Vorschau zur BIWa-Sonntagsöffnung am 07.08.2016

Logo für das Schwerpunktthema: ImkereiAndreas Schierling16.00 – 17.00 Uhr  |  Bis in alle Ewigkeit? Das Wabengedächtnis. Rückstandsproblematik und effektives Wabenmanagement.

Seit 2015 gibt es den Bienengesundheitsdienst (BGD). Auf der Grundlage von über 300 Wachsanalysen wurden neue Erkenntnisse zum „Wabengedächtnis“ gewonnen. Welche Rück­stände sind in Bienenprodukten aus bayerischem Raum anzutreffen? Wie lauten die Empfeh­lungen zum Wachsmanagement? Wie lassen sich Rückstände, zum Beispiel beim Einsatz des Varroamittels Thymol, vermeiden? Wie werden Waben richtig eingelagert? Zum Vortrag dürfen eigene Wabenproben mitgebracht werden. Bitte benutzen Sie das BGD-Merkblatt „Rückstandsanalytik“.
Für wen? (Jung-)Imker und Interessierte
Referent: Dr. Andreas Schierling, Bienengesundheitsdienst (BGD), Poing

Vorab:

14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle: Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, Fragen, Rätseln, Basteln, Lesen, Spielen, Lernen … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Heute stechen wir Wabenmotive aus! Es liegt alles für euch bereit, doch wenn ihr wollt, nehmt euer Lieblingsausstecherla mit.

Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine, außer Bastelmaterial und Kopien gegen Spende

Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, Bamberg (Erba-Park, Nähe Schiffsanlegestelle) (Karte).

Der Bienenweg liegt zwischen Maria-Ward-Straße und Landesgartenschauweg, nach der Fußgängerunterführung, aus Richtung Innenstadt kommend rechts.
In der Nähe befinden sich der Fünferlessteg, die Kleingartenanlage Am Weidenufer und der Schiffsanlegesteg.

Bitte nutzen Sie die Tiefgarage „ERBA-Gelände“ – An der Weberei 5, je nach Navi auch „An der Spinnerei“ eingeben.

Über die Schulter schauen: Honigverarbeitung Erba-Insel und Sternwarte

Wie angekündigt kam Christian, der als Astronomiestudent vor drei Tagen beim Honigernten am Standort „Sternwarte“ zugange war, um weitere imkerliche Schritte mit uns zu erleben.

Ihn erwartete ein intensiver Crashkurs zu folgenden Punkten:

  • Hygiene beim Honigverarbeiten
  • Refraktometergebrauch zur Bestimmung des Wassergehaltes des Honigs
  • Entdeckelung ohne Verletzungsgefahr durch den spitzzinkigen Kamm
  • gekonntes Schleudern ohne Wabenbruch
  • Abfüllen ohne Kleckerei
  • Etikettieren mit Grundlagen der Kennzeichnungsverordnung
  • DIB-Qualitätsgrundsätze im Vergleich zur Honigverordnung

Entdeckelt und geschleudert wurde am 25.07.2016 der Lagenhonig vom Standort „Erba-Insel/Fünerlessteg“, da der Sternwarthonig diese Prozedur bereits durch uns hinter sich hatte. Das hatte den Vorteil, dass der „astronomisch leckere“ Honig nach einer Ruhezeit von drei Tagen abgeschäumt hatte und nach dem Abnehmen der oben abgesetzten Schwebeteilchen abfüllbereit auf Christian wartete.

Honigschleudern des Honigs aus der Erba-Insel mit Gast Christian

Weitere Tätigkeiten wie Einfütterung, Varroaauszählung, Behandlungen mit Ameisen- und Oxalsäure sowie im nächsten Jahr die Brutraumerweiterung möchte der junge Mann ebenfalls kennenlernen. Wir lassen uns gerne über die Schulter schauen, ganz klar.

Seine veganen Freunde konnte der angehende Jungimker zwar noch nicht von der Wertigkeit und Unabdingbarkeit der Bienenhaltung überzeugen, doch gelingt das sicherlich besser, wenn die nunmehr und künftig gesammelten Informationen gewissenhaft den „Selbsttätigkeitstest“ überstanden haben. Wir sind da guter Dinge und wünschen schon jetzt viel Geduld in allen damit verbundenen Dingen und natürlich viel Freude an dieser Art der sinnvollen (Freizeit-)Tätigkeit.

Fotogalerie Entdeckeln und Schleudern Standort „Erba-Insel“ sowie Abfüllen „Sternwarte“

Sternwarte „studiert“ Imkerei

Zwei Bienenstöcke an der Sternwarte BambergVon der Astronomie zur Imkerei in wenigen Minuten. Die Studierenden unter Prof. Horst Drechsel an der Dr. Karl Remeis-Sternwarte Bamberg benötigten nur wenige physische wie praktische Schritte, um einen Teil der Arbeiten eines Imkers kennenzulernen. Denn direkt hinter dem Institutsgebäude mit seiner markanten Sternwarte stehen zwei unserer Völker, die als Lehrbienen ihren Dienst tun und außerdem wunderbaren Bamberger Lagenhonig schenken.

Studentin zieht HonigwabeDie praktischen Schritte waren rasch erläutert. Und Ruckzuck sind die vollen Honigwaben aus den Beuten emporgehoben, die wenigen noch ansitzenden Bienen abgekehrt und in die bereitstehenden Boxen gestellt. Nächste Woche kehren wir mit der entdeckelten, geschleuderten und abgefüllten goldenen Ware wieder.

Student zieht HonigwabeGefreut hat uns dabei auch, dass einer der Studierenden des vergangenen Jahres wieder mit von der Partie war. Wir hatten unserer Hoffnung diesbezüglich ja bereits letztes Jahr in unserem Bericht artikuliert. Und wir wurden nicht darum betrogen. Denn heuer wollte Christian es genauer wissen und kam am Tag nach der Ernte des 22.07.2016 zu uns in den Obstmarkt, um das Verarbeiten zu lernen. Doch dazu in einem der nächsten Beitrag mehr – see you!

Fotogalerie Honigernte Sternwarte 2016

Stegaurach Klasse 4 zu Gast in der Bienen-InfoWabe

Bienen-InfoWabe (BIWa) Juli 2016Wie bereits die 7. Klasse der Maria-Ward-Schule Bamberg durften auch eine 4. Klasse aus Stegaurach sich an einem Schulbienenunterricht als Dank für ihre Spendensammelaktion für den Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bamberg erfreuen.

Frau Dremel führte ihre Schar am 21.07.2016 bei sonnigem Wetter in den Erba-Park, wo wir sie in der Bienen-InfoWabe (BIWa) begrüßten. Zu sehen gab es in und um die BIWa reichlich. Neben imkerlichen Gerätschaften auch echte Bienen an unserem angeschlossenen Lehrbienenstand ganz in der Nähe. Und das geschah im Einzelnen:

  1. Warum sind Honigbienen so wichtig für unser Leben?
  2. Wo wohnen Bienen?
  3. Wo entsteht der Honig und wo ziehen Bienen ihre Kinder groß?
  4. Was macht ein Imker, eine Imkerin?
  5. Wie vermeidet man es, gestochen zu werden?
  6. Was arbeitet eine Biene im Ablauf ihres Lebens?
  7. Filmsequenz „Aus dem Leben der Honigbiene“ (FWU-Film)
  8. Rätsel zur Sequenz „Die Bienen, der Mensch, die Umwelt“
  9. Besuch des Lehrbienenstands: Wir unterscheiden weibliche und männliche Bienen mit Hilfe der Schaufensterbeute
  10. Echte Bienen auf einem Wabenrähmchen aus dem Bienestock näher betrachten
  11. Honig naschen aus der Bienenwabe

Schön, dass ihr da wart! Und falls ihr wieder einmal Spenden sammeln geht – wir freuen uns natürlich immer, wenn es hin und wieder zugunsten der Bienen geschieht. Denn sie sind weiterhin in Gefahr und brauchen Unterstützung, zum Beispiel durch Lobbyarbeit und Unterrichtung der Bevölkerung, ob kleine oder große Leute. Danke, Frau Hertrich vom BUND für diese gute Idee, sie zu uns zu führen!

Falls Sie, liebe Erziehungsberechtigte, eines der Fotos in höherer Auflage möchten, wenden Sie sich bitte an uns. Aber auch, falls Sie möchten, dass wir eines der Fotos mit Ihrem Kind herausnehmen sollen, was wir umgehend veranlassen.

Bienenauffütterung (III): Brauner versus weißer Zucker

[Forts. der Beiträge „Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt“ | Bienenauffütterung (I): Bio-Zucker versus konventioneller Zucker | Bienenauffütterung (II): Weitere Zuckerarten]

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergDie Wintereinfütterung von Bienen ist ein elementares, immer wieder diskutables Thema und von hoher Wichtigkeit für den Erhalt und die adäquate Pflege von Bienen. Sie ist von jedem Imker für sich selbst zu lösen.

Wir versuchen so eingängig wie möglich, doch auch so differenziert wie nötig über den „State of the art“ zu informieren. Die Vorlage zu unserem auf insgesamt vier Teilen angelegten Beitrag bot der Tierwirt und Bienenfachwart Henrik Arndt in seinem Vortrag in Bamberg zum Thema „Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht“ am 10.07.2016 in der Bienen-InfoWabe.

Wir gehen der Frage nach, worin der Unterschied zwischen braunem und weißem Zucker als mögliche Einfütterungsquelle besteht.

Hintergrund

Beide Zuckerarten – also sowohl der weiße als auch der braune – werden aus dem Zuckerrohr oder der Zuckerrübe hergestellt. Die Pflanzen werden gewaschen, zerkleinert, gekocht und gepresst. Durch Eindicken entsteht einen Sirup, der zu braunem Zucker und flüssiger Melasse auskristallisiert. Durch mehrmaliges Aufbereiten des Zuckers – man spricht vom Aufreinigen – wird dem Zucker die noch enthaltene Melasse entzogen, und zwar so lange, bis man weißen Raffinadezucker erhält.

Brauner Zucker ist also eine Art Zwischenprodukt. Die braune Farbe kommt von den noch enthaltenen Melasseresten. Je dunkler der Zucker, desto mehr Melasse enthält dieser. Die Melasse ist mineralstoffhaltig. Daher gilt die Farbe des Zuckers als ein Gradmesser für den Gehalt an Mineralstoffen: je dunkler, desto mehr Mineralstoffe.

Weißem Zucker

Zur Winterauffütterung von Bienenvölkern wird nach wie vor weißer (raffinierter) Zucker bevorzugt. Weißer Zucker ist reiner Zucker ohne Mineralstoffe. Und das ist auch beabsichtigt. Denn: Ist das Winterfutter mineralstoffreich, kann dies zu einer ruhrartigen Krankheit des Bienenvolkes führen, da die Mineralstoffe die Kotblasen der Bienen belasten. Vor allem in strengen Wintern, die keine Möglichkeiten zu Reinigungsflügen bieten, wirkt sich das negativ aus. Weißer Zucker dienst folglich der Prophylaxe vor Durchfall und kann somit ein Beitrag zur Unterstützung der Bienengesundheit sein.

Brauner Zucker

Die Verwendung von hellbraunem, also mineralstoffarmen Zucker zur Winterauffütterung ist im Grunde eine reine Frage des Preises. Brauner Zucker ist in der Regel (vom geringeren Produktionsaufwand her gesehen unlogischerweise) teurer als weißer Zucker. Stichworte: Marktregulierung, Preisabsprachen, Verbraucherbedarf. Man beachte: Brauner Zucker ist nicht automatisch auch Bio-Zucker! Zu dem kommen wir jetzt deshalb noch einmal in einem extra Absatz.

Brauner versus weißer Bio(!)-Zucker

Interessant ist der Vergleich weißer zu braunem Zucker im besonderem Maße für zertifizierte Bio-Imkereien. Dann aber natürlich nur im Vergleich ‚brauner Bio-Zucker zu weißem Bio-Zucker‘.

Der braune Bio-Zucker in der Qualität „extra light“ (zum Beispiel von Hipp) ist erheblich preisgünstiger als weißer Bio-Zucker. Die Qualität „extra light“ ist ein hellbrauner Zucker. Die helle Farbe verrät, dass der Mineralstoffgehalt gering ist (relativ gesehen zu dunkelbraunem Zucker). In Anbetracht dessen, dass in Mitteleuropa die Winter tendenziell eher milder werden und somit die Bienen auch mitten im Winter reichlich Gelegenheit zu Reinigungsflügen haben, spricht also nichts gegen die Aufütterung mit hellbraunem (Bio-)Zucker.

Das Fazit …

… aus allen unseren vier Beiträgen zur Sommerpflege und Wintereinfütterung, Thema Zucker, darf und muss jede/r Imker/in für sich selbst ziehen.

Bei Diskussionen ist in aller Regel argumentationsführend bzw. gewichtend:

  • die eigene Einstellung zu „Bio“, die ihrerseits viel diskutables aufweist (ökologischer Fußabdruck, Fairtrade, Fundamentaleinstellung etc.)
  • der Kosten-/Nutzen-/Ermöglichungsfaktor (Was will ich minimal, maximal erreichen?)
  • die Rahmenbedingungen (Einkaufsmöglichkeiten, Anzahl der Stöcke, Erreichbarkeit, Mobilität, körperliches Befinden, schulischer Einsatz, Personalressourcen, …)

Weniger diskutabel ist die Bienengesundheit. Denn davon gehen wir aus, dass deutsche Imker/innen sie immer im Blick haben. Wir jedenfalls kennen keine/n Imker/innen, der seine bzw. ihre Völker nicht achten oder gar lieben würde. Doch was genau für Bienen gesund und ungesund ist, ist noch lange nicht ausreichend erforscht. Und genau vor diesem Hintergrund machen wir uns alle das Thema absolut nicht leicht. Toll, dass Sie uns lesend bis hierher gefolgt sind. Falls Sie jetzt noch einen ganz eigenen Aspekt einbringen möchten … nur zu!

Alle Artikel zum Thema Bienenauffütterung mit Zucker

Bienenauffütterung (II): Weitere Zuckerarten

[Forts. der Beiträge „Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt“ und Bienenauffütterung (I): Bio-Zucker versus konventioneller Zucker]

Selbst angerührtes und industriell gefertiges Zuckerwasser bzw. -sirup

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergEin Volk mit einem bereits vorgefertigten, flüssigen Bienenfutter wie Apiinvert® lässt sich vor allem Zeit sparen, so der Tierwirt und Bienenfachwart Henrik Arndt in seinem Vortrag in Bamberg zum Thema „Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht“ am 10.07.2016 in der Bienen-InfoWabe

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu selbst angerührtem Zuckerwasser verdirbt die angerissene Packung nicht, so dass das mühselige Ausrechnen der vorzubereitenden Menge einem Schätzwert weicht. Vor allem, wer viele Stöcke und/oder an unterschiedlichen Standorten hat, wird diese Arbeitserleichterung gerne annehmen. Wer mehr Wert auf sparsames Imkern legt, dem wird das „teure Wasser“ eher nicht taugen.

Den Vergleich mit vorgefertigtem flüssigen Zucker aus der Packung braucht das Self-made-Verfahren nicht zu scheuen. In Versuchen hätte das selbstgerührte Zuckerwasser am besten abgeschnitten [Anmerkung: unbelegte Quelle].

Futterteige

Eine weitere Einfütterungsmöglichkeit ist der Futterteig (z. B. Apifonda®), der als Hauptbestandteil – wie auch der weiße Industriezucker – Saccharose (=Zweifachzucker) beinhaltet. Allerdings brauchen sie zur Aufnahme viel Wasser, die Völker sollten also nicht gerade in trockenen und / oder sehr winterkalten Gegenden aufgestellt sein.

Für und Wider der Anreicherungen

Dass zu viel Inhaltsstoffe, wie Mineralien, ungewollt Durchfall bei Bienen bewirken kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Daher auch dier Appell, Bienen keinesfalls auf Waldhonig, der sehr mineralstoffhaltig ist, über den Winter sitzen zu lassen.

Das Anreichern mit wohlmeinenden Stoffen ist eine imkerliche „Haltungsfrage“.  Zusätze wie „Bienentee“ (der Blogger „Imkerpate“ hat dazu etwas in seinem Beitrag „Flüssigfutter für Bienen“ beschrieben) oder auch eine 0,5-prozentige Salzbeigabe sieht Henrik Arndt als eher unnötig, jedoch wohl nicht als schädlich an.

Für und Wider brauner Zucker

Siehe dazu im nächsten Beitrag „Bienenauffütterung (III): Brauner versus weißer Zucker“

Alle Artikel zum Thema Bienenauffütterung mit Zucker

Bienenauffütterung (I): Bio-Zucker versus konventioneller Zucker

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergNicht zuletzt, damit auch wir selbst endlich Klarheit erlangen, wie sich das mit der Zuckerauffütterung von Bienen tatsächlich verhält, luden wir den Tierwirt und Bienenfachwart aus Schönsreuth bei Lichtenfels, Henrik Arndt, zu uns nach Bamberg zum Thema „Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht“ in die Bienen-InfoWabe ein.

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergHier unser zweiter Mitschrieb zum Vortrag „Bio- versus konventioneller Imkerei“ vom 10.07.2016 des erfahrenen Naturland-Erwerb-Imkers, der außerdem als Zertifizierer tätig ist. Da überwiegend mit konventionellem Zucker eingefüttert wird (weitere Zuckerarten im Teil 2), stellen wir es aus der Sicht von Pro und Contra Bio-Zucker dar. Das alles kann natürlich auch andersherum gelesen werden, was nichts an den Tatsachen ändert.

Hintergrund

  • Nach der Honigernte im Juli muss einem Bienenvolk ausreichend Nahrung für den Winter durch Auffütterung zugeführt werden. [siehe dazu Blogbericht Teil 1.]
  • Klassische Methode: Verwendung von (raffiniertem) Haushaltszucker
  • Alternative: Verwendung von (raffiniertem) Haushaltszucker in Bio-Qualität.
  • Erfahrungen und Versuche [Anm.: vom Vortragenden unbelegt] zeigen, dass es den Bienen egal ist, ob bio oder nicht-bio.
  • Chemisch gesehen ist der Haushaltszucker in Bio-Qualität identisch mit konventionellem Haushaltszucker.

Verwendung von Bio-Zucker – PRO

  • Für die Verwendung von Bio-Zucker spricht, dass damit eine Landwirtschaft unterstützt wird, die nach bio- bzw. ökologischen Grundsätzen arbeitet, die zudem ohne oder mit weniger Pflanzenschutzmittel auskommt, Monokulturen vermeidet und Äcker eventuell mit Blühstreifen angelegt sind. Dies alles kommt auch den Bienen zugute!

Verwendung von Bio-Zucker – CONTRA

  • Gegen die Verwendung von Bio-Zucker spricht der Preis. Bio-Zucker kostet das ca. 1,5- bis 2-fache des konventionellen Zuckers. Für den Endverbraucher ist das Zustandekommen des Zuckerpreises wenig transparent, da der Zuckermarkt mit Produktionsquoten stark reguliert ist (siehe Europäische Kommission, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zum Thema „Zucker“).
  • Zwar wäre der höhere Preis eigentlich kein Problem, würden die Verbraucher diesen akzeptieren, so, wie sie bereitwillig den überteuerten Manukahonigpreis zahlen.
  • Sofern Bio-Zucker nicht aus heimischer Ernte lieferbar ist, sind die sozialen Bedingungen bei der Produktion zu hinterfragen, Stichwort: fairetrade.

Weiterführende Literatur

„Zuckerrübe oder Zuckerrohr – Wer gewinnt das süße Rennen?“ – Bedenkenswertes  (PDF)

Über weitere Zuckerarten siehe nachfolgenden Beitrag.

Alle Artikel zum Thema Bienenauffütterung mit Zucker

[Geringfügig ergänzt am 31.12.2024]

Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergDer Vortragsbogen zur BIWa-Sonntagsöffnung am 10.07.2016 spannte sich von der Auffütterung bis zur Zuckerwahl und gewährte dem runden Dutzend Zuhörenden einen tiefergehenden Einblick in die Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht. Der gelernte Tierwirt und Bienenfachwart aus Schönsreuth bei Lichtenfels, Henrik Arndt, stellte sich dabei ohne Zögern den kritischen Fragen aus dem Publikum. Denn es ist nach wie vor für viele Imker/innen nicht eindeutig geklärt, ob bei der Ernte Honig im Stock zu belassen ist und wenn ja wie viel.

Wie viel Honig muss im Stock verbleiben?

Henrik Arndt empfiehlt, nicht nur wie von „Brüssel“ empfohlen, 3 Kilo, sondern eher 5-6 Kilo Honig im Stock zu belassen. Frisch eingetragene Linde, erkennbar an dem hellem und sehr flüssigem Honig, sollten ungeerntet bleiben, da ohnehin zu wasserreich.

Falls die Auffütterung mit Kohlehydraten in Betracht kommt – was der Naturland-Imker klar bejaht – ist die nächste Frage: Haushaltszucker aus der Rübe oder Biozucker aus Südamerika, Futtersirup oder Futterteig, Ohne alles oder mit Salz im Tee …? Doch bevor wir in einem extra Weblogbeitrag darauf zu sprechen kommen (schon allein des hohen Berichtsumfanges wegen), beginnen wir am besten von vorne.

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergZunächst erläutert unser Imkerkollege, ab wann mit der Einfütterung begonnen werden sollte. Natürlich nach dem Abschleudern, also nach der letzten großen Tracht, die in unseren Breiten zumeist die Winterlinde trägt. In Bamberg ist sie fast schon vorbei. (Daher schleudern auch wir ab dem nächsten Sonntag bis einschließlich 02.08.) Einen kurzen Exkurs bietet er zu dem nicht gern gesehenen Neophyten, dem reichlich Nektar und Pollen tragenden Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera).

Einfütterung der Völker vor der Varroabehandlung?

Falls die Waben nicht komplett abgeschleudert wurden – was der Fachwirt nicht empfiehlt – muss vor der Varroamilbenbehandlung eingefüttert werden. Laut Bioverordnung mit 3 Kilo Zucker, laut Henrik Arndt mit 5-10 Kilo Zucker. (Wir füttern daher nicht auf, da wir locker bis zu 5 Kilo, also zwei volle Waben, unberührt lassen, zusätzlich zu den Futterkränzen über der Brut.)

Der Zucker kann ohne weiteres in heißem Wasser eingerührt werden, da er schnell wieder abkühlt, also keine Gefahr von HMF, Hydroxymethylfurfural, besteht. (Anmerkung: Was in Abwesenheit von Säure, die früher zur Invertierung von Zucker beigegeben wurde, ohnehin nicht entsteht. Die Aufspaltung in Trauben- und Fruchtzucker, also eben nicht Sacharrose, käme dem Nektareintrag am ähnlichsten. Wer das so praktizieren mag, kauft ohnehin eher Futtersirup.)

Das Mischungsverhältnis von Zucker zu Wasser wird empfohlen mit 1:1 (bei der ersten Einfütterung) und 3:2 (besser bei der zweiten Einfütterung), eventuell auch milchsauer vergoren. Eine Zuhörerin war darüber etwas erstaunt, denn ihr Imkerpate empfahl ihr eine Mischung von 2:1. Kann man machen, der Zucker ist jedoch sehr schwer aufzulösen.

Nach der Varroabehandlung

20-22 Kilo Zucker sind geboten. Allerdings kommt es darauf an, wie viel Honig bereits in den Völkern eingelagert ist. Stures Einfüttern ist also keine gute Idee. (Wir füttern etwa 20 Kilo Zucker zu. Mit Wasser beträgt das Gewicht bei einem Verhältnis von 3:2 folglich 33,33 Kilo.)

Alles weitere zu den verschiedenen Zuckerarten, wie gesagt, im nächsten Beitrag.

Alle Artikel zum Thema Bienenauffütterung mit Zucker

„Mir hat alles am besten gefallen!“ Förderverein der Hainschule ermöglicht Bienenunterricht

30_165001-Hainschule-Fv-Schulbienenunterricht-LehrbienenstandÜberwiegend Schüler der zweiten Klasse nahmen am 07.07.2016 das Kursangebot „Wo die Bienen wohnen und sie sie Honig machen“ des Fördervereins der Hainschule Bamberg wahr. Außerdem die beiden Kinder (1. und 4. Klasse) von Fördervereinsmitglied Anja Pillipp, Lehrerin in Elternzeit und Gattin unseres Bienenpaten Bernd Pillipp. So freuten wir uns sozusagen über eine Doppelbegegnung, die den Synergieeffekt von Patenschaften und Kooperationen bestens unter Beweis stellt.

32_165122-Hainschule-Fv-Schulbienenunterricht-LehrbienenstandEinen Beweis mussten auch unsere Bienen antreten, nämlich, dass sie leckeren Honig herstellen können! Es dauerte nicht allzu lange und bedarf auch keiner Überredungskunst, bis die Fingerchen der Schüler in der Wabe landeten und am Lehrbienenstand im Erba-Park frischer Honig geschleckt werden konnte.

10_160708-Hainschule-Fv-SchulbienenunterrichtVorher jedoch gab’s natürlich den obligatorischen Grundkurs in Sachen Bienen, Bienenstiche und wie sie vermeidbar sind, sowie die Vorgangsbeschreibung der Bienenpflege und Honigernte, also des Imkerns.

Dreistufenplan als didaktisches Mittel zur Bienenannäherung

Wie immer verfahren wir didaktisch nach einem Dreistufenplan des Anschauungsunterrichts. Erst Erläuterungen mit Hilfe von Fotos und Gegenständen (Imkerwerkzeug, Bestäubungsvergleich durch Plakate und Apfelkorb etc) und der Lernbienenbeute, gefolgt von der Schaufensterbeute, die bereits in der Nähe des Lehrbienenstandortes auf einem Tisch auf uns wartete.

01_154433-Hainschule-Fv-SchulbienenunterrichtSo gelangen wir Schritt für Schritt zu einem Verstehen, das in Vertrauen und letztendlich ins Versuchen mündet. Honig versuchen und der Versuch, ohne Angst die braven Ammenbienen bzw. Honigumtragebienen zu streicheln. Denn in der Zeit dieser beiden Aufgaben sind Bienen generell nicht stechwillig.

08_160616-Hainschule-Fv-SchulbienenunterrichtDass diese Schritte notwendig und gelungen sind, sehen wir auch immer an den Gesichtern der Kinder. Während ihre Mimik in unserem „grünen Klassenzimmer“, der Bienen-InfoWabe am Bieneweg 1, zunächst noch als „neutral“ zu interpretieren ist, steigert sich die Neugierde und das Interesse bereits schon bei der imkerlich professionellen Entgegennahme der Mittelwandrähmchen – also immer an den oberen beiden Wangen, – gefolgt von der dicken, schweren Honigwabe.

11_163348-Hainschule-Fv-Schulbienenunterricht-LehrbienenstandEin konzentrierter Ausdruck dann bei den echten Bienen, die sich noch hinter Plexiglasscheiben den Blicken der Kinder aussetzen. Das Gekrabbel ist einfach gewöhnungsbedürftig und kann bei sensiblen Kindern auch schon mal als bedrohlich erlebt werden. Sobald das ausgiebige Betrachten nachlässt und noch bevor Langeweile aufkommen kann, setzen wir die Bienenwabe miteinander zurück.

Von Angesicht zu Angesicht – Bienen am Lehrbienenstand

16_164245-Hainschule-Fv-Schulbienenunterricht-Lehrbienenstand34_Hainschule-Fv-Schulbienenunterricht-LehrbienenstandVon Faszination über Aufregung bis zu absoluter Begeisterung reicht am offenen Bienenstand das Mienenspiel der Kinder, die mal mehr, mal weniger schnell bereit sind, den Versuch zu wagen, die herumgereichten Rähmchen mit ansitzenden Bienen selbst zu halten. Doch sobald es die ersten Kinder geschafft haben, geht’s immer hurtiger voran. Beim schlussendlichen Honigschlecken können sie sich dann kaum mehr bremsen und haben keinerlei Scheu mehr vor den zwischen ihren Fingern herumlaufenden Bienen.

25_164633-Hainschule-Fv-Schulbienenunterricht-LehrbienenstandIn wenigen Stunden also sind früher erlittene Bienenstiche vergessen und stattdessen der freundschaftliche Bund zwischen Bienen und Mensch neu bzw. wieder geschlossen worden. Auf die Frage einer Mutter, die ihre Tochter abholte, ob sie denn nun Bienen als Haustier haben möchte, schoss denn auch sofort ein begeistertes „JA!“ hervor. Natürlich wollten wir in der Schlussrunde wissen, was den Kindern denn am besten am heutigen Nachmittag gefallen hätte. Klar, das Honigschlecken. Doch ein Kind meinte entschieden: „Mir hat ALLES am besten gefallen!“ So soll es sein.

Toll, dass es der Förderverein der Hainschule ermöglicht hat, dass ihr heute bei uns wart! P. S.: Und vielen Dank für die netten Mitbringsel! Einen eigenen Blogbeitrag dazu gibt’s noch in diesem Monat dazu.

Lichteneicheschulklasse 1c auf Bienensuche

3954-Lichteneiche-1c-Schulbienenunterricht-Gruppe

01210-Lichteneiche-1c-Schulbienenunterricht-HonigwabeDie Lichteneicheschule aus Memmelsdorf bei Bamberg zu Gast in der Bienen-InfoWabe (BIWa) am 05.07.2016. Wie auch bereits die beiden ersten Besuche der 1a und 1b in diesem Jahr gab es für die 26 Schüler jede Menge zu erfahren. Wie die Biene aussieht, warum wir sie brauchen, wie sie lebt und was ein Imker macht, das alles wurde im lockeren Unterrichtsgeschehen und unter Zuhilfenahme von allerlei Gegenständen erläutert. Eine Schülerin konnte sogar schon recht genau erklären, wie das Entdeckeln funktioniert – alle Achtung!

2854-Lichteneiche-1c-Schulbienenunterricht-WieseEine Exkursion auf die vor der BIWa liegenden Kleewiese, in den Interkulturellen Garten und zu unserer kleinen Bienenweideparzelle rundeten die Theorie ab. Glücklicherweise hat das Gartenamt noch ein wenig Weißklee stehen gelassen, so dass wir jede Menge Bienen fanden, die sich bei der ansosten recht trachtarmen Zeit am Nektar erfreuten. Und wir uns mit ihnen mit!

1533-Lichteneiche-1c-Schulbienenunterricht-LesenKlassenlehrerin Frau Friedmann bekam am Ende der Stunde für ihre Erstklässler das kleine Büchlein „Ich habe einen Freund, der ist Imker“ zum Vertiefen des Stoffes entliehen – für jedes Kind eines. Aber auch ein weiteres Rätsel, für alle ein kleines duftendes Wabenstück und ein Mini-Büchlein zum Behalten. Wir freuen uns sehr, dass wir so großzügig sein dürfen. Der Unkostenbeitrag macht es möglich, und natürlich die eine oder andere Spende. 

So haben wir aktuell wieder mehrere Sachbücher angeschafft, um die Lehrkräfte zu versorgen. Denn auch, wenn wir im neuen Jahr von Erstklassführungen absehen, so wollen wir sie dennoch nicht ganz im Regen stehen lassen. Jede Lehrkraft kann sich bei uns ausgiebig, zum Beispiel an den BIWa-Sonntagsöffnungen, informieren und erhält Tipps für den Unterricht über Bienen. Wem das dennoch nicht ausreicht, sollte einfach mit den zweiten Klassen zu uns kommen. Dann sind die Kinder auch schon viel aufnahmebereiter für ein zugegebenermaßen anspruchsvolles Thema, das nun mal weit über die Biene-Maja-Story hinausgeht. Wir hoffen, dass dennoch etwas hängen bleiben wird und wir die eine oder andere eines Tages als Jungimker/in wiedersehen werden!

Falls Sie, liebe Erziehungsberechtigte, eines der Fotos in höherer Auflage möchten, wenden Sie sich bitte an uns. Aber auch, falls Sie möchten, dass wir eines der Fotos mit Ihrem Kind herausnehmen sollen, was wir umgehend veranlassen.