Vom imkerlichen Beobachten bis zur Bienenforschung

Als ich am Ostersamstag unserer Bienenpatin Carmen Dechant das Osternest vorbeibrachte, suchte ich natürlich auch unser Volk „Heiliggrab“ auf. Carmen war besorgt, lagen doch etliche tote Bienen um die Beute herum. Auf dem schwarzen Vlies sind sie natürlich auffallender als auf bewachsenem Boden. Doch sind es wirklich zu viele?

Bienenbeobachtung

Tote und verklammte Bienen vor dem StockHingekniet und angestupst. Tatsächlich war ein guter Teil nur vermeintlich tot. Die Bienen hatten möglicherweise die Temperatur falsch eingeschätzt, bzw. es sanken die Grade vielleicht wieder, weil sich Wolken vor die Sonne schoben. Beim Rückflug könnte es ihnen schlicht zu kalt geworden sein, wodurch sie verklammten. Von den verstorbenen waren etliche wohl auch Winterbienen, deren Lebenszeit jetzt einfach zu Ende ging. Allerdings lagen ein paar der toten Bienen mit herausgestreckter Zunge da. Möglicherweise das Zeichen einer Vergiftung, aber auch von Wassermangel – hm, in dieser Gärtnerei eher nicht. Vereinzelt saßen Varroen auf den Bienenrücken, doch Verkrüppelungen oder Verfärbungen der Leiber waren nicht auszumachen. Gerochen habe ich auch nichts auffälliges.

Bienenvolk Heiliggrab BambergNach meinem ersten und zweiten Blick, der nichts definitives ergeben hatte, braucht es also einen dritten Blick. Genaues Beobachten und kühles Bewerten – das sind wichtige Tugenden als eine Grundvoraussetzung fürs Imkern, ergo eine gelungene Bienenpflege. Nun, kommende Woche ist es endlich warm genug, um das Volk erstmalig nach diesem langen Winter gründlich durchzusehen. Erst dann können wir näheres zum Zustand unserer Bienen sagen. Von den verstreuten Körperchen einmal abgesehen machte jedoch das Ein- und Ausflugsverhalten einen normalen Eindruck. Ich gehe jedenfalls mit dem Bauchgefühl, das keine unmittelbare Gefahr besteht, doch auch mit dem Gedanken „Nichts genaues weiß man nicht.“

Bienenforschung

Bienen sind ein weites Feld und noch längst nicht voll erforscht. Kürzlich geriet ich auf eine sehr schöne  Auflistung von Forschern und Forschungseinrichtungen zum Forschungsbereich nicht nur der Honigbiene, sondern auch im weiteren Sinne zu Insekten und Pestiziden auf dem Weblog Bee observer der Umweltwissenschaftlerin und Imkerin Jana Bundschuh. Auch zur internationalen Bienenforschung findet sich ein Eintrag.

Wir könnten beispielsweise alle toten Bienen einsammeln und nach Hohen Neuendorf ins Länderinstiut für Bienenkunde zur Laboruntersuchung schicken. Dort bräuchten sie eine exakte Menge von 100 Gramm Bienen. Am besten noch mit verdächtigen Trachtpflanzen, die eventuell als Vergiftungsquelle in Frage kommen könnten. Was sich in Bamberg eher schwierig bewerkstelligen ließe, müsste man hierbei in die umliegenden Gärten um begründeten Einlass bitten. Dafür ist das Sterben nicht dramatisch genug. Ganz abgesehen davon, dass es an der erforderlichen Anzahl der toten Bienen gefehlt hätte, ist so eine Untersuchung auch nicht gerade billig.
Nachtrag 10.03.2017: Kostenlose Untersuchungen sind mittlerweile möglich beim Bienengesundheitsdienst im Tiergesundheitsdienst Bayern e. V. (siehe auch unser Beitrag am 15.07.2015)

Bienenpatentreffen in der GärtnereiIch belasse es erst einmal bei meinem Bauchgefühl und geselle mich wieder zu meiner fleißigen Bienenpatin, die in der Zwischenzeit Pflanzen aussuchen ging – für eine andere Bienenpatin, Ruth Vollmar, die mit ihrem Gatten Josch hungrig nach fröhlichen Blumenfarben war. Sie sind fündig geworden, genau wie ich. Und unsere Bienen, die sich gierig auf erste Nahrungsquellen stürzen!

Best of: Handreichungen zu Balkonkästen für Bienen

987-Balkonpflanzen-BienennahrungMittlerweile ist einiges an Literatur in meinem Ordner „Trachtpflanzen“ aufgelaufen. Hier für euch zum Download und Einkaufen, vielleicht ja noch vor Ostern?

· Liste „Der blühende Balkonkasten“ (PDF) | „Netzwerk Blühende Landschaft“

Biene an Basilikum· Handreichung „Der intelligente Blumenkasten! Bienenfreundlich, insektenfreundlich, küchengeeignet, praktisch“ (PDF) | Wer die PDF hier noch nicht herunterladen möchte, kann direkt auf die LWG-Seite gehen. Dort findet sich der entsprechende Link – neben weiteren Tipps zu Bienen im Garten – ebenfalls: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG, Fachzentrum Bienen

Hummel auf Lavendelblüten· Der Blumengarten am Balkon wird bienenfreundlich | Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG

· Das grüne Lexikon „Hortipendium“: Bienenfeundlicher Balkon | Fachausschuss Gartenbau im Verband der Landwirtschaftskammern

Kräuterbalkonkasten für Insekten· Bienenfreundliche Pflanzen | BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Bremen

-> Praktische Hinweise für die Balkonbepflanzung:

· Der frühlings-heitere Balkonkasten für alle Sinne | Bienen-leben-in-Bamberg.de (Autorin: Dr. Elke Puchtler)

· Bienenfreundliche Balkon-Tipps von Elkes Kräuterspiralgarten | Bienen-leben-in-Bamberg.de (Autorin: Dr. Elke Puchtler)

Der frühlings-heitere Balkonkasten für alle Sinne

Mit dem blauen Himmel und den ersten Frühlingssonnenstrahlen zieht es mich jedes Jahr in die Gärtnerei zu den Frühlingsblühern mit ihren leuchtenden Farben. In diesem Jahr möchte ich einen „Blumenkasten für alle Sinne“ zusammenstellen.

Sonne, Wärme, Heiterkeit – schlicht: Gelb

Tête-à-Tête„Strahlendes Gelb“ holt Sonne in die Seele und lässt trübe Wintertage schnell vergessen. In der Farbmythologie wird gelb dem Sonnenlicht zugeordnet. Die alten Griechen berichten vom Sonnengott Helios, der in einem leuchtend gelben Gewand auf einem von vier Feuerrossen gezogenen Wagen durch den Himmel reist. Zu Zeiten Goethes wurde mit der Farbe Gelb Licht und Wärme verbunden, so schreibt der Meister der Worte: „Das Auge wird erfreut, das Herz ausgedehnt, das Gemüt erheitert; eine unmittelbare Wärme scheint uns anzuwehen.“ Hier sind wir bereits mitten in der Symbolik der Farbe Gelb, die auch heute noch für Sonne, Heiterkeit, geistige Vitalität und Wärme steht.

Der Duft der Farbe Gelb – natürlich Zitrone

Balkonkasten mit Zitronenthymian, Foto @ Elke PuchtlerNeben den Blüten und Farben spielt für meinen Blütenkasten für alle Sinne auch der Duft eine große Rolle. Der ´Duft der Farbe Gelb´  kann natürlich nur ein Zitronenduft sein. Ich habe in diesem Jahr für den ´Duft der Farbe Gelb´ die Pflanze Zitronenthymian (Thymus citriodorus ´aureus´) gewählt. Die Sorte ´aureus´ greift die Heiterkeit der Farbe Gelb mit seinen goldgelben Blättchen auf. Bei Berührung mit der Hand oder bei leichtem Wind zieht ein feiner Zitrusduft in meine Nase. Auch der Zitrusduft steht für Heiterkeit und macht einen klaren frischen Kopf.

Feine Zitrusnote für Tee und Erdbeeren

Unser frühlings-heiterer Balkonkasten für alle Sinne bietet mit dem Zitronenthymian natürlich auch das passende Kraut für unsere frühlingshafte frische Küche. Die feine Zitrusnote macht Zitronenthymian zu einer leckeren Variante des Thymiantees für kühle Tage. Daneben ist Zitronenthymian der perfekte Begleiter für frühlingshafte Nachspeisen mit den ersten Erdbeeerfrüchten.

Honigbienen wissen, was schmeckt!

Ach, unsere Honigbienen sind kleine Gourmets und wissen ganz genau, was schmeckt! Auch sie können sich sehr für unseren sinnlich-heiteren Balkonkasten begeistern: Der süße Duft der Blüten des Zitronenthymians zieht unsere Honigbienen magisch an und beschenkt sie mit reichlich Pollen und Nektar.

Der Thymian begleitet uns durch das gesamte Gartenjahr. Er kann im Kasten bleiben und bietet später die Grundlage für eine neue „Sommervariante“ unseres Balkonkastens für alle Sinne.

Ich wünsche Euch allen viel Freude beim „Garteln“ und vielleicht habt ihr ja ebenfalls Lust bekommen, Euren persönlichen frühlingshaften Balkonkasten zu gestalten. Einen Balkonkasten für alle Sinne und für unsere Bienen.

Frühlingsduftende Grüße – Eure Elke

Auswinterung unserer Völker

Fluglocherweiterung am Schiffbauplatz BambergRichtig viel Arbeit ist es ja nicht, das Auswintern von Bienenvölkern. Sie besteht im Grunde nur aus dem Entfernen des Mäusegitters, sobald die Nachttemperaturen nicht mehr permanent im Minusbereich sind, mit gleichzeitiger Kontrolle des Totenfalls und der Futtermenge sowie Erweitern des Fluglochs durch Drehung des Fluglochkeils.

TotenfallbeseitigungAllerdings arbeite Reinhold heuer gänzlich ohne Rauch, was etwas Zeit sparte und weniger Stress für die Bienen bedeutete. Und, nein, er wurde dabei nicht gestochen, nur die Fotografin. Tja, so ist das mit dem Recht aufs eigene Bild, manche unserer „alten“ Mädels fanden sich wohl nicht mehr so recht fotogen.

Vergleich des Polleneintrags im Vorfrühling 2015 Der Totenfall

Die Winterbienen haben im März zum Teil ein halbes Jahr auf dem Buckel. Das ist methusalemartig gegenüber den Sommerbienen, die nur 6-8 [eher nur 4 – 6] Wochen alt werden. Klar, dass sie so langsam in den Bienenhimmel eintreten müssen. So sind eine Totenfallmenge von ein bis drei 500g-Gläser normal für die Beutenüberwinterung mit Mäusegitter und ohne Zwischenauskehrung.

Durch unsere unterschiedlichen Standorte lässt sich bei der Frühjahrskontrolle für uns ganz gut vergleichen und einschätzen, ob es vielleicht zu viel tote Bienen sind, die sich im Gitterboden befinden. Je nach herbstlicher Volksstärke differiert die Menge natürlich auch. Ausführlicheres zum Thema Totenfall findet ihr übrigens hier.

Kontrolle der Futtermenge

Vorfruehjahrspollenvergleich15Alle unsere sieben glücklich ausgewinterten Völker – vier Völker verloren wir im Herbst vermutlich durch den Akuten oder Chronischen Bienen-Paralyse-Virus und wegen Räuberei – hatten noch genug Futtervorrat, um die noch trachtlose Zeit (an der wir alle etwas ändern könnten, gäbe es mehr Salweiden, Kornelkirschen, Zaubernuss oder Krokusse!) gut zu überstehen. Bis auf das Volk an der Erba-Insel.

Wir beobachteten bereits bei den ersten Sonnenstrahlen rege Flugaktivität mit Polleneintrag an den Standorten Weide (Bienenpate i. m. Jakob Janßen) und Schiffbauplatz (Bienenpatin Ruth Vollmar), nicht jedoch auf der nahe gelegenen Erba-Insel (Bienenpatin Meike Winnemuth). Dort wurden leider etliche Weiden zu früh zurückgeschnitten, und auch sonst blüht auf den allzu grünen Wiesen nicht viel, was Bienen und anderen Insekten als erste Nahrung dienen könnte. Diesem Volk also gaben wir eine Futterwabe dazu. Verhungern „kurz vorm Ziel“ ist im Übrigen eine der Hauptursachen von Völkern, die den Winter nicht überstehen, neben einer zu hohen Belastung an Varroamilben.

Bienenbeute in Wildensorg am RinnersteigBeim Volk am Hohen Kreuz (Bienenpatin Anne Rudel) und in Wildensorg am Rinnersteig (Bienenpate Michael Alt) sahen wir keine Gefahr in Verzug, was uns sehr freute. Denn die Einfütterung im Herbst wurde bei Letztgenanntem nicht so zügig angenommen, wir befürchteten eine Unterversorgung. Doch alles noch mal gut gegangen.

Sonnenuntergang in den Buger WiesenDerzeit der problematischste Standort, die Buger Wiesen, sind nach einer bienenverwaisten Winterpause nun auch wieder belegt.

Mehr zu diesem erfreulichen Neustart im nächsten Bericht!

[Aktualis. 06.03.2019]

Der Himmelsschlüssel oder: ein Herz für unsere Honigbienen

Die Tage werden länger, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und blauer Himmel ziehen uns hinaus ins Freie. Die Natur erwacht. Zartes Grün sprießt aus dem Boden und die ersten Frühjahrsblüher zaubern wieder Farbe in den Garten. Die Vögel zwitschern munter, die ersten Schmetterlinge tanzen durch die Luft und auch unsere Bienen nutzen die wärmenden Sonnenstrahlen für die ersten Frühlingsausflüge, stets auf der Suche nach Pollen und Nektar.

Frühlingsbeginn mit der Primulua veris

Schlüsselblume Foto © Elke PuchtlerAm Freitag, den 20.3. begann der Frühling. Die lichtvolle Zeit des Jahres und unser neues Gartenjahr sind endgültig eingeläutet. Im Reich der Kräuter und Heilpflanzen gilt die Schlüsselblume als Frühlingsbotin schlechthin. Primulua veris, übersetzt „das erste Blümlein des Frühlings“ wird auch echte Schlüsselblume, Wiesen-Schlüsselblume oder Arznei- Schlüsselblume genannt. Zusammen mit ihrer Schwester, der hohen Schlüsselblume oder Wald-Schlüsselblume (Primula elatior), säumt sie Wiesen, Wegränder und Auen. Beide einheimischen Arten tragen im Volksmund den verheißungsvollen Namen „Himmelsschlüssel“ oder „Petriblume“. In der Mythologie soll Petrus, der Wächter des Himmelsschlüssels, eines Tages seinen Himmelsschlüssel auf der Erde verloren haben. An der Stelle, an der der Schlüssel die Erde berührte, wuchsen die ersten Schlüsselblumen. Der Himmelsschlüssel wurde natürlich schnell wieder gesucht und zurückgebracht in Petrus Obhut. Die Schlüsselblümchen blieben indes auf der Erde, schließen jedes Jahr den Frühling auf und locken unsere Bienen zu ihren Blüten. Auch das neue Bienenjahr hat nun endgültig begonnen.

Wirkungsweise der Schlüsselblume

Schlüsselblumenwiese Foto © Elke PuchtlerDie wunderbar gelben Blüten des Himmelsschlüssels der Primula veris fangen die Kraft der Sonne ein, vertreiben die Melancholie und bringen wieder Sonne in das Herz, so die Vorstellung vom „Himmelsschlüssel“ in der Geschichte unserer Heilpflanzen. In der Volksmedizin öffnet ein Schlüsselblumenwein oder –likör das Herz. So können wir unbesorgt in das neue Jahr starten. Denn wie bereits Antoine de Saint-Exupéry in „Der kleine Prinz” trefflich formulierte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ …. und vielleicht öffnet der Himmelsschlüssel dabei ja auch unser Herz für Honigbienen. Und ich verrate hier sicher keine Geheimnis, wenn ich den Bienenhonig im wahrsten Sinne des Wortes als „himmlischen Genuss“ bezeichnen.

Ich wünsche allen Bienenfreunden und Bienenfreundinnen einen wunderbaren Frühling 2015.

Dr. Elke Puchtler

DANKE, Elke, ich schließe mich meiner Co-Autorin gerne an!

 

Besuch der Bienenausstellung im Market Hallstadt

1208-Imkerverein-Schesslitz-im-MarketRiesige Bienenfigur in der Ausstellung„Zum Ende hin kommen immer mehr Schulklassen, heute waren schon drei da!“, freuen sich die beiden Scheßlitzer Imker, die sich für ihren Imkerverein Scheßlitz bzw. für die Besucher der Bienenausstellung im Market Oberfranken in Hallstadt die Zeit genommen haben, einen Stand aufzubauen. Es wird aber auch Zeit, denn nur noch bis 14.03.2015 sind die großformatigen Exponate unter dem Motto „Bunte Welt der Bienen“ dort zu sehen.

Daniel und Reinhold beim KaffeetrinkenWir trafen uns mit unserem Bienenpaten Daniel Schiller für einen erneuten Rundgang, denn die Klassenfahrt mit seinen Schülern der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule Bamberg vergangene Woche machte uns Lust auf mehr.

Varroamilbe in der AusstellungNatürlich stoßen wir beim Lesen der unglaublich vielen Texttafeln auf das eine oder andere „Ungereimte“. Doch dürften diese den meisten Nicht-Fachleuten kaum auffallen. Und auch wir lassen uns auf die Schilderungen samt der überdimensionalen figürlichen Darstellungen von Killerbienen, Varroamilben, einem Bären und einer indigenen Mutterfigur, die ihr Wickelkind mit Honig füttert, teils fasziniert, teils belustigt ein. Alles sehr aufwändig in Szene gesetzt, das muss man den Machern dahinter lassen.

"Der Bien" in der AusstellungDoch so gar nicht passend fanden wir den „Bien“. Der (eher nichtwissenschaftliche) Begriff soll aussagen, dass Bienen nicht nur als Einzelwesen zu betrachten, sondern zusätzlich als ein Superorganismus, der eigenen Regeln folgt. Demonstriert wurde das in der Ausstellung durch einen einzigen großen Bienenkörper, der aus zusammengesetzen kleinen Bienen moduliert ist. Mehr schrecklich als schön anzusehen. Effekthascherisch aufgebahrt in einem Drehkarusell, von Spots beleuchtet – für den unbedarften, vor allem jüngeren Besucher erschließt sich der Kontext so eher nicht. Die zu beobachtenden Mienen zeigten denn auch Verwirrung und Unverständnis. Manchmal wäre weniger mehr.

Sehen, hören, fühlen und schmecken

Killerbienen-Nest in der AusstellungPassend medial ergänzt wird die Ausstellung durch einen Videofilm, der im Inneren eines riesigen Bienenkopfes auf drei Bildschirmen abläuft, sowie durch Tonaufzeichnungen von – natürlich – summenden Bienen. Sie erschallen aus einem Pappmachèbaum, in dessen Höhlungen die neugierig tastende Hand sogar Propolishonigbonbons findet. (Wer immer sie da hineinlegte – und wir vermuten fast, es waren besagte Imkerkollegen – herzlichen Dank! Sie haben auch mir kurzfristig ein Kratzen im Hals vertrieben!)

1024-Bienenausstellung-MarketSicher ist die Ausstellung keine Konkurrenz zu einem wissenschaftspädagogisch wertvollem Naturkundemuseum, dafür ist sie zu reißerisch. Genau das jedoch erwartet niemand in einer Kaufhauspassage. Von daher ein echtes Faszinosum und hinreichend lehrreich, um von uns empfohlen zu werden. Eine tolle Idee des Centermanagements und auch logistisch gesehen ein enormer Aufwand.

Also, einfach mal selber einen Sprung in das Einkaufscenter unternehmen! Für Fragen und Ergänzungen stehen unsere Imkerkollegen dort sicherlich sehr gerne zur Verfügung. Und Honig haben sie auch dabei!

Frühling im Kräuterspiralgarten

Biene auf WildtulpeMit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr erwacht auch das Bienenleben im Kräuterspiralgarten wieder zu neuem Leben. Heute haben unsere Bienen gerade während der Rapsblüte Nahrung im Überfluss. Vor und nach dieser Zeit herrscht oft Mangel. Das sogenannte „Trachtfließband“, das heißt, die Nahrungskette reißt dann ab. Gerade der naturnahe Kräutergarten bietet zahlreiche Möglichkeiten ein durchgängiges Trachtfließband zu gewährleisten, also ausreichend Pollen und Nektar von den ersten Frühlingstagen bis spät in de Herbst hinein.

Naturnahe Gartengestaltung für unsere Bienen steht durchaus im Einklang mit der Schönheit eines Gartens. Beliebte und dekorative Zwiebelpflanzen begleiten unsere Bienen in das neue Gartenjahr: Winterlinge, Wildkrokusse und Wildtulpen bilden einen guten Einstieg für das Bienenleben. Wildkrokusse sind sehr gut für Rasenflächen geeignet und verwildern im Laufe der Jahre zu einem Blütenteppich. Für einen guten Start dürfen es natürlich gerne ein paar mehr Zwiebelchen sein.Biene auf Widkrokus

Ergänzend zu den Zwiebelblühern im Frühjahr setzen einheimische Pflanzen Akzente für das Bienen- und Gartenleben. Wie wäre es zum Beispiel mit Huflattich, mit Küchenschellen oder Schlüsselblumen? Holen Sie sich den Frühling auf Balkon und Garten. Naturnahe Räume sind ein bunter Blickfang für das Auge und ziehen Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge magisch an. Gestalten Sie Ihren Lebensraum aktiv. Mit den ersten Sonnenstrahlen können Sie die Früchte Ihres Einsatzes genießen und lebendige Vielfalt an Blüten, Bienen und Schmetterlingen beobachten. Was könnte schöner sein?

Bamberger Wirtschaftsschule auf Klassenfahrt: HEG-Betriebsbesichtigung und Bienenausstellung

Daniel Schiller, WirtschaftsschuleDem Einfallsreichtum von Daniel Schiller, Lehrer der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule in Bamberg, ist es zu verdanken, dass seine Klasse 10e am 06.03.2015 eine Abwechslung vom Unterrichtsalltag erleben durfte. Als Bienenpate finanzierte er mit seinem Beitrag einen Schulbienen-Unterricht, der nun in drei Teilen verwirklicht wird.

Wirtschaftsschüler im Betriebshof der HEG, Eltmann (Foto von Wirtschaftsschule)Erster Teil unseres „Deals“ also eine Klassenfahrt mit zwei Stationen. Wir begann mit einer Betriebsbesichtigung des HEG Imker Shops der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V. und endeten mit Besichtigung der Ausstellung „Bunte Welt der Bienen“ von Market Oberfranken in Hallstadt, die noch bis zum 14.03.2015 zu sehen ist.

Eingang zur Wirtschaftsschule Bamberg29 Schülerinnen und Schüler erfuhren auf der Fahrt von Bamberg nach Eltmann, was es mit dem heutigen „Unterricht“ auf sich hat, dass es den Bienen nicht besonders gut geht und Deutschland dringend Jungimker benötigt, um das derzeitige Durchschnittsalter bayerischer Imker von 64 Jahren auf ein zukunftsfähiges Niveau zu senken. Denn die beginnende Versorgungslücke mit Bienen hat zur Folge, dass es weniger und qualitativ schlechteres regionales Obst, Gemüse oder Beeren geben wird bzw. zum Teil schon nicht mehr ausreichend geerntet werden kann.

Reinhold im BusWas aber braucht ein Jungimker, wenn er zur Belebung der Kulturlandschaft etwas beitragen will? Natürlich erst einmal die Wohnung der Bienen, also eine Beute. Wie diese aufgebaut ist und was sie kostet, nebst einigen weiteren Materialien, das waren heute unsere Einstiegsfragen. Anhand einer Kopie (Modul 5 aus der Broschüre „Stationenlernen“ des Deutschen Imkerbundes e. V.) sowie einer Einkaufsliste näherten wir uns den ersten „Hochrechnungen“.

Der HEG-Imker-Shop der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V. (HEG)

Somone Machinek erklärt ein BeutensystemDas angekündigte „Imkerkaufhaus“ heißt in voller Länge HEG Imker Shops der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V.. In der Art einer Genossenschaft kauft die HEG als Zwischenhändler die Honigerzeugnisse von ihren Mitgliedern auf und verkauft sie wiederum an diejenigen Mitglieder weiter, die die Produkte weiter vermarkten möchten. Der Shop bietet außerdem alles an, was man zum Imkern benötigt.

Simone Machinek erklärt BeutenzubehörSimone Machinek, seit vergangenem Jahr die Geschäftsführerin der HEG, begrüßte zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Frau Hilde von Brase die Klasse herzlich und startete sofort mit einer detaillierten und kenntnisreichen Erläuterung eines Beutensystems. Wenngleich sicher noch nicht allen klar ist, wie genau die Bienen dort in den Kästchen leben – das erfahren sie eine Woche später im Folgeunterricht von uns – so beeindruckte doch der Erfindungsreichtum der Imker, die alles tun, damit sich die Bienen wohl fühlen, aber auch sie selbst mit ihrem Handwerk gut zurecht kommen.

Ein Wachsklotz wird bestauntBetriebsbesichtigung in der Lagerhalle der HEGIn der sehr ordentlichen, im zeitigen Frühjahr noch gut bestückten Lagerhalle, stapelten sich weitere Objekte wie Wabenschleudern, Sonnenwachsschmelzer und Honigabfüllgefäße. Ein randvoll gefüllter Altwabentrog zeugte von der immensen Arbeit Milliarden fleißiger Bienen. Ein gereinigter Wachsblock wurde von Hand zu Hand gereicht, allerdings roch er wegen der Kälte von nur wenigen Plusgraden nicht so wachsduftig wie erhofft.

Simone Machinek, Geschäftsführerin HEGSimone Machinek erklärt eine HonigschleuderNachdem die Klasse die Gelegenheit erhielt, sich mit Kleinigkeiten einzudecken, gab es von Simone vorbereitete Beutel mit informativem und süßem Inhalt in die Hand. Dass es ihre erste Betriebsbesichtigung für Schüler war, hat man ihr keinesfalls angemerkt, so professionell war alles vorbereitet und durchgeführt. Kein Wunder, hat sie doch als versierte Marktbestückerin ihres Honigstandes in Bamberg bereits viele Jahre mit ihrem Mann zusammen fundierte berufliche Verkaufspraxis, außerdem auch durch ihren Malerbetrieb.

Klasse 10 der Wirtschaftsschule Bamberg in der Verkaufshalle der HEGDenn von Honig allein können nicht einmal 10% aller Imker in Deutschland eine Familie ernähren. Zumal der Preis für ein Glas Honig viel zu niedrig oft angesetzt wird und er es gegen die Billigkonkurrenz der ausländischen Honigerzeugnisse schwer hat. Darum ging Simone Machinek zum Schluss auch auf die Bedeutung qualitätsvoller Honige ein, wie sie zum Beispiel durch die Vorgaben des DIB, Deutscher Imkerbund, gewährleistet ist.

Die Bienenausstellung im Market Hallstadt

Unsere Busfahrerin Sabrina von Basel-ReisenNoch nicht ganz erstarrt, doch ordentlich durchgefroren, wärmten wir uns auf der Fahrt im gut beheizten Bus der Basel-Flotte wieder auf. Die charmante Busfahrerin Sabrina entschädigte mit ihrer ruhigen Fahrweise und mit ihrer Bereitwilligkeit, sofort auf unsere Wünsche einzugehen, auch locker fürs ausgefallene Mikrofon. Als Pädagogen verfügen wir ja über ein geschultes Organ, und nachdem die Klasse nicht über Gebühr laut war, klappte es mit der Verständigung ganz gut.

Imker in voller Montur in der Ausstellung Market Hallstadt1024-Bienenausstellung-MarketSchade, dass wir wegen eines verspäteten Schülers Zeit am Anfang verloren hatten, die uns nun für die tolle Ausstellung „Die bunte Welt der Bienen“ im Market Oberfranken nach Hallstadt gefehlt hat. Die Ausstellung läuft jedoch noch die ganze Woche, und es lohnt sich wirklich, einen Besuch dort zu machen. Riesenhafte Exponate veranschaulichen die Bienen- und Imkerwelt sehr beeindruckend.

Bienenhinterleib in der Ausstellung Market HallstadtWer möchte, kann sich uns gerne am Di., 10.03.2015 anschließen, wenn wir mit Daniel Schiller noch einmal einen Rundgang dort machen.

Am Stand des Imkervereins Scheßlitz mit Frau Kuhnlein von der Werbegemeinschaft Market Oberfranken und Lehrer Daniel Schiller Gefreut hat uns, dass sich Frau Kuhnlein von der Werbegemeinschaft vom Market Oberfranken die Zeit nahm, uns zu begrüßen. Wir trafen uns am Stand bei Imker Beck bzw. demr Imkerverein Scheßlitz, die sich mit einem Glücksrad präsentiert hatten. Der wurde von den Schüler/innen natürlich sofort angenommen. Das „erschummelte“ Probiergläslein Honig ist verzeihlich, denn: „Mit Speck fängt man Mäuse“, und da kneift man doch gerne ein Auge zu!

Biene in ApfelbaumblüteSo hoffen wir also, dass die süße Verführung etwas in den Köpfen und Herzen der jungen Menschen bewegt und sie sich mit dem Thema Bienen(sterben) und Imkerei auseinander setzen wollen. Denn es ist IHRE Zukunft, die in Gefahr ist. Uns älteren Menschen bleibt nicht mehr viel Zeit, auszubügeln, was wir angerichtet oder in Kauf genommen haben. Wir können nur die Fehler der Vergangenheit reumütig gestehen, die Sturmflagge hochziehen und mit allen Mitteln dabei helfen, es künftig besser zu machen.

Danke an die Schulgemeinschaft für alle interessierten Fragen, fürs Mitmachen und Mitdenken … und an Daniel Schiller sowieso! Wir freuen uns auf euch für den Teil 2 am Donnerstag! See you!

Ilona Munique und Reinold Burger von der Privatinitiative Bienen-leben-in-Bamberg.de.

 

Frühjahrsversammlung der HEG, Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland 2015

Wallburgturm in EltmannBesonders der Vortrag „Professionelle Ablegerbildung“ dürfte etliche Imker am 14.03.2015 im schönen Eltmann (Stadthalle) zur Frühjahrsversammlung der HEG* interessieren, und das ganz sicher nicht nur die Anfänger unter ihnen. Denn: „Wer stehen bleibt, fällt zurück“, lautet ein weiser Spruch. Denn die Entwicklung der Welt hört nicht auf, ob zum Guten oder Schlechten hin.

Stadthalle Eltmann, Frühjahresversammlung 2014 der HEGReferent Jos Guth bestreitet nicht nur den Nachmittag, sondern bietet mit seinen Fachvorträgen auch am Vormittag wichtiges Hintergrundwissen an, hier zur „Unterstützung der Thermoregulierung im Bienenvolk“.
Dazwischen gibt es Gelegenheit, einzukaufen oder fachzusimpeln.

Das Programm in Stichworten:

8.30 Uhr: Saalöffnung mit Einkaufsmöglichkeit

9.00 Uhr: Bewirtung

10.00 Uhr. Eröffnung der Versammlung in der Stadthalle, Marktplatz 8, 97483 Eltmann

11.00 Uhr: Fachvortrag I: Jos Guth: Unterstützung der Thermoregulierung im Bienenvolk“

12.00 Uhr: Mittagspause

13.00 Uhr: Fachvortrag II: Jos Guth: „Professionelle Ablegerbildung“

ca. 14.30 Uhr: Ende

*HEG, Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V., Industriestraße 17c, 97483 Eltmann

Die bunte Welt der Bienen zu Gast in Hallstadt

Flyer Bienenausstellung Market HallstadtDas Einkaufszentrum Market in Hallstadt ist auf die Biene gekommen. Vom 03.-14.03.2015 und dreht sich alles um die Honigbiene als unser wichtigstes „Haustier“. Der Gastgeber lockt mit einer Ausstellung vom Feinsten. Übergroße Exponate, bewegliche Modelle und anschauliche Ausstellungstafeln vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Leben der Honigbienen. Besucher erfahren zwischen 9 und 20 Uhr, warum diese friedfertigen und haarigen kleinen Insekten nicht nur für die Pflanzen- und Tierwelt eine nützliche Rolle spielen, sondern auch für uns Menschen von signifikanter Bedeutung sind.

Schulbienen-KostümUnsere eigene Beteiligung an der Ausstellung ist aus zeitlichen Gründen leider nicht in dem Umfang möglich, wie wir das gerne angeboten hätten. So berieten wir lediglich ein wenig bei der Ausschreibung mit und senden ein paar Flyer hin. Doch darüber hinaus werden wir versuchen, selbst ein paar Stunden in Hallstadt anwesend zu sein, um Fragen zu beantworten oder Tipps zu geben.  Selbstverständlich im Schulbienenkostüm, damit die Kinder ihre Freude haben. Wann das sein wird, verraten wir kurzfristig hier und via Facebook und Twitter.

Wir wünschen den Machern der Ausstellung viel Erfolg und danken bereits jetzt schon für deren Einsatz zum Wohle der Bienenwelt!