Honigernte an der Villa Dessauer in Bamberg mit Bienenpatenfamilie

Sehr familiär lief heuer die Ernte an der Stadtgalerie „Villa Dessauer“ in Bamberg ab. Wenngleich wir die Honigschleudertage auch für die Allgemeinheit bekannt geben, hatte sich zum 31.07.2016 außer der Familie unseres Bienenpaten Bernd Pillipp niemand Weiteres angemeldet. So hatten er und seine Frau Anja mit Kindern reichlich Übungsgelegenheiten.

Sie durften von Beginn an selbständig die Rähmchen voneinander lösen, die meist schwer mit Honig gefüllten Waben aus den Bienenbeuten entnehmen, die restlich ansitzenden Bienen wegkehren und das Geerntete in die bereitgestellten Boxen zu geben. Wie das alles genau geht, zeigten wir der Familie Pillipp Schritt für Schritt.

Wir danken bei dieser Gelegenheit unserer Bienenpatin Dr. Regina Hanemann, die uns als Hausherrin des Museums den Platz zur Verfügung gestellt hat.

Stolzer Augenblick! Selbst geernteter Honig!

Im nächsten Blogbeitrag zeigen sie euch, wie sie ihren Honig aus der Ernte „Villa Dessauer“ verarbeiten. Bleibt dran!

„Bienen“-Geistreiches im Historischen Museum Bamberg

Postkarte Erzählcafé BienenZusammengekuschelt und versorgt mit heißem Kaffee lauschten die Gäste des Erzählcafés am 18.10.2015 den Ausführungen und Anekdoten zu den Themen (Wild-)Bienen, Wachs und Imkerliches. Sie alle verband das Motto „Bienen“, welches die Geschäftsführerin des Flussparadies Franken e. V., Anne Schmitt, souverän anmoderierte.

6822-Geschenke-fuer-ModeratorinStattgefunden hatte die über zweistündige Veranstaltung im Historischen Museum am Domberg, liebevoll mit Exponaten, Früchten, Herbstlaub und Efeu (mit Hinweis auf seinen hohen Wert als letzte Bienenfutterpflanze im Jahreslauf!) geschmückt von den Mitarbeiterinnen der Direktorin, Dr. Regina Hanemann, mithin auch eine unserer Bienenpatinnen.

Auch die Vortragenden, vielmehr „Erzähler/innen, brachten einiges aus ihrem Fundus mit, so dass die Bühne einen schönen und inspirierenden Anblick bot.

6810-Erzaehlerpodium-BienenWir beide, Reinhold und ich, wurden zunächst nach unserem Bamberger Lagenhonig und seinen Standorten befragt, und wie wir auf die Initiative mit ihren Schwerpunktprojekten „Bamberger Schulbiene“, „Bienenpatenschaften“ und „Bienen-InfoWabe“ kamen. Da wir im Namen unserer Initiative nicht den frustrierenden Begriff „Bienensterben“ führen wollten, entschieden wir uns für das verheißungsvollere und verpflichtendere Wort „Bienen-leben“, mit unserem Wirkungskreis „in-Bamberg“. Die Schulbiene hingegen entstand schon etwas früher, anlässlich des Don-Bosco-Weihnachtsmarktes 2012, als uns Lehrer/innen um das Angebot eines Bienenunterrichts baten. Tja, und so führte eins zum anderen, bis hin zum kürzlich eröffneten Klassenzimmer im Erba-Park, der „Bienen-InfoWabe“.

Dr. Hanemann reicht Wildbienensammlung herumNach uns führte uns der Biologe Klaus Weber vom Landschaftspflegeverband Bamberg in das Thema Wildbienen ein. Seine mitgebrachte und herumgereichte Sammlung aus dem Fränkischen Jura wurde von einigen Gäste sehr genau betrachtet. Unter anderem kam die Frage auf, ob ein paar der aufgespießten Insekten denn junge Bienen seien, weil sie so klein wären. Herr Weber verneinte dies mit Hinweis darauf, dass Bienen kaum mehr wachsen würden, sobald sie geschlüpft seien. Dass Wildbienen und Honigbienen nicht in Konkurrenz bei ihren Bestäubungsleistungen stehen, sondern sich stattdessen ergänzen würden, konnte als einvernehmliches Ergebnis einer kurzen Diskussion festgestellt werden.

Gäste des Erzählcafès "Bienen"Ebenso konkurrenzlos ist die Zeidlerei, also das Imkern auf Bäumen aus historischen Zeiten. Sie wird an fünf Bäumen am Zabelstein seit letztem Jahr unter wissenschaftlicher Begleitung wieder praktiziert, berichtete der Leiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner. Weitere Kurse werden folgen, eine Exkursion dorthin ist schon mal angedacht.

Obgleich Honigbienen die meiste Zeit ihres Lebens im Dunklen verbringen, sieht sie so macher als „Lichtgestalt“. Was für Herrn Mergner insofern erhellend ist, als sich das Zeidlern auf „Brusthöhe“ weniger gut anlässt als einige Meter über dem Boden. Die Erklärung:

„Bienen streben dem Himmel, also dem Licht zu“, so Theresa Dotterweich, die Kräuterfrau aus Vorra bei Frensdorf, die für ihren bienenfreundlichen Garten bekannt ist. Sie führte die Gäste kurz in die Bienenarten ein – Arbeitsbiene, Drohn, Königin – und was es mit dem frischen, hellen Naturbienenwaben und dem bebrüteten und daher dunkleren Bienenwachs auf sich hat. Auch ihr geht es weniger um den Honig als um Höheres, nämlich im Garten den Einklang der Natur zu erleben und die eigene Freude darüber. Ganz handfest war auch die Freude der Gäste, als sie vom mitgebrachten Met kosten durften, einem Geschenk aus – genau, dem Naturgarten der Erzählerin. So schmeckte der selbstgebackene Bienenstich und andere Kuchen, die uns offeriert wurden, noch einmal so gut!

Edgar Kerling im Gespräch mit einem GastMichael Kerling, der ebenfalls „Erhellendes“ über Wachs von sich gab, außerdem etwas zu seiner Wachstock- und Modelsammlung berichtete, beendete die Erzählrunde mit einem Einblick in sein Bäcker- und Konditorleben in der Oberen Königsstraße. „So, wie man damals Lebkuchen buk, würde das keinem Menschen heute noch schmecken“, schmunzelte er und riet davon ab, nach alten Rezepten zu backen, wenn man nicht in die Gefahr verdorbener oder steinharter Lebkuchen geraden möchte.

Nicht nur die Gäste, die im Anschluss ans Erzählen ihre eigenen Erlebnisse zum Besten oder auch Fragen stellen durften, sondern auch für uns Erzähler/innen, die wir mit einem Buch und selbstgemachter Marmelade verabschiedet wurden, war es ein angenehmer, kurzweiliger und hochinteressanter Nachmittag, Fröstelei hin oder her. Wenn es einem warm in Kopf und Herz wird, dann hält man das doch ganz gut aus. Wir würden jedenfalls wieder kommen – und natürlich auch als Gäste.

Nachtrag 7. Januar 2016:
Ausgewählte Audiomitschnitte des Erzählcafés Bienen zum Nachhören auf www.flussgeschichten.org

Dr. Regina Hanemann zur Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“

Unsere Bienenpatin Dr. Regina Hanemann gibt ein klares Statement zur Umwelt ab. Sie unterstützt damit nachdrücklich die Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“, die mit dem Projekt „Bamberger Schulbiene“ im Jahr 2013 begann und mit dem Bau des „grünen Klassenzimmers“ für Klein und Groß, der Bienen-InfoWabe, die justament im Bamberger ERBA-Park entsteht, noch lange nicht endet.

Ziele: Bienen retten. Jungimker gewinnen. Bestäubung regionaler Kulturpflanzen fördern. Umwelt zukunftsfähig gestalten.

Machen Sie mit! Aktuell benöten wir noch Spenden zu Bau und Ausstattung des Informations- und Bildungszentrums, der Bienen-InfoWabe samt Lehrbienenstand. Oder gehen Sie ebenfalls eine Bienenpatenschaft ein.

DANKE im Namen von Mensch und Natur! Und Bamberg!

Das Video wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung durch Die Video-Visitenkarte / Arno Schimmelpfennig

Weitere Statements:

Sabine Gründler, Bamberg

Dr. Regina Hanemann, Bamberg (diese Seite hier)

Carmen Dechant, Bamberg

Felicitas Sauer, Bamberg

Meike Winnemuth, Hamburg

 

Ein tierischer Tag mit Bienenpatin Regina Hanemann

Zuerst der Löwe

Schönborn'scher LöwenpokalPrächtig stand er da, aufrecht und golden glänzend über samtblauem Grund auf silbern-fränkischem (Pyramiden-)Rechen tänzelnd. Im Kunstpausensnack am 29.04.14 stellte unsere Bienenpatin, Museumsdirektorin Dr. Regina Hanemann, den berühmten Schönborn’schen Löwenpokal vor, der 1712 aus seinem „Geburtsort“ Bamberg nach Nürnberg (meinem Heimatort) zu den Fronhoffmanns als Hauptgewinn überging, dann über Frankfurt nach Hamburg verbracht wurde und 1937 wieder zurück in seine Heimat Bamberg kam, genauer gesagt, in das Historische Museum am Domberg.¹

2210-Loewenpokal-Schneider-Hanemann-Die intime Kenntnis über die wechselvolle, jedoch in weiten Teilen sehr gut dokumentierte Reisegeschichte des äußerst aufwändig ziselierten Trinkgefäßes, den sogenannten „Willkomm'“, verdanken wir der Provenienzforscherin Anne-Christin Schneider (M.A.), die das gute Stück bereits vor drei Jahren zu ihrem Forschungsobjekt machte.

2198-Kunstpausensnack-Besucher-HistorischesMuseumBambergDas war notwendig geworden, um auch hier die Eigentumsfrage der während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerke zu klären, die auch als „Judensilber“ oder „Silberschatz“ bezeichnet sind ². Und tatsächlich handelte es sich bei den Vorbesitzern des Pokals um das kinderlos verstorbene jüdische Ehepaar Heinrich und Emma Budge. Der neue und gerechte Kaufpreis betrug € 350.000 und wurde an die rechtmäßigen Erben unter Zuhilfenahme von Stiftungsgeldern ausbezahlt.³

Der Pokal reiht sich thematisch hervorragend ein in die jüngst eröffnete Dauerausstellung „Jüdisches in Bamberg“, der seinen Vorläufer in der viel beachteten Ausstellung der Villa Dessauer hatte. Und damit sind wir beim nächsten tierischen Abenteuer von und mit unserer Bienenpatin Regina angelangt.

Klein, doch nicht minder kostbar: das Bienenpatenvolk

Das Ablegervolk für die Villa Dessauer wird angeradeltNachdem wir beim letzten Volk Drohnenbrütigkeit feststellen mussten, bekam am gleichen Tag des von mir besuchten Kunstpausensnacks unsere Bienenpatin – und ebenfalls Hausherrin der Stadtgalerie Villa Dessauer – ein neues Volk aufgestellt.

Rähmchen mit zahlreichen WeiselzellenDer Ableger wurde aus dem Volk von Bienenpatin Carmen Dechant gebildet. Sie hatten bereits früh im Jahr ein Dutzend Weiselzellen angelegt, was wir uns nun zunutze machen, auch, um gleichzeitig damit ihren Schwarmtrieb zu bremsen.

Obgleich wir das Ablegervolk weniger als 2 km vom Mutterstandort „Heilggrab“ entfernt aufstellten, erwarten wir nicht, dass sich die Bienen wieder zu ihrem vorherigen Zuhause aufmachen. Denn der Flugradius am ursprünglichen Standort war sicherlich gering, da in der Hofstadtgärtnerei doch reichlich Tracht direkt vor der „Haustüre“ blüht(e). Bestimmt kennen die Bienen die Villa in der Hainstraße noch nicht und werden es als ihr neues Zuhause annehmen.

Kaiser Heinrich II mit Falke, Glasbild Historisches Museum BambergKaiserin Kunigunde mit Lilien, Glasbild Historisches Museum BambergWünschen wir dem neuen Volk ein gutes Gedeihen, vielleicht unter der Fürbitte der naturliebenden Kunigunde und des tierliebenden Heinrichs, unserem geliebten Bamberger Kaiserpaares. Als Lehrbienenbeute für (KInder-)Besuche ist der Standort trotz Schatten einfach ideal, da die „Bienenkunde“ für die nachfolgende Imkergeneration mitten in der Stadt erfolgen kann. Ein dickes Plus, wie wir meinen.

¹ Originalmitschnitte der Führung zu hören zwischen 5.03 und 7.30 Uhr im BR2 am 02.05.2015 im BR-Heimatspiegel  „Kunstsnacks im Museum – Experiment in Bamberg“

² s. a. Deutscher Museumsbund e. V., Berlin, Bulletin Ausgabe 1/15, S. 2 (PDF)

³ s. a. Bayerische Staatszeitung, 29.10.2014: Bamberg kauft Schönborn’schen Löwenpokal

 

Zweite Runde für Bienenpatin Dr. Regina Hanemann 2015/2017

Bienenpatin Dr. Regina Hanemann, BambergDie Hausherrin über drei Bamberger Mussen, Dr. Regina Hanemann, ist seit Februar 2013 Bienenpatin bei unserer Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“. Sie beherrbergt ihr Bienenpatenvolk an der Stadtgalerie Bamberg Villa Dessauer, wo es als Lehrbienenstand im Rahmen der Bamberger Schulbiene zur Verfügung steht.

Regina hat nun ihre Patenschaft verlängert. Darüber freuen wir uns sehr und nehmen dies zum Anlass, ihr ein paar Fragen zu stellen.

Bamberger-Lagenhonig-Villa-DessauerWas hast du in der Zeit deiner Bienen-Patenschaft bei uns / mit uns erlebt, was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Dr. Regina Hanemann: Mein erstes Honigbrot mit Honig vom Museums-Bienenvolk Stadtgalerie Villa Dessauer.

Was war dir in den letzten zwei Jahren deiner Patenschaft besonders wichtig?

Regina: Die Bewegung des Urban Beekeeping (= Imkerei in der Stadt) zu fördern.

Wenn dich jemand fragt, warum du Bienenpatin bist, was antwortest du?

Regina: Unterstützung Eurer tollen Privatinitiative „Bienen leben in Bamberg“ mit dem Ziel, auch in Bamberg ein bienenfreundlicheres Klima zu schaffen.

Was nimmst du aus dieser ersten Patenzeit für dich persönlich mit? 

Bienenstreicheln am Volk der Villa DessauerRHortkinder und Bienenpatin Dr. Regina Hanemann an der offenen Lehrbeute/Patenbeuteegina: Die hochinteressanten Führungen der Bamberger Schulbiene und die Lehrstunde mit einem Kinderhort, bei der sogar die Ängstlicheren der Kinder Bienen am Ende gestreichelt haben!

Konntest du in deinem Umfeld eine Entwicklung in Bezug auf das Bienenthema feststellen?

Regina: Mich haben erstaunlich viele Menschen auf diese Patenschaft angesprochen, ich habe viele Bienenaufklärungsgespräche geführt.

Biene an BasilikumblüteGibt es etwas, was du dir für deine neue Bienenpatenperiode vorgenommen hast?

Patenbienenvolk im Skulpturengarten der Villa Dessauer, BambergRegina: Ich habe bereits Blumensamen vorgezogen, demnächst kommen sie ins Beet im Skulpturengarten. Besorgen will ich noch afrikanisches Basilikum, da ich gelesen habe, dass die Bienen das besonders gern mögen. Die blühenden Pflanzen sollen den Bienen an Regentagen helfen, wenn sie nicht gar so weit fliegen können

Was wünschst du dir für die zweite Bienenpaten-Zeit von uns?

Regina: Ihr seid auf einem tollen Weg! Weiter so, Ilona und Reinhold!

Vielen Dank für die Ermunterung, liebe Regina, und wir freuen uns, dass du uns zusammen mit deinem Patenbienenvolk an der Villa Dessauer weiterhin auf unserem Weg zu einer bienenfreundlichen Stadt Bamberg begleiten wirst! Dankeschön für das Interview mit dir!

Übrigens: Eine Bienenpatenschaft bei der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de dauert zwei Jahre und ist mit vielen Vorteilen und Gegengaben verbunden. Ein schönes Geschenk auch zu Jubeltagen!

Weiselzellen und Drohnenmütterchen– zwei Enden einer Bienenskala

Fangen wir mit der guten Nachricht an.

Bienenpatin Carmen Dechant, BambergBau- und brüteifriges BienenvolkDas stark entwickelte Volk am Standort „Gärtnerstadt-Heiliggrab“ bei Bienenpatin Carmen Dechant fing in seiner Platznot damit an, die Zargen an den Unter- und Oberseiten der Rähmchen (für Insider: Zanderrähmchen mit modifizierter Hoffmann-Seitenteilen) mit Brutzellen zuzubauen. Sogar eine Weiselzelle haben sie bereits konstruiert und damit das Schwärmen der alten Königin vorbereitet. Nun, so weit ließen wir es natürlich nicht kommen und bremsten am 20.04. ein wenig den reichlich frühen Vermehrungseifer durch ein Auseinanderziehen der Brut und Einsetzen neuer Mittelwandrähmchen. Zusammen mit dem nun aufgesetzten Honigraum sollten sie für eine Weile genug Platz zum Ausbauen haben.

Küchenschellen in der Hofstadt-GärtnereiBienenpatenvolk von Carmen DechantIn der Hofstadt-Gärtnerei findet das Volk, das hier seit 2013 seine Heimat hat, einen üppigen Nektar- und Pollenspeiseplan vor. Von Küchenschelle über Hornveilchen bis Tulpen … und jede Menge Kräuter, Stauden und Gemüse … ach, kann man gar nicht alles aufzählen, muss man gesehen haben, in der Heiliggrabstraße 37a in Bamberg sowie in den umliegenden weiteren Gärtnereien.

Es hilft nichts – nun zur schlechten Nachricht

1983-Bienenpatenvolk-Regina-HanemannBlick in die Beute. Kaum Bienen vorhanden. Schlechtes Zeichen im April.Bei unserem Volk an der Villa Dessauer schlug die Stunde der Wahrheit. Bereits Anfang Dezember entdeckten wir beunruhigt ein paar Drohnen. Normal ist, dass männliche Bienen ab dem Spätsommer von den Arbeiterinnen aus der Wohnung geworfen werden („Drohnenschlacht“), denn sie werden als überflüssige Fresser im Volk nicht geduldet. Und unser Verdacht erwies sich leider als richtig. Das Volk ist buckelbrütig, die Arbeiterinnen wurden zu sogenannten „Drohnenmütterchen“.

Reinhold sieht besorgt das Volk durch. Es ist drohnenbrütig.Die letzte „gute“ Tat der weiblichen Bienen am Volk, nachdem offenbar die Königin verlustig ging, ist es, für den Fortbestand der Art zu sorgen und Gene weiterzuvererben. Moment … das kann doch nur die Königin?! Stimmt, doch tatsächlich gelingt es den weiblichen Arbeitsbienen in der Not ebenfalls, für Nachwuchs zu sorgen. Nur hat das Volk auf Dauer nichts mehr davon.

Drohnenbrütiges (buckelbrütiges) VolkAufgrund der fehlender Duftstoffe (Pheromene) Ihrer Majestät bilden sich die inaktiven, verkümmerten Eierstöcke von einem Viertel der Arbeiterinnenbienen aus. Das Wachstum des weiblichen Geschlechtsorgans ist normalerweise durch die Pheromene unterdrückt. Die „ungekrönten“ Quasi-Königinnen schaffen es nun tatsächlich, Eier hervorzubringen. Diese sind allerdings unbefruchtet, so dass nur Drohnen schlüpfen. Das Ende des „Bien“, also des Volkes, ist zwar hinausgezögert, doch unausweichlich.

blasenwerfende WabenLeider können wir dieses Volk auch nicht mehr retten, indem wir zum Beispiel eine neue Königin beigeben. Die Bienen wären verwirrt, wer ihre Königin denn nun sei, da die drohnenbrütigen Arbeiterinnen ebenfalls wie eine Königin riechen. Sie würden die neue Königin als Konkurrenz sofort totstechen. Wir müssen das Volk auflösen, hilft alles nichts. Ohnehin sind es nur noch erschöpfte Winterbienen, die am Ende ihres Lebens stehen. Sommerbienen sind ja keine am Start.

Detail der Stadtgalerie Villa Dessauer, Heimat eines unserer BienenvölkerNeubeginn

Nachdem wir bei Carmen in der Gärtnerstadt ein superstarkes Volk vorfanden, werden wir einen Ableger daraus für unsere Bienenpatin Regina bilden. Kurioserweise also geht wieder eine Königin zurück zur Stadtgalerie Villa Dessauer, denn von dort aus hatten wir im Juni 2014 einen Ableger für das Volk in der Gärtnerstadt gebildet. So schließt sich der Kreis, und hoffentlich wird es eine ordentlich runde Sache. Denn Dr. Regina Hanemann, die Hausherrin, will weiterhin Bienenpatin bleiben, was uns sehr freut. In Kürze erfahren sie mehr von ihr!

Bienenfrühjahrskontrolle an besonderen Orten Bambergs (I)

Pracht-BrutwabeWenngleich ich auch gestern schrieb, dass so manche Frühjahrstätigkeit nicht so die lustigste ist – ein Besuch unserer Bienenpaten-Standorte entschädigt doch immer dafür! Sie sind einfach alle miteinander sehenswert! Und wenn wir dabei auch noch Prachtwaben wie die auf nebenstehendem Foto entdecken, hüpft unser Imkerherz! Hier zur Abwechslung ein kleines Porträts eines Standorts des „Bamberger Lagenhonigs“, heute die Inselstadt / Villa Dessauer.

Bienenpatenbeute von Dr. Regina Hanemann, BambergBienenpatin ist Dr. Regina Hanemann, Museumsdirektorin von drei Bamberger Museen und also Hausherrin auch der Stadtgalerie. Sie wünscht sich ein saniertes Gebäude und etwas mehr Blumen im umgrenzenden Garten, hat aber trotz alledem eine perfekt innerstädtische und zugleich malerisch-idyllische Lage vorzuweisen.

Blick in Garten der Villa Dessauer, BambergBegehrte Tracht: Kastanien. Erkennbar an den dunkelroten Pollenhöschen unserer Kleinen. Und natürlich die Linden vom Schönleinsplatz. Nebst reichlich Tracht aus den umliegenden Gärten des Haingebietes. Dass das Gartenamt kürzlich unserer Bitte nach mehr Salweiden ohne Umstände folgte, steigert sicher das Bienen- und Menschenglück.

Unverdeckelte HonigwabeWie dieser Bamberger Lagenhonig schmecken wird, wissen wir allerdings noch nicht. Denn im vergangenen Jahr wurde erst der Ableger eingestellt, der nun in 2014 Honig abgeben kann. Unsere Prognose: nicht zu süß, eher aromatisch bis herb und ganz sicher kräftig im Geschmack. Und außerdem sicher: es wird nicht allzu viel davon geben, denn bei jeder Öffnung verliert man im Schnitt 1,5 Kilo Honig. Doch sind uns die Klassenführungen zu einem Verständnis der Biene wichtiger als der Ertrag.

Hortkinder und Bienenpatin Dr. Regina Hanemann an der offenen Lehrbeute/PatenbeuteDr. Regina Hanemann hat ihren Standort auch freigegeben für die Führungen der Bamberger Schulbiene. Das konnten wir in diesem Jahr erstmals nutzen, und zwar mit der 30-köpfigen Don-Bosco-Kinderhortgruppe „Weide“. Dabei bezogen wir auch den angrenzenden Harmoniegarten ein (siehe Bericht). Der wiederum zwar für den Unterricht, nicht jedoch sonderlich für Bienentracht taugt. Doch auch jenes soll geändert werden, die vorgesehenen Kornelkirschen sind bereits bestellt.

rotes Band für Zusammenschluss Museen am DombergWie schön alles miteinander harmoniert und ungeahnte Verbindungen eingeht zeigt „das rote Band“. Als Symbol für den Zusammenschluss der „Museen um den Bamberger Dom“ initiiert, verstrickte die Augsburger Bienenpatin Elisabeth Burger für Bienenpatin Regina Hanemann ein paar Meter Wolle und nahm so nicht nur am Bienenleben in Bamberg teil.

Fassen wir zusammen: zentrale Lage, gute Trachtsituation, hilfreiche Stadt(Bedienstete), interessierte Sozialeinrichtungen, unterstützende Bienenpaten, rücksichtsvolle Museumsbesucher – das sieht ganz nach einer echten Bienenstadt aus!

 

Nachhall „Wie geht es euren Völkern im März?“

Vergangenen Samstag wagten wir trotz schaurigem Wetter einen Blick in die Beuten von Bienenpatinnen Carmen Dechant und Dr. Regina Hanemann. Unter dem Motto „Wie geht es euren Völkern im März?“ verrichteten wir an den letztjährigen Ablegern der Standorte „Gartenstadt/Heiliggrab“ und „Inselstadt/Villa Dessauer“ die zweiten Frühjahrsdienste. Die ersten Maßnahmen waren „Mäusegitter entfernen“ und „Totenfall auskehren“. Nun folgte, gemeinsam mit Patin Carmen und Gatte Michael Dechant sowie (neuer) Bienenpatin Conny mit ihrem Mann Dieter Kopp (vom Malort), das Aufsetzen des zweiten Brutraums. Ab diesem Jahr zählen die Völker zu den „Großen“, sprich: Wirtschaftsvölkern. Honig geerntet wird allerdings erst im Frühsommer, bis dahin heißt es noch: kräftig wachsen und eintragen!

Die Standorte im Vergleich

Das Domizil in der Hofstadtgärtnerei erweist sich dabei offensichtlich als genau so günstig für die Volksentwicklung wie das an der Stadtgalerie Villa Dessauer, die wir im Anschluss zusammen mit (ebenfalls unserer neuen) Bienenpatin Ruth Vollmar (Leiterin Wirtschaftsförderung) nebst Tochter Klara und Freundin erweitert hatten. Ganz klar, dass wir dabei auch direkte Vergleiche ziehen, was das Wachstum der Bienen anbelangt. Das Ergebnis:

v.l.n.r.: Dieter Kopp, die zwei Bienenpatinnen Conny Kopp und Carmen Dechant, Imker Reinhold BurgerWas es in der Hofstadtgärtnerei an vermehrtem Blütenreichtum gibt, machen es an der Villa Dessauer die etwas höheren Innenstadt-Temperaturen wieder wett. Obwohl die Hofstadtgärtnerei zwar mehr Sonne an die Beute lässt, ist sie durch die ausgesetzte Lage mit viel unbebautem Grund rundherum doch vor allem in den Morgen(ausflugs)stunden kühler. Die Villa hingegen ist sehr verschattet, allerdings eben auch geschützter. Zum Gedeihen der Völker sagt die Standortfrage jedoch nicht alles aus.

Ein weiterer Wachstumsfaktor ist die Abstammung der Völker. Beides übrigens die Rasse Carnica, also die „Kärntner Biene“. Das Gärtnerstadt-Volk wurde aus einem starken, lehrbuchbraven Ableger unseres Wildensorger Bienenpaten Michael Burger gebildet. Das Villa-Dessauer-Volk aus dem selben Standort, allerdings aus dem – ebenfalls starken, jedoch sehr eigenwilligen, um nicht zu sagen, aufmüpfigen – Volk von Patin Elisabeth Burger.

Bienenpatin Ruth Vollmar mit Tochter Klara (li.) u. Freundin

Bienenpatin Ruth Vollmar mit Tochter Klara (li.) u. Freundin am Patenvolk von Dr. Regina Hanemann (nicht im Bild)

Das Patenvolk von Dr. Regina Hanemann an der „Villa Dessauer“ bekam Besuch von unserer (ebenfalls neuen) Bienenpatin Ruth mit Tochter Klara Bretschneider und Freundin Luisa.
Dieser Ableger hatte aufgrund der schlechten Witterung zur Zeit des Hochzeitsfluges im vergangenen Jahr einen schlechten Start. Erst der dritte Versuch war erfolgreich. Und dennoch ist das Volk ein klein wenig stärker als das Volk in der Gärtnerstadt. Unsere Theorie ist, dass das Ursprungsvolk einen ungemeinen Lebenswillen an den Tag legt und sich von nichts und niemanden, auch nicht von ihren Imkern, allzu viel vorschreiben lässt. Eine leicht „wilde“ Ausprägung scheint also züchterisch durchaus Vorteile zu haben. Nun ja, das ist, wie gesagt, nur unsere Theorie, die auf Beobachtung basiert und ganz sicher auch angezweifelt werden darf.

Unzweifelhaft hingegen ist, dass beide Völker wetterbedingt in diesem Jahr ihrer Zeit voraus sind und wir – ich wage es zu prognostizieren – reichlich und frühen Honig ernten werden. Und wie die Unterschiede schmecken werden, darauf sind wir und unsere Bienenpaten sehr, sehr gespannt!

Wenn auch Sie einen Blick in die Beuten werfen möchten, so heißt es in einem Monat wieder:

„Wie geht es euren Völkern im April?“

Anlass? Arbeiten an den Patenbienen
Wo? Tour 1: Buger Wiesen und Wildensorg-Rinnersteig, Einkehr Gasthof Heerlein, Tour 2: Heiliggrab und Villa Dessauer. Genauen Ablauf und Stationen bitte erfragen.
Wann? Karfreitag, 18.04.2014
10.00 Uhr
Abfahrt Obstmarkt 10
13.00 Uhr Abfahrt Gasthof Heerlein
Ende gegen 15.30 Uhr
Was? Aufsetzen Honigraum
Kosten? Gegen Spende; Für unsere Bienenpat(inn)en kostenlos!
Weitere Informationen? Nur gegen Voranmeldung bis 14.04.2014

Bienenpatin Dr. Regina Hanemann 2013/14

Bienepatenschaft Dr. Regina Hanemann

Übergabe der Bienepatenschaft an Dr. Regina Hanemann (li) an der Villa Dessauer am 25.3.2013

Vor zwei Monaten bereits hat sich Dr. Regina Hanemann entschlossen, Bienenpatin bei Bienen-leben-in-Bamberg.de zu werden. Wir freuen uns über die Unterstützung, die uns den Kauf einer Bienenwohnung („Beute“) im Wert von 160 Euro ermöglichte.

Als Direktorin der Bamberger Museen ist die Kunsthistorikerin eine prominente Größe in der hiesigen, aber auch überregionalen Kunst- und Kulturwelt. Sie ist auch Hausherrin der Stadtgalerie „Villa Dessauer“, an der ihre Patenbeute stehen wird. Dieser Standort ist folglich eine neue Lage in unserem Spezialitätenkatalog des „Bamberger Lagenhonigs“. Doch noch viel mehr zeichnet den neuen Standort aus, dass er ein Baustein unseres Projekts zur „Bamberger Schulbiene“ sein wird.

„Ich esse gern Honig und weiß, wie wichtig Bienen für unsere Natur sind. So wurde ich Patin.“

Dieses Zitat war am 26.03.2013 im Fränkischen Tag zu lesen, der über die „Schulbiene“ berichtete. Abonnenten konnten via infranken.de dazu auch ein Video von der Übergabe der Patenbeute am 25.03.2013 sehen. Nun ist es über unseren Weblog für alle zugänglich.

Ebenfalls für alle zugänglich ist die Bienenbeute während der Öffnungszeiten der Villa Dessauer. Wir gehen davon aus, dass niemand unbefugt die Beute öffnet. Und falls doch … nun, unsere Bienen wissen sich hoffentlich zu wehren 😉

Geplant ist, mit Schülern der umliegenden Schulen den Standort zu besuchen, um am „lebenden Objekt“ Unterricht zum Thema „Honig-Bienen-Imkerei“ zu halten. Dafür wird derzeit um Finanzierungshilfe gebeten. Wer spenden will, erfährt hier alles nähere.

Wir freuen uns über die neue Patenschaft in der „Insellage“, die es denn auch dem Bamberger Bürgerverein Mitte e. V. angetan hat. Sicherlich hat Dr. Regina Hanemann mit ihrer Patenschaft dazu beigetragen, dass der Vorstand um Sabine Sauer das Schulbienenprojekt ebenfalls mit einer großzügigen Spende unterstützt. Im Heft 2/2013 der Inselrundschau wird es dazu einen Bericht geben.