Montessori-Schule Bamberg auf dem Weg zur Schulimkerei

Montessori-Schule Bamberg, EingangVon einem Elternteil erfuhren wir, dass die Montessori-Schule eine Schulimkerei für die Grundschule und Sekundarstufen plant. Gerne boten wir an, zur Gesprächsrunde dazuzustoßen. Die federführende Lehrerin, Elke Völkl, hatte schon viel Vorarbeit im Bezug auf Anfragen und Anträge bei der Stadt Bamberg, dem Veterinäramt und der Versicherung geleistet. Das Buch „Bienen machen Schule“ hat ihr dabei wertvolle Tipps geliefert.

Beratung des Bienentreffens in der Montessori-Schule Bamberg am 14.03.2018 / Bienen-leben-in-Bamberg.deNach der Vorstellungsrunde der anwesenden Lehrkräfte und Elternteile sowie drei Schulkinder, die auch die jeweilige Motivation und / oder Bereitschaft zur Mitarbeit mit abfrug, konnten wir alle weiteren Fragen beantworten. Naturgemäß möchten wir nicht Entscheidungen abnehmen oder gar festlegen, was „richtig“ und was „falsch“ ist, denn wie so oft kommt es auf unterschiedliche Rahmenbedingungen an. Doch genau um das geht es ja auch. Auf was sollte geachtet werden? Welche Optionen und Alternativen sind vorhanden? Was sollte dringend bedacht werden (z. B. die sorgfältige Varroabehandlung und Schwarmverhinderung), aber was darf auch einfach einmal ausprobiert werden? Komponenten waren bspw. Zeit-, Geld- und Personalressourcen, vorhandenes und noch fehlendes Knowhow sowie Ferienzeiten.

Dosenbiene

Dosen-Biene von der Montessori-SchuleGefreut hat uns allen, dass sich am Ende drei Frauen gemeldet hatten, die einen Imkerkurs belegen möchten. Und das, obwohl wir keinen Hehl daraus machten, dass Imkerei zwar ein supertolles Hobby, aber durchaus auch anspruchsvolle Tierpflege bedeutet. Doch mit Hilfe des bereits umfangreichen vorhandenen Wissens von drei anwesenden Imkern (einer davon der Grundschüler Xaver, der uns mit seinem Sachverstand schwer beeindruckte!) und dem Versprechen, dass auch wir jederzeit telefonisch erreichbar sind, kann nicht viel schiefgehen.

Sowohl für die Organisation, Methodik und Didaktik eines Schulbienen-Unterrichts als auch für Lehrbienenstandsbesuche gaben wir folgendes an die Hand:

  • Einen Hinweis auf die LfL-Förderung zum „Imkern an Schulen“
  • Webseiteninfo „Biene und Schule“ mit weiterführenden Links
  • Auflistung „Grundausstattung und Erweiterungen für die Jungimkerei“
  • Termine der nächsten Imkerkurse von zwei Bamberger Verbänden
    • Einstieg in Theorie und Praxis der Imkerei (in Bamberg)
      • Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V.
        • Sa., 24.03.2018, Anfängerlehrgang Teil 1 – Theorie
          16.00 – ca. 18.30 Uhr, Restaurant LudwigX, Steigerwaldstraße 9, 96138 Burgebrach. Referent: Dr. Reimund Schuberth, Bienenfachwart, Marktrodach
        • Sa., 31.03.2018, Anfängerlehrgang Teil 2 – Praxis
          15.00 – ca. 17.30 Uhr, Lehrbienenstand Burgebrach
          Referent: Robert Engert, 1. Vorsitender IBZV e. V.
        • Kosten? Keine
        • Anmeldung? Bitte telefonisch bei Robert Engert unter Tel. 09546–6816
        • Etwa 10x Lehrbienenstandsbesuch mit Vorträgen vor Ort an Sonntagen von 9-11 Uhr.
      • Imkerverein Bamberg und Umgebung e. V.
        • wöchentliche Sonntagskurse ab Saisonbeginn (Ende März) von 9-11 Uhr
    • Unser BIWa-Jahresprogramm mit der Auflistung unserer Beratungstermine (ab Ostersonntag alle zwei Wochen von 14-16 Uhr sowie einige Vorträge von 16-17 Uhr. Besonders der Termin am 04.09.2018 ist Lehrkräften zu empfehlen: „Bienen im Grundschulunterricht“. Außerdem die Honigschleudertage im Juli.

Beratung zum künftigen Standort für die Bienenvölker der Montessori-Schule Bamberg / Bienen-leben-in-Bamberg.deDa die Standortfrage mit am Wichtigsten ist, klärten wir diese sogleich am nächsten Tag ab. Wider unserer Erwartungen liegt das gepachtete Grundstück relativ sonnig und nach Süden ausgerichtet. Was im kühl-feuchten Teufelsgraben ja überwiegend nicht der Fall ist.

Beratung zum künftigen Standort für die Bienenvölker der Montessori-Schule Bamberg / Bienen-leben-in-Bamberg.deDoch zwei Standorte schienen geeignet, sofern sie eingeebnet oder mittels Paletten begradigt werden können. Den möglichen Winddurchzug könnte eine Heckenanpflanzung reduzieren und für mehr Sonnenschein sorgt ein ohnehin benötigter Pflegerückschnitt der alten (Obst-)Bäume.

Wir wünschen der Montessori-Schulgemeinschaft nun viel Freude am Aufbau ihrer Schulimkerei!

Grundausstattung und Erweiterungen für die Jungimkerei

David mit dem Stockmeißel„Was kostet die Imkerei, wenn ich neu anfange?“ Die an uns häufig gerichtete Frage von Jungimker und Schulen beantworten wir heute ausführlicher.

Hier unsere praktische Excel-Tabelle Imkerei-Grundausstattung-Kosten zum Selbstanpassen, denn je nach Beutensystem, Händler und spezifische Bedarfe differieren die Kosten. Für Anfänger in der Imkerei, die Mitglied in der HEG sind, kann es beispielsweise Rabatte für eine Grundausstattung geben. Einige Firmen verkaufen auch Jungimker-Sets und Honigernte-Sets zu günstigeren Preisen.

Wir empfehlen, mit zwei Völkern zu beginnen, um Vergleichswerte (Gewichtskontrolle, Entwicklungsstand) zu erhalten, die zu leichteren Entscheidungen in der Betriebsführung befähigen. Außerdem sollte im Jahresverlauf ein Ablegervolk gebildet werden.


Die Gesamtkosten (ohne Porto und Versand) für die imkerliche Ausstattung für ein Volk betragen:

  • im Minimum € 846,-
  • + Erweiterungen 1.060,-
  • = Minimum und Erweiterung  € 1.906,-

Im Einzelnen die etwaigen Kosten für das in Franken am häufigsten anzutreffende Zandermaß-Beutensystem:

Reinhold erklärt die Umsetzung des VolkesBienenvolk, Durchschnittskosten € 100,-

  • Ableger € 80,- bis € 100,-
  • Wirtschaftsvolk € 100,- bis € 120,-
  • Schwarmvolk, selbst eingefangen € 0,-
  • Imkern auf Probe und / oder Vereinsüberlassung bei verschiedenen Konditionen

Varroakontrolle zur Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger WiesenBienenwohnung (Zanderbeute), Gesamtkosten  € 237,-

  • 1 kompletter Beutensatz € 160,-

    • 3 Zargen
    • 1 Boden mit Gitter
    • Windel (= Plastikeinschub für Gemüllkontrolle)
    • 1 Holzdeckel
    • 1 Blechhaube (verzinkt)
    • 30 Rähmchen mit Mittelwänden
    • Fluglochkeil
  • MäusegitterAbsperrgitter (Metall, verzinkt) € 9,50
  • Mäusegitter (z. B. Liebig, gebogen, 6,3 mm) € 2,50
  • Bienenflucht mit Rahmen € 18,-
  • Mittelwände (Wachswaben) mit Prüfbericht seuchen- und pestizidfrei, 2-Kg-Pack, € 50,-

Erweiterungen, Gesamtkosten:

  • Beutenschutz-Lasur für Öko-Imkerei (z. B. Pigrol® 750 ml) € 23,-
  • Euro-Palette o. ä. als sicherer, ebener und
    verwitterungsschützender Untergrund der Beute € 14,-

Imkerwerkzeug fürs ErnenImkereiwerkzeug, Gesamtkosten € 125,- 

  • Stockmeißel (z. B. Ami) € 8,-
  • Smoker (Edelstahl, 8 cm) € 27,-
  • Abkehrbesen (Kunststoff) € 5,-
  • Imkerhut mit Jacke € 35,-
  • Trafo-Wabeneinlöter € 50.-

Bienenpflegemittel zur Varroabehandlung, Gesmtkosten € 99,-

  • Entnahme des Liebig-Dispensers nach der AmeisensäurebehandlungMilchsäurebehandlung
    • Milchsäure ad us. vet.¹ 15%, 1 Liter 10,-
    • Sprühkopf für Flasche € 2,50
  • Ameisensäurebehandlung
    • Ameisensäure ad us. vet.¹ 60%, 1 Liter € 11,-
    • 2 Liebig-Dispenser € 12,00
  • Oxalsäurebehandlung
    • Oxalsäuredihydrat-Lösung ad us. vet.¹ (3,5% m/V) 2x 500 ml € 35,-
    • Spritze € 2,50
    • Kanüle für Spritze (Plastikschlauch) € 1,- (siehe Foto)
  • Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017Schutzmaske € 13,-
  • Schutzhandschuhe für Säurebehandlungen, Pckg 2 St. € 12,-
    (Im Foto Einmalhandschuhe, doch das ist nicht unsere die Empfehlung)

Noch geschlossener ZuckerwasserbehälterBienenfütterung für Zwei-Zargen-Volk, Gesamtkosten € 15,-

  • Haushaltszucker (1 Kg = € 0,65) 20 kg = € 13,-
  • Gefäß, lebensmittelecht, z. B. Honigeimer € 2,-
    (wir sammelten Joghurtbehälter aus der Gastronomie)

Über die Thematik der Zuckerfütterung siehe untenstehende Beitragslinks²


Die Honigwabe wird tropfgeschützt zur Schleuder transportiertHonigernte für Tropfhonig (Stampfhonig), Gesamtkosten € 246,-

  • 3 Kunststoffeimer, lebensmittelecht, je 25 Kilo á € 5,- = € 15,-
  • Box mit Deckel zum Honigtransport, 14 l,
    lebensmittelecht (z. B. Hornbach, Chris S.), 2x € 6,- = € 12,-
  • Abfüllkannen /-behälter /-kübel 30,5 cm für 32 kg, 4 Spannverschlüsse € 152,-
  • Haushaltshandgerät zum Wabenzerstampfen € 16,-
  • Teigschaber / -spachtel € 9.-
  • Standseiher (Nudelsieb) € 9,-
  • Feines Netz € 5,-
  • Honiggläser mit Twist-off-Deckel, Charge 60x 500g € 28,-

Wie steckt man ein Entdeckelungsgeschirr zusammen?Erweiterungen, Gesamtkosten:

  • Refraktometer zum Messen des Wassergehalts € 110,-
  • Entdeckelungsgeschirr für 2 Pers. mit Wabenablage € 126,-
  • Entdeckelungsgabel, Holzgriff € 11,-
  • Honigschleuder, 4 Waben, Handbetrieb, Plexiglasdeckel € 539,-
  • Doppelsieb 30,5 cm € 48,-
  • Honigwaage, geeicht, bis 6 kg € 189,-

Die Königin im Stempel wird rot gezeichnetKöniginnenkennzeichnung Gesamtkosten € 24,-

  • Königinnenzeichengerät € 15,-
  • Abfangkäfig (Clip) € 4,-
  • Zeichnungsstift € 5,-

Später kommen noch ein paar Materialien (z. B. Umlarvnadel, Lupe, Umlarvtöpfchen) für die eigene Zucht hinzu, doch das muss – wenn überhaupt – noch nicht alles sofort sein. Königinnen können bei Bedarf auch gekauft oder über einen Verein oder andere Imker bezogen werden.

Beachten Sie unbedingt: Völker und Materialien (Kauf, Schenkung, Verleih) bergen die Gefahr von Einschleppung von Krankheiten und Seuchen. Verwenden Sie Ihre eigenen Werkzeuge und gehen Sie nicht damit an andere Bienenstandorte oder lassen fremde Werkzeuge an Ihrem Standort zu. Achten Sie auf ausgewiesene Seuchengebiete (via TSIS) und nehmen Sie daraus keine Bienen an. Vertrauen ist gut, Gesundheitszeugnis ist besser.


Fußnoten

¹ ad usum veterinarum = zum tierärztlichen Gebrauch; s. a. Arzneimittel für (insbesondere) lebensmittelliefernde Tiere (§ 56 und 57, Arzneimittelgesetz, AMG).

² Wissenswertes zum kontrovers diskutierten Thema „Bienenauffütterung mit Zucker“

Info zu Imkern an Schulen

Die Sonne scheint, die Bienen fliegen! Auch die Lehrkräfte werden aktiv in Sachen Bienenunterricht. Wer hier Nägel mit Köpfen machen möchte und dauerhaft Bienen halten will, also eine Schulimkerei einzurichten plant, sollte den Antrag „Imkern an Schulen“ bis spätestens 15. Juni an die Landesanstalt für Landwirtschaft abschicken. Der Kostennachweis ist bis 31. Juli ebenfalls bei der Landesanstalt für Landwirtschaft einzureichen.

Wem das noch zu früh erscheint und das Thema erst mal anders aufbereiten möchte, erhält auf unserer im Aufbau befindlichen Seite „Biene und Schule“ entsprechene Informationen. Weiter unten dann die Links zu langfristigen Konzepten / Einrichtungen / Installationen an Schulen.

Schüler am Marktstand der Bienen-AG mit Bamberger Schubiene

stehend: Elvis, Ben, Laurenz, Schulbiene und Edna
sitzend: Leo und Max

Oxalsäurebehandlung mit guten Nachrichten

Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017Gestern am letztmöglichen Winterkältetag bei Minustemperaturen konnte Reinhold die Oxalsäurebehandlung zur Varroabekämpfung bei all unseren 14 Völker erfolgreich durchführen. Erfolgreich heißt zunächst, es war kalt genug, dass die Bienen noch in einer kompakten Traube behandelt werden konnten, das Träufeln mit der neuen Pipettenspitze* vom Handling her geklappt und die Runde über alle unsere 6 Standorte in Bamberg rechtzeitig abgefahren war, bevor das Carsharing-Auto wieder in den Stall zurückgebracht werden musste.

Allen Völkern geht es gut, es brummt und wuselt in den Stöcken, dass es heuer eine Freude ist. Das ist ja nicht immer so. Meist sind ein, zwei, Kümmerlinge dabei, von denen nicht so klar ist, ob sie den Winter überstehen. Aber selbst unser Problemvolk, bei dem wir bei der Königin eine Art Legestörung beobachtet hatten, hat super wieder aufgeholt. Die Behandlung vor der Wintersonnenwende am 21.12., also bevor die Legetätigkeit wegen der wieder länger werdenden Tage und durch den Wärmeanstieg, der bei uns um die Weihnachtszeit fast immer zu erwarten ist, durchgeführt zu haben, ist sehr beruhigend.

Wir sind guten Mutes und können nun so richtig die zweite Hälfte der Adventstage genießen! Das wünschen wir auch euch allen!

* Unsere Spritze besitzt ein Luer-Lock-System, daher passte die Pipettenspitze nicht direkt auf die Kanüle, aber dann doch auf den Schlauch.

Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017

 

Vortrag Königinnenzucht mit Heinrich Zwosta

Teilnehmende zum Vortrag Heinrich ZwostaRund 30 Teilnehmende ließ Züchter Heinrich Zwosta am 11.06.2017 in der Bienen-InfoWabe anschaulich an seinen über 30 Jahren Erfahrungen teilhaben. Den roten Faden zum Thema Königinnenzucht bildete die Powerpoint-Präsentation, die der langjährige Imker gemeinsam mit seiner Tochter erstellt hatte und unseren Bloglesenden zur Verfügung stellt. Herzlichen Dank!

Vortragender Heinrich ZwostaGemeinsam auch kümmert man sich um den Hofladen, zu dem die Familie Zwosta herzlich einlädt. Denn trotz doppelter Vortragszeit ist das vielschichtige Thema natürlich noch nicht annähernd erschöpfend zu behandeln gewesen. Wer also mehr erfahren möchte, mache sich auf nach Doschendorf (Hausnummer 1) bei Scheßlitz, wo es (nicht nur) Königinnen zu kaufen gibt. Allerdings empfiehlt Herr Zwosta, rechtzeitig anzurufen, denn immerhin handelt es sich um keine „Regalware“, die man eben mal schnell erwerben kann, sondern vorbestellen muss.Vorzeigeobjekte Umlarvbesteck für Königinnenzucht

VorzeigeobjekteBesonderen Wert legte Heinrich Zwosta auf die Vermittlung praxisrelevanter Inhalte. Viel lieber als einen Votrag zu halten würde er nämlich die Interessierten über seine Schulter schauen lassen wollen. Um nun doch ein wenig von diesem Praxiserleben zu vermitteln, wurde etliches an Instrumentarien wie Umlarvbesteck und Königinnenzuchtobjekte – selbstgebaut wie umgebautes – in die Bienen-InfoWabe herangekarrt. Sogar echte Bienen konnten im Außenbereich bei ihrer Tätigkeit beobachtet werden. Wir waren sehr beeindruckt von dieser vielfältigen, professionellen Ausstattung und der Logistik dahinter.

Vorzeigeobjekte von Heinrich Zwosta im Außenbereich der Bienen-InfoWabeNachdem die Familie sowie Mitglieder des Imkervereins Scheßlitz und Umgebung e. V., deren zweiter Vorsitzender Heinrich Zwosta ist, die zahlreichen mitgebrachten Exponate wieder in die Autos zurückverfrachtet hatten, ließen wir den ereignisreichen und sonnenwarmen Tag am Feuerkorb mit Ehrenbienenpatin Jeannette Munique, Bienenpatin Gabriele Loskarn sowie Nachbar Ralf (unser edler Wasserspender für die Bienen-Blühwiese) ausklingen.

Jeannette, Ilona und ReinholdGartennachbar Ralf und ReinholdEin  Prosit auf die kompetenten Unterstützer unseres Anliegens rund um die Bienen, die ihren Sonntag Nachmittag (und sicherlich etliche Stunden vorab!) dafür geopfert hatten. Und an alle Teilnehmenden, die den Weg zu uns in den Erba-Park in den Bienenweg 1 gefunden hatten.

Der nächste Vortrag findet am 25.06. zum Thema „Bienendemokratie und Schwarmintelligenz – gibt’s das?“ (16-17 Uhr) statt. Wir freuen uns auf euch!

Vortrag Heinrich Zwosta zur Königinnenzucht

Heinrich Zwosta, 2. Vorsitzender Imkerverein ScheßlitzLogo für das Schwerpunktthema: Imkerei der Bienen-InfoWabeDie Königinnenzucht. Wissenswertes aus der Praxis eines Züchters. Sanftmütig, ertragsorientiert und dabei auch noch krankheitsresistent … eine Königin muss viele Merkmale auf sich vereinen. Daher ist die Königinnenzucht ein ausschlaggebendes Element in der Imkerei. Was sind die gängigen Verfahren der Aufzucht? Wie wird geeignetes „Zuchtmaterial“ ausgewählt, das Pflegevolk vorbereitet und die Paarung kontrolliert? Wie lässt sich die junge Königin ohne Probleme in das Volk zurücksetzen?

Diese und weitere Fragen beantwortet der Scheßlitzer Imker Heinrich Zwosta (2. Vorsitzender Imkerverein Scheßlitz und Umgebung e. V.) mit langjähriger Erfahrung in Sachen Königinnenzucht.

Der Vortrag findet am So., 11.06.2017 von 16.00 – 17.00 Uhr statt
Ort: Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park).

Unser Haus ist ab 14.00 Uhr geöffnet, um sich zu informieren über alles rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Kaffee steht bereit.

Was Imker (nicht) brauchen … und ein neuer Schulterschluss

Vortragender Reinhold BurgerSmokerVon mindestens einer Person wissen wir, dass der Vortrag Was brauchen Imker/innen (nicht)? genau das Richtige war. Denn unsere Bienenpatin Gabriele Loskarn hat sich ernsthaft entschlossen, das Imkern zu erlernen. So oft schon hat sie uns bei der Bienenpflege zugesehen und mit Hand angelegt und auch beim Honigernten und -verarbeiten war sie mehrmals mit dabei. Das war wohl ansteckend genug, um sie endgültig mit dem „Ich-liebe-Bienen-Virus“ anzustecken.

Vortragender Reinhold BurgerSinnvolle Imkereiausstattung von Anfang an, das war das Versprechen von Reinhold Burger in Vertretung der erkrankten Referentin Simone Machinek. Dazu gehören neben der Bienenbeute mit ihren einzelnen Bestandteilen auch Stockmeisel, Smoker, Imkerhut für alle Fälle, Nelkenspray und alles zur Varroabehandlung, eher jedoch nicht ein Paar Handschuhe. Zu Beginn kann auch auf die Wabenschleuder verzichtet werden, die außerdem bei den meisten Vereinen ausleihbar ist.

Vor Beginn des Vortrags hatten wir wie immer ein „Offenes Haus für alle“. Die freie Zeit zur Begegnung, Beratung und des Austausches nutzte der 1. Vorsitzende des Kreislehrgartens Oberhaid des Obst- und Gartenbauvereins, Wolfgang Settmacher, um die frisch gedruckten Flyer vorbei zu bringen. Am Sonntag, den 21.05.2017 erfolgt unsererseits der bereits länger schon geplante „Gegenbesuch“, von 15-16 Uhr einen öffentlichen Vortrag zur Biene zu halten.

https://bienen-leben-in-bamberg.de/wp-content/uploads/2017/05/150729-BIWa-Bienengarten.jpgBeschlossen wurde, dass wir über diese Begegnungen hinaus einen Schulterschluss in Sachen „bienenfreundliche Pflanzen“ eingehen werden. Was dort der „Kreislehrgarten“ ist, nennt sich bei uns „Bienengarten“ und beherrbergt mehrere Schaubeete mit zahlreichen Pflanzen, die beispielhaft zur Nachahmung empfohlen werden. Hier könnten Austauschpflanzungen vorgenommen werden, um den Geldbeutel zu schonen. Aber auch gegenseitige Besuche, die sich inhaltlich ergänzen, böten sich an. Oder wie hier ein wenig Werbung füreinander.

Vortrag Simone Machinek zu Imkerausstattung

Logo für das Schwerpunktthema: ImkereiWas brauchen Imker (nicht)? Die Auswahl an Werkzeugen, Geräten und Beutensystemen ist enorm und nicht jede/r Imker/in braucht unbedingt alles oder auch sofort. Am Ablauf eines Imkerjahres erläutert Simone Machinek Grundausstattung und Zubehör. Doch auch zu Neuerungen und für die Anforderungen von „alten Imkerhasen“ gibt die Geschäftsführerin der HEG, ein „Imkerkaufhaus“ für Süddeutschland, kompetente Antworten. Sinnvolle Imkereiausstattung von Anfang an erspart Kosten und Ärger.

SmokerDer Vortrag findet am So., 14.05.2017 von 16.00 – 17.00 Uhr statt in der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park).

Unser Haus ist ab 14.00 geöffnet, um sich zu informieren über alles rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

(ausgefallen wg. Krankheit)

Amtliches und Rechtliches zur Bienenhaltung

Bienenhaus in Aufsess, Fränkische SchweizEinige Sachverhalte möchen wir hier nachfolgend aus unserer Sicht und Recherche in einem Gesamtzusammenhang darstellen, die in der Mitgliederversammlung des Imker- und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land am 11.03.2017 (s. a. Teil 1) für Irritationen gesorgt haben, was jedoch zugegebenermaßen systemimmanent, sprich: einem leicht unübersichtlichen Bürokratieverständnis geschuldet ist. Doch der Reihe nach:

1. Anmeldung und Betriebsnummer
Alle Imker (Hobby-, Neben- und Haupterwerbsimker) müssen ihre Völker im Veterinäramt (Stadt bzw. Landkreis) anmelden. Grundlage ist das Tiergesundheitsgesetz (TierGesG)¹, erlassen in der Bienen-Seuchenverordnung (BienSeuchV).

§ 1a

Wer Bienen halten will, hat dies spätestens bei Beginn der Tätigkeit der zuständigen Behörde unter Angabe der Anzahl der Bienenvölker und ihres Standortes anzuzeigen. Die zuständige Behörde erfasst die angezeigten Bienenhaltungen unter Erteilung einer Registernummer und legt hierüber ein Register an. Die Registernummer ist zwölfstellig und wird aus der für die Gemeinde der Bienenhaltung vorgesehenen amtlichen Schlüsselnummer des vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Gemeindeschlüsselverzeichnisses sowie einer vierstelligen Betriebsnummer gebildet.

In Bayern ist der Anmeldevorgang zweigeteilt. Eigentlich hat der Imker damit seine primär verpflichtende Meldung an das Veterinäramt de facto nach der Lesart des §1 unserer Auffassung nach seine Schuldigkeit getan. Die zuständige Behörde (dem Verständnis nach das Veterinäramt, da nur dort Standort und Anzahl der Völker gelistet werden) müsste nun diese angezeigte Bienenhaltung mit einer Registriernummer belegen („Die zuständige Behörde erfasst die angezeigten Bienenhaltungen unter Erteilung einer Registernummer“).

Da die Registriernummer („Betriebsnummer“) jedoch in Bayern nur im Landwirtschaftsamt (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, AELF) zu bekommen ist, wäre der Imker bzw. die Imkerin aufgefordert, sich zuerst die Betriebsnummer (richtig: Registriernummer) geben zu lassen und DANN an das Veterinäramt Meldung zu leisten.

Also, erst Betriebsnummer, dann Veterinäramt. Dabei kann man folglich nichts verkehrt machen. Wer die Betriebsnummer nicht beantragt, MUSS jedoch seine Bienen wenigstens ans Veterinäramt melden, sonst wird das Versäumnis mit einem Bußgeld belegt. Hier dazu die Richtigstellung der Info aus der Mitgliederversammlung:

2. Ordnungswidrigkeit, nicht Straftat
Imker machen sich bei einer Nicht-Anmeldung der Bienevölker im Veterinäramt zwar nicht strafbar nach dem Strafgesetzbuch. Es ist jedoch eine Ordnungswidrigkeit, die eine Geldbuße (vergleiche auch Pressemeldung infranken.de / Bezahlschranke) nach sich ziehen kann. (Siehe auch „Straftat / Straftäter – Definition & Abgrenzung zur Ordnungswidrigkeit“).

Unser Fazit: Hat man die Meldung an das Veterinäramt ohne Registriernummer vollzogen, so kann demnach das alleinige Fehlen einer Betriebsnummer dem Grunde nach keine Ordnungswidrigkeit nach sich ziehen, legt man die Bedeutung zugrunde, die sich im Tiergesundheitsgesetz zum Schutz vor Tierseuchen findet. Anzahl und Standorte der Bienenvölker des gemeldeten Imkers sind dafür relevant, die Registriernummer führt lediglich Ihre Adresse auf. Dennoch sollten Sie es nicht darauf ankommen lassen, wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen!

[Aktualisiert am 03.03.2026]

¹ Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen (Tiergesundheitsgesetz – TierGesG); Neufassung des Viehseuchengesetzes von 1969, auf den sich der §1a des Bienen-Seuchengesetz bezieht.

² Bienen-Seuchenverordnung

Letzte Winterarbeit vor Neujahr: Gemülldiagnose

Buger-Wiesen-Völker im WinterDie nachfolgenden Fotos der Windeln (ja, so heißen diese flachen Plastikwannen tatsächlich!) stammen aus den vier Völkern der Buger Wiesen und zeigen den Gemüllabfall. Die Windelkontrolle gibt Aufschluss über so einiges, was wir hier nur in Teilen wiedergeben, also die Volksstärke der Bienen, ihren Sitz im Beutenraum und natürlich als Wichtigstes, den Varroamilbenabfall.

Gemülldiagnose Volksstärke und -sitz

Windeldiagnose, Varroaauszählung Buger Wiesen

Über 7 Wabengassen starkes Volk

Zählt ihr die bräunlichen Streifen, so könnt ihr sehen, wie stark ein Volk in den Winter gegangen ist. Mindestens vier Reihen sollten es schon sein, sonst ist das Volk definitiv zu klein, um sich in der Traube auf Dauer genügend zu erwärmen. Ihr könnt am Abfall erkennen, an welcher Stelle die Bienenwintertraube sitzt, und zwar meistens (nicht immer!) vor dem Einflugschlitz – auf den Bilden die rechte Seite.

Windeldiagnose, Varroaauszählung Buger Wiesen

Gemüll über die ganze Beutenbreite verteilt

Zuweilen verteilt sich ein Volk auch über die ganze Beutenbreite. Eines der Vöker hing mit seiner Traube bis zum Gitterboden herab, was der Blick durch den Einflugschlitz verriet, bei welchem kontrolliert wird, ob Totenfall eventuell den Ausgang verstopfen könnte.

Das Herabhängen kann auf zweierlei hindeuten: Erstens auf ein zahlenmäßig sehr starkes Volk, und zweitens auf eine hohe Futtereinlagerung, welches den Bienen dann natürlich den Wohnraum einengt. Na, so haben sie’s wenigstens schön kuschelig.

Gemülldiagnose Varroabefall

Windeldiagnose, Varroaauszählung Buger WiesenWas so schwer auf dem Foto identifizierbar ist, ist auch in der Realität nicht so ganz einfach. Will man nun die Varroamilben finden, dann richtet sich das geschulte Imkerauge auf dunkelbraune, kreisrunde und glänzende Teile. Zwischen 15 und weit über 250 abgefallene Varroen 2 Wochen nach der Oxalsäurebehandlung zählten wir an unseren 8 Standorten.

Natürlich ist die Gemülldiagnose in der Kälte nicht wirklich erquicklich. Und die Ergebnisse auch nicht immer 100%-ig folgerichtig einordenbar. Fallen recht wenig Milben im unteren zweistelligen Zahlenbereich herab, besteht der Verdacht, dass die Oxalsäurebehandlung nicht gut gewirkt hat.

Fallen Hunderte herab, hat die Behandlung offensichtlich gewirkt. Doch wie viele Milben weiterhin im Volk verbleiben, ließe sich nur durch eine Lebendprobe definitiv feststellen. Diesen Aufwand tun wir uns nicht an. Eine regelmäßige Kontrolle des natürlichen Milbenfalls mittels Gemülldiagnose gibt uns jedoch ebenfalls ein verlässliches Bild über den Zustand unserer Völker. Hat ein Volk im Herbst, nach den Ameisensäurebehandlungen,  noch einen natürlichen Milbenfall von mehr als 1 Milbe pro Tag, dann ist ein entsprechend hoher Milbenfall durch die Oxalsäurebehandlung im Winter zu erwarten.

Tja, und wüssten wir um einen zu hohen Befall mit Milben, dann könnten wir jetzt im Winter nicht mehr viel ausrichten. Denn ein zweites Mal mit Oxalsäure könnten wir nicht behandeln, das würde die Völker zu sehr schwächen. Bei milden Temperaturen käme noch eine Sprühbehandlung mit Milchsäure in Frage. Und dennoch … um im kommenden Bienenjahr konsequent weitere Maßnahmen zu ergreifen, wie beispielsweise das Entnehmen der Drohenenbrut, ist es unerlässlich, sich über die Enwicklung jedes Volkes gut zu informieren und darüber Buch zu führen (via Stockkarte oder wie wir via Google-docs-Tabellen).

Heuer ist nun alles getan, was getan werden musste. Wir sind zuversichtlich, dass es alle Völker (bis vielleicht bis auf einen schwachen Ableger) gut über den Winter schaffen werden. Frohe Weihnachten nun auch für unsere Bienen!