sie selbst würden außerdem für ihre Entfernung sorgen, damit nicht zu viele Drohnen heranwachsen. Klingt komisch, ist aber so.

WachsschmelzerWir frieren die Drohnen ein, um ein Leiden zu verhindern, andere legen sie für Vögel aus (verboten wegen der Gefahr, eventuell Faulbrut zu übertragen), wieder andere verfüttern sie an ihre Hühner, die sich über die Maden und Puppen als willkommene Mahlzeit zu freuen. Nach dem Einschmelzen der Reste wird das Wachs wieder verwendet. Dazu kann ein Sonnenwachsschmelzer verwendet werden, wie ihn Birgit Herrndobler für ihre Schule angeschafft hat. Übrigens aus ihrem eigenen Geldbeutel. Es wäre schön, wenn sich jemand findet, der das Material finanziert, denn die Biologielehrerin wird wegen Mutterfreuden die Schule zum Sommer hin verlassen.