Schulbienenbesuch des E.T.A-Hoffmann-Gymnasiums (1)

Klasse Aussichten für E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiasten

Die Sechst- und Siebtklässler aus der Gartengruppe des E. T. A-Hoffmann-Gymnasiums nutzten mit ihrem Lehrer, Dr. Johannes Bail den schönen Tag für einen wahrhaft aussichtsreichen Ausflug in Sachen Bienen, Honig und Imkerei. Heute der Teil 1 des Berichts.

Aussicht auf Bamberg von Wildensorg ausGleich mit mehreren Highlights konnte der Freitag, 7. Juni 2013, für die Schülerinnen und Schüler aufwarten. Zunächst die klasse Aussicht auf ein ausnahmsweise einmal nicht verregnetes Bamberg. „Schaut doch mal, so ein toller Ausblick!“ – schwärmte denn auch einer der Jungs zur Begrüßung, als die zweite Fuhre Kinder von ihrem Lehrer an der Rübezahl-Wiese ausgeladen wurde.

Luftiges Klassenzimmer „Aussichtstempel“

Bienenschaukasten am Aussichtstempelchen

Bienenschaukasten am Aussichtstempelchen

Im 1929 errichteten Aussichtstempelchen gab es zunächst etwas zur Geschichte der Imkerei zu erfahren. Auf ausgeteilten Kärtchen betrachteten wir die älteste Darstellung einer Honigentnahme, eine etwa 10.000 Jahre alte Felsmalerei in einer Höhle in Spanien. Ein Zeitsprung führte uns ins zehnte Jahrhundert. Abwechselnd lasen die Schüler* die Zeilen einer althochdeutschen Bienenbeschwörung, den „Lorscher Bienensegen“, vor. Das klang recht flüssig und wurde natürlich im Anschluss von der Schulbiene übersetzt.

Anhand eines Posters erläuterte Schulimker Reinhold die Entwicklungsstufen und Tätigkeiten der Honigbiene. Die Schülergruppe lernte in ihrem luftigen Unterrichtsraum hoch über Bamberg die markanten Unterschiede zwischen Arbeiterin, Königin und Drohne kennen. Doch mussten wir dabei nicht von „Null“ anfangen, einiges war ihnen bereits bekannt.

Perfekte Showbühne „Rübezahlwiese“

Bienenschaufenster

© Foto nicht zur weiteren öffentlichen Verwendung freigegeben

Das zweite Highlight war ganz sicher das von Reinhold vorab präparierte Bienen-Schaufenster, welches wir freundlicherweise vom Bioland-Hof der Familie Lips geliehen bekamen, bis unser eigenes Schaufenster gebaut ist — übrigens mit Hilfe von Spenden.

Hinter  Plexiglasscheiben konnte das rege Treiben angstfrei und von allen Seiten in Ruhe beobachtet werden.

 

Kameramann Arno SchimmelpfennigKameramann Arno Schimmelpfennig von Film-Recruiting, einer der Sponsoren der Bamberger Schulbiene, begleitete das Geschehen. Den Film werden wir in Teil 3 dieser Berichtsreihe zu sehen bekommen. Wir warten noch auf seine Fertigstellung.

Nun ist erst einmal Stärkung angesagt, um das Bienenschaufenster sicher zu transportieren. Nach dem Picknick auf der „Showbühne Rübezahlwiese“ ging es zu den richtigen Bienenbeuten, also der Behausung der Völker. Was wir dort erlebten, erfahrt ihr im Teil 2 „Echte Bienenwelt auf der Streuobstwiese“!

Zum Video geht’s hier lang.

Bienenschaufenster-Transport

* Für einen leichteren Schreib- und Lesefluss wurde die männliche Form stellvertretend für beide Geschlechter verwendet.

Schulbienenausstattung

Schulbienenausstattung:Leserucksäcke und BücherEin herzlichen „Dankeschön“ an alle Unterstützer der Bamberger Schulbiene, die uns diesen Teil der Unterrichts-Ausstattung ermöglichten. Die süßen Rucksäcke werden eingesetzt bei Klassenausflügen mit Grundschulen und als Leserucksäcke. Die Rucksäcke werden angefüllt mit alters-, schul- und fachspezifischen Medien wie Bücher, Videos, Broschüren und Plakaten etc.und bleiben etwa 10 Tage lang in den Klassen.

Im Foto zu sehen die 30 Staffelexemplare des Büchleins „Ich habe einen Freund, der ist Imker“ von Ralf Butschkow, gekauft in der Buchhandlung „Collibri“ Bamberg (vielen Dank, ihr wisst schon, wofür!). Die ersten Nutznießer sind 24 Schüler der Gangolfgrundschule Bamberg, die wir heute besucht hatten. (Hier der Bericht dazu)

Wie ging es unseren Völkern im Mai?

Blick in die Patenbeute

Blick in einen Ableger – noch wuselt es verhalten. Die Bienenpatin Carmen Dechant sorgt sich ein wenig.

Um etwa fünf Wochen sind unsere Völker – und nicht nur unsere! – heuer im Rückstand. Ob wir Honig entnehmen werden, steht noch in den Sternen. Doch das wäre nicht das Schlimmste. Viel schlimmer könnte es sein, wenn die drei neuen Ableger, die wir als Grundstock für neue Wirtschaftsvölker gebildet haben, ohne Brut bleiben. Das kann passieren, falls die Königin wegen des zu kalten und nassen Wetters in den vergangenen zwei Wochen nicht auf Hochzeitsflug war. Somit bliebe sie unbegattet, der Ableger kann nicht fortbestehen. Zumal sich die wenigen Bienen bei kühlen Temperaturen zu einer Traube zusammen kuscheln. Die bereits gelegte, aus dem ursprünglichen Wirtschaftsvolk mitgegebene Brut jedoch bleibt in der Kälte unversorgt. Normalerweise würde sich das „Pflegepersonal“ in die die Brut umgebenden Löchlein setzen und mit „Zittern“ für Wärme sorgen oder sich auf die Brut drauf setzen.

Wabe mit Königin

Ob diese einsame Königin bereits begattet ist?

Unseren Wirtschaftsvölkern drohte zwar keine Gefahr, zu verhungern. Sie hatten in den wenigen warmen Tagen genügend eingeholt, um satt zu bleiben. Allerdings war die Honigverteilung heuer eher etwas unorthodox. Sie legten ziemlich viel Honig auch im Brutraum statt im darüber liegenden Honigraum ein. Außerdem gibt es derzeit ziemlich viel unbeschäftigte Bienen. Im Mai schlüpfen normalerweise viele Bienen, deren erste Aufgabe in ihrem jungen Leben es ist, die Brut zu pflegen. Doch durch die Kälte ist das Volk „aus der Brut herausgegangen“. Durch zu viele arbeitslose Bienen wurden die Völker schwarmlustig. Sie wollten also ein neues Volk gründen. Wir mussten bei unserer wöchentlichen Kontrolle jede Menge Weiselzellen („Königinnenzellen“) entfernen.

Fazit: Kein Frühjahrshonig in Sicht. Sommerhonig wenig zu erwarten. Ablegerentwicklung ist genau zu beobachten, ob die Königin begattet ist. Falls nicht – auf ein Neues. Das Positive: vermutlich dürfte die Varroamilbe auch einen Entwicklungsrückstand haben.

Apollonia Mellifera – keine neue Bienenart, sondern …

… zusammen mit dem Altmeister der fränkischen Kleinkunstbühne, Rolf Böhm, die musikalisch-wortspielerische Honig-Mischung „An einem Mürsbacher Sommerabend“ in … genau: Mürsbach, einem der schönsten Dörfer Frankens!

Logo Goldener Adler MürsbachAnlass? „Die Mürsbacher Kulturreihe“ 2013
Wo? Unterm Nussbaum im Historischen Gasthof Goldener Adler, Am Marktplatz 12, 96179 MÜRSBACH / Markt Rattelsdorf (24 km nördlich von Bamberg)
Wann? Sa., 15. Juni 2013 | 20 Uhr
Was? Musik, Schauspiel, Rezitationen und Honig-Verkostung; mit Rolf Böhm und Apollonia Mellifera

 

Gasthof "Goldener Adler" (ehem. Feiler) in Mürsbach

Gasthof „Goldener Adler“ (ehem. Feiler) in Mürsbach © Stefan Schneider

Weitere Infos? Es summt und brummt am alten Feiler Brauhaus, aus seinem Brunnen scheint Milch und Honig zu fl ießen, und wer ist der tief verschleierte Mann da unterm Nussbaume? Wo sich der grüne Heinrich und der kleinste aller Götter, Amor mit dem Pfeile, ein Stelldichein geben, wo die alten Dichtergrößen Goethe und Lessing auf die reimenden Jungspunde Busch und Guggenmos treffen,
da helfen der Musiker und Schauspieler Rolf Böhm und die Rezitatorin Apollonia Mellifera von Bienen-leben-in-Bamberg.de mit Heiterkeit und süßen Einlagen, dass aus dem nachdenklich-romantischen Abend eine köstlich schmeckende, laue Sommernacht wird.
Programm „Die Mürsbacher Kulturreihe“ 2013
Kosten?
€ 10,-, VVK € 8,- (Goldener Adler, Mürsbach; bvd-Kartenservice Bamberg); Für unsere Bienenpatinnen und -paten kostenlos.

Die erste Probe von uns beiden im Predigtstuhl, dem kleinsten Haus Bambergs, verlief zumindest soweit gut, als wir sagen können: „Ja, jetzt darf eingeladen werden!“ Rolf Böhm, seit über 15 Jahren Schauspieler und Musiker, vielen noch bekannt als einer der „Urvögel“, ist Manns genug, sich mit einer Elevin namens Apollonia Mellifera, alias „Bamberger Schulbiene“, alias Ilona Munique, einzulassen. Zumal unterstützt von Reinhold Burger, dem die „Höhenflüge“ seiner Lieblingsbiene nicht fremd sind, und der weiß, was aktive Königinnen brauchen.

Rezitatorin – Metiatorin … Honigsommelier …?!

Die Kostümproben habe ich ja bereits seit einiger Zeit so als Bamberger Schulbiene recht ordentlich gemeistert. Keinen gelb-schwarzen Ringelstrumpf zerrissen, das Röckchen hübsch geschwungen, das flauschige Bienenkleidchen nicht bekleckert … na, und den Mund auf und zu bewegen – wer mich kennt, weiß ja, das klappt meist auch recht gut. Jetzt nur noch die Texte auswendig lernen … au zwick… DAS könnte die Klippe sein, auf der es sich zeigt, dass nur viel Übung die Meisterin ausmacht. Leider bleibt dafür einfach keine Zeit, so nach dem „Von-Null-auf-Hundert“ der Bamberger Schulbiene und so einiger anderer Full-Time-Jobs wie Broterwerb … ja, soll’s auch noch geben.

Wie gut, dass ich mich von vornherein auf den Titel „Rezitatorin“ (und nicht „Schauspielerin“) habe festlegen lassen. Was ich außerdem bin – und das erfuhr ich von Rolf, dem Wortwitzler, bei besagter Probe – eine Metiatorin. Nein, nicht falsch geschrieben. Sondern dem Met zuzuschreiben. Den es an o. g. Veranstaltung natürlich auch geben wird. Und zwar verpackt – eher ausgepackt wohl – als Honig-Casting. Ihr werdet sehen … äh, schmecken! Mundschenk, besser gesagt: Honigsommelier Reinhold Burger, alias Bamberger Schulimker, wird für die richtige Mischung sorgen.

Die erste Probe

Die erste Probe … man stelle sich vor:
ein Schauspieler, dem Wort verhaftet, trifft auf eine Bibliothekarin, dem … genau!
Ein Musiker mit Entertainmenterfahrung trifft auf eine Erwachsenenbildnerin mit … dito.
Ein echter, beständiger Franke trifft auf eine … Ex-Diaspora-Stuttgarterin mit einem hohem Nachholbedarf an klarer, direkter Sprache … ach, herrlich!

Nun gut, das hätte ja auch schief gehen können. Aber nein … wir witzelten und alberten nicht nur herum, sondern arbeiteten größtenteils doch recht ernsthaft. Das im Januar angepeilte Programm gingen wir effizient und effektiv durch, gegenseitiges Wohlwollen und Kritik hielten sich die Waage. Beide waren sich ihrer Defizite bewusst, aber auch ihrer Stärken, denen sie, so um die „Fünfzig plus/minus“ herum, endlich, endlich voll vertrauen dürfen.

Die Generalprobe

Kann ich nur sagen: hoffentlich geht die Generalprobe so richtig gründlich schief, damit die eigentliche Aufführung ein voller Erfolg werden wird!

Wer das mit erleben (oder erleiden?) will, ist herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf euch! Und sicherlich auch Stefan Schneider, der rührige und experimentierfreudige Veranstalter und Wirt des „Goldenen Adlers“ (ehem. Feiler) in Mürsbach. Übrigens: für regionale Speisen und schmackhafter fränkischer Küche geht er ganz sicher kein Risiko ein!

Königinnenzeichnung

Eine junge Königin aus unserem Bamberger Lagenstandort „Buger Wiese“ wurde am 17. Mai 2013 frisch gezeichnet. Es ist die Patenbeute von Sabine Gründler (Gärtnerei Böhmerwiese) und nun auch von Hartmut Held, unseren Bienenpaten „Deluxe“. Der Apotheker war der Held des Crowdfunding-Tages, unserem ganz persönlichem Schulbienen-Krimi, der sogar am Standort selbst, an diesem allerletzeten Crowdfunding-Tag, zwölf Stunden vor dem finalen Ende der Aktion, eine Fortsetzung fand.

Hier das Video, in dem wir unserer Crowd versichern, dass wir an sie glauben. Und die Devise ausgeben, ruhig Blut zu bewahren. Denn das ist beim Imkern tatsächlich ziemlich wichtig. Daher war es doch ganz gut, diese Ruhe herauf zu beschwören, bevor wir zuhause, ziitternd ob des Erreichen unseres Finanzierungsziels, am Ende noch rundgelaufen wären.

Dieses Video zeigt, wie wir die junge Königin gezeichnet haben. Wird sie wieder vom Volk angenommen? War sie schon begattet und mit genügend Pheromonen ausgestattet, um an diesen Duftstoffen als volkszugehörig wieder erkannt zu werden? Oder übertüncht der Lack zur Schlupfjahrmarkierung am Ende alles?

Nach der Zeichnung – ziemlich einsam, unsere Königin …

Alles wieder gut?

Diese Videos anzufertigen ist für uns nicht so einfach, da wir ja nebenbei imkern müssen. Wir planen, einen Teil der Spenden für jemanden auszugeben, der uns hin und wieder begleitet, um zu fotografieren und zu filmen. Wir setzen das Material dann im Unterricht der Bamberger Schulbiene ein.

VHS-Kurs zu unserem Wildensorger Lehrbienenstand

„Wie der Honig ins Glas kommt“

Schaubeute„Wie der Honig ins Glas kommt“, so war der VHS-Kurs ausgeschrieben, den wir aufgrund der Völkerverluste von Hans-Jürgen Lips kurzerhand übernommen hatten. Unsere zwei Völker auf einer Streuobstwiese am Rinnersteig hatten den Winter glücklicherweise überlebt. Rund 30 Kinder und ihre Eltern empfingen wir am 4.5.2013 an der Bushaltestelle in Wildensorg-Mitte, um uns gemeinsam auf den romantischen Weg zum Erlebnishof Lips und zu unserem Lehrbienenstand zu machen.

Unterwegs erkundeten wir die Flora, bestimmten anhand von Büchern das Wiesenschaumkraut und betrachteten eingehend, wo in der Apfelblüte genau der Nektar und die Pollen sitzen.

SchaubeuteAm Hof angekommen, konnten wir im Trockenen eingehend die Schaubeute betrachten. Die Kinder waren fasziniert von den krabbelnden Arbeitsbienen und Drohen, die sie bald zu unterscheiden wussten. Reinhold hatte noch in der Frühe den Kasten mit einer Brut- und einer Futterwabe bestückt, so dass die neugierigen Näschen vor möglichen Bienenstichen mittels Plexiglasscheibe geschützt blieben.

Ein paar Stunden ohne Mutter

Lehrbienenstand von Bienen-leben-in-Bamberg.deDie Schau-Waben brachten wir anschließend gemeinsam zum Standort zurück und übergaben sie wieder ihrem „Muttervolk“. Ein paar Stunden ohne Königin können die Bienen durchaus verbringen, ohne allzu sehr in Unruhe zu kommen. Apropos Unruhe: die Kinder waren bemerkenswert diszipliniert. Was auch nötig ist, um die kleinen, wehrhaften Majas nicht unnötig zu reizen. Damit wir in Ruhe am Stand arbeiten konnten, nebelten wir das Volk mit etwas Rauch aus dem Smoker ein, dessen Bedeutung Reinhold bei der Gelegenheit gleich erklärte.

Von Rätseln und Waffeln

HonigverkostungRätselgruppeWer aufgepasst hatte, konnte so auch die Rätselfragen beantworten, die es – wieder zurück im Hof – zu erraten galt. Sie gab es für alle Alterstufen – für die Kleinsten Insektenbestimmung zum Ausmalen, aber auch für die „G’scheidala und Profis“. Belohnt wurden Klein und Groß mit einem Löffelchen Honig zum Probieren. Die Schleckermäulchen erbettelten sich bei Ilona sogleich erfolgreich einen Nachschlag. Und wer dann noch nicht genug hatte, bekam Waffeln, dick mit Honig bestrichen, in die Hand gedrückt. Die Waffeln hatte Frau Lips in aller Frühe selbst gebacken, natürlich mit Zutaten aus ihrem „Bauernlädla“.

Die „Bamberger Schulbiene“ sammelt

Kind mit ImkerhutRundum zufrieden und alle Sinne gesättigt, trat die Gruppe den Heimweg durch eine verregnete, dennoch wunderschöne Obstbaum-Wiesenlandschaft an. Nicht, ohne vorher noch der Bamberger Schulbiene etwas ins Körbchen gelegt zu haben. Denn bis zum 17.5.2013 entscheidet es sich, ob und in welchem Umfang unser Schulklassen-Projekt verwirklicht werden kann. Wer ebenfalls spenden möchte, gerne auch mit Namensnennung und Verlinkung, aber natürlich auch anonym, findet hier die Informationen. Erreichen wir bis zum 17.5. die angepeilte Finanzierungsumme nicht, geht das Geld an die Spender zurück. Was schade wäre, aber so ist nun einmal das „Alles-oder-nichts-Prinzip“ der Crowdfunding-Plattform. Wir freuen uns über jede Unterstützung!

 

Klasse! Schulbienen-Unterricht in Bamberg!

Schulimker Reinhold Burger und die "Bamberger Schulbiene" Ilona Munique mit einer Schulklasse

Schulimker Reinhold  und die „Bamberger Schulbiene“ Ilona  mit einer Schulklasse auf dem Lips-Hof

Die Hirschaider Realschule wählte sich im Rahmen der Kultur.Klassen Bamberg aus, um sich am 2.5. einen Tag mit Bienen zu gönnen. Von der „Bamberger Schulbiene“ Ilona Munique und dem Schulimker Reinhold Burger erlebten 26 Schülerinnen und Schüler einer fünften Klasse mit allen Sinnen Spannendes zum Thema Honig, Bienen und Imkerei.

Was blüht denn da?

Bereits auf dem schönen Wiesenweg zum Hof der Familie Lips erfuhren die Kinder „naturnah“, wie wichtig Bienen für die Bestäubung der Obstbäume sind. Anhand von Bestimmungsbüchern lernen sie sogleich das Wiesenschaumkraut und die Knoblauchsrauke kennen und wie unterschiedlich Nektar schmecken kann. Zwar hatten wir auch eine Lupe dabei, doch die noch scharfen Augen der Mädels und Jungs hatten keine Mühe, die kleinen Pollenkörnchen auf dem Kirschblütenzweig zu entdecken.

Ungefährliches Beobachten

Schaubienen

Schulimker Reinhold erklärt die Welt der Bienen an der Schaubeute

Mit Hilfe einer Schautafel erklärten wir den Kindern die unterschiedliche Entwicklung von Arbeitsbiene, Drohne und Königin, bevor es an die Enthüllung einer mit Plexigals bewehrten  Bienenwabe ging. Das durchsichtige Gestell war natürlich der Renner des Tages auf dem Biobauernhof von Familie Lips, wo der Unterricht stattfand.

„Wie viel Bienen sitzen auf so einer Wabe?“ wollte ein aufgeweckter Schüler wissen, der fasziniert das Krabbeln hinter der Plexiglasscheibe beobachtete. Ohne Gefahr, gestochen zu werden, hätten die Kinder die Menge selbst auszählen können. „Schaut mal, da schlüpft gerade eine Biene aus!“ rief ein Mädchen begeistert aus. Was sie beobachtete hatte, war allerdings keine Geburt, sondern das Einlegen von Honig durch eine Arbeitsbiene. Wie der Unterschied zu erkennen ist und warum auch die verdeckelten Wabenzellen unterschiedliche Inhalte haben, konnte rasch geklärt werden.

Anfassen und Dabei-Sein

Am Lehrbienenstand in Bamberg-Wildensorg klappte alles wie am Schnürchen.

„Wie funktioniert denn dieser Smoker?“ Die Frage einer Schülerin leitete zu den imkerlichen Geräten über, die die Kinder anfassen durften. Stockmeisel, Entdeckelungsgabel und Abkehrbesen wurden von Reinhold Burger kurz erläutert, bevor es zum eigentlichen Lehrbienenstand am Rinnersteig ging.

Wie sie sich dort verhalten sollen – leise, langsam und nicht vor das Fluglochen stellen – hatten die Kinder bereits beim Abholen an der Bushaltestelle von mir erfahren. Es war sicher nicht verkehrt, es auf dem Beutenareal, einer Streuobstwiese, noch einmal zu wiederholen. Das Wiedereinsetzen der in der Früh entnommenen Schauwabe klappte denn auch wie am Schnürchen, niemand wurde gestochen und die Vorgänge konnten von allen genau beobachtet werden. Zumal auch die beiden Lehrerinnen, Frau Rink und Frau Tschürtz, vor allem die aufgeweckten jungen Burschen gut im Griff hatten.

Alle Sinne nutzen

Rätselraten

Durch Rätseln erfahrenes Wissen vertiefen

Zurück auf dem Hof wurde ein Rätselzettel ausgefüllt, bevor die Belohnung folgte: das Testen unterschiedlicher Honigsorten, und natürlich entstammte eine davon aus dem soeben besuchten Lehrbienenstand. Zum Abschluss erhielt die Klasse selbstgebackene Waffeln von der Hofherrin, Frau Lips, die die Kinder anfänglich auch kurz begrüßte. In vielerlei Hinsicht anregend gesättigt durfte noch einmal kurz durchs Heu getobt und die Ziegen gestreichelt werden, bevor das Gruppenfoto den Schluss einläutete. Schade, wir hätten einen ganzen Tag miteinander verbringen mögen!

5te Klasse der Realschule Hirschaid

5te Klasse der Realschule Hirschaid

Ja, nun ist die „Bamberger Schulbiene“ also an den Start gegangen und realisiert. Wir hoffen auf das Erreichen unseres Finanzierungsziels von 8.000 Euro bis 17.5.2013, um in Zukunft genügend Lehrmaterial und Zeit zu haben, auch Bamberger Schulklassen zu erzählen, wie der Honig ins Glas kommt, warum das Bienensterben aufgehalten werden muss und wie man Jungimker werden kann. Bitte helfen Sie uns JETZT! Denn erreichen wir das Ziel nicht, geht (fast) alles bisher auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ eingezahlte Geld wieder an die Spender zurück.

Impressionen von der 6. Bamberger Gartenmesse 2013

Logo Bamberger Gartenmesse

BLIB-Team

Das Team von Bienen-leben-in-Bamberg.de: Reinhold Burger, Ilona Munique und Unterstützer Arne Butscher

Große Fotoparade von unserem Stand „Bienen-leben-in-Bamberg.de an der 6. Bamberger Gartenmesse Blüte & Ambiente. Zwei Highlights habe ich in den beiden letzten Beiträgen beschrieben: Übergabe der Bienenpatenbeute auf der Zwiebeltreterbühne an Sabine Gründler und Carmen Dechant.

Mit am schönsten waren aber auch die Besuche und Gespräche sowie die Hilfen, die wir erfahren durften. Arne Butscher, unser neuer Unterstützer in Sachen „Bienenleben-in-Bamberg.de“, hat sich in denkbar kurzer Zeit bestens auf den Tag vorbereitet. So konnten wir uns ganz auf ihn verlassen, während wir zeitweise als „Maja“-Botschafter unterwegs waren. Ohne ihn hätten wir den Stand verwaist zurücklassen müssen.

Edle Spenderin

Eine edle Spenderin für das Projekt „Bamberger Schulbiene“

Beispielsweise, als an zwei Tagen Reinhold seinen Vortrag über die „Geburt einer Königin“ mit schönen Sequenzen aus dem Film „More than Honey“ hielt.  Leider und etwas überraschend waren doch  Lizenzgebühren fällig geworden. Die Freigabe des Films wurde auf Juni verschoben, da er in letzter Zeit für reichlich Furore gesorgt, am 18.4. sogar den österreichischen Filmpreis gewonnen hat. Am 3.5.13 zeigen wir „More than honey“ übrigens auch bei uns im privaten Rahmen am Obstmarkt 10. Die Vorführung stieß auf interessierte Gäste, die zwar von der Anzahl her überschaubar waren, dafür aber um so aufmerksamer nachfragend. Und gerne spendend! So wie Bienenpatin Christina Michel, die aus  Waldsachsen bei Schweinfurt angereiste. Obwohl sie ja bereits mit ihrer Patenschaft ihren Beitrag zum Bienenwohl unserer Stadt beigetragen hat. Alle Achtung!

Die Bamberger Schulbiene auf der Gartenmesse

Die Bamberger Schulbiene erhielt ein Geschenkpäckchen. Was da wohl drin sein mag?

MyBoshi-Bienenmütze steht Reinhold sehr gut!

MyBoshi-Bienenmütze steht Reinhold sehr gut!

Ehrenbienenpatin Jutta Fraaß mit Sohn Hendrik reiste ebenfalls extra nach Bamberg, und zwar aus Fürth an. Und auch sie ließ es sich nicht nehmen, eine Spende einzuwerfen. UND uns ein Päckchen zu überbringen! Darin: eine super-super-coole MyBoshi-Mütze, gelb-schwarz geringelt! Witzigerweise war erst kürzlich im FT ein Artikel zur Entstehung dieser fränkischen Innovation gestanden, so dass ich das Geschenk entsprechend würdigen konnte. Nun, mein eigenes Bienenoutfit ist doch bereits recht vollständig, und daher sollte Reinhold wohl diese Mütze als sein neues Kostüm betrachten!

Honigrezeptbuchübergabe

Übergabe des Honigrezeptbuchs an Ehrenbienenpatin Jutta Fraaß

Aber auch wir hatten ein Geschenk zu übergeben. Es ist das jährliche „Überraschungsgeschenk“, welches alle Bienenpatinnen bzw. -paten erhalten. Diesmal eines, welches sie selbst mitgestalten: ein Rezeptbüchlein mit dem einfachen Titel: „Einfach Honig“. Pst. Geheime Bienenpatenrezepte“. Es wurde gerade noch rechtzeitig von der Druckerei ausgeliefert. Und ist erhältlich gegen eine ordentliche Spende. Schaut mal auf der Plattform von Startnext, dort ist unser Schulbienen-Projekt beschrieben, wie man spenden und was man als „Dankeschön“ dafür bekommen kann  – z. B. für € 25,- eben jenes originelle und limitierte Honigrezeptbuch.

Sebald Herzibär

„Steht mir auch gut, die MyBoshi-Bienen-Mütze“, findet Sebald Herzibär

Und bei so viel Honig – klar, probieren konnte man den bei uns natürlich auch! Letzte Bestände unseres „Bamberger Lagenhonigs“ aus dem Vorjahr, Lage „Wildensorg / Rinnersteig“ und die Jungfernernte 2014, „Buger Wiesen“ wurden gerne von unseren Standbesuchern vorbestellt. Warum das mit der Ernte noch ein wenig dauert, und wie Honig eingelagert wird, erklärten wir an unserem Lehrbienenstand mittels Lehrrähmchen.

Lehrbienenstand von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Lehrbienenstand von Bienen-leben-in-Bamberg.de

An dieser Stelle noch einmal unser ausdrücklicher Dank für die tolle Unterstützung des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. um Robert Engert und Nikolaus Hofmann, der uns mit Rat und Tat bei den Vorbereitungen beiseite stand. Es ist klasse, so persönlich und kompetent betreut zu werden, und ich glaube gar, das ist sein Markenzeichen!

Rätselspaß

Rätsel für Groß und Klein am Stand von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Doch wo wir schon beim „Danke“ sind: er gilt auch nachgerade für die Organisatoren um die Bamberger Gartenmesse auf der Böhmerwiese. Allen voran Ralf Böhmer mit Schwester Sabine Gründler und Event-Kollegin Andrea Fiedler. Wir Standleute – immerhin über 100! – wurden sogar täglich mit Kaffee, Kuchen und Snacks versorgt, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten. Immer ein Ohr offen und nie um eine Hilfe verlegen war das gesamte Team der Gärtnerei Böhmerwiese, der Ausrichterin dieses (endlich angekommenen!) Frühlingsbeginnens in der Gärtnerstadt Bamberg.

Übergabe der Bienenpatenbeute an Carmen Dechant

Bienenpatin Carmen Dechant bei der Übergabe ihrer Patenbeute durch die Bamberger Schulbiene, Ilona Munique von "Bienen-leben-in-Bamberg.de"

Bienenpatin Carmen Dechant bei der Übergabe der Patenbeute durch die Bamberger Schulbiene, Ilona Munique von „Bienen-leben-in-Bamberg.de“

Zur 6. Bamberger Gartenmesse “Blüte & Ambiente” nahm Carmen Dechant von der Hofstadt-Gärtnerei am 14.4.2013 auf der Zwiebeltreterbühne ihre Bienenpatenbeute entgegen. Ilona Munique und Reinhold Burger konnten mit dem Beitrag der Gärtnerin für ihre Privatinitiative “Bienen-leben-in-Bamberg.de” eine Bienenwohnung (Beute) im Wert von € 160 Euro anschaffen.

Wie im vorangegangenen Weblog berichtet, war die beliebte Bamberger Gartenmesse auf der Böhmerwiese eine schöne Bühne für diesen nicht nur symbolischen Akt. Denn im Anschluss an die Messe, zu der Carmen mit ihrem Mann, Michael Dechant, einen Stand unterhielt, wurde die Patenbeute in die Hofstadt-Gärtnerei gebracht. Hier gibt es mit 4.444 Quadratmeter ausreichend Fläche ohne allzu großen Publikumsverkehr, jedoch mit einem Meer an Stauden, Blumen und Kräutern.

"Carmen

Die Bienenwohnung steht dort bereit für einen noch zu ziehenden Ableger. Er wird außerdem genutzt, um zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Bamberger Schulbiene“ Kindern und Jugendlichen als Anschauungsobjekt zu dienen. Und ganz aktuell als Lehrbienenstand am „Tag der offenen Gärtnereien“ am 28.04.2013.

Carmen Dechant, Gärtnerin „der Liebe wegen“, besiegelte die neue „Einliegerwohnung“ mit einem Gedicht, welches die Innigkeit zur Gärtnerkultur, aber auch deren (weibliche) Leiden zum Gegenstand hat. In diesem Video ist die Patenbeutenübergabe mit anschließendem Mundartgedicht aufgezeichnet.

Die Initiatoren von Bienen-leben-in-Bamberg.de lassen sich über die zweijährige Bienenpatenschaft hinweg etliche Aktivitäten einfallen. Die Bienenpatenschaft von Carmen Dechant beispielsweise begann mit einer offizielle Übergabe der Patenurkunde im Januar 2013. Weitere Aktivitäten miteinander sind Bienenpatentreffen, unsere „Honig-Versuchsküche“, Filmvorführungen (die nächste voraussichtlich am 24. und 25.05.2013, 19.00 Uhr mit dem Doku-Film „More than honey“, im Obstmarkt 10) und Mitmach-Tage beim Honigschleudern und -abfüllen u. v. m.

Je nach Lust, Laune und Zeit können unsere Patinnen und Paten bei allen Aktivitäten zuschauen und mitmachen. So wachsen sie mit ihren jeweiligen Völkern – und natürlich auch mit uns! – immer mehr zusammen. „Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“

Übergabe der Bienenpatenbeute an Sabine Gründler

Bienenpatin Sabine Gründler bei der Übergabe ihrer Patenbeute

Ilona Munique bei der Übergabe der Patenbeute an die Bienenpatin Sabine Gründler von der Gärtnerei Böhmerwiese

Auf der Zwiebeltreterbühne zur 6. Bamberger Gartenmesse „Blüte & Ambiente“ nahm Sabine Gründler von der Gärtnerei Böhmerwiese am 13.4.2013 IHRE Bienenpatenbeute von Ilona Munique und Reinhold Burger entgegen. Mit dem Beitrag der Gärtnerin konnte die Privatinitiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ eine Bienenwohnung im Wert von € 160 Euro anschaffen.

Die beliebte Gartenmesse auf der Böhmerwiese, die Sabine Gründler zusammen mit ihrem Bruder, Ralf Böhmer, alljährlich ausrichtet, war ein überaus passender Rahmen für diesen symbolischen Akt der Übergabe. Sie ist allerdings auch der Grund, warum auf dem Gelände kein Bienenvolk aufgestellt werden kann. Zu viele Menschen würden die fleißigen Sammlerinnen sicherlich stören.

Die Beute wird folglich an einem unserer fünf Standorte aufgestellt. In den Buger Wiesen steht der Bienenpatin für zwei Jahre eigener Honig zum Ernten zur Verfügung. Sabine darf ihr Volk begleiten, wie es ihr beliebt. Gepflegt wird es von uns Imkern, doch je nach dem, wie viel „Mut“ Sabine aufbringt, könnte sie die frischen Honigwaben dermaleinst auch gerne selber ziehen und nachfolgend schleudern und frisch abzapfen.

Um im steten Kontakt zu bleiben, sehen die Initiatoren von Bienen-leben-in-Bamberg.de mehrere Aktivitäten vor. So gab es kurz nach der Äußerung des Wunsches zu einer Patenschaft für Sabine Gründler eine offizielle Übergabe der Patenurkunde im Februar 2013. Weitere Termine sind Mitfahrtermine zur HEG, der Honigerzeugergemeinschaft in Eltmann, Standorttätigkeiten, Bienenpatentreffen, Besuche von Kreisimkertagen und Imker-Stammtischen, Filmvorführungen etc. So werden die Paten mit ihren jeweiligen Völkern langsam vertraut – und natürlich auch mit uns!