Bienen-Stell-dich-ein im Hainpark Bamberg

Ihr erinnert euch an die Salweiden-Pflanzaktion vom Dezember 2013? Damals kam das Gartenamt Bamberg unkompliziert unserem Vorschlag nach, etliche männliche wie weibliche Salweiden im Stadtgebiet, genauer gesagt, an den Hollergraben im Bamberger Hainpark zu setzen. Und es hat sich gelohnt!Honigbiene an Salweide im Hainpark Bamberg, Hollergraben

Ein kleines Infoschild am Drahtgeflecht klärt auf, wie wichtig die Erstlingsnahrung der pollenreichen Salix caprea für Honigbienen ist und dass man keine Zweige, beispielsweise für den Osterstrauß, abschneiden solle. Die meisten halten sich daran, zum großen Frühlingsglück für Insekten aller Art.

Neben zahlreichen Honigbienen und Fliegen entdeckten wir diese Woche auch die lila-blau-schware Holzbiene (Xylocopa) (leider kein Foto) sowie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) mit ihrem rotbepelztem Hinterleib. Alle waren derart emsig, dass es kaum gelang, sie in Ruheposition zu fotografieren. Aber ein paar nette Bilder sind’s doch geworden.

Viel Vergnügen beim Ansehen!

Wieso, weshalb, warum … die Bienenfragen der Wunderburgschule

Kinder und ihre BienenfragenDie Klasse 2b der Wunderburgschule gab uns eine ganze Reihe von Fragen mit nach Hause. Wir versuchen nun, einigermaßen altersgerecht zu antworten und sind dabei von ihrem gegenwärtigen Erlebnisbereich (Apis mellifera, die Westliche Honigbiene) und auch von unserer Schwerpunktsetzung ausgegangen. So mussten wir die vielen anderen Bienenarten erst einmal außen vor lassen, wo so manche Antwort völlig anders ausgefallen wäre. Und manches werden die Schüler erst später so richtig begreifen, ganz klar. Doch in der dritten Klasse, wenn „Bestäubung“ auf dem Stundenplan steht, erinnern sie sich vielleicht sogar wieder – da war doch was?!

Viel Vergnügen bei den Antworten! (Und bitte nicht auf den Millimeter genau nehmen! Selbst die besten Quellen widersprechen sich beispielsweise bei den Größenangaben der Bienenarten.)

  • Warum sammeln Bienen Nektar?

Die Bienen sammeln Nektar, um daraus Honig zu machen. Der Honig dient den Bienen als Futter.

  • Wie viele Zähne haben Bienen?

Bienen haben keine Zähne wie wir Menschen. Sie können trotzdem beißen. Ihre Beißwerkzeuge (Mandibeln) sehen ein bisschen aus wie Zangen oder wie die beiden Reißzähne von Dracula.

  • Warum haben Bienen einen Stachel?

Bienen haben einen Stachel, um sich gegen Feinde verteidigen zu können.

  • Wie kriegen die Bienen den Nektar wieder aus dem Rüssel raus?

Die Biene nimmt mit ihrem Rüssel den Nektar auf und schluckt ihn hinunter. Der Nektar wird in der Honigblase (Kropf) gesammelt. Im Bienenstock „würgt“ sie den Nektar aus der Honigblase wieder hervor. Sie gibt ihn über den Rüssel an andere Bienen weiter oder legt ihn in einer Wabe ein. Weil der Nektar feucht ist, rinnt der gut vom Rüssel wieder herunter.

  • Was fressen die Bienen?

Sie fressen Nektar, Pollen, Honigtau (die süßen Ausscheidungen von Insekten) und Honig. Zum Trinken nehmen sie Wasser.

  • Warum sammeln die Bienen Honig?

Die Bienen sammeln Nektar, keinen Honig. Aus dem Nektar stellen die Bienen dann den Honig her. Den Honig brauchen sie als Futter.

  • Warum fliegen die Bienen nicht im Winter?

Im Winter ist es oft zu kalt zum Fliegen. Honigbienen können erst bei ca. 10 Grad Celsius ihre Flügel bewegen. Es gibt auch nur wenig Blüten im Winter, die die Bienen besuchen könnten. Die Hummel, die auch eine Biene ist, kann allerdings bei kühleren Temperaturen fliegen, weil sie durch ihr dichtes Fell besser geschützt ist.

  • Wie laut summt eine Biene?

Eine einzelne Biene summt nicht sehr laut. Doch ein ganzer Schwarm kann richtig laut werden. Das hört sich dann fast so an wie das Brummen eines ferngesteuerten Spielzeugautos.

  • Wie alt kann eine Biene werden?

Eine Arbeitsbiene wird im Sommer nur ungefähr 3 bis 4 Wochen alt. Über den Winter kann eine Biene 6 bis 8 Monate alt werden. Die Königin lebt bis zu 4, manchmal sogar 6 Jahre. Drohnen leben nur wenige Monate und sterben noch vor dem Winter.

  • Warum ist die Bienenkönigin so dick?

Eine Bienenkönig muss ganz viele Eier legen. Daher hat sie einen längeren Körper. Dick ist sie jedoch nicht.

  • Warum haben die Bienen eine Bienenkönigin?

Die Bienenkönigin ist die einzige Biene im Stock, die Eier legen kann.

  • Können die Bienen Wasser vertragen?

Ja. Bienen brauchen Wasser, genau wie alle Lebewesen.

  • Wie groß ist eine Biene?

Die Königin wird etwa 15 – 22 Millimeter lang, sie ist die größte der Bienen. Die männlichen Bienen (Drohnen) werden 13 bis 17 Millimeter groß. Die kleinsten sind die weiblichen Arbeiterbienen mit 11 bis 15 Millimeter. Das gilt aber nur für Honigbienen. Die Wildbienen sind oft kleiner, die Hummeln sind dicker.

  • Wie alt kann eine Bienenkönigin werden?

Bis zu 4 Jahren, manchmal auch bis zu 6 Jahren.

  • Wie alt ist die älteste Bienenkönigin der Welt?

Das kann niemand so genau sagen.

  • Warum leben Bienen in einem Volk?

Die Honigbienen leben in einem Volk, weil sie zu den staatenbildenden Insekten gehören. Sie können alleine nicht überleben.

  • Haben Bienen Augen?

Ja. Zwei große Facettenaugen an den Kopfseiten und 3 Punktaugen an der Stirn.

  • Wo kommen die Bienen her?

Die Welt hat nicht immer so ausgesehen wie heute. Der Ursprung der meisten Tiere liegt in Afrika, der einmal ein „Ur-Kontinent“ war. Die Ur-Biene wanderte also von Afrika nach Europa und Asien. Die Bienen gab es schon vor 110 Millionen Jahren, als die Dinosauerier lebten. Den Menschen gibt es erst seit 200.000 Jahren.

  • Wieso haben die Bienen Flügel?

Damit sie von Blüte zu Blüte fliegen können, beispielsweise in einem Apfelbaum. Dort holen sie sich ihre Nahrung.

  • Warum kann eine Biene Honig machen?

Die Bienen brauchen den Honig als Futter.

  • Warum gibt es Bienen?

Warum gibt es Menschen? Auch das weiß niemand genau. Manche sagen, weil Gott es so gewollt hat. Andere sagen, dass das ein Zufall ist. Doch wenn es Bienen nicht geben würde, wäre das sehr schade. Denn Bienen bestäuben Blüten. Wenn eine Blüte bestäubt wird, kann aus der Blüte eine Frucht werden, beispielsweise eine Kirsche oder ein Apfel.

  • Wieviel Bienen gibt es?

In einem Bienenvolk leben im Sommer ungefähr bis zu 50.000 Bienen. Im Winter leben ungefähr 10.000 Bienen. In Deutschland gibt es ungefähr 1 Million Bienenvölker.

  • Wieso werden die Bienen (agro) agressiv?

Bienen werden nur aggressiv, wenn man sie reizt und wenn sie glauben, dass ihr Volk in Gefahr ist.

  • Warum summen die Bienen?

Weil sie ihren Text vergessen haben (Scherz). Die richtige Antwort ist: Das, was wir als Summen hören, ist die Bewegung der Flügel. Je schneller die Flügel schlagen, desto höher ist der Ton.

  • Was machen die Bienen?

Die Bienen sammeln Pollen und Nektar und machen Honig. Sie bestäuben dabei Pflanzen, die wir Menschen brauchen, zum Beispiel Obst und Gemüse. Bienen machen unsere Welt schöner und reicher.

Und ihr auch, liebe Schülerinnen und Schüler der Wunderburgschule! Danke für euer Interesse an der Bienenwelt!

Veitshöchheimer Imkerforum (6): Klimabäume auch für Bienen

Referent Klaus Körber, Veitshöchheimer Imkerforum 2016„Stadtbäume im Klimawandel“: Die Prognose für Würzburg lautet: 59-70 Hitzetage und CO2-Werte von 280-400 ppm, so Klaus Körber, Leiter der Abteilung Gartenbau in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG, in seinem Vortrag anlässlich des Veitshöchheimer Imkerforums (s. a. Nachbericht).

Einheimische Bäume haben es seit einigen Jahren schwer. Der Klimawandel macht ihnen zu schaffen. Nicht alle kommen mit Wetterextremen zurecht. Einer ganzen Reihe der häufigsten Bäume Deutschlands wird’s in den Sommermonaten zu heiß oder in den Winternächten zu kalt. Das Ulmensterben ist bekannte Tatsache, der Bergahorn mag Streusalz nicht, die Esche ist pilzanfällig, …

Andere, nichtheimische Baumarten kommen oft besser mit unserem veränderten Klima zurecht. Doch manch‘ einer verteufelt ihre Einführung und vergisst dabei, dass auch Roteiche, Scheinakazie (fälschlich als „Robinie“ bezeichnet), Schwarzkiefer und Kastanie einstmals eingebürgert wurden. (Literaturtipp: Stihl Baumlexikon)

Um dem Klimawandel Rechnung zu tragen, wurde das Projekt Stadtgrün 2021 ins Leben gerufen. Viele neue Baumarten sind – oftmals von Bürgern und Passanten unbemerkt – bereits im Stadtgebiet von Würzburg, Hof/Münchberg und Kempten zu entdecken. Die Neulinge stehen unter wissenschaftlicher Beobachtung, um deren Eignung festzustellen.

Bienenfreundliche Bäume

Klaus Körber: Interessante Bienen-Bäume für zukünftige PflanzungenKlaus Körber rückte bei all den Baumbetrachtungen die Trachtmöglichkeiten für die Bienen in den Fokus. Nachfolgend eine kleine beschreibende Auswahl. Weitere Bäume sind in seiner Liste „Interessanten Bienen-Bäume für zukünftige Pflanzungen“ zu finden.

Im Mai und Juni reichlich und duftig blühend ist die in Südtirol beheimatete Manna-Esche, die sich zudem für kleine Gärten eignet. „Früher hatte man ihr den Saft abgezapft“, berichtete Körber und fügt verschmitzt hinzu: „Ich weess bloß ned, ob dafür oder dagegen“. [Anmerkung: Als Süßungsmittel „Mannitol“ bekannt, mit leicht abführender Wirkung.]

Der Goldraintree, über dessen deutschen Namen „Blasenbaum“ sich der Vortragende belustigt echauffierte, ist perfekt für heiße, trockene Regionen mit eher armen Böden geeignet. Mensch und Bienen dürften sich an seinen gelben Rispen des aus der Familie der Seifenblumengewächse stammenden Asiaten erfreuen.

Absoluter Favorit für Bienen ist – und es beweist der Name – der Bienenbaum, auch Bee Tree, Wohldurftraute und Duftesche (oder auch „Samthaarige Stinkesche“) genannt. Die Botaniker unter uns merken sich Tetradium danielllii oder Euodia hupehensis, auch Evodia und Tetradium. Als ich die Bezeichnungen nachrecherchierte, fiel mir wieder einmal der mehrmals mit Preisen ausgezeichnete Immengärtner Jaesch „unter die Finger“ (s. a. Bericht vom 24.7.2015 zum Veitshöchheimer Imkertag)

Toona sinensins, der Surenbaum, dürfte das Herz der Vegetarierer, Veganer und Rohköstler höher schlagen lassen. Der „chinesische Gemüsebaum“ sieht ein wenig aus wie unsere Eschen und scheint köstlich zu schmecken, wohl wie ein bekanntes Suppenwürzmittel.

Lindenfest Theuerstadt BambergGenerell eignen sich Lindenbäume aller Art gut für unsere Landen. Die Linde ist – mehr noch als die deutsche Eiche! – der deutsche Baum schlechthin. Die Linde ist im bekanntermaßen regenarmen Franken (speziell in der Bamberger Theuerstadt 😉 ) nicht wegzudenken. Schon immer hat sie sich tapfer durch die Jahrhunderte, eher: Jahrtausende geschlagen, sehr zur Freude unserer Bienen. Im besonderen empfiehlt Körber in seiner Liste fünf Lindenarten (Tilia), und zwar:

  • T. cordata ‚Rancho‘ (eine reichblühende Winterlinde)
  • T. henryana (August/September blühend, stark duftend)
  • T. mongolica (Trugdolden im Julli)
  • T. platyphyllos ‚Örebro‘ (blattlausarm, kleiner Baum mit weinblätterartigen Blättern)
  • T. tomentosa ‚Brabant‘ (Silberlinde, weiße Blattunterseite, daher gute Abstrahlung)

Honig für den Referenten Klaus Körber, überreicht von Dr. Stefan BergVielen Dank für den engagierten – und für die fünfte Jahreszeit angemessen launigen – Vortrag von Klaus Körber und seine Empfehlungsliste, die wir gerne (um die Trivialnamen erweitert) weitervermitteln werden. Zum Beispiel im Rahmen des Bienen-InfoWaben-Programms am 29.05.2015 zum Schwerpunktthema „Trachtpflanzen“ mit Herbert Beck.

Hier endet die Berichtsreihe zum wie immer hochinteressanten und mit kompetenten Referent/inn/en bestückten Veitshöchheimer Imkerforum vom 23.01.2016, zu dem wir am 28.01.2017 gerne wieder kommen werden.

Übersicht aller Beiträge zum Imkerforum:

Veitshöchheimer Imkerforum (1): Versuchsergebnisse (1) des Fachzentrums Bienen

Reinhold Burger in Veitshöchheim zum Imkerforum 2016Gemälde am Narrenhaus in VeitshöchheimDie weiße Wetterlage hielt uns nicht ab, dem diesjährigen Veitshöchheimer Imkerforum – Wissenschaft und Praxis im Dialog einen Besuch abzustatten. Das Forum fand am 23.01.2016 in der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau statt. Und es hat sich gelohnt. Die kompakt dargebotene Vielfalt und Aktualität der imkerlichen Themen sucht seinesgleichen.

Gemälde am Narrenhaus in VeitshöchheimSchön auch für uns, immer mehr bekannte Gesichter unter den Teilnehmenden zu erspähen. Und nicht nur das – sogar Prominenz ist in der Faschingshochburg anzutreffen, wenngleich auch nur als kürzlich erst entstandene Wandmalerei am hiesigen Narrenhaus.

 

Lernleistung unter Neonicotinoid-Einfluss

Referentin Dr. Ingrid IlliesOb Neonicotinoide oder nicht – es konnte kein Unterschied in der Lernleistung der untersuchten Pollensammlerinnen im Anschluss an eine Konditionierungsphase festgestellt werden, so das Resümee der Masterarbeit von Armin Görlich, vorgestellt von Dr. Ingrid Illies. Nicht untersucht wurde hingegen die Lebensdauer der insektizidbelasteten Bienen. DAS wäre sicher ebenfalls interessant gewesen.

Weitere Berichte aus der Versuchsarbeit waren nicht minder spannend, zuweilen überraschend, immer jedoch erhellend.

Die Kirschessigfliege und ein Worst Case Szenario

7562-Bienentagung-VeitshoechheimDie Auswirkungen der seit 2011 in Deutschland nachgewiesenen Kirschessigfliege „Drosophila suzukii“ (siehe auch Bericht vom 22.07.15), die reife(nde) Früchte mit ihrer Hinterleibssäge befällt und somit für bienenanlockenden Fruchtsaftaustritt sorgt, konnten im vergangenen sehr warmen und trockenen Jahr nicht wie geplant untersucht werden, da ihr dieses Klima nicht behagte.

Als Alternativversuch wurden Futterbehältnisse in den Weinbergen angebracht, die Zucker, Honig und roten Farbstoff enthielten, nebst dem Mittel „Combi Protec“, das gegen die Kirschessigfliegen als B1-Mittel üblicherweise eingesetzt wird. Was es nicht dürfte, falls Bienenbeflug auf dem Weinberg stattfindet. Was wiederum in der Praxis schwer feststellbar ist. Während des Versuchs wurden die alle 100 Meter angbrachten Behältnisse allerdings sehr rasch ausgesaugt. Was beweist, dass sich die Sammlerinnen wie magisch von süßen Düften angezogen fühlen. Nun, das war es eigentlich nicht, was getestet werden sollte (was jedoch ein durchaus wichtiger Nebeneffekt war.) Vielmehr wurden die heimkehrenen Sammlerinnen auf Spinosad untersucht. Und tatsächlich – sie enthielten signifikant hohe Rückstände. Die allerdings keinen nennenswerten Totenfall mit vergleichbaren Ständen aufwiesen.

Trachtpflanzen für Beet und Balkon

Ein von Dr. Friedgard Schaper in 2003 in Veitshöchheim installiertes Projekt, der „Intelligente Blumenkasten“ (PDF), wurde in 2015 fortgeführt und 19 Kombinationen von Zier- und Duftpflanzen sowie Naschgemüse und Kräutern getestet. Und das ohne Pflanzenschutz. Das Ziel war und ist, die Öffentlichkeit über eine bienenfreundliche Bepflanzung aufzuklären und Empfehlungen für Handel und Verbraucher zu geben. (Weitere Infoblätter sind unter http://www.lwg.bayern.de/bienen erhältlich.)

Bunte Balkon- und HängeampelpflanzenDr. Illies genießt diesen Teil der LWG-Arbeit, der ihr einen wunderschönen Anblick aus ihrem Bürozimmer aus beschert, wie sie sagt. Nämlich direkt auf die untersuchten Objekte, also auf über 900 Sorten von Beet- und Balkonpflanzen. Die Bonitur (Erscheinungsbild, Wuchsform und Blütendichte) wird alle drei Wochen untersucht, zudem 200 Sorten auf ihre Attraktivität für Bienen hin geprüft.

Liest sich das in der o. g. Blumenkasten-PDF noch relativ einfach, indem der „Salbei“ (Officinalis) als „gut für Bienen“ benannt ist, erfährt der Laie nun in diesem Beitrag, dass es mitnichten so allgemeingültig zugeht. Ob nun Salbei, Mehliger Salbei oder Schopfsalbei angebaut wird, spielt durchaus eine Rolle in der Beliebtheitsskala der Insekten, genauer gesagt bei Wildbiene, Hummel und Honigbiene. Denn innerhalb der selben Art – nehmen wir mal hier den Schopfsalbei – finden sich eklatante Unterschiede.

Während die Sorte „Blue“ im Untersuchungszeitraum zum Beispiel nur von einer einzigen Honigbiene angflogen wurde, konnte „April Night“ sogar neun Besucherinnen für sich verbuchen. Der Favorit der Untersuchungen (laut Folie, die ich hier nicht abbilden wollte), ist übrigens Lobelia Techno Violet mit knapp 40 fliegenden Besucher(inne)n und Sutera (Bacopa) Epic Blue mit über 30 anfliegenden Individuen.

HMF – Hydroxymethylfurfural – eine Bachelorarbeit

Referent Dr. Stefan BergNein, niemand muss das Wort auf Anhieb aussprechen müssen, doch um seine Bedeutung muss der Imker sehr wohl wissen. HMF ensteht im Honig durch unsachgemäße Lagerung, also bei zu hohen Termperaturen. Doch auch bei allzu langer Lagerung in zuckrigen Lösungen. Für den Menschen ungefährlich (sonst dürften keine Faschingskaramellen mehr geworfen werden), doch sehr wohl für die Biene.

Welche Auswirkungen nun die Aufnahme von verschiedenen HMF-Konzentrationen auf die Thermoregulation sowie die Überlebensfähigkeit von Bienen hat, wurde in einer Bachelorarbeit untersucht, die Dr. . In der Literatur werden bisher 150 mg pro Kilogramm als bienenschädlich genannt. Tatsächlich liegt der Wert in einer höheren Region, über die ich mich, da die Zahlen noch nicht veröffentlicht wurden, derzeit noch nicht auslassen darf.

Im nächsten Blogbericht erfahren Sie von den Ergebnissen zweier Vergleichstests zur Ameisensäurebehandlung und zu verschiedenen Thermomethoden, den Stand der Funde um den Kleinen Beutenkäfer und der Asiatischen Hornisse, Vespa velutina, und von zwei neu zugelassenen Tierarzneimitteln. Bleiben Sie dran!

Übersicht aller Beiträge zum Imkerforum:

Die Buger Wiesen im Gespräch

Gesprächsrunde Buger Wiesen

v.l.n.r. Reinhold Burger, Dr. Jürgen Gerdes, Georg Spörlein

Wie geht es den Buger Wiesen im Süden Bambergs? Täuscht es, oder nahm die Zahl der Blüten in den vergangenen Jahren ab? Wird der Damm zu beiden Seiten des Rhein-Main-Donau-Kanals nicht zu oft oder auch zu früh im Jahr gemäht? Lässt es sich bewerkstelligen, dass Landwirte einen Blühstreifen ansäen, um den Insekten mehr Lebensraum zu bieten? Wie steht es um den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln? Könnte er Schuld daran sein, dass wir im vergangenen Jahr drei unserer (noch im Frühjahr prächtig entwickelten) Völker verloren?

Die Spezialisten für Natur und Wasser

Diese und weitere Fragen erörterten wir In einer nachmittäglichen Gesprächsrunde am 16.11.15 mit Dr. Jürgen Gerdes, dem Naturschutzbeauftragten der Stadt Bamberg sowie Georg Spörlein, dem Wasserexperten der Stadtwerke Bamberg.

Gesprächsrunde Buger WiesenNur mit Fach- und Sachverstand können wir als Initiative die Situation in den Buger Wiesen besser einschätzen lernen, um gegebenenfalls in einem weiteren Schritt aktiv zu werden. Von daher war uns der Besuch der beiden Spezialisten sehr wichtig und wir freuten uns, dass beide der lange im Voraus geplanten Einladung zu folgen vermochten.

Blume in den Buger WiesenDer Interessensmix der Buger Wiesen

Nicht auf alle unserer Fragen gab es eindeutige oder zufriedenstellende Antworten. Das erklärt sich aus der Viegestaltigkeit der Nutzung bzw. Nicht-Nutzung sowie der Eigentümer und mithin der Zuständigkeiten.

Bei den Buger Wiesen handelt es sich dabei um …

  • ein ausgewiesenes Überschwemmungsgebiet (das Baumanpflanzungen untersagt), welches allerdings gerade in den vergangenen Jahren zu hoher Trockenheit neigte (viele Aussaaten sind daher nicht angegangen)
  • sowohl landwirtschaftlich genutzte als auch brachliegende Flächen
  • zwei kommunale Gebiete (Bamberg und Strullendorf)
  • verschiedene Wasserschutzzonen
  • Bundeswasserstraßen-Begleitgrün in der Obhut des Wasserschifffahrtsamt Nürnberg

Dieser Interessensmix macht das Gebiet spannend, aber auch kompliziert in seiner Pflege und Hege bzw. Nicht-Pflege. Und nun auch noch die Bienen.

Die Bienen als Zeiger

Buger Wiesen-BienenFür uns sind sie Zeiger eines – nach unserem Verständnis – intakten Natur-Kulturraums, an deren Wohl wir zu erkennen glauben, ob es auch für andere Insekten eine funktionierende Lebenswelt gibt, mithin dem Menschen Nutzen und Segen bringt. Geht es den Bienen schlecht, so lässt sich daraus nicht allzu Gutes ableiten. Oder der Imker hat versagt. Hat er das wirklich, wenn andererseits an anderen Standorten Bambergs alles soweit im Rahmen des üblichen Bienenpflege-Auf-und-Ab verläuft?

Buger Wiesen, Weizenfeld 2014Hundertausende der kleinen Zeigerlein in den Buger Wiesen machten uns in den vergangenen Jahren große Sorgen. Während unsere sehr häufigen Besuche (die sich gerne auch bis zum Schwanenkeller nach Strullendorf erstrecken) vermeinten wir, dass es um die Blühkraft der Wiesen nicht so toll bestellt ist, wie es von Fotos oder vom Hörensagen her eigentlich sein sollte. Auch die Zunahme von trockenen Getreidefeldern statt nektartragenden Trachtpflanzen (beispielsweise Buchweizen, Rotklee, Bohnen, Raps oder auch Kartoffeln) konnten wir beobachen. Der Sorge nachzugehen statt einfach den Standort zu wechseln schien uns – für uns, die Bienen und Bambergs/Strullendorfs Menschen – erstrebenswerter.

Die Pflanzenwelt im Fokus

Wie es tatsächlich um den Pflanzenreichtum in den Buger Wiesen bestellt ist, wird die Neuauflage der Kartierung zeigen, die derzeit von Nürnberg aus im Zuständigkeitsbereich der obersten Naturschutzbehörde (Augsburg) vorgenommen wird, so Dr. Gerdes. In zwei Jahren ist dann auch mit einer Neuauflage der Broschüre „Biotope in Bamberg“¹ zu rechnen. Eine neuere Auflage liegt uns vor zur „Biodiversitätsstrategie – Bamberger Strategie für Biologische Vielfalt“². Beide sind beim Herausgeber erhältlich und können auch über uns entliehen werden.

Wasserschutzgebiet und Südflur

Ob unsere Völker wegen ausgebrachter Pestizide Schaden gelitten haben, lässt sich nur durch eine Laboruntersuchung feststellen. Wir hätten sie dieses Jahr vorgenommen, doch glücklicherweise war das heuer unnötig. Laborproben wurden dennoch gemacht, allerdings vom Trinkwasserbrunnen. Ein Wasserschutzgebiet unterliegt natürlich strenger Vorschriften, die auch überwacht werden. Zwar gäbe es teilweise immer wieder Pflanzenproben, entnommen landwirtschaftlich genutzter Flächen, die auf einen hohen Stickstoffgehalt hinweisen, so Georg Spörlein, doch sei man ansonsten sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Leider ist ein Flächenzukauf durch die Stadtwerke nicht mehr möglich, um noch mehr Felder brach liegen zu lassen.

Der RMD-Kanal böte für Bienen keine Sperre, um zur Südflur zu gelangen, überlegte Herr Spörlein und berichtete über die dortige Nutzung mit Kupsumtriebsplantagen und ihrer Wegränder, die reichlich blühen würden. Dr. Gerdes hatte ja bereits in seinem Vortrag vom 20.09.2015 für die Naturforschende Gesellschaft „Die Stadt als Lebensraum für Tiere und Pflanzen – Biologische Vielfalt in Bamberg“ vom Auftauchen der Mohnbiene, die bisher nur in Kemmern heimisch war, berichtet. Ob man jedoch einen künstlich erzeugten Lebensraum durch Ansaat von Mohn- und Kornblumen für ihre Verbreitung sorgen könnte, bezweifelte er. Also, wir würden es gerne darauf ankommen lassen.

Buger WiesenVielen Dank an Herrn Dr. Gerdes und Herrn Spörlein für die Bereitschaft, unsere Sorgen ernst zu nehmen, für die interessanten Ausführungen und Hinweise über die herrschenden Rahmenbedingungen und wie damit umgegangen werden kann – und natürlich für die Aussicht auf eine Mai-Exkursion!

Wir werden darüber hinaus das Gespräch mit dem Wasserschifffahrtsamt und den Landwirten suchen – und natürlich weiterhin mit den Vertretern der Stadt Bamberg und seinen Töchtern. [Ergänzung am 08.07.2016: Bamberger Buger Wiesen bleiben im Fokus]

Fußnoten:

¹ Hrsg. Umweltreferat der Stadt Bamberg. 3., erw. u. vollst. aktualis. Aufl. 2002.
² Hrsg. Stadt Bamberg, Referat 5, Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz. 2014.

„Bienen“-Geistreiches im Historischen Museum Bamberg

Postkarte Erzählcafé BienenZusammengekuschelt und versorgt mit heißem Kaffee lauschten die Gäste des Erzählcafés am 18.10.2015 den Ausführungen und Anekdoten zu den Themen (Wild-)Bienen, Wachs und Imkerliches. Sie alle verband das Motto „Bienen“, welches die Geschäftsführerin des Flussparadies Franken e. V., Anne Schmitt, souverän anmoderierte.

6822-Geschenke-fuer-ModeratorinStattgefunden hatte die über zweistündige Veranstaltung im Historischen Museum am Domberg, liebevoll mit Exponaten, Früchten, Herbstlaub und Efeu (mit Hinweis auf seinen hohen Wert als letzte Bienenfutterpflanze im Jahreslauf!) geschmückt von den Mitarbeiterinnen der Direktorin, Dr. Regina Hanemann, mithin auch eine unserer Bienenpatinnen.

Auch die Vortragenden, vielmehr „Erzähler/innen, brachten einiges aus ihrem Fundus mit, so dass die Bühne einen schönen und inspirierenden Anblick bot.

6810-Erzaehlerpodium-BienenWir beide, Reinhold und ich, wurden zunächst nach unserem Bamberger Lagenhonig und seinen Standorten befragt, und wie wir auf die Initiative mit ihren Schwerpunktprojekten „Bamberger Schulbiene“, „Bienenpatenschaften“ und „Bienen-InfoWabe“ kamen. Da wir im Namen unserer Initiative nicht den frustrierenden Begriff „Bienensterben“ führen wollten, entschieden wir uns für das verheißungsvollere und verpflichtendere Wort „Bienen-leben“, mit unserem Wirkungskreis „in-Bamberg“. Die Schulbiene hingegen entstand schon etwas früher, anlässlich des Don-Bosco-Weihnachtsmarktes 2012, als uns Lehrer/innen um das Angebot eines Bienenunterrichts baten. Tja, und so führte eins zum anderen, bis hin zum kürzlich eröffneten Klassenzimmer im Erba-Park, der „Bienen-InfoWabe“.

Dr. Hanemann reicht Wildbienensammlung herumNach uns führte uns der Biologe Klaus Weber vom Landschaftspflegeverband Bamberg in das Thema Wildbienen ein. Seine mitgebrachte und herumgereichte Sammlung aus dem Fränkischen Jura wurde von einigen Gäste sehr genau betrachtet. Unter anderem kam die Frage auf, ob ein paar der aufgespießten Insekten denn junge Bienen seien, weil sie so klein wären. Herr Weber verneinte dies mit Hinweis darauf, dass Bienen kaum mehr wachsen würden, sobald sie geschlüpft seien. Dass Wildbienen und Honigbienen nicht in Konkurrenz bei ihren Bestäubungsleistungen stehen, sondern sich stattdessen ergänzen würden, konnte als einvernehmliches Ergebnis einer kurzen Diskussion festgestellt werden.

Gäste des Erzählcafès "Bienen"Ebenso konkurrenzlos ist die Zeidlerei, also das Imkern auf Bäumen aus historischen Zeiten. Sie wird an fünf Bäumen am Zabelstein seit letztem Jahr unter wissenschaftlicher Begleitung wieder praktiziert, berichtete der Leiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner. Weitere Kurse werden folgen, eine Exkursion dorthin ist schon mal angedacht.

Obgleich Honigbienen die meiste Zeit ihres Lebens im Dunklen verbringen, sieht sie so macher als „Lichtgestalt“. Was für Herrn Mergner insofern erhellend ist, als sich das Zeidlern auf „Brusthöhe“ weniger gut anlässt als einige Meter über dem Boden. Die Erklärung:

„Bienen streben dem Himmel, also dem Licht zu“, so Theresa Dotterweich, die Kräuterfrau aus Vorra bei Frensdorf, die für ihren bienenfreundlichen Garten bekannt ist. Sie führte die Gäste kurz in die Bienenarten ein – Arbeitsbiene, Drohn, Königin – und was es mit dem frischen, hellen Naturbienenwaben und dem bebrüteten und daher dunkleren Bienenwachs auf sich hat. Auch ihr geht es weniger um den Honig als um Höheres, nämlich im Garten den Einklang der Natur zu erleben und die eigene Freude darüber. Ganz handfest war auch die Freude der Gäste, als sie vom mitgebrachten Met kosten durften, einem Geschenk aus – genau, dem Naturgarten der Erzählerin. So schmeckte der selbstgebackene Bienenstich und andere Kuchen, die uns offeriert wurden, noch einmal so gut!

Edgar Kerling im Gespräch mit einem GastMichael Kerling, der ebenfalls „Erhellendes“ über Wachs von sich gab, außerdem etwas zu seiner Wachstock- und Modelsammlung berichtete, beendete die Erzählrunde mit einem Einblick in sein Bäcker- und Konditorleben in der Oberen Königsstraße. „So, wie man damals Lebkuchen buk, würde das keinem Menschen heute noch schmecken“, schmunzelte er und riet davon ab, nach alten Rezepten zu backen, wenn man nicht in die Gefahr verdorbener oder steinharter Lebkuchen geraden möchte.

Nicht nur die Gäste, die im Anschluss ans Erzählen ihre eigenen Erlebnisse zum Besten oder auch Fragen stellen durften, sondern auch für uns Erzähler/innen, die wir mit einem Buch und selbstgemachter Marmelade verabschiedet wurden, war es ein angenehmer, kurzweiliger und hochinteressanter Nachmittag, Fröstelei hin oder her. Wenn es einem warm in Kopf und Herz wird, dann hält man das doch ganz gut aus. Wir würden jedenfalls wieder kommen – und natürlich auch als Gäste.

Nachtrag 7. Januar 2016:
Ausgewählte Audiomitschnitte des Erzählcafés Bienen zum Nachhören auf www.flussgeschichten.org

Veitshöchheimer Imkertag 2015 (6): Von Stationen und Menschen

Johann Fischer demonstriert NagelprobeNeben Vorträgen, Ausstellungen und Schauflächen lockte die LWG Veitshöchheim am Imkertag 2015 mit Vorführungen an mehreren Stationen … und natürlich auch mit Menschen!

Imkerkollegen Barbara Bartsch, Heinrich Demmel, Ilona MuniqueAn der Nagelproben-Station von Johann Fischer, staatlicher Fachberater für Bienenzucht im Bezirk Schwaben, trafen wir auf die für uns Oberfranken zuständige Fachberaterin Barbara Bartsch, die zusammen mit ihrer Tochter den Imkertag tatkräftig mitgestaltete. Auch „Ehemalige“ Imker-Koryphäen – hier Heinrich Demmel, Imkermeister der Universität Würzburg und Vorgänger von Dirk Ahrens – finden sich immer wieder gerne ein, um den „Jungen“ so manchen Tipp zu geben, gespeist aus langjähriger Erfahrung.

Demonstration zur Orientierung der Bienen mit Müller-EnglertGerhard Müller-Englert, Fachberater für Mittel- und Unterfranken, demonstrierte eindrücklich die Orientierungsgewohnheiten der Bienen, die ihre Heimatadresse, den „Kirschbaumweg 1“ am besten der Nase nach finden, und erst in zweiter Linie aufgrund unterschiedlicher Farbgebung der Hausfassade und/oder des zentimetergenauen Standortes.

Demonstration zur Orientierung der Bienen mit drei ZargenSein Rat ist daher, nur jeweils zwei Beuten nebeneinander zu stellen und mit einigem Abstand das nächste Paar. Kennzeichnungen mit aufgemalten Formen wie Kreise, Rechtecke und Dreiecke etc. tun ihr übriges, um allzu viel Verflug zu verhindern.

Bienen ohne Gehäuse im Freien, nur überdachtBienen ohne Gehäuse im Freien, nur überdachtAuf dem Weg zu diesem sehr interessanten Experiment kamen wir an einer Bienenkugel vorbei. Damit ist nicht die neue Betriebsweise der HOBOSphere gemeint (die war leider nicht vertreten), sondern ein Volk, das absichtlich im Freien unter einem Baum aufgehängt wurde, lediglich bedacht mit einer von Studierenden selbstgebauten Vorrichtung, eine alte Alu-Druckerplatte, sinnigerweise von der Zeitschrift „Die Biene“.

Bienenweiden in der LGW VeitshöchheimBienen gehörten selbstverständlich ebenfalls zum Inventar. Jede Menge davon gab es auf der Ausstellungsfläche zu sehen, die unterschiedliche Bienenweidepflanzen offerierte.

Leider trafen wir den Berater nicht an, wir hätten uns gerne über die Möglichkeiten für Bamberg unterhalten, das dortige Grün etwas aufzuhübschen, um die Nahrungspalette für unsere Insektenwelt zu verbessern. Wir fotografierten allerdings Stück für Stück alle mit rot markierten Felder, denn sie zeigten Blühmischungen für den Siedlungsbereich „Dörfer und Städte“.

FachsimpeleiMit Imker Johann Machinek und der HEG-Geschäftsführerin, Simone Machinek, hätten wir im Grunde gemeinsam zurückfahren können, da auch sie in unserer Richtung zuhause sind, in Hallstadt, um genau zu sein. Doch da wir schon mal hier waren, wollte ich eine Arbeitskollegin aus Lohr am Main treffen – und, nein, ausnahmsweise keine Imkerin, sondern eine Bibliothekarin. Ja, man führt durchaus noch andere „Leben“, zumal die Berufstätigkeit uns noch eine gute Weile lang belgeiten wird.

Ein toller Tag, viel erlebt, doch sechs Berichte darüber sollten nun ausreichen. Bester Tipp am Schluss: nächstes Jahr selbst hinfahren! Vielleicht zusammen mit uns?!

Unsere Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2015

(Ergänzung 27.07.15)

Veitshöchheimer Imkertag 2015 (5): Vielfalt des Ausstellungsangebotes

Lagerbeute Bienen-LutzIn brütender Hitze standen sie auf dem Gelände der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau und Weinbau (LGW) und erläuterten geduldig ihre ausgestellten und ausgelegten Stücke. Es ist einfach ein Unterschied, ob wir etwas in einem Buch oder im Internet betrachten, oder ob wir es befühlen und in seinen originalen Dimensionen wahrhaft erfassen können.

Mittags im Spundloch VeitshöchheimMittags im Spundloch VeitshöchheimUnd so war der Veitshöchheimer Imkertag auch an diesem Sonnensonntag am 12.07.2015 eine Art kleine Messe, die vom Fachpublikum genau so gerne besucht wurde wie von Jungimkern und deren Begleitung, noch immer zumeist Frauen. Sie hatten jedoch keine Langeweile, denn ein Einkaufsbummel brachte zumindest jede Menge schöner Pflanzen ein. Und für Kaffe, Kuchen und Snacks war ebenfalls gesorgt. Wobei wir  angesichts der langen Warteschlange, die sich nach dem Ende des letzten Vortrags (zum Varroabekämpfungskonzept von Dr. Berg) bildete, in der Stadt im Gasthaus Spundloch zu Mittag aßen. „Spundloch“ – das klang schattig, und tatsächlich ließ es sich im Wirtsgarten gut aushalten.

Immengarten JaeschSo gestärkt ließen wir uns vom Immengärtner Bernhard Jaesch eine interessante Pflanze erläutern. Ledum palustre (Sumpfporst) soll dafür sorgen, dass die Varroamilbe biologisch-homöopathisch bekämpft wird. Den Ursprungsableger besorgte sich der Gärtner- und Imkereimeister von einem befreundeten Imker aus Norddeutschland, wo sie noch bekannt ist, und vermehrt das Rhododendrongewächs seither mit Erfolg. Ein russischer Imker, der nach dieser Pflanze angefragt hatte, war Stein des Anstoßes. In dessem Land ist es wohl kein Geheimtipp, dass Bienen, die die frische Pflanze verzehren, weniger Milben an sich herumtragen müssen.

Beutenheber JakelKannenheber JakelHilfsmittel für die rückenschonende Imkerei offerierte die Firma Jakel aus Buchen. Sie macht in Sachen Edelstahlverarbeitung und Schweißtechnik mit Spezialisierung auf die Imkereitechnik. Eine geniale Verbindung.

Hohenheimer Beute BergwinkelDen selben Gedanken – also die Schonung des Imkers – hatte Bienen-Lutz mit seiner Lagerbeute, die viel Beachtung erhielt. (Foto oben)

Weitere Beutensysteme fanden sich von der Firma Bergwinkel erstellt im Foyer des Sebastian-Englerth-Saals.

Stand Imkereibedarf MuhrBuchauslage am Stand MuhrAus der Oberpfalz mit einem schicken Wagen angereist kam Imker Josef Muhr. Mich interessierten speziell seine ausgelegten Bücher, denn als Bamberger Schulbiene bin ich immer auf der Suche nach guter Bestückung unseres Medienrucksacks. Da schimmert einfach unverkennbar mein ersterwählter Beruf durch …

Und nicht wirklich überraschend trafen wir dort auch auf Simone Machinek, die Geschäftsführerin der HEG in Eltmann.

Simone und Johann MachinekBeide waren wir besonders angetan von einem wunderschönen Bildband und ehe ich mich’s versah, hatte ich eine Sponsorin für einen Klassensatz an meiner Seite! Herzlichen Dank schon einmal im Voraus, zur Übergabe bzw. zur ersten Ausleihe werden wir sicherlich noch einmal berichten.

Natürlich entspann sich sogleich ein angeregtes Fachsimpeln zwischen ihrem Gatten Johann und Reinhold. Doch darüber im nächsten Beitrag!

Unsere Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2015

Veitshöchheimer Imkertag 2015 (3): Asiatische Hornisse gelandet

Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen der LWGNach den Ausführungen zum Kleinen Beutenkäfer, der uns in Deutschland NOCH nicht erreicht hat, folgte im Teil zwei des Vortrags von Dr. Stefan Berg die Asiatische Hornisse, Vespa velutina. Sie ist bereits in zwei Bundesländern angekommen (die Sichtung ist noch nicht bestätigt), so der Leiter des Fachzentrums Bienen der LWG am Veitshöchheimer Imkertag am 12.07.2015. Globalisierung begünstigt die großräumige Verbreitung nicht-heimischer Arten, der Klimawandel sorgt für von uns Einwohnern nicht immer erwünschte Veränderungen in Flora und Fauna.

Vortrag „Was kommt da auf uns zu? Teil 2: Asiatische Hornisse

In Frankreich hat sich die eingeschleppte Vespa velutina nigrithorax (siehe Wespenbestimmungstafel (aktion-wespenschutz.de)¹ seit 2004 invasionsartig verbreitet. Seit Ende 2008 ist der gesamte Südwesten Frankreichs auf einer Fläche von 130.000 km² von ihr besiedelt. Für Deutschland befürchtet man, dass sie einheimische Hornissen verdrängen könnte, von denen einige unter Artenschutz stehen. Vielmehr jedoch fürchten Imker um ihre Honigbienen. Denn um ihre Brut zu versorgen, geht V. velutina recht rigide vor. Durchaus auch im Verbund mit ihren „Schwerstern“ kidnappt sie die vor dem Flugloch ein- und ausfliegenden Bienen und nutzt das aufgeknackte, um die Gliedmaßen erleichterte Brustfleisch als „Babynahrung“. Ist nicht böse gemeint …

Geschickterweise verzetteln sich die gewandten Jägerinnen, die sogar rückwärts fliegen können, nicht mit dem Angriff auf mehrere Stöcke, sondern beginnen zumeist mit den außenstehenden oder den schwächsten Völkern. Honigbienen gesund erhalten, so die Schlussfolgerung, hat daher oberste Priorität.

Die schlechte Nachricht

Als einzige Maßnahme kommt derzeit in Frage, die Bienenvölker umzusiedeln, sofern man die Offensive rechtzeitig bemerkt. Natürlich forschen unsere Nachbarn intensiv nach weiteren Maßnahmen, die Asiatische Hornisse zu stoppen, doch bislang konnte erst ein Mittel zur Marktreife gebracht werden – zu einem nicht akzeptablen Preis. Dabei ist nicht der monitäre gemeint. Vielmehr würde man beim Einsatz der entwickelten Köderfallen auch andere Insektenarten opfern, darunter Vespa crabro, unsere größte einheimische und sehr friedliche Faltenwespe. Diese Hornissenart steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Folie Asiatische Hornisse, vespa velutina nigrathorax (Dr. Stefan Berg, Fachzentrum Bienen, LGW Veitschöchheim)Ihre Nester baut die Asiatische Hornisse in bis zu zehn Metern Höhe, oft in luftigen Baumwipfeln und damit kaum von unten zu sehen. Die beeindruckenden Bauten von etwa 60 x 80 cm Größe, die an ihrem seitlichen Nestausgang als die der V. velutina zu identifizieren sind – die europäische Bauweise ist unten –, sind zumeist erst im Herbst nach dem Laubfall zu entdecken. Dann jedoch ist es zu spät, sie zu entfernen, das Brutgeschäft und die Aufzucht mehrerer Zehnerschaften Königinnen ist bereits erfolgt.

Ohnehin sollte man niemals selbst Hand an die Nester legen. In Deutschland darf strenggenommen kein Laie (auch kein gewöhnlicher Imker) ein Wespen- oder Hornissennest umsetzen, geschweige denn ab einer bestimmten Größe eliminieren.

Die gute Nachricht

Folie Asiatische Hornisse, vespa velutina nigrathorax (Dr. Stefan Berg, Fachzentrum Bienen, LGW Veitschöchheim)Erst im vergangenen Jahr wurde die Asiatische Hornisse gesichtet, vorerst nur in Waghäusel bei Karlsruhe (Baden-Württemberg) im Garten einer Biologin sowie in Kandel in Büchelberg (Rheinland-Pfalz) auf einem Bienenlehrstand.

Wer seine Völker nicht in Massen nebeneinander hält, was in Deutschland zunehmend weniger der Fall ist, kann sich vor Totalverlusten retten. Ohnehin ist die heutige Empfehlung die, lediglich zwei Völker nebeneinander zu stellen und mit deutlichen Abstand das nächste Paar.

Ein gesundes, zahlenmäßig starkes Bienenvolk dürfte einem Angriff begegnen können, engt man das Flugloch ein. Falls das übersehen wurde und der Angriff von Vespa velutina eine gewisse Schärfe hat, bleiben die Bienen vorsorglich zuhause. Haben sie genug Pollen und Honig eingelagert, lässt es sich eine zeitlang aushalten. Allerdings wird das Abkoten zum Problem, der Stock könnte verunreinigen. Ist ein Volk ohnehin bereits geschwächt – durch Krankheiten, Parasiten oder Vergiftungen – schaut es entsprechend schlechter aus.

Aufmerksame Imker/innen beobachten am besten auf dieser Karte (auf der allerdings das zweite gemeldete Vorkommen in Kandel fehlt) die Ausbreitung der Vespa valutina und melden etwaige Vorkommen umgehend an entsprechende Bienenfachstellen. Am besten mit Foto. Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an der auffällig braunschwarzen Färbung mit einem orangefarbenen Glied am unteren Hinterleib.

Unsere Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2015

[Links aktualisiert am 13.02.2023]

Bamberger Aktionstag zum „Tag der Umwelt 2015“ und die Bienen

Begrüßung zur Führung„Meine Frau hat mich geschickt, ich soll Honig holen“, so ein Teilnehmender unserer kleinen Gruppe auf die Frage nach der Motivation, zum „Tag der Umwelt“ an unserer Führung teilzunehmen. Daran lässt sich erkennen, dass es nicht einfach ist, regionalen Honig zu ergattern, denn nur 20% des deutschen Honigbedarfs wird noch von eigenen Imkern gedeckt, der Rest muss aus dem Ausland importiert werden. Und so hatten auch wir selbst nur ein Glas „Bamberger Lagenhonig“ als Anschauung dabei. Nicht zum Verkauf, sondern um auf das Regionalsiegel hinzuweisen bzw. auf die Broschüre Essen & Trinken aus der Region Bamberg.

Station 1: Bienen-InfoWabe in spe

Künftiger Standort der Bienen-InfoWabeDem Motto „Nachhaltigkeit“ und dem Austragungsort ERBA-Park getreu lag der Schwerpunkt unserer Führung „Zur Zukunft der Bienenstadt Bamberg“ allerdings nicht auf dem Honig, sondern auf der kommenden Errichtung der Bienen-InfoWabe im südlichen Teil der ERBA-Insel. Um tatsächlich Nachhaltigkeit zu erzeugen bedarf es eines dauerhaft sicht- und aufsuchbaren Raumes an einem festen Ort. Dazu wollten wir am 11.07.2015 ein paar Worte mehr sagen.

Ilona erläutert Infotafeln zur Bienen-InfowabeDa die beiden großen Lehrbienenstände der zwei Bamberger Vereine – also Burgebrach und Galgenfuhr – etwas bzw. sehr weit außerhalb der Stadt liegen und die beiden Vereine ihr Hauptaugenmerk auf der imkerlichen Ausbildung legen, wollen wir mit dem zukünftigen Informations- und Bildungszentrum eine vereinsunabhängige bzw. vereinsübergreifende Lücke für die allgemeine Öffentlichkeit innerhalb der Stadtgrenzen schließen. Sie soll auch Heimat der Bamberger Schulbiene, also eine Art „grünes Klassenzimmer“ sein. Einmal auf den Geschmack gekommen werden Interessierte ganz sicher sogar den Weg zu „ihrem“ Imkerverein dann finden.

Reinhold mit Bautafel der Bienen-InfoWabeDa der Bau der Bienen-InfoWabe noch nicht begonnen hat, markierten wir für die Führung das wabenförmige, ca. 42 m² große Areal mit Pfosten, an denen kleine Schautafeln angebracht waren. Nach der Begrüßung am Treffpunkt des Fünferlesstegs begaben wir uns gemeinsam die paar Schritte hinüber und erläuterten das Vorhaben. Immerhin sind wir seit zwei Wochen im Besitz der Bautafel, so dass wir eigentlich jedem der Besucher einen Spaten in die Hand zum Losgraben hätten drücken können. Doch bei diesem Wetter wollten wir das ganz sicherlich niemanden zumuten.

Station 2: Bienen-Blühweide im Interkulturellen Garten

Neues Gartenhaus des Interkulturellen Gartens BambergEtwas weiter ist man im angrenzenden Interkulturellen Garten Bamberg, der seit dieser Woche über einen Unterstand mit Gerätehaus verfügt und der ebenfalls eine Anlaufstelle zum Umwelttag war.

Bienen-Blühweide, Parzelle im Interkulturellen Garten BambergHier wartete auch schon unsere kleine Bienen-Blühweide, die seit vergangenem Jahr das ihrige dazu beiträgt, den Bienen – und damit sind Hummeln, Honigbienen und Wildbienen gleichermaßen angesprochen bzw. angelockt – ein Nektar- und Pollenangebot zu bieten.

Bienen-Blühweide, Parzelle im Interkulturellen Garten BambergDer Samen ging buchstäblich auf, denn mittlerweile kümmern sich auch andere Vereinsmitglieder um die kleinen Tierchen und achten auf einen sorgsamen Umgang mit den Erdnestern der Wildbienen. Dass sich allerdings auch Wespen eingenistet hatten, fanden wir alle nicht so berauschend. Doch dürfen sie hinter unserer Parzelle das Jahr noch zu Ende bringen.

Nachdem sich unserer Gruppe an der Grundwasserpumpe erfrischt hatte, ging’s weiter zum Wäldchen am Fünferlessteg.

Station 3: Lehrbienenstand

Lehrbienenstand ERBA-Park Der kleine Lehrbienenstand mit zwei Völkern, davon eines der Autorin und Journalistin Meike Winnemuth, die Bienenpatin ist, lag im hellen Sonnenlicht und wir verzogen uns in den Schutz der schattenspendenden alten Bäume. Ohnehin beginnt gerade die etwas heikle Phase des Sich-gegenseitig-Ausräuberns, bedingt durch die sommerliche Trachtlücke. Daher wollten wir den Bienenstock nicht öffnen, um die honigschweren Düfte nicht an die Umgebung abzugeben und andere Bienen oder Insekten anzulocken. Reinhold erläutert Brutwabe und Varroa-Milbe

Reinhold erläutert Brutwabe und Varroa-MilbeStattdessen begnügten wir uns mit dem Vorzeigen von Schautafeln, um die unterschiedlichen Bienenwesen zu zeigen. Anhand eines Fotorähmchens erläuterte Reinhold die Varroa-Milbe, neben Trachtnot und Pflanzenschutzmittel ein weiterer Feind der Bienen. Ausnahmslos alle hatten bereits von diesem Parasiten gehört.

Jungimker – die Zukunft der Bienenstadt Bamberg

Jungimkerin Svenja

Jungimkerin Svenja

Ohnehin war die Gruppe bereits bestens vorinformiert und konnte mit Kenntnissen zur Bienenwelt glänzen. Sicherlich hätte Svenja auch heute einiges zu erzählten gewusst, nicht nur in der Schule, wo sie kürzlich mit einem Einser-Referat über die Bienenwelt glänzen konnte. Sie kam mit ihrer Oma, die Herrin über Obstbäume auf 4.000 m² großem Grund ist und der Bienen von daher wohlgesonnen. Wir hatten vom Start der Jungimker am Ottobrunnen bereits einmal berichtet. Der „Bienenvirus“, dem zuallererst Christian Rindchen anheim fiel, hat sich von der Tochter nun auch auf den Vater, also den Opa von Svenja, übertragen. So soll es sein!

Und ein weiterer Jungimker-Anwärter befand sich in unserer Gruppe. Ihn hatten wir im vergangenen Jahr zum Tag der offenen Gärtnereien an unserem Info-Stand stehen. So sieht man sich also wieder. Hoffentlich bald mit Fragen an uns, die das EIGENE Volk betreffen, das wäre wunderbar! Wir erfahren gerne, ob unsere Führungen nachhaltig wirken und wir nicht stattdessen lieber ins Hainbad gegangen wären, wie vermutlich so viele andere an diesem heißen Wochenende.

Christine Michel und Karl FischerLogo "Tag der Umwelt" / Führung "Bienenstadt"Herzlichen Dank an alle Interessierten, die mit uns kamen, und natürlich vielen Dank auch dem Umweltamt der Stadt Bamberg, die diese Informationsplattform jedes Jahr für alle Umweltorganisationen ermöglichen.

Auch euer Einsatz lohnt sich, da sind wir uns sicher!