Balkonbesuche der Blauen Holzbiene (Xylocopa violacea)

Seit geraumer Weile findet sich pünktlich zur Mittagszeit die Blaue Holzbiene auf unserem Balkon ein. Xylocopa violacea liebt unsere Löwenmäulchen, die auch bereitwillig ihre Unterlippe aufklappen, sobald sich der schwergewichtige Gast darauf nieder lässt. Der brummende Anflug der größten europäischen Wildbienenart ist deutlich zu vernehmen. Doch fotografieren lässt sie sich trotz ihrer Größe von rund 3 cm eher weniger leicht – zumindest findet das meine Mobilkamera. Daher freue ich mich, als es mir doch ein paar Mal gut gelang, natürlich mit viel Ausschuss drumherum.

Die sanfte Schöne liebt warmes, trockenes und leicht morsches Holz, was sie offenbar in den nachbarlichen Balkonen der Innenstadt, die noch nicht saniert sind, als Brutplatz vorfindet. Aber auch in den Schrebergärten der Erba-Insel im Umfeld der Bienen-InfoWabe scheint sie sich wohl zu fühlen. Jedenfalls findet sie sich öfters im Bamberger Bienengarten ein, und dort besonders am Muskatellersalbei und anderen Lippenblütlern.

Ist es nicht prachtvoll, dieses wundersame Insekt? Sie zu schützen kommt sicherlich vielen in den Sinn. Weniger hübsche und kleinere Insekten haben es allerdings schwerer, wahrgenommen zu werden. Wir jedenfalls pflanzen möglichst Vielseitiges und sorgen mit ruhigen Ecken dafür, dass es den Tierchen gut geht … damit es den Blüten und auch den insektenfressenden Kleintieren ebenfalls gut geht. Ihr auch?!

Fotogalerie Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)

Rezensierte Linktipps: Pflanzendatenbank und Bußgeldkatalog Insekten

Zwei Linktipps fanden nach eingehender Prüfung Eingang in unsere Seite Literatur und Links, die euch bei der Vielzahl von Quellen zur Seite steht. Sie wird fortlaufend gepflegt und ist unser persönliche „Best of Informations“.

Neuzugang 1:

  • NaturaDB – die besten Pflanzen für deinen Garten. Pflanzen per Kategorien und Filter finden. Maseto.

Die Datenbank

Die Suche ist einfach und die Filtermöglichkeiten äußerst vielseitig, bspw. nach Lichtverhältnissen, Bodenbeschaffenheit, Höhe und Breite der Pflanzen, Blühzeit in Monaten, Blütenfarbe (sogar nach apricot und silbergrau!) und Sonstiges wie heimisch, essbar, kübelgeeignet, kletternd, insektenfreundlich, duftend oder wintergrün.

NaturaDB schrieb uns zu ihrem Linktipp: „Ich möchte mich persönlich für die Informationen auf Ihrer Webseite (https://bienen-leben-in-bamberg.de) sowie für die Zusammenstellung interessanter Weblinks bedanken. Auf jeder Seite lernt man etwas Neues dazu.

Ich selbst betreibe mit Kollegen, Familie und Freunden unter https://www.naturadb.de/ eine Pflanzendatenbank für Gärtner, an der wir gemeinsam täglich weiterarbeiten.
Wir wollen das Auffinden von Pflanzen erleichtern, die einen ökologischen Wert für unsere heimische Natur haben.“

Ist euch gelungen! Die noch fehlenden Fotos werden sicherlich nach und nach ergänzt werden. Vielleicht lässt sich das sogar gemeinsam machen? Unseren Segen, aus unseren Seiten Fotos zu plündern (bei hinterlegter Namensnennung in der Imagedatei), habt ihr. Wie wär’s beispielsweise mit dem Echten Gamander ‚Album‘?Echter Gamander, Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys 'Album') im Schau-Staudenbeet 2 des Bamberger Bienengartens

Die Seite: Gartenthemen „Wildbienenpflanzen“

NaturaDB: „So zeigen wir beispielsweise auf folgender Übersicht wildbienenfreundliche Pflanzen, angereichert mit wichtigen Daten: https://www.naturadb.de/themen/wildbienenpflanzen/

10 Punkte im Kaptitel „Das Wichtigste auf einem Blick“ offerieren, auf was es bei den Wildbienen ankommt.

Der Punkt „Die Flugstrecken dazwischen sollten möglichst kurz sein.“ will sagen, dass Wildbienen meist auf sehr engem Raum (70 bis max. 700 m) alles vorfinden möchten, was ihr Leben ausmacht, nämlich Brut- und Nistplatz und Nahrung. Eine Nisthilfe nützt beispielweise gar nichts, wenn die nächste geeignete Pflanze für die oft nahrungspezialisierten (oligolektischen) Wildbienenarten 1 Km weit entfernt ist!

Im Anschluss an die Punkte finden sich innerhalb der Sequenz „Bienenfreundliche Pflanzen“ etliche Unterkapitel  wie „Wildbienenfreundliche Stauden und Blumen“; „Obststräucher & Bäume für den Garten“, „Kräutergarten für Wildbienen“; „Wildbienenpflanzen für den Balkon“; „… Nutzgarten“ etc.

„Das Wildbienenjahr im Überblick“ geht in Zweimonatsschritten vor und referenziert am Ende steckbriefartig alle Pflanzen zum Thema Wildbienen.

Fazit: Also, komfortabler geht’s praktisch nicht. Die Datenbank ist super gemacht und auch die herausgegriffenen Einzelthemen sind umfassend dargestellt und unterfüttert mit relevanten Inhalten aus der Datenbank. In NaturaDB steckt viel, viel kompetente Arbeit und Herzblut drin! Dank an Markus Wichert, Sebastian Hadj Ahmed und Thomas Puhlmann!

Neuzugang 2

Der VFR-Verlagspressesprecher schrieb: „Auch wenn Insekten sehr lästig sein können und oftmals nicht zu den beliebtesten Tierarten gehören, werden sie zum Teil dem Artenschutz zugeordnet. Daher ist es wichtig, zu wissen, warum man sie nicht einfach töten darf und wie man anhand einiger Praxistipps Insekten schützen kann. Dies und andere nützliche Informationen, finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber zum Thema “Rote Liste der Insekten”.

Wir vom Verlag für Rechtsjournalismus haben diesen Ratgeber vor Kurzem veröffentlicht, um interessierte Bürgerinnen und Bürger u.a. über folgende Sachverhalte zu informieren:

  • Welche Insekten stehen unter Artenschutz? 
  • Welche Insekten sind vom Aussterben bedroht?
  • Warum sind Insekten so wichtig?
  • uvm.

Die Liste ergänzend fanden wir auch den Beitrag „Sind Insektenvernichterlampen erlaubt?“ aufschlussreich. Um es kurz zu sagen: Nein, sind sie nicht.

Wer sich eingehender mit dem Tierschutz einzelnen Arten befassen möchte, folgt den Links unter „Informationen zum Tierschutz bei einzelnen Insekten“, wie „Biene“ oder „Bienen töten“, „Hornisse“, „Hummel“, „Käfer“, „Mücken töten“, „Schmetterling“ und „Wespe“.

Fazit: Im Bußgeldkatalog „Rote Liste der Insekten“ geht es nicht nur um die teils drastischen Strafhöhen, die den Wert unserer Insekten- und Käferwelt zeigen. Vielmehr noch geht es um grundlegende wie weiterführende Informationen, WARUM das so ist. Dies trägt in hohem Maße zu einem Verständnis der für manche als Plagegeister verschrieenen Krabbelwelt bei. Sehr aufschlussreich und lobenswert!

17.06. Welttag der Dürre … und ein Mini-Teich im Bamberger Bienengarten als Mini-Rettungsaktion

Zwischen 300-450 mm liegen die Werte in Regionen mit Steppenklima, was für eine regelmäßige Vegetation gerade noch ausreicht. Doch 2018 lag die Jahresniederschlagsmenge in Bamberg mit 441 mm pro Quadratmeter unter denen der Trockenjahre 2003 (452) und 2015 (493). Was passiert, wenn es noch weniger regnet? Dann spricht man von einem Wüstenklima.

Um unserer Insektenwelt Wasser zu bieten, installierten wir daher jüngst einen kleinen Mini-Teich. Er steht unter dem Ausfluss unserer Schwengelpumpe und wird daher bei jeder (momentant wieder sehr häufigen) Gießaktion mit frischem Wasser beliefert. Der Trog besteht aus handbehauenem Granit und ist etwa 50 cm breit, 40 tief und 36 hoch bei einer Wasserfläche von 40×30 cm. Also echt Mini.

Darin eingesetzt hatten wir auf einer Teicherden- und Kieselsteinschicht folgende Pflanzen (in Klammern Blüte, Farbe, Höhe in cm, Standortwünsche):

  1. Calla palustris  – Sumpf-Calla (Juni-Juli, grünlich-weiß, 20-25, Sumpfzone bis 20 cm tief)
  2. Nuphar lutea, syn: luteum – Gelbe Teichrose, Teichmummel, Teichkandel (Juni-August, dottergelb, knapp über Wasseroberfläche, Wassertiefe 50-200 m)
  3. Eriophorum – Wollgras, Wilde Baumwolle, Bensenseide (April-Mai, silbrig weiß, 30-50, Sumpfzone 5-10 cm tief)
  4. Pontederia cordata – Herzblättriges Hechtkraut (Juni-September, blauviolett, 50-80, Flachwasser bis 80 cm tief)
  5. Alisma parviflora – Rundblättriger Froschlöffel (Juli-September, rosa-weiß, 40-60, Sumpfzone bis 10 cm tief)
  6. Hippuris vulgaris – Gewöhnlicher o. Gemeiner Tannenwedel (Juli-August, unscheinbar, 30-40, Flachwasser bis 100 cm tief)

Natürlich wissen wir, dass die Auswahl und Menge vermutlich nicht optimal ist. Es war einerseits der Eile geschuldet, in der ich beim Einkauf stand. Es regnete wie aus Kübeln, das Angebot der Staudengärtnerei Strobler sah ich von daher nicht in aller Ruhe durch. Außerdem war ein viel größerer Granittrog geplant, der sich dann allerdings als schadhaft herausstellte und einer kleineren Variante wich.

Die war auch so schon schwer genug! Bernhard Gonska half uns glücklicherweise beim Transport und Aufstellen des Troges und war auch derjenige, der den Riss rechtzeitig erkannte und dadurch einen Fehlkauf verhinderte. Aber klein ist trotzdem fein! 😉

Nun hoffen wir, dass sich die Pflanzen dennoch wohlfühlen – wie es sich auch bereits einer Amsel taugte, die ich munter badend antreffen konnte. Die Insekten werden das kleine Wasserparadies lieben, und vor allem diejenigen, denen die nahe Regnitz zu groß und reißend erscheint.

Was wir allerdings nicht so spaßig fanden ist der Umstand, dass ein Kleinkind mit seinem Schäufelchen die Steine herausbaggern wollte. Den dabei zusehenden Erwachsenen musste ich erklären, dass wir ungern alles noch mal von vorne anlegen möchten. Ansonsten – habt Spaß am Beobachten der wundersamen Tier- wie Pflanzenwelt!

Wildbienen- und Insektenreservat im Bamberger Bienengarten

Trockenmauer für Wildbienen-Insektenreservat im Bamberger BienengartenAm Rande unserer Blühwiese entsteht derzeit ein kleines Wildbienen- und Insektenreservat als Alternative und sinnvolle Ergänzung zu Wildbienenhotel und Nisthilfe. Benötigt wird hierfür noch Hartholz (Eiche, Buche, Esche, Nussbaum, Ahorn) mit einem Durchmesser von mindestens 30 cm. In diese können Wildbienen ihre Niströhren bohren.

Geplant ist eine kleine Trockenmauer, für die wir noch Steine aller Art benötigen. Strangfalzziegel aus Abbruchhäusern wären ebenfalls klasse. Vielleicht findet sich ja etwas in einem Schuppen oder Nebengebäude und könnte uns gebracht werden. Das wäre ein toller Beitrag für unseren Bamberger Bienengarten, der natürlich mit einem Glas Honig belohnt werden würde. [Aktualis. 10.03.2021: Die Trockenmauer ist so gut wie fertig!]

Vor allem für Sandbienen ist ein kleiner Haufen Sand aufgeschüttet, den wir vom Pumpbrunnen-Bauen übrig hatten. Dieser wurde vermischt mit etwas Erde, damit er fester und zum Erdlochbohren geeignet ist.

Beigefügt werden außerdem Hartholzbaumstümpfe, die wir mit 2-9 mm-Löchern an den Außenseiten anbohren werden. Auch hier hoffen wir noch auf freundliche Überlassung und Anlieferung.

Infotafel-Wildbienen-Insekte-Reservat an der BlühwieseKlein, aber fein. Denn viel ist meist nicht nötig, um etlichen Wildbienenarten und anderen Insekten eine Heimat zu bieten. Wir wollen damit zeigen, wie einfach es sein kann, etwas zu tun bzw. auch NICHT zu tun. Indem wir das mit dem Gartenaufräumen nicht allzu genau sehen und auch mal Organisches liegen lassen.

Mit etwas Zeit und vielen verschiedenen Blühpflanzen rundherum regt sich neues Leben … herzliche Einladung, es gemeinsam mit uns zu entdecken und zu beobachten!

P. S.: Am Di., 20.10.2020 von 18-19 Uhr findet ein Online-Vortrag zu Wildbienen statt. Näheres hier.

 

Stand der Insektenwelt in Bayern ein Jahr nach dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ 2019

Unter dem Fragezeichen „Biologische Vielfalt in Bayern?“ fand am 07.07.2020 ein Online-Kurs des LBV mit drei Referierenden statt. Unter dem Titel „Wie geht es der Insektenwelt in Bayern?“ berichtete der LBV-Artenschützer Andreas Segerer und Spezialist vor allem in Sachen Schmetterlinge auf den derzeitigen Stand ein, und zwar ein Jahr nach dem Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Biene“.

Schmetterling "Kleiner Fuchs" an DoldenblüteWir hörten mal rein und notierten uns folgende Stichworte:

33.000 Insekenarten sind in Bayern bekannt

Zitiert wurde aus dem Ergebnis der überregional bekannt gewordenen Krefelder Studie More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“.

Das weltweite Insektensterben belegen übereinstimmend über 80 Studien

Etwa 41% der Arten sind im Rückgang begriffen

Die Rote Liste der Tiere Bayerns von 2003, wurde 2016 aktualisiert – was durchaus als aktuell gilt, denn diese Updates sind sehr zeitaufwändig

Insekten gelten als megadivers, nur wenige Arten sind gut erforscht. Schmetterlinge sind als Bioindikatoren international anerkannt.

3.000 Schmetterlingsarten finden sich in Bayern, das sind 90% der deutschen Arten, die auf etwa einem Fünftel der Fläche von Deutschland leben – was an sich ja ein schöner Befund ist.

In einer Studie 2016 wurde von der Münchner Entomologische Gesellschaft ein Referenzkatalog der Schmetterlinge Bayerns erstellt. Diese besagt, dass lediglich 10% der Arten keinen abnehmenden Bestand aufweisen.

Doch das Artensterben beschleunigt sich, ebenso die Menge, die 3-10-mal weniger beträgt als in früheren Jahrzehnten. Leider sind auch Naturschutzgebiete davon betroffen.

Beispielsweise war der Schmetterling namens Gammaeule im 21. Jh. ein allgemein häufiger Ubiquist und findet sich heute nur noch vereinzelt. Ebenso die Violettbraune Kapseleule, von der der Insektenspezialist Segerer in seinen 43 Jahren lediglich 16 Beobachtungen verzeichnen konnte. Dennoch sind die beiden genannten Arten NICHT nicht auf der Roten Liste. Selbst „Allerweltsarten“ wie der Braune Bär und der Kleine Weinschwärmer sind massiv vom Rückgang betroffen im Kontext früherer Jahrhunderte.

Denn es handelt sich um einen typischen Fall einer „Shifting Baseline“, die zu der Frage führt: Wie häufig sind für uns heute „häufige Arten“?

Innerhalb der letzten 20 Jahren sind mehr Arten verschwunden als in den 200 Jahren zuvor.

Schmetterling "Faulbaum-Bläuling" an KirschlorbeerGründe für den Artenrückgang

  • Stark rückläufig sind Biotoptypen, die für Insekten exentiell sind.
  • Monokultur, Flächenfraß, Inselcharakter von Biotopen, Eintrag von chemischen Mitteln, Pestizideinsatz, … alles Gründe für Insektensterben.
  • „In einem begrenzten System ist kein unbegrenztes Wachstum möglich“ (alte Binsenweisheit)

Was kann getan werden? Segerer rät:

  • Jeder Einzelne kann etwas tun
  • Sie können selbst in einem kleinen Garten viel Natur haben
  • Unser Konsumverhalten, was wir kaufen und essen, entscheidet, wie die Natur um uns herum aussieht, ihr Charakter, die Artenvielfalt
  • Mit einem Tempolimit auf Autobahnen beispielsweise kann indirekt Einfluss auf den Klimawandel genommen werden
  • Wenn Sie wählen, fragen Sie, wie es mit dem Artenschutz aussieht
  • Politiker, Verwaltung, Bürgermeister/innen darum bitten, z. B. Straßenränder nicht mehr zu mulchen
  • Unterstützen Sie den LBV, der stärker wird bei vielen Mitgliedern

Eine Gastfrage: Wie problematisch ist Mahd?

  • AW Andreas Segerer

Artenreichen Blumenwiesen entstehen auch durch Mahd. Das erste Mal Ende Juni um Johanni, das zweite Mal im September.

Früher wurde die Mahd schonend per Hand durchgeführt, also extensiv, und als Parzellenmahd, also einfach einige Streifen versetzt mähen.

Intensive, häufige (5-7-fache) Mahd von Wiesen schreddern Insekten, viele sind mahdempfindlich, nur Ankerpflanzen überwintern, Stickstoffdünger wird eingebracht, was schädlich für die Artenvielfalt ist.

  • AW Sophia Engel

Viele Bodenbrüter werden mechanisch durch das Mähen geschädigt. Braunkehlchen leben in extensiv bewirtschafteten Wiesen. Zeitpunkt, wenn gebrütet wird, ist für Mahd sehr ungeeignet.

Gastfrage: Können wir das Artensterben aufhalten oder den Rückgang aufhalten?

  • AW Norbert Schäffer

Die Bilanz ist negativ, doch ein Umdenken hat stattgefunden. Das Volksbegehren Artenvielfalt war ein schöner Anzeiger. Wir stehen deutlich besser da als vor einem Jahr.

So lauten die Schlussfolgerungen

Insektensterben bedeutet „Habitatsterben“. Biotopschutzverordnung statt Artenschutzverordnung, also eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise, sprich: ein Wandel im System.

 


Vorschau / Ankündigungstext

17.7.2020, 20.00 Uhr, Endveranstaltung „Volksbegehren und seine Umsetzung

LBV, info [at] lbv [dot] de

Was im Naturschutz schon lange Grund zur Sorge ist, wurde durch das erfolgreiche Volksbegehren zur Artenvielfalt vielen Menschen deutlich: Die biologische Vielfalt in Bayern ist in Gefahr!

Bei diesem Online-Vortragsabend wird grundlegend aufgezeigt, was mit biologischer Vielfalt genau gemeint ist. Dann nehmen wir den Zustand der Vogel- und Insektenwelt mit den Expert*innen Dr. Andreas Segerer und Dr. Sophia Engel genau unter die Lupe.

Über den Chat können alle Teilnehmenden Fragen stellen, die im Anschluss beantwortet werden.

Ablauf:

  • 19.00 Uhr Begrüßung durch Moderator Matthias Luy
  • 19.05 Uhr Kurzvortrag Dr. Norbert Schäffer: Was ist biologische Vielfalt?
  • 19.15 Uhr Dr. Sophia Engel: Wie geht es der Vogelwelt in Bayern?
  • 19.35 Uhr Dr. Andreas Segerer: Wie geht es der Insektenwelt in Bayern?
  • 19.55 Uhr Teilnehmer*innen-Fragen

Form: Online-Fachvortrag

Zeit: 19.00 – 20.30 Uhr

Hier geht’s zum Online-Vortrag (Live ab 19 Uhr per Microsoft Teams, keine Anmeldung nötig!)

 

20. Mai – Welttag der Bienen

Westliche Honigbiene – apis melliferaUnited Nations erklärte 2019 den 20. Mai zum World Bee Day (Welttag der Bienen / Weltbienentag). Auch auf den Seiten von FAO, Food and Agriculture Organization of the United Nations, finden sich offizielle Informationen und Videos (auf Englisch). Es ist damit bereits der fünfte „Feiertag“ für unser kleines, aber immens wichtiges Nutztier, das uns sehr am Herzen liegt. Wie das?!

Weitere Gedenktage zur Biene

Kürzlich erst feierten wir sie am 4.4., dem Todestag des Heiligen Ambrosius von Mailand, und an dem Tag seiner Bischofsweihe am 7.12. werden wir die Biene erneut hochleben lassen. Seit 2009 feiern amerikanische Imker jährlich am 3. Samstag im August den internationalen Tag der Honigbiene, so dass wir heuer also am 15.08.2020 nochmals den Honigwein auf sie erheben wollen. Nehmen wir den 3.3., den Tag des Artenschutzes, noch hinzu, dann kommen wir auf eine ganze Handvoll.

Ob sie kurz- wie langfristig etwas bewirken, ist nicht eindeutig zu klären. Wir sehen Öffentlichkeitsarbeit aber als einen zentralen Baustein unserer Initiative an, da wir der Meinung sind: „Steter Honigtropfen höhlt den Stein der menschlichen Herzen!“

Vortrag „Lichtverschmutzung“ zeigt Gefahren und Perspektiven auf

Einfache Rezepte für die Vermeidung gesundheitsschädlicher Lichtimmissionen für Mensch und Tier sind möglich! Es kostet oft nicht viel, ist schnell geändert und vor allem – es gibt kein Gesetz, welches einen Mindestbeleuchtungswert für Straßenbeleuchtung vorsieht! Das sind doch gute Nachtrichten aus dem Vortrag von Sabine Frank zu „Licht und Immissionen, Artenschutz und Bürgerbelange“¹ – allein, es fehlt zuweilen am Umsetzungswillen.

So waren wir sehr erfreut, den Bamberger Umweltreferenten Ralf Haupt in vorderster Reihe unter geschätzt 70 Interessierten zu entdecken. Mit dabei auch der Gundelsheimer Bürgermeister Jonas Merzbacher und weitere Landkreispolitiker/innen, die möglicherweise gemeinsam an dem postulierten Ziel eines ersten „Sternenlandkreis Deutschlands“ arbeiten und denen ein gesunder, weil melatoninbegleiteter Nachtschlaf seiner/ihrer Bewohner/innen eben nicht egal ist.

Natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus bei Mensch wie Tier

Melatonin ist ein Hormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert und aus dem morgendlich ausgeschütteten Seratonin entwickelt – vorausgesetzt, man hat sein Gesicht nicht nur auf den Rechner, sondern auch zum Himmel gewandt, und vorausgesetzt, es ist wirklich dunkel in der Nacht. Woran es bei uns definitiv krankt!

Auch Pflanzen und Tiere leiden unter dem künstlichen Tageshell der Nächte. Bäume werfen ihr Laub nicht ab, Vögel verlieren die Lust zum Brüten, Insekten werden nach wie vor magisch von Laternenlampen angezogen und verenden durch Rastlosigkeit oder Verbrennungen. Wir denken beim Umwelt- und Artenschutz meist nur an die Tagaktiven. Doch was passiert mit der anderen Hälfte des 24-Stunden-Zyklus unserer Erde?

Gesundheit und Sternenhimmel erhalten – wie?

Sabine Frank: Den Sternenhimmel in der HandWir haben es in der Hand, uns selbst und allen Mitbewohnern dieser Erde Gesundheit und einen wunderschönen Sternenhimmel zu schenken. Wie das geht?

Die Kommunikation zu den Verursachern suchen. Viele erfolgreiche Beispiele aus dem In- wie Ausland hat die Referentin, Sabine Frank vom Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön, mitgebracht. Das Fazit und Crede der eigens zu diesem Thema beim Landkreis Fulda angestellten Sozial- und Kulturwissenschaftlerin und Hobby-Astronomin empfiehlt, miteinander zu reden. Das kostet nichts und kann ein Umdenken, ja, oft auch schon eine schnelle Umsetzung bewirken.

Viele Folien und Flyer sowie Literaturempfehlungen ergänzen den sehr ausführlichen Vortrag, der u. a. auf die Initiative von Regina Hoffmann und Franz Proksch zurückgeht, aufs Trefflichste. Wir haben Sie für unsere Imker-Bibliothek eingesammelt und ihr könnt sie zu den Betriebszeiten der Bienen-InfoWabe durchsehen. Oder auch herunterladen:

P. S.: Unsere Empfehlung an die Zuhörenden zum Ende der Veranstaltung lautete, bei den anstehenden Wahlen den Punkt Luftverschmutzung anzuführen, z. B. in Wahlprüfsteinen.


¹ Veranstalter waren: Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Bamberg e. V. – Volkshochschule Bamberg-Land – Initiative Naturschutz zum Mitmachen (Franz Proksch) – Bund Naturschutz Kreisgruppe Bamberg

Vortrag zur Lichtverschmutzung, Biodiversität und Schutz der Nacht

Lichtverschmutzung-BiodiversitaetAm 31.01.2020 UM 19 Uhr  findet in Gundelsheim ein Vortrag mit Referentin Sabine Frank zur Lichtverschmutzung, Biodiversität und Schutz der Nacht statt.
[Korr. 13.1.20: NICHT wie ursprünglich angekündigt im  Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön!]

Regina Hoffmann machte uns auf diesen interessanten Vortrag aufmerksam. Sie schrieb:

Im Mai vergangenen Jahres war es bereits möglich Frau Frank nach Stegaurach einzuladen. Sie überzeugte mit ihrem Vortrag und anschließendem persönlichen Gespräch die Bürgermeister, eine umweltverträgliche Abänderung der bereits vergebenen Umrüstung der Nebenstraßenbeleuchtung auf LED in Angriff zu nehmen.

Die negativen Auswirkungen von Lichtverschmutzung sind den Meisten nicht bewusst. Daher setzen zum Beispiel viele Gemeinden nach wie vor auf viel zu helle LED-Umrüstung. Energieeffizienz ist meist das Argument.

Gestützt auf neueste Forschungsergebnisse, das Eckpunktepapier zum Insektenschutz der Deutschen Bundesregierung, das Bundesimmissionsschutzgesetz u.v.m. beleuchtet Frau Frank, welche in stetem Kontakt mit Energieanbietern, Stadtverantwortlichen, Leuchtenherstellern, Fachkollegen und Presse steht, dieses Thema von allen Seiten.

Sie ist u. a. mit dafür verantwortlich, dass Fulda Anfang diesen Jahres zur ersten Sternenstadt Deutschlands ernannt wurde.

Könnten nicht Stadt und Landkreis Bamberg zum ersten Sternenlandkreis in Deutschland werden?

Licht hört nicht an der Ortsgrenze auf zu strahlen. Es geht nur gemeinsam.

Vielleicht interessiert Sie dieses Thema auch und wir würden uns freuen, wenn Sie die Information zum Vortrag (Einladungsflyer im Anhang) an Ihre „Bienenfreunde“ weiterleiten können.

Veranstaltungsort: Aula der Grundschule Gundelsheim
Michael Arneth-Grundschule, Schulstraße 2, 96163 Gundelsheim

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Hiermit gerne geschehen!

Blühoffensive der Stadt Bamberg startet am Bienengarten

Pressetermin zur Blühoffensive der Stadt Bamberg an der Bienen-InfoWabe Als Auftakt zur Bamberger Blühoffensive lud das Garten- und Friedhofsamt zu einem Pressetermin in den Bienengarten der Bienen-InfoWabe ein. Von hier aus war das Ausmaß der ersten von etlichen weiteren großflächigen Blühwiesenareale für die Stadt Bamberg gut zu erkennen. Als Saatgut wurde die gleiche Mischung verwendet, die auch wir auf unserer, wenngleich mit etwa 120 qm wesentlich kleineren Blühwiese verwendet hatten – eine Schmetterlings- und Wildbienensaum-Mischung von Rieger-Hofmann.

Eingesätes Blühwiesen-Areal an der Bienen-InfoWabe im Erba-ParkGartenamtsleiter Robert Neuberth sieht eine Wandlung in der Akzeptanz der Bevölkerung. Während früher alles zum ordentlich-eintönigen Rasen gemäht werden musste, achten die Bürger/innen heute viel mehr darauf, ob die Wiese lebendig sei und sich Bienen und Schmetterlinge darauf tummeln würden.

Pressetermin zur Blühoffensive der Stadt Bamberg an der Bienen-InfoWabe Bürgermeister Dr. Christian Lange wies zunächst auf die kommende Sitzung des Umweltsenats am Di., 07.05. um 16 Uhr zum Thema Blühoffensive hin und dankte außerdem den Anwesenden für ihr ausdauerndes Engagement in Sachen Artenvielfalt. Denn viele Jahre vorher schon versuchte der Naturschutzbeauftragte des Umweltamtes, Dr. Jürgen Gerdes, die Artenvielfalt beispielsweise in Form des besonderen Schutzes der Magerwiesen der fränkischen Sandachse zu erhalten. Unter dem Motto: „Nichts tun, sondern wachsen lassen“! vermeldete er auch Erfolge entlang des Straßenbegleitgrüns, welches Signalwirkung auch für andere Städte hatte, die diesem Konzept nacheifern. Aber auch in den Buger Wiesen und der Südflur waren so manche Anstrengungen erfolgt (s. a. unser Bericht).

Was lange währt …

Zurück zum Erba-Park. Von Seiten unserer Privatinitiative gab es bereits vor vier Jahren ein Konzept zur Etablierung verschiedener Blühareale auf fast 5.000 m² – just auf der gleichen Fläche, wie sie aktuell angelegt wurde. Der unseren Plan wohlwollend unterstützende stellvertretende Leiter des Garten- und Friedhofsamtes, Michael Gerencser, konnte sogar dessen Genehmigung bewirken, was nicht selbstverständlich war. Denn es musste verhindert werden, dass Fördermittel zurückzuzahlen gewesen wären, da die Flächenwidmung dem Konzepts der Landesgartenschau von 2012 nicht zuwider laufen durfte.

Trotz erfolgter Genehmigung zogen wir den Antrag allerdings wieder zurück. Hindernisgrund war der nicht umgesetzte Plan einer Bewässerunganlage, die der (ehemalige) Förderverein zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 e. V. vorgesehen hatte. Um so größer war unsere Freude, dass unser Ursprungsplan in – wenn auch abgespeckter Form – endlich verwirklicht werden konnte.

Aushub als Vorbereitungsmaßnahme zur Blühwiese

Die Bewässerung, die vor allem nach dem Einsäen notwendig ist, wird von der Stadt übernommen. Dabei kann man sich auf die Tatkraft des Erba-Park-Gartenteams Jürgen Brendel und Rainer Schmidt verlassen. Diese mussten bereits erste Wiederherstellungsmaßnahmen einleiten, nachdem Tiere und unachtsame Radler die angesäten Flächen aufgewühlt hatten.

Schild am Blühwiesen-Areal an der Bienen-InfoWabe im Erba-ParkZum Schlussfoto (Pressefoto gibt es sicher ein noch besseres von Steffen Schützwohl) gruppierten wir uns um die (interimsweise) etwas zu hoch angebrachte, nichts desto trotz hübsch gestaltete Informationstafel, die im Nachgang sicherlich noch perfekt in die Umgebung eingebunden werden wird. Der sympathische Text wurde dabei aus der Sicht der Wiese geschrieben.

Zusammen mit den Grundstücksnachbarn Udo Eichhorn, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Am Weidenufer“ und dem „Interkulturellen Garten“ freuen wir uns über diesen ersten, deutlich sichtbaren Schritt als Konsequenz aus dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ heraus und hoffen auf viele Nachahmer/innen!

Rückschau zum Volksbegehren Artenvielfalt, Schwerpunkt Bamberg

Danke Volksbegehren Artenvielfalt1.745.383 Millionen Unterschriften – 18,4 Prozent der Wahlberechtigten haben sich eingetragen. In manchen Gemeinden wurden Quoten zwischen 30 und 40% erreicht! Ein deutliches Zeichen, das Artensterben nicht einfach hinzunehmen.

In allen 7 Regierungsbezirken und vor allem auch in allen bayerischen Landkreisen wurde laut vorläufigem Auszählungsergebnis des Landeswahlleiters die gesetzliche Hürde von 10% der Eintragungen deutlich genommen. Am stärksten schnitten die Regierungsbezirke Mittelfranken (20,6%), Oberbayern (20,3%) und Schwaben (18,0%) ab.

Fensterdeko Volksbegehren ArtenvielfaltUnter den größeren Städten führen Erlangen (24,9%), Bamberg (21%), und Würzburg (20,9%). Die Landeshauptstadt München kam auf 20,5 Prozent. Auch in stark ländlich geprägten Regionen wie Oberfranken (16,7%) oder Niederbayern (13,9%) war der Zuspruch für das Volksbegehren deutlich, berichten die Veranstalter.

Hier die vorläufigen Ergebnisse aus dem Wahlkreis Bamberg im Einzelnen vom 14.02.2019, Stand 12.35 Uhr [die amtlichen Ergebnisse werde ich an dieser Stelle zur gegebenen Zeit einsetzen]:

  • 21% Bamberg (kreisfreie Stadt) = 11 691 Unterschriften von 55 644 Wahlberechtigten
  • 17,2% Bamberg = 19 987 Unterschriften von 116 152 Wahlberechtigten

Spitzenreiter ist die Gemeinde Gundelsheim mit einer Quote von 24,48 Prozent. Die geringste Zustimmung für das Volksbegehren gab es in Stadelhofen, wo sich 7,55 Prozent der Stimmberechtigen in die Listen eintrugen. Weitere, noch nicht gemeldete Ergebnisse: Burgwindheim (11,99 %), Ebrach (15,87 %), Frensdorf (19,98 %), Litzendorf (22,27 %), Memmelsdorf (21,16 %). [Quelle: infranken.de, Veröffentlicht am 14.02.2019].

Schnellmeldung, Stand 14.02.2019, verschiedene Quellen, ausgewertet durch Aktionskreis Bamberg.

Ort, Stimmberechtigte, Eintragungen insges. und in Prozent

1 Altendorf 1662 241 14,50%
2 Baunach 3208 739 23,04%
3 Bischberg 4762 854 17,93%
4 Breitengüßbach 3647 663 18,18%
5 Burgebrach 5366 704 13,12%
6 Burgwindheim 1026 123 11,99%
7 Buttenheim 2790 513 18,39%
8 Ebrach 1336 212 15,87%
9 Frensdorf 4020 803 19,98%
10 Gerach 765 101 13,20%
11 Gundelsheim 2778 680 24,48%
12 Hallstadt 6597 1016 15,40%
13 Heiligenstadt i. OFr. 2835 378 13,33%
14 Hirschaid 9825 1724 17,55%
15 Kemmern 2109 420 19,91%
16 Königsfeld 1041 89 8,55%
17 Lauter 932 135 14,48%
18 Lisberg 1422 222 15,61%
19 Litzendorf 4993 1112 22,27%
20 Memmelsdorf 7080 1498 21,16%
21 Oberhaid 3610 589 16,32%
22 Pettstadt 1574 266 16,90%
23 Pommersfelden 2318 442 19,07%
24 Priesendorf 1169 94 8,04%
25 Rattelsdorf 3694 698 18,90%
26 Reckendorf 1589 338 21,27%
27 Scheßlitz 5725 906 15,83%
28 Schlüsselfeld 4389 435 9,91%
29 Schönbrunn i. Stgw. 1497 213 14,23%
30 Stadelhofen 1020 77 7,55%
31 Stegaurach 5653 1130 19,99%
32 Strullendorf 6277 1021 16,27%
33 Viereth-Trunstadt 2852 319 11,19%
34 Walsdorf 2039 363 17,80%
35 Wattendorf 536 47 8,77%
36 Zapfendorf 4016 822 20,47%
Landkreis gesamt 116152 19987 17,21%

Danke Volksbegehren Artenvielfalt