Honigverarbeitung Bughof und Weide (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, AK26, Modul 8)

Nach der Honigernte und einem Mittagsimbiss ging es ans Verarbeiten der eingebrachten Waben. Der jeweils am Vormittag geerntete Honig aus den Standorten Bughof (04.07. mit Antonia, Matthias, und Susanne) und Weide (11.07. mit Mareike, Johannes und Fabian) wurde entdeckelt, verkostet, der Wassergehalt gemessen, geschleudert, in Gläser abgefüllt und etikettiert.

1. Start in die Verarbeitung

Wir begannen mit Hinweisen zum Einrichten einer sinnvollen Verarbeitungsstrecke, erläuterten ein paar Grundlagen der Lebensmittelhygieneverordnung, des Arbeitsschutzes und erklärten die verwendeten Gerätschaften und empfehlenswerten Publikationen, ausleihbar aus unserer Imker-Bibliothek.

Die relevanten Vorgänge werden in einem „Laufzettel“ eingetragen, der jede Ernte und ihre Verarbeitung, bei uns getrennt nach Standorten („Lagen“), begleitet. Neben unserer hausgemachten Excel-Ausfertigung des sogenannten „Honigbuchs“, welches wir in der Kursorganisation zur Verfügung stellen, gibt’s zu Dokumentationszwecken eine einfache Variante unter „Die Honigmacher“. Ein Honigbuch ist Pflicht, sobald Honig in Verkehr gebracht wird, ob verschenkt oder verkauft.

2. Waben entdeckeln

Die Rätselaufgabe, wie wohl die einzelnen Teile des Entdeckelungsgeschirrs zusammenzufügen sind, wurde schnell gelöst.

Zur Auswahl standen Entdeckelungsgabeln in unterschiedlicher Ausführung wie Holz- oder Plastikgriff. Jede/r konnte ihr/sein Lieblingsgerät für sich entdecken. Ziel ist, die Waben beim Abheben der Wachsschicht möglichst nicht über Gebühr zu beschädigen, damit sie später beim Ausbauen von Wabenzellen nicht zu buckelig werden und damit das Bewegen und Herausziehen der Rähmchen in den Beuten erschweren. Was mit dem wertvollen Entdeckelungswachs geschieht, wird näher erläutert im Modul 10.

3. Wassergehalt messen

Um den Wassergehalt festzustellen, der unter 20% (DIB: 18%) sein muss, wurde die Nutzung des Refraktometers, wie sie übrigens auch Winzer/innen verwenden, geübt. Je optimaler der Lichteinfallswinkel und die Lichtstärke sind, desto schneller lässt sich der Prozentwert auf der Skala erfassen.

Grundsätzlich sollte mehrmals gemessen und ein Durchschnittswert ermittelt werden, also z. B. einmal direkt aus der Wabe heraus (je nach Trachteintrag und -zeitpunkt sind die Werte durchaus unterschiedlich), dann beim Schleudervorgang aus dem Abflusshahn heraus sowie nach dem Durchmischen und vor dem Abfüllen aus dem Honigtopf. Apropos Durchmischen: Die Ausgabe für einen wirklich großen Kochlöffel lohnt sich!

Das Umgebungsklima nimmt direkt Einfluss auf die Werte. Je höher also die Raumfeuchtigkeit, desto höher kann auch der Wert schnellen. Falls die Werte zu hoch sein sollten, findet ihr in einem eigenen Blogbeitrag Tipps, wie sie zu senken sein können.

20% Wassergehalt ist laut Honigverordnung erlaubt, doch unserer Erfahrung nach ist das bereits zu hoch. 18% schreibt der Deutsche Imkerbund, D.I.B., seinen Lizenznehmern vor. Honig ab 19 % erhält bei uns daher nur zwei Jahre Halbarkeitfrist, da sich die Konsistenz – vor allem bei suboptimaler Lagerung – schneller verändert. Auf die Qualität des Geschmacks muss sich das aber nicht auswirken. Er könnte allerdings schneller in Gärung geraten und ist dann nur noch als Backhonig verwertbar.

4. Verkostung / Tasting

Natürlich schmeckte der selbstgeerntete Honig einfach nur gut. Doch dabei wollen wir es nicht belassen. Das Honig-Aromarad hilft, Feinheiten des Honigs in Sachen Geruch, Konsistenz, Mundempfinden (Sensorik), Geschmack und im Abgang – wie beim Wein auch! – herauszufinden und zu beschreiben. Für Verkaufsgespräche und bei Beanstandungen nicht ganz unwichtig.

Schmeckt der Honig beispielsweise etwas herb-bitter und „medinzinisch“ und hat einen Grünstich, handelt es sich meist um Lindenhonig und nicht um einen chemisch verunreinigten Fall, wie mal eine Kundin mutmaßte. Doch, Achtung! Nicht einfach auf Verdacht eine Sortenbzeichnung aufs Etikett schreiben! Es dürfen nur laboruntersuchte Honigsorten angegeben werden. Daher noch ein paar Grundinformationen zu Honigrichtlinien als Verbrauchertipps zusammengefasst (unser Blogbeitrag).

Seit 2013 im Dauereinsatz – unsere Eislöffelchen, gespendet von Eddy Weiss aus der WunderburgDas beste Geschmackserlebnis ist mit Porzellanlöffel zu erzielen. Wir verwenden allerdings seit 13 Jahren (!) die damals von Eddy Weiss aus der Wunderburg an die Schulbiene gespendeten Eislöffelchen. Und, ja, sie sind aus Plastik. Allerdings auch überaus haltbar, insofern nachhaltig.

5. Schleudern

Zunächst – Kontrolle! Ist der Quetschahn des darunter stehenden Honigtopfs auch wirklich, wirklich fest zugedreht?! Nebenbei: Ein kleiner Eimer mit kaltem Aufwischwasser und Wischlappen in der Nähe empfiehlt sich.

Das tropffreie Einsetzen der nun offenen Honigwaben in die Schleuder ist die haptisch gesehen größte Herausforderung. Wer über dickere Rähmchenoberträger verfügt, hat hier eindeutig einen grifflichen Vorteil. Alle anderen suchen sich eine dritte Hand, die den Boxendeckel als Tropfschutz unter der Wabe mitführt.

Die Waben wurden in unserer Vier-Waben-Tangentialschleuder sicher in die dafür vorgesehenen Löcher und in gleicher Richtung zeigend eingeführt. Dabei sollten sich wenigstens die sich gegenüberliegenden Waben vom Gewicht her gleichen, um Unwucht zu vermeiden. Kaufempfehlungen für Low-Budget-Schleudern für die Kleinstimkerei siehe in der internen Kursorganisation. Möglich wäre aber auch Tropfhonig, also nur über Sieb und Topf.

Die Anschleuderung erfolgt zunächst noch mit mäßigen Tempo zweckst Verhinderung von Wabenbruch. Dann werden die Waben in der Trommel gewendet unter erneut ruhigem und gleichmäßigem Schleudern.

Ab der nächsten Wendung kann dann „speedy gemacht“ werden. Wer im Team arbeitet, kann sich die Trommel dabei festhalten lassen. Dabei aber nicht zu stark auf den Deckel drücken, falls er aus Plexiglas besteht!

Nun noch ein letztes Mal wenden, feste schleudern, dann die leere, jetzt federleichte Wabe herausnehmen und in die bereitstehende Box stellen.

Nicht vergessen: Rechtzeitig den Quetschhahn über den mit einem Sieb versehenen Honigtopf öffnen, damit der steigende Honigstand in der Trommel nicht das mittig angebrachte Lager erreicht. Und immer wieder einmal einen Blick darauf werfen, ob die Ausflussöffnung auch wirklich noch über dem Topf ist, da die Trommel gerne – vor allem bei Unwucht – das Wandern beginnt.

Den Moment des ersten Honigflusses einer jeglichen Standort-Verarbeitung begleiten wir traditionell unter musikalischer Begleitung von Vivaldis „Vier-Jahreszeiten“ in der Aufnahme des legendären Dirigenten Herbert von Karajan. Denn vier Jahreszeiten lang begleiten wir unsere Bienen in ihrer unendlich kleinteiligen Arbeit, Honig zu erzeugen. Das muss gewürdigt werden!Honigverarbeitung Weide (AK25, Modul 8, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

6. Abfüllen

Nach drei Tagen Ruhestellung des Honigtopfs können die Schwebteilchen, die sich als Oberschicht abgesetzt haben, abgeschäumt und der Honig abgefüllt werden.

Honigverarbeitung Weide (AK25, Modul 8, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

Ein so langes Warten war natürlich in unserem Kurs nicht drin. Daher durfte der Vorgang des Abfüllens bereits jetzt schon geübt werden. Alle durften sich das fertige Honigglas gleich mit nach Hause nehmen. Die Schwebteilchen, die dabei noch in Kauf genommen werden, bedeuten keinen Qualitätsmangel. Sie sorgen jedoch für etwas optische Eintrübung und schnellere Kristallisierung. Der Kunde möchte es anders – aber wir wissen, wie lecker Honig auch in „naturtrübem“ Zustand ist!

Honigverarbeitung Weide (AK25, Modul 8, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

Wichtig: Vor dem Abfüllen zeitnah die Gläser und Deckel in der Spülmaschine ohne Zusatz von Reinigungsmittel bei 60° C spülen. Auch mit neu erworbenen Gläsern, obwohl das der Gesetzgeber nicht verlangt, da sie steril aus der Fabrik kommen. Aber … ganz ehrlich … wer weiß schon, wie lange und wo diese lagerten. Staub- und geruchsfrei sind sie sicherlich nicht.

7. Wiegen

Genau 250 Gramm abzuwiegen sieht leichter aus, als es ist. Geduld und Augenmaß sind dafür notwendig – und natürlich eine geeichte Waage!

Ob geliehen oder gekauft – für den gewerblichen Verkauf von Honig muss sie alle zwei Jahre (statt jährlich wie vor 2020 noch geltend) geeicht werden. Zeitpunkt ist das Jahr, in welchem die Waage vom Hersteller geeicht und nach dem Kauf im Eichamt angemeldet wurde. Verantwortlich für das korrekte Eichdatum ist die/der Nutzer/in der Waage.

Eine Unterlassung der Kontrolle stellt eine kostenpflichtige Ordnungswidrigkeit dar. Es gilt das Mess- und Eichgesetz und die Mess- und Eichverordnung. Zum „Eich-TÜV“ hier unser einführender Blog- und Erfahrungsbericht.

8. Beschriften und Aufkleben der Etiketten

Mit dem Beschriften und Aufkleben der Etiketten endete nach jeweils etwa 6 bis 7 Stunden das Modul 8. Doch nicht, bevor wir noch einige Infos zu den allfälligen Verordnungen losgeworden sind. Diese sind: Lebensmittel-Informationsverordnung | Loskennzeichnungs-Verordnung | Verpackungsgesetz (VerpackG).

9. Zuletzt: Saubermachen

Den Teilnehmenden blieb das Saubermachen als „Übungsstoff“ erspart. Doch Tipps gibt es auch hierfür: So darf man Honig und Wachs nur mit lauwarmen Wasser entfernen, da sonst alles eher schmierig wird. Außerdem ist es nicht notwendig, die Geräte einzuschäumen. Klares Wasser genügt in den meisten Fällen.

Honig nicht zu lange auf Materialien aller Art (ausgenommen Glas) einwirken lassen, denn er enthält Säure, die auf die Dauer so ziemlich alles angreift. Also bald säubern, gut trocknen lassen und staubfrei verwahren. Damit’s im nächsten Jahr gleich wieder Spaß macht, loszulegen.

Das Entdeckelungswachs aus der Ernte, die übrigens 97,25 Kg betrug, hatte ein Gewicht von 3 Kg, allerdings mit immer noch etwas Honig dabei. Denn auch, wenn wir die Entdeckelungswanne über Nacht abtropfen ließen, kommt immer noch etwas zusammen. Es gäbe übrigens im Handel ein Netz zum Ausschleudern des Wachses, aber das lohnt sich sicher nur für große Mengen.

Wir freuen uns, dass es wieder allen Spaß gemacht hat. Und für unsere Bienenpatinnen und -paten: Ab sofort könnt ihr euren Bienenpatenhonig abholen. Einfach anrufen für einen Termin!

Der Imkerkurs für Anfänger 2025 hat nun zwei Drittel seiner Module hinter sich gelassen. Nun geht es nahtlos über ins Einwintern. Und ein bisschen Feiern wollen wir auch noch! Bis bald!

So., 19.07.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Logo für das Schwerpunktthema Honig der Bienen-InfoWabeLogo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)So., 19.07.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Wann? 14.00 – 17.00 Uhr | Offenes Haus für alle … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deUm 15.00 Uhr | Öffentliche Honigernte. Honig wächst nicht in Quetschflaschen, das ist sicher. Doch woher kommt er genau? Wie wird er von den Bienen eingelagert? Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter dürfen kostenlos und ohne Anmeldung am Ernten teilnehmen. Sie ziehen unter Anleitung eine Wabe aus dem Volk am Bienenweg und werden mit einem kleinen Geschenk belohnt. Dauer je nach Besucherzahl etwa eine halbe Stunde inklusive Kurzvortrag. Auch, wer nicht ernten will, darf in einen echten Imkeranzug schlüpfen! Im Anschluss Honigverkostung mit der Möglichkeit, original Bamberger Lagenhonig zu kaufen. Bei Regen muss die Ernte leider entfallen, doch Kurzvortrag und Honigverkostung sind weiterhin möglich.
Und sonst?  Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Nutzung der Imker-Bibliothek.
Kosten?  Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park

Honigernte Bughof und Weide (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, AK26, Modul 7)

Für unsere Teilnehmenden aus dem Imkerkurs für Anfänger boten wir zur Honigernte und -verarbeitung zwei Juli-Termine an. Gruppe 1 erntete am 04.07. am Standort Bughof, eine Woche später trafen wir uns mit der Gruppe 2 an der Weide. Das Modul 7 ist das praxisstärkste von allen, wir leisten nur noch wenig Hilfestellung. Ob mit oder ohne Imkeranzug … jetzt geht’s ans Eingemachte!

Vorlauf zur Ernte

In den Morgenstunden des Tags vor der Ernte setzte Reinhold am jeweilig vorgesehenen Standort eine Bienenflucht ein, die es in verschiedenen Varianten gibt, z. B. als Raute mit zwei Eingängen oder kreisförmig mit 16 Eingängen. Jene mit zwei Plastikeinsätzen sehen wir als eher nicht so ideal an. Zu diesem Thema weiter unten mehr.

Mit Spiritus wurden die Imkergeräte (Stockmeißel, Smoker) und die Boxen gereinigt, der Abkehrbesen kam in die Spülmaschine.

Ablauf des Modul 7 zur Ernte

Um ein sauberes, zügiges und unfallfreies Ernten zu garantieren, sollten alle erforderlichen Gerätschaften vor Ort griffbereit aufgebaut werden. Auch der Eigenschutz darf nicht vergessen werden.

Hier die Checkliste Ernte:

  • Kopftuch u./o. Imkerhut und Jacke, geschlossene Schuhe, kein Leder am Körper – Im Falle zickiger Bienen nicht zögern, nach der Devise „Selbstschutz ist Bienenschutz!“ vorzugehen. Denn offen stehende Beuten, die fluchtartig sich selbst und den Wespen überlassen werden, sind keine Option, wenn ein umsichtig aufgezogener Imkerhut das verhindern kann. Warum es Lederhandschuhe zu Kaufen gibt, entzieht sich unserem Verständnis.
  • Smoker mit Rauchmaterial, Feuerzeug, Löschwasser
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen – Da die Borsten vom Honig verkleben und für die Bienen unangenehm hart, außerdem unnötig viele Bienen angezogen werden, empfiehlt es sich, entweder einen zweiten Besen bereit zu halten oder ihn zwischendrin mit Wasser zu säubern.
  • Leerboxen – Lebensmittelecht und sauber, zudem leicht schräg aufgestellt, damit die eingetragenen schweren Waben nicht ins Rutschen kommen.
  • Leere Rähmchen – Zum Abstützen der Honigwaben, wenn die Box nicht gänzlich mit ihnen gefüllt sind, um beim Tragen keine Wabenverletzungen zu riskieren. Unsere Empfehlung ist, 6-7 volle Waben, 3-4 leere Rähmchen.
  • Windel – Für Varroabefallskontrolle, die 3 Tage nach der Ernte erfolgen sollte.

1. Entnehmen der Waben

Zum Entnehmen braucht es im Grunde keinen oder kaum Rauch, der auch nur das Aroma beeinflussen würde. Die Bienenflucht – sofern mindestens 24 Stunden vorher eingelegt – sorgt dafür, dass relativ wenige Bienen im Honigraum sind.

Da Honigwaben mit durchschnittlich 2-3 Kilo für die Finger als ziemlich schwer empfunden werden können, könnte das Rähmchen in der Mitte des oberen Rahmenstegs in den Klammergriff genommen werden. Allerdings funktioniert dann so das Abkehren nicht mehr ideal.



2. Die Spritzprobe

Um sicherzugehen, dass keine zu wasserhaltigen Honigwaben geerntet werden, unterzieht man die Randwaben einer Spritzprobe. Das gilt jedoch nur für die wenig bis nicht verdeckelten Waben. Glänzt der Honig noch sehr, ist er wohl noch zu flüssig. Je matter, desto besser. Das Foto hier zeigt eine Honigwabe, die trotz wenig Verdeckelung schon reif genug zum Ernten war.

Ak25, Modul 7: Ernte Bamberger Lagenhonig, Standort Inselstadt / Weide am 12.07.2025 / Imkeranfängerkurs von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit beiden Händen wird die Wabe an den Seitenrändern gehalten. Falls bei der kräftigen, ruckartigen Bewegung (Stoßen) der horizontal über der Beute gehaltene Wabe ein Nektartropfen herausgeschleudert wird, belassen wir sie in der Beute. Hat man ein gutes Auge, erkennt man die Tropfen trotz der gleichzeitig mit herabfallenden Bienen. Anfänger/innen sollten besser vorher die Bienen von der Wabe kehren.

 

3. Bienen abkehren

Um die Bienen nicht zu verletzen, bemühen wir uns um ein schonendes Abkehren. Die noch ansitzenden Bienen werden dabei mit raschen, beherzten Wischbewegungen des weichen Abkehrbesens vor das Flugloch gestrichen.

Behutsame Kehrbewegungen wären wegen der Gefahr, die Bienen dabei zu rollen, grundverkehrt. Manche Imker*innen verwenden ein kleines Gebläse, um die Bienen davonzuföhnen. Beim Kauf darauf achten, dass er nicht zu laut töst.

4. Honigwabe in Leerbox bugsieren

Sodann gilt es, die abgekehrte Wabe rasch und ohne wieder anfliegende Bienen – Ende Juli dann mehr noch ohne Wepsen! – in die bereitgestellte, leicht schräg stehende Box zu bringen. Dabei muss vermieden werden, dass die Wachsschicht aufbricht, etwa, weil man mit den Abstandshaltern gegen die bereits verstauten Waben stößt. Die Folge wäre eine Sauerei in der Box und somit auch ein Herbeilocken von Bienen und Wespen.


Alle Teilnehmenden übten das Einholen der Waben ohne eine „dritte Hand“. Es ist nicht einfach, zugleich mit dem Abkehrbesen eine sehr schwere Wabe mit nur einer Hand zu halten, um mit der anderen Hand den Deckel zu öffnen und die Box sofort nach dem sorgfältigen Honigwabeneinsetzen wieder zu verschließen.

Achtung: Den Deckel, wenn er denn schon auf den Boden abgelegt werden muss, weil es anders nicht zu schaffen ist, niemals mit der Innenseite nach unten aufs Gras legen. Der Grund sind Mäuse, die den Hantavirus verbreiten könnten. Alles, was mit Lebensmittel zu tun hat, unbedingt vom Boden fernhalten! Und aus gutem Grund interessiert sich ab diesem Moment des Erntens die Lebensmittelkontrolle für die Imkerei, und wenger das Veterinäramt.

Eigenschutz!

Das Schleppen der Boxen sollte rückenschonend vonstatten gehen. Also raus aus dem Kreuz, und nicht zu viel auf einmal! Auch, wenn ihr in jungen Jahren noch keinen Gedanken daran verschwendet … Belastung lässt die Bandscheiben schrumpfen! Eines der häufigsten Gründen zur Aufgabe der Imkerei sind massive Rückenprobleme.

5. Entfernen der Bienenflucht

Die Bienenfluchten sind nach dem Prinzip einer Einbahnstraße gebaut und in unterschiedlichen, vom beabsichtigten Effekt durchaus vergleichbaren Ausführungen erhältlich (s. o.).

Die Bienenflucht wird vorsichtig unter Gabe einiger Rauchstöße angehoben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es völlig in Ordnung, auch mal einen Hut aufzuziehen.

Die meisten Bienen können mit ein paar kräftigen Stößen vor die Beute – besser noch in die vorab aufgesetzte Leerzarge– abgeschüttelt werden. Dabei wird mit einer Hand die Flucht fest in den Griff genommen, die andere schlägt kräftig auf die haltende Hand. Bei sehr vielen Bienen kommt auch erst einmal an den Rändern der Abkehrbesen zum Zuge.

Wie erfolgreich der Honigraum von den Honigpflegebienen verlassen wurde, variiert manchmal stark. Oft klappt es sehr gut, zuweilen weniger.

 

Erst, nachdem alle Völker abgeerntet sind, wird die Bienenflucht entfernt. Nimmt man die Flucht nämlich bei jedem einzelnen Volk sofort heraus, wären unnötig viele Bienen in der Luft. Das muss man sich nicht antun.

 

6. Absperrgitter entfernen und Leerzarge aufsetzen

Nachdem die Bienenflucht entfernt ist, können nach ein paar Rauchstößen aus dem Smoker, der hoffentlich noch qualmt, die Absperrgitter weggenommen und dann eine (vormals mit Honigwaben) gefüllte Leerzarge aufgesetzt werden.

Wer allerdings seine Völker im weiteren Verlauf nach dem Prinzip „Teilen und Behandeln“ (TuB) versorgt, lässt das Gitter einfach noch drauf, um sicher zu sein, dass die Königin im Brutraum verblieben ist.

Sollten ein paar Waben nicht geerntet werden können, weil noch zu feucht, setzt man diese genau über das Brutnest. Wenn man schon mal dabei ist, schätzt man zugleich die Menge des im Brutraum verbliebenen Honigs. Er sollte 5 Kilo betragen. Für die Schätzung addiert man die sichtbar verdeckelte Flächenmengen. Inklusive der verbliebenen Restwaben sollte es die Menge ergeben, wie sie auf zwei beidseitig verdeckelten Waben zusammen kommen.

Falls weniger vorhanden ist und keine Tracht mehr zu erwarten (das ist von Region zu Region und vom Zeitpunkt her unterschiedlich), muss eine volle Wabe zurückgelassen werden. Oder man beginnt sogleich mit dem Auffüttern mittels Futterteig oder einigen Litern Zuckerwasser. Und zwar in den Abendstunden, um keine Räuberei auszulösen.

7. Windel einschieben

Zum Schluss wird noch die Windel eingeschoben und nach drei Tagen ausgewertet, um einen zuverlässigen Wert zu erhalten. Bleibt die Windel länger eingeschoben, erschweren Wachskrümel das Auszählen der Milben. Zudem werden Ameisen angelockt. Wegen der Wachskrümel empfiehlt es sich, während der Gemülldiagnose auch keine frisch ausgeschleuderten Honigwaben von den Bienen reinigen lassen.

Basierend auf den Ergebnissen der Gemülldiagnose entscheiden wir, ob umgehend eine Varroabehandlung durchgeführt werden muss. Dabei orientieren wir uns an den für Juli geltenden Grenzwert des Milbenfalls von 10 Milben pro Tag für die über ein Jahr alten Wirtschaftsvölker.

Liegen die Werte unterhalb dieser Grenzen, können wir mit der standardmäßigen Sommerbehandlung mittels Ameisensäure noch bis August bei den Wirtschaftsvölkern und bis September bei den Ablegern zuwarten.

Zur weiteren Verarbeitung fuhren wir die duftende Fracht an den Obstmarkt. Das Modul 8 also in einem der nächsten Blogbeiträgen.

Wachstücher herstellen zur BIWa-Sonntagsöffnung

Während der BIWa-Sonntagsöffnung im Juni boten wir einen Workshop „Nachhaltige Wachstücher“ an. Wir und sechs Teilnehmende hatten trotz zusätzlicher „Bügeleisen-Hitze“ Spaß daran, einen Ersatz für umweltbelastende Klarsichtfolien herzustellen. Welches Material es braucht und wie genau das geht, wird hier erklärt. Ganz unten eine Fotogalerie zum Ablauf.

Material

  1. Baumwollstoff – OEKO-TEX® Standard 100 oder GOTS
  2. Schneiderschere, ggf. Zacken-Schere
  3. Bügeleisen
  4. Unterlegschutz für Arbeitstisch
  5. Backpapier
  6. Jojobaöl-Tropfen – chemiefrei, kaltgepresst (z. B. Kanzy, Primavera, Nanoil -> Rossmann, Dr. Scheller -> dm) -> Nicht in direktem Kontakt mit fettigen Lebensmittel verwenden! Siehe auch „Hinweise“
    Alternativ hochwertiges Bio-Rapsöl oder Kokos-Öl
  7. geraspeltes Bienenwachs (1 Stunde vorab das Wachsstück in den Kühlschrank legen)
  8. gemahlenes Kiefernharz – ohne synthetische Zusätze (z. B. Little Bee Fresh aus Österreich) – kann auch weggelassen werden, macht die Tücher aber robuster, weil sich Bienenwachs und Stoff besser verbinden und wirkt zusätzlich antibakteriell
    Alternativ Fichten- oder Lärchenharz, da allgemein weniger allergieauslösend

So geht‘s

  1. Baumwollstoff mit(Zacken-)Schere auf gewünschte Größe zuschneiden, für mehr Stücke hilft Schablone
  2. Backpapier auf den mit einem Unterlegschutz abgedeckten Tisch ausbreiten und Stoff platzieren
  3. gleichmäßig Jojoba-, Raps- oder Kokosöl darauf träufeln. Nicht zu stark tränken, beim späteren Bügeln verteilt sich das von allein
  4. geraspeltes oder dünn geschabtes Bienenwachs und (mit Mörser oder Kaffeemühle, hier nur 1x kurz drücken) zerkleinertes Kiefern- oder Fichtenharz (1-3 g) auf den Stoff verteilen. Nicht zu viel verwenden, sonst wird das Tuch zu steif. Besser erst testen, nachstreuen geht immer. Auch möglich: Wachs im Wasserbad schmelzen, mit Backpinsel auftragen
  5. Zweites Stück Backpapier obenauf legen
  6. mit Bügeleisen (Stufe bis Baumwollstufe ohne Dampf) vorsichtig und ohne großen Druck über das Backpapier fahren, bis alles verteilt ist; Alternativ Backofen
  7. oberes Backpapier abziehen und das fertige Tuch kurz hin- und herwedeln und aufhängen, bis es fest ist

Pflege der Tücher

  • aufbewahren liegend oder gerollt (lichtgeschützt, nicht zu warm)
  • reinigen, ggf. mit Schwämmchen, unter fließend lauwarmen Wasser
  • (alkoholfreies) Spülmittel nur bei hartnäckiger Verschmutzung
  • nur ausdrücken, nicht wringen oder zu fest rubbeln; dann sanft ausstreichen, mit den Händen Wasser abstreifen, mit Abtrocktuch nachtrocknen, aufhängen
  • brüchige, schadhafte Stellen zwischen Backpapier aufbügeln, ggf. mit Wachs und / oder Öl nachbessern

Hinweise

  • Wachstücher sind nicht geeignet für rohes Fleisch oder Fisch!
  • Für geruchsintensive Lebensmitteln (z. B. Zwiebeln) am besten immer dasselbe Tuch verwenden
  • Das Bundes­institut für Risiko­bewertung (BfR) gibt zu bedenken, dass die Imprägnier­hilfen auf Speisen übergehen könnten. Jojobaöl habe nichts in Lebens­mitteln zu suchen und solle nicht für die Tücher verwendet werden [möglicherweise toxische Wirkungen auf Darmzellen]. Bienenwachs ist zwar als Zusatz­stoff erlaubt, doch gerade fettige Speisen können viel davon aufnehmen. Kritisch ist das, wenn das Wachs schad­stoff­belastet ist. Auch Keime können zum Problem werden […] Quelle vom 20.06. 2026: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/bienenwachstuecher-worauf-sollten-sie-achten/

Fotogalerie

Grundschule Strullendorf zu Gast bei der Bamberger Schulbiene

Die FleGS-Klassen 1/2 c und d der Grundschule Strullendorf besuchten die Bamberger Schulbiene und überzeugten mit einer Menge Vorwissen. Um so mehr tat es uns leid, dass das obligatorische Bienenstreicheln wegen der Gewitterstimmung aus Sicherheitsgründen ausfallen musste. Doch immerhin durften alle die echten Bienen von Nahem sehen und ein abwechslungsreiches Programm für alle Sinne erleben!

Leider konnten wir in der darauffolgenden Woche die anderen drei Klassenzüge nicht unterrichten. Es war mit über 30° C entschieden zu heiß für Menschen wie Bienen.

1. Ankommen / duftender Sinnespfad (Barfußpfad)

Bekommen wir eine „Ameisenstraße“ hin, ohne zu drängeln? Was fühlen wir unter unseren Füßen? Was tasten, sehen und riechen wir?

2. Kleine Pflanzenkunde und Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 1)

Welche Pflanzen rochen so intensiv? Wie empfinden Bienen? Warum können Bienen ohne Nase trotzdem riechen? Welche Sinne und Körperteile haben sie? Wo sind die Unterschiede zu uns Menschen und weiteren Tieren?

3. Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 2) und Bestäubung

Was sammeln Bienen und für was? Warum sind Honigbienen so wichtig? Wie transportieren Bienen das Gesammelte? Wohin tragen sie es?

4. Wie kommt der Honig ins Glas?

Welche Schritte und Geräte braucht es, damit der Honig im Glas landet? Wie viel Honiggläser ergibt eine Wabe / ein Volk? Wie schmeckt der Honig von den Bienenvölkern, die wir gleich besuchen werden? Waurm ist mancher Honig flüssig, und mancher fest?

 

5. Kontaktaufnahme Biene und offene Fragen an der Schaufensterbeute

Was krabbelt da? Wie sehen Arbeiterinnen und Drohnen aus?  Schlüpft hier nicht sogar eine kleine Biene?

Schaufensterbeute für den Bamberger Schulbienenunterricht

7. Besuch des Lehrbienenstands

Wie sieht die Welt durch einen Imkerschleier (Imkerhut) aus? Welche Maßnahmen erlauben einen sicheren Umgang mit den Bienen? Was macht der Rauch mit den Bienen? Wie sieht eine Bienenwohnung von innen aus?

Bürgerverein Erba und Förderkreis Bienenleben: den Schulterschluss genießen

Vor einigen Monaten ist unser FKBB e. V. dem Bürgerverein Erba e. V. als Mitglied beigetreten. Versteht sich, dass wir unseren Mitgliedskolleg*innen eine spannende wie genussreiche Schulbienenführung versprachen.

Bei fast zu gutem Wetter bekamen die zehn Teilnehmenden im Bienengarten einen Crashkurs zu Bienen und ihren Lebensraum. Nach allerlei Wissenshäppchen zu Wild- wie Honigbienen lösten wir in der Bienen-InfoWabe das Rätsel auf, wie genau eigentlich Nektar zu Honig wird und wie dieser ins Glas gelangt.

Klar, dass sodann eine Honigverkostung fällig wurde, bevor wir am Lehrbienenstand die Bienen streicheln gingen.

Bei Kaffee und Kuchen ließen wir den Nachmittag ausklingen.

Wir freuten uns sehr über das Interesse an unseren Lieblingsthemen, welches uns außerdem Zuwachs zu unserem Förderkreis bescherte – ein Antrag auf Familienmitgliedschaft für Bert und Ingrid! Auf beiderseits netten Schulterschluss zum Wohle des Erba-Insel-Lebens!

Do., 11.06.26 – Infostand „Bienen, Honig, Imkerei“ am „Tag der Umwelt“ 2026

Passend zum „Tag der Umwelt“ eine Veranstaltungsankündigung:

Logo Tag der Umwelt 2026 in BambergDo., 11.06.26 – Infostand „Bienen, Honig, Imkerei und Natur“ am „Tag der Umwelt“ 2026

Wann? Do., 11.06.26  |  10.00 – 16.00 Uhr
Was? Wie geht’s eigentlich den (Wild-)Bienen und wie kann man ihnen helfen? Gibt es genügend Imker/innen oder sind es bereits zu viele hierzulande? Kann man ihrem Honig trauen? Finden Insekten genügend Nahrung – Tag wie Nacht? Apropos … wie ist das mit der Lichtimmission bei uns in Bamberg?
Fragt uns Löcher in den Bauch! Und Honig haben wir natürlich auch.
Für wen? alle Lebensalter
Kosten und Programm?
keine Kosten, Programm (runterscrollen!)
Wo?
Freizeitgelände Jahnwiese Bamberg, Galgenfuhr
Und sonst?
Veranstalter sind Stadt (BiBA) und Landkreis Bamberg; unser Stand wird vom FKBB e. V. in Kooperation mit der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de betrieben

Ablegerversorgung, Königinnenzeichnen (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 6)

Mit dem praxisorientierten Modul 6 „Ablegerversorgung, Königinnenzeichnen“ ist die Halbzeit des Imkerkurses für Anfänger erreicht. Nach einer kurzen Wiederholung zur Ablegerbildung widmen wir uns den beiden neuen Lektionen Ablegerversorgung und Königinzeichnen. Die kleine Regenpause verbrachten wir in der Bienen-InfoWabe mit Theorie.

Ablegerversorgung / Varroabehandlung

Als erstes erfolgt die Windeldiagnose. Sie verrät uns viel, was in den letzten vier Wochen im Ableger aus dem Modul 4 am 18.04.26 passiert sein dürfte.

Nach dem Öffnen fanden wir eine hübsche Königin vor, Wir entdeckten außerdem Eier und bereits erste Larven. Das ist nicht immer selbstverständlich.

Da die Königin noch jung ist, verzichteten wir vorerst auf ihre Zeichnung. Junge Königinnen reagieren oft noch etwas nervös. Möglicherweise ist sie außerdem noch flugfähig. Ihr Davonfliegen wollten wir nicht riskieren. Das Markieren holen wir zur nächsten Durchsicht in ein bis zwei Wochen nach.

Zeitpunkt Varroabehandlung

Den Zeitpunkt vor der Verdeckelung der Brut nutzten wir zur Varroabehandlung. Hintergrund: Die zur Verfügung stehenden Säuren wirken nämlich nicht in die verdeckelte Brut hinein.

Material

Möglich ist eine Behandlung mit Milchsäure 15% im Sprühverfahren. Noch besser wirkt Varroxal 0,71 g/g  (Oxalsäuredihydrat). Das Pulver wird gemäß der Packungsbeilage mit Wasser zu einer 3%-Lösung angemischt: 6 g Oxalsäuredihydrat-Pulver (6 Messlöffel) auf 200 ml Wasser. Beim Umgang mit der Säure bitte die Schutzmaßnahmen beachten: Handschuhe, Jacke oder Hemd mit langen Ärmeln und am besten Schutzbrille und Mundschutz (FFP-3-Maske).

Vorgang

Gesprüht wird nur mit zwei, drei Stößen pro Wabenseite. Die Flügel bzw. Körper der Bienen sollten nicht durchnässt, sondern lediglich angefeuchtet, sprich: silbrig glänzend sein. Mit einem Sprühvorgang ins Leere wird vorab die Windrichtung überprüft, aber auch, ob der Sprühkopf auf einen feinen Nebel eingestellt ist.

Die Wabe mit den ansitzenden Bienen von unten in einem Winkel von 45 Grad besprühen. Damit wird verhindert, dass der Sprühnebel die bereits vorhandene Larven direkt trifft. Nicht versäumen sollte man dabei, auch die Bienen zu besprühen, die auf den inneren Seitenwänden der Zarge herumkrabbeln.

Produkttipp: „Sprühgerät McProper Plus P“ des Schweizer Herstellers Birchmeier, der von verschiedenen Versandhändlern angeboten wird.

Dokumentation

Nicht vergessen. Jede Anwendung eines Tierarzneimittels muss im Bestandsbuch dokumentiert werden. Eine Vorlage kann bei der LWG als PDF-Dokument heruntergeladen werden: bestandsbuch.pdf

Königinnenzeichnen

Um die Königin im Gewusel leichter zu finden und um sie bei allen Verrichtungen im Volk nicht zu gefährden, ist ein Zeichen auf ihrem Rückenschild hilfreich.

Die Farben zum Zeichnen von Königinnen sind international festgelegt: Jahre, die mit 1 bzw. 6 enden – weiß. Jahre, die mit 2 enden – gelb, Jahre mit 3 – rot, Jahre mit 4 – grün, Jahre mit 0 bzw. 5 – blau. Die Jahresfarbe für 2026 ist also weiß.

Statt der Königin ließen wir von den Teilnehmenden ein paar Drohnen zeichnen. Das hat neben der Schonung der Königin den Vorteil, dass ALLE üben können. Eine Drohne zu „pflücken“ kann für manche eine Herausforderung bedeuten, selbst im Bewusstsein, dass die männlichen Bienen keinen Stachel haben. Das Einfangen mit der Hand ist sicherer als mit Hilfe eines Abfangclips, da dies eine geringere Verletzungsgefahr für die Königin bedeutet. Möglich ist es auch, direkt das Zeichenrohr über die Königin zu stülpen und … nun ja, ihr werdet es herausfinden, welche Art des Einfangens euch am wenigsten Schwierigkeiten bereitet!

Einmal erwischt, schnell ab mit dem Drohn in das Zeichenrohr! Und zwar ins richtige der beiden hohlen Teile. Dann vorsichtig mit dem Schaumstoff die „Königin“ in eine Halteposition bugsiert. Also der obere Rücken wird sanft zwischen den Stäben festgeklemmt und mit einem speziellen Stift gezeichnet.

Nach dem Färben die Königin kurz trocknen lassen und etwas anräuchern. Somit wird der Geruch der Finger und des Farbstiftes überdeckt. Und nun ab mit ihr ins Volk, welches sie hoffentlich auch wieder annimmt. Die Versuchsdrohnen hingegen fliegen meist auf und davon, um als „falsche Königin“ wieder heimzukehren.

Hin und wieder passiert es, dass die Königin von ihrem Hofstaat nicht mehr beachtet wird. Vielleicht wurde ihr Unterleib versehentlich gequetscht oder sie riecht nicht mehr so, wie eine gesunde, legefähige Königin es sollte.

Das nächste Mal sehen wir uns bereits zur Ernte und Verarbeitung des Honigs. Denn bis dahin, bzw. bis Mitte Juni, wird einfach nur wiederholt: Wöchentlich Weiselkontrolle und vielleicht noch einen Ableger bilden. Wir sehen uns!

Kolpingsfamilie Bamberg zu Gast bei der Schulbiene

14 Interessierte aus der Kolpingsfamilie Bamberg besuchten am 07.05. die Bienen-InfoWabe. Überwiegend Senior(inne)en, aber auch drei (Enkel)Kinder wurden von der Schulbiene zwei Stunden lang in die Welt der Bienen, des Honigs und der Imkerei entführt.

Erstaunt waren wir, dass gleich zu Beginn nach dem Aussehen der Asiatischen Hornisse gefragt wurde. Wie praktisch, dass wir ein Exemplar im Regal hatten.

Flyer Vespa velutina der LWG (Ausschnitt)Auch auf zahlreiche weitere Fragen konnten wir jederzeit auf großformatige Fotos oder Anschauungsobjekte zurückgreifen. Eine gute Gelegenheit, allen Schulbienen-Unterstützer der Vergangenheit (und hoffentlich auch der Zukunft) DANKE zu sagen, die uns dies finanziell möglich mach(t)en.

Nachdem erraten wurde, wie schwer die herumgereichte Honigwabe war und wie der Honig ins Glas kommt, wurde noch flugs ausgerechntet, wie viele Gläser das ergiebt, Tja, Kopfrechnen ist immer noch gefragt!

Die Honigverkostung löste einen kleinen Verkaufsansturm auf unseren Bamberger Lagenhonig aus, dem wir gerne nachgekommen sind. Schließlich wollen die Regale wieder frei werden, wenn es im Juli zur ersten (und bei uns einzigen) Ernte des Jahres kommt. Übrigens wieder verbunden mit einer öffentlichen Honigernte am 19.07., 15 Uhr während der BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg 1 im Erba-Park.

Schön, dass ihr uns besucht habt, und vielleicht ja wieder im nächsten Jahr?!

Netzwerken am Nachhaltigkeitstag der Erzdiözese Bamberg

Reinhold Burger und Sebastian Zink am Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Bis ins kleinste Detail perfekt durchgeplant und dennoch ein Gefühl von Leichtigkeit, ja, fast schon wie ein Urlaubstag, so fühlte sich der Nachhaltigkeitstag der Erzdiözese Bamberg im und vorm Bistumshaus St. Otto („Heinrichsbau“) an.

Begleitend die liebevoll zubereiteten Buffets zu jeder Tageszeit (und sogar glutenfreies Brot!) –, wegen des anfänglichen Regens immer wieder ein frisch durchgewischtes Foyer sowie vor allem jederzeit ansprechbare und hilfsbereite Organisator(inn)en um Umweltreferent Sebastian Zink. Toll!

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Ausstellung der Umweltarbeit im Erzbistum zum Nachhaltigkeitstag Erzdiözese BambergEin umfassend erstelltes Programm mit Infoständen, Workshops und Vorträgen von zahlreichen bestens vorbereiteten Umweltinstitutionen aus der Metropolregion Nürnberg-Bamberg ließ keine Wünsche offen. Was will man mehr?!

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Netzwerken!

Wir kosteten das ausgiebig aus. Natürlich boten auch wir selbst Informationen und einen Vortrag rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Damit das alles aber für uns nachhaltig ist, stelle ich unsere besonders erinnerungswürdigen Begegnungen vor. Manche davon haben Potenzial, um in Kooperationen und Projekte zu münden. Daher verbinde ich sie mit Zukunftsplänen. Los geht’s!

Die Hauskapelle des Heinrichsbaus

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

In einem der vielen Impulse, die einladend in der Hauskapelle auslagen, wurde auch die Biene benannt. In mir entstand die Idee, in unserem Bienengarten im ERBA-Pfad ebenfalls einen „Impulspfad“ zu installieren.

Unser Zukunftsplan (langfristig): „Denkwaben“ sollen zum Nachdenken und Reflektieren einladen und so einen Inspirationsraum für Lebensweisheit schaffen. Fördermittelprojekt erst fürs nächste Jahr, da wir heuer schon zu gut beschäftigt sind.

„Blühpakt Bayern“ – StMUV

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Auch auf dem Stand von Blühpakt Bayern, vertreten durch Angelina Hacker und Annette Berger, wurde die Biene erwähnt. Dem Lösungswort „Hummel“ auf der Spur, wusste bzw. erriet ich, welche Samenform zu welcher Blüte gehört.

Ich war durchaus zufrieden, immerhin alle abgebildeten Pflanzen beim Namen nennen zu können. Doch zugegeben … Samen sind nicht mein Spezialgebiet. Also etwas Neues gelernt. Und als Preis obendrein unsere Imker-Bibliothek erweitert:

  • Bienen-Tagebuch. Ein Jahr die wilde Welt der Bienen entdecken
  • Gärtnern für mehr Artenvielfalt. Wegweiser durch die Jahreszeiten
  • Friedhöfe. Oasen für Pflanzen und Tiere. Aktionsplan für Insektenschutz und mehr Artenvielfalt

Wer diese – und viele weitere Broschüren! – vom Blühpakt selbst bestellen will, hier der Link.

Unser Zukunftsplan (bereits umgesetzt): Bestellen weiterer Broschüren für die Imker-Bibliothek.

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Jugendhaus Burg Feuerstein, Ebermannstadt

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Die Holzarten und Bäumchen konnte ich überwiegend benennen. Doch das ist nicht das einzige Thema des Jugendhauses Burg Feuerstein! Deren Jahresprogramm ist fantastisch! Flyer gleich mal eingepackt.

Die Hausleitung, Sabine Grüner, erzählte mir von den Bienenstöcken auf dem Burggelände. Mangels Referenten scheint es derzeit schwierig zu sein, ein passendes Begleitprogramm aufzustellen. Ein klassischer Fall für unsere Bamberger Schulbiene – und wir würden zu gerne helfen. Doch sind wir zu weit weg und selbst sehr beschäftigt mit unserer Bienen-InfoWabe. Obwohl … ein Projekttag wäre sicher mal drin. Vielleicht kommen wir hier noch zusammen?!

Unser Zukunftsplan (mittelfristig): In jedem Fall wird einer unserer nächsten Ausflüge in die Fränkische endlich auch einmal nach Burg Feuerstein führen! Und dann unterhalten wir uns noch einmal, Frau Grüner, okay?!

„Jetzt WeltfairÄNDERN!“ – Schulnahe Jugendarbeit der Erzdiözese Bamberg

Das Projekt „Jetzt WELTfairÄNDERN!“ sensibilisert Kinder und Jugendliche in Sachen Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit in der eigenen Lebenswelt. Natürlich sind die Bienen einer von zahlreichen Programmpunkten in der Umsetzung. Allerdings ist niemand von den Referent(inn)en ein/e Imker/in, so Carolin Bittner und Jule Hetzner, wenngleich pädagogisch gut aufgestellt. Können wir uns gegenseitig inspirieren?

Unser Zukunftsplan (mittelfristig): Signalisiert wurde ein Besuch an der Bienen-InfoWabe. Sicher können wir uns gegenseitig Tipps zur pädagogischen Umsetzung des Themas geben. Wir warten auf euren Anruf!

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Nachhaltiger Landkreis Fürth / Jugendamt der Erzdiözese

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Welche Strategien man im Nachhaltigen Landkreis Fürth fährt, um die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) umzusetzen, war von Daniela und Christine zu erfahren. Sie nutzen die ausleihbaren Objekte im Rahmen der Jugendamt der Erzdiözese. Auf dem Büchertisch vor Ort fand ich ein paar unserer eigenen Titel aus der Imker-Bibliothek wieder. In der Nachrecherche entdeckte ich die Serviceleistung „Leihmaterial“.

Unser Zukunftsplan (kurzfristig): Werke aus dem Büchertisch nachrecherchieren, die wir noch nicht haben (erledigt). Den spielerischen Aspekt will ich noch mehr einsetzen, beispielsweise mittels eines Glückrades (mittelfristig). Dazu läuft bereits eine Anfrage.

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese BambergWeltladen Bamberg

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Am Stand des Weltladens Bamberg, vertreten durch die sehr nette Inhaberin Johanna Wallmeier und Sohn, erfuhr ich, dass das Sortiment mittlerweile stark verändert worden wäre. Als kleinen Vorgeschmack gab’s Schoki und natürlich einiges an Infomaterial. Ebenso wäre möglich, für besondere Anlässe etwas Passendes aus dem Weltladen anzubieten.

Unser Zukunftsplan (kurzfristig): Einen Besuch abstatten. Außerdem das Angebot einer Aktionsbestückung (langfristig) im Hinterkopf behalten und entsprechend zu bewerben, wo es sich bei all unseren Netzwerkpartnern ergibt.Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Lebenshilfe Bamberg e. V. und Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten gGmbH 

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Unserem eigenen Stand gleich gegenüber und äußerst passend die Lebenshilfe Bamberg mit Produkten aus den Lebenshilfe-Werkstätten. Während wir an unserem Stand das Vorläufermodell der hauseigen gefertigten Wildbienen-Nisthilfe als Infomaterial offerierten, konnte uns bei unseren Nachbarn das neue Modell sehr überzeugen. Es hat verschieden große Einflugöffnungen und bietet sich somit für verschiedene Wildbienenarten an. Weitere Nist- und Bruthilfen, beispielsweise für unterschiedliche Vogel- und Fledermausarten, waren ebenfalls ausgestellt.

Unser Zukunftsplan (mittelfristig): Unseren naturgartenzertifizierten Bienengarten erweitern. Das bereits eingegangene Angebot verschiedener Bruthilfen wird Kalkulationsgrundlage für unser neues Projekt „Bienengarten 2.0 – Lebensraum für Artenvielfalt“. Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese Bamberg

Wildtierfreunde Bamberg e. V.

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese BambergEs ist noch nicht allzu lange her, dass die Wildtierfreunde Bamberg einen Verein gegründet haben, war vom Vorstand, Juliana Neumayer und Carina Heinzel, zu erfahren. Zwar geht es nicht originär um unsere Wildbienen, doch um viele andere Wildtiere, die in Nöten sind. Ob verletzt und / oder hungrig … hier wird sich engagiert und professionell gekümmert!

Unser Zukunftsplan (saisonal): Um den Varroadruck in den Honigbienenvölker abzubauen, wenden wir biotechnische Maßnahmen an, beispielsweise das Drohnenbrutschneiden. Hochwertiges Eiweiß, das leider für die Natur verloren geht. Daher sollen die Brutwaben künftig an der Bienen-InfoWabe abholbar sein, um u. a. Nestflüchtlinge zu versorgen.

Pflanzentauschbörse

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese BambergVon der Pflanzentauschbörse erhielten wir im Tausch gegen ein Glas Bamberger Lagenhonig einen Topf echten Waldmeisters, der nunmehr im Bienengarten verpflanzt ist und sich hoffentlich in den nächsten Jahren vermehren mag.

Weltacker 2000 qm 

Nachhaltigkeitstag Erzdiöezese BambergIm Foyer erwartete die Besucher/innen die interessante und übersichtliche Roll-up-Sammlung: „Die Welt auf einem Acker“. Christine Hertrich (Weltacker) und Heike Kettner (Solawi) sind uns gut bekannt, und wir werden den Kontakt sicherlich weiter halten. Schön, sich wiedergesehen zu haben!

Puh, das alles an einem Tag! Sehr, sehr ergiebig. Allen Beteiligten hinter und vor den Kulissen ein großes Kompliment für die super Planung, Durchführung und die Nachbereitung! Für uns hieß es erstmal: Nach dem Standabbau zur Bienen-InfoWabe, denn da erwarteten wir die Kolpingfamilie zu Gast. Siehe nächsten Blogbericht, doch ganz sicher etwas kürzer ausfallend … 😉