„Wie kommt der Honig ins Glas?“ Honigschleuder-Erlebnistage 2013

Gruppenfoto 27.07.13

Lennert Held, Reinhold Burger, Jana Löser, Arne Butscher, Philipp Löser, Amelie Anthonsen

Gruppenfoto der Gäste am 28.07.2013

Hendrik und Jutta Fraaß, Ilona Munique, Reinhold Burger, Familie Grünzig, Familie Hartmann

Am 27. und 28. Juli 2013, also zu einem denkbar späten Zeitpunkt, konnten wir in Bamberg endlich Honig schleudern! Zu diesem Imker-Highlight eingeladen hatten wir unsere Bienenpatinnen und -paten, Supporter des Crowdfunding-Projekts „Bamberger Schulbiene“ sowie enge Freunde mit ihren Kindern.

Stimmen zum Imker-Highlight des Jahres

Gäste bestaunen eine Honigwabe„Ich bin immer noch beeindruckt, wie nah wir den Bienen kommen durften und das ganz ohne Angst!“
[Anja und Franz Hartmann]

 

Andrea Grünzig hält eine Honigwabe hoch„Das war wirklich ein echt heißer Tag gestern, in jeglicher Beziehung! Vom Wetter her sowieso. Und dann natürlich der Erlebniswert … nicht nur für Ben und Hanna. Also ehrlich, Ilona: Kompliment Euch beiden, wie professionell Ihr das Ganze aufzieht. Man könnte wirklich glauben, Ihr habt Euer Leben lang nix anderes gemacht … 🙂
[Kay Grünzig & Familie]

Amelie Anthonsen hält eine Honigwabe hoch

Amelie Anthonsen

„Hier der Link zu den Fotos vom Samstag! Ich finde, sie zeigen wunderbar, was wir für einen aufregenden und tollen Tag wir hatten 🙂
[Amelie Anthonsen]

 

Mitbringsel der Gäste„Liebe Gäste, mit euch war es noch mal so schön! Eure begeisterten, staunenden und strahlenden Augen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere Bienen zu retten – hier in Bamberg und überall, wohin ihr den Bienengedanken hintragen werdet! [Reinhold Burger und Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de]

Am Standort des Bamberger Lagenhonigs, Lage „Wildensorg-Rinnersteig“

Unser HonigschleuderprogrammHanna, Ben und Hendrik streicheln die Bienen an der offenen Beute

  • Arne Butscher hält eine Honigwabe mit noch ansitzenden Bienen in die Höhe10-11.30 Uhr Entnahme der Honigwaben am Standort des Bamberger Lagenhonigs.
    Vorsichtiger Kontakt, doch dann ohne Scheu vor den beiden Bienenvölkern durften alle selbst eine Wabe aus dem Honigraum ziehen.
  • 12.00 Uhr Mittagsimbiss
    Bevor es an die süße Arbeit ging, erst einmal stärken. Dann klappt es auch mit dem besonnenen Naschen, denn Hygiene ist wichtig bei der Arbeit mit Lebensmitteln. Kartoffelsalat
  • Jutta und Andrea entdeckeln Honigwaben13.00 Uhr Entdeckeln
    Um an den Honig zu kommen, werden erst die Waben mit einer Entdeckelungsgabel geöffnet. Sorgfältiges Arbeiten ist wichtig, damit die Waben nicht zerstört werden, denn wir brauchen sie wieder für die Völker.Kinder blicken durch die Acrylglasdeckel ins innere der Honigschleuder
  • 14.00 Uhr Schleudern
    Reinhold versenkt eine entdeckelte Honigwabe in die HonigschleuderSobald vier Waben entdeckelt sind, kann die Honigschleuder befüllt werden. So gibt es keine Unwucht. Erst wird angeschleudert, danach die Waben umgedreht und zu Ende geschleudert. Dieses Vorgehen verhindert Brüche in der Wabe. Philipp hält eine Honigwabe in die Höhe

    Die Überraschung:
    wir ließen einen Tag zuvor noch Acryldeckel anfertigen, so dass die Vorgänge in der Trommel ausgiebig bestaunt werden konnten.
    Reinhold zeigt eine Honigwabe, Gäste stehen um HonigschleuderFotomonatage – Groß und Klein dürfen an der Kurbel drehen!Der eigentliche Grund für neue Deckel war jedoch, dass die frisch gestrichene Blechabdeckung zu stark roch. Eine Katastrophe für das Honigaroma! Daher vielen Dank an die Firma Kunststoff und Acrylglasvertrieb in Hallstadt, die trotz hoher Auslastung diesen Not-Auftrag zwischen reingeschoben hat!Hanna vor dem Goldtopf
  • 14.30 Uhr Abfüllen
    Fotomontage – Honig abfüllenDer Honig fließt bei dieser Hitze wie ein goldener Strom. Einfach gesiebt, damit möglichst viele gesund wirkende Substanzen erhalten bleiben, wird ein Edelstahltopf mit fast 20 Kilo Honig gefüllt. Alle dürfen nun selbst frischen Honig zapfen – ein Erlebnis, welches sicher mit keinem Supermarkteinkauf zu vergleichen ist.Ilona serviert Riffelmacher Joghurt-Eis mit frisch gezapfen Honig
  • Gast probiert Honigwein15.00 Uhr Ende
    Für die Gäste gab’s noch Joghurt-Eis mit frisch gezapften Honig, für die Großen eine Honigmet-Verkostung und weitere Einkaufsmöglichkeit von Honigprodukten im kleinen Stil. Sogar ein Kinderbuch boten wir an, nämlich das von unserem Imkerfreund Arne Butscher. „Maria“ heißt der fantasievolle Jugendroman, den man bei uns am Obstmarkt auch weiterhin erhält. Zwei Euro von zwölfen gehen an die „Bamberger Schulbiene“.

Bei allen Abläufen durften unsere kleinen wie großen Gäste selbst tätig werden. Jede und jeder kam mal dran. Eigentlich hatten wir gar nicht viel zu tun …

Video vom Honigschleudern am 27.07.2013

Video vom H0nigschleudern am 28.07.2013

Keine Melezitose zu vermelden

Ilona freut sich über die melezitosefreien HonigwabenBesonders zu bemerken: unser „Bamberger Lagenhonig“ der Lage „Wildensorg-Rinnersteig“ hatte nicht unter der heuer weit verbreiteten Melezitose zu leiden, einer zementartige Verhärtung des Honigs durch die Bildung von Dreifachzucker – um es hier stark verkürzt zu beschreiben. Mit ein Grund, warum der Imker den Bienen tatsächlich besser den Honig entnimmt und sie zum Herbst hin (also ab August) mit verträglicherem Zuckerwasser auffüttert. Den Zucker spalten sie mit Hilfe ihrer Enzyme (Glucosidase bzw. Invertase und Amylase bzw. Diastase) auf und verarbeiten ihn somit wieder zu Honig.

Unsere zwei Bienenbeuten in Wildensorg-RinnersteigBeim Imkerstammtisch, den wir in der darauffolgenden Woche besuchten, hörten wir einige Klagen – aber es gab auch Antworten, wie dem Problem zu begegnen sei.

  1. Die betroffene Wabe so gut wie möglich ausschleudern
  2. Zwei Stunden in Wasser einweichen
  3. Etwa sechs Waben mit Zwischenlücken zurückhängen
  4. und zwar mit einer Leerzarge zwischen Brut- bzw. Honigraum.

Die Bienen holen sich diese vermeintliche Tracht wieder ab, verarbeiten den ausgeschleckten Honig erneut und legen ihn wieder in die (unteren) Waben ein – diesmal jedoch hoffentlich ohne Melezitose! 20 Prozent davon sind übrigens kein Problem.

Und? Wie schmeckt er?

Biene an BasilikumblüteSuper natürlich, da sowohl Frühjahrs- als auch Sommerblüte – erklärt wohl auch die Abwesenheit der Melezitose. Der Bamberger Lagenhonig „Wildensorg-Rinnersteig“ überzeugte schon vergangenes Jahr durch sein leicht scharf-bitteres Aroma, vermutlich hervorgerufen durch Wiesensalbei. Und da wären noch viel Obstbaumblüten und Robinien. Eine umfassendere Beschreibung unter angegebenen Link.

Etwa 40 Kilo erbrachten unsere fleißigen Mädels aus zwei Völkern bei denkbar ungünstigsten Witterungsverhältnissen. Vielen Dank, ihr wart unglaublich!

Kommenden Sonntag ziehen wir erneut mit unseren Gästen los, diesmal zu unserer Lage „Buger Wiesen“. Wir freuen uns sehr!

Countdown zum Honigschleudern

Zwei Honig-PlüschbärenAm Wochenende ist es endlich soweit, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir schleudern heuer zum ersten Male!

Mag ja vielleicht nachteilig klingen, weil manche bereits früher, sprich: mehrmals ernten konnten. Doch wir sehen auch Vorteile:

  1. Unser „Bamberger Lagenhonig“ enthält  Frühjahrs- UND Sommertracht, geschmacklich sehr interessant!
  2. Die Fabrikhalle für die Herstellung von Alleskleber – also unsere Küche – wird nur einmal gekärchert *Späßle g’macht!*
  3. Die Schleuderzubehörteile mehrmals zu reinigen ist auch nicht wirklich lustig

Bienenflucht

Bienenfluchtmontage

Bienenfluchtmontage

Dieses Jahr arbeiten wir mit einer Bienenflucht. Damit unsere „Schleudergäste“ ohne Bedenken hautnah miterleben können, wie der Honig geerntet wird. Sie wird 24 Stunden vor der Entnahme der Rähmchen (also morgen, Freitag früh) zwischen Brut- und Honigraum gesetzt. Die Bienen können zwar dann aus dem Honigraum nach unten – und somit zum Fluglochausgang – krabbeln. Doch in die andere Richtung geht’s dann nicht mehr. So verschwinden nach und nach die ganzen fleißigen Sammlerinnen und einer ungefährdeten Entnahme steht nichts mehr im Wege. Auch müssen so keine Bienen abgekehrt werden, was die Örtlichkeit doch sehr beruhigt.

Honigschleuder

Honigschleuder zerlegt

„Zeigt her eure Füßchen …“

Unsere Schleuder ist eine Vierwabenschleuder und wird mit einer Kurbel handbetrieben. Wir erhielten sie vom Vater einer Freundin, der das Imkern altersbedingt aufgegeben hat. Damit wir dem Highlight des Bienenjahres auch wirklich gerecht werden, wurde sie neu gestrichen, denn sie hat schon ein paar fleißige Jahre auf dem Buckel. Und wenn alles gut geht, erwartet uns am Freitag Abend noch eine hübsche Überraschung. Dazu mehr im Bericht nach besagtem Schleuder-Wochenende.

Gläser spülen, Shop bestücken, Kinderbeschäftigung

Dazu gibt es noch kein Foto, das machen wir erst morgen. 160 Gläser werden gespült, damit auch ja keine Verunreinigungen oder Spülmaschinenmittelreste zu finden sind. Und damit sich die Gäste nicht langweilen, während sie auf das „Selber-Hand-Anlegen“ warten – alle dürfen eine Wabenseite entdeckeln, zur Kurbel greifen und sich Honig ins Glas abfüllen – kann im kleinen Imkershop eingekauft werden. Für die Kinder gibt’s Rätsel und Waben ausstechen sowie Videofilme über die Imkerei.

Reinhold und ich sind schon voller Vorfreude auf die Tage und auf unsere geladenen Special-Guests!

Wieder Bienenunterricht in der Hainschule

Kinder um Basilikumpflanze

Welche Pflanze ist das? Wo sitzen die Pollen, wo der Nektar?

Diesmal freute sich die Klasse 1a der Hainschule Bamberg über den Schulbienenbesuch von Ilona Munique und Reinhold Burger, die für den Freitag, 19.07.2013, wieder jede Menge Anschauungsmaterial im Gepäck dabei hatten.

Schülerinnen berühren eine Mittelwandwabe

Schülerinnen begutachten ein Mittelwandrähmchen

Zum Beispiel Wabenrähmchen oder einen Basilikumstock – und den konnten die 16 Schülerinnen und Schüler nach ein wenig Raten richtig benennen. Ein Kind beschrieb sogar druckreif den Unterschied zwischen Pollen und Nektar! Das Bamberger Schulbienen-Team ist sich einig: Als wir so alt waren, da hatten wir noch keinen blassen Schimmer von den wichtigsten Vorgängen auf der Wiese, nämlich die Bestäubung durch die Biene und der Dank dafür, das Nektargeben für die Honigerzeugung.

Schülerin der Hainschule liest aus einem Kinderbuch über ImkereiWie auch die Woche zuvor in der 1b, so durfte die Klasse 1a ebenfalls ein Büchlein mit nach Hause mitnehmen. Doch erst, nachdem wir daraus ein paar Passagen gelesen hatten.

Schülerin liest aus einem Büchlein, dahinter die SchulbieneDas ging bei den Mädchen schon recht flüssig. Dafür durften die Jungs ein paar neue Wörter in Silbenform auf die Kärtchen an der Tafel schreiben. Die Lehrerin und zugleich Schulrektorin, Ulrike Bäuerlein, kann stolz auf ihre Klasse sein!

Informationskompetenz von Anfang an

Schulimker Reinhold zeigt den Schülern die Lernbienenbeute

Schulimker Reinhold zeigt den Schülern die Lernbienenbeute

Medialer Unterricht – und damit die Förderung der Informationskompetenz – ist uns ein echtes Anliegen, nicht nur, weil es einer meiner beruflichen Hintergründe ist. Wer imkert, braucht neben dem Erfahrungslernen auch eine Informationsgrundlage, muss unterscheiden lernen zwischen „Imkerlatein“ und Imkerweisheiten, die jedoch nicht unbedingt auf die eigene Situation passen müssen. Er muss wissenschaftlich fundierte Tatsachen der Imkerei recherchieren und adaptieren können, um eigene Ableitungen vornehmen zu können.

Puh, ein hoher Anspruch. Auf die erste Klasse heruntergebrochen heißt das beispielsweise:

Betrachten wir im Unterricht eine Buchillustration, die nicht mit den von uns mitgebrachten Materialien übereinstimmt, weisen wir auf die Unterschiede hin.

Die Bamberger Schulbiene zeigt der Klasse eine Buchseite

Die Bamberger Schulbiene zeigt der Klasse beim Vorlesen auch die entsprechende Buchillustration.

„Hier im Buch seht ihr einen aus Binsen geflochtenen Bienenkorb. So hat man früher geimkert. Heute gibt es welche, die aus Holz gebaut sind. Sie sind praktischer und halten länger. Und in DIESEM Buch seht ihr, dass der Junge die Beute mit einer Hand heben kann. Warum wohl? Weil sie aus Styropor, einem ultraleichtem Material besteht. Genau so, wie es unterschiedliche Häuser für uns Menschen gibt, zum Beispiel Fachwerkhäuser in Deutschland und Iglus in Alaska.
Wenn ihr später einmal selbst imkern möchtet, könnt ihr euch in Büchern, Filmen, im Internet oder bei einem Imker informieren, welche Form für euch und die Bienen am besten geeignet ist.“

Wer mehr zur „Bamberger Schulbiene“ wissen möchte, ob sie auch in IHRE Schule kommt, oder Ihre Schüler/innen zu ihr kommen können, nimmt einfach Kontakt mit uns auf.

Schulbienenbesuch des Dientzenhofer Gymnasiums (2)

[Zum Teil 1: Crashkurs für die Dientzenhofer Gymnasiasten!]

Respekt vor den fleißigen Sammlerinnen

Schulklasse vor geöffneter Bienenbeute am LehrbienenstandDas strahlende Wetter nutzten nicht nur die 23 Jugendlichen für einen spannenden Ausflug zu unserem Lehrbienenstand, sondern auch unsere Bienen ließen sich die Sonne nicht entgehen, um fleißig einzusammeln. Gar zu lange mussten sie heuer schon darauf verzichten, doch sie holen prächtig auf.

Zunächst in respektvollem Abstand, später dann immer unerschrockener, näherte sich die zehnte Klasse des Dientzenhofer Gymnasiums den Lehrbienenbeuten am Rinnersteig in Wildensorg. Mehr noch vor Zecken als vor den Bienen hatte eine Schülerin Bedenken. Ansonsten: wir haben immer Globuli (Apis mellifica C30) dabei, falls es doch einmal eine Piks geben sollte. Schulklasse und Lehrerin hinter der Beute am Lehrbienenstand

Lehrerin beugt sich über die geöffnetet BienenbeuteDie Lehrerin, Lana Löser, ist uns als Schulbienenunterstützerin anlässlich der vergangenen Crowdfunding-Aktion bereits als Bienenfreundin bekannt. Sie trägt sich schon mit dem Gedanken eines eigenen Volkes und freut sich daher über diesen „Crashkurs“ in Sachen Bienen, Honig und Imkerei.

Spätes Frühjahr und zu früher Herbst?

Reichlich Kittharz am AbsperrgitterDass nach einem zu kühlen, regenreichen Frühling nun ein zu früher Herbst kommen könnte, machen wir an zwei Beobachtungen fest. Zum einen beobachteten wir bereits eine Drohenschlacht, bei der die männlichen Bienen als unnütze Esser aus dem Stock gedrängt werden. Die grausame, doch für das Volksüberleben sinnvolle Maßnahme findet normalerweise erst Ende des Sommers, also ab Ende August bis in den Oktober hinein statt.

Eine andere Beobachtung: das von den Bienen reichlich verteilte Kittharz, also das Propolis. Es stellte uns vor das Problem, die Folien und Absperrgitter möglichst flott zu entfernen, wenn wir in die Beuten schauen wollen. Das langsame Ablösen bringt natürlich die Bienen auf den Plan: „Hey, was geht hier ab?“ und ärgerliches Summen um uns herum ist die Folge. Mit Propolis dichten die Bienen für den Winter sämtliche Ritzen ab. Eine Maßnahme, die jedoch noch nicht im Sommer, jedenfalls nicht in diesem Ausmaß, erfolgen sollte.

Was bedeutet die Beobachtung eines zu früh heran nahenden Herbstes für uns Imker? Die Varroabehandlung mit Ameisensäure sollte auf keinen Fall zu lange hinausgezögert werden. Denn damit einhergehend erfolgt die Einfütterung mit Zuckerwasser. Doch dieses könnte nicht mehr vollständig aufgenommen und verarbeitet werden, wenn es zu kalt ist. Daher werden wir ein paar fertige Honigwaben vorsorglich für sie aufheben.

Prächtige Baumeisterinnen!

Noch im Bau befindliches Wabenrähmchen, im Hintergrund die SchulklasseEin Wunder der Natur ist und bleibt die Bauleistung der Arbeitsbienen. Aus Wachsdrüsen an ihrer Körperunterseite, vermischt mit Propolis und Honig, gut durchgekaut und im Bienenmäulchen mit Speichel vermischt, entstehen raumeffiziente Sechseckwaben, wie sie kein Mensch je besser erfinden könnte. Das Innenloch ist dabei rund, geglättet durch den Bienenkörper, der sich in das weiche Wachseck hineinschraubt. Genial!

Angestochen?

Abschlussrätsel im TempelchenNach dem beherzten Fingereinbohrens in die frisch mit Honig gefüllten Waben haben wir nun alles getan, den Jugendlichen einen positiven Eindruck zum Bienenleben zu hinterlassen. Niemand wurde gestochen, doch aber hoffentlich angestochen, selbst einmal das Imkern zum Hobby zu machen. Jetzt geht es erst einmal wieder zum Tempelchen zurück, wo uns eine weitere Honigverkostung und ein kleines Abschlussrätsel erwartet. Den abschließenden kräftigen Applaus der Schüler/innen geben wir gerne an euch zurück – ihr wart ein aufmerksames Publikum!

Schulbienenbesuch des Dientzenhofer Gymnasiums (1)

Crashkurs für die Dientzenhofer Gymnasiasten!

Klasse 10 des Dientzenhofer Gymnasiums Bamberg mit Lehrerin Lana Löser im Tempelchen Die Klasse 10c des Dientzenhofer Gymnasiums aus Bamberg mit ihrer Lehrerin Lana Löser unternahm am 15. Juli 2013 einen Ausflug zu unserem Lehrbienenstand am Rinnersteig in Bamberg-Wildensorg. In drei Stunden absolvierten die Jugendlichen fast schon so etwas wie einen Crashkurs in Bienen-, Imkerei- und Honigkunde, dem sie sehr konzentriert folgten.

Luftiges Klassenzimmer „Rübezahlwiese“

Luftiges Klassenzimmer "Rübezahlwiese"Nach der Begrüßung im Tempelchen erfolgte der Einstieg auf der Rübezahl-Wiese, die wir als luftigen Klassenraum nutzten. Dazu brauchten wir nur eine Lehrtafel über „Das Leben der Honigbiene“, die uns der hölzerne „Rübezahl“ halten durfte. Außerdem einen Tisch mit darauf angebrachten weiteren Lehrtafeln und später als Standort für das Bienenschaufenster sowie ein paar weiteren parat gehaltenen Imkerutensilien.

Schulimker Reinhold Burger vor Lehrtafel mit stehenden SchülernUngewohnt für die Jugendlichen war vielleicht der Unterricht im Stehen. Doch schläft dabei garantiert niemand ein. Ohnehin war für kurzweilige Abwechslung gesorgt, denn als der Theorie Genüge getan war, konnte das große Krabbeln der Bienen gefahrlos durch die Plexiglasscheiben verfolgt werden. Dazu hat Schulimker Reinhold vorab aus unserem Bienenvolk ein mit Arbeitsbienen und Drohnen besetztes Rahmen entnommen und auf die Wiese mitgebracht.

Die Bienenzukunft liegt in euren Händen

Schulklasse steht um das Bienenschaufenster herumNoch ist kein echter Weg erkennbar, wie gegen die unsere westliche Honigbiene schädigende asiatische Varroa destructor, gegen Monokulturen und damit Futterverknappung und gegen Pestizide, allen voran die Neonicotinoide, nachhaltig und wirksam vorgegangen werden kann. Wir hoffen, dass durch den Blick in die Wunderwelt der Bienen ein paar der Zehntklässler ihren Weg zur Imkerei finden. Denn wir brauchen dringend Jungimker, um dem Bienensterben zu begegnen. Wir helfen gerne dabei mit, zum Beispiel durch Vermittlung von Bienenpateneltern, Vereinsempfehlungen oder durch den Einstieg einer Bienenpatenschaft bei Bienen-leben-in-Bamberg.de.

Umgang mit Imkereigeräten

Reinhold zeigt den Schülern einen SmokerAn den Bruckertswiesen angekommen erläutert Reinhold zunächst den Gebrauch des Smokers und welche Ingredenzien wir dazu verwenden. Auch, wie ein Schwarm mittels eines Bienenschwarmkastens eingefangen werden kann, wurde kurz erläutert. Dabei gab Reinhold die Warnung aus: „Nicht auf Bäume klettern, lieber auf den Schwarm verzichten!“ Auch uns sind schon einige Unfälle bekannt geworden, die nicht immer glimpflich abliefen!

Bevor es dann endgültig zu unseren beiden Lehrbienenvölkern geht, sprühten wir uns mit Nelkenwasser ein, auf das Bienen nicht unbedingt stehen. Einen Imkerhut wollte keiner von den 23 Jugendlichen aufsetzen und verließ sich stattdessen darauf, ein paar Vorsichtsmaßregeln zu befolgen: 1. Keine hastigen Bewegungen 2. Nicht zu laut sein 3. Helle Kleidung, die vorsorglich bereits angezogen wurde.

Einer der Highlights des Ausflugs ist sicherlich der erste Blick in die geöffnete Bienenbeute. Dazu mehr im nächsten Teil des Blogberichts, hier in Kürze. See you!

Besuch beim Villa Dessauer-Ableger

Ablegerbeute an der Villa DessauerBlumenbeet Villa Dessauer

Der Standort im Stadtzentrum erschien zunächst nicht wirklich ideal. Eher zurückhaltend gestaltet sich die unmittelbare Vegetation im Skulpturengarten um die Stadtgalerie herum mit dem angrenzenden, in die Jahre gekommenen Harmoniegarten. Die Stadtgärtnerei hat im Auftrag des Gartenamts jedoch unlängst ein kleines, nettes Blumenbeet angelegt (Danke, Herr Gerencser!). Und offenbar wärmt und schützt das alte Villengemäuer im Rücken der Ablegerbeute das heranwachsende Volk aufs Beste. Doch auch die nahen Gärten des Haingebietes locken mit allerlei Tracht und die Linden am Schönleinsplatz dürften die Töpfe voll werden lassen.

Entwarnung – dem Ableger geht’s gut!

Rähmchen mit ansitzenden BienenJedenfalls waren wir sehr erfreut, dass wir nach reichlich Aufregung nach zwei Monaten endlich Entwarnung geben können. Am 17. Mai 2013 stellten wir den Ableger auf, doch die nachgeschaffte Königin verpasste wetterbedingt ihren Hochzeitsflug. Doch im zweiten Anlauf hat es die wiederum nachgezogene Königin endlich geschafft.

Klein wie sie ist, so legt sie doch recht fleißig Eier. Euer Majestät sind tatsächlich beinahe durch den Stempel geschlüpft, in den wir sie zur Zeichnung bugsierten.

Königinnentaufe

Die Königin im Stempel wird rot gezeichnetDie „Königinnentaufe“ genau verfolgt hat Amelie Anthonsen, die uns bereits am Vortag zur Hainschule begleitet hatte (wir berichteten). Die Schulamtsanwärterin schreibt ihre Zulassungsarbeit zum Bienenthema und freut sich daher sehr, dass wir ihre Teilnahme sowohl an den Schulbienenaktivitäten als auch auf bei den Arbeiten am Bienenpatenvolk von Dr. Regina Hanemann kurzfristig ermöglichen konnten.

Amelie und Reinhold betrachten ein Rähmchen voller BienenIhr verdanken wir einige sehr schöne Fotos und konnten uns daher gut auf unsere Verrichtungen konzentrieren. Wer übrigens gerne (und gut!) fotografiert und außerdem etwas zum Imkern erfahren möchte – also da ließe sich doch ein Deal machen! Einfach Kontakt zu uns aufnehmen!

Milchsäurebehandlung

Die Königin verlässt den Stempel wiederWährend des Trocknens der roten Farbe – die die Königin aufgrund ihres sehr lebhaften Gekrabbel leider auf ihre Flügel verschmiert hat – behandelt Reinhold den Ableger mit Milchsäure, denn für die noch sehr junge Königin wäre die Behandlung eher schwächend, und außerdem braucht sie sie nicht. Denn dem emsig putzenden Hofstaat entgeht selbst die fieseste Milbe nicht.

Reinhold sprüht die Bienen mit Milchsäure ein Ein paar wohldosierte Wolken aus der Sprühflasche sollen der Varroamilbe den Garaus machen. Da allerdings überraschend schon einiges an verdeckelter Brut vorhanden war (wir sind wohl einen Tag zu spät gekommen), wird diese Maßnahme alleine natürlich nichts nützen. Milchsäure wirkt nicht in die Brutzellen hinein. Etwa Ende August folgt daher die Ameisensäurebehandlung.

Begrüßungszeremonie

Die rote Königin ist im Gewühl fast nicht mehr zu sehen.Nun endlich darf die Königin zurück zu ihrem Hofstaat. Es ist wie immer ein kritischer Moment, ob sie auch gleich wieder erkannt und von ihren Arbeiterinnen anerkannt wird. In unserem Film lässt sich die Begrüßung gut verfolgen. Kurz darauf verschwindet sie im Gewühl und wäre ohne ihren roten Punkt, der auf dem Chitinrücken angebracht ist, kaum so schnell wieder zu sehen.

Reinhold füllt Zuckerwasser in einen Tetrapack im Bienenstock aufZuletzt wird noch der Tetra-Pack mit Zuckerwasser aufgefüllt. Damit machen wir es dem jungen Volk etwas leichter, falls es doch zu wenig Nektar in der städtischen Umgebung geben sollte. Sie müssen sich schließlich gerade heuer, nach einem extrem kalten und regenreichen Frühjahr, besonders schnell in der noch verbleibenden Sommer-Restlaufzeit entwickeln.

Nun habe ich einen kleinen Teil der schönen Fotos untergebracht … es ist dies die langwierigste Arbeit im Weblog-Bericht, und die Auswahl fällt oft recht schwer. Doch die meisten iPhone / Handyscroller schauen sich ohnehin nur im Schnelldurchlauf die Fotos an – und schon sind sie mittendrin in unserem Geschehen von Bienen-leben-in-Bamberg.de!

Schulbienenbesuch in der Hainschule

Überraschendes Vorwissen

Schulbiene zeigt Schüler auf Plakat den BestäubungsvorgangAm überraschendsten für uns war das breite Vorwissen der Schülerinnen und Schüler der Klasse 1b der Hainschule Bamberg. Sehr viele Kinder erwarben es am Bienenstand zur Landesgartenschau 2012. Da außerdem im bayerischen Lehrplan für die ersten Schulklassen das Thema „Wiese“ anstand, konnten die Kinder bereits klar zwischen Blütenstaub, dem Pollen also, der zur Bestäubung dient, und Nektar als Grundlage für den Honig, unterscheiden.

Berühren, Riechen und Schmecken

Schulimker Reinhold zeigt den Schülern ein Naturwabenbau-RähmchenTrotz allem bereits Bekanntem sind die Mädel und Jungs sehr empfänglich für das Berühren, Riechen und Schmecken der mitgebrachten Materialien wie Naturbauwabe, Mittelbauwand, Blütenkelchen und natürlich Honig.

Die Schüler betasten das Naturwabenbau-RähmchenDenn das ist unser Anliegen: mit ALLEN Sinnen, nicht nur mit dem gewohnten „Hören und Sehen“, sollen die Kinder tief in die Geheimnisse der Bienen, des Honigs und der Imkerei eintauchen. Nur so lässt sich die für unsere Ökologie hoch bedeutsame Honigbiene ganzheitlich erfassen, schätzen und somit lieb gewinnen.

Erstklässlerin mit Honigprobierlöffelchen im MundFür die Honigverkostung konnten wir endlich einen zufriedenstellenden und raschen Ablauf finden. Gibt man den Erstklässlern nämlich erst das Probierlöffelchen und streicht mit einem anderen Löffel den Honig darauf, fliegen die Löffelchen gerne mal eben aus den noch etwas unkoordinierten Händchen. Und gehen wir getrennt durch die Reihen, dann fordern manche Kinder schon mal ein weiteres Portiönchen für sich, ohne dass wir das so recht mitbekommen. Tja, was oft so leicht aussieht, ist meist das Ergebnis überprüfter didaktischer und methodischer Überlegungen und Erfahrungen, wichtig gerade bei großen Klassenstärken und wenig Unterrichtszeit.

Rätseln und Malen

Vier Porträts rätselnder und malender KinderBei unserem Rätselspiel legten wir den Schwerpunkt auf das Erkennen und Unterscheiden der Biene anhand der Umrisszeichung  verschiedener Insekten. Für uns bemerkenswert: Die in „Geheimsprache“, also rückwärts benannten Insekten, enzifferten die Erstklässler fast sofort. Sogar der kleine, eingebaute Fehlerteufel in „fefäknieraM“ wurde flugs entdeckt.

Die Rätselbilder durften dann ausgemalt und mit einer frei gezeichneten Blume ergänzt werden. Da 45 Minuten doch etwas knapp für die begonnenen Kunstwerke waren, gab es das Fertigzeichnen als Hausaufgabe auf.

Sprach- und Leseförderung

Singen dient der Sprach- und Leseförderung genau so wie das Lesen und Schreiben lernen. Nachdem den Kindern auf die Schnelle kein Lied zum Thema Biene einfiel, schlugen wir „Summ, summ, summ“ vor. Zumindest die erste Strophe war doch allen bekannt.

Die Schulbiene hängt Silbenwörter an die SchultafelUngewohnte Wörter (Im-ker, Pol-len, Fa-cet-ten-au-gen) schrieb die Schulbiene an der Tafel auf gelben Zetteln (für die Begriffe rund um die Biene) und grünen (für Wiesenbegriffe) in Form von Silbentrennkärtchen auf. Zum Ende hin wurden die Begriffe auseinander genommen und – zur übenden Wiederholung – von den Kindern wieder zusammenfügt.

Medienrucksack und Medienbox – zwei, die sich ergänzen

Die Schulbiene blättert in einem BuchDie Frage der Kinder, wie zum Beispiel eine Honigschleuder aussieht, ist mittels Bücher aus dem Medienrucksack der Bamberger Schulbiene schnell und anschaulich beantwortet. Außerdem erhält jedes Schulkind daraus ein eigenes Buch nach Hause ausgeliehen, um die von der Schulbiene kurz angerissene Geschichte fertig lesen zu können.

Schulimker Reinhold zeigt in einem Buch eine Blume, die von einer Biene besucht wird.Unser Ansinnen der Sprach- und Leseförderung konnten wir diesmal durch die Medienbox der Bamberger Stadtbücherei, die wir an diesem 12. Juli 2013 zur Anschauung mitbrachten, hervorragend ergänzen. Einen Abend zuvor konnten wir sie uns noch rechtzeitig ausleihen, Dank des flotten Teams um Leiterin Christiane Weiß.

Die Medienbox enthält über 30 Exemplare zum Thema „Wiese und Hecke“, darin auch ein paar Bücher, die die Hautflügler wie Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen darstellen. Wir fertigten eine eigene Biene-Wiese_GS-MS dazu an, die künftig in der Medienbox mit eingelegt werden soll. Noch nicht enthalten sind die AV-Medien, da wir hierfür noch keine Zeit hatten. Wir holen’s nach!

Alle Fotos von Amelie Anthonsen, die sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank! Von ihr berichten wir in Kürze mehr!

Bienenbesuch der Naturschutzgruppe

Die Naturschutzgruppe der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg ließ sich vom Regen nicht aufhalten. Sie  besuchte uns am 29.06.2013 am Lehrbienenstand Wildensorg-Rinnersteig. Abgeholt wurde das Dutzend wissbegieriger Jugendlicher an der Bushaltestelle Wildensorg. Geschützt unter dem Busvordach erläuterte Imkerin Ilona den Ablauf des Nachmittags und fragte die jungen Menschen nach ihren Erfahrungen zum Thema Bienen, Honig und Imkerei.

Bienenschaufenster als erste Annäherung

Imker Reinhold und Michael, ein Jungendlicher, enthüllen des BienenschaufensterAm Lipshof angekommen gab’s mit Hilfe eines Posters einen ersten Einblick in die faszinierende Lebensverläufe der  Familienmitglieder „Arbeitsbiene, Drohne und Königin“. Sehr aufmerksam und mit jeder Menge Fragen verfolgten die Jugendlichen und die drei Betreuerinnen den Ausführungen so lange, bis endlich der Regen aufhörte und wir vom dunklen Schafstall ins Helle und somit ans Bienenschaufenster konnten.Enthüllung des Bienenschaufensters 2

Unter erwartungsvollen Blicken und mit tatkräftiger Hilfe von Michael, einem pfiffigen Burschen mit der Besonderheit des Down-Syndroms, enthüllt Imker Reinhold das Schaufenster zur Immenwelt, das einen gefahrlosen Erstkontakt mit Biene Maja und Kollegen gewährt.

Empfindsame Nerven? Kein Problem durch die Lernbienenbeute

Immer wieder kommt es vor, dass die Nerven (nicht nur) der Heranwachsenden sehr empfindsam auf das allzu lebhafte Gewusel reagieren. In diesen Fällen zeigen wir parallel – wir sind ja schließlich zu zweit – einfach die Foto-Rähmchen aus unserer Lernbienenbeute. (Beute ist der Name für Bienenwohnung.) So muss niemand außen vor bleiben. Letztendlich jedoch gesellten sich auch die anderen zur „Pseudo-Beute“ hinzu. Und sogar besser als in der Wirklichkeit lässt sich hier die ungeliebte Varroa-Milbe in fotografischer Vergrößerung zeigen.

Bei der Gelegenheit danken wir dem Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. für das zur Verfügungstellen dieses genialen Lehrmittels mit den Fotos von Markus Dorsch.

Gewappnet und geschützt – auf zum Lehrbienenstand!

Mädchen in ImkerkleidungNach ausführlicher Betrachtung der Lebenswelt dieser überaus nützlichen Haustiere stand einem Direktkontakt mit unseren Bienenvölkern am Rinnersteig nichts mehr im Wege. Zumal ein paar Imkerhüte dafür sorgten, dass die soeben beruhigten Nerven nicht gleich wieder ins Flattern gerieten.

Blick in eine Zarge mit dicht besetzten RähmchenAm Standort angekommen entfachte Reinhold das Rauchgefäß (Smoker), um die Bienen abzulenken. Dann setzte er vorsichtig das für das Bienenschaufenster entnommene Rähmchen wieder in die Lücke zurück. Im nächsten Schritt entnahm er eine verdeckelte Honigwabe, die Ilona an die Jugendlichen herum reichte. So nach und nach trauten sich alle, einen Griff des Rähmchens zu halten und staunten über das schwere Gewicht. 2 bis 2,5 Kilo wiegt ein voll gefülltes Rähmchen immerhin. Eine ganze Zarge mit 10 Rähmchen kommt da gut auf 25 Kilo, mit etwa 20 Kilo Honiganteil.

Beschämt, aber glücklich …

Imkerin zeigt den Jugendlichen ein verdeckeltes HonigrähmchenBesonders Mutige – und das waren doch die Meisten – bohrten ein kleines Loch in die Wabe und naschten den frischesten und natürlichsten Honig, den man haben kann! Es ist immer wieder ein ursprüngliches Naturerlebnis, auch für uns Imker selbst. Die Bienen stopfen das Loch natürlich bald wieder zu, und wir danken ihnen beschämt, aber glücklich, für die geleistete Arbeit und das Reparieren. Glücklich sind wir dabei vor allem darüber, dass wir den Jugendlichen ein Stückchen Naturwunder nahe bringen durften. Und wir hoffen sehr, dass einer von ihnen ebenfalls Jungimker wird, um unsere Honigbiene und damit die für uns unverzichtbare  Bestäubungsleistung zu unterstützen!

Zum Abschluss etwas zum Nachdenken

Jugendliche beim RätselnZurück auf dem Lipshof erwartete uns: ein leckerer Imbiss in Form von selbstgebackenen Waffeln, die Frau Lips frisch aus Bio-Dinkelmehl zubereitet hat, natürlich beschmiert mit Honig, sowie ein Abschlussrätsel, über das sich die Köpfe hochkonzentriert beugten. Zwei Jungen beim Ausfüllen des Mitmach-Rätsels

Wir können es bezeugen: einen nennenswerten Unterschied zu Jugendlichen ohne gesundheitliche Einschränkungen konnten wir bei dieser „Abschlussarbeit“ nicht erkennen. Einzig die höhere Disziplin verriet, dass diese Jugendlichen der Offenen Behindertenarbeit eine intensivere Förderung und richtungsweisende Anleitung im Laufe ihres Lebens erhalten haben mussten. Und das wäre doch auch für alle Kinder (wieder) anzuempfehlen, oder irren wir uns?

Danke für euer Kommen – und gerne wieder!

Dinkelwaffeln in HerzformUnd wer ebenfalls eine Führung direkt an den Bienenstandorten wünscht, meldet sich bei uns im zeitigen Frühjahr 2014, um einen Termin auszumachen. Denn ab Mitte Juli dürfen wir unsere Völker aus pflegerischen Gründen nicht mehr stören. Doch ein Unterricht an Alternativobjekten ist das ganze Jahr möglich.

Summen und Blühen in der Gangolfgrundschule

Klasse 1b der Gangolfgrundschule singt

Lehrerin Judith Endres (re.) hat alles gut vorbereitet. Mit „Summ, summ, summ …“ begrüßt die Klasse 1b der Gangolfgrundschule die Bamberger Schulbiene (li).

Mit dem Kinderlied „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ samt Klavierbegleitung durch den Schüler Franz begrüßte uns die Gangolfgrundschule am 12. Juni 2013. Die Bamberger Schulbiene Ilona und der Schulimker Reinhold staunten nicht schlecht über die perfekte Vorbereitung des angekündigten Schulbienen-Unterrichts in der Klasse 1b. Sogar ein Blumenarrangement fanden wir vor, welches allerdings zugunsten der von uns mitgebrachten, frischen Wiesenblumentöpfe aufgelöst wurde. Doch war so der Einstieg in das Thema Bienen mit Schwerpunkt „Wiese“ eine Leichtigkeit, die Margerite, der Mohn und auch der Fingerhut sogleich von den Kindern richtig benannt.

Keine Neulinge mehr

Überhaupt waren die 24 Erstklässler alles andere als Neulinge in Sachen Wiese, Bienen, Honig und Imkerei. „Ich habe schon im Kindergarten dabei zugesehen, wie Honig geerntet wird. Der Mann hat ein Rähmchen heraus genommen und es in eine Schleuder getan. Dann durfte ich frischen Honig schlecken“,  meldete sich ein Mädchen auf die Frage, wer denn schon etwas mit Bienen erlebt hätte. Der „Mann“, so klärten wir auf, heißt „Imker“. Dass die Frau demzufolge eine Imkerin wäre, wussten die Kinder natürlich. Weitere Begriffe wie Pollen und Nektar gossen wir in ein kleines Silbenrätselspiel ein.

Schulimker Reinhold in der Klasse 1b Gangolfgrundschule

Schulimker Reinhold in der Klasse 1b der Gangolfgrundschule

„Ich bin schon oft gestochen worden“, klagte hingegen ein anderes Kind. Die jammervolle Erfahrung nahmen wir zum Anlass, auf den richtigen Umgang mit Bienen aufmerksam zu machen. „NIcht vors Flugloch laufen“, rieten wir, und „keine hektischen Bewegungen, sonst meinen die Bienen, der Bär kommt“.

Im Verlauf des Unterrichts stellten die Kinder Fragen, die alles andere als naiv waren:

„Warum sticht die Biene, und warum muss sie daran sterben?“
„Warum können Bienen so schnell fliegen?“
„Wie finden die Bienen in den Stock zurück?“
„Wieso legt nur die Königin Eier?“
„Wie viele Bienen sind auf einer Wabe?“

Obwohl wir uns sehr bemühten, allen zu antworten – eine kurze Schulstunde ist einfach nicht lang genug für sämtliche Wortmeldungen. „Könnt ihr denn nicht wiederkommen?“ fragte nicht nur eines der aufgeweckten Schüler. Gerne, und wir begleiten euch bis in die letzte Schulklasse, ohne, dass es langweilig werden wird, versprochen!

Der Bär kommt … und weitere Überraschungen

Bären in der 1b Gangolfgrundschule

Hilfreiche Plüschis sind unerlässlich für Groß und Klein!

Apropos Bär … den hatten wir natürlich auch dabei. Dem wolligen Plüschi namens „Sebald Herzibär“ gab Lehrerin Judith Endres sogleich einen Partner hinzu. Gemeinsam passten sie auf die süße Honig-Überraschung auf, bis ihn die Kinder zum Probieren bekamen.

Ausgeteilt bekamen sie außerdem kleine, duftig riechende Bienenwabenstücke, die sie am liebsten ebenfalls gerne verspeist hätten. Schade, dass wir für diesesmal keine Exkursion zu einem unserer Lehrbienenstände eingeplant hatten. Doch sicherlich für nächstes Jahr, wenn der gerade erst an der Villa Dessauer aufgestellte Ableger der Bienenpatin Dr. Regina Hanemann alt genug für Kinderbesuch sein wird. So mussten wir uns fürs Erste mit Anschauungsmaterial in Form von Postern, Bilderbüchern und einer Lernbienenbeute, die jedoch immerhin mit echten Waben und detailgenauen Fotos begnügen.

Rätsel und Bücher für jetzt und später

Als didaktische Ergänzung von „Beobachten, Hören, Sprach- und Leseförderung, Aktivieren des Geruchs- und Geschmackssinns“ darf natürlich auch nicht die Kreativität zu kurz kommen. Ein Rätselblatt zum Ausmalen, Insektenbestimmen und Auflösen einer „Geheimsprache“ sorgte für entspannende Momente nach der lebhaften Kreisrunde.

Judith Endres und die Bamberger Schulbiene

Lehrerin Judith Endres und die Bamberger Schulbiene sind sich einig: Lernmaterial und Leserucksack verstärken den Lerneffekt.

Um das neu erfahrene Wissen zu festigen, las die Bamberger Schulbiene einen kurzen Abschnitt aus dem Buch „Ich habe einen Freund, der ist Imker“ von Ralf Burschkow vor. Alle Schüler dürfen ein Exemplar davon zum Nach- und Fertiglesen mit nach Hause nehmen. Außerdem bleibt ein mit weiteren Büchern gefüllter „Bienen-Leserucksack“ 10 Tage lang im Klassenzimmer.

Finanziert wurden Bücher und Rucksäcke über Spenden, über die wir uns natürlich weiterhin freuen würden. Denn die Bücher dürfen und sollen auch „zerlesen“ werden, um den innigen Dialog mit dem Bienenthema zumindest anfänglich auf unkomplizierte Weise zu ermöglichen. Abgegriffene Bücher sind schließlich leichter zu ersetzen als ein fehlendes Naturverständnis.

„Manchmal, wenn etwas besonders schön war …“

Fleissige Helfer - Schüler der 1b Gangolfgrundschule

Die 1b der Gangolfgrundschule als fleißige Helferlein!

Wir danken der Lehrerin Judith Endres für die herzliche Aufnahme in ihre Schulklasse und freuen uns bereits jetzt auf das versprochene Wiedersehen! Danke auch den Schülerinnen und Schüler der 1b, die so begeistert mitgemacht hatten und uns sogar beim Tragen der vielen Utensilien geholfen haben!

„Manchmal, wenn etwas besonders schön war, dann möchte ich die Zeit einfach zurück drehen können, um alles noch einmal zu erleben“, vertraute mir ein Mädchen auf dem Weg zum Auto an.

Nun, dem ist nichts mehr hinzuzufügen, uns geht es ganz genau so!

* [Aus Gründen einer flüssigeren Lesbarkeit verwendete ich hier die männliche Form für beide Geschlechter und bitte um Verständnis für diese Abkürzung.]

Schulbienenbesuch des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums (2)

[zum Teil 1: Klasse Aussichten für E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiasten]
[zum Video]

Echte Bienenwelt auf der Streuobstwiese

Im Gänsemarsch zum Lehrbienenstand

Auf dem Weg zum Lehrbienenstand von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Auf der Streuobstwiese angekommen, zeigte Schulimker Reinhold Burger, wie das Rauchgefäß, der „Smoker“, bedient wird. Die Schüler* erfuhren, dass der Rauch dazu dient, die Bienen mit Honigfassen zu beschäftigen. „Alarm, der Wald brennt! Honigvorräte fassen!“, so lautet die Parole der Bienen. Und nichts anderem mehr schenken sie ihre Aufmerksamkeit, so dass wir Imker ungestört arbeiten können. Ein paar Kinder zogen sich dennoch vorsichtshalber einen Imkerhut über.

Kinder am Lehrbienenstand

Schulimker Reinhold vor einer mehrzargigen Beute

Mit Rauchwerk und Schleier ausgestattet näherten wir uns den beiden Völkern, die bereits emsig ihr Tagwerk verrichteten. Reinhold setzte nun das vorher für das Bienen-Schaufenster entnommene Rähmchen in den Bienenstock — heute sagt man „Beute“ dazu — wieder ein. Auf dem Foto ist eine mehrzargige Beute zu sehen. „Zarge“ nennt sich das einzelne Stockwerk einer Beute und besteht aus einem rechteckigen Kasten, z. B. aus Holz oder Styropor.

Schüler vor geöffneter Bienenbeute

Zunächst noch vorsichtiger Blick in die geöffnete Beute

Die Schüler trauten sich bereits nach kurzer Zeit, ihre Hand über die mit Bienen, Brut und Honig vollen Rähmchen zu halten, aus denen spürbar die Wärme hoch stieg. Dieses, und die Überraschung, dass man die Ammenbienen gefahrlos streicheln kann, war sicher das dritte Highlight des Tages. Selbst die vorsichtigsten unter den Mädels und Jungs schafften es, ihre Finger sanft über die kleinen, hochbeschäftigten und völlig in ihrer Aufgabe aufgehenden Insekten zu führen.

Geöffnete Bienenbeute

Ammenbienen lassen sich gefahrlos streicheln.

„Ich hätte die Bienen so gerne noch länger gestreichelt!“ — antwortete ein anfänglich noch hutbewehrter, dann jedoch zunehmend mutigerer Schüler auf die abschließende Frage, ob es für sie zu viel oder zu wenig Informationen gegeben hätte.

Kuschelige Streicheltiere werden Bienen sicherlich nie sein. Doch nähert man sich ihnen ohne hektische Bewegungen, am besten in heller Kleidung und ohne Parfüm oder Deogeruch, dann klappt es meist mit einem friedlichen Kontakt.

Rätselhaftes und Honigsüßes

Schüler beim Rätselraten

Beim Rätselraten. © Foto nicht zur weiteren öffentlichen Verwendung freigegeben

Zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Aussichtstempelchen, bewiesen die aufmerksamen Schüler beim Ausfüllen eines Rätselblattes, dass sie alles neu Erfahrene gut verstanden hatten. Eine Frage daraus lautete zum Beispiel:

„Kann man Bienen auch in der Stadt halten?“

Die Antworten darauf: „Ja, wenn sie nicht gestört werden. Denn dann stechen Bienen auch nicht.“ und „Ja, so lange innerhalb von drei Kilometern Blumen und Bäume blühen … und sie brauchen auch nicht besonders viel Platz“. Dass es dabei die „richtigen“ Pflanzen sein sollten, das kann ihnen ihr Biologielehrer, Dr. Johannes Bail, sicherlich noch detaillierter erläutern.

Nach so viel Hirnakrobatik gab es schließlich etwas Nervennahrung — natürlich in Form von Honig. So kurz vor dem Ende der Exkursion durften die Finger gerne etwas klebrig werden. Vorher hätten es die Bienen sicherlich entdeckt, das wäre nicht so optimal gewesen.

Aussichtsreicher Ausblick

(von links) Arno Schimmelpfennig, Christiane Hartleitner, Dr. Johannes Bail

Kameramann Arno Schimmelpfennig, Kunsthistorikerin Christiane Hartleitner, Lehrer Dr. Johannes Bail

Besonders freut es uns, dass der Einblick in die Themen „Bienen, Honig, Imkerei“ bei einigen der Schüler den Wunsch ausgelöst hat, selbst einmal Imker zu werden. Dass der Wunsch nicht in Vergessenheit gerät, dafür wird Lehrer Johannes Bail sicherlich Sorge tragen. Der promovierte Biologe und Insektenkenner ist derzeit selbst Jungimker und wird bald am Gymnasium den Bienenunterricht „in Echt“ fortsetzen können. Hier bewährt sich auch unser Netzwerk, denn anfänglich wird den engagierten Lehrer unser Imkervater, Nikolaus Hofmann vom Bienen und Imkerzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. dabei beraten.

 

Schülerinnen beim Rätselraten

Beim Rätselraten. © Foto nicht zur weiteren öffentlichen Verwendung freigegeben

Wir sagen „Dankeschön“ dem E. T. A.-Hoffmann-Gymnasium, dass sie uns unterrichten ließen, um dem Bienensterben wieder ein Stück weit etwas entgegensetzen zu können. Und auch hier: DANKE an die Spender der „Bamberger Schulbiene“, die uns darin unterstützen.

Mit vereinten Kräften für Bamberg, unsere Bienenstadt!

* Für einen leichteren Schreib- und Lesefluss wurde die männliche Form stellvertretend für beide Geschlechter verwendet.