Vortrag Andreas Schierling (1) zur Rückstandsproblematik im Wachs

Dr. Andreas Schierling, Vortrag in der Bienen-InfoWabe Bamberg„Die Verarbeitung von Altwachs zu Mittelwänden ist riskant!“ Das stellt Dr. K. Wallner, LAB Hohenheim fest, und mit diesem Fazit entlässt uns Dr. Andreas Schierling nach einer Stunde seines Vortrags „Bis in alle Ewigkeit? Das Wabengedächtnis“ zur BIWa-Sonntagsöffnung am 07.08.2016 in Bamberg.

Dr. Andreas Schierling, Vortrag in der Bienen-InfoWabe BambergWegen unseres Urlaubs gleich im Anschluss gibt’s ein wenig Blogberichtsstau, doch auch jetzt noch ist das Wabenmanagement ein wichtiges, zeitloses Thema, dem sich der Leiter des Bienengesundheitsdienstes (im Tiergesundheitsdienst Bayern, TGD) knapp, fachlich jedoch intensiv widmete. Hier ein Auszug des Vortrags nebst ein paar kleineren Ergänzungen aus unserer Redaktion.

Rückstände, was und wie?

Folie Schierling: "Was ist ein Rückstand?"Grundlegend und eingängig erläutert wurden die Fragen: Was ist ein Rückstand, welche anerkannten Methoden der Messung gibt es und wie steht’s um die erreichbaren Nachweisgrenzen in den Bereichen Gramm bis Nanogramm, also ein Milliardstel Gramm = 10−9 g, welches in 2,7 Mrd. Liter und damit im Inhalt z. B. eines Stausees noch nachzuweisen wäre? Ist diese geringe Konzentration denn noch relevant?

Darüber ließe sich streiten, doch ganz sicher relevant ist die Frage, wie sich diverse Wirkstoffe, z. B. Thymol* oder Flumethrin+, in Bienenwachs verhält. Entscheidend ist dabei die Einteilung zwischen flüchtigen und nicht flüchtigen Verbindungen, so Schierling. Was verschwindet im Laufe der Zeit, was bleibt im Gedächtnis einer Wachswabe zurück?

Rückstände – welche und wie?

Folie Andreas Schierling: Rückstände im BienenwachsSowohl in Bienenarznei als auch in Pflanzenschutzmittel sind Wirkstoffe enthalten, die aufgrund der Anreicherung in Wachs messbar auch den Honig kontaminieren.

Während Thymol* (in den Produkten Thymovar®*, Apiguard®*, Api life var®*) als ein Monoterpen gegen die Varroamilbe sowie PDCB+ (aus der Welt der Clo-Steine und Pflanzenschutzmittel und in Form von Mottenkugeln gerne von Alt-Imkern verwendet) als flüchtige Verbindungen kaum für Anreicherungen sorgt, sofern man die Wachsrähmchen gut auslüften lässt, können andere Wirkstoffe dauerhaft das Wachs belasten. Und damit auch den Honig.

Dazu gehören in der Rangfolge der Verteilung nachweisbarer Wirkstoffe…

… zwischen 20 und 30%:

  • Coumaphos* (Wirkstoff im Perizin®** als Varroamittel und Asuntol®+, das als Zeckenabwehrmittel für Hunde gedacht ist) – Tendenz 2015 auf 2016 steigend
  • Fluvalinat+ (in Apistan®+ bzw. Klartan®+ vorkommend) – Tendenz fallend

… unter 5% der untersuchten Bienenwaben enthielten:

  • Brompropylat+ (aus den Räucherstreifen von Folbez VA Neu+) – Tendenz steigend
  • Paradichlorbenzol+ (Imker-Globol+, Styx+) – Tendenz gleichbleibend

Zu Flumethrin* (in Bayvarol®* Strips) wurden keine Angaben gemacht.

Wachsrückstandskontrolle

Unsere Wabenprobe für Untersuchung beim BienengesundheitsdienstEin besonderer Service ist die kostenlos angebotene Untersuchung des Bienengesundheitsdienstes, seine Waben (und anderes) untersuchen zu lassen. Wir nutzten dies sogleich und gaben Dr. Schierling ein paar Proben mit. Wie wichtig das ist, konnte man einige Wochen später erfahren, als die Meldung über Paraffin-Waben die Imkerschaft aufstörte.

Wir haben uns allerdings bereits zu einem früheren Zeitpunkt entschlossen, einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen. Wie das geht? Nun, im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr, wie laut Dr. Schierling & Co. ein modernes Wachsmanagemet aussehen kann und sollte. Bleibt also dran!

 

* Wirkstoff bzw. Produkt in Deutschland derzeit zur Behandlung von und in Bienenvölkern zugelassen.
** Produkt in Deutschland derzeit zur Behandlung von und in Bienenvölkern zugelassen. Produktion wurde eingestellt. Im Handel nur noch Restbestände erhältlich.
+ Wirkstoff bzw. Produkt in Deutschland derzeit zur Behandlung von und in Bienenvölkern nicht zugelassen

Literaturtipps:

Bildnachweis zu den Folien:

Folie Bildnachweis Schierling

 

 

 

 

[Aktualisiert am 23.9.2016]

Saison-Abschlussfeier der Bienen-InfoWabe mit Verleihung Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2016

Ein kleines, feines Fest mit Sektempfang, Showeinlage, Preisvergabe und After-Party-Schwof mit den Helferinnen beendete am 18.09. die Saison der Bienen-InfoWabe in 2016. Wir danken herzlich allen, die zum Gelingen des Jahres und der Feier beigetragen haben! Hier ist euer Fotoalbum!

Phantastische Pantasticos

Eine furiose Showeinlage bildete die Einleitung zur feierlichen Übergabe des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreises 2016. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Ent- und Inthronisierung in einem Bienenvolk, dargeboten als faszinierende Pantomime von der  Gruppe „Pantastico“ des Kinder- und Jugendtheaters Coburg e. V. unter der Leitung von Nicole Wehrmann und Markus Dorsch. Vielen Dank, dass ihr erneut zu uns nach Bamberg gekommen seid!

Preisverleihung Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2016

Den ausführlichen Bericht zu allen Preisträgern, Nominierten und Jurymitgliedern findet ihr hier unter diesem Permanentlink!

1. Preisträger "Honiggold", Übergabe an Michael Gerencser für die Stadt Bambereg, Garten- und Friedhofsamt

1. Preisträger Michael Gerencser für das Garten- und Friedhofsamt der Stadt Bamberg;
Foto © Harald Rieger zur freundlichen Verwendung

Bildergalerie

Hier eine kleine Ausbeute an Fotos, liebevoll bearbeitet, doch über Qualität lässt sich (NICHT) streiten. Dringend benötigen wir zur nächsten Saison eine bessere Ausleuchtung der Bienen-InfoWabe und eine leistungsstarke Kamera. Trotzdem … viel Freude beim Nachspüren!

 

Die Frauen, die Bienen und die Demokratie

Gruppenfoto der TeilnehmendenZu einem exklusiven Frauen-Themenabend lud unsere Bienenpatin Sabine Saam bei Snacks und Getränken nebst eines Vortrages ein. Das Motto war „Bienendemokratie“ und der Anlass der Preisgewinn aus 2015, den die Helene-Weber-Preisträgerin nun mit uns zusammen einlöste. Alldieweil wir eine ihrer Referenzgeberinnen waren, die beim Antrag benötigt werden, und weil die Grundlage der Bewerbung ein gemeinsames Bienenprojekt sein sollte. Die Idee, Sabine Saam für diesen Preis vorzuschlagen, kam im Übrigen von MdB Emmie Zeulner, die uns ebenfalls mit ihrem Besuch beehrte.

Netzwerken mit MdB Emmie ZeulnerDer etwa dreiviertelstündige Impulsvortrag, über dessen Inhalte, wer mochte, beim anschließenden geselligen Beieinandersein mit Feuerkorb an einem noch lauschigen, letzten Sommerabend reflektieren konnte, trug den Titel: „Wie demokratisch ist ein Bienenvolk? Oder: Können Frauen Schwarmintelligenz?“

Auf der Grundlage von Thomas D. Seeleys spannendem Buch „Bienendemokratie“ arbeitete ich (also Ilona Munique, die Blogschreiberin hier) die möglicherweise nachahmenswerten, da schlauen Unterschiede, und natürlich auch die Gemeinsamkeiten heraus. Spannend wie ein Krimi, und es lässt uns sehr nachdenklich und ein wenig beschämt zurück.

Die Schlüsselbegriffe sind qalitativ hochwertige Informationen, und zwar sowohl deren Ermittlung als auch Vermittlung, die freimütige Diskussion und optimale Entscheidungsfindung, schlussendlich das Startsignal zum Aus- bzw. Um- bzw. Einzug. (Nun ja, was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine hochkomplexe und geniale Angelegenheit.)

Dies alles in der Verantwortung von sogenannten Kundschafterinnen. Also Bienenfrauen. Womit festzustellen ist: Dieses Potenzial macht uns, also die menschlichen Frauen, doch fast schon zu so etwas wie einem Bienenvolk mit Schwarmintelligenz. Was an diesem Abend zu beweisen war!

Übrigens: Alle Teilnehmenden erhalten gerne auf Wunsch das Vortragsskript zugesandt. Alle anderen dürfen sich auf kommendes Jahr (genauer gesagt, auf So., den 25.06.2017) freuen, wenn ich es noch einmal „aufwärmen“ werde. Vielleicht ja nach den CSU-Frauen mit einer anderen politischen Riege? Ihr wisst ja, das Bienenthema vereint uns alle und über alle Farben hinweg. Und das ist gut so.

Saison-Abschlussfeier BIWa mit Vergabe des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreises 2016

Bienen-InfoWabe 2016Herzliche Einladung zur Saison-Abschlussfeier der Bienen-InfoWabe (BIWa) am Sonntag, den 18.09. im Erba-Park Bamberg, Bienenweg 1.

Wir starten um 14.00 Uhr. Das Abschlussrätsel an 4 Stationen greift die Highlights der Saison auf. Wer mitmacht, erhält ein kleines Geschenk.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung.

Coburger Kinder- und Jugendtheater e. V., Gruppe Pantastico, zur Eröffnung der Bienen-InfoWabe am 20.09.2015

Coburger Kinder- und Jugendtheater e. V., Gruppe Pantastico

Den Übergang zur Preisverleihung gestaltet ab 16 Uhr die Pantomimegruppe „Pantastico“ des Coburger Kinder- und Jugendtheater e. V.

Gegen 16.30 – 17.00 Uhr  findet die Verleihung „Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis“ statt.
Erstmalig wird der Award für besondere Verdienste für alle, die sich in besonderer Weise für die Bamberger Bienenwelt einsetzen, und zwar in den Kategorien Bienen, Honig, Imkerei und Trachtpflanzen. Die Preise werden von unserer Bienenpatin Sabine Saam gestiftet.

1. Preis („Honiggold“)
2. Preis („Silberlinde“)

Bewerbung oder Vorschläge für das kommende Jahr 2017 können bereits jetzt wieder eingereicht werden. Stichtag ist der 01.08.2017. Weitere Info hier.

Bamberger Lagenhonig von Bienen-leben-in-Bamberg.deIn der Bienen-InfoWabe kann für heuer zum vorletzten Mal auch noch Bamberger Lagenhonig verkostet und eingekauft werden. Spätere Einkäufe gerne nach Absprache am Obstmarkt 10.
Nächster und letzter Verkaufstermin ist der Mi., 07.12.2016 zum BAmbrosiustag ab 18 Uhr im Rahmen der Adventskalenderaktion.

Honig aus der Lage „Heiliggrab“ in der Hofstadt-Gärtnerei Dechant

Die idyllische Hofstadt-Gärtnerei Dechant in BambergDie Ernte des Bamberger Lagenhonigs der Lage „Gärtnerstadt / Heiliggrab“ bei Bienenpatin Carmen Dechant wurde am 02.08.2016 eingefahren und verarbeitet. In wenigen Tagen können sie diesen nicht nur bei uns, sondern (ausnahmsweise) auch in der Hofstadt-Gärtnerei direkt einkaufen, denn heuer waren es doch ein paar Gläslein mehr.

Ebenfalls ausnahmsweise gibt es einige Gläser im Bamberger Stiftsladen auf dem Michaelsberg, Hausnummer 10,  vom Donnerstag bis Sonntag, 11.30 bis 17.00 Uhr. Dies, weil es einfach so nett passt – Michael Dechant ist immerhin ein Namensvetter,und wir möchten zudem die Renovierung des Himmelsgarten unterstützen. Zu dem es übrigens in der Bienen-InfoWabe die Antwort auf ein Rätsel gibt, das schon so manchem Kopfzerbrechen bereitete. Sich mit Pflanzen und Bienenvorlieben auszukennen hilft ungemein.

 

Weidenhonig, sozusagen …

Honigernte am Standort Weide, BambergWenn wir, also die Initiatoren von Bienen-leben-in-Bamberg.de, von „Weidenhonig“ sprechen, meinen wir nicht den Nektarertrag aus Weidenbäumen, sondern unseren Bamberger Lagenhonig der Lage „Inselstadt-Weide“. „Weide“also ist eine Straßenbezeichnung, wo in alten Zeiten ein Flüßchen floss und wohl auch Weidenbäume an seinen Ufern stehen hatte. Heute sind es viele Lindenbäume, und tatsächlich schmeckt dieser Honig auch sehr danach.

Honigernte am Standort Weide, BambergWeide, Patenvolk Jakob JanßenGeerntet hatten wir aus dem Patenvolk von Jakob Janßen / Familie Contag am 31.07.2016. Wegen unseres Urlaubs berichten wir erst jetzt darüber. Geholfen hat uns Bienenpatin Gabriele Loskarn, in deren Garten das Bienenvolk steht. Zu uns gesellte sich der „potentielle Imkernachwuchs“ in Gestalt von Gabis Enkelin Lola (ihr kennt sie bereits!) und ihrem Paten“kind“.

Entdeckeln der HonigwabenAnschließend radelten wir zu uns nach Hause an den Obstmarkt, wo die reiche Gabe vereint entdeckelt und geschleudert wurde.

Bamberger Lagenhonig, Weide, abgefüllt am 06.08.2016Abgefüllt jedoch wurden nur ein paar wenige Gläschen als Arbeitsbelohnung, denn frisch verfüllter Honig muss drei Tage ruhen, damit sich Wachsschwebeteilchen absetzen und entfernt werden können. Dies geschah übrigens am 06.08.2016, und wir dokumentieren das jetzt auch nur, damit ihr wieder einmal einen Beweis unserer absoluten Transparenz gegenüber diesem hochgradig edlen und garantiert regionalen Bamberger Lagenhonigs habt, jawohl!

175301-Honigverarbeitung-Weide.2016Weide, Patenvolk Jakob JanßenDanke, Ihr Lieben, dass ihr wieder dabei wart an einem der schönsten Tage, die ein Imker und eine Imkerin erleben darf – wenn Mutter Natur ihr Zauberwerk vollendet hat und und uns alle so reich beschenkt.

Danke, Bienen! Ihr seid die Besten!

Bildergalerie

Genussvolles Familienereignis: Honigverarbeitung der Lage „Villa Dessauer“

Die geernteten Honigwaben, hier aus dem Bamberger Lagenhonig-Standort „Villa Dessauer“, wurden nach einem Mittagsimbiss gemeinsam verarbeitet, sprich: gewogen, der Honig auf den Wassergehalt hin überprüft, entdeckelt, geschleudert, gesiebt, abgefüllt und die Etiketten angebracht.

Ein genussreicher und erlebnisintensiver Tag für uns als Gastgeber wie für die Familie von Bienenpate Bernd Pillipp mit Gattin Anja aus Bamberg. Ihre beiden Kinder waren 5 Stunden lang am Sonntag, den 31.07.2016 ab 10 Uhr eifrig bei der Sache. Und nachdem das Mädchen endlich auch ein paar Bienen streicheln durfte, ist es so gut wie beschlossen: Einer aus der Pillipps-Familie wird eines Tages selbst Imker/in! Mindestens eine/r!

Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei unseren Gästen fürs Dabeigewesensein. Und auch für die Erlaubnis zur Veröffentlichung von Fotos und Videos! Was in Anbetracht ihrer Eigenschaft als Lehrkräfte nicht so selbstverständlich ist. Doch betonten beide, dass sie unser Anliegen, Vorbilder als öffentlich inspirierende Maßnahme zu präsentieren, sehr gut verstehen können und unterstützen möchten. Imkerei soll kein Geheimnis bleiben, sondern wieder seinen natürlichen Stellenwert in unserer Gesellschaft und in den Familien erhalten. Die „Landwirtschaft“ ohne Grund und Boden lässt eingängig erleben, wie man verantwortungsbewusst mit Tieren und mit Lebensmittel umgeht.

Wer mehr wissen will, hat nächstes Jahr zu unseren Honigschleudertagen ab Mitte Juli bis Anfang August (angezeigt unter Aktivitäten und Termine) im nächsten Jahr wieder Gelegenheit, dabei zu sein.

Vorbereitung, Messung und Geschmacksprobe

Kind misst den Wassergehalt des Honigs mit einem RefraktometerWie wird das Entdeckelungsgeschirr zusammengesetzt? Wie wird das Refraktometer zur Bestimmung des Wassergehalts des Honigs eingesetzt? Die Familie zeigt sich allen technischen Anforderungen gewachsen und hilft sich gegenseitig. Das Ergebnis unserer ersten Geschmacksprobe ist hier nachzulesen: Bamberger Lagenhonig, Lage „Inselstadt / Villa Dessauer“.

Entdeckeln der Honigwaben

Honigwabenentdeckeln, jetzt darf auch Anja ranVorsicht ist bei den spitzen Zinken der Entdeckelungsgabel geboten. Doch sehr schnell hat Familie Pillipp den Bogen raus. Tja, manches lässt sich nur durch „Selbermachen“ erlernen. Für den Rest halten wir natürlich auch Imkerliteratur für Groß und Klein parat!

Honig schleudern

Kind darf den Zapfhahn der Honigschleuder öffnenDas Drehen an der Handkurbel macht in jedem Alter Spaß. Ein Grund, auf eine elektrisch betriebene Honigschleuer zu verzichten. Na gut, und soooo viel Ertrag haben wir ja auch wieder nicht. Wenn uns noch dazu unsere Gäste helfen … dennoch, eine neue Schleuder aus Edelstahl steht auf unserer Hitliste der Anschaffungen. Gerade deshalb, weil wir öffentlich wirken, wirkt die gute alte Blechschleuder, die uns netterweise von der Familie meiner Freundin und Ehrenpatin Jutta überlassen wurde und auf die wir sehr stolz waren (und noch sind!), doch etwas historisch. Gesundheitsschädlich ist sie aber nicht.

Die Jüngste darf den Zapfhahn öffnen – und schon fließen goldene Tröpfchen in das Auffangsieb. Mehr tun wir nicht – kein rühren, kein erhitzen, nur zusehen.

Abfüllen und Etikettieren

Normalerweise darf der Honig drei Tage lang in einem Edelstahltopf ruhen. Dann werden die Wabenrestchen, die immer mit anfallen, abgeschäumt und der Honig abgefüllt. Nur am Honigschleudertag dürfen unsere Gäste sofort etwas mitnehmen. Das bisschen Schaum, das sich oben im Glas absetzt, kann man mitessen. Für den Verkauf möchten wir es jedoch nicht ganz so „naturrein“.

Lecker bis zum Schluss!

Als lukullischen Schlussakkord gab’s Joghurteis von der Eisdiele nebenan, mit viel Honig „frisch vom Fass“ drüber, und alle durften sich am Ende ein Glas Honig mitnehmen.

Honigernte an der Villa Dessauer in Bamberg mit Bienenpatenfamilie

Sehr familiär lief heuer die Ernte an der Stadtgalerie „Villa Dessauer“ in Bamberg ab. Wenngleich wir die Honigschleudertage auch für die Allgemeinheit bekannt geben, hatte sich zum 31.07.2016 außer der Familie unseres Bienenpaten Bernd Pillipp niemand Weiteres angemeldet. So hatten er und seine Frau Anja mit Kindern reichlich Übungsgelegenheiten.

Sie durften von Beginn an selbständig die Rähmchen voneinander lösen, die meist schwer mit Honig gefüllten Waben aus den Bienenbeuten entnehmen, die restlich ansitzenden Bienen wegkehren und das Geerntete in die bereitgestellten Boxen zu geben. Wie das alles genau geht, zeigten wir der Familie Pillipp Schritt für Schritt.

Wir danken bei dieser Gelegenheit unserer Bienenpatin Dr. Regina Hanemann, die uns als Hausherrin des Museums den Platz zur Verfügung gestellt hat.

Stolzer Augenblick! Selbst geernteter Honig!

Im nächsten Blogbeitrag zeigen sie euch, wie sie ihren Honig aus der Ernte „Villa Dessauer“ verarbeiten. Bleibt dran!

Was lange währt … Umgriffarbeiten an der BIWa

Die Bienen-InfoWabe (BIWa) steht seit Anfang des Jahres 2016 so ziemlich fix und fertig da. Doch auch der Umgriff, also das Drumherum, will eine Form erhalten. In mehreren Abschnitten nähern wir uns dieser und fassen die Fortschritte der Arbeiten in einer chronologischen Bildergalerie zusammen. Verbunden mit der Bitte um Spenden, um im nahenden Herbst den Grundstock für einen bienenfreundlichen Schau-Kräutergarten anlegen zu können. Für die Pflege und das regelmäßige Gießen freuen wir uns außerdem über ehrenamtliche Unterstützung.

Beginn der Umgriffarbeiten im März 2016

Bis zum Saisonstart an Ostern war das Zwischenziel, den näheren Umgriff der Bienen-InfoWabe durch Rindenmulch passabel begehbar zu machen. Wildkraut rupfen war angesagt. Die durch die Bauarbeiten befestigten, brettharten Bereiche harkten wir per Hand auf und siebten die steindurchsetzte Erde durch. Letzteres brachte uns das kostenlose Material zum Verfüllen der Regenwassersickergrube, etwa 0,3 kbm / 300 Liter.

Mai

BIWa im Mai 2016, Wiesenseite, im Mai mit neugepflanzten BäumenUps, auf einmal waren da zwei Bäume vor die Haustüre gepflanzt! Wer war denn das – und noch wichtiger – was SIND das für Bäume? Wir wundern uns … (Auflösung hier).

BIWa im Mai 2016, WiesenseiteAufgrund der ständigen Regengüsse kamen wir im April und Mai nicht recht voran. Und als die Sonne doch mal schien, mussten wir in unseren Brotberufen arbeiten. Es half alles nichts, die Umgriffarbeiten mussten warten.

Juni

Unsere bienenfreundliche Parzelle im Interkulturellen Garten BambergManchmal hat es auch etwas Gutes, nichts zu tun. Denn so hatte der Mohn und später weitere Wildkräuter eine Chance, aufzugehen. Sogleich fand sich die Insektenwelt dort ein. Besonders war den Bienen auch das Stückchen Weißkleewiese willkommen, denn als „Massentracht“ wird der süße Nektar zu gerne angenommen. Wir fanden das toll und möchten es gerne weiterhin dabei belassen. Ob das Gartenamt wohl mitspielt?

Er nennt es „Spontanbewuchs“, aber wir glauben, das war nicht abwertend gemeint. 😉 Mit ein wenig Saatgut-Nachhilfe könnte es bald so aussehen, wie bereits jetzt schon unsere bienenfreundliche Parzelle im benachbarten Interkulturellen Garten, die zwei Jahre zur Entwicklung benötigte. Die Schulbienenklassen jedenfalls hatten allerhand Bienen zu entdecken und lernten ganz nebenbei einige Blumennamen kennen.

Doch an manchen Stellen wuchs nicht einmal mehr ein Wildkraut, so sehr waren sie durch die schweren Baumaschinen verdichtet. Glücklicherweise halfen uns am 23.06. die Pfadfinder vom Stamm St. Josef beim Aufhacken, denn unsere Ü50-Kräfte hätten dafür nicht mehr ausgereicht.

Juli

Weiter ging’s mit Aufhacken, und ein weiteres Mal halfen uns die Pfadfinder, organisiert von Catharina Beyer (Vom Fass Bamberg). Das Gartenamt fährt mindestens 3 kbm Abraum ab, im Austausch mit Substrat, das wir Schaufel für Schaufel einbringen zum Löcher stopfen.

Nebenei entsteht die Regensickergrube. Kurz vorm endgültigen Verfüllen mit unseren handverlesenen Steinchen erhält die letzte Lage noch ein Vlies. Dann ist auch diese Aufgabe (fast ohne Kosten) geschafft.

Zwei Tage später besucht uns Michael Gerencser, stellvertretender Leiter des Garten- und Friedhofsamt, der sich vorstellen kann, dass wir dieses Areal um die Bienen-InfoWabe sinnvoll mit Blühpflanzen bestücken könnten. Wir planen eine ein- und zweijährige Wildblumenwiese nahe am Haus und parallel dazu gepflegte Küchenkräuter und sonstige Bienen-Lieblingsblumen. Der ERBA-Park mit seinem Bienen- und Schüler(er)leben soll ganz im Sinne der Landesgartenschau von 2012 weiterleben. Helft ihr uns dabei? Das wäre super!

Heidelsteigschule auf dem Weg zur EU-Schule … unsere Bienen fliegen mit!

Schulbienenunterricht Heidelsteigschule 7. Klasse in der Bienen-InfoWabeSchulbienenunterricht Heidelsteigschule 7. Klasse in der Bienen-InfoWabeAuf dem Weg zur EU-Schule werden in der Heidelsteigschule mehrere Projekte realisiert. Initiiert von Kunsthistorikerin Christiane Hartleitner sollten dabei verschiedene Stadtteile der UNESCO-Weltkulturerbestadt Bamberg genauer unter die Lupe genommen werden. Dass Bamberg nicht nur historische Häuser und Kunstdenkmäler, sondern auch eine uralte und immer noch lebendige Gartenkultur zu bieten hat, zu der nun einmal unbedingt auch Bienen zählen, wurde den Siebtklässler(inne)n der Heidelsteigschule näher gebracht.

Schulbienenunterricht Heidelsteigschule 7. Klasse in der Bienen-InfoWabeHonig verkosten in der Bienen-InfoWabe für die 7. Klasse der Heidelsteigschule BambergSie fanden sich am 18.07.2016 in der Bienen-InfoWabe zu einer theoretischen Einführung ein, gefolgt von einem Lehrbienenstandbesuch mit echten Bienen und einer anschließenden Honigverkostung. Die Schüler/innen waren sich einig: so einen leckeren Honig haben sie bisher nicht gekannt. Die Quetschflasche aus dem Kaufhausregal hat in Zukunft wohl schlechte Karten. Wer einmal den Finger in die frische Wabe tauchen durfte oder unseren Bamberger Lagenhonig genossen hat, der nur einmal im Jahr geerntet wird und somit beinahe alle Frühjahres- UND Sommerblüten in sich vereint, zudem lediglich einfach gesiebt und natürlich nicht erhitzt wird, der kehrt nie mehr zu Billig-Honigen zurück.

Schulbienenunterricht Heidelsteigschule 7. Klasse in der Bienen-InfoWabeDass das alles auch im Eigenbetrieb möglich ist, sollte der Anschauungsunterricht klar machen. Jede/r kann Imker/in werden, wer ein wenig Geduld, Beobachtungsgabe und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den kleinen Tierchen und der Natur mit bringt. Die Liebe zur Biene stellt sich dann automatisch ein. Sie sind unsere Schutzbefohlenen, die wegen etlicher, darunter menschengemachter Probleme nur noch mit entsprechend ausgleichender Pflege ihrer Bestimmung, dem Bestäuben, nachkommen können.

Schulbienenunterricht Heidelsteigschule 7. Klasse in der Bienen-InfoWabeUnsere menschlichen Schutzbefohlenen, die Schulkinder der Volksschule Am Heidelsteig in Bamberg, haben es in diesem Crashkurs hinlänglich begriffen, so jedenfalls unser Eindruck. Und dass Bamberg zur Bienenstadt mutieren wird, davon sind wir in Anbetracht der vielen Unterrichte in diesem Jahr und der vielen Anmeldungen von Jungimkern bei unseren beiden Bamberger Imkervereinen überzeugt. Vielen Dank an Christiane, die diese schöne und sinnfällig Verbindung zwischen Mensch und Biene, zwischen den Bamberger Stadtteilen und zwischen Pädagog(inn)en und Kulturschaffenden im Kontext der Europäischen Gemeinschaft hergestellt hat!

Falls Sie, liebe Erziehungsberechtigte, eines der Fotos in höherer Auflage möchten, wenden Sie sich bitte an uns. Aber auch, falls Sie möchten, dass wir eines der Fotos mit Ihrem Kind herausnehmen sollen, was wir umgehend veranlassen.