Lieber Besuch zur Saisoneröffnung der Bienen-InfoWabe 2021

Bewölkt und kühl, doch ohne Niederschläge und mit rund 40 Besucher/innen eröffneten wir am Sonntag, den 18. April, die Saison der Bienen-InfoWabe 2021. Heuer nicht wie in den vergangenen Jahren an Ostern, denn unser neuer Turnus heißt: Offen an jedem 3. Sonntag im Monat von April bis September. Dann heißt es für die Bevölkerung „Offenes Haus für alle“ von 14 bis 17 Uhr.

Vergangenes Jahr fiel die Saison pandemiebedingt aus. Doch für heuer wollten wir das nicht mehr gelten lassen. Im Bamberger Bienengarten konnten wir mit genügend Abstand fröhlich mit unseren Gästen plaudern. Wer wollte, durfte einen Blick in unser grünes Klassenzimmer werfen, das unter anderem mit neuer Farbgestaltung aufwartete und auch den langsam zur Neige gehenden Bamberger Lagenhonig erstehen. Immer hübsch nacheinander und mit Maske natürlich sowie bei weit geöffneten gegenüberliegenden Türen.

Unsere geschätzten Gäste

Wir freuten uns über bekannte wie unbekannte Gäste, darunter einige Familien, deren Kinder wir gerne einen Schnellkurs in Sachen „Bienen und Imkerei“ gaben. Sie drehten mit Begeisterung die Trommel der Honigschleuder und erfuhren, wie es im Inneren einer Bienenwohnung aussieht.

Im Folgenden genannt sind insbesondere unsere Bienenpat(inn)en mit Familien und ehemalige wie aktuelle Imkerkursteilnehmende. Fangen wir mit Letzteren an, weil sie an diesem denkwürdigen Tag nach einem Jahr Beinahe-Stillstand die ersten waren!

Jungimkerin Margarethe Hartig (aus AK20) mit Gatte Robert bildete den Beginn des Eröffnungsreigen! Sie brachte uns die Beute zurück, aus der vor wenigen Wochen ihr erstes eigenes Bienenvolk umgesetzt wurde! Garniert hat sie ihren Dank mit einem Bündel frischen Bärlauch, der in der Kühltasche Platz fand, nachdem wir den Eröffnungssekt gemeinsam köpften. Beim Rundgang durch den Garten und zum Lehrbienenstand stellte Marga fest, dass ihre Bienen sehr viel reger ausflogen als unsere. Ja, es war wohl noch ein wenig zu schattig auf dem ERBA-Gelände, doch kein Anlass zur Sorge.

Jochen, ebenfalls aus dem selben Kurs, nutzte den Anlass, sich Tipps zur Nachfütterung und zum Standort für sein erstes Bienenvolk zu holen. Unserer Nachbetreuung können sich ja alle Jungimker/innen noch eine Zeitlang sicher sein. Er bildete das Ende des heutigen Besucherreigens. Dazwischen …

Treue Eröffnungsgäste seit 2017 sind unsere Bienenpaten Anne und Hans Zirkel. Bereits vorab hat sich Hans schon mal etwas bei uns umgesehen, als wir gerade das Wildbienenhotel ertüchtigten. Nun „musste“ auch Anne meine Begeisterung darüber sowie für den Osterbrunnen und die neue Kinderbuchkiste „KIKI“ teilen.

Ebenfalls so gut wie immer dabei, wenn wir Großes feiern und vermutlich Hilfe gebrauchen können, ist Bienenpatin Gabriele Loskarn. Enkelin Luna kennt den Flecken hier inzwischen schon ganz gut und freut sich, dass ihre Oma mit ihr Vorlesezeit verbringt. Natürlich mit einem Büchlein aus unserer Imker-Bibliothek. Tja, bei ihrem letzten Besuch lag noch Schnee.

Bienenpate Anton Hepple mit Gattin Walburga hatten wir zuletzt am Traditionellen Honigmarkt an Faschingsdienstag gesprochen. Die beiden nutzten den Besuch gleich für eine größere Runde ERBA-Spaziergang, nachdem sie sachkundig die Schaubeete inspiziert hatten. Immerhin ist Anton als ehemaliger Amtsleiter „Ländliche Entwicklung“ sozusagen vom Fach und weiß, welche Bedeutung derartige Anlagen für die Bevölkerung besitzen und wie förderlich Lehrgärten für die heranwachsende Generation sind.

Endlich lernen wir auch Rolf Lang kennen, dessen Tochter (nicht nur diese) Bienenpatenschaft arrangiert hat. Mittlerweile hat sich bei uns schon so ein Drang entwickelt, Kathrin genau so zu sehen, als wäre sie selbst eine. Nun hat sie uns auch noch eine ausgemusterte, jedoch tolle Lehrtafel zukommen lassen, die wir am Abend umgehend aufhängten und als perfekte Ergänzung zu unseren anderen Exponaten sehen. Auch die sorgsam von ihr eingesammelten Honiggläser unserer Bienenpaten-Gaben zeigten eindrucksvoll, dass Familie Lang (und Knauer) in Sachen Nachhaltigkeit keine Anleitung braucht. Mit Gottes Gaben sorgfältig umzugehen dürfte also nicht nur für unseren Paten Rolf, der Kirchner der Erlöserkirche ist, ganz normal sein.

Auch die Nachbarschaft hat sich ein Stelldichein bei uns gegeben. Zwei Mitglieder des gegenüberliegenden Interkulturellen Gartens, im Übrigen bekannt mit Marga, schauten mal eben auf ihrem Weg in die Beete bei uns vorbei. Oft winkt man sich ja nur zu, weil jeder emsig was zu tun hat. Wir sollten öfter einfach mal miteinander feiern … nun ja, nach Corona …

Adelinde und Bernhard Gonska, zwei agile Natur- und Umweltschützer/innen mit Leidenschaft, die wir vor zwei Jahren zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Aktion kennenlernen durften, boten – neben dem Einholen unseres Bienenbaumes – erneut ihre Dienste an, so sie schließlich in allernächster Nähe wohnen. Sie nutzen unseren Bienengarten oft und gerne zum Verweilen, wie sie uns verrieten. Reinhold zeigte stolz die ersten Knospen des neuen Schau-Pfingstrosenbeetes und auch des Bienenbaumes (Tetradium daniellii), den er dank Bernhards Fahrbereitschaft vergangenes Jahr aus Walsdorf abholte.

Zwischen all den bekannten und – auch mit Masken! – vertrauten Gesichtern der Genannten und der Honigkauf-Stammkund(inn)en freuten wir uns über alle, die zum ersten Mal den Weg zu uns fanden, sicherlich auch aufgrund des Artikels im Fränkischen Tag.

Für diesen sowie alle Besuche, Aufmerksamkeiten, Einkäufe und ermutigenden und lieben Worten danken wir euch von Herzen!

Ja, dieser Blogbeitrag ist lang, Doch vieles, was uns berührte, muss ungeschrieben bleiben, damit’s am Ende kein Buch wird. Wir wollen euch mit dem Bericht ehren und zeigen, wie wichtig ihr uns seid. Reinhold und ich reflektieren unser beider Erlebnisse – wie immer schon – allzu gerne. Für uns wie für euch zur Erinnerung. Denn wie wir seit über einem Jahr feststellen mussten – nichts davon ist selbstverständlich!!!

Auf eine gute neue Bienensaison, mit euch an unserer Seite!

Saisonstart 2021 für Bienenfreunde in Bamberg

Für den Sonntag, 18.04.2021, ist der Saisonstart der Bienen-InfoWabe geplant, die bis September jeweils am dritten Sonntag im Monat für Interessierte aller Altersstufen geöffnet ist. Von 14 bis 17 Uhr stehen Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique für Fragen rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur zur Verfügung.Bienen-InfoWabe mit Schau-Kräuterbeet im Bamberger Bienengarten

Unter den pandeOsterbrunnen im Bamberger Bienengarten, Bienenweg 1miebedingten Regelungen erwartet die Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de die Besucher im Bamberger Bienengarten im ERBA-Park, der jederzeit frei zugänglich ist. Am geschmückten Osterbrunnen lassen sich unter gebotenen Abstand mit Mund-Nase-Schutz praktische Tipps für bienenfreundliche Pflanzen oder Wildbienennisthilfen einholen und Wild- wie Honigbienen beobachten. Auch ist ein Honigkauf unter den üblichen Bedingungen möglich. Zum Jahresprogramm wird unter den gegebenen Umständen zeitnah eingeladen.

Geplant ist am 20. Juni eine Lavendel- und Honigmesse sowie am 18. Juli die traditionell durchgeführte öffentliche Honigernte am Fünferlessteg. Da beide in den Außenanlagen stattfinden, rechnen die Veranstalter mit einem Zustandekommen der Termine. Außerdem findet weiterhin ein zwölfmoduliger Imkerkurs statt, zu dem man sich jederzeit anmelden kann. Es sind noch wenige Restplätze frei. Alle aktuellen Infos sind zu finden unter Aktivitäten und Termine.

13.04. Internationaler Ehrentag der Pflanze – International Plant Appreciation Day

Rote Mauerbiene in KüchenschelleDer 13.04. ist der Internationaler Ehrentag der Pflanze, die bei uns durch die Augen einer Biene gesehen wird. Im Besonderen ist es natürlich die Blüte, die Nektar und Pollen enthält, also Nahrungs- und Energiegrundlage für unsere Lieblinge. Aber auch die saftenden Knospen und Blätter, die Propolis absondern, ein Kittharz, welches von Apis mellifera als Kittstoff benötigt wird, um Löcher zu stopfen und das Nest auszukleiden, mithin für hygienische Zwecke. Sich in die Bienenwohnung verirrte Eindringlinge werden, sofern es den Bienen nicht gelingt, sie rauszuwerfen, mit Kittharz mumifiziert, können somit nicht vor sich hin modern.

Staudenbeet 2 im Bamberger Bienengarten

140 bienenfreundliche Pflanzensorten und zahlreiche weitere in der Blühwiese, die wir mit botanischen Namensschildchen versehen haben, warten im Bamberger Bienengarten auf interessierte Bienenfreunde.

Schau-Kräuterbeet im Bamberger Bienengarten

Gepflegt werden die 10 Schau-Beete und -areale von der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de, mithin von Ilona Munique und Reinhold Burger. Die Anlage am Bienenweg 1 ist jederzeit begehbar und befindet sich im Erba-Park, unweit des Schiffsanlegesteg zwischen Landesgartenschauweg und Maria-Ward-Straße.

Weitere Objekte im Garten sind ein Wildbienenhotel mit Informationstafeln, eine Nisthilfe, Sitzbänke zum Verweilen, ein Pumpbrunnen und natürlich ein Lehrbienenstand mit mehreren Völkern.

Mittendrin die Bienen-InfoWabe, unser grünes Klassenzimmer für den Bienenunterricht von Schulen und anderen Gruppen, außerdem an jedem 3. Sonntag im Monat von 14-17 Uhr (April bis September) für die Bevölkerung geöffnet.

Wir freuen uns über euren Besuch!

Schau-Staudenbeet 1

Faulbrut-Sperrbezirke Birkach/Frensdorf und Erlach aufgehoben

Streichholzprobe einer mit AFB befallenen WabeNach Mitteilung im Amtsblatt des Landkreises Bamberg, Ausgabe 7/2021 vom 25.3.2021, wurden die Sperrbezirke Birkach/Frensdorf und Erlach (beide eingerichtet am 31.07.2019) aufgehoben. Es dürfen also wieder Völker in diese und aus diesen Bezirken verbracht werden.

Für die Region Bamberg ist derzeit noch Trosdorf (Amtsblatt Lkrs. Bamberg Nr. 2/2019 | 28.02.2019) gemeldet.

Welche Sperrbezirke eingerichtet sind, erfährt ihr auf auf TSIS, dem Tierseuchen-Informationssystem des Friedrich-Loeffler-Instituts. Karten der Sperrbezirke werden in den jeweiligen Amtsblättern von Stadt und Landkreis Bamberg veröffentlicht.

Monatsbetrachtungen April 2021 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Futterausgleich und Bienennahrung

Wabenkontrolle / Futterkontrolle SchiffbauplatzbienenEnde März bis Anfang April nehmen wir, sofern nötig, einen Futterausgleich vor. Unterversorgte Völker bekommen die entnommen (vollen) Waben aus den Nachbarvölkern. Falls eines eurer Völker nur noch über eine einzige Futterwabe verfügt, gebt ihr überschüssige Futterwaben aus gut versorgen Völkern an sie ab. Doch was ist „gut versorgt“?

Gebe KornelkirschenblütenMehr als vier Futterwaben braucht es um diese Jahreszeit nicht mehr, denn die Bienen sollten jetzt (noch oder schon) Nektar von Kornelkirsche, Weide, Hasel, Schlehen, Pestwurz, Winterling, Vogelkirsche, Silberahorn und später auch Löwenzahn eintragen.

Da wir im Herbst jedoch reichlich einfüttern, sind  Völker, die nur noch wenig Futter haben, die absolute Ausnahme. Überschüssige Waben lagern wir daher ein und verwenden sie später bei der Ablegerbildung. Durch die Entnahme der überschüssigen Futterwaben schaffen wir Platz für weitere Brut.

Alte Futterwabe entfernenDie entnommenen Waben werden durch ausgebaute (leere) Waben, falls vorhanden, oder Mittelwandrähmchen ersetzt. Diese werden mit Kontakt zu den Rändern des Brutnests gehängt. Auf keinen Fall jedoch in das Brutnest! Auf diese Weise werden sie schnell in das Brutnest integriert und bestiftet. Gegebenenfalls die noch vollen Futterwaben an den Rand schieben.

Honigraum aufsetzen

Wann?

Bienenpatenvolk von Ruth VollmarJe nach Standort und Witterung sowie je nach Volkszustand soll spätestens bis zur Blüte der Süßkirsche der erste Honigraum aufgesetzt werden. Die Kirschblüte kündigt den Beginn der Massentracht an, das sogenannte „große Blühen“. Die Bienen tragen dann mehr Nektar ein, als sie selbst verbrauchen. Generell gilt es, den Honigraum eher früher als später aufzusetzen. Wird der Honigraum zu spät gegeben, lagern die Bienen die Frühtracht im Brutraum ein.

Über dem Brutnest entsteht so eine dicke Futterkappe, die von den Bienen als Barriere angesehen wird. In der Folge wird der Honigraum nur sehr zögerlich angenommen oder auch gar nicht. Außerdem wird die Königin durch die Honigeinlagerung in ihrer Eilage eingeengt und damit die Schwarmstimmung gefördert.

VOLKSZUSTAND?

Bei einer Stärke von rund 12.000 Bienen ist ein Volk „reif“ für den Honigraum. Das entspricht in etwa 6 mit Bienen besetzte Zanderwaben.

Darüber hinaus sollte das Volk mindestens 3 Waben mit verdeckelter Brut aufweisen. Nach dem Schlupf füllen diese dann ein komplette Zarge Zander.

WELCHE WABEN?

Der Honigraum wird im Kern mit mindestens 3 bis 4 hellen, ausgebauten Waben bestückt, sofern vorhanden. Rechts und links davon mit Mittelwandrähmchen auffüllen. Falsch ist es, ausgebauten Waben und Mittelwandrähmchen im Wechsel einzuhängen. Denn die Mittelwände werden dann nicht vollständig ausgebaut und die bereits ausgebauten Waben zu Dickwaben ausgezogen, die uns zu viel Feuchtigkeit enthält.

Ausgebaute WabeBei den ausgebauten Waben unbedingt auf die Hygiene achten! Braune, bereits einmal bebrütete Waben haben im Honigraum nichts verloren. Keine angärigen oder blasen werfende Waben verwenden. Mit diesen bringt man Hefezellen ein, die sich im Volk verbreiten und somit für die neue Ernte eine Gefahr der Gärung bringen. Um dies zu verhindern, lassen wir die ausgeschleuderten Honigwaben von den Bienen sauber ausschlecken.

In mancher – meist älterer – Literatur findet man die Empfehlung, Brutwaben (möglichst mit noch offener Brut) in den Honigraum zu hängen, damit die Bienen den Honigraum besser annehmen. Dies sollte man jedoch aus Gründen der Hygiene (siehe oben) unterlassen. Ein weiterer Punkt, der dagegen spricht, ist, dass die hochgehängten Brutwaben noch einen Futterkranz aufweisen, der sehr wahrscheinlich Winterfutter enthält. Dieses wollen wir nicht in die neue Ernte einbringen.

VorgehensWeise?

Der Honigraum wird bei uns grundsätzlich über das Absperrgitter aufgesetzt. Das Gitter hindert die Königin an einer Eilage im Honigraum. Damit erreichen wir eine strikte Trennung der Bienenbrut von den für die Ernte bestimmten Honigwaben.

[Über die Verwendung eines Absperrgitters planen wir einen eigenen Blogbeintrag. Später also dann mehr …]

Einsetzen des DrohnenrahmensDrohnenrahmen einsetzen

Zeitgleich mit dem Aufsetzen des Honigraumes setzen wir den Drohnenrahmen, auch Baurahmen genannt, zur biotechnischen Varroaprophylaxe ein. Drohnenrahmen sind Rähmchen ohne Mittelwände.

Dazu entnehmen wir aus dem oberen Brutraum eine Randwabe mit Futter und schaffen somit Platz für den Drohnenrahmen. Der Drohnenrahmen wird anschließend im oberen Brutraum an der Position 2 oder 9 eingesetzt. Die Position 3 wird hin und wieder ebenfalls empfohlen, hat sich bei uns jedoch nicht bewährt.

Fortbildungen

Für den April sind folgende Module im Imkerkurs für Anfänger geplant:

3. Modul: Bienengesundheit / -krankheiten
Sa., 10.04.21  |  10.00 – 12.30 Uhr (ONLINE)

4. Modul: Honigraumerweiterung, Ablegerbildung
Sa., 17.04. Kurs 1.1. | 10.30 – 12.30 Uhr
So., 18.04. Kurs 1.2 | 10.30 – 12.30 Uhr
Sa., 17.04. Kurs 2.0 | 14.30 – 16.30 Uhr

5. Modul: Schwarmverhinderung
Sa., 24.04. Kurs 1.1. | 10.30 – 12.30 Uhr
So., 25.04. Kurs 1.2 | 10.30 – 12.30 Uhr
Sa., 24.04. Kurs 2.0 | 14.30 – 16.30 Uhr

Perfekte Vollfrühlingstage für euch und eure Bienen!

Was vor 10 Jahren begann … unser Imkerabenteuer seit 2011

Logo Bienen-leben-in-Bamberg.de (BLIB)Kurz vor Fertigstellung der ImkermeisterarbeitAls Ergebnis einer ProfilPASS-Beratung im Zuge einer Zertifizierung, für welche sich Reinhold als mein „Beratungsobjekt“ zur Verfügung stellte, stand „Imker“ auf dem Papier. Diese Freizeitaktivität sollte ein Ausgleich zur damals noch ausgeführten Programmiertätigkeit bilden. Der lang schon vermisste Kontakt zur Natur des studierten Geographen, seine Fähigkeit, komplexen Zusammenhängen wissenschaftlich auf den Grund zu gehen, seine Detailverliebtheit und sein handwerkliches Geschick … all das würde mit dem Halten von Bienen einhergehen. Es würde das Sitzen vor dem Bildschirm wieder erträglicher machen.

Der Entschluss

FaschingsbieneSchnell stand der Entschluss fest, dass ich (Ilona) ebenfalls mit von der Partie sein würde. Verantwortliche Tierhaltung sollte in unseren Augen unterbrechungsfrei möglich sein, falls berufliche Reisen anstünden wären oder wegen eines Krankheitsausfalls. Wir beide hatten jedoch absolut keine Ahnung von Bienen. Niemand von uns kannte eine Imkerei oder hat je eine besucht. Niemand in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis ging diesem Hobby nach. Wie also beginnen?

Imker Nikolaus Hofmann zeigt, wie's gehtJustament fanden wir einen Tag später eine Anzeige im FT über einen Jungimkerlehrgang, den der Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. in Burgebrach gegenüber der Steigerwaldklinik anbot. Im Wesentlichen brachte uns unser Imkervater Nikolaus „Klaus“ Hofmann aus Aschbach dieses sich als spannend herausstellende Hobby bei. Er war es, der uns mit seiner ruhigen, besonnen Art den „Bienenvirus“ einpflanzte. Dass ihm auch das Einzelschicksal jeder Biene nicht kalt ließ, holte uns direkt ab.

Völker in Bamberg, Wildensorg-RinnersteigStart in die eigene Imkerei

Ein Jahr später stellten wir unsere ersten beiden Völker in Wildensorg auf, und zwar im Bruckertsgarten am Rinnersteig, der an die Familie Lips verpachtet war. An diesem unserem allerersten Lehrbienenstandort erfolgten sodann auch die ersten Schulbienenbesuche und VHS-Kurse.

Völker Buger WiesenEin zweiter Standort folgte in den Buger Wiesen, genehmigt von der Stadt Bamberg und unter der Aufsicht der Stadtwerke. Der dritte Standort sodann im Garten der Stadtgalerie „Villa Dessauer“. Seitdem waren es bis zu 9 Standorte unseres mit dem Regionalsiegel versehenen Bamberger Lagenhonigs (seit 2012).

5. Runde für dienstälteste Bienenpatin Elisabeth BurgerVerbunden war die Initiative und z. T. die Völker mit etwa 40 jeweils 2-jährigen Bienenpatenschaften, deren allererste Patin Elisabeth Burger war und noch ist.

Unsere Leidenschaft war geweckt, aber auch die Erkenntnis, dass es um die Bienen nicht so gut bestellt sei. Das wollten wir im Minimum allen Bürger(inn)en kundtun und im Maximum (zumindest) für Bamberg aufhalten und am besten ändern.

Start der Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de

Bamberger JungimkerBereits im Oktober 2012 starteten wir daher mit dem Weblog Bienen-leben-in-Bamberg.de und der gleichnamigen Initiative. Wir wollten damit u. a. eine Möglichkeit für Vereinsmuffel bieten, sich unabhängig von Mitgliedschaften an uns zu wenden und sich in Sachen Biene mit uns zu verbünden, beispielsweise durch Bienenpatenschaften.

1. Honig- und Imker-Mitmachmarkt Bamberg von Bienen-leben-in-Bamberg.deKurz darauf, im Dezember 2012, nahmen wir am Adventsmarkt des Don-Bosco-Jugendwerks am Jakobsberg mit Honigverkauf und einem Kinderprogramm teil. Dort wurden unsere erstellten Rätsel zur Sensibilisierung in Sachen Bienen zum Renner bei den Besuchern aus pädagogischen Einrichtungen aller Art – von Kindergärten und Waldorfschule über Grund- und Mittelschulen bis zum Gymnasium. Etliche Anfragen zu einem Unterricht waren der Impuls, unser neu erworbenes Wissen an die Kinder und Jugendlichen gezielt weiterzugeben.

Die Bamberger Schulbiene in der HainschuleDie Idee der Bamberger Schulbiene war geboren und im März 2013 eine Crowdfundingaktion gestartet. Ein nachhaltig tragfähiges Schulbienen-Spiralcurriculum mit replizierbarer Didaktik und Methodik für den Einsatz an Bamberger Schulen war das Ziel.

Was ist seit diesen entscheidenden Entschlüssen passiert? Was konnten wir aufbauen?

Logo der Bamberger SchulbieneÜbersicht 

Die Schulbienenunterrichte, zunächst noch in den schulischen Klassenzimmern (2013), später in der Bienen-InfoWabe im Erba-Park (projektiert 2014, Spatenstich 2015, Eröffnung 2016), der Bamberger Bienengarten (2017), Reinholds Ausbildung zum Facharbeiter Bienenwirtschaft und die Ernennung zum Bienensachverständigen (2017), die Imkerkurse (2018) und schließlich sein Abschluss zum „Meister Bienenwirtschaft“ sowie der Start der Transition-Gruppe „Bienenfreun(d)e“ (2020) – und all das in unserer Freizeit und ehrenamtlich, wobei die zunehmend begehrten Imkerkurse seit 2020 als Nebenerwerb angemeldet sind.

Urkunde / Imkermeisterbrief für Reinhold Burger 2020Im Einzelnen nachvollziehbar ist die jeweilige Entwicklung unserer Projekte und Schwerpunkte über unsere Transparenzberichte sowie über das Schulbienentagebuch und die Historie der Bienen-InfoWabe. Und natürlich über die Chronologie des Weblogs selbst. Bienenpat(inn)en erhalten außerdem in jährlich vier Newslettern Einblicke in die Zusammenhänge all unserer Aktivitäten rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Ausblick

Bienen-InfoWabe (Vorderansicht) im Erba-ParkFür die nächsten 10 Jahre erhoffen wir uns die Gesundheit, Kraft und Mitbegeisterte, um all das Erreichte und Bewirkte halten und weiterentwickeln zu können. Pläne haben wir immer, die gehen uns nicht aus. Vielleicht nicht mehr in der Größenordnung einer Bienen-InfoWabe oder eines Biologie-/Agrartechnik/Tierarzt-Studiums mit Spezialgebiet. Doch bereits ein erfolgreich begleitetes Europäisches Volksbegehren zum Schutz der Bienen und Bauern, wie es für heuer ansteht, soll uns – zumal nach den Erfahrungen, die wir für Bayern (2019) gemacht haben – ein Ansporn zum Aktivbleiben sein.

Statementgeber/innen zur Auftaktveranstaltung des VolksbegehrensGroße und kleine Ziele und geplante Maßnahmen – und was daraus wurde – halten wir jeweils am Ende unserer Transparenzberichte fest. Damit verhindern wir Aktionismus und ein Hamsterradgefühl, aber regen hoffentlich auch zum Nachahmen an. Wir wünschen uns und den Bienen und Insekten in Bamberg und der ganzen Welt sowie unseren Unterstützer/innen von Herzen alles Gute!

Give me Five!

Reinhold und Ilona im Bamberger Bienengarten

[Aktualisiert am 16.12.2022]

Imkeranfängerkurs in Bamberg wegen hoher Nachfrage verdoppelt

Logo Imkerkurs für Anfänger querAb sofort sind weitere Anmeldungen für einen Imkeranfängerkurs bei Bienen-leben-in-Bamberg.de möglich. Wegen der hohen Nachfrage terminieren wir eine inhaltlich parallele Modulreihe. Die neuen bzw. erweiterten Kurszeiten finden Sie hier.

Nicht stattfinden hingegen wird der einwöchige Kompaktkurs. Dieser wird voraussichtlich in den Herbst verschoben.

Wir freuen uns auf unsere neuen Imkerkolleg(inne)n, die einen verantwortungsvollen Beitrag zur Pflege der Honigbienen einüben werden sowie lernen, einen konsequent qualitätsbezogenen Honig ins Glas zu bringen und Wachs wertschätzend zu verarbeiten!

Monatsbetrachtungen März 2021 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Ablösen der Reisszwecken mit dem Stockmeißel zur Entfernung des MäusegittersMäusegitter entfernen

Zur Salweidenblüte werden bei allen Völkern die Mäusegitter entfernt. Jetzt tragen die Völker reichlich Pollen ein. Lässt man das Gitter am Flugloch, wirkt es wie eine Pollenfalle. Beim Durchschlüpfen verlieren die Bienen ihre mühsam gesammelten Pollenhöschen.

Mit zweiter Brutzarge erweitern

Jungvölker, die wir in einer Zarge (Zander-Vollzarge) überwintert haben, setzen wir zur Salweidenblüte einen zweiten Brutraum auf. Die Erweiterungszarge bestücken wir nur mit Mittelwandrähmchen oder, falls vorhanden, im Zentrum mit drei ausgebauten hellen Waben. Diese entstammen aus den Honigräumen des letzten Jahres.

Aufkratzen der verdeckelten FutteraltwabeFutterkontrolle

Im März gibt es immer wieder Kälteeinbrüche. Daher bitte darauf achten, dass die Völker mindestens fünf bis sieben Kilogramm Futtervorräte besitzen. Zufüttern wie im Februar erklärt.

Honigbiene an Salweide (Salix caprea) im Hainpark Bamberg, HollergrabenStartschuss: Salweide

Die wichtigste Zeigerpflanze für die Betreuung der Bienenvölker im März stellt die Blüte der Salweide dar. Zu diesem Zeitpunkt brüten die Völker bereits sehr stark und tragen entsprechend viel Pollen ein. Der Übergang von den Winterbienen zu den Sommerbienen ist im vollen Gange.

In der Literatur findet sich als Zeigerpflanze die Forsythie. Laut phänologischem Kalender beginnt mit ihr der Erstfrühling. Doch außer, dass wir zu diesem Zeitpunkt unsere Rosen zurückschneiden, hat er für die Bienenpflege keine weitere Bedeutung … jedenfalls nicht für uns. Auch als Bienennahrung ist sie bedeutungslos, da nicht nektar- oder pollentragend.

Gesundheitszeugnis beantragen

Sollen Völker gekauft oder verkauft und sie deshalb an einen anderen Stand gebracht werden, bitte rechtzeitig an ein Gesundheitszeugnis denken (Vorschrift laut Bienenseuchen-Verordnung, BienSeuchV). Das Zeugnis bescheinigt, dass die Bienenvölker eines Standes frei von der Amerikanischen Faulbrut sind, daher auch die Bezeichnung Seuchenfreiheitsbescheinigung.

Näheres erfahrt ihr in einem der nächste Blogartikel, z. B., wie das in Stadt und Landkreis Bamberg geregelt ist, wie man an das Zeugnis / die Bescheinigung gelangt, Gültigkeitsauer etc.

[Update 16.3.2021: Rund um das veterinäramtliche Gesundheitszeugnis / Amtstierärztliche Bescheinigung in Sachen AFB in Bamberg und Region]

Varroabehandlung – jetzt?!?

Ja, es gibt zugelassene Mittel zur Varroabehandlung, eine Mischung aus Ameisen- und Oxalsäure, die im Frühjahr angewandt werden könnten. Manche propagieren eine Dauerbehandlung übers Jahr und halten damit den Varroabefall auf einen insgesamt niedrigen Level.

Und: Nein, Bienenvölker, die bis dato überlebt haben und sich in der Aufwärtsentwicklung befinden, muss man nicht damit belasten. Aufwand und Nutzen stehen unserer Meinung nach nicht im optimalen Verhältnis. Ein weiterer Nachteil liegt zudem auf der Hand: Spuren im Honig sind nicht auszuschließen, für uns daher ein Tabu.

Also doch eher ein entschiedenes „Vielleicht“? Da müsste man mal fünf Imker/innen fragen. Und dann zehn Meinungen ernten … und genau deshalb müsst ihr letztendlich eure Erfahrungen selbst machen oder euch durch viele Gespräche und Literaturwälzen eine eigene Meinung bilden. Natürlich auch über Fortbildungen.

Fortbildungen

Für Multiplikator(inn)en der Imkerei beginnt mit dem März das Fortbildungsprogramm. Auch wir beginnen emsig damit, unsere methodischen und didaktischen „Werkzeuge“ zu aktualisieren und für euch bereit zu legen.

Am Mo., 01.03.21 – also am heutigen Tag der Veröffentlichung dieses Berichts – bieten wir einen kostenlosen Infoabend für Kursinteressierte an. Hier könnt ihr euch ab 19.00 bis ca. 20.30 Uhr einloggen: https://meet.jit.si/kursinformationen

Startfolie BLIB-Imkerkurs für AnfängerAm Mo., 15.03.21 beginnt der einwöchige Imker-Kompaktkurs.

Am Fr., 26.03.21 beginnt das 1. Modul des BLIB-Imkerkurses für Anfänger (Jahreskurs). Um hier optimal starten zu können, weil er zunächst per Video-Chat erfolgt, testen die verbindlich angemeldeten Kursmitglieder den Zugang am 22.03.21 aus.

Am Sa., 27.03.21 steht das 2. Modul an, voraussichtlich ebenfalls noch online.

Wunderschöne Erstfrühlingstage euch und euren Bienen!

Rezension zu Tourlonias/Sabbag/Kelly: „Die Baby Hummel Bommel – Alles wird gut“

[Werbung] Cover "Die Baby Hummel – Alles wird gut", arsEditionDie Baby Hummel Bommel hat sich den Zeh gestoßen, oh weh!

Auf 7 Doppelseiten wird der Heile-heile-Segen-Prozess der Familie Hummel einfühlsam nachgezeichnet. Da wird gepustet, gekühlt, gepflastert und natürlich gekuschelt. Mama eilt zur Hilfe, und auch Papa Hummel nimmt seine Trösterolle wahr.

Ebenso der große Plüschbär und die kleine People-of-Colour-Puppe, die beide besorgt Anteil am Geschehen nehmen. Sie agieren ein wenig wie eine „Geschichte in der Geschichte“. Außer den am Boden sehr sympathisch herumliegenden Vorlesebüchern und den netten Zeichnungen an der Wohnzimmerwand nehmen früher oder später alle Spielsachen im Verlauf der Seiten eine neue Position ein. Kindern wird dies sicherlich sofort auffallen, und so lassen sich mehrere Erzählstränge verfolgen.

Illustration und Textgestaltung

Mit dem „Tröstebuch zum Bestseller“ ist der feinsinnigen Illustratorin Joëlle Tourlonias mit scheinbarer Leichtigkeit wieder ein wunderbarer Wurf innerhalb der Reihe „Die Baby Hummel“, dem Ableger der Reihe „die Kleine Hummel Bommel“, gelungen. Der Malstil erinnert mich immer ein wenig an Janosch, nicht nur wegen der ähnlich gelb-braun-gestreiften Tigerente. Doch wo Janosch mehr krikel-krakelt, zeichnet Tourlonias feiner und konturierter. Aber mit der lebenden Legende Horst Eckert verglichen zu werden, ist ja wirklich keine Schande.

Die jeweils dreizeiligen Texte in Reimform des Autorinnenduos Britta Sabbag und Maite Kelly beginnen standardmäßig mit der Klage: „Oh weh, oh weh, der Zeh tut weh!“ Die beiden scheinen zu wissen, dass Wiederholungen für Kleinkinder geradezu begierig aufgegriffen werden. Die kleine Ungereimtheit der letzten Textstelle, die ausnahmsweise aus dem Wiederhol-Rhythmus ausschert – „Ich halt dich fest und lass nicht los“ –, besteht darin, dass es ja beide Elternteile sind, die (dann wieder folgerichtig) im letzten Satz die Zauberformel verkünden: „wir schaffen das zusammen!“. Nun, das fällt vermutlich nur der Rezensentin auf, die ernsthaft nach einem Kritikpunkt fahndete, um ihrem Job gerecht zu werden. Mehr war nicht zu kriegen. Es ist und bleibt einfach …

… ein starkes Buch für die schwachen Momente von Babys und Kleinkindern!


Die Baby Hummel Bommel – Alles wird gut : Das Tröstebuch zum Bestseller / Joëlle Tourlonias ; Britta Sabbag ; Maite Kelly. München : arsEdition. 2019. 16 Pappeseiten.
ISBN 978-3-8458-2943-2

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek – und für unsere neue Kinderbücherkiste!!!

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (3): Online-Angebote

Varroa-App (Renate Feuchtmeyer)

Die kostenlose Varroa-App „im Kampf gegen die Varroamilbe“ funktioniert am besten, wenn man „Gut vernetzt für gesunde Bienen“ ist. Der Umgebungscheck ist auf 3 km eingestellt. So lässt sich in der mobilen Version direkt am Stand erkennen, wie es den Bienen in der Umgebung geht, also wie hoch der Befall bei den (anonymisierten) Nachbarn ist und was zu tun empfohlen wird.

Natürlich fehlt nicht das Miteinbeziehen des Varroawetters – ihr kennt es längst von unseren Empfehlungen her – und auch nicht die Vernetzung zur nächstgelegenen Trachtnetwaage.

Funktioniert am besten, wenn sich möglichst viele beteiligen und ihre Werte eingeben. Wer sich nicht am Standort mit honig-/pollenverschmierten Fingern und bei blendendem Sonnenschein auf einem unleserlich gewordenen Minibildschirm plagen möchte, kann das auch bequem am PC (auch MacOS) auf der Webversion erledigen.

BeeWarned (Dr. Nicole Höcherl)

Seit Jahren wissen wir Imker/innen, dass wir sicher sein können, dass unsere Bienen nicht sicher sein können. Die Varroamilbe ist längst nicht mehr als exotisch einzustufen, die Asiatische Hornisse (Vespa Valutina, s. a. Beitrag) hat Deutschland bereits seit etwa 2015 für sich entdeckt und eines nicht mehr allzu fernen Tages überspringt auch der Kleine Beutenkäfer die Alpen, weil es manche Imker/innen nicht lassen können, Völkerhandel und Trachtfahrten mit und in den Süden zu unternehmen. Aber auch der globale Warenverkehr (Wachs, Obst, Pflanzen, Erde) tragen zur Einschleppung bei.

Zur Vorbereitung wurde ein Frühwarnsystem namens BeeWarned entwickelt, zu welchem 140 Monitoringimker, eingeteilt auf 140 bayerische Quadrate, ihre (Nicht-)Sichtungen mitteileilen, nebst den bekannten staatlichen Institutionen wie Imkerschulen und Prüfhöfe.

Zumindest ist das der Plan. Denn gesucht werden noch rund 10 Imker/innen, besser mehr, die den „Meldepott“ wieder auffüllen sollen. Freiwillige vor!

Was dabei zu tun ist, ist rasch erklärt. Zu drei mal vierwöchigen Beobachtungszeitpunkten jährlich, und zwar April/Mai, Juli/August und September/Oktober sollen die Völker auf einen möglichen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer und der Asiatischen Hornisse untersucht werden.

Dazu benötigt wird ein Bienenstandort, der mit 5 Völkern dauerhaft belegt ist. Auch Ableger zählen dazu. Für den Beutenkäfer wird eine Ölfalle angelegt und / oder die Ritzen der Beuten auf Käfer und Larven kontrolliert, bei der Hornisse der Fluglochbereich beobachtet.

Sodann sollen die Vorkommnisse, aber auch, wenn man nichts entdecken konnte, via PC oder Handy und E-Mail gemeldet werden. Dazu loggen sich die registrierten Imker/innen in die App ein und meldet für den jeweilig ausgewählten Standort das gesichtete oder auch nicht gesichtete Tierchen mittels eines „Schiebereglers“. Rot für „keine Sichtung“ und Grün für „Sichtung“.

Ganz abgesehen davon gilt der Kleine Beutenkäfer als anzeigenpflichtige Tierseuche und muss ohnehin an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden.

Neue Lehrfilme für Anfänger und Fortgeschrittene (Gerhard Müller-Engler)

Die Corona-Zeit gut genutzt hat der Fachberater Gerhard Müller-Engler, der launig und erfrischend offen über seinen Werdegang als Youtuber berichtete. Auf dem Videoportal des Instituts für Bienenkunde entstanden bzw. entstehen noch über 90 Videos mit „Tipps und Tricks für Imker“ innerhalb der Clipserie „Imkerpraxis“ zu den wichtigsten Arbeitsbereichen und Themen.

Ein Beispiel:
Imkerpraxis: Systematische Durchsicht des Bienenvolkes (Übung für Anfänger)

Alle Schritte der Videoplanung (von den Dreharbeiten nebst Ortswahl, Regie und Technik über den Rohschnitt, der SRT-Erstellung (Speach to Text, Untertitel) und den Feinschnitt bis hin zu Tags, Kurzbeschreibungen und der Youtube-Veröffentlichung mit Social-Media-Nutzung) wurden anschaulich dargestellt und bieten für andere Multiplikatoren eine schöne Anleitung zum eigenen Erstellen von Lehrfilmen.

Tagungsbericht der Fachberater/innen mit Schwerpunkt CBPV (Johann Fischer)

Wie immer beschließt ein Bericht über die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Fachberater/innen für Imkerei (AFI) aus dem deutschen Sprachraum das Veitshöchheimer Imkerforum. Diesmal in Muhr a. S. und zum Thema der Chronischen Bienenparalyse. Denn seit 2020 ist ein verstärktes Auftreten des Virus zu verzeichnen.

Grundvoraussetzung, ob etwas getan werden muss, ist eine konsequente Befallsermittlung mittels Bodeneinlage im 14-tägigen Rhythmus. Behandelt werden sollen nur Völker, deren Befallsgrad erhöht ist. Rein terminorientierte Behandlungen sind nicht erfolgreicher.

Wie erkennt man den Virus? Die Bienen erscheinen durch das ausfallende Haarkleid als schwarz, warum man früher auch „Schwarzsucht“ dazu sagte. Typisch ist das auffällige zittern und die Orientierungslosigkeit der befallenen Bienen.

Was ist zu tun? Absprache mit den Gesundheitsberatern und Fachberatern halten und die Völker auf einen Quarantänestand umsiedeln. Dort lässt man die Bienen sich einfliegen, also an den neuen Standort gewöhnen. Sodann werden sie abseits gestellt, die Königin gekäfigt, in eine frische Beute eingesetzt und diesen an den bisherigen Platz gestellt.

Saniert wird analog drohnenbrütiger Völker, also durch Separieren (Abkehren) der Bienen, diesmal auf ein Bettlaken. Die kranken Bienen bleiben liegen, die anderen finden ihren Weg ins Volk zurück.

Eine weitere Erkenntnis können wir teilen: Mit Online-Schulungen lassen sich Präsenzveranstaltungen allenfalls ergänzen, nicht jedoch ersetzen. Problematisch sind diverse technische Anforderungen und ein zu eingeschränkter Kontakt zu den Teilnehmer(inne)n.

Passend hierzu berichtete Fischer über einen Beitrag von Marcel Straub zur Entstehung eines zeitgemäßen Bienenstandes, den Wallierhof in der Schweiz, während Gerhard Müller-Englert ein Lehrbienenstand-Konzept mit Aufgabengewichtung vorstellte. Das Analoge also wird weiterhin eine Rolle spielen, Pandemien hin oder her … aber sicherlich sind wir alle jetzt einen Schritt weiter und verfügen über einen erweiterten Spielraum!

So, das war’s vom Imkerforum … heuer kamen wir mal wieder zu einer umfassenden Berichtsreihe. Die von 2019 sind wir leider schuldig geblieben. Doch manchmal geht der Brotberuf einfach vor, das Ehrenamt muss zurückstehen. Heuer sparten wir uns hingegen die Reisezeiten. Was nicht heißt, dass wir nur noch per Videochat bedient werden wollen. Uns fehlt trotz allen Lobs über das Format dann doch der Austausch mit unseren Kolleg(inn)en, die wir hoffen, zum Imkertag im Juli (Termin noch nicht veröffentlicht, doch erfahrungsgemäß das 2. Juli-Wochenende) wieder zu sehen.

Bis dahin … gute Bienenzeit und bleibt gesund!

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021