Ein „fettes Huhn“ gackert nicht, sondern summt!

Bienenschwarm im Weißdorn„Ein Bienenschwarm im Mai ist wert ein Fuder Heu, ein Bienenschwarm im Jun‘ ist wert ein fettes Huhn, ein Bienenschwarm im Jul‘ kaum ein Federspul‘, lautet ein altes Imker-Sprichwort.

Bienenschwarm im Weißdorn, davor GespinstmottenUnser „fettes Huhn“ war gerade am Ausschwärmen, als Reinhold in den Buger Wiesen-Standort eintraf. Der Bienenschwarm entfleuchte aus einem Schwarm von heuer (!), der unserer Bienenpatin Ina Kudlich zugedacht war. An sich hatte er genügend Platz gehabt und eine noch junge Königin. Nun ja … die Natur macht, was sie will. Jedenfalls hing er nach einer Weile dick und summend im Geäst eines Weißdorns, zum Glück gut erreichbar. Ein Glück auch, dass sich das Gewebe im Busch als harmlose Gespinstmotten erwies und nicht Eichenspinner enthielt.

Bienen im SchwarmfangkastenZwar war das Einkehren aus den verzweigten Ästen nicht ganz leicht, doch hat man erst mal die Königin im Schwarmfangkasten, folgen alle anderen brav und willig nach. Künftig – so der Vorsatz von Reinhold, der den Weg nach Bug gestern gleich zweimal fahren musste – ist in den Schwarmmonaten jetzt immer ein Sprühgerät zum Befeuchten der Traube mit dabei!

Anprobe der künftigen ImkertrachtGanz klar hätten wir das Schwärmen mit einer noch frühzeitigeren Weiselkontrolle verhindern können. Doch bei 9 Standorten und einem lieben Besuch übers verlängerte Wochenende (der übrigens zum Anpassen der „Imkertracht“ kam) geht es sich halt nicht immer glatt mit allen Kontrollen aus.

frisch eingeschütteter BienenschwarmMacht gar nichts. Denn nun übergeben wir genau an jenem Besuch genau jenen Schwarm als Patenbienen. Elisabeth, die Mama von Reinhold und unsere allererste Bienenpatin überhaupt, darf sich über ihr neues Volk freuen, nachdem es ihr letztjähriges Volk leider nicht in den Winter hinein schaffte. Nach einiger Zeit werden wir die „Küken“ nach Wildensorg an ihren endgültigen Standort bringen.

Ein neues Volk, ein neues Glück. Wir wissen ja nie, wie viele überleben werden.

Aussichtsreiche Führung durch den ERBA-Park in Bamberg

ERBA-Park Bestandsaufnahme, Einladung via FacebookHeute von 19 – 21 Uhr beginnt eine Führung durch den ERBA-Park in Bamberg, initiiert vom Vorstand des Fördervereins zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 e.V . Er lädt die Vereinsmitglieder zur Begehung des ERBA-Parkes ein, doch auch interessierte Gäste sind willkommen. Treffpunkt ist der Fünferlessteg im Süden des Parks, also unweit der früheren Anlegestelle des Ausflugsschiffes „Franken“, gleich nach der Friedensbrücke (Regensburger Ring).
(zur Einladung auf Facebook)

Künftiger Standort der Bienen-InfoWabe im ERBA-Park BambergZeichnung Bienen-InfoWabeWir von der Privatinitiative Bienen-leben-in-Bamberg.de als künftige Mit-Gestaltende des Areals freuen uns schon sehr auf den Schulterschluss mit dem Verein, der sicherlich zum gegenseitigem Wohle sein wird. Bereits im Vorfeld dazu gab es einen guten Kontakt mit Jobst Giehler, dem neuen Vorsitzenden des Vereins. Auch erhielten wir unter der Amtszeit seines Vorgängers, Dr. Detlev Hohmuth, eine großzügige Spende für die Bienen-InfoWabe und werden darüber noch ausführlicher berichten.

Obstbäume auf der ERBA-InselWeitere Planungen, die im Zusammenhang mit einer Neugestaltung einiger Areale stehen, ist unser Einweihungsfest am 20.09.2015, zu dem die Bevölkerung für den Nachmittag herzlich eingeladen ist. (siehe auch Aktivitäten und Termine). An fünf Stationen erfahren die Besucher Interessantes rund um Bienen, die Imkerei, über Trachtpflanzen und Honig. Nach dem Errätseln einiger Quizfragen werden nämlich Krokuszwiebeln ausgegeben, die rund um die Obstbäume der großen Wiese zwischen Fünferlessteg und Interkulturellem Garten (dahinter die Schrebergartensiedlung „Weide“ und Maria-Ward-Straße) gesetzt werden sollen.

Künftiger Standort "Bienen-InfoWabe" auf Erba-InselEin weiteres unserer Vorhaben ist das Säen einer insektenfreundlichen Blumenwiese auf dem rund 5.700 m² großen Rasenplatz. In Zusammenwirken mit dem Gartenamt der Stadt Bamberg sollen hier mehrere Variationen an Blühmischungen ausprobiert und zur Nachahmung empfohlen werden. Zu diesem Zweck werden wir am 12.07.2015 nach Veitshöchheim zum Fachzentrum Bienen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau pilgern, die uns bereits letztes Jahr schon mit ihrer Blühausstellung begeistert hatten (siehe auch Aktivitäten und Termine).

Ilona auf unserer Parzelle auf dem Grundstück "Interkultureller Garten Bamberg e. V.Dennoch werden wir unsere Miniparzelle im  Interkulturellen Garten Bamberg e. V. weiterhin beibehalten und voraussichtlich im nächsten Jahr im Rahmen eines Sommerfestes oder zum Tag der Umwelt 2015 ein Mosaik-Bienenhotel errichten.
P. S.: Am Tag der Umwelt 2015 sind wir ebenfalls im ERBA-Park mit einer Führung anzutreffen.

Zwei Beuten auf der Erba-InselBereits seit vergangenem Jahr stehen übrigens schon im kleinen Wäldchen – und damit rein zufällig in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vorsitzenden – derzeit zwei Bienenvölker. Meike Winnemuths Patenbienenvolk erhielten erst kürzlich seine „Lehrbienenstands-Feuerprobe“ anlässlich eines VHS-Kurses zur Imkerei.VHS-Kurs Imkerei im ERBA-Park

Sie sehen, es bleibt spannend auf diesem wunderschönen, nördlilchen Zipfel des Bamberger Inselgebietes, das nicht nur von Bienen bevölkert, sondern auch von der menschlichen Bevölkerung sehr gut angenommen wurde. Überzeugen Sie sich heute Abend doch einmal selbst!

Geplauder zu Fronleichnam, dem Fest der Sinne

Christus als Gärtner mit Maria Magdalena, Figur zur Fronleichnamsprozession in Bamberg (im Hintergrund der Hain)Fronleichnamsprozession in Bamberg 2015Die Fronleichnamsprozession ist ein wahres Fest der Sinne. Sie wird zuweilen auch „Gottestracht“ genannt. Und damit sind wir schon mittendrin im Bienenthema, denn auch da dreht sich alles um die nahrhafte Tracht. In Bamberg wird zudem Christus als Gärtner von starken Männern getragen. Maria Magdalena versinkt wie immer beinahe unsichtbar im Blütenmeer. „Maria Magdalena: Schutzheilige der Gärtner wegen eines Irrtums?“ Schön beschrieben von der Bamberger Online-Zeitung 2014. Womit wir zu Christiane Hartleitner springen.

Christiane mit ErdbeerschaleReinhold mit ErdbeerschaleSie wird in Kürze selbst Imkerin. Der bisher betreuende Imker ihrer Völker am Schiffbauplatz hat die Nase voll vom Bienensterben. Von 20 Völkern ist ihm über den vergangenen Winter nur ein Volk geblieben. Nun heißt es, selber machen. Wir unterstützen unsere „Bienenpatenvermittlerin“ zu Dr. Regina Hanemann gerne und bringen ihr die notwendige Ausstattung vorbei. Bedankt hat sie sich mit einer riesen Schüssel voll Erdbeeren! Womit wir bei den enormen Leistungen der Bienen angelangt wären.

Reinhold füllt erste Ernte 2015 abNeben der Befruchtungsleistung, ganz klar, danken wir ihnen auch für den Honig. Unsere erste Ernte in diesem Jahr erfolgte (etwas verfrüht, da wir sonst erst im Juli schleudern) auf Grund des Drehtermins mit dem ZDF für WISO. Und das war auch gut so, denn in diesem Jahr hatten die Landwirte in den Buger Wiesen reichlich Raps ausgesät. Rapshonig hat einen sehr hohen Traubenzuckergehalt und wird daher sehr schnell fest. Man bekommt ihn nicht mehr aus den Waben heraus, wird er zu spät geerntet.

Erste Ernte 2015, Rapshonig aus den Buger WiesenRapshoniggläserUnser Herzibär war begeistert – und Kinder sind es auch. Sie lieben ihn, da er hell und sehr süß ist, im Gegensatz zu unseren ansonsten recht würzigen Bamberger Lagenhonigen. Wer möchte, kann sich jetzt schon ein paar Gläser „Kinderhonig“ unverbindlich vorbestellen, das 250g-Glas zu € 4,50. Wir setzen uns mit Ihnen wegen der Abholung in Verbindung.

Bienen unter einer Beute in den Buger WiesenWo wir nun thematisch in den Buger Wiesen sind … bei unserem Fronleichnamsausflug in Richtung Wernsdorf und weiter zum Kälberberg schauten wir natürlich eben mal zu unseren Schätzchen. Das war gut so. Denn offenbar wollte die alte Königin ausschwärmen, um einer neuen Königin das Feld zu überlassen. Da diese Königin jedoch wohl am Flügel beschnitten war – das ist das gängige Verfahren unseres Imkervaters, von dem wir den Ableger dieses Jahr erhielten – kam sie nicht sehr weit und nistete sich unter der Heimatbeute ein. Eigentlich praktisch, denn damit blieb uns der Schwarm erhalten. Trotzdem … Flügelschneiden praktizieren wir selbst nicht, obgleich es für die Bienenkönigin schmerzfrei sein soll.

Heckenrosen am Fuße des Eichwaldes / Friesender WarteFronleichnamsausflug und Blüten – das Thema hatten wir ja schon weiter oben. Hier die Fortsetzung. Nachdem wir das Feiertagsmittagessen im Gasthof Schiller in Wernsdorf eingenommen hatten, wanderten wir in Richtung Kälberberg (wo der Bamberger Fernsehturm steht) und zu den Kletterfelsen. Dabei ging es an einer wunderbaren Flora entlang. Von Türkenbundlilien, die schon Knospen treiben, über das weiße Waldvögelchen, das erste Blüten hervorgebracht hat, entlang Wiesen voller Margeriten, Salbei und Hanenfuß vorbei an Heckenrosen … gerne würden wir hier unsere Bienen aufstellen! Die Buger Wiesen könnten etwas mehr davon auch gut vertragen. Sie ist längst nicht (mehr) so blütenreich, wie sie oft dargestellt wird.

Dennoch – wir sind von Herzen dankbar für die Gaben Gottes, die uns eine üppige Natur schenkt und noch schenken würde, sofern wir es zulassen und verantwortlich mit ihr umgehen. An uns selbst liegt es, an jedem und jeder einzelnen. Da greifen keine Ausreden, da ist Schluss mit oberflächlichem Geplauder. Lass uns zur Sache kommen! Was hieltet ihr vom, hm, zum Beispiel Bienenhaltung???

Drohnenbrut in Form zweier Herzen

 

 

 

Bamberg Backstage: die Honig-Verkostung fürs ZDF-Magazin WISO

Reinhold Burger und Mario am SetHonig-Sommeliers wie Reinhold Burger gibt es wohl nicht allzu viele in Deutschland. Zumindest in Mainz scheinen sie nicht an jeder Ecke zu stehen. So nahm im Auftrag des ZDFs ein Drehteam des Macondo-Studios die süße Spur zu uns nach Bamberg auf und ließ für die Sendung WISO Honige verkosten. Eingebettet wurde das Hauptanliegen in zwei weitere Sequenzen: Woher kommt der Honig und wie wird er verarbeitet?

Im Vorfeld des Drehs

Daniel stellt die Kamera einAnfang März erhielten wir die Anfrage des Redakteurs Erik Hane, der einen Dreh für Mai vorsah. Da wir nicht wussten, ob uns bis dahin bereits fertig verdeckelter Honig von unseren Bienen geliefert werden würde, gingen wir auf Nummer Sicher. Zwei Imkerkollegen, Nikolaus Hofmann und Michaela Hock (DANKE!), versprachen uns, ein paar Honigwaben aufzuheben, da sie erfahrungsgemäß bereits früher als wir ernten können. Doch haarscharf wenige Tage vor dem Dreh am 27.05. schenken uns unsere Bienen die exakt dafür erforderliche Menge!

Daniel und Erik am Drehort in Bamberg, SchiffbauplatzDrei Drehorte an einem Tag erforderten gute Koordination vorab und zügiges Setting im Durchgang. Der Rest wurde mit Flexibilität, gegenseitigem Vertrauen in die jeweilige Professionalität des anderen sowie wunderbarer Mitspielerinnen und -spieler vor Ort bewältigt. Und so lief’s ab:

Bei den Bienen

Macondo-Drehteam am Schiffbauplatz, BambergNach den Detailabsprachen um 9 Uhr im Garten von Bienenpatin Gabi Loskarn entschieden wir uns des Lichts wegen zum Dreh am Schiffbauplatz beim Volk von Bienenpatin Ruth Vollmar, obwohl das Volk an der Weide um einiges weiter entwickelt gewesen wäre.

Ton ist okay. Kamera bereit?Kameramann Daniel und Tontechniker Mario hatten ihre handlichen Geräte schnell aufgebaut und auf die Situation eingestellt. Da es noch sehr kühl war, hielt sich der Flugverkehr unserer Bienen in Grenzen. Klamm und träge ließen sie sich anstandslos in ihre Heimstatt schauen. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit zur imkerlichen Durchsicht, was das Drehteam geduldig abwartete.

Reinhold Burger wird scharf gestelltIm Anschluss daran folgten die Interviews. Ja, es ist nicht einfach, kurze Sätze zu sprechen, wenn es doch soooo viel zu sagen gäbe und die Materie der Imkerei einfach sehr komplex ist. Klar brauchten Reinhold und ich mehrere Anläufe, doch das ist wohl normal. Wir stellten jedenfalls fest, dass das Reden im Stehen und im Außengelände leichter fällt als im Sitzen, wie es später beim Honigverarbeiten erforderlich war.

Beim Honigverarbeiten

Erik Hanen beim Honigentdeckeln, flankiert von Mario und ReinholdDoch vorher gab’s erst mal Mittagessen. In Bamberg wird grundsätzlich nicht gehetzt, sondern genossen, und ein bisschen sehen wir uns ja auch als Bamberger Genussattaché. Das Zeitmanagement jedenfalls sah dafür genügend Puffer vor. Was es jedoch nicht vorhersehen konnte, waren erzwungene „Kunstpausen“, hervorgerufen durch aktuelle Bauarbeiten um uns herum mit Presslufthammer-Sound.

Tontechniker Mario beim EntdeckelnAber auch dezent tickende Zimmeruhren können stören. Wohingegen das Drehgeräusch und das Prasseln des Honigs an der Schleudertonnenwand kein Problem war, vielmehr erwünscht. Die vier Waben zum Bestücken derselbigen entdeckelten wir im Tandem, unterstützt vom Drehteam, das diesen Vorgang gerne selbst einmal ausprobieren durfte. Blutige Anfänger und spitze Entdeckelungsgabeln – na, ob das wohl gut geht? Seht selbst:

Das Honigschleudern

Honigschleudern für WISOImmer wieder herrlich der Moment, wenn zum ersten Mal die Schleuder in Gang gesetzt wird und alsbald ein feiner Honigduft aus der Trommel steigt. Um die Sicht für die Kamera nicht zu beeinträchtigten, verzichteten wir sogar auf den Deckel, auf die Gefahr hin, dass feine Honigtröpfchen die Linse trüben können. Natürlich ganz behutsam zunächst setzen wir die gute alte Vier-Waben-Handschleuder in Gang, die wir von den Eltern bzw. Großeltern unserer Ehrenbienenpatin Jutta übernommen hatten. Süße Grüße an dieser Stelle!

Der Honig beginnt zu fließen, gefilmt von Kameramann DanielDaniel und Reinhold beobachten den ersten Honigfluss

Beim Honig-Verkosten

Das Drehteam ist bereit! v.l.: im Dachgarten von Christiane Hartleitner, Redakteur Erik Hane, Honigsommelier Reinhold Burger, Kameramann Daniel, Tontechniker Mario, Honigverkosterinnen Felicitas Sauer und Ina KudlichDen Hauptanteil der geplanten WISO-Doku sollte das Honigverkosten bilden. Anders als im WISO-Honig-Test von 2008 wurden diesmal nur sechs Sorten verkostet, die uns Erik Hanen angeliefert hat. Für die Blindverkostung wurden die Schüsselchen mit Nummern versehen. Getestet wurde anhand des Honig-Aroma-Rades nach Marianne Kehres, das sich bislang gut bewährt hat.

Erik bringt die Honige zum VerkostenZum Ergebnis dürfen wir natürlich noch nichts verraten, aber wohl doch so viel, dass keiner der Honige mit unserem eigenen, den Bamberger Lagenhonig, oder den von Christiane Hartleitner mithalten konnte, die wir „just for fun“ nach der offiziellen Verkostung ebenfalls testeten.

Verkostungsteam: Ina Kudlich, Reinhold Burger, Felicitas "Fee" SauerHonigsommelier Reinhold Burger wurde dabei von zwei kulinarisch erprobten Damen, unseren Bienenpatinnen Felicitas Sauer und Ina Kudlich unterstützt. Da beide Geschäftsfrauen sind, bedanken wir uns besonders herzlich, dass sie uns ein Stück ihrer knappen Zeit dafür geschenkt haben. Und unser Dankeschön besteht sehr gerne aus ihrer beider Vorstellung hier:

Felicitas „Fee“ Sauer ist Anbieterin eines veganen Catering-Services sowie der Online-Website Feegan.de mit veganen Themen, außerdem hauptberuflich Geschäftsführerin von Allpack-Süd, einem Transportunternehmen aus Familientradition.

Ina Kudlich ist Barista und Mit-Geschäftsinhaberin von mokka makan – Kaffee und orientalische Spezialitäten und ihres Zeichens Kaffeespezialistin mit einer sensiblen Zunge, die auch die Bonitur von Honig einzuschätzen weiß.

Christiane Hartleitner mit eigenem Honig vom SchiffbauplatzChristiane Hartleitner, in deren Räumen vis-á-vis vom Gabelmoo wir freundlicherweise die Verkostung durchführen durften, hat unseren Drehtag perfekt unterstützt. Als „Störungsbeauftragte“ bat sie sowohl Flötistinnen als auch Bauarbeiter charmant um Lärmpausen. Wir danken ihr nicht nur dafür sehr herzlich, sondern generell für die unkomplizierte Nutzung ihrer schönen Wohnung sowie die Versorgung backstage!

Die Kunsthistorikerin, die übrigens ebenfalls Bienen am Schiffbauplatz beherbergt, ist außerdem Online-Redakteurin der bekannten „Bamberger Online-Zeitung“. Sie nutzte die Gelegenheit, zusammen mit ihrem Kollegen Erich Weiß, dem wir wunderbare Bilder verdanken, einen eigenen Beitrag zu diesem denkwürdigen Ereignis zu schreiben.

Die Verkostungslöffelchen türmen sichVon daher erlauben wir uns, euch jetzt auf den Hauptteil umzuleiten.

Viel Vergnügen bei der Bilderschau auf BOZ unter dem Titel: Zum Drehort der Honig-Verkostung in Bamberg – ZDF-Magazin WISO berichtet

Vom Spielnäpfchen über Bienenstiche: Bestandsbuchführung

Reinhold vor Michael Alts Patenvolk„Weiselkontrolle“: eine imkerliche Frühjahres-Maßnahme, die für alle unsere Völker (außer der diesjährigen Ableger) wöchentlich fällig ist. Das bedeutet für uns quasi Hochleistungssport, denn fünf unserer Standorte fahren wir mit dem Fahrrad an, mit und ohne Anhänger. Drei Bamberger Hügel sind dabei zu erklimmen. Vier Völker gehen wir zu Fuß besuchen.

Bamberger DomblickDie Weiselkontrolle an sich benötigt je nach Volkstärke eine halbe bis dreiviertel Stunde. Seltsamerweise halbiert sich die Zeit übrigens nicht, wenn wir zu zweit daran arbeiten. Vermutlich, weil ich dauernd etwas zu fotografieren finde? Oder wir uns über das Gesehene und Erlebte austauschen? Egal, wir sind ja nicht auf der Flucht.

Bestandsbuch oder Stockkarte?

Wie viele Kilometer und wie viele Stunden wir mit dem Imkern verbringen, darüber führen wir nicht Buch. Sehr wohl jedoch über den Zustand der Völker und über alles, was wir als wichtig erachten, festgehalten zu werden. Manche Imker verwenden dazu eine „Stockkarte“, die direkt vor Ort geführt wird und  unter dem Deckel der Beuten verbleibt.

Virtuelles BestandsbuchWir hingegen führen ein virtuelles Bestandsbuch über Google-docs-Tabellen. So können wir unabhängig voneinander Eintragungen vornehmen und auch unsere Bienenpatinnen und -paten erhalten jederzeit Einblick. Sie können sehen, wie es ihren Patenvölkern geht und damit auch ein Stück weit mitlernen, was alles wann zu tun ist.

Vom Spielnäpfchen über Bienenstiche

SpielnäpfchenFestgehalten wird beispielsweise, wann der Honigraum aufgesetzt wurde, ob die Spielnäpfchen bestiftet sind, also neue Königinnen herangezogen werden, ergo das Volk in Schwarmstimmung ist, oder ob Drohnenbrut geschnitten wurde. Im Falle der Weisekontrolle am 18. Mai in Wildensorg am Rinnersteig beim Patenvolk von Michael Alt hielt Reinhold sogar den Bienenstich über meiner Augenbraue fest.

Weiselkontrolle am Rinnersteig-VolkZunächst wirkt das etwas übertrieben. Und natürlich erfassen wir nicht jeden Stich. Doch bei neuen Völkern oder neuen Königinnen ist es sinnvoll, deren eventuelle Neigung zur Stichigkeit festzuhalten. Wir gehen schließlich mit Schulklassen und unseren Honigschleudergruppen ran. Da müssen wir verantwortungsvoll entscheiden, ob die Bienen sanftmütig genug sind, um ihnen bzw. unseren Besuchern den gegenseitigen Kontakt zuzumuten. Ein gewisses Restrisiko bleibt ohnehin immer.

Gedächtnis und Historie unserer Völker

Blick zur St. Michaelskirche in BambergBei zehn Völlkern, die nie gleich bleiben, sind reine Erinnungen wenig verlässlich. Wie oft schon grübelten wir bereits einen Tag später darüber: „Was habe ich gestern wo getan und wie ging’s dem jeweiligen Volk?“ Eben noch meint man, hautnah alles verinnerlicht zu haben und – schwupps – schon ist es überlagert von neuen Erlebnissen. Zum Außendienst rechnet vor allem Reinhold zeitlich immer auch den Innendienst, das Bestandsbuchführen, mit ein. Vom Saubermachen der Geräte ganz abgesehen.

Eine von diesen Bienen zeichnet für den Stich verantwortlich!Auch, wenn das alles jetzt kompliziert klingt: Bienenhaltung ist nicht übermäßig schwer. Genaues Beobachten, Verlässlichkeit und Geduld sind allerdings begünstigende Eigenschaften. Wer meint, er bräuchte nur die passenden Geräte, hin und wieder einen Blick in die Beute und dann fleißig Honig abgesahnt, der mag bald enttäuscht sein, wenn es so nicht richtig rund läuft.

WeiselkontrolleBei uns ist es nachgerade etwas anspruchsvoller, doch wir imkern schließlich nicht nur zum eigenen Vergnügen, sondern sehen außerdem einen ehrenamtlichen Bildungsauftrag darin. Auch uns selbst gegenüber, versteht sich.

Ziegenmutter mit neugeborenem ZickleinDer Lohn der Mühen: immerwährendes Staunen über die herrliche Schöpfung, ob vor Ort bei unseren Bienen oder auf den Wegen dorthin. Die in Bamberg ja besonders schön sind. Nicht umsonst stellten wir unsere Völker so auf, dass wir allemal das Vergnügen einer „stadtökologischen“ Wanderung erleben dürfen.

Willst du etwas Schönes seh’n, musst du zu den Bienen geh’n …

… so oder ähnlich könnte das Motto eines jeden Menschen lauten, der das Imkern für sich entdeckt. Während unserer Beschäftigung mit unseren Bienen erleben wir die Welt mit großen Augen und erfreuen uns an den Schönheiten unserer Bienenstadt Bamberg (nicht nur) am Rande.

Zum Genießen ein paar Impressionen, aufgenommen bei unseren Imkerfahrten (per Rad natürlich) in die Buger Wiesen, nach Wildensorg oder auf den Stephansberg zu den Sternwart-Bienen oder ganz einfach in der Innenstadt. Viel Vergnügen! (Und nachmachen!)

2929-Schwalbenschwanz 2933-randvolle-Brutwabe 2903-Blick-von-Sternwartestandort Version 2 2876-Turmfigur-Stephanskirche-Bamberg 2854-Bamberger-Dom 2848-Honigaufnehmende-Bienen Ziegenfamilie 2838-Holzschafe-Altenburgberg 2637-Buger-Wiesen-Raps-Rotklee 2613-Blumenkasten-Hofstadtgaertnerei 2505-Altes-Rathaus-Bamberg-Ablegertransport 2498-Honigwabe-in-verschiedenen-Stadien Geheimnisvolles Turmfachwerkhaus in Bamberg

“Wie kommt der Honig ins Glas?” – Schleudertage 2015

Zu folgenden Honigschleudertagen können Sie sich ab jetzt online anmelden. So geht’s:

  1. Die Termine bzw. Standorte der Wabenentnahme suchen Sie sich im Doodle-Kalender aus.
  2. Vornamen und mindestens den Anfangsbuchstabens des Nachnamens eintragen.
  3. Jede Person bitte einzeln eintragen.
  4. Zusätzlich schreiben Sie uns per E-Mail Ihre Kontaktdaten und Ihren eingetragenen Termin.
  5. Wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung, um Ihre Teilnahme fest zu zurren.

Achtung: die Plätze sind begrenzt! Es zählt die Reihenfolge der E-Mail-Eingänge.

HonigwabeAnlass?  Honigschleudertage bei Bienen-leben-in-Bamberg.de
Wann?  Voraussichtliche Termine je nach Wetterlage (bei Starkregen neuer Termin):

So., 19. Juli  | 10.00 – ca. 16.00 Uhr
Wabenentnahme: Weide und Schiffbauplatz

So., 26. Juli  | 10.00 – ca. 16.00 Uhr
Wabenentnahme: Buger Wiesen

So., 2. August | 10.00 – ca. 16.00 Uhr
Wabenentnahme: Wildensorg

Was?  Entnahme der Honigwaben an unseren Standorten des Bamberger Lagenhonigs. Anschließender Mittagsimbiss, Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen und Einkaufsmöglichkeit von Honigprodukten am Obstmarkt 10 (3. Stock).
Alle Teilnehmenden dürfen ein 250g-Glas ihres selbstgeschleuderten Honigs mit nach Hause nehmen. Außerdem gibt’s eine Weblog-Fotodokumentation zu diesem wunderbaren Erlebnistag!

Für wen?  Unsere Bienenpat(inn)en mit Anhang sowie Gäste, die sich via Doodle-Kalender bis 13.7. anmelden. Maximal 9 Personen möglich.
Kosten?  Freiwillige Spende vor Ort. Von den Spenden finanzieren wir die anfallenden Kosten des Tages (Car-Sharing, Mittagessen, Getränke …), der Rest fließt in die Arbeit der Initiative.
Unser Vorschlag: € 16,- als Familienpauschale 2 Erw. und bis 2 Kinder |  € 12,- pro Erwachsenen | € 6,- pro (zusätzliches) Kind bis 16 Jahre. Bienenpat(inn)en kostenlos.

VHS-Kurs zur Imkerei erstmalig im Erba-Park

Die VHS-Teilnehmenden …

Reinhold Burger zum VHS-Imkerei-Kurs8 weibliche und 5 männliche Besucher erschienen am 17.05.2015 zu unserem VHS-Kurs „Die Imkerei – Uraltes Handwerk und modernes Hobby“, der erstmalig im Erba-Park, dem künftigen Standort der Bienen-InfoWabe, stattfand. Bevor wir jedoch dort auf bequemen Vortragsstühlen sitzen werden können, mussten wir uns derzeit noch mit den kühlen Granitbänken an der ehemaligen Fabrikvilla am Brunnen vorlieb nehmen.

Fahrrad als improvisierter PlakatständerEin Fahrrad diente als Ankerpunkt für die mitgebrachten Plakate, die vom Wind allerdings leicht verweht wurden. Ach ja, bald hat auch das mal ein Ende … genau so, wie es offenbar zu Ende geht mit dem Ruf der Imkerei als „Alt-Herren-Ruhestandsbeschäftigung“.

VHS-Imkerei-Kurs-TeilnehmendeWir hatten zwar nicht das Durchschnittsalter der Anwesenden ausgerechnet, doch dürfte es weit unter dem liegen, den die bayerischen Imker aufweisen: 59 Jahre. Und bald darf man in der Mehrzahl von Imkerinnen ausgehen. Eine interessante Entwicklung.

Biene mit PollenhöschenWir freuten uns in der Vorstellungsrunde zu hören, dass ein Paar tatsächlich eine längere Anfahrt von Kronach aus nach Bamberg auf sich nahm, um mehr von uns beiden Referenten, Reinhold Burger und Ilona Munique, über die Imkerei bzw. über die Bienen zu erfahren.

 … und ihre Fragen

Ob die künftige Hofübernahme und Wiedereinführung von Bienen, ob geerbtes verwildertes Gartengrundstück oder ob einfach Interesse an der Lebensform „Biene“ … die Gründe waren vielfältig, die sie an diesem wechselhaften, jedoch überwiegend sonnigen Maientag zusammenführte.

VHS-Teilnehmende vor LiteraturauswahlIn der gut eineinviertel Stunde Theorie konnten die Teilnehmenden …

  • einen Blick auf empfehlenswerte Bücher unserer Imkerbüchereien und Imkerkataloge werfen,
  • erfuhren anhand eines Plakates und der Gegenüberstellung des Apfelertrags „mit und ohne Biene“ von der wichtigen Aufgabe der Biene als Bestäuberin unserer Kulturpflanzen
  • erhielten einen Überblick zur Beschaffenheit des fleißigen kleinen Wesens und seiner Entwicklungs- und Lebensumstände.

VHS-Referent, Imker Reinhold Burger Dazwischen beantworteten wir Fragen wie zum Beispiel:

  • Was ist das Spezifische am biologischen Imkern?
  • Warum habe ich in bisher über 40 Lebensjahren noch nie einen Schwarm zu Gesicht bekommen?
  • Was regelt den Vorgang, ob unbefruchtete Eier (Drohnen) oder befruchtete Eier (Arbeiterinnen) gelegt werden?
  • Wie schaffen es die Bienen, den Pollen an den Höschen zu verstauen?
  • Wie entsteht eine Königin?
  • Warum haben die Bienen auf dem Land mehr Probleme als in der Stadt?
  • Wie viel Zeit brauche ich für die Imkerei?
  • Wenn meine Nachbarin allergisch auf Bienengift ist, kann ich trotzdem imkern?
  • Wie lange dauert es, bis man das Imkern lernt?
  • Wieviel kostet das Imkern?
  • Wie viel Platz braucht ein Volk? Kann ich sie in einem kleinen Hausgarten aufstellen?
  • Mit wie vielen Völkern sollte man anfangen und wie kommt man an eines heran?
  • Wie nimmt man Propolis ein?

Station „Lehrbienenstand“

VHS-Kursteilnehmende betrachten eine BienenwabeLeider mussten wir dann irgendwann mal zum Aufbruch zur nächsten Station, dem Lehrbienenstand, drängen. Doch nicht, ohne vorher das Apfelkörbchen zur Wegzehrung zu plündern. (Vom Bamberger Bauernmarkt gekauft, versteht sich!). Im Wäldchen war es dann auch gleich wieder spannend. Reinhold erklärte die einzelnen Teile einer Bienenwohnung (Beute) und welche Imkergeräte zum Einsatz kommen. Die Teilnehmerfragen waren hier:

VHS-Kursteilnehmende betrachten eine Bienenwabe

  • Wie erntet man Pollen
  • Sieht es in allen drei Zargen (Stockwerken) gleich aus?
  • Muss man das Einflugloch immer nach Süden ausrichten?
  • Bedeutet das Öffnen und der Unterricht hier Stress für die Bienen?
  • Kann man auch ganz ohne Mittelwände imkern?

Erba-Insel-VolkUnser neues Lehrbienenvolk, ein ehemaliger Friedhofsschwarm unter Finanzierung unserer Bienenpatin Meike Winnemuth, war lammfromm und ließ sich die Begutachtung und ein Naschen aus geöffneten Honigwabenzellen ohne Weiteres gefallen.

VHS-Kursteilnehmende betrachten eine BienenwabeNun, es war ja auch noch etwas kühl, da reagieren sie ein wenig träge. Ganz anders war es nach Abschluss des Kurses, als wir noch die Weiselkontrolle vollzogen. Ja, beim Imkern bleiben Stiche nicht aus, und auch das haben wir niemanden verschwiegen. Wir wollen ja nicht Hobbyimker um jeden Preis, sondern vernünftig agierende Menschen mit „Leidenschaft“, die auch bereits sind, ein wenig Abenteuer und Unbill in Kauf zu nehmen. Doch keine Bange – in den Urlaub fahren kann man trotz Bienen weiterhin!

VHS-Kursteilnehmende betrachten eine Bienenwabe Mutprobe Honigschlecken aus einer mit Bienen besetzten Wabe

Station „Honigverkostung“

Gedeckter Honig-PicknickplatzUnweit des Lehrbienenstands am Fünferlessteg ist praktischerweise eine feste Sitzgruppe montiert. Diese diente uns als Verkostungsstation. Erst blank, dann auf gebuttertem oder ungebuttertem Baguette konnten drei verschiedene Honige getestet (Bamberger Lagenhonig, Ganzjahrestracht aus den Buger Wiesen und der Villa Dessauer sowie Sommertracht unseres Imkerkollegens Nikolaus Hofmann aus Burgebrach).

HonigverkostungWir tauschten uns dabei über den Geschmack und die unterschiedliche Konsistenz aus, die man genau so beschreiben kann wie bei einer Weinverkostung. Die Fragen hier waren:

  • Wie bewahrt man Honig auf?
  • Warum ist der eine Honig flüssig, der andere fest?
  • Hat sich das DIB-Etikett verändert?
  • Wo kann man euren Honig kaufen?
  • Wie oft kann man Honig ernten?

Honigwabe mit ansitzenden BienenZur letzten Frage konnten wir auf das ausgeteilte Heftchen „Essen & Trinken aus der Region Bamberg“ verweisen, in dem auch zwölf Imkereien aufgelistet sind, denn es sollte hier ja keine Werbeveranstaltung in eigener Sache sein. Einzig ein wenig Werbung für unsere Einweihungsfeier der Bienen-InfoWabe am 20.09.2015 (tagesaktuelle Planungen sind hier zu finden) erlaubten wir uns, da der Raum später immerhin auch für VHS-Kurse zur Verfügung stehen wird.

Wir hoffen, den einen oder die andere eines Tages als Imkerkolleginnen und -kollegen wieder zu treffen und freuen uns über das hohe Interesse am Thema „Bienen, Honig, Imkerei und Landwirtschaft!“

Zu Bienen und Gärtnereien mit der Gangolfschule

Judith Endres bereitete die Schüler mit Medien auf den Bienenunterricht vorGangolf-Grundschulklasse 1b vor Gärnterei Neubauers TorInhaltlich bestens von Klassenleiterin Judith Endres vorbereitet ging es für die Klasse 1b der Gangolf-Grundschule am 15.05.2015 zu einer richtig abwechslungsreichen Exkursion in die Bamberger Gärtnerstadt, begleitet von Rektor Norbert Bocksch und der Bamberger Schulbiene. Einen ganzen Vormittag lang erfuhren die Kinder in „verträglichen“ Stufen von der Biene als wichtigen Obst- und Gemüse“lieferanten“ und wie Honig entsteht.

Unterrichtsmaterial CO2-schonend im Radanhänger angefahrenReinhold Burger hat mittlerweile alles In der Gärtnerei Neubauer in der Heiliggrabstraße für die 17 Erstklässler vorbereitet, so dass alle bequem sitzen können.

Schulkinder auf dem Weg zum Schulbienenunterricht in die GärtnerstadtInmitten von Gewächshäusern, Spargel- und Blumenfeldern starteten wir mit einer Abfragerunde. Was blieb hängen aus den zwei Lehrfilmen „Im Staat aus Wachs und Honig“ und „Willi will’s wissen: Wovon schwärmt der Bienenschwarm„, die die Klasse in einer früheren Unterrichtsstunde von Frau Endres zu sehen bekam?

Schulbienen-Unterricht im Garten von Gärnterei NeubauerNatürlich war wie immer das Thema „gestochen werden“ akut, und die Frage wurde gestellt: „Warum können Wespen mehrmals stechen, die Biene hingegen nur einmal?“
Bienenstachel haben einen Widerhaken, der sich beim Stich in die dicke Menschenhaut leider nicht mehr herauslösen kann. Was zur nächsten interessanten Frage führte: „Warum können Menschen nicht stechen?“ Tja, sie können dafür ihre Krallen ausfahren, aber genau beantworten kann uns das nur die lange Kette der Evolution.

2558-Gangolfschulkinder-Schulbienenunterricht0515Nachdem die Kinder die Unterscheidung zwischen den drei Bienenarten „Arbeiterbiene, Drohne und Königin“ samt ihrer Lebensdauer zu benennen wussten, zeigte Reinhold an der Lernbienenbeute, wie das Volk haust. Die darin befindlichen Fotorähmchen bereiteten die Kinder psychisch auf das „große Krabbeln“ vor, so dass ein erster ungefährlicher Eindruck  entstehen konnte. Gesteigert wurde dieser nach einer Herumtob-Pause von unserem Bienenschaufenster.

Kind mit SmokerKind mit SmokerVorher jedoch musste unbedingt der Smoker getestet werden. Interessanterweise ist dieser (unangezündete Blasebalg) in allen Schulklassen die unangefochtene Nummer Eins des kindlichen Interesses.

Schulbienen-Unterricht im Garten von Gärnterei NeubauerWährend Reinhold eine mit echten Bienen besetzte Wabe holen ging – er musste dazu nur in die Nachbargärtnerei gegenüber gehen, wo Bienepatin Carmen Dechants Volk stand – erfuhren die Kinder anhand einer Tafel, wie leer die Teller wären, hätten wir nicht unsere Honigbienen. Die Mädchen und Jungen hatten die Aufgabe erhalten, sich beim Hereinkommen in die Gärtnerei zu merken, was die Familie Neubauer an Obst und Gemüse verkauft. Nun konnten sie aufzählen: Birnen, Äpfel, Radieschen, Salat … ja, der Gabentisch ist (noch) gedeckt, doch das ist und bleibt nicht selbstverständlich.

Schuljunge mit SaBiene, unserem PlüschmaskottchenDa ist ein Dankeslied an die Bienen doch einmal angebracht. Wir sangen zusammen das Kinderlied „Summ, summ, summ …“ und ich war begeistert, dass sie alle drei Strophen zusammenbrachten. Heinrich Neubauer, angelockt von den fröhlichen Stimmen, bekam noch das Kuckuckslied zu Gehör gebracht und freue sich sichtlich über das Dankeschön der Kinder.

Rektor Bocksch mit HonigwabeNeben Obst, Gemüse und Beerenfrüchte sorgen unsere fleißigen Majas natürlich auch für Honig. Eine prall gefüllte Honigwabe machte die Runde – erst zum Ansehen, dann zum Beschnuppern. Nach ein paar Passagen aus dem Kinderbuch „Ich habe einen Freund, der ist Imker …“ kam dann endlich auch Reinhold mit der Bienenschaufenster an.

Schulkinder betrachten ein BienenschaufensterSchulkinder betrachten ein BienenschaufensterAnfänglich noch mit teilweise skeptischen Blicken, jedoch zusehends faszinierter, betrachteten die Kinder ausgiebig das Gewusel hinter der Plexiglasscheibe. Für manche gar nicht ausgiebig genug, doch dass sich Kinder über den besten Sichtplatz streiten, ist ein sehr gutes Zeichen. Besser jedenfalls als mangelndes Interesse.

Schulkinder betrachten ein BienenschaufensterSie konnten auch sehr rasch die Bienenarten voneinander unterscheiden und halfen sich gegenseitig bei der Bestimmung, wer der Drohn ist und wer die Arbeitsbiene. Natürlich vermissten sie die Königin. Die jedoch wartete zuhause in ihrem Stock in der Hofstadt-Gärtnerei, zu der wir nun bestens präpariert mit neuen Erkenntnissen hinüber spazierten.

Kinder am Tor zur Hofstadtgärtnerei DechantSchulkinder verlassen die Gärtnerei NeubauerEine erste Klasse führen wir normalerweise noch nicht an die Bienen heran. Doch Frau Endres hatte uns versichert, dass es eine sehr brave Klasse wäre, die sich zu benehmen weiß. Und so war es dann auch. Kein Gezappel und Getobe, und ganz toll war auch, wie still sich die Kinder verhielten, als sich immer wieder einmal eine Biene, angelockt von den warmen Körpern, auf die Jacken und Pullis hockten. Denn das war die Bedingung für den Kontakt mit den echten Bienen: lange Ärmel, Hosen und Kappen oder Kopftücher. Hat hervorragend geklappt!

Schulkinder zum Bienenunterricht in der Hofstadt-GärtnereiZwar konnten wir die Frage „Warum sind Hornissen orange?“ nicht wirklich schlüssig beantworten, doch der Frage „Warum sitzt diese eine Biene auf dem Boden so lange auf gleichen Stelle?“ war mit Mußmaßungen beizukommen. Der schwarze Vliesboden, mit denen Dechants das Unkraut zurückhalten, ist schön warm. Oder aber, Reinhold hat beim Herumreichen einer echten Wabe (ja, die Kinder waren wirklich sehr mutig und nahmen die Waben sogar in die Hand!) etwas Honig vertropft. Das wurde wohl nun von diesem Sammelbienchen ordentlich aufgeschleckt.

Reinhold zeigt den Erstklässlern eine BienenwabeDie beste Voraussetzung, um Imker zu werden, ist jedenfalls das Beobachtenkönnen auch von Details. Bei den Gangolfschulkindern haben wir somit die berechtigte Hoffnung, dass es aus ihren Reihen wieder Imkernachwuchs geben könnte. Den Samen dafür haben die Lehrkräfte Frau Endres und Herr Bocksch sowie die Gärtnersleute, Familie Neubauer und Dechant, zusammen mit uns in die Kinder gelegt, jetzt muss er nur noch aufgehen. Danke allen Beteiligten für Ihre Zeit, Geduld und Liebe – ob zu Kindern oder der Natur!

Klassenleiterin Judith Endres mit Bienenwabe Rektor Norbert Bocksch mit Bienenwabe

Alles neu macht der Mai – und lieben Bienenpatenbesuch bringt er obendrein

2416-Michael-Reinhold2445-Ruth-Vollmar-im-GartenDank Imkerkollege Konrad verfügen wir nun über sechs verzinkte Bleche mit Regenschutzkante. Anlässlich eins Besuches unseres Bienenpaten und Freundes Michael Alt aus München brachten wir zwei von ihnen zu ihrem Bestimmungsort. Bienenpatin Ruth Vollmar, bei der eines unserer Bienenvölker steht, bot uns nämlich vor einiger Zeit an, den Zaun ihres Gartens am Schiffbauplatz mit einem Schild zu verzieren, auf dem Informationen über ihre Patenschafts zu lesen sind. Denn der daran vorbeiführende Landesgartenschauweg lockt viele Spaziergänger in Richtung Erba-Insel, so dass der eine oder die andere ebenfalls auf den Gedanken einer Bienenpatenschaft bei unserer Initiative kommen könnte.

2426-Erbavolk2429-Bienenpatenvolk-Winnemuth-mit-MichaelAuf der Erba-Insel besuchten wir sodann das Bienenpatenvolk von Meike Winnemuth (Hamburg). Es steht in unmittelbarer Nähe des nunmehrigen 1. Vorsitzenden des Fördervereins zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 und Bienenunterstützer Jobst Giehler, der netterweise ein Auge auf unser Erba-Volk hat. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt noch von ihm hören, denn wir erwarten freudig eine Spendenübergabe seines Fördervereins für unser Projekt Bienen-InfoWabe.

2421-kuenftiger-Platz-Bienen-InfoWabe2425-IKu-BienenweideparzelleDen künftigen Platz des „grünen 2423-IKu-Platz-fuer-BienenweideKlassenzimmers“ nahmen wir natürlich auch gleich in Augenschein, ebenso wie den Interkulturellen Garten, auf dem wir eine Parzelle mit einer Bienenweide angelegt hatten. Sie erhält nun ebenfalls ein neues Schild, so dass klar erkennbar ist: auf diesen Fleck hat nicht etwa jemand keine Lust mehr auf Gartenarbeit und lässt alles verunkrauten, stattdessen steht hinter dem Wildwuchs das Konzept späterer Führungen, die aufzeigen werden, welche Blumen für Bienen bekömmlich sind. Uns freut sehr, dass IKu-Vereinskollegin Sonja die Idee der Bienenweide für die das Gelände abschließenden Gemeinschaftshügelbeete aufgegriffen hat. Mühsam von Quecken befreit darf es nun bald neben einer kleinen Steilkante, die mit Wildbienen besiedelt ist, fröhlich blühen. Danke, Sonja!

2435-SpielplatztestungNachdem Michael die Qualität der Spielplätze getestet und voll des Lobes darüber und ganz generell über die Landesgartenschauanlage war, ließen wir den Spaziergang am Faltbootclub ausklingen. Zwar war Michaels Patenvolk in Wildensorg diesmal nicht zur Besichtigung eingeschlossen, doch drei Völker an einem Nachmittag reichen völlig aus, sich über das rege Bamberger Bienenleben zu freuen. Das dritte Volk, an dem wir vorbeikamen, steht übrigens an der Weide und ist Jakob Janßen gewidmet, dessen Tochter und Schwiegersohn, Familie Contag aus Wetzlar, hoffentlich auch bald wieder zu einem Besuch kommen werden.

2444-Faltbootclub-Sitin2439-Erba-Insel-mit-UniSo verbinden unsere Bamberger Bienen die Städte München, Hamburg und Wetzlar und sorgen dafür, dass sich unser Bieneninitiativgedanke weit verbreiten kann. Doch auch in anderen Städten sorgen etliche Initiativen für die Aufmerksamkeit auf unsere fleißige, arg gebeutelte Bestäuberin. Reinhold und ich konzentrieren uns auf Bamberg, wo es genug Aufklärungsarbeit für uns gibt, unter hilfreicher Unterstützung von Imkerkolleg(inn)en und all unserer Bienenpatinnen und –paten, egal, woher auch immer diese stammen!2438-An-der-Erbaspitze