Rezension zu Luck: „111 Orte für Kinder in und um Bamberg, die man gesehen haben muss“

Cover Luck, 111 Orte in Bamberg … emons:-Verlag[Werbung] Unsere Bienen-InfoWabe mit Bienengarten im Erba-Park am Bienenweg ist die Nummer 8 im Band  111 Orte für Kinder in und um Bamberg, die man gesehen haben muss. Das freut und ehrt uns sehr, von Nadine Luck in diesem 240 Seiten starken Reise- und Erlebnisführer der beliebten 111-Orte-Reihe des emons:-Verlags aufgenommen worden zu sein.

Auf einer Doppelseite beschreibt und bebildert sie jeweils ein kindgemäßes und überwiegend kostenlos bis günstiges Ausflugsziel in Bamberg und näherer Umgebung. Die Zusammenarbeit mit der sympathischen Autorin funktonierte im Hinblick auf unser grünes Klassenzimmer wunderbar. Wenn Nadine dies für alle Institutionen in ähnlicher Weise durchgeführt hat, dann flößt uns die Dimension ihres rechercheintensiven, reisetechnischen, schriftstellerischen und fototechnischen Tuns großen Respekt ein!

11 unbekannte Ziele

Nun haben wir zwar keine eigenen Kinder, dennoch immer die Augen offen für die kleinen und großen Sehenswürdigkeiten unserer Wahlheimat. Wir bilden uns ein, ziemlich alles schon entdeckt zu haben. Dennoch … Nadine Luck hat es geschafft, uns mit genau 10%, also 11 neuer Ziele zu überraschen, die wir natürlich auch ohne Kinder sehr gerne ansteuern werden.

Nicht bekannt waren uns:

  1. „Alpaka-Hof“ in Eltmann-Weisbrunn
  2. „Wildkatzenweg“ in Litzendorf,
  3. Team-Tischtennisplatte des Atlantik-Spielplatzes,
  4. Schneewittchen-Grabstein im Diözesan-Museum,
  5. Schneckenhof in der Südflur,
  6. Modellbahn-Verein am bzw. hinterm (genau!) Bahnhof
  7. „Kickerbox“ in der Jäckstraße
  8. der Geocache in der Armeestraße
  9. Feuerwehrmuseum in der Siechenstraße,
  10. Bücherschrank am Gartenstädter Markt, …
  11. … und dass dem bekannten Pavillion im Hain ein Flüsterbogen innewohnt!

Interessante Blickwinkel

Jedes der 111 beschriebenen abwechslungsreichen Orte ist liebevoll und interessant beschrieben und so toll fotografiert, dass sich einem trotz Kenntnis des Ziels der Blickwinkel weitet und man sofort noch einmal hin möchte. In Form von Sprechblasen erhält man zudem weitere Anschlusstipps, die fußläufig erreichbar sind. So sind es weitaus mehr als „nur“ 111 Orte, die Kindern – punktuell mit ein bisschen geschickter Vermittlung – ganz sicher Spaß machen werden.

Corona-Langeweile war gestern! Denkt euch eine Zahl zwischen 1 und 111, schnappt euch euren Picknick-Rucksack und steuert auf die gewählte Nummer zu – da ist garantiert keine Null-Nummer dabei. Na ja, nicht ganz. Für ein paar davon muss man schon vorher anrufen, ob die – ganz grundsätzlich wie auch der momentanen Situation geschuldet – derzeit offen haben. Wir, respektive die Bienen-InfoWabe, hat übrigens jeden 3. Sonntag von 14-17 Uhr zwischen April und September geöffnet, und ansonsten nach Vereinbarung.

Ein perfekter Führer für die ganze Familie, aber auch für Solo-Erwachsene, der in keinem Bamberger Haushalt fehlen sollte! Wir wünschen euch viel Spaß in Bamberg und Umgebung, ob mit oder ohne Kind und Geldbeutel und ob nur wenig oder ganz viel Zeit, die es anregend zu füllen gilt!


Luck, Nadine: 111 Orte für Kinder in und um Bamberg, die man gesehen haben muss. Köln : Emons:-Verlag. 2021. 240 S. (111 Orte …)
ISBN  978-3-7408-1075-7

Imkeranfängerkurs in Bamberg wegen hoher Nachfrage verdoppelt

Logo Imkerkurs für Anfänger querAb sofort sind weitere Anmeldungen für einen Imkeranfängerkurs bei Bienen-leben-in-Bamberg.de möglich. Wegen der hohen Nachfrage terminieren wir eine inhaltlich parallele Modulreihe. Die neuen bzw. erweiterten Kurszeiten finden Sie hier.

Nicht stattfinden hingegen wird der einwöchige Kompaktkurs. Dieser wird voraussichtlich in den Herbst verschoben.

Wir freuen uns auf unsere neuen Imkerkolleg(inne)n, die einen verantwortungsvollen Beitrag zur Pflege der Honigbienen einüben werden sowie lernen, einen konsequent qualitätsbezogenen Honig ins Glas zu bringen und Wachs wertschätzend zu verarbeiten!

Rund um das veterinäramtliche Gesundheitszeugnis / Amtstierärztliche Bescheinigung in Sachen AFB in Bamberg und Region

Sollen Völker gekauft oder verkauft und sie deshalb an einen anderen Stand gebracht werden, muss rechtzeitig an ein Gesundheitszeugnis gedacht werden. Das Zeugnis bescheinigt, dass die Bienenvölker eines Standes frei von der Amerikanischen Faulbrut (AFB) sind. Dieses ausstellen zu lassen beruht auf einer Vorschrift der Bienenseuchen-Verordnung, BienSeuchV.

Die Amtstierärztliche Bescheinigung (so der Terminus in der Stadt Bamberg) bzw. ein veterinäramtliches Gesundheitszeugnisses bzw. eine Seuchenfreiheitsbescheinigung wird in den einzelnen Bundesländern und von den Veterinärämtern unterschiedlich benannt und gehandhabt.

Regelungen in Stadt und Landkreis Bamberg

Für Stadt und Landkreis Bamberg gelten derzeit folgende Regelungen – der Einfachheit halber im Folgenden nur „Gesundheitszeugnis“ genannt:

  • Für das Verstellen von Bienenstöcken innerhalb des Landkreises und innerhalb des Stadtgebiets tolerieren die Veterinärbehörden auch ein Verbringen ohne Gesundheitszeugnis.
  • Doch Achtung: Bei Verbringung von Völkern aus dem Landkreis in die Stadt oder umgekehrt ist ein Zeugnis notwendig!

Sorgfältiges Verpacken der AFB-verseuchten WabenAus jüngster Erfahrung heraus empfehlen wir allerdings generell, sich bei Kauf und Verkauf von Bienen grundsätzlich ein Gesundheitszeugnis  vorlegen zu lassen. Und dies auch, wenn „Alt-Imker/innen“ darüber nicht glücklich sind und abwinken. Lasst nicht locker oder geht notfalls woanders Völker einkaufen. Oder würdet ihr euch ein Auto ohne TÜV-Plakette kaufen?! (Kann man ruhig vergleichen: Beides brummt. *LOL*). Okay, überzeugt. Und jetzt?

Wie kommt man an ein Gesundheitszeugnis?

1. Ihr vereinbart einen Termin mit eurer/m zuständigen Bienensachverständigen

In Stadt und Landkreis Bamberg stellen Bienensachverständige die Befallsfreiheit von der AFB fest. Bienensachverständige sind speziell fortgebildete und vom Institut für Bienenkunde ernannte Imker/innen (wie z. B. Reinhold Burger für die Stadt Bamberg und den Landkreis Bamberg), die beim jeweils für sie zuständigen Veterinäramt erfasst sind. Fragt also dort nach, wer derzeit eingesetzt ist, das ändert sich immer wieder einmal.

2. Was passiert vor Ort?

Die (Brut-)Waben werden von der/dem Bienensachverständigen nach klinischen Symptomen untersucht („optische Beschau“) und ggf. werden auch Futterkranzproben vorgenommen. Ihr müsst bei dieser Beschau anwesend sein sowie euer eigenes Werkzeug zur Verfügung stellen. Der Grund: Keine versehentliche Übertragung von Sporen an andere Standorte, die die/der Bienensachverständige besucht.

Die Untersuchungen der Bienensachverständigen sind für euch Imker/innen kostenlos, da sie ehrenamtlich erbracht werden. Die/Der Bienenhalter/in muss lediglich eine Unterschrift über den Besuch leisten. Eine Unterschrift in Vertretung wird leider nicht anerkannt.

3. Was passiert danach?

Das Untersuchungsprotokoll des Bienensachverständigen reicht die/der Imker/in selbst an das zuständige Veterinäramt ein. Das Amt stellt schließlich (je nach Region ggf. gegen eine Verwaltungsgebühr) das Gesundheitszeugnis aus. Dieses gilt grundsätzlich für den gesamten Bienenstand. Deshalb werden alle Völker durchgesehen, auch dann, wenn nur einzelne davon verstellt oder verkauft werden sollen.

Gebt eurer/eurem Bienensachverständigen Bescheid, sobald ihr das Gesundheitszeugnis in Händen habt. Das ist zwar keine Pflicht, doch dann weiß eben auch sie/er, ob alles in Ordnung war und ist beruhigt. Und es kann ja nicht schaden, falls ihr für den Verkauf eurer GESUNDEN Völker eine/n Fürsprecher/in braucht.

Das Gesundheitszeugnis gilt in der Regel neun Monate lang ab Ausstellung.

Gut besuchter Infoabend zur Jungimkerei in Bamberg

Mit 21 Interessierten gut besucht fand am 1. März unser Infoabend zur Imkerei als Video-Chat statt. In der ersten Hälfte der rund 100 Minuten beantworteten wir FAQs zur Imkerei und zu geplanten Imkerkursen, bevor wir uns in der zweiten Hälfte den Fragen der Teilnehmenden aus dem Chat-Verlauf widmeten.

Video-Chat-Verlauf1-Infoabend-Imkerkurse-BLIBUnsere FAQ-Fragen waren:

A. Zur Imkerei

1. Wer kann alles imkern?
2. Welche Eigenschaften brauche ich?
3. Wo darf ich Völker aufstellen?
4. Wie oft muss ich an die Völker?
5. Was brauche ich für die Imkerei und was kostet das alles?
6. Wer bietet Imkerkurse (in Bamberg & Region) an?

B. Zu unseren Kursen

1. Wieviel kostet der Kompakt-/Jahres-/Fortgeschrittenenkurs?
2. Was brauche ich für den Kursverlauf?
3. Wo finden die Kurse/Kursmodule statt?
4. Was muss ich tun, um dabei zu sein?

C. Fragen der Teilnehmenden (Auszug)

  • Sollte es [der Standort] sonnig sein, oder darf es auch ein schattiges Plätzchen sein?
  • Sollte das Flugloch in eine bestimmte Himmelsrichtung ausgerichtet sein?
  • Macht es Sinn, erst den Jahreskurs durchzulaufen und sich im nächsten Jahr erst eigene Bienen anzueignen?
  • Warum Vorsicht beim Erwerb von gebrauchten Imkersachen?
  • Welchen Vorteil habe ich, wenn ich bei euch einen Kurs besuche statt in einem örtlichen Imkerverein mit Lehrbienenstand?
  • Stehen die Skripte schon vor den jeweiligen Modulen im Netz?
  • Welche Materialien benötigt man für den Imkerkurs?
  • Ist es störend für die Bienen, wenn wir im Sommer 2 Meter von ihnen entfernt im Garten sitzen oder ein Trampolin in der Nähe steht?
  • Muss ein Bienenstock sehr ruhig stehen oder könnte er auch neben einer Hecke stehen, an der auf der anderen Seite ein Fußweg verläuft? Braucht es einen Mindestabstand vom Fluchloch, z. B. zu spielenden Kindern?
  • Arbeite im Schicht- und Wochenenddienst. Bringt denn dann ein Kurs was, wenn ich nicht an jedem Termin teilnehmen kann?
  • Wo kauft man die Materialien? Gibt es eine Kaufempfehlung?
  • Ist es nach eurer „Philosophie“ immer erforderlich, den Bienen den Honig komplett zu entnehmen? Werden bei euch auch Alternativen angesprochen bzw. gelehrt?
  • Was sind Bienenpaten?
  • Ab wann wäre der Kurs jetzt voll?

Um mit der letzten Frage zu enden: Ab 15 Anmeldungen ist der Kurs ausgebucht. Ab der 16. Anmeldung teilen wir auf zwei Kurse auf.
[Nachtrag 05.03.21: Der Kurs wurde aufgeteilt, es gibt also inhaltsparallele Termine und es sind wieder Anmeldungen möglich!]

Wir freuen uns über jede/n Einzelne/n, die/der sich zu einer bzw. einem verantwortungsbewussten Bienenpfleger/in ausbilden lassen möchte!

Video-Chat Verlauf Infoabend Imkerkurse BLIB

Kostenloser Info-Abend zu Imkerkursen in Bamberg am 01.03.2021

Infoabend Imkerkurse / Kursberatung – KOSTENLOS

Wann? Mo., 01.03.21  |  19.00 – 20.30 Uhr

Logo BLIB ImkerkurseWas? Einblick in die Imkerei, Antworten rund ums Kursgeschehen, persönliche Beratung
Wo? Video-Chat auf der Plattform Meet Jitsi unter https://meet.jit.si/kursinformationen
Bitte für PC den Browser Chrome bzw. für Mobilgeräte die App Jitsi Meet ( https://jitsi.org/downloads/ ) installieren.
Kosten, Anmeldung und Programm? Keine Kosten, keine Anmeldung. Einfach reinklicken. Hotline im Falle technischer Probleme: 0951-309 45 39

 

Aus dem Inhalt:

  • Sie möchten Bienen halten und wissen nicht so recht, ob Sie sich das zutrauen?
  • Sie haben sich zum Hobby „Imkerei“ entschlossen, wissen aber nicht, wie anfangen?
  • Sie planen als Geschenk einen Imkerkurs und möchten sich nach den Begleitumständen erkundigen?
  • Sie sind wild entschlossen, sich Bienen anzuschaffen, haben sich aber noch auf keine Betriebsweise – Bienenkiste, Dadant, Zander, Angepasster Brutraum etc. – festlegen können?
  • Sie hatten bereits einmal Bienen, möchten wieder einsteigen und sich dazu auf den neuesten Stand bringen?
  • Sie bekamen überraschend ein Volk oder mehrere Völker überantwortet und müssen schnell loslegen?
  • Sie wollen bestens auf den Start vorbereitet sein und haben noch ein paar Fragen zum Ablauf eines / unseres Imkerkurses?
  • Sie lieben Bienen, aber keinen Honig, und hätten da mal ein paar grundsätzliche Vorbehalte gegenüber der Imkerei, andererseits … hm, vielleicht ja doch mal reinschnuppern, … kann doch nicht so schwer sein …?!?

Mit all diesen Fragen und Situationen sind Sie an diesem Kursabend gut aufgehoben. Wir wenden uns Ihnen zu und suchen gemeinsam die Antworten, ob, wann, wie und wo Sie loslegen – oder auch nicht.

Wir freuen uns über Ihr Interesse … bis bald!

Reinhold Burger (Imkermeister, Geograph) und Ilona Munique (Imkerin, Andragogin)

Rezension Schmöe: „Lieblingsplätze Oberfranken“ – und die Bienen sind auch dabei!

Cover Schmöe, Lieblingsplaetze Oberfranken, GmeinerDie „Lieblingsplätze Oberfranken“ von Friederike Schmöe sind beileibe keine unheimlichen, meuchelmörderisch anmutenden Düsterorte, wo hinter jeder Ecke ein Verbrechen lauert. Die in der Bamberger Region besonders als Krimi-Schriftstellerin bekannte Linguistin, quasi die „Mutter“ von Katinka Palvy und Kea Laverde, aber auch einiger weiterer nichtserienhaften Romanfiguren, kann nicht nur Blut.

Mit ihrer überarbeiteten Auflage innerhalb der „Lieblingsplätze“-Serie des Gmeiner Verlags – der Oberfrankenband strahlt im frischen Lindgrün! – beweist sich die Wahl-Bambergerin als Kennerin unserer wunderschönen Landschaft „in der neuen Mitte Europas von der bayerisch-tschechischen Grenze im Nordosten bis zur Stadt Bamberg im Südwesten“, so der Verlagstext. Tja, und Bienen-leben-in-Bamberg.de ist hier mit gemeint! Wie das?!

Aufgestöbert von PD Dr. Schmöe

Ihr ahnt schon, was diese Rezension zu den Lieblingsplätzen mit unserem ureigensten Lieblingsthema „Bienen“ zu tun hat. Nun, eines Sonntags stöberte uns Frau Schmöe, die nicht sehr weit entfernt von unserer Bienen-InfoWabe in Bamberg wohnt, im Bienengarten auf. Hingerissen von unserem stetig sich verschönernden Platz, der bis 2015 nur eine grüne Wiese als fantasieloses „Rückbaugebiet“ der Landesgartenschau 2012 war, sprach sie uns direkt an. Sie würde diesem Flecken des ERBA-Parks gerne ein paar Zeilen in ihrer neuen Auflage widmen und ob uns das Recht wäre.

Wir hatten diese Begegnung zwar nicht vergessen, doch geargwöhnt, dass es unser Herzenswerk vielleicht aus Platzgründen nicht mehr zwischen die Buchdeckel geschafft hatte. Doch  unlängst erhielten wir überraschend ein Päckchen vom Verlag! Gleich blätterten wir an die erwartbare Stelle vor (Kapitel 22, ERBA-Park, S. 63), was gar nicht so  einfach war. Denn es hielten uns wunderbare Bildseiten zu weiteren Natur- und Stadtschönheiten auf, die wir am liebsten sofort durchgelesen bzw. am besten auch sofort besucht hätten.

Na gut, etliche kennen wir ja auch bereits, aber deshalb lässt sich um so leichter sagen: Ja, wir nicken die Auswahl der Oberfranken-Kennerin unbedingt ab! Dass die Verfasserin und Fotografin der vielen, vielen Bilder gebürtige Coburgerin ist, kann für die eher sich selbst genügenden Bamberger nur gut sein. So weitet sich der Blick gen Norden, und auch die Bayreuther und Hofer Gegenden haben unbestritten sehr viel Charme, wie ich aus vergangenen „Vorwende-Tagen“ noch gut weiß. Zeit für mich, mit Schmöes liebevoll bis augenzwinkernd arrangierten Reiseführer auf Wiederentdeckungstour zu gehen!

„Bienenleben und Wasserspaß“

Nun aber zu „unserer“ Stelle. Nicht nur, dass die Dozentin der Deutschen Sprachwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg erwartungsgemäß unser damaliges kurzes Informationsgespräch richtig erinnert bzw. nachrecherchiert hat. Vielmehr hat sie auch die wesentlichen Punkte, um denen es uns geht, knapp, doch fein herausgearbeitet.

Besonders freut uns natürlich, dass wir in der Titelüberschrift den Vorrang VOR dem „Wasserspaß“ erhielten. Der ist nämlich wirklich ebenfalls sehr schön und eine völlig verständliche „Konkurrenz“ … ach nein, eher doch eine Ergänzung. Denn wenn Klassen, die von uns unterrichtet werden, zu viele Schüler aufweisen, teilen wir auf. Die eine Hälfte darf die Bienen streicheln, während die andere die Wartezeit auf dem „Großen Sams-Spielplatz“ überbrückt.

Klöße, Luna-Bowle und 1/4-m2-Pizza

Trotz des warmen Gefühls, bauchgepinselt worden zu sein, wird die Rezension hier dennoch ehrlich bleiben. Als Feinnase stößt mir der merkwürdige Geruch des Buches auf. Der wird sich hoffentlich mit der Zeit abbauen. Auf ein Register ist verzichtet worden. Dafür ist das Inhaltsverzeichnis bei übersichtlicher Gliederung um so ausführlicher. Die Fränkische Schweiz ist eindeutig unterrepräsentiert. Aber über diese Region gibt es ohnehin schon genügend Lesestoff. Verziehen.

Gut gefallen haben mir Schmöes kleine, in die in Fakten, Historie und Beschreibungen eingebundenen Geschichtchen, die gerne auch mal im O-Ton die für sprachliche Auflockerung sorgen. Beispiel: „Es dauert bei euch noch a bissla! Ich hab grad neue Klöß nei. Zwanzig Minuten!“ (-> S. 109 beim auch uns bekanntem „Alt“ in Dietzhof/Leutenbach.)

An jedem Textseitenende findet sich außerdem – in Rot herausgestellt – ein weiterführender, zur Örtlichkeit passender Anschluss-Tipp.
Lieblingsstelle: „Bei Vollmond auf dem Rücken treibend in den Himmel blinzeln und dabei eine Luna-Bowle schlürfen. Wer mag, leiht eine Luftmatratze für den komfortablen Blick in den Himmel aus.“ (S. 37, Bad Rodach, ThermeNatur). Oder: „Ganz Hungrige freuen sich bestimmt über eine „1/4-m2-Pizza!“ – die es im Forsthaus Kamerun gibt (S. 131, Kapitel „Auf nach Afrika!“ – ja, ganz richtig gelesen!).

Sie sehen schon – für kulinarische Tipps der flüssigen wie festen Art ist bestens gesorgt. Eigentlich reichen mir als Appetizer schon genau diese Fußsteg-Stellen, um meine Nach-Corona-Wiedersehens-Rundreise durch Oberfranken perfekt zu planen. 😉

Fazit: Kaufen! Reisen! Schlemmen! Erleben! Übrigens für die ganze Familie, denn Gewalttouren blieben generell außen vor.

Und auch in Corona-Zeiten macht das Blättern trotzdem Spaß, weil man, wenn auch nicht frische Luft, so doch ein bisschen Wissen tanken kann! Oder hätten Sie’s gewusst, dass Königin Victoria, die Gemahlin des Coburger Prinzen Albert, sich dessen Geburtsort Schloss Rosenau als „mein wirkliches Zuhause“ angesehen hatte? Und dass ich als geborenen Fürtherin, aufgewachsenen Nürnbergerin, für Oberfranken und besonders Bamberg, genau dasselbe sagen könnte?! So ist das Buchgeschenk auf keinen Fall verschwendet, sondern von mir zum „Lieblingsreiseführer“ geadelt!


Schmöe, Friederike: Lieblingsplätze Oberfranken : Zauberhafte Ausflugsziele, Paradiesisch schlemmen, Freizeitspaß für Familien. 1. überarb. Aufl. Meßkirch : Gmeiner-Verl. 2021. Inkl. E-Book.

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (3): Online-Angebote

Varroa-App (Renate Feuchtmeyer)

Die kostenlose Varroa-App „im Kampf gegen die Varroamilbe“ funktioniert am besten, wenn man „Gut vernetzt für gesunde Bienen“ ist. Der Umgebungscheck ist auf 3 km eingestellt. So lässt sich in der mobilen Version direkt am Stand erkennen, wie es den Bienen in der Umgebung geht, also wie hoch der Befall bei den (anonymisierten) Nachbarn ist und was zu tun empfohlen wird.

Natürlich fehlt nicht das Miteinbeziehen des Varroawetters – ihr kennt es längst von unseren Empfehlungen her – und auch nicht die Vernetzung zur nächstgelegenen Trachtnetwaage.

Funktioniert am besten, wenn sich möglichst viele beteiligen und ihre Werte eingeben. Wer sich nicht am Standort mit honig-/pollenverschmierten Fingern und bei blendendem Sonnenschein auf einem unleserlich gewordenen Minibildschirm plagen möchte, kann das auch bequem am PC (auch MacOS) auf der Webversion erledigen.

BeeWarned (Dr. Nicole Höcherl)

Seit Jahren wissen wir Imker/innen, dass wir sicher sein können, dass unsere Bienen nicht sicher sein können. Die Varroamilbe ist längst nicht mehr als exotisch einzustufen, die Asiatische Hornisse (Vespa Valutina, s. a. Beitrag) hat Deutschland bereits seit etwa 2015 für sich entdeckt und eines nicht mehr allzu fernen Tages überspringt auch der Kleine Beutenkäfer die Alpen, weil es manche Imker/innen nicht lassen können, Völkerhandel und Trachtfahrten mit und in den Süden zu unternehmen. Aber auch der globale Warenverkehr (Wachs, Obst, Pflanzen, Erde) tragen zur Einschleppung bei.

Zur Vorbereitung wurde ein Frühwarnsystem namens BeeWarned entwickelt, zu welchem 140 Monitoringimker, eingeteilt auf 140 bayerische Quadrate, ihre (Nicht-)Sichtungen mitteileilen, nebst den bekannten staatlichen Institutionen wie Imkerschulen und Prüfhöfe.

Zumindest ist das der Plan. Denn gesucht werden noch rund 10 Imker/innen, besser mehr, die den „Meldepott“ wieder auffüllen sollen. Freiwillige vor!

Was dabei zu tun ist, ist rasch erklärt. Zu drei mal vierwöchigen Beobachtungszeitpunkten jährlich, und zwar April/Mai, Juli/August und September/Oktober sollen die Völker auf einen möglichen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer und der Asiatischen Hornisse untersucht werden.

Dazu benötigt wird ein Bienenstandort, der mit 5 Völkern dauerhaft belegt ist. Auch Ableger zählen dazu. Für den Beutenkäfer wird eine Ölfalle angelegt und / oder die Ritzen der Beuten auf Käfer und Larven kontrolliert, bei der Hornisse der Fluglochbereich beobachtet.

Sodann sollen die Vorkommnisse, aber auch, wenn man nichts entdecken konnte, via PC oder Handy und E-Mail gemeldet werden. Dazu loggen sich die registrierten Imker/innen in die App ein und meldet für den jeweilig ausgewählten Standort das gesichtete oder auch nicht gesichtete Tierchen mittels eines „Schiebereglers“. Rot für „keine Sichtung“ und Grün für „Sichtung“.

Ganz abgesehen davon gilt der Kleine Beutenkäfer als anzeigenpflichtige Tierseuche und muss ohnehin an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden.

Neue Lehrfilme für Anfänger und Fortgeschrittene (Gerhard Müller-Engler)

Die Corona-Zeit gut genutzt hat der Fachberater Gerhard Müller-Engler, der launig und erfrischend offen über seinen Werdegang als Youtuber berichtete. Auf dem Videoportal des Instituts für Bienenkunde entstanden bzw. entstehen noch über 90 Videos mit „Tipps und Tricks für Imker“ innerhalb der Clipserie „Imkerpraxis“ zu den wichtigsten Arbeitsbereichen und Themen.

Ein Beispiel:
Imkerpraxis: Systematische Durchsicht des Bienenvolkes (Übung für Anfänger)

Alle Schritte der Videoplanung (von den Dreharbeiten nebst Ortswahl, Regie und Technik über den Rohschnitt, der SRT-Erstellung (Speach to Text, Untertitel) und den Feinschnitt bis hin zu Tags, Kurzbeschreibungen und der Youtube-Veröffentlichung mit Social-Media-Nutzung) wurden anschaulich dargestellt und bieten für andere Multiplikatoren eine schöne Anleitung zum eigenen Erstellen von Lehrfilmen.

Tagungsbericht der Fachberater/innen mit Schwerpunkt CBPV (Johann Fischer)

Wie immer beschließt ein Bericht über die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Fachberater/innen für Imkerei (AFI) aus dem deutschen Sprachraum das Veitshöchheimer Imkerforum. Diesmal in Muhr a. S. und zum Thema der Chronischen Bienenparalyse. Denn seit 2020 ist ein verstärktes Auftreten des Virus zu verzeichnen.

Grundvoraussetzung, ob etwas getan werden muss, ist eine konsequente Befallsermittlung mittels Bodeneinlage im 14-tägigen Rhythmus. Behandelt werden sollen nur Völker, deren Befallsgrad erhöht ist. Rein terminorientierte Behandlungen sind nicht erfolgreicher.

Wie erkennt man den Virus? Die Bienen erscheinen durch das ausfallende Haarkleid als schwarz, warum man früher auch „Schwarzsucht“ dazu sagte. Typisch ist das auffällige zittern und die Orientierungslosigkeit der befallenen Bienen.

Was ist zu tun? Absprache mit den Gesundheitsberatern und Fachberatern halten und die Völker auf einen Quarantänestand umsiedeln. Dort lässt man die Bienen sich einfliegen, also an den neuen Standort gewöhnen. Sodann werden sie abseits gestellt, die Königin gekäfigt, in eine frische Beute eingesetzt und diesen an den bisherigen Platz gestellt.

Saniert wird analog drohnenbrütiger Völker, also durch Separieren (Abkehren) der Bienen, diesmal auf ein Bettlaken. Die kranken Bienen bleiben liegen, die anderen finden ihren Weg ins Volk zurück.

Eine weitere Erkenntnis können wir teilen: Mit Online-Schulungen lassen sich Präsenzveranstaltungen allenfalls ergänzen, nicht jedoch ersetzen. Problematisch sind diverse technische Anforderungen und ein zu eingeschränkter Kontakt zu den Teilnehmer(inne)n.

Passend hierzu berichtete Fischer über einen Beitrag von Marcel Straub zur Entstehung eines zeitgemäßen Bienenstandes, den Wallierhof in der Schweiz, während Gerhard Müller-Englert ein Lehrbienenstand-Konzept mit Aufgabengewichtung vorstellte. Das Analoge also wird weiterhin eine Rolle spielen, Pandemien hin oder her … aber sicherlich sind wir alle jetzt einen Schritt weiter und verfügen über einen erweiterten Spielraum!

So, das war’s vom Imkerforum … heuer kamen wir mal wieder zu einer umfassenden Berichtsreihe. Die von 2019 sind wir leider schuldig geblieben. Doch manchmal geht der Brotberuf einfach vor, das Ehrenamt muss zurückstehen. Heuer sparten wir uns hingegen die Reisezeiten. Was nicht heißt, dass wir nur noch per Videochat bedient werden wollen. Uns fehlt trotz allen Lobs über das Format dann doch der Austausch mit unseren Kolleg(inn)en, die wir hoffen, zum Imkertag im Juli (Termin noch nicht veröffentlicht, doch erfahrungsgemäß das 2. Juli-Wochenende) wieder zu sehen.

Bis dahin … gute Bienenzeit und bleibt gesund!

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021

Traditioneller Honigmarkt 2021 am Faschingsdienstag – mit unserem Bamberger Lagenhonig!

Traditioneller Honigmarkt BambergUnseren Bamberger Lagenhonig könnt ihr anlässlich des traditionellen Honigmarktes in Bamberg am Faschingsdienstag, 16.02.2021 auf dem Maximiliansplatz in Bamberg. zwischen 8.00 und 12.00 Uhr erstehen.

Wir verkaufen unseren Honig in zwei Größen: 500g für € 7,40 und 250g für € 4,70 zu trotz Corona unveränderten Preisen. Geimkert wurde dabei unter dem Regionalsiegel „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt!“.

Reinhold zieht Honigwabe aus Volk von Bienenpatin Felicitas "Fee" SauerDas BESONDERE: Unser Blatt- und Blütenhonig besteht aus einem kompletten Jahrgangsertrag!

Ilona zieht Honigwabe aus Volk von Bienenpatin Elisabeth BurgerBedeutet: Sie schmecken die unterschiedlichsten Blüten des Frühlings bis Sommers, also vom Krokus bis zur Linde, aus dem schönen Bamberg! Kein Abschleudern im Frühjahr unterbricht das fleißige Sammeln unserer Bienenvölker. Voller, purer Genuss, wie Sie ihn nur selten zu kaufen bekommen!

HonigschleudernJede der Lagen bzw. Völker (siehe Standorte) ist dabei eigens abgefüllt. Der Honig kann komplett transparent von Beginn an in seiner Enstehung nachvollzogen und sogar beim Ernten und Verarbeiten begleitet werden (s. a. Honigernte- und schleudertage).

Wer Wert auf regionale Honigidentität und sauberste Qualität eines bienenfreundlich erstandenen Urproduks legt, der ist mit uns – Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique – und unserer Imkerphilosophie an der goldrichtigen Adresse!

Wir freuen uns darauf, euch wieder zu sehen!
Und wer seiner FFP-2-Maske ein Bienchen oder Blümchen aufgemalt hat, bekommt einen Honigbonbon zugeworfen! 😉
Helau!!!! Alaaaf!!!  Bleibt oben auf!!!

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (2): Bienengesundheit

Unser zweiter Berichtsblock zum Veitshöchheimer Imkerforum steht im Zeichen der Bienengesundheit. [1. Beitrag: Versuchsbereiche].

Oxalsäure verdampfen – Anwenderschutz (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: Die Firma Andermatt BioVet bemüht sich um eine Zulassung in Deutschland für ihr Produkt VARROX EDDY, einen mit Akku betriebenen Verdampfer für Oxalsäure. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens untersucht das Institut für Bienenkunde und Imkerei in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, mögliche Gefährdungen des Anwenders beim Verdampfen der Oxalsäure. Ergebnisse liegen noch keine vor. Dr. Berg stellte jedoch einen Abschluss des Zulassungsverfahrens für das Jahr 2021 oder 2022 in den Raum.

Hintergrund: Das Verdampfen von Oxalsäure, wie das Sublimieren von Oxalsäuredihydrat umgangssprachlich genannt wird, hat in Deutschland keine Zulassung. Anders als in elf weiteren EU-Ländern sind die in Deutschland derzeit erlaubten Anwendungsformen von Oxalsäure zur Varroabehandlung das Träufeln und (seit Anfang 2017) auch das Sprühen. Hierzulande scheiterte eine Zulassung bisher am Anwenderschutz. Eine mögliche Gefährdung der Gesundheit bestehen beim Hantieren mit dem kristallinen Oxalsäuredihydratpulver sowie durch Einatmen und Kontakt mit den Dämpfen und Gasen während der Anwendung. Neue Darreichungsformen wie das Blistern oder Verdampfer mit Akkubetrieben könnten Abhilfe schaffen.

Die Dauer einer Oxalsäureverdampfung wurde auf Nachfrage mit etwa 10 Minuten pro Volk angegeben, inklusive einer zweiminütigen Abkühlphase. Die Sprühbehandlung im Winter mit Milchsäure wird nicht (mehr) empfohlen. Wer dies dennoch vorzieht, behandelt bei Temperaturen unter der Flugfähigkeit der Bienen, also etwa 10-12° C bis zu wenigen Graden über Null.

Wespenfallen in Weinbergen (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: Für die Regierung von Unterfranken wurde eine Datengrundlage zur Effektivität von Wespenfallen erarbeitet. Dazu wurden unterschiedliche Lochgrößen (4,5 mm versus 5 mm) in Kombination mit zwei Lockstoffen („Boller & Bauer“ versus „VespaCatch“) verglichen. Die besten Ergebnisse hinsichtlich Anzahl eingefangener Wespen im Verhältnis zum unerwünschten Beifang anderer Insekten, wurden mit einem Lochdurchmesser von 5 mm und dem Lockstoff VespaCatch erreicht. Der Beifang dieser Kombination lag bei rund 90%.

Hintergrund:

Vespa velutina (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: 65% der räuberischen Vespa velutina konnten mit einem Fangnetz, welches um die Bienenbeuten ausgelegt wurden, eingefangen werden, im Gegensatz zu 35% ohne Netze. Auch selbstgebaute Hornissenfallen mit einem Gebräu aus Fruchtsaft und Dunkles Bier (Aus dem Chat kam die Empfehlung: Bier, Limo und Essig) halfen, jedoch mit Beifang anderer Insekten, leider auch die Königinnen der Vespa crabro.

Hintergrund: Mit einem Besuch in Südfrankreich eruierte das Institut, wie dort die Imker mit der Vespa velutina zurecht kommen: Und zwar recht unspektakulär mit selbstgebauten Hornissenfallen aus PET-Flaschen. Die Forscher aus Deutschland interessierten sich außerdem dafür, inwieweit durch die Fallen eventuell auch die in Europa heimische und geschützte Vespa crabro als Beifang vorkommt. Da dies voraussichtlich der Fall ist, kommt diese Methode für unsere Breiten nicht in Frage. Bienen wurden nicht beigefangen.

Neue Varroa-Flyer (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: Das Institut für Bienenkunde und Imkerei hat den Flyer zum Bayerischen Varroakonzept (in Anlehnung an die Hessischen) überarbeitet und jetzt neu als Serie von drei Flyern bei einer Auflage von 10.000 Stück herausgebracht. Wir haben sie natürlich gleich zur Auslage in der Bienen-InfoWabe und für unsere Imkerkursteilnehmenden bestellt.

   

  • Varroa 1: Schadschwellenorientierte Maßnahmen
    Der erste Flyer enthält Anweisungen zu zwei Verfahren der Befallsermittlung der Bienen mit Varroen: „Gemülldiagnose“ und „Puderzuckemethode“. Auf den Ergebnissen der Diagnoseverfahren aufbauend, werden in einem Ampelsystem Maßnahmen zur Varroabekämpfung empfohlen. Diese richten sich am Bienenjahr aus, nämlich in „Trachtzeit“, „Beginn der Sommerpflege“, „Ende der Sommerpflege“, „Reinvasionsphase“ und „Restentmilbung“.
  • Varroa 2: Biotechnik
    Im zweiten Flyer werden verschiedene biotechnische Maßnahmen zur Varroareduktion vorgestellt: „Drohnenbrutschneiden“, „Komplette Brutentnahme“, „Teilen und Behandeln“, „Künstliche Brutunterbrechung“ und „Bannwabenverfahren“. Das praktische Vorgehen wird erläutert und jeweils eine Bewertung der Maßnahme vorgenommen.
  • Varroa 3: Medikamentöse Standardverfahren
    Der dritte Flyer behandelt den Einsatz von Tierarzneimitteln mit den Wirkstoffen Oxalsäure, Ameisensäure und Thymol.

Ausblick auf unseren dritten Berichtsblock

  • Varroa-App (Renate Feuchtmeyer)
  • Projekt Bee Warned (Dr. Nicole Höcherl)
  • Neue Lehrfilme für Anfänger und Fortgeschrittene (Gerhard Müller-Engler)
  • Bericht aus der Fachberatung mit Schwerpunkt CBPV (Johann Fischer)

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021

 

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (1): Versuchsbereiche

Es war einmal … 2019 noch offline, das Imkerforum in Veitschöchheim

Es war einmal … 2019 noch offline: Das Imkerforum in Veitschöchheim in 2021 per Video-Chat.

Zum diesjährigen Veitshöchheimer Imkerforum am Sa., 06.02.2021¹ musste niemand anreisen. Bequem von zu Hause aus konnten von rund 850 Angemeldeten die wie immer spannenden und inhaltsreichen Vorträge per Video-Chat verfolgt werden. Organisatorisch hat diese Prämiere weitestgehend sehr gut geklappt. Institutsleiter Dr. Stefan Berg hatte – neben den Vortragenden – die Fachberaterin für Unterfranken, Gabi Läbisch, an seiner Seite, die perfekt durch das Programm moderierte. Vermisst hatten wir die Büchertische und den Austausch unter den Kolleg(inn)en in den dafür natürlich ausreichender bemessenen Pausen.

Wie immer widmet sich der erste Themenblock den letztjährigen Versuchen und ihrer Ergebnisse, vorgetragen von unterschiedlichen Fachkolleg(inn)en. Hier unsere stark verkürzte Zusammenfassung unter Auslassung der jeweiligen Versuchsanordnungen. (Hinweis: Die Überschriften folgen nicht immer exakt den Folientitel der Beitragenden.)

Maßnahmen gegen den Schwammspinner (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Dem Abtötung von Schwammspinnerraupen durch ein Präparat mit dem Wirkstoff Tebufenozid, welches auf B4 und damit als bienenungefährlich eingestuft wird, konnten keine Effekte auf die Volksentwicklung nachgewiesen werden. Gleichwohl ist er bei Flugbienen wie auch im Frischpollen nachweisbar, nicht jedoch im Honig. Auf Nachfrage aus dem Chat: Rückstände im Wachs und Langzeitschäden nicht bekannt, jedoch nicht ausschließbar.

Hintergrund: Der Wirkstoff, der im Frühjahr zum Schutz des Kahlfraßes von Eichen(misch-)wäldern in Bayern auch mittels Hubschrauber ausgebracht wird, führte zu häufigen Nachfragen, ob auch Bienen darunter leiden könnten.

Empfohlen wird trotz Entwarnung ein Verschließen der Fluglöcher während einer Behandlung bei offenem Gitterboden.

Traurig stimmt die Tatsache, dass der Wirkstoff auch anderen Schmetterlingsarten als „nur“ dem Nachtfalter Lymantria dispar gefährlich wird. Diese Problematik wird allerdings derzeit an der TUM in Freising untersucht.

Zur Verkaufsrentabilität von aufbereiteten Melezitosehonig (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Dem als „Betonhonig“ bekannte, stark kristallisierte und daher nicht unter normalen Umständen ernte- und vermarktungsfähige Dreifachzucker-Honig, unter dem besonders Waldhonigimker/innen leiden, ist leider nicht „rentabel“ beizukommen.

Hintergrund: Die Methode „Deckelwachsschmelzer“ führt zu Qualitätsverlusten (Wärmeschaden, geringe Invertaseaktivität), so dass die Methode der Rückfütterung des Melezitosehonigs in der Verdünnung 1:1 an die Bienen attraktiver erscheint. Hierbei besteht jedoch die Gefahr der Verhonigung des Brutraumes.

Antwort auf Chatfrage: Mit Deckelwachsschmelzer (rück)gewonnener Melezitosehonig ist zwar verkehrsfähig und überwiegend als Waldhonig deklariert, der Invertasegehalt ist dabei unterschiedlich, jedoch zufriedenstellend. Dr. Illies rät zur Vorsicht bei Mischabsichten mit normalen Honigen.

Welche Farbanstriche sind bienenfreundlich? (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Es gibt sie wohl, die akzeptablen Lasuren, Lacke und Öle, mit denen sich die Anstriche von Bienenwohnungen vornehmen lassen. Doch Herstellerfirmen und Produktnamen wurden nicht genannt, stattdessen auf die Märzausgabe der Zeitschrift Biene & Natur sowie auf den im Mai zu erwartenden Jahresbericht des Instituts für Bienen verwiesen.

By the way: Wir selbst dürfen Firmen nennen. Und schwören dabei auf Koralan® (Kora) (ein Nachfolgeprodukt von Pigrol® farbnatur). Es besteht es aus einer restmonomer-befreiten Acrylat­dispersion und modifizierten Wachsen auf pflanzlicher Basis (Baumwachse). Beim Streichen ist es nahezu geruchlos, was uns das Verarbeiten im Winter in geschlossenen Räumen ermöglicht.

[Nachtrag siehe Kommentar]

Welche Bienen (über-)leben bei Käfigversuchen unter welchen Rahmenbedingungen am besten? (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Um forschen zu können, benötigt es Käfigversuche, da beißt die sprichwörtliche Maus keinen Faden ab. Unterschiedliche Rahmenbedingungen wie die Anzahl der Bienen bei bestimmten Temperaturen konnten keine Unterschiede bis zum 10. Tag der Käfighaltung feststellen. Nur die ab 34°C gehaltenen Versuchsbienen wiesen eine erhöhte Sterblichkeit auf.

Sind Pflanzenschutzmittel gegen Erdflöhe im Weißkohl bienenschädlich? (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Der Wirkstoff Maltodextrin im Pflanzenschutzmittel Eradicoat®, wirkend auf Erdflöhe, Spinnmilben und Blattläusen, hat keine Auswirkung auf Bienen und Florfliegen.

Auswirkungen von Spättrachten auf die Ein- und Überwinterung von Honigbienenvölkern (Dr. Ina Heidinger)

Ergebnis: Spättrachten verhonigen weder den Brutraum, noch arbeiten sich Winterbienen (eindeutig feststellbar) vorzeitig ab und auch die Varroamilbe vermehrt sich nicht ungebührlich. Beim Gelbsenf ist der Überwinterungsindex allerdings ein wenig schlechter ausgefallen.

Am Rande: Nicht immer wird eingetragen, was ausgebracht ist. So wurden bei einer Ausbringung von Gelbsenfsaat ein hoher Pollenertrag vom Hedera-Typ (Efeu) gemessen.

Übrigens: Gesucht werden Versuchsflächen mit Phacelia (Büschelschön). Bitte melden!

Wildpflanzenmischungen zur energetischen Nutzung – wem bringt das was? (Dr. Ina Heidinger)

Ergebnis: Zwar sind Wildpflanzenmischungen bis zur Hälfte weniger gas(energie)ertragreich im Vergleich zu Mais, liefern jedoch Nahrung und Lebensraum für kleine Lebewesen, also auch für Insekten. Einsparung von Winterfutter ist möglich. Ein höherer Honigertrag ebenso. [Doch ist dieser Zeitraum für unseren imkerlichen Praxisalltag nicht mehr relevant.]

Der Förderung via KULAP (Greening) von Hanfmix (Blüte Ende Mai bis zur trachtärmeren Zeit Anfang Juli) sollte ergänzend die Ausbringung von Präriemixsaaten folgen, zumal dieser eine Trachtlücke Mitte Juli bis Ende September schließt. Daher wird das Bieneninstitut einen entsprechenden Antrag an das Ministerium stellen. Eine Kombination zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ist allemal erstrebenswert!

Kein Verkaufsangebot als Bio-Saatgut bekannt.

Das war’s im ersten Teil …

In unserem nächsten Vortragsmitschrieb geht es um die Bienengesundheit, speziell um Oxalsäureverdampfung, Wespenfallen in Weinbergen, die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) und neue Varroaflyer des Institut. Bis bald!

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021


¹Das Abbilden von Vortragsfolien war ausdrücklich untersagt, daher hier nur ein paar Impressionen aus Veitshöchheim als „Lückenbüßer“.