*5* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2023

[Werbung] „Wildbienen artgerecht unterstützen“ ist das erklärte Ziel des „Ratgebers für die Gartenpraxis“ der Biologin Angela Niebel-Lohman, der es nach Angaben des Haupt Verlags „besonders die Interaktionen zwischen Bienen und Blüten angetan hat“.

Cover Niebel-Lohman, Wildbienen artgerecht unterstützen. HauptHauptteil Wildbienen-Artenporträts

Dabei geht die Pflanzenwissenschaftlerin in ihren Wildbienen-Artenporträts nach Kalendermonaten vor, beginnend mit dem Februar und endend mit dem September. Systematisch, wie die Wissenschaft nun einmal ist, wird innerhalb der Monate alphabetisch geordnet, selbstverständlich nach dem Anfangsbuchstaben der zoologischen Nomenklatur.

Während für den Februar lediglich die Weiden- oder Auensandbiene aufgeführt ist und auch der September nur mit der Efeu-Seidenbiene aufwarten kann, bietet der März mit 8 Nennungen die meisten Arten. Darunter die mittlerweile auch der allgemeinen Bevölkerung bekannten Rostroten und Gehörnten Mauerbiene.

Insgesamt werden 30 Wildbienenarten beschrieben. Na, eigentlich 60 (plus Verwechselbare plus Kuckuck), denn Männchen und Weibchen unterscheiden sich meist stark voneinander, sowohl im Aussehen als auch im Verhalten. Kennen wir Menschen, gell?!

Hinzu kommen bei jeder Artbeschreibung die entsprechend aufgesuchten Blüten  – und das nicht zu knapp! Endlich einmal (auf S. 79) die „Butterblumen“ nebeneinander gestellt zum optischen Vergleich: Scharfer, Wolliger und Kriechender Hahnenfuß, wie die hübschen gelben Blumen aus der Familie der Ranunculus mit Trivialnamen heißen. Und wer begehrt diese Futterpflanze? Es ist die … na?! … genau! … Hahnenfuß-Scherenbiene! Sie ist streng oligolektisch und sammelt ihren Pollen ausschließlich von Hahnenfuß-Gewächsen, wie wir aus ihrem Porträt erfahren.

Okay, ich persönlich erkenne Pflanzenarten leidlich gut, im Gegensatz zu den über 600 europäischen Wildbienenarten. Warum nicht also den Umweg über die Pflanzenwelt gehen und nachsehen, wer diese hauptsächlich heimsucht? Für mich könnte das Buch durchaus botanisch geordnet sein. Wobei es bei manchen Arten doch recht viele Futterpflanzen wären, etwa bei der Polylektikerin „Rostrote Mauerbiene“.

Der „Speisezettel“ dieser unspezialisierten und daher häufig vorkommenden Wildbienenart zählt zunächst die Pflanzenfamilien auf (z. B. Asparagaceae, also Spargelgewächse) und anschließend die Pflanzenart, in unserem Beispiel die Garten-Hyazinthe, die Traubenhyanzinthe oder die Übersehene/Weinbergs-Traubenhyazinthe, mitsamt natürlich ihren botanischen Bezeichnungen. Der jeweils anschließende Absatz „Was man tun kann“ gibt Tipps u. a. zur Anpflanzung.

Doch an sich ist das zugrunde liegende Ordnungsprinzip einerlei. Denn beim Blättern fallen mir die verschiedenen Blüten ohnehin gleich auf, und meist zeigen die zahlreichen klein- wie großformatigen Fotos zugleich eine sie heimsuchende Wildbiene, deren offenkundige Erkennungsmerkmale nach Gemeinsamkeiten und dann geschlechtsspezifisch getrennt beschrieben werden. Logisch, dass bei der großen Vielfalt an Wildbienenarten Verwechslungen vorkommen können, und so erhalten wir Hinweise zu ähnlichen Arten. In fast allen Wildbienenbüchern wie auch in diesem werden die entsprechenden  Kuckucksbienen benannt.

Sehr nützlich ist außerdem der phänologische Kalender, der die doch zeitlich immer recht kurzen Auftritte von Männchen und Weibchen zeigt. So ausgerüstet dürfte die Bestimmung unserer deutschen Wildbienenarten zum spannenden Vergnügen werden, wenngleich es auch nicht das Hauptanliegen des Ratgebers ist, wie wir der Einleitung entnehmen können.

Weitere Kapitel (Auswahl)

Die zweiseitige Einleitung erklärt die Intention des Ratgebers und wartet mit ein paar interessanten Erläuterungen auf, beispielsweise, dass es bivoltine Arten gibt, also Wildbienen, die zweimal im Jahr, sprich: mit zwei Generationen die Natur bereichern.

Ebenfalls mit zwei Seiten kurz, doch als ein eigenes Kapitel werden die Ursachen des Insektensterbens erläutert und dabei auch nicht mit knackigen Tipps und Kritik gespart, die da heißen „Änderung der Agrarförderung, durch die der Pestizideintrag reglementiert werden könne“ und dass Baumarkt-Nisthilfen, Samentütchen und Blühstreifen am Feldesrand nur Scheinhilfen wären. Meine Rede …

Am Buchende finden wir neben dem obligatorischen Glossar ein umfangreiches Literatur- und Internetquellenverzeichnis, einem „Who is Who der Wildbienenspezialist*innen“, vom Schweizer Felix Amiet über den Österreicher Pater A. W. Ebmer bis hin zum deutschen Vertreter Paul Westrich, aber auch Honigbienen-Forscher wie Menzel, Seeley und Tautz. Die Autor*innen des Verlags mit Sitz in der Schweiz begreifen in der Regel in Sachen Natur und Umwelt den deutschsprachigen Raum als landesgrenzenüberschreitend, so dass Bücher aus dem Berner Verlag Haupt einen festen Platz – zumindest in unserer Imker-Bibliothek – erobert haben.

Eine umfangreiche Liste wichtiger Pollenfutterpflanzen kann als Einkaufswegweiser verwendet werden. In ihr sind Lebensform (also ob ein- oder zweijährig, Staude oder Baum etc.), Blütenmonat und -farbe, Wuchshöhe und Boden- wie sonstige Ansprüche in Tabellenform aufgelistet, auch hier wieder nach Pflanzenfamilien und innerhalb dieser im Alphabet der botanischen Namen (mit Trivialnamen) geordnet.

Fazit mit einem weinenden Auge

Trotz 50 Medien zu Wildbienen, die unsere rund 280-bändige Imker-Bibliothek mittlerweile besitzt (= 18%), darf dieser Ratgeber von Angela Niebel-Lohmann nicht fehlen. Er überzeugt durch seine praktische Nutzbarkeit für Laien („Wie kann ich Wildbienen unterstützen? Was soll ich pflanzen? Wer tummelt sich auf meinen Pflanzen?“), ohne dabei ins Oberflächliche zu verfallen. Die konzentrierte und sehr anschauliche Auswahl von 30 von über 600 Wildbienenarten ist gezielt auf interessierte Laien gerichtet.

Einzig ist es überaus bedauerlich, dass Niebel-Lohmann von der Haltung von Honigbienen strikt abrät („Es gäbe schon zu viele …“), angeblich, da für Wildbienen nur noch wenig Futter übrig bliebe und sie somit als Konkurrenz gebrandmarkt wurde. Doch …

„Einen natürlichen (oder auch vor Jahrzehnten vorherrschenden, historischen) Nahrungskonkurrenz-Druck zu bestimmen, ist schwierig bis unmöglich.“, so Gratzer & Brodschneider (2023)¹. Und: „Honigbienen können die Pflanzengemeinschaften einer Landschaft verändern. Dies kann positive Effekte auf die Bestäuber-Pflanzen-Netzwerke haben (Aizen et al. 2008), zum Beispiel in Form verbesserter Verfügbarkeit von Nahrungspflanzen für native Bienen.“ Ja, klar, ich zitiere hier einseitig ‚pro Honigbiene‘, doch das darf ruhig das Gegengewicht zur deutlichen Absage der Autorin an die Bienenhaltung bilden.

In der Darstellung dieses Themenaspekts „Honigbiene versus Wildbiene“ fehlen mir also die ansonsten erkennbar wissenschaftsbasierenden Informationen bzw. sind nicht aktuell bzw. einseitig voreilig getroffen. Denn … „Bereits Paini (2004) hat in seinem Review-Artikel einige methodische Mängel bei Studien zur Konkurrenz von Honigbienen und Wildbienen identifiziert, […].

Solange die Beweislage nicht eindeutig ist, sollten Honig- und Wildbienen (und -freunde)  nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das bringt die Natur keinen Deut weiter, sondern verhärtet nur unnötig die Fronten. „In dem renommierten wissenschaftlichen Journal „Science“ gab es 2018 ebenfalls einen Diskurs zum Schutz von Wildbestäubern, etwa wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln, und durchaus widersprüchlich, diskutiert ob eine Einschränkung der Imkerei das Problem lösen könnte (Geldmann & González-Varo 2018, González-Varo & Geldmann 2018, Saunders et al. 2018, Kleijn et al. 2018). Eine für alle gültige Einigung konnte auch diese Diskussion nicht liefern.“

Also, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Da er Ratgeber bereits 2022 erschien, der Artikel von Boecking „Die Konkurrenz von Honigbienen und Wildbienen im kritischen Kontext und Lektionen für den deutschsprachigen Raum“ jedoch erst im März 2023, sei der Autorin ihre mängelbewerte Beurteilung und wissenschaftlich derzeit nicht haltbare Absage an die Honigbiene als eindeutig identifizierbare Konkurrentin halbwegs verziehen.

Versöhnliche Worte zum Schluss: Bis auf die S. 30 (!) kann ich – Honigbienen wie Wildbienen- wie Gartenfreundin – den Ratgeber „Wildbienen artgereicht unterstützen“ als „Ratgeber für die Gartenpraxis“ breit empfehlen.


¹Boecking, Otto. „Konkurrenz zwischen Honig-und Wildbienen.“ LAVES–Institut für Bienenkunde, Celle (2013). In: Entomologica Austriaca, Bd. 30,  S. 247–285.


Wildbienen artgerecht unterstützen: der Ratgeber für die Gartenpraxis / Niebel-Lohman, Angela. Bern : Haupt. 2022. ISBN 978-3-258-08239-4.

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

*4* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2023

Cover Kessel Die Biene - Sachbuch für Kinder. Schwager & SteinleinDie Biene – Ein Sachbuch für Kinder ist als Titel fast ein wenig zu kurz gegriffen. Denn neben Honigbienen und Wildbienen erfahren sie außerdem über Wespen und wie Menschen von der Biene profitieren. Der stolze Umfang von 160 Seiten und auch die inhaltlichen Ausführungen und Wordings sind eher für ältere Grundschulkinder geeignet. Die Empfehlung des Verlags Schwager & Steinlein, nämlich „ab dem sechsten Lebensjahr“, halte ich für sehr ambitioniert.

Inhaltsreich

Die im Buch seltsamerweise nicht erwähnte Autorin, Carola von Kessel, hat ganze Arbeit geleistet. Thematisch vollumfänglich hat sie das Sachbuch mit allen Facetten gefüttert, die zum Bienengrundwissen meines Erachtens dazu gehören: Nützlichkeit von Bienen, ob Bienen gefährlich sind, die Sprache der Bienen und welche Krankheiten und Schädlinge auf sie lauern, was den Bienen schmeckt, welche natürlichen Feinde sie haben, wie sie leben und sich ihr Jahreslauf gestaltet, wie sie schwärmen etc.

Doch mehr noch. Während andere Kindersachbücher eher die imkerlichen Vorgänge ins Visier nehmen – was hier mehr beiläufig eingestreut ist –, bestückte sie die Kapitel „Familien der Bienen“ und „Wie Wespen leben“ mit insgesamt 14 Steckbriefen zu einzelnen Arten und Unterarten. Beschrieben werden Größe, Merkmale, Lebensraum, Nest, Nahrung, Lebensweise und Beobachtungszeit. Den Vorgang des Beobachtens erläutert sie den kleinen Forscher/innen im letzten Kapitel „Tipps & Tricks“.

Zwischendrin finden sich Rezepte und Anleitungen, zum Beispiel für selbst gemachte Wachstücher und Kerzen, ein Bienenspiel und – oh, Wunder! – lediglich eine kurze Anleitung für eine Nisthilfe mittels Strohhalmen. Ich finde das prima. Denn ich hege eine Abneigung gegen all die vielen Wildbienen-Nisthilfen, die meistens falsch konzipiert und im Großen und Ganzen ohnehin überflüssig sind. Die meisten, vor allem viele gefährdete Wildbienenarten, sind ohnehin Bodenbrüter und benötigen einfach nur Freiflächen mit genügend passenden Blumenarten. Kleine Kritik dennoch: Den erwähnten „Vielfältigen Nisthilfen“ hätte ich dennoch ein paar Fotos hinzugefügt.

Jedes Kapitel endet mit einem Bienen-Rätsel als Multiple-Choice-Fragen, um den Lerneffekt zu überprüfen. Immer wieder mal zwischendrin kleinen Faktenhäppchen auf den Seiten, die mit „Kleine Biene ganz groß“ überschrieben sind.

Überprüfen würde ich allerdings auch die Aussage auf Seite 19 hinsichtlich der genannten „bienenfreundlichen Blumen“ wie Erika und Sonnenblumen. Hier muss sehr darauf geachtet werden, das die Züchtungen noch Pollen oder Nektar enthalten.

Aufmachung

Vom Layout her passt eigentlich alles. Der Font ist angenehm zu lesen und endlich mal wieder ein Buch mit einer genügend großen Schrift bei gutem Kontrast. Die Anzahl und Verteilung der gut gewählten, meist hochwertigen Illustrationen samt passenden Bildunterschriften ist im Wesenlichen gelungen. Eingeschobene Farbfelder mit Textblöcken lockern auf. Und das wollen wohl auch die comicartigen Figuren, die als Sympathieträger gedacht sind: Eine immer wieder auftauchende Biene mit Honigtöpfchen sowie ein Mädchen und ein Junge als Biene verkleidet. Sicherlich Geschmackssache und ohnehin sollte das letzte Wort die Zielgruppe haben. Der die rosa, blauen und gelben (und grauen?) Pastelltöne gefallen dürfte.

Fazit

Die Sachverhalte sind inhaltlich richtig, entsprechen dem aktuellen Wissensstand und sind bei aller Komplexität durchaus verständlich formuliert. Die lockere Aufteilung von Text und Bild entspricht dem Zeitgeist und dürfte das Lesekind bei der Stange halten. Allerdings ist es reichlich Stoff, und für ein Grundschulkind kommen etwas zu viele Fremdwörter und Fachbegriffe vor. Doch deren Bedeutung wird zum Teil im Glossar aufgelöst.

Definitiv gibt es unter den Sechsjährigen einige „Nerds“, die sich begeistert über das „Bienenfutter“ stürzen werden. Allen anderen empfehle ich, bis zum siebten oder gar achten Geburtstag zu warten. Wer als erwachsene/r Käufer/in Wert darauf legt, dass das beschenkte Kind nicht wieder nur an der Oberfläche der Materie verweilt, sondern tiefer geht, ist mit diesem Sachbuch bestens bedient. Als Abrundung und Ergänzung zu den üblichen Kinderbienenbüchern sehr zu empfehlen.


Die Biene – Ein Sachbuch für Kinder / [Carola von Kessel]. [Köln] : Schwager & Steinlein 2020. 160 S.

Im Bestand unserer Imker-Bibliothek.

Humbi und Mohna: Zwei wilde Bienen in den Startlöchern

Mohnbiene, Osmia papaveris

Mohnbiene, Osmia papaveris
Weibchen schneidet für die Auskleidung des Nestes Blattstöckchen aus einer Klatschmohnblüte heraus. © Roland Günter

Humbi und Mohna sind zwei wilde Bienen, die gerne das Licht der Leser*innewelt erblicken möchten und Unterstützer*innen brauchen, gerade so, wie es ja auch bei den echten Wildbienen der Fall ist.

Die Crux: Das Buchprojekt von Carina Lendl aus Oberösterreich ist zwar prakisch schon fertig. Doch der Bucher Verlag in Hohenems (A) kann es nur verlegen, wenn sich ein Abnehmer von mindestens 200 Stück findet, um damit einen Teil der Produktionskosten abzudecken. Vielleicht ist ja in Deutschland jemand bereit, eine gewisse Menge in ihr/sein Verkaufsprogramm aufzunehmen?

Zum Inhalt und ihrer Motivation schreibt die Verfasserin, die mit dem Sommerkrimi „Welche Farbe hat mein Tag“ ihr Debüt gab, folgendes:

Meine Hauptakteurinnen sind die Steinhummelkönigin Humbi und deren beste Freundin, die Mohnbiene Mohna. Gemeinsam mit unzähligen anderen Tieren leben sie auf einer Wildblumenwiese irgendwo … sagen wir im Alpenvorland.

Der Grundgedanke, der mich zum Schreiben motiviert hat, war „Welche Abenteuer würde die Biene Maja heutzutage zu bestehen haben?“.

Mein brennendes Thema ist: Wie hat sich das Leben in unserer Umgebung verändert? Was bedeutet es für tierischen und pflanzliche Bewohner in unserer heimatlichen Umgebung, wenn wir Menschen weiterhin alles tun, um die Natur in ein – unseren immer höher werdenden Ansprüchen angepasstes – Ambiente zu verwandeln?

Meine Erzählung ist für abenteuerlustige und wissbegierige Kinder ab neun Jahren gedacht, denen ich in Zeiten der ungebremsten Bodenversiegelung und der sich rasend vermehrenden Rasenmähroboter die Probleme der unmittelbaren Natur näherbringen möchte. „Auf der Wiese“ ist der erste Teil der Geschichte. Geplant habe ich zwei weitere Teile, und zwar „Im Wald“ und „Bei den Menschen“.

Mir ist es ein Anliegen, Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass nicht alles, was brummt und summt, einfach nur eine Biene oder eine Hummel ist, sondern dass es viele, viele Arten gibt, die nach und nach verschwinden. Als meine beiden Söhne noch klein waren, habe ich ihnen das nämlich in keinster Weise vermittelt. In dieser Hinsicht war mein Standardsatz: „Vorsicht, die stechen!“ Und ich denke, dass ist auch heute noch in vielen Familien ganz ähnlich.

Sollte das Buch gedruckt werden, ist es uns natürlich eine Ehre, ein Exemplar für unsere Imker-Bibliothek zu erwerben. Ich durfte bereits in das Manuskript reinspitzen und kann sagen, dass es mit viel Herzblut, Sachverstand und gut verständlich geschrieben ist – und auch Erwachsene dürften interessante, überraschende Details entdecken, die den Blick zu weiten helfen. Und immerhin ist die Mohnbiene ja quasi eine Fränkin.

Ich wünsche Carina Lendl sehr, dass sich ihr Herzensprojekt erfüllen möge!

Wiesenhummelkönigin an Anemone blanda

Siemens Healthcare IST-Team besucht Schulbiene in Bamberg

Gruppenfoto; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team ErlangenBienenpatin Diana Martin brachte wie auch schon 2022 wieder ihre Siemens-Healthineer-Kolleg(inn)en aus Erlangen samt Familienanhang zur Schulbiene in den Bienenweg nach Bamberg. Bienenpatenschaft sind auf Multiplikation hin angelegt, und Diana nimmt ganz offenkundig ihren „Job“ ernst. Farblich passend und bis hin zu den Ohrringen stellt sie sich ganz auf das Thema Bienen ein – fabelhaft!

Krankheitsbedingt schrumpfte zwar die geplante Gruppengröße ein wenig, doch wer da sein konnte, hatte seinen Spaß. Zunächst mit dem Sinnespfad, der blind begangen werden wollte, um das Gefühlserleben zu aktivieren. Können denn Bienen genau so fühlen wie wir Menschen? Sind ihre Sinne so oder ähnlich wie unsere menschlichen ausgeprägt, trotz fehlender Nasen und Ohren?

Sinnespfad; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team Erlangen

 

In der Bienen-InfoWabe; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team Erlangen In der Bienen-InfoWabe; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team ErlangenIm Inneren der Bienen-InfoWabe gingen wir diesen und anderen Fragen nach, zum Beispiel, was den Bienenkörper so besonders macht, woher sie das Wachs bekommt und warum Honigbienen wie Wildbienen so wichtig sind. Aber auch, wie viel Honig in der herumgereichten Honigwabe steckt und wie dieser ins Glas kommt. Natürlich durfte unser Bamberger Lagenhonig auch verkostet werden. Doch nun wollen wir endlich die echten Bienen sehen!

In der Bienen-InfoWabe; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team Erlangen

 

Dazu fand sich die Gruppe der 7 Erwachsenen und 6 Kinder auf der Wiese um die Schaufensterbeute ein. Wer ist Arbeitsbiene in diesem Gewusel, wer Drohne? Die Königin ist natürlich nicht dabei. Diese ließ Reinhold vorsichtshalber im Stock, ist das Volk doch ohne sie nicht glücklich. Als einzige, die Eier legt, dürfen wir sie keiner unnötigen Gefahr aussetzen.

Schaufensterbeute; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team Erlangen

Nach einiger Zeit brachten wir den ausgeliehenen Rahmen mit all seinen Bienchen wieder zu ihrem Volk zurück. Wozu dient der Rauch? Wieso sehen die Rähmchen unterschiedlich bucklig aus? Wie viele Bienen sind in einem Stock und was tun sie da im Dunklen? Wir lüften die Geheimnisse und freuen uns, dass die Faszination für das hochinteressante Insekt auf alle übergesprungen ist. Und zwar so sehr, dass sie sich sogar streicheln wollten und durften. Ein tolles Erlebnis, nicht wahr?!

Am Lehrbienenstand; Bienenführung für Bienenpartin Diana Martin mit Siemens Healthineers IST-Team Erlangen

 

Gerne wieder im nächsten Jahr, liebe Diana, und mit herzlichen Dank für deine großzügige Spende!

 

Projektarbeit „Solawibi“ (Solidarische Landwirtschaft/Wildbienen) als Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitszielen

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinDer Weg zur perfekten Wildbienen-Nisthilfe war aufwändiger als gedacht. Doch das rundum gelungene Modell in all seinen Baudetails sorgte für einen nachhaltigen Lerneffekt, zum dem auch die Lebensbedingungen der Wildbienen gehören und Kenntnisse zu Grundgedanken, Nutzen und Funktionen der Solidarischen Landwirtschaft, speziell die in der Südflur Bambergs. Der Projekttitel lautete: „Solawibi“ (Solidarische Landwirtschaft/Wildbienen) – Förderung der Artenvielfalt durch Nisthilfen als Lebensraumerweiterung.

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinDer Hintergrund

Der Natur- und Artenschutz erhielt seit dem Volksbegehren „Bienen und Bauern retten – Artenvielfalt erhalten“ im Jahr 2019 einen höheren Stellenwert im Freistaat, indem die Medien vom dramatischen Insektensterben und dem Artenschwund in der Kulturlandschaft landauf, landab berichteten.

Die Aufgabe

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinZwei von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) / AGENDA 30 projekthaft miteinander zu kombinieren war die Aufgabe, der sich unsere FKBB-Beirätin Yaneth Klein mit einigen Kommilitoninnen im Studiengang Gesundheits- und Pflegepädagogik an der Evangelischen Hochschule Nürnberg widmete.

Anspruchsvoll war – neben der (termin-)organisatorisch zu meisternden Zusammenarbeit der nebenberuflich Studierenden aus verschiedenen Wohnorten – auch das Thema selbst. Verbunden wurden hier das Ziel Nr. 3: „Gesundes Leben für alle“ mit dem Ziel Nr. 15: „Landökosysteme schützen“.

Die Ziele

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinZiel 3: Gesundes Leben für alle

Mit der „Solidarischen Landwirtschaft Bamberg e.V.“ (Solawi) soll eine Alternative für nachhaltige, lokale und solidarische Wirtschaftsformen innerhalb des Gemüseanbaus aufgezeigt werden. Solidarische Landwirtschaft fördert und erhält eine bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft, stellt regionale Lebensmittel zur Verfügung und ermöglicht Menschen einen neuen Erfahrungs- und Bildungsraum.

Ziel 15: Landökosysteme schützen

Die Solawi wirtschaftet nach ökologischen Standards, welche der Blühvielfalt und auch dem Artenschutz dient. Deshalb fühlen sich gerade Bienen und vor allem die gefährdeten Wildbienen bei einem vielfältigen Blühangebot wohl. Die Intension aller Gruppenmitglieder war, ein sinnvolles, die Einrichtung unterstützendes Projekt durchzuführen.

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinDas Ergebnis

Die Umsetzung des Projekts „Nisthilfe für Wildbienen“ folgte in mehreren Etappen.

Grundlegend war die Literaturauswahl zu Wildbienen und ihren Nistbedarfen, bei der wir mit Hilfe unserer Imker-Bibliothek und Links zu professionellen Plattformen sowie einer Powerpoint-Präsentation beratend zur Verfügung standen. Sodann das Vertiefen in diese Quellen sowie der Austausch über die weiteren Schritte, sprich: Eindampfen der Theorie in eine handhabbare Umsetzung, also der Schritt in die Praxis.

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinNun galt es, das für sinnvoll erachtete Material zu organisieren. Die Vorgabe dabei lautete, möglichst wenig käuflich zu erwerben, stattdessen natürliche und vorhandene Ressourcen zu nutzen. Da wurden Bambusstängel selbst abgeerntet, zurechtgeschnitten und -gefeilt und eine nicht ganz einfache Suche nach Hartholz unternommen etc.

Erst jetzt ging’s ans Werk. Die sorgfältig zusammengetragenen Materialien wurden im privaten Kellerraum unter Unterstützung von Familienangehörigen innerhalb eines ganzen Tages liebevoll und fachkundig verarbeitet.

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth KleinBei einem offiziellen Termin mit Kurzvortrag und Sektempfang konnte die Wildbienen-Nisthilfe an die Gärtner*innen und die Verantwortlichen der Solawi übergeben und gemeinsam an einer Schuppenwand in Nachbarschaft einer bereits vorhandenen kleineren Nisthilfe, gesponsert von der BUND-Ortsgruppe Bamberg, angebracht werden.

Ein abschließender Bericht mit Reflexion und Evaluation rundete das Projekt ab, von welchem wir hier in diesem Beitrag nun profitieren.

Fazit: „Gut gemacht, nicht nur gut gedacht!“ 

Tja, was sich so manch‘ eine*r als „Workshop für Kindergartengruppen“ so leicht vorstellen mag, ist in Wirklichkeit ein Fall für Profis – sofern man nicht mit teuren Fertigbauteilen die Sache abkürzen kann und will. Endlich einmal ein „Gut gemacht, nicht nur gut gedacht!“ Bravo an die gesamte Projektgruppe!

Herzlichen Dank auch an Yaneth für die Übermittlung des Projektberichts, der diesem (teils gekürzten, teils angereicherten) Beitrag hier zugrunde lag. Wir dürfen somit am Best Practice teilhaben – und wir freuen uns über eine neue Spezialistin in Sachen Wildbienen-Nisthilfen, die sicherlich gerne unseren Leser*innen und Bienenfreund*innen für Auskünfte zur Verfügung steht!

Projekt Wildbienen-Nisthilfe von Yaneth Klein

Mi., 08.03.23 – MonatsBeeTrachtungen März / April (mit Stammtisch)

Biene an Salweide (Salix caprea) im Hainpark Bamberg, HollergrabenLogo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabeMi., 08.03.23 – MonatsBeeTrachtungen März / April (mit Stammtisch)

Wann? Mi., 08.03.23 | ab 19 Uhr – jeden 2. Mittwoch im Monat
Wo? Vereinshain, Galgenfuhr 30, in Bamberg (Vereinssportgasttätte TSG 05 gegenüber Jahnwehr. Reichlich Parkmöglichkeiten, behindertengerecht.)
Für wen? Imker/innen und alle Interessierten, auch ohne Kenntnisse und Ambitionen, aber mit viel Liebe zu Bienen, Honig, Imkerei und Natur!
Was? Informative Vorschau zu aktuellen imkerlichen Arbeiten des laufenden Monats und phänologische Hinweise zu Blühtrachten. Mit Meinungsaustausch bei geselligem Beisammensein und Schwofen über unsere Lieblingsthemen.
Referenten? Reinhold Burger (Bienenwirtschaftsmeister u. -sachverständiger) und Ilona Munique (Imkerin)
Und sonst? Die sogenannten Monatsbetrachtungen sind Tradition lehrender Imker(inn)en, die ihre langjährigen Erfahrungen systematisch aufarbeiten und sich dabei „in die Karten schauen“ lassen.

Veitshöchheimer Imkerforum 2023 (5): Konkurrenzdiskussion Wildbienen versus Honigbienen

Imkerforum in Veitshöchheim, Institut für Bienenkunde und ImkereiGleichwohl Dr. Hannes Beims als Fachberater für Imkerei aus seinem Wirkungskreis Oberbayern berichtet, ist die Konkurrenzdiskussion zu Wildbienen versus Honigbienen natürlich auch in anderen Regionen relevant.

Die Problematiken, die sich in Sachen Biotopschutz und ökologischem Landbau abzeichnen, sind ein Fingerzeig gegen die konventionelle Landwirtschaft. Doch mahnt er die Protagonist(inn)en ganz richtig an, sich vor Augen zu halten: Imkerei ist ganz klar Teil der Landwirtschaft und von daher von vielen Naturschutzauflagen ausgenommen. Noch schwieriger scheinen sich das Für und Wider von Honigbienenvölker in Naturschutzgebieten und für Belegstellen auszuwirken.

„Da haben sich Abwege entwickelt“, meint Dr. Beims und gibt eine Vorgeschichte zum Besten, die zeigt, dass die Behörden in Sachen Naturschutz und Zuständigkeiten keine Klarheit haben oder schaffen können. Dies bezüglich der Einordnung und der Anwendungssicherheit der Rechtslage (hier: §23,a2,s1 30,a2, 40,a1 BNatSchG, BayNatSchG, Verordnungen zum Naturschutzgebiet). Sodann geht es um Eigentumsrechte, öffentliche Hand und Konkretisierung der Rahmenbedingungen (hier: Standplatz).

Es ist völlig klar: Etwaig geäußerte Bedenken müssen geprüft werden. Doch wer stellt das Einvernehmen mit der Naturschuzbehörde fest? Das ist nirgends festgelegt, eine Rechtssicherheit ist somit nicht gegeben. Es fehlen grundsätzliche Untersuchungen, es gibt keine Diskussionen, dafür viele offene Fragen und Befürchtungen, so Dr. Beims.

Irrelevante Begründungen, keine Völker im Naturschutzgebiet zu halten

Schild Naturschutzgebiet by pixabyFakt ist: Honigbienen müssen betreut werden. Was jedoch nicht heißt, dass es dabei zwangsläufig eine Veränderung bei den Standortböden gibt, mithin ein Ausschlussgrund. Klar, wenn dabei Autos abgestellt werden, dann könnte das natürlich ein berechtigter Einwand für das Halten von Bienen inmitten eines Naturschutzgebiets sein.

Auch ein Fakt: Pflanzen wird eine Vorzugsstellung durch Bestäubung gegeben. Dazu könne so mancher meinen, dass der Beflug von Pflanzen gleichzusetzen ist mit „Ausbringen von Tieren“, was in einem Naturschutzgebiet ebenfalls verboten ist. Dies bezieht sich jedoch nur auf jagd- oder fischbares Wild, das in den letzten 200 Jahren eingeführt wurde. Das kann bei der Imkerei also getrost verneint werden.

Was sind die Befürchtungen und Annahmen zur Konkurrenzsituation?

Immer wieder wird eine Konkurrenz um Nahrung angeführt. Tatsächlich haben Honigbienen einen hohen Bedarf an Futter. Ein Volk benötigt im Jahr etwa 50 Kilo Pollen, 70 Kilo Honig und 20 Liter Wasser. Doch sind sie dabei, da Massentracht bevorzugend, kaum auf Ruderalflächen und seltenen Pflanzen anzutreffen, wie sie von Wildpflanzen bevorzugt werden..

Wildbiene, Rote Mauerbiene, Osmia bicornis, Männchen und WeibchenDoch andererseits sichert die Honigbiene innerhalb eines kilometerweiten Flugradius die Bestäubung, so dass sie dadurch auch etwas für die Wildbienen tun, die von der Anzahl her weitaus geringere Populationen, einen geringen Nahrungsbedarf bei nur meterweiten Radius hervorbringen.

Außerdem ist die Honigbiene fast das ganze Jahr lang unterwegs, während die Wildbienen nur phasenweise auftreten, ergo nur wenig Zeit haben, die Blüten ihres Bedarfs zu besuchen und die Vermehrung derselben anzuregen.

Dr. Beims warnt allerdings vor einem Spill-over. Gibt es zu viele Honigbienenvölker auf einem zu kleinen Umkreis, könnten Krankheiten leichter übergreifen.

Biotopschutz

Durch die Habitats-Veränderungen gibt es nicht mehr genug Nistplätze für die Honigbiene, die ein Höhlenbrüter ist. Insofern ist die Imkerei eine Möglichkeit, die Honigbienenpopulation als Teil heimischer Ökosystem und Nahrungskettenbestandteil sicher zu stellen.

Sie steht in Sachen Nistplatz den vielen verschiedenen Arten und Gattungen von Wildbienen, die meist in unterirdischen oder ins Holz gefrästen Röhren nicht im Weg.

Honigbienen werden von Vögeln gefressen, was man durchaus zugunsten der Wildbiene betrachten kann.

Beims Fazit: Da es nur sehr spezielle Untersuchungen in Bezug auf Konkurrenzverhalten gibt, kann man diese nicht übertragen oder gar verallgemeinern. „Ein generelles Verbot von Honigbienen kann ich generell nicht unterstützen“

Fragen aus dem Publikum

Gäußert wurde die Befürchtung, dass der Naturschutz auf ihn zukommt.

Solange es keinen rechtskräftigen Bescheid gibt oder das Schreiben keiner Räumungsaufforderung entspricht, ist ein „vorauseilender Gehorsam“ nicht anzuraten.

Ein Verweis auf Ausnahme –> Wovon genau soll die Ausnahmeregelung gegeben werden?

Es besteht keine rechtliche Grundlage. In Betracht kämen drei Paragraphen (s. o.), doch habe Beims noch nie etwas gefunden, das Anlass gäbe, Honigbienen bzw. die Imkerei auch in Naturschutzgebieten zu verbieten.

Wenn ein Schreiben kommt, kann man sich die Satzung des Schutzgebietes anfordern. Aufmerksam durchlesen, und da werden Sie kein Verbot finden. Einzig, die Veränderung, das Zerstören, das Befahren zu finden.

Fragen aus dem Chat (aus Zeitgründen nicht bzw. durch den Vortrag beantwortet)

Wie sehen Sie dieses Argument: Konkurrenz bei Nahrungssuche sollte nicht gegeben sein. Wildbienen verpuppen sich bis spätens Juni, wo frühestens ein Flora-bedingter Nahrungsmangel auftritt. Quelle: https://www.wildbienen.info/biologie/solitaere_bienen.php

Wie viel Prozent der von Honigbienen bestäubten Pflanzen sind denn auch Nahrungsquelle für Wildbienen? Man könnte ja auch anders herum argumentieren, die Honigbiene schafft Nahrungsangebote für Wildbienen.

Es gibt meines Wissens nur sehr wenige „gute“ wissenschaftliche Untersuchungen. Wird sich das evtl. noch ändern?

Gibt es bezüglich dem Thema „wer beurteilt, ob Honigbienen eine Gefährdung darstellen“ Überlegungen, einen Ansprechpartner zu schaffen? Wenn ja, in welchem Bereich?

Bei Raps findet man im Internet [die Empfehlung]: 4 Völker pro Hektar.

Wie viel Prozent der Widlbienen bauen ihre Nester in die Erde?

Toller Vortrag! Seit Jahrmillionen leben Honig- und Wildbienen gemeinsam in Europa und haben vielfältige ökologische Mechanismen entwickelt, um gemeinsam im gleichen Lebensraum auszukommen – das ist anders als z.B. in Nordamerika.

Welcher Abstand bzw. Umkreis sollte zu Naturschutzgebieten eingehalten werden?

Eingangs dachte ich, es geht bei diesem Thema überwiegend um die Konkurrenz bei der Nahrungssuche, denn diese Diskussion erleben Imkernde regelmäßig auch außerhalb von Naturschutzgebieten. Dank des sehr strukturierten und informativen Vortrags hat sich dann aber die (rechtliche) Vielschichtigkeit dieses Themas gezeigt. Danke dafür!

In meinem Garten leben 10 Bienenvölker und Hunderte von Solidärbienen nebeneinander. Man sollte auch Pflanzen für diese Wildbienen in den Garten pflanzen.

Hier wäre der DIB in der Pflicht, einen „Musterprozess“ anzustreben.

In der Regel darf in Schutzgebieten die Landwirtschaft (und das müsste auch für die Imkerei gelten) im besherigem Umfang weiter stattfinden.

Das Herausdrängen von Honigbienenvölkern beschränkt sich leider nicht nur auf Naturschutzgebiete. So will der NABU Sachsen von der Stadt Leipzig die Honigbienenvölker im Stadtgebiet geregelt bekommen. Wir müssen uns deshalb für unsere Anliegen über unsere Vereine politisch engagieren.

In Berlin haben aber auch einige Imkervereine Angst vor zu vielen Bienenvölkern / Imker“kolleg:innen“, das kommt also teilweise auch „von intern“.

Allerdings gibt es gerade in Berlin eine extrem hohe Bienendichte. Es gibt die Zahl von für Wildbienen ungefährliche Dichte von 7,5 Völkern von km² in Berlin ist dieser Wert deutlich überschritten.

Nachtrag von Literatur am 10.11.2024:

18.07.2024: Wildbienen und Honigbienen – Keine künstliche Konkurrenz. Argumentationshilfe vom Berufsimkerbund / posted by Janine Fritsch.

18.03.2023: Dr. Robert Brodschneider: Konkurrenz Bienen vs Wildbienen (Youtube-Video (Dauer: 58:55)

 

NEU! „MonatsBeeTrachtungen“ mit Stammtisch – jeden 2. Mittwoch im Monat ab 2023

In 12 monatlichen Treffen geht es gemeinsam durch das Jahr zu den Themen Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Was blüht wann für unsere Wildbienen? Wie sieht es aus mit der Trachtsituation für Honigbienen? Was sollten Imker/innen im laufenden Monat an Bienenpflege und sonstigen Arbeiten erledigen? Welche Wetter- und Klimaphänomene müssen wir bei den Naturarbeiten im Auge behalten?

In einem einführenden Kurzvortrag von etwa 15 Minuten erfahren alle am regionalen Naturgeschehen Interessierte das Wesentliche des Monats. Im Anschluss werden Fragen beantwortet und Meinungen ausgetauscht, die in ein geselliges Beisammensein und Schwofen über unsere Lieblingsthemen münden. Ausdrücklich sind auch Gäste geladen, die keine imkerlichen oder gärtnerischen Ambitionen hegen, doch begeistert von Bienen, Honig, Imkerei und Natur sind.

Biene an Christrose, Helleborus nigerLogo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabeNEU! MonatsBeeTrachtungen (Stammtisch) ab 2023

Wir betrachten in der Monatsvorschau den Januar und Februar.

Wann? Mi., 11.01.23 | ab 19 Uhr
Wo? Vereinshain, Galgenfuhr 30, in Bamberg (Vereinssportgasttätte TSG 05 gegenüber Jahnwehr. Reichlich Parkmöglichkeiten, behindertengerecht.)
Für wen? Imker/innen und alle Interessierten, auch ohne Kenntnisse und Ambitionen, aber mit viel Liebe zu Bienen, Honig, Imkerei und Natur!
Was? Informative Vorschau zu aktuellen imkerlichen Arbeiten des laufenden Monats und phänologische Hinweise zu Blühtrachten. Mit Meinungsaustausch bei geselligem Beisammensein und Schwofen über unsere Lieblingsthemen.
Referenten? Reinhold Burger (Bienenwirtschaftsmeister u. -sachverständiger) und Ilona Munique (Imkerin)
Und sonst? Die sogenannten Monatsbetrachtungen sind Tradition lehrender Imker(inn)en, die ihre langjährigen Erfahrungen systematisch aufarbeiten und sich dabei „in die Karten schauen“ lassen.

*19* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2022

Cover Nisthilfen, Wildbienen ; Inspiration BieneInspiration Biene … ein Titel, der haargenau das trifft, was wir fühlen. Dahinter verbergen sich Unterrichtsmaterialien bzw. Unterrichtsentwürfe und Bildungsprojekte verschiedener Autor(inn)en innerhalb eines Gemeinschaftsprojekts „Biene und Bildung“ der Software AG – Stiftung, der Aurelia Stiftung und dem Klett MINT Verlag.

Im wesentlichen geht es bei den 20 kostenlos downloadbaren PDFs um die Themen Honigbienen, Wildbienen, Honig und Wachs. Es wird experimentiert, gerechnet, beobachtet, reflektiert, gebastelt, experimentiert, gedichtet, gesungen und … gestaunt hoffentlich!

An den einzelnen Ausgaben mitgewirkt haben Naturwissenschaftler(inne)n, Philosoph(inn)en, MINT- und Sprachlehrer(inn)n sowie Waldorf-, Reform- und allgemeinbildende Pädagog(inn)en.Nur die Imker/innen kommen eher weniger vor, abgesehen als Umzugshelfer/innen in der Ausgabe „Schwarm sucht Wohnung“. Aber das ist schon okay so, da gibt es ja reichlich Stoff in anderen Publikationen, falls dieser Aspekt gelehrt werden möchte. Am besten als Exkursion zu einer Imkerei.

Aufbau der Unterrichtsmateralien (PDFs)

Die PDFs sind alle sehr ansprechend gestaltet und ähnlich aufgebaut. Sie beginnen mit der „Unterrichtsidee auf einem Blick“, die Leitfragen, Klassenstufentauglichkeit, Zeitdauer, Materialien und das Unterrichtsfach beinhaltet, in der das Thema verortet werden kann. Der Bezug zum Lehrplan und gegebenenfalls weiteren Fächern sowie die Kompetenzen, die die Schüler/innen erwerben können, sind knapp beschrieben.

Sodann geht es mit einer ausführlicheren Beschreibung „zur Sache“. Eingestreute Link- und Literaturtipps und – abgesetzt in einer Bienenwabe –  kurze Inputs, eingeleitet mit der Frage „Schon gewusst?“, bereichern den Fließtext.

Der Unterrichtsverlauf wird tabellarisch in drei Spalten und in chronologischer Form dargestellt. die dritte Spalte weist auf die verwendbaren Folien und Arbeitsblätter hin, die im Anschluss der Tabelle zur Verfügung stehen. Die PDFs enden jeweils mit der Vorstellung der Autor/in, manchmal sind es auch mehrere bewährte Kapazitäten auf den jeweiligen Gebieten.

Ergänzendes Sachbuch

Ergänzend steht das gleichnamige Sachbuch der Autoren Thomas Radetzki und Matthias Eckoldt zur Verfügung – weiter unten die bibliographischen Angaben¹. Das kostenlose Paperback-Buch ist leider nicht mehr downloadbar, doch lohnt die Anschaffung der Hardcover-Ausgabe. Kurz zum Inhalt:

Das Buch beschreitet neues Terrain: Es geht um Gesellschaft, Politik, Bildung, Ökonomie, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, um neue Horizonte und Lebensperspektiven, um Wertschätzung, Bruttonationalglück und fehlende Resonanzräume. Die Autoren stellen sich der Frage, was Bienen uns sagen. Der Mut eines Bienenschwarms wirkt dabei ansteckend: Wenn er auszieht, lässt er alles zurück und wird einzig vom Vertrauen in die Fülle der Welt getragen. Eine Ermutigung für alle, die aufbrechen wollen.²

Fazit

De PDFs der Reihe sind optisch wie inhaltlich sehr gut aufgemacht. Da unser grünes Klassenzimmer, die Bienen-InfoWabe, (noch!) ohne Strom auskommen muss, kann ich natürlich einige der vorgestellten Settings nicht ausprobieren. Doch meine Vorstellungskraft und Erfahrung reicht aus, um behaupten zu wollen: In Schulen, durchaus aber auch im privaten Bereich, sind die Materialien breit einsetzbar und umsetzungstauglich. Und auf alle Fälle halten sie, was der Reihentitel verspricht: Sie sind allesamt wahrlich inspirierend!


¹ Inspiration Biene / Thomas Radetzki; Matthias Eckoldt. Stuttgart : Klett MINT. 2020. 164 S. ISBN: 978-3-942406-39-0

² aus: Online-Buchvorstellung „Inspiration Biene“ am Weltbienentag (20.05. [2020])

*16* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2022

Cover "Bienenfreundliche Pflanzen" BMELUnsere Erfahrung ist, dass viele Menschen gerne den Bienen helfen möchten, doch soll dies rasch und unkompliziert machbar sein. Zeit, sich in umfangreichere Handbücher einzulesen, nehmen sich die Wenigsten, und teuer darf es schon gar nicht sein. Da kommt die kostenlose, 38-seitige Broschüre „Bienenfreundliche Pflanzen“ (auch als PDF), herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, gerade recht. Am Inhalt wirkte das Julius Kühn-Institut mit, genauer gesagt, das Institut für Bienenschutz und Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau und Forst.

Praxistauglicher Hauptteil

„Das Pflanzenlexikon für Balkon und Garten“, so der (etwas leicht übertriebene) Untertitel, besteht größtenteils aus einer alphabetisch nach Trivialnamen gelisteten „Pflanzenauswahl für Bienenfutter“, aufgeteilt nach Gehölzen, Stauden und Saisonpflanzen. Letztere werden als „meist nicht winterhart“ beschrieben, doch dem muss widersprochen werden. Bartblume, Eisenkraut, Hibiskus und Salbei kommen zumindest in Bamberg jedes Jahr aufs Neue und müssen mitnichten „alle zwei Jahre nachgepflanzt“ werden.

Eine vierte Kategorie führt 13 Pflanzen für spezialisierte Wildbienenarten auf. Eine Nummerierung verweist auf die Trivial- wie zoologischen Namen jener Wildbienen, die sich ausschließlich an Gilbweiderich, Rainfarn, Wilder Möhre oder dem Ziest etc. laben. Ich hätte auf alle Fälle auch Lungenkraut-Biene, Sonnenröschen-Biene und Knautien-Biene hinzugenommen, der Platz wäre noch da gewesen. Aber immerhin … derlei Auflistung habe ich bislang noch in keinem unserer Bücher der Imker-Bibliothek entdeckt. Prima! (Mehr zu oligolektisch sammelnden Wildbienen hier.)

Jeder der knappen, doch für einen ersten Überblick völlig ausreichenden Steckbriefe der 128 untereinander angeordneten Einzelpflanzen besteht aus einem (zu) kleinen, durch das Umweltschutzpapier farblich leider etwas „zugesoßten“ Foto, dem Trivial- wie botanischen Namen, Symbolen für den Pollen- und Nektargehalt (offenbar nach dem quantitativen Bewertungssystem nach Maurizio in vier Stufen), der Blütezeit in Monaten und einem Sonnensymbol für den Lichtanspruch. In der fünften und letzten Spalte finden sich Hinweise u. a. zu Standort, Bodenbeschaffenheit oder Blüheigenschaften und … ganz wichtig! … über die Giftigkeit!

Vorbereitende Kapitelhäppchen

Wir erfahren auf den ersten Seiten, was bei uns so alles summt, also von der Honigbiene über die Wespen und Hornissen zu Schwebfliegen und Hummeln, gefolgt von zwei Seiten über Wildbienen, für die stellvertretend vier Arten mit eher unscharfen Fotos für die restlichen etwa 600 Arten stehen. Sodann ein paar kurz umrissende Üblichkeiten, die mittlerweile hinlänglich bekannt sein dürften (Bienen füttern, Bienen schützen, Nistmöglichkeiten …). Gemessen an diesen Häppchen ruft uns ein relativ umfangreiches, auf zwei Seiten bild- und texthaft skizziertes „Was Bienen an Blüten lieben“ den Stoff aus der zweite Grundschulklasse noch einmal in Erinnerung, und zwar in Form einer Zeichnung von den Bestandteilen der Blüte.

Eingeleitet wird die Broschüre (nicht überraschend) von Julia Klöckner, die 2018 bis 2021 die Bundesministerin des Herausgeberorgans war. Dass sie mit dem Zitat „Bienen sind systemrelevant“ […] abgebildet wurde, hat offenbar nur halbherzig nach innen gewirkt. Dass ihr diese Feigenblatt-Publikation überhaupt bekannt ist, wage ich in Frage zu stellen. Doch so oder so …

Fazit

… von punktuell kritischen Anmerkungen zur Auswahl einiger Pflanzen einmal abgesehen – z. B. Gurke unter Glas anbauen – welcher Biene soll das nützen? Den für Kleintiere und Katzen hochgiftigen Schöterich empfehlen – wirklich?! Azaleen sind nicht (!) immergrün. Nur Rhododendron-Arten, die im Winter blattlos sind, werden Azaleen genannt – erscheint die Auswahl gut geeignet, um für (Wild-)Bienen zumindest beinahe paradiesische Zustände zu bereiten. Das Weglassen von Pestiziden wird (ebenfalls nicht überraschend) an keiner Stelle erwähnt.

Wir bestellen die Broschüre „Bienenfreundliche Pflanzen“ vom BMEL dennoch gerne jedes Jahr in mehreren Exemplaren, um sie großzügig an jene weiterzureichen, denen ein Faltblatt zu wenig, ein Buch zu viel und eine Internetrecherche zu mühselig ist. Zusammen mit einem Glas Bamberger Lagenhonig, einer auf Seite 9 empfohlenen Nisthilfe, dann noch einer Urkunde zu einer Bienenpatenschaft nebst vertiefender Aufklärungsarbeit unsererseits – ein ideales Weihnachtsgeschenk für Mensch UND Bienen!


Bienenfreundliche Pflanzen : das Pflanzenlexikon für Balkon und Garten
Berlin : Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). 2020. 38 S.

In unserer Imker-Bibliothek.