Tierisch entspannt – der frischgebackene Imkerfacharbeiter Reinhold

Tierisch entspannter Imkerfacharbeiter Reinhold„Facharbeiter Bienenwirtschaft“ (kurz: Imkerfacharbeiter) heißt’s in Österreich, was sich bei uns in Deutschland „Tierwirt Fachrichtung Imkerei“ (vor 2005: Tierwirt Schwerpunkt Bienenhaltung)“ nennt. Wie auch immer – Reinhold Burger hat die europaweit anerkannte Ausbildung an der Niederösterreichischen Imkerschule (Landwirtschaftlichen Fachschule im Bildungszentrum Warth-Aichhof) mit „ausgezeichnet“ (also sehr gut) geschafft, worauf ich als seine Partnerin natürlich mächtig stolz bin.

Als „Spätberufener Ü50“ ist es nicht so easy, sich noch einmal neu zu orientieren. Dazu gehört Mut, Hingabe und Konzentration. So musste er vor allem Letzteres in der vergangenen Blockunterrichtswoche vom 13.-17.11.2017 aufbringen, die mit einer Prüfung über den gesamten Lernhorizont (bei normalen Auszubildenden sind das drei Jahre Stoff) erstreckt.

Reinhold hingegen konnte durch nachgewiesenes Vorwissen und durch sein Diplom (als Geograph) erheblich abkürzen. So absolvierte er lediglich diese und zwei weitere Wochen im Frühjahr, in der er mit 15-20 anderen Imker(innen) in Warth (südlich von Wien in der „Buckligen Welt“ gelegen) zum Unterricht antreten musste bzw. durfte. Dieses und all die vielen Lernabende zuhause haben sich gelohnt.

Der nächste Schritt nun ist die Anmeldung zur Meisterausbildung. Der Antrag ist geschrieben, und dann heißt es erneut: Selbsstudium, und zwar 2,5 Jahre lang. Nun, er ist drin im Lernen und für unsere Bienen und Schulbienenschüler/innen ist ihm da nichts zu viel. Natürlich profitiere  ich ebenfalls von seinem systematischen Lernen. In vielen Gespächen (nicht nur zum Abfragen von Stoff) erfreuen wir uns gegenseitig über spannendes Neues und aufgefrischtes Wissen rund um Bienen und deren Lebensraum, über Honig und weitere Bienenprodukte, über Imkerei und – ja, auch Betriebswirtschaft und „Standeskunde“, wie es in Österreich üblich ist.

Bildungszentrum Warth-Aichhof mit niederösterreichischer Imkerschule

Bildungszentrum Warth-Aichhof mit niederösterreichischer Imkerschule

Warum gerade Österreich? Wir hier in Franken bzw. Bayern wissen die fundierten Bildungsmöglichkeiten unserer nahen Nachbarn zu schätzen. Auch ich selbst habe ein österreichisches Diplom (Erwachsenenbildung) erhalten, welches in der einmalig gut vermittelten Form erst zehn Jahre später auch für Deutschland adaptiert wurde. Gerade in der Imkerei ist es sinnvoll, über den eigenen Tellerrand zu schauen, müssen wir uns länderübergreifend austauschen und zusammenhalten. Daneben waren ausschlaggebend die Organisation der Ausbildung als Blockunterricht sowie weitere für Reinhold optimalere Zulassungsvoraussetzungen.

Was mit den Auszeichnungen anzufangen ist, spielt im Grunde jedoch eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, das eigene Wissen zu mehren und an andere weiterzugeben. Wir brauchen es dringend, denn „von nichts kommt nichts“. Wir müssen das Ruder hart herumreißen, wenn wir der Welt die Bienen erhalten wollen. Nicht später mal irgendwann vielleicht …, sondern JETZT und ohne Altersbeschränkung.

Facharbeiterbrief (Urkunde) Bienenwirtschaft für Reinhold Burger

Teilnehmer der Prüfung zum Facharbeiter Bienenwirtschaft in Warth am 17.11.2017
© LFA NÖ (http://www.lehrlingsstelle.at)

 

Veitshöchheimer Imkertag 2017 (1): Fundstücke im Gelände

Ilona am Veitshöchheimer Imkertag am 09.07.2017 Auf fünf Teile ist unsere Berichtsreihe zum Veitshöchheimer Imkertag 2017 am 09.07.2017 angelegt. Schließlich sind wir das denjenigen schuldig, die wegen unserer Fortbildungsreise eventuell an der Bienen-infoWabe vor verschlossener Türe standen.

Folgende Vorträge werden in laufender Folge von uns beschrieben:

  • BeeWarned – Vespa Velutina und dem kleinen Beutenkäfer auf der Spur (Dr. Nicole Höcherl)
  • Bienenweide für Beet und Balkon (Dr. Ingrid Illies)
  • Bienenwachs – Verfälschungen vermeiden, aber wie? (Johann Fischer)
  • Aktuelles zur Varroa (Dr. Stefan Berg)

Was wir auf dem – wie so oft brütendheißen – Freigelände und an den Informationsständen in Foyer und Sebastian-Englerth-Saal vorfanden und näher beäugten, ist hingegen heutiger Beitragsgegenstand.

Imkermarkt mit verschiedenen Imkereibedarfshändlern

Imkermarkt, Stand Gärtnerei Immengarten JaeschWieder mit dabei: Immengärtnerei Bernhard Jaesch, der zahlreiche für (Wild-)Bienen interessante Pflanzen bereit hielt. Doch da wir unseren Bamberger Bienengarten so ziemlich fertig haben unter Einschaltung hiesiger Gärtnereien, enthielten wir uns heuer des Kaufs. Beim nächsten Mal füllen wir dann etwaige Lücken auf, denn die Auswahl ist schon etwas besonderes. Seine Listen liegen übrigens bei uns in der Bienen-InfoWabe aus – einfach anfragen.

Uns zog’s in die etwas kühleren Innenräume. Folge Sie uns.

Wildlebensraumberatung in Bayern

Am Infostand Wildbienenlebensraumberatung berichtete uns die für Unterfranken zuständige Beraterin, Anne Wischemann aus dem Fachzentrum für Agrarökologie in Karlstadt, über die Aufgabengebiete des von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft regional eingerichteten Beratungsdienstes.

Die Beratungsleistung bestand heute für uns darin, dass wir vom Institut für Biodiversitätsinformation e. V. (IfBI) aus Ebern erfuhren, die z. B. Lebensräume für Wildbienen aufsuchen und über einen längeren Zeitraum beobachten möchten. Da könnte man doch glatt zu uns in den Bienenweg 1 nach Bamberg kommen und unsere neu angesäte Bienenblühwiese observieren. Netzwerken also ist eine der Hauptaufgaben, und da lässt sich sicherlich gut andocken, denn das ist ja auch eine der unsrigen selbstgestellten Aufgabe.

Schau-Bienenweiden auf dem Versuchsgelände der LWG VeitshöchheimPassend dazu auch unser Gang zu den Bienenblühweiden, die uns immer wieder mit ihrer Vielfalt erfreuen. Nun haben wir inzwischen ebenfalls eine Blühwiese an der Bienen-InfoWabe, doch die Überlegungen dazu gingen vor einigen Jahren von hier aus.

Kleine Biene ganz groß – Die Honigbiene unter der Lupe

Mikroskopieaufbau im Saal der LWGUnter neuesten Mikroskopiergeräten (Bresser Science ETD 101 binokular 2-D-01-1 Nimax) konnten verschiedene Bienenbestandteile genauesten betrachtet werden. Pro Gerät waren heweils ein Präparat mit z. B. Kopf, Beine oder Stachel der Biene sowie eine Varroamilbe von oben und unten studierbar. Erklärungen gaben die daneben liegenden Detailzeichnungen. Toll gemacht!

Auch wir haben einige Mikroskope in der Bienen-InfoWabe, die natürlich längst nicht in dieser Kategorie mitspielen können. Dennoch – die Neugier zu wecken, den winzigen Tierchen ihre Geheimnisse zu entreißen vermögen sie ebenso.

Bienengesundheitsdienst

Stand des Tiergesundheitsdienstes / BienengesundheitsdienstIn unserem Blog oft erwähnt und im Jahresprogramm 2016 bereits zu Gast: Dr. Andreas Schierling am Stand seines Bienengesundheitsdienstes (Tiergesundheitsdienst) aus Grub.

Plakat am Stand des Tiergesundheitsdienstes / BienengesundheitsdienstVerschiedene Präparate, ein ausführliches Poster sowie ein Ständer mit zahlreichen Merkblättern und Antragsformularen sowie natürlich eine kompetente Beratung erwartete die Besucher. Übrigens sind seit 2018 auch Wachsanalysen kostenfrei möglich. Einen Satz dieser Anträge finden Sie auch bei uns in der Bienen-InfoWabe zum Mitnehmen.

Zu diesem Thema mehr im Vortrag von Johann Fischer: Bienenwachs – Verfälschungen vermeiden, aber wie?“ in der dritten Folge unserer Blogberichtsreihe.

Masterarbeiten

Masterarbeit zur WildbienenfaunaÜber die Auswirkungen von „Hypothermie auf das Verhalten von Arbeiterinnen (Apis mellifera)“ und zu „Beobachtungen und Untersuchungen der Bienen/Wildbienenfauna bei Beet- und Balkonpflanzen“ informierten großflächige Plakate, jeweils mit persönlichen Ansprechpartnern aus der Justus-Liebig-Universität Würzburg (Arne Kablau) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Franz Härtl). Diese stellten ihre Masterarbeit vor und gaben bereitwillig Auskunft.

Masterarbeit zur HypothermieEin (vorläufiges) Ergebnis daraus: Die Behandlung hat Auswirkungen auf die Brut. Die auch mit Objekten vorgestellte Untersuchungsmethode zeigt die Sensitivität bei verschiedenen Zuckergaben auf. Außerdem: Die Mortalitätsrate unterschiedlicher Bienenlebensalter (Alterskohoren) war unterschiedlich hoch. Die noch nicht verifizierte Aussage, die Lebensalter wären gekürzt, müssen mit T-Tests erst noch bewiesen werden. Man stünde da in den Startlöchern. Ist aber immer interessant, wer da an was und mit welchen Methoden im Augenblick forscht, so unser Fazit.

Interessant auch alle Vorträge in Veitshöchheim: Bleibt dran!

Ankündigung Veitshöchheimer Imkertag 2017

Wieder ein tolles Programm in Veitshöchheim zum jährlichen Imkertag, sowohl für Imkerfachleute als auch für allgemein am Thema Bienen, Imkerei und Garten Interessierte: Sonntag 9. Juli 2017, von 10.00 – 16.00 Uhr auf dem Gelände der Landesanstalt für Gartenbau und Weinbau.

Wir selbst würden auch so gerne hinfahren, doch ist parallel dazu unsere Bienen-InfoWaben-Sonntagsöffnung, zu der wir natürlich ebenfalls herzlich einladen, und zwar von 14-17 Uhr. Sollte sich allerdings eine Vertretung für uns finden, … ?

Wir haben uns aufgrund der wirklich wichtigen Themen entschlossen, daran teilzunehmen. Daher müssen wir leider die Sonntagsöffnung am 9.7. in der Bienen-InfoWabe absagen. Wir hoffen sehr auf euer Verständnis.

Bepflanzung der Außenanlage an der LWG Veitshöchheim, An der Steige

Veitshöchheimer Imkerforum (1): Versuchsergebnisse (1) des Fachzentrums Bienen

Reinhold Burger in Veitshöchheim zum Imkerforum 2016Gemälde am Narrenhaus in VeitshöchheimDie weiße Wetterlage hielt uns nicht ab, dem diesjährigen Veitshöchheimer Imkerforum – Wissenschaft und Praxis im Dialog einen Besuch abzustatten. Das Forum fand am 23.01.2016 in der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau statt. Und es hat sich gelohnt. Die kompakt dargebotene Vielfalt und Aktualität der imkerlichen Themen sucht seinesgleichen.

Gemälde am Narrenhaus in VeitshöchheimSchön auch für uns, immer mehr bekannte Gesichter unter den Teilnehmenden zu erspähen. Und nicht nur das – sogar Prominenz ist in der Faschingshochburg anzutreffen, wenngleich auch nur als kürzlich erst entstandene Wandmalerei am hiesigen Narrenhaus.

 

Lernleistung unter Neonicotinoid-Einfluss

Referentin Dr. Ingrid IlliesOb Neonicotinoide oder nicht – es konnte kein Unterschied in der Lernleistung der untersuchten Pollensammlerinnen im Anschluss an eine Konditionierungsphase festgestellt werden, so das Resümee der Masterarbeit von Armin Görlich, vorgestellt von Dr. Ingrid Illies. Nicht untersucht wurde hingegen die Lebensdauer der insektizidbelasteten Bienen. DAS wäre sicher ebenfalls interessant gewesen.

Weitere Berichte aus der Versuchsarbeit waren nicht minder spannend, zuweilen überraschend, immer jedoch erhellend.

Die Kirschessigfliege und ein Worst Case Szenario

7562-Bienentagung-VeitshoechheimDie Auswirkungen der seit 2011 in Deutschland nachgewiesenen Kirschessigfliege „Drosophila suzukii“ (siehe auch Bericht vom 22.07.15), die reife(nde) Früchte mit ihrer Hinterleibssäge befällt und somit für bienenanlockenden Fruchtsaftaustritt sorgt, konnten im vergangenen sehr warmen und trockenen Jahr nicht wie geplant untersucht werden, da ihr dieses Klima nicht behagte.

Als Alternativversuch wurden Futterbehältnisse in den Weinbergen angebracht, die Zucker, Honig und roten Farbstoff enthielten, nebst dem Mittel „Combi Protec“, das gegen die Kirschessigfliegen als B1-Mittel üblicherweise eingesetzt wird. Was es nicht dürfte, falls Bienenbeflug auf dem Weinberg stattfindet. Was wiederum in der Praxis schwer feststellbar ist. Während des Versuchs wurden die alle 100 Meter angbrachten Behältnisse allerdings sehr rasch ausgesaugt. Was beweist, dass sich die Sammlerinnen wie magisch von süßen Düften angezogen fühlen. Nun, das war es eigentlich nicht, was getestet werden sollte (was jedoch ein durchaus wichtiger Nebeneffekt war.) Vielmehr wurden die heimkehrenen Sammlerinnen auf Spinosad untersucht. Und tatsächlich – sie enthielten signifikant hohe Rückstände. Die allerdings keinen nennenswerten Totenfall mit vergleichbaren Ständen aufwiesen.

Trachtpflanzen für Beet und Balkon

Ein von Dr. Friedgard Schaper in 2003 in Veitshöchheim installiertes Projekt, der „Intelligente Blumenkasten“ (PDF), wurde in 2015 fortgeführt und 19 Kombinationen von Zier- und Duftpflanzen sowie Naschgemüse und Kräutern getestet. Und das ohne Pflanzenschutz. Das Ziel war und ist, die Öffentlichkeit über eine bienenfreundliche Bepflanzung aufzuklären und Empfehlungen für Handel und Verbraucher zu geben. (Weitere Infoblätter sind unter http://www.lwg.bayern.de/bienen erhältlich.)

Bunte Balkon- und HängeampelpflanzenDr. Illies genießt diesen Teil der LWG-Arbeit, der ihr einen wunderschönen Anblick aus ihrem Bürozimmer aus beschert, wie sie sagt. Nämlich direkt auf die untersuchten Objekte, also auf über 900 Sorten von Beet- und Balkonpflanzen. Die Bonitur (Erscheinungsbild, Wuchsform und Blütendichte) wird alle drei Wochen untersucht, zudem 200 Sorten auf ihre Attraktivität für Bienen hin geprüft.

Liest sich das in der o. g. Blumenkasten-PDF noch relativ einfach, indem der „Salbei“ (Officinalis) als „gut für Bienen“ benannt ist, erfährt der Laie nun in diesem Beitrag, dass es mitnichten so allgemeingültig zugeht. Ob nun Salbei, Mehliger Salbei oder Schopfsalbei angebaut wird, spielt durchaus eine Rolle in der Beliebtheitsskala der Insekten, genauer gesagt bei Wildbiene, Hummel und Honigbiene. Denn innerhalb der selben Art – nehmen wir mal hier den Schopfsalbei – finden sich eklatante Unterschiede.

Während die Sorte „Blue“ im Untersuchungszeitraum zum Beispiel nur von einer einzigen Honigbiene angflogen wurde, konnte „April Night“ sogar neun Besucherinnen für sich verbuchen. Der Favorit der Untersuchungen (laut Folie, die ich hier nicht abbilden wollte), ist übrigens Lobelia Techno Violet mit knapp 40 fliegenden Besucher(inne)n und Sutera (Bacopa) Epic Blue mit über 30 anfliegenden Individuen.

HMF – Hydroxymethylfurfural – eine Bachelorarbeit

Referent Dr. Stefan BergNein, niemand muss das Wort auf Anhieb aussprechen müssen, doch um seine Bedeutung muss der Imker sehr wohl wissen. HMF ensteht im Honig durch unsachgemäße Lagerung, also bei zu hohen Termperaturen. Doch auch bei allzu langer Lagerung in zuckrigen Lösungen. Für den Menschen ungefährlich (sonst dürften keine Faschingskaramellen mehr geworfen werden), doch sehr wohl für die Biene.

Welche Auswirkungen nun die Aufnahme von verschiedenen HMF-Konzentrationen auf die Thermoregulation sowie die Überlebensfähigkeit von Bienen hat, wurde in einer Bachelorarbeit untersucht, die Dr. . In der Literatur werden bisher 150 mg pro Kilogramm als bienenschädlich genannt. Tatsächlich liegt der Wert in einer höheren Region, über die ich mich, da die Zahlen noch nicht veröffentlicht wurden, derzeit noch nicht auslassen darf.

Im nächsten Blogbericht erfahren Sie von den Ergebnissen zweier Vergleichstests zur Ameisensäurebehandlung und zu verschiedenen Thermomethoden, den Stand der Funde um den Kleinen Beutenkäfer und der Asiatischen Hornisse, Vespa velutina, und von zwei neu zugelassenen Tierarzneimitteln. Bleiben Sie dran!

Übersicht aller Beiträge zum Imkerforum:

Veitshöchheimer Imkerforum im Fachzentrum Bienen 2016

Tafel zum Klimawandel am "Tag der offenen Tür" der LWG VeitshöchheimDas alljährliche Veitshöchheimer Imkerforum – Wissenschaft und Praxis im Dialog findet am 23.01.2016 in der Aula der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau statt. Wenngleich auch der Anmeldeschluss bereits am 11.01. war, könnte es eventuell Chancen für Nachzügler geben. Also, ich würde da einfach mal fragen, und zwar die Frau Koberger unter der Telefonnummer 0931 / 9801-352, E-Mail: fzbienen [at] lwg [dot] bayern [dot] de.

Sagen Sie einfach, die Bamberger Schulbiene hat mit ihrer Meldung hier verschlafen … sorry.

Das Programm in Auszügen:

  • Berichte aus der Versuchsarbeit des Fachzentrums Bienen
  • Bienengesundheitsdienst Bayern—Bilanz 2015
  • Lebensraumförderung im Greening
  • Stadtbäume im Klimawandel

„Mit der Natur der Bienen imkern“ – Kreisimkertag Bamberg 2014

Haben Sie schon einmal eine Königin gewonnen? Mir wurde am Kreisimkertag in Bamberg am 16.02.2104 dieses Glück zuteil, meine Tombola-Losnummer zeigte einen Haupttreffer. Natürlich war ihre Durchlaucht nicht selbst anwesend, sie wird erst im Frühjahr herangezüchtet. Doch gaben sich andere, ebenso ehrenvolle Gäste ein Stelldichein im vollen Saal der Sportgaststätte TSV Eintracht in Bamberg, eingeladen vom Kreisverband Imker Bamberg e. V.

Der (ganz und gar nicht!) Durchschnittliche

Bernd Schiller überreicht Honig an Günther DenzlerDer 1. Vorsitzende Bernd Schiller begrüßte Landrat Günther Denzler der von sich sagt: „Die durchschnittlichen 1,4 Kilo Honig, die in bundesdeutschen Haushalten verzehrt werden, dürfte ich wohl überbieten – für Brotaufstrich und im Tee!“

Denzler betonte die Notwendigkeit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit, sind doch seiner Recherche nach Imkersleute im Durchschnitt 60 Jahre alt. Junges Blut täte Not, denn im Durschnitt sorgen 80-90% Hobbyimker für die notwendige Bestäubungsleistung. Nun, da kann ich dem CSU-Politiker nur beipflichten. Und hoffte für diesen Nachmittag, dass meine alte Kamera akkumäßig brav durchhält. Hatte doch offenbar sonst niemand fotografische oder pressetechnische Ambitionen. Hier können wir nur besser werden!

Der Wiederholungstäter

Bernd Schiller überreicht Wolfgang Metzner ein Glas HonigEbenfalls nicht ohne eine Honiggabe zog SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Metzner in Vertretung des Bamberger Oberbürgermeisters von dannen – wobei er tapfer bis fast zum Schluss der Veranstaltung ausharrte. Und nicht, ohne in seinen Grußworten an das Vorjahr anzuknüpfen, in dem er zu selbigem Anlass und Vertretung eine Königin gewonnen und diese der Schulimkerei des Clavius-Gymnasiums vermacht hatte.

„Es würde mich doch sehr interessieren, was aus meiner Königin geworden ist“, so der Gymnasiallehrer, bevor er auf die politische Wichtigkeit einging, das Ehrenamt noch stärker zu fördern. Fänden wir gut. Und gut fanden wir auch die Überlassung seines diesjährigen Tombola-Gewinnes an die Bamberger Schulbiene. Sie wird die Gaben für den Unterricht gerne einsetzen. Und falls da noch etwas aus den Gesprächen nachfolgen sollte – wir würden uns freuen!

Der Veranstalter

Bevor Bernd Schiller das Wort an die Fachleute weitergab, berichtete der (wiedergewählte) Vorsitzende aus den Internas des Kreisverbandes. Generell eine nach oben gehende Entwicklung in der Anzahl der Imker, ein als Nummer 11 neu hinzugekommener Verein aus Zapfendorf, der Ankauf einer Funkwaage sowie ein guter Rechnungsabschluss war die positive Bilanz des Hirschaider Imkers.

Der Fachmann

Folie MitgliederentwicklungDer Fachbereichsleiter Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit im Landratsamt Bamberg, Dr. Hermann Knörl, berichtete über die aktuelle Situation im Bezug auf Bienenkrankheiten im Landkreis Bamberg. Wir blieben gottlob im vergangenen Jahr frei von der gefürchteten „Bösartigen Faulbrut“. Lediglich in den angrenzenden Landkreisen Forschheim, Hassfurt, Kulmbach und Neustadt/Aisch kam es zu vereinzelten Fällen, mit fünf Vorkommnissen als Spitzenwert im Bereich Leutenbach.

Der neu amtierende Kassenwart des Imker-Kreisverbands stellte außerdem die zur Behandlung gegen die Varoose zugelassenen Mittel vor. Prognosen zur künftigen Entwicklung der Milbe gleichen allerdings derzeit noch einem Blick in die Glaskugel. Doch wenn es so warm bleibt wie bisher, dann dürfte der Befall stark steigen, so Knörl. Zumal durch den beinahe frostfreien Winter kaum die Möglichkeit zur Oxalsäurebehandlung bestand, welche Brutfreiheit voraussetzt. Die wiederum nur bei länger anhaltendem Frost erfolgt.

Die Fachfrau

Die stellvertretende Leiterin des Fachzentrums Bienen der LWG Veitshöchheim, Dr. Ingrid Illies, freute sich nach ihrem kenntnis- und abwechslungsreichen Vortrag zum „Regelkreislauf im Bienenvolk“ über den riesen Blumenstrauß, der ihr als Dankeschön überreicht wurde.

Die physiologischen Zusammenhänge des Bienenvolkes als „Superorganismus“ erläuterte sie anhand der Themenschwerpunkte Wabenbau und Futtersuche. Welche Regel verbirgt sich als Antwort hinter den Fragen „Wieso weiß die Biene, wo sie was einlagern soll?“, „Wie weiß die Biene, wie die Waben gebaut werden müssen?“ und „Woran bemerkt ein Volk, dass sie ohne Königin ist?“. Dass sich die Bienen bei letzterer Frage durchaus vom Imker verschaukeln lassen täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass der fast weltweit verbreiteten Apis melifera eine muster- respektive „regel“gültige angeborene, bewundernswerte Verhaltensweise zur perfekten Selbstorganisation zu Grunde liegt.

Die Gäste

Voller Saal zum Kreisimkertag Bamberg 2014Sie meldeten sich zu Wort, allerdings nicht unbedingt direkt zum Inhalt der Vorträge. Den über 120 Gästen interessierte, nein, vielmehr erboste es, dass im Landkreis Bamberg kaum eine Hecke mehr für die Hackschnitzelaufbereitung verschont bliebe und so wichtige Futterquellen vernichtet würden. Bernd Schiller indes gab zu verstehen, dass auch der einzelne Feldbesitzer durchaus seine Brachflächen stärker mit Futterpflanzen aufwerten könne. Eine spürbare Emotionalität ging durch den Raum beim Thema „Gentechnik“.

Mag auch der Fachvortrag mit dieser hitzigen Grundsatzdiskussion ein wenig ins Hintertreffen geraten sein – wir persönlich fanden beides ganz hervorragend: die illustrierten, gut verständlichen Folien von Frau Dr. Illies sowie die engagierten, leidenschaftlichen Imker im Saal. Sie mögen ja im Durchschnitt alle etwas älter sein, doch was sagt das schon?! Alle gehen sie d’accord mit dem letzten Foliensatz: „Immer mit der Natur der Bienen imkern!“

Fazit zum Kreisimkertag Bamberg 2014

Freudige Tombola-Gewinnerin einer KöniginEin anregender, kurzweiliger Sonntagnachmittag, den wir uns auch für das 3. Septemberwochenende zum Bayerischen Imkertag erhoffen. Zumindest wurde uns vom Vorsitzenden prophezeit, dass die Oberbayern in der Regel allerhand zu bieten verstünden. Wir meinen aber, dass sich der Kreisimkerverband Bamberg ganz sicher nicht dahinter zu verstecken braucht. Tagesordnung, Referent(inn)en, Organisation und Durchführung waren wirklich lobenswert, alles sehr liebevoll gerichtet und bedacht – gerne wieder!

… strahlt eine freudige Königinnengewinnerin!

Imkerforum in Veitshöchheim 2014

Fahrt zum Veitshöchheimer Imkerforum 2014

Anlass? Veitshöchheimer Imkerforum des Fachzentrums für Bienenkunde und seines Freundeskreises
Wo? Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen, An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim
Wann? Sa., 1. Februar 2014

  • Abfahrt 9.25 Uhr ab Bamberg Hauptbahnhof mit dem Regionalexpress.
  • Rückfahrt 16.57 Uhr ab Veitshöchheim, Kirchplatz.

Kosten? Wir lösen ein “Schönes-Wochenende-Ticket” (bis zu 5 Personen = € 44,-). Das Forum selbst ist kostenfrei. Wer sich noch anschließen möchte, … schnell bis Freitag, 29.01. um 18 Uhr Kontakt zu uns aufnehmen!
Weitere Infos? Veitshöchheimer Imkerforum der Freunde des Fachzentrums Bienen e. V.  Programm-Download