Vortrag zu Wildbienen beim Obst- und Gartenbauverein Wildensorg

Nachdem 2016 die Honigbienen dran waren, sind es heuer zum sonntäglichen Erntedank-Treffen des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg die Wildbienen. Zuvor erläuterte Ilona Munique, die zusammen mit Reinhold Burger ebenfalls Mitglied des OGV ist, welche Ehrenämter sie in Bezug zur Bienenwelt inne haben und wo die Bamberger Schulbiene wohnt. Dort, an der Bienen-InfoWabe im Erba-Park gibt es auch einen schönen Bienengarten, so dass dieser, weil es nun mal thematisch nahe lag, in einigen Auszügen näher vorgestellt wurde.Vortrag zu Wildbienen von Ilona Munique bei OGV Bamberg-Wildensorg

Zwei Dutzend interessierte Mitglieder erfuhren im wohlgeheizten und herrlich nach Karpfen duftenden Heerlein-Gastraum die wesentlichen Unterschiede zwischen Wild- und Honigbiene und wie man Wildbienen unterstützen kann. Obgleich Wildbienenhotels und Nisthilfen für Wildbienen allenfalls ein Zusatzangebot, nicht jedoch eine Notwendigkeit bedeuten, sind sie doch aus pädagogischen Aspekten heraus nicht grundverkehrt. Es sei denn, sie werden grundverkehrt aufgebaut, was leider sehr häufig der Fall ist.

Vortrag zu Wildbienen von Ilona Munique bei OGV Bamberg-Wildensorg

Daher ging ich auf die richtigen Materialien und deren Verarbeitung ein und gab Link- und Literaturtipps sowie Bezugsadressen an die Hand. Das allerwichtigste für Wildbienen ist jedoch: Ungestörte, verwilderte Gartenecken und viele unterschiedliche Blüten, die Nektar und / oder Pollen tragen, in 50 bis höchstens 700 Metern. Dann ist alles richtig gemacht, denn die meisten, vor allem die gefährdeten Arten, sind nun mal Bodenbrüter.Vortragsfolie zu Wildbienen von Ilona Munique

 

Vortragsfolie zu Wildbienen von Ilona MuniqueAls Dankeschön für die Vortragsstunde, die mit dem Verteilen einer Broschüre zu bienenfreundlichen Pflanzen endete, überreichte der 1. Vorsitzende des OGV, Jürgen Brendel, eine Tüte mit Flüssigkeiten. Nein, nicht Nektar, aber ebenfalls aus Blüten gemacht. Den Salbeilikör hatten wir ja tags zuvor auf unserer Bildungsexkursion nach Handthal (siehe Bericht) leergeschöpft. Doch nun ist Nachschub da. Besonders lecker: der Rosenlikör, eine Spezialität der Familie Brendel.

Jürgen Brendel (OGV Bamberg-Wildensorg) überreicht Dankeschön für Vortrag zu Wildbienen an Ilona Munique

Vielen Dank dafür, und wir freuen uns aufs nächste Jahr, wenn ihr an Pfingsten mit den Kiddys der Mitglieder zu uns in die Bienen-InfoWabe kommt!

Am Tag der Herbstlaubs (03.10.): Exkursionsbericht ins Handthal (Steigerwald)

Mitreisende zur FKBB-Bildungsexkursion ins Handthal am 01.10.2022Nicht nur den Wiedervereinigungstag, sondern auch den (amerikanischen) Tag des Herbstlaubs begehen wir am 3. Oktober. Beste (Feiertags)Zeit, um unserer FKBB-Bildungsexkursion Handthal mit den Stationen Kräutergarten Ebrach, Steigerwald-Zentrum und Forellenhof Handthal sowie Baumwipfelpfad Steigerwald nachzuspüren. Veranstalter war der Förderkreis Bienenleben Bamberg in Kooperation mit dem Bürgerverein Bamberg-Mitte. Letzterem sei herzlich gedankt für die – vor allem auch finanzielle – Beteiligung!

Kräutergarten Ebrach – Kurzvortrag zu Kräuter und Bestäuber

Vor der Klosteranlage empfing uns der sich kurzfristig einklinkende 1. Vorsitzende des Imkervereins Ebrach und Umgebung, Walter Hanslok, der sich als ein intimer Kenner der Örtlichkeiten und somit als (leider aus Zeitgründen etwas zu kurz kommender) Co-Referent entpuppte – Danke für dein Interesse an unserem Ausflug in deine „Pfründe“! Das wird nicht unsere letzte Begegnung gewesen sein!

Innerhalb des Mini-Abrisses zur Gründungsgeschichte des Zisterzienserklosters Ebrach wurde von der Reiseleiterin Ilona Munique besonders der mit dem Abt Adam verbundene Heilige Bernhard von Clairvaux herausgestellt, da dieser für unser Bienenthema den passenden Korb als Attribut „mitbrachte“. Der Zeitsprung zu Abt Degen und seinen Nachfolgern, mithin den Gründern der Gartenanlagen, und ein weiterer Sprung ins Jahr 1993 zur Neuanlage des Kräutergartens, brachte uns kurz darauf zur oftmals übersehenen, seit zwei Jahren von der Stadt Ebrach sehr hübsch gepflegten Anlage vor beeindruckender Kulisse.Klostergarten in Ebrach

Von den etwa 40 verschiedenen Kräutern in sechs Beeten stellte die Imkerin und passionierte Gärtnerin des Bamberger Bienengartens vier Kräuter im besonderen Zusammenhang mit Bestäuberinsekten näher vor: Lavendel, Lungenkraut, Ysop und Gewürzsalbei – allesamt Bienenmagneten und für unsere aktuell durch das Weltgeschehen belastete Gemütslage adäquate und volkserprobte Stärkungs- und Heilpflanzen.

Zum genießerischen Abschluss verkosteten wir den (nur leicht mit Regenwaser verdünnten) Salbeilikör des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg der Familie Brendel.

Steigerwaldzentrum (Nachhaltigkeitszentrum) – Kurzvorträge zu Imkerei und Bienen

Bei einer wärmenden Tasse Kaffee im lichtdurchfluteten Foyer des Steigerwaldzentrums erfuhren sodann die Exkursionsteilnehmenden in einer kurzweiligen Viertelstunde mehr zur Imkerei. Der 2. Vorsitzende des FKBB, Imkermeister Reinhold Burger, konnte dabei auf die dankenswerterweise vom Zentrums-Team vorbereiteten Anschauungsstücke zurückgreifen. Leider konnte uns Förster und Imker Marc Günster nicht selbst begrüßen, doch auch dieses holen wir sicher einmal nach.

Im Anschluss an den Kurzvortrag besuchte das Dutzend Gäste, aufgeteilt in drei Gruppen, die begehbare Bienenbeute im Außengelände. Hier wurde vom Steigerwaldzentrum eine tolle Möglichkeit geboten, in aller Ruhe das Wabenwunderwerk in seiner Funktion zu betrachten. Im Holzpavillon, der einer Hobbit-Behausung recht ähnlich sah, beantwortete unser FKBB-Beirat, Bienenfachwart Nikolaus Hofmann, geduldig alle Fragen, die beim Anblick des von allen Seiten sichtbaren Bienennestes aufkamen.

Forellenhof Handthal – Mittagessen und Kräuterrätsel-Auflösung

Bevor die sehr schmackhaften Speisen im traditionsreichen Forellenhof den strömenden Regen vergessen machten, erfolgte die Auflösung und Preisverleihung zum Kräuterrätsel.

Die drei Gewinnerinnen (bei jeweils 8 von 9 möglichen richtigen Antworten) des vertrackten Rätselspaßes waren: Dr. Gerlinde Lamprecht, Marion Then und Susanne Märtlbauer. Herzlichen Glückwunsch zum Kräuterbüchlein von Gertrud Leumer aus der Bio-Kräutergärtnerei Mussärol!

Eine der Fragen (und vor Ort wurde dieser versehentlich bei der Auflösung übersprungen) war folgende:

Was stimmt? Der Borretsch …

    1. … wird auch Gurkenkraut genannt
    2. … enthält ein für Menschen schädliches Gift (Pyrrolizidinalkaloide)
    3. … vermehrt sich durch lange Wurzeln

A. und B. sind richtig. Tatsächlich sind diese Pyrrolizidinalkaloide auch für den Honigeintrag nicht optimal, obgleich die Bienenkörper Schadstoffe recht gut herausfiltern können. Es wäre jedoch nicht ratsam, ein Volk inmitten eines Borretschfeldes zu positionieren.

Baumwipfelpfad – Zeidlerei und Vögel des Steigerwaldes

Obgleich wir im Handthal die Mittagspause in Anbetracht des Wetters und des von vielen gewünschten Nachtisches verlängerten und damit dem Begehen des Turmes eine Absage erteilten, war der Baumwipfelpad dennoch unser nächstes Ziel. Etwas Bewegung sollte schon sein, doch vor allem warteten noch zwei Kurzvorträge.

An der ersten Station auf dem Weg in Richtung Turm erfuhren die Gäste in passender Umgebung, nämlich an einer Klotzbeute, etwas zur Zeidlerei. Die Waldimkerei in seiner frühen Form konnte so anschaulich erfasst werden, wozu auch ein mitgebrachtes Bild half. Auch hier hätten wir natürlich zu gerne noch viel mehr von Walter Hanslok erfahren, der beim ersten Schwarmeinlauf in der neuen Klotzbeute dabei gewesen war. Er erläuterte beispielsweise die anschauungsadäquaten Anforderungen und dadurch notwendig gewordenen Abänderungen des Konzepts der Bestückung mit Bienen.

Leider schritt die Zeit gnadenlos voran. Apropos Zeit … Für die Zeidlerei und das Bienenwesen lief die Zeit nach Einfuhr von Rohrzucker aus der Neuen Welt (17. Jh.) und dem Zuckerrübenanbau (19. Jh.) bald aus. Doch bis dahin waren sie sehr geachtet. So wurden die Zeidler durch Kaiser Karl IV. mit einer niederen Gerichtsbarkeit (Gerichtsort war und ist streng genommen immer noch Feucht bei Nürnberg) gestärkt und mit Privilegien ausgestattet, die bis in die heutige Zeit wirken. Tatsächlich lassen sich die besonderen Rechte (z. B. Schwarmeinfangen, ohne Hausfriedensbruch zu begehen; Duldung der nachbarschaftlichen Bienenhaltung), festgelegt im BGB, weit zurückführen bis ins Jahr 533.

Weiter ging’s zur nächsten Station, dem Eingangsbereich zum Baumwipfelpad und zu den Vögeln des Steigerwaldes, referiert vom Sprecher des AK Regnitzaue von der LBV- Kreisgruppe Bamberg, Andreas Märtlbauer.

Der Wespenbussard ist bei uns Imker/innen zwar nicht gerade der beliebteste der vorgestellen Vögel, doch so ist das nun mal im Tierreich – fressen und gefressen werden. Doch der Schwarzspecht hingegen gleicht die Unbill wieder aus, indem er fleißig gleich mehrere Baumhöhlen schafft, um seine Liebste zu beeindrucken, die sich die schönste auswählen darf. Die restlichen Höhlen überlässt er großzügig zum Beispiel der Hohltaube und anderen, darunter unseren Bienen. Auch der rotbemützte Mittelspecht und der Grünspecht sind fleißig und häufig anzutreffen, im Gegensatz zum seltenen und kaum zu sehenden weiß-schwarzen Halsbandschnäpper.

Danke fürs Mitfahren – und Ausblick!

Reiseleiterin Ilona Munique auf dem Rückweg der FKBB-Bildungsexkursion ins HandthalAllen Gästen, die dem Regen trotzten, danken wir herzlich für ihr Interesse!

Unser bester Dank gilt allen Referierenden für ihre interessanten, auf den Punkt gebrachten Beiträge, außerdem unserer Bienenpatein Michaela Then fürs Kutschieren und Begleiten zur (denkwürdigen) Vor-Exkursion, bei der wir die Fotos im Sonnenschein verdanken, und unserer Bienenpatin und FKBB-Kassenwartin Gabi Loskarn fürs Vor-Ort-Helfen und natürlich für die anschließende Abrechnung.

 

Die nächste Bildungs-Exkursion geht nach Oberweimar ins Deutsche Bienenmuseum und zum Schloss Belvedere mit Orangerie. Termin noch nicht bekannt.

Bekannt hingegen ist der Termin der nächsten Netzwerk-Exkursion, und zwar am Sa., 15.04.2023, 15-17 Uhr: „Bienen, Lerchen, Orchideen – Schätze der Buger Wiesen“, auch Andreas Märtlbauer (LBV) wird wieder dabei sein. Anmeldung bereits jetzt möglich. Kostenbeitrag € 5,-.

Wir freuen uns schon wieder auf euch!

Fr., 07.10.22  – Geräteüberblick und Fördermöglichkeiten für Jungimker/innen und Schul-Imkereien

Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.deLogo für das Schwerpunktthema: Imkerei der Bienen-InfoWabeFr., 07.10.22  – Geräteüberblick und Fördermöglichkeiten für Jungimker/innen und Schul-Imkereien

Wann? Fr., 07.10.22 | 16.00 – 18.00 Uhr
Wo? Online
Für wen? Interessierte Imker/innen und Schul-Imkereien
Was? Welche Großgeräte zur Imkerei sind notwendig und welche Anforderungen sollen sie erfüllen? Auf was kann ausgewichen oder gar verzichtet werden? Welche Fördermöglichkeiten für Jungimker/innen und Schul-Imkereien kommen (in Bayern) in Betracht? Welche Formulare werden benötigt, wie werden sie richtig ausgefüllt und welche Fristen sind zu beachten? Welche Käufe werden gefördert und welche nicht? Zeit für spezifische und vertiefende Fragen ist eingeplant.
Referenten? Ilona Munique, Imkerin und Reinhold Burger, Bienenwirtschaftsmeister
Kosten und Anmeldung?

  • € 20,- inkl. MwSt., 10% Rabatt für Bienenpat(inn)en und (ehemalige) Imkerkursteilnehmende
  • Wir bitten um Anmeldung per Mail bis spätestens Do., 06.10.22. Sie erhalten sodann die Überweisungs- und die Online-Einwahldaten.

Schwarmverhinderung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 5)

Thema Schwarm im Imkeranfängerkurs, AK22, M5, Schwarmverhinderung

Das Hauptthema war Schwarmverhinderung, aber auch, was zu tun ist, wenn das Verhindern nicht geklappt hat und ein Schwarm einzufangen ist. Auch eine Wiederholung zur Ablegerbildung stand als Lerneinheit im Modul 5 des BLIB-Imkerkurses für Anfänger am 30.04.2022 auf dem Programm – durchgeführt bei gerade noch so akzeptablen Wetterbedingungen. Erst am Nachmittag schüttete es bei einigen Donnerschlägen.

Einblick in den natürlichen Schwarmvorgang

Thema Schwarm im Imkeranfängerkurs, AK22, M5, Schwarmverhinderung Es wäre natürlich ein großer Zufall, stünde uns jedesmal zum Kursmodul ein gerade ausgezogener Schwarm zur Verfügung. Da diese ohnehin meist in der Mittagszeit ab ca. 12.00 bis 14.00 Uhr ausziehen, bekämen wir erst zum Kursende Gelegenheit einer praktischen Übung. So mussten sich die 15 Teilnehmenden mit einer gedanklichen Trockenübung begnügen.

Material zum Schwarmeinfangen

  • Schwarmfangkasten (Eimer, Karton)
  • Deckel
  • Sprühflasche mit Wasser

Vorgang

  • Für sicheren Stand sorgen (von mehr als Haushaltsleiterhöhe ist dringend abzuraten!)
  • Schwarm mit Wasser einsprühen
  • Eimer unter den Schwarm halten
  • Kurz und kräftig auf den Ast schlagen oder kräftig das Buschwerk schütteln
  • Schwarm „klatscht“ in den Schwarmfangkasten
  • Unter den noch oben verbliebenen Bienen abstellen, Deckel drauf mit einem Spalt als Einflugloch, ein paar Stunden warten, bis die restlichen (Kundschafter-)Bienen zurückgekehrt sind
  • Umschütten in leere Zarge, bestücken mit 10 Mittelwandrähmchen

Was aber geht im Volk vor sich, wenn Imker/innen nicht für ein vorweggenommenes Schwarmgeschehen sorgen?

„Drei, Fünf, Acht, eine Königin ist gemacht“. 

Weiselkontrolle im Imkeranfängerkurs, AK22, M5, Schwarmverhinderung Das Schwärmen ist ein natürlicher Vorgang der Volksvermehrung. Sobald es in der Bienenwohnung zu eng wird oder die Pflegebienen unterbeschäftigt sind, legen die Arbeitsbienen mehrere Weiselzellen an und füttern das Ei ab dem 3. Tag weiterhin mit Gelée Royale statt „nur“ mit Nektar, Honig und Pollen. Die so entstehenden künftigen Königinnenlarven werden am 8. Tag verdeckelt und schlüpfen am 16. Tag, getreu der Formel „Drei, Fünf, Acht – eine Königin ist gemacht“. 

Kurz nach dem Verdeckeln kann sich bereits Schwarmstimmung breit machen, die kaum mehr zu stoppen ist. Denn das Volk braucht Vorbereitungszeit. Nun wird die alte Königin nicht mehr gefüttert, stattdessen quer durch den Stock gejagt. Das Fitnessprogramm lässt sie abnehmen und somit wieder flugtauglich werden.

VoM Quaken und Tuten

Der Deckel ist geöffnet, die Königin schlüpftIst die junge Königin ab dem 16. Tag schlupfbereit, beginnt diese zu Quaken. Hervorgerufen wird das durch die Vibrationen ihrer Brustmuskeln, die über die Wabenwände übertragen werden. Alarmsignal für die alte Königin, spätestens jetzt mit rund der Hälfte ihres Volkes auszuschwärmen. Die alte Königin tutet allerdings zurück, solange sie wetterbedingt noch nicht ausschwärmen kann. Dann wartet die junge Königin noch ein wenig mit dem Geborenwerden … meistens jedenfalls!

Von diesem Quaken und Tuten in einer Art Wechselgesang hatte auch unser Teilnehmer Hans berichtet, dessen Vater über ein Bienenhaus verfügte, in dem das Bienen-Hörspiel hin und wieder zu verfolgen war. Weitere Geräusche kommen von den Spurbienen. Indem sie die Bienen aufrütteln und mit dem Brustbereich für Vibrationen sorgen, erzeugen sie eine Aufbruchsstimmung. Welche Bienen sich der Gruppe der schwärmenden anschließen und welche Bienen im Stock zurückbleiben, ist noch nicht erforscht worden.

Die alte Königin schwärmt aus – und dann?!

Ein Scharm am Bienenweg 1 in BambergSobald die alte Königin den Stock verlassen hat, schlüpft die Nachfolgerin. Auch diese beginnt zu tuten. Die ihr nächstfolgende junge Königin wird sodann von den Arbeitsbienen erst einmal am Schlüpfen gehindert, bis klar ist, ob die junge Königin in einem Nachschwarm ebenfalls aus dem Stock fliegt. Derartige Nachschwärme – es können durchaus mehrere sein! –,  sind viel kleiner als der Vorschwarm. Sie erreichen die für das Überwintern notwendige Volksstärke nicht und werden daher von erfahrenen Imker/innen „verschmäht“.

Bienenkönigin des Standortes Buger WiesenAber auch das zurückgebliebene Volk zieht in punkto Nachschwärme die Reißleine. Sobald der Bien abschätzen kann, dass für das verbliebene Volk zu wenig Brut und Vorräte bleiben, werden die schlupfbereiten Königinnen nicht mehr vor dem Abstechen der zuletzt geschlüpften Königin geschützt. Die zuletzt geschlüpfte Königin geht dem Quaken ihrer Konkurrentinnen nach und sticht sie ungehindert von Arbeitsbienen in ihren Zellen ab. Der Stachel durchdringt das Wachs ohne Weiteres. Falls aber doch schon vorschnell eine Konkurrentin geschlüpft ist, entwickelt sich ein Kampf, den die stärkere Königin für sich gewinnt.

Nun kehrt wieder Ruhe im Stock ein. Für dieses Jahr gibt es keinen Honig mehr für die Imker/innen zu ernten, stattdessen aber vielleicht ein neues Volk einzufangen! Wie das vonstatten geht, kann hier nachgelesen werden.

Wer allerdings sein Wirtschaftsvolk zur Honiggewinnung behalten und unkontrolliertes Schwärmen mit oft sehr schlechten Überlebensaussichten für das Schwarmvolk vermeiden möchte (fehlende Quartiere und Varroabehandlung, zu wenig Futter zur Überwinterung), betreibt einmal wöchentlich eine Weiselkontrolle und sorgt für gezielte Schwarmvorwegnahme durch Ablegerbildung.

Weiselkontrolle zur Schwarmverhinderung UND Ablegerbildung
(Wiederholung M4)

Checkliste Material allgemein …

  • Smoker mit Rauchmaterial (Hanf, Eierkarton, Pappe), Feuerzeug
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen
  • Wasser zum Löschen der Smokerinhaltsreste
  • Sicherheitsutensilien (Imkerhut, Tuch, Nelkenwasser, Globuli, Zeckenzange)

… und für Weiselkontrolle

  • Taschenlampe
  • ggf. Lupe
  • Königinfangeisen / Königinabfangzange (oder Lockenwickler)
    -> zum Separieren der Königin als Schutzmaßnahme
  • ggf. Zeichenutensilien, im Falle man auf eine ungezeichnete Königin stößt
  • Schälchen für abgezwicktes Wachsmaterial

… und für Ablegerbildung

  • siehe Checkliste im Modul 4 (intern in Kursorganisation)
  • Nachtrag: Falls keine Futterwabe zur Verfügung steht, kann auf eine Futtertasche (zweiwabenbreit!) mit Stroh als Aufstiegshilfe und gefüllt mit Zuckerwasser 1:1 verwendet werden. Um eine Räuberei zu verhindern, Flugloch unbedingt sehr eng halten!

Vorgang Schwarmverhinderung bei geteiltem, zweizargigem Brutraum

  1. Mit Stockmeißel die Zargen an den Ecken voneinander lösen
  2. Blechdeckel abnehmen und umgedreht in die Nähe legen
  3. Abnehmen des ungeöffneten Honigraums. Nicht am Boden in das Gras abstellen, sondern auf der umgedrehten Blechhaube
  4. Abnehmen des Absperrgitters unter Rauchgaben
  5. Ankippen und Vorziehen des (oberen) Brutraums an den Kanten des unteren Brutraums entlang
  6. Falls Zarge zu schwer wird oder man es sich bequem machen möchte, kann diese vollständig senkrecht aufgestellt werden
  7. Erster Kontrollblick nach Weiselzellenbesatz. Dazu können die Rähmchen der oberen aufgestellten Zarge etwas auseinander bewegt (aufgefächert) werden, um auch in die Ecken sehen zu können
  8. Kontrollieren, ob (an Position 2 bzw. 9) der Drohnenrahmen bereits verdeckelt ist (Falls ja, im Anschluss der Weiselkontrolle Drohnenrahmen schneiden. Folgt im nächsten Kursteil)
  9. Bei Sichtung von Weiselzellen: Entscheidung treffen, ob ein Ableger¹ (Brutbrett mit Eiern und ggf. optimal mit einer intakten Weiselzelle) gebildet werden soll. Falls ja:
    • Abzählen der Rähmchenposition
    • Dieses Rähmchen nach dem Wiederaufsetzen der Zarge vorsichtig als eine der ersten ziehen und in den Ablegerkasten (an Randposition) setzen
    • Ersatzrähmchen (Mittelwandwabe) parat halten
  10. Vollständiges Durchsehen der Rähmchen, vor allem an den Wabenecken, und Weiselzellen entfernen.
    ACHTUNG: Aufpassen auf die Königin! Am besten mit einem Königinnenfanggerät separieren (Dunkel halten, sie ist helles Licht nicht gewohnt)
  11. Falls Drohnenrahmen mindestens zu Dreiviertel ausgebaut und verdeckelt ist, diesen entfernen, ausschneiden (Material in Plastiktüte oder gut verschließbaren Eimer, ggf. einfrieren, später ausschmelzen, da wertvolles Neuwachs) und wieder an selbige Position einsetzen
  12. Falls Brutwabe(n) für Ableger entnommen wurde, Ersatzrähmchen (Mittelwand) an die Stelle der entnommenen Wabe einsetzen
  13. Oberen Brutraum wegstellen (Achten auf Richtung, er soll später wieder genau so aufgesetzt werden, wie man ihn abgenommen hat)
  14. Unteren Brutraum durchsehen
  15. Fertig? Rauch geben. Dann wieder zweiten Brutraum aufsetzen
  16. Falls Königin gekäfigt, wieder einlaufen lassen
  17. Sind alle Rähmchen vollständig? (Drohnenrahmen und ggf. frisches Mittelwandrähmchen bei Brutwabenentnahme). Sind alle Rähmchen wieder eng zusammengerückt (Einhalten des Bee Space)?
  18. Rauch geben. Absperrgitter aufsetzen
  19. Honigraum, Folie, Deckel und Blechhaube aufsetzen.

¹Auf das Bilden von Zwischenablegern (oben aufgesetzt) und Fluglingen (unten angesetzt) oder Brutlingen als weitere Möglichkeiten der Schwarmverhinderung neben dem Weiselzellenbrechen sind wir nicht eingegangen. Dies ist Stoff für ein Vertiefungsseminar, das nach genügender Bedarfsmeldung angeboten werden kann.

Bienenstock mit Löwenzahn

Honigraumerweiterung, Ablegerbildung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 4)

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungImkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungIm Praxisteil des BLIB-Imkerkurses für Anfänger am 23.04.22 bei windigem, fast zu kühlem Wetter erläuterten wir das Aufsetzen des Honigraums und dämpften den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung. Allerdings hätte das in unserem Vorführvolk nicht gereicht, denn es fanden sich bereits etliche angelegte Weiselzellen. Dieses Volk wäre also auf jeden Fall in Schwarmstimmung geraten. Da wir jedoch heute das Augenmerk auf Ablegerbildung legten, zeigten wir den Vorgang des Weiselzellenbrechens nur ganz kurz, inklusive einer kleinen Kostprobe Gelee Royal. Im Modul 5 dann mehr dazu.

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungImkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungHeute war endlich auch Zeit und Gelegenheit, allen die Möglichkeit des Ziehens einer Wabe zu geben. Ein ordenliches Arbeitsumfeld spart Verdruss. So wird der Stockmeißel am besten griffbereit quer über ein Beuteneck gelegt, welches am entferntesten vom Handlungsfeld ist. Der Smoker lässt sich in der Regel einhängen und sollte hin uns wieder mit dem Blasebald am Glimmen gehalten werden. Möglichst nichts ins Gras ablegen, um Virenverteilung keine Chance zu geben.

1. Honigraumerweiterung

Zeitpunkt

Biene an SauerkirscheDer Zeitpunkt der Honigraumerweiterung war heuer – je nach Region und Witterung – um Ostern herum, also gut eine Woche früher als unser Kurstermin. Die Natur zeigte es uns an mit den Zeigerpflanzen des Erstfrühlings, etwa um den Beginn der Salweidenblüte und spätestens zur Süßkirschenblüte. In wessen Umfeld beide fehlen, erhält Auskunft zur aktuellen Phänologie beim Deutschen Wetterdienst.

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungZwei weitere Anhaltspunkte für den richtigen Zeitpunkt sind die Volksstärke und Volksentwicklung. 5 bis 6 mit Bienen besetzte Zanderwaben (entspricht 10-12-tausend Bienen), davon auf 3 Waben mit verdeckelter Brut sind optimal. Die Regel sagt: „Besser zu früh als zu spät!“ Somit wird verhindert, dass zu viel Honig im Brutraum eingelagert wird, der Platz zu eng und somit Schwarmstimmung ausgelöst wird.

Absperrgitter

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungÜber den Brutraum wird das Absperrgitter (Weite 4,2 mm) eingesetzt. So können nur Arbeiterinnen das Gitter passieren, Königin und Drohnen bleiben außen vor; daher Garantie, dass keine Eier bzw. Brut im Honigraum angelegt werden. Von den drei möglichen Modellen eines Absperrgitters sind die zwei aus Metall, mit oder ohne Holzrahmen, bei einem empfohlenen bee space von 8 mm, dem leichter verbiegbaren Plastikgitter vorzuziehen.

Wabenanordnung

Honigraum auf Blechdeckelausgebaute Wabe im Imkeranfängerkurs AK21, M4+M5Der aufgesetzte Honigraum enthält im Zentrum 2 bis 4 ausgebaute helle Waben. Es sind die vom Vorjahr ausgeschleuderten und sauber ausgeschleckten Honigwaben (niemals Brutwaben). Sie erleichtern den Bienen die Annahme des Honigraumes, da die Waben gleich zur Einlagerung von Nektar verwendet werden können. Sie müssen nicht erst ausgebaut werden. Links und rechts daneben wird mit Mittelwandrahmen aufgefüllt. Wer als Anfänger/in noch keine ausgebauten Honigrahmen hat, nimmt nur Mittelwandwaben, kein Problem.

Drohnenrahmen mit Baubienen im Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungDas war’s dann auch schon. Wenn es sich anbietet, kann vorab in den Brutraum ein Drohnenrahmen (Rähmchen ohne Draht) an zweiter (bzw. neunter) Position einsetzten und mit einem Reißnagel markieren. Um Platz zu schaffen, wird eine leere Randwabe oder eine überschüssige Futterwabe entnommen.

Für die Kursteilnehmenden gibt es in der Kursorganisation eine Checkliste zur Honigraumerweiterung (inklusive Ablegerbildung).

2. Ablegerbildung zur Schwarmverhinderung

Brutbrett / Brutrahmen mit Weiselzellen von untenReinhold erläuterte vorab die Grundzüge des Schwarmverhaltens und warum wir das Schwärmen verhindern bzw. den Willen nach Vermehrung und Verjüngung durch Ablegerbildung steuern bzw. vorweg nehmen. Gänzlich lässt sich eine Schwarmstimmung allerdings nicht durch gezielte Maßnahmen wie rechtzeitiger Honigraumerweiterung, Ablegerbildung und Ausschneiden des Baurahmens (Drohnenrahmen) verhindern. 30% aller Völker wollen dennoch schwärmen.

Ein Scharm am Bienenweg 1 in BambergGründe für eine Schwarmverhinderung sind:

  • Keine bzw. nur sehr geringe Honigernte
  • Stadt: Dichte Bebauung und „naturentwöhnte“ Stadtbewohner
  • Schwärme finden nicht genügend Höhlen als neue Wohnstätte
  • In unseren Breiten verhungern im Winter 80% der verwilderten Schwärme
  • Ohne Varroabehandlung durch Imker/innen gehen Schwärme in der Regel nach zwei Jahren zugrunde
  • Ungepflegte Völker können eine Reinvasion von gepflegten Völkern mit der Varroamilbe verursachen
  • Arbeitsschutz: „Jährlich sterben in Deutschland mehr Menschen durch Stürze von Leitern als durch alle erwähnten Gifte, Tierangriffe und Naturkatastrophen zusammen“¹

Einrichten der Ablegerzarge

Futterwabe im Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungFür die Kursteilnehmenden gibt es in der Kursorganisation eine Checkliste des Materials zur Ablegerbildung (inkl. Honigraumerweiterung).

  • Eine aus der Frühjahreskontrolle gezogene Futterwabe mitbringen
  • Honigraum abnehmen, wegstellen -> auf Blechdeckel „über Eck“
  • Nach geeigneter Brutwabe suchen -> 3/4 verdeckelte Brut, Stifte und jüngste Larven mit den ansitzenden Bienen
  • Falls die Brutwabe nicht so optimal ist, kann evtl. auch eine zweite beigefügt werden
  • In bereit stehender Ablegerbeute einhängen -> Reihenfolge Foto und Checkliste
  • Rähmchen mit Pinnadeln für Transport sichern
  • Bienen aus Honigraum in Ablegerbeute einkehren -> diese wärmen die Brut
  • Abgeklebten Fluglochkeil fest arretieren -> mit Klebeband sichern
  • Abdeckfolie auflegen
  • Holzdeckel auflegen
  • Mit Spanngurt sichern
  • Blechdeckel und Fluglochabdichtung (z. B. Schaumstoff) nicht vergessen mitzunehmen!

Umsetzen eines Ablegers

Der Ableger wird (fest verschlossen, lieber zweimal überprüfen!) möglichst schüttelfrei zum etwa 2-3 Km entfernten Standort gebracht. In stark strukturierten Städten mit genügend unterschiedlichen „Stadt-Landmarken“ wie Türme, Hochhäuser, Flusslauf, Straßenzügen, Wohn- und Industriegebieten darf der Abstand auch geringer sein, die Bienen können sich gut neu orientieren. Nach etwa vier Wochen (frühestens 21 Tage oder später) kann die Rücksiedelung erfolgen, dann ist die neue Königin begattet und legebereit.

Demonstration Fluglocheinengung mit Styropor-Keil und kleinem Fluglocheingang über der Brut im imImkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungAm neuen Ablegerstandort (2-3 km Entfernung) Fluglochkeil auswechseln -> kleine Einflugöffnung unter der Brut. Mindestens 21 Tage warten, bis Königin nachgezogen und Eier zu finden, dann kann mit Milch- oder Oxalsäure behandelt werden (z. B. nach dem Umsetzen an den neuen Standort).

Restliche Fotos zur Honigraumerweiterung und Ablegerbildung

Bienengesundheit, Bienenkrankheiten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 3)

Wir begannen das 3. Modul im BLIB-Imkerkurs für Anfänger (AK22) mit einer Rückschau auf das Modul 2, welches vor Ort stattgefunden hatte. Die Frühjahrsarbeiten ging Ilona noch einmal ergänzend mit Detailsansichten durch.

Dieses Modul ist die Nr. 2 der online abgehaltenen Fortbildungseinheiten, die zehn weiteren Module sind Vor-Ort-Erlebnisse.

Rückschau Modul 2

Folie-Frühjahrsarbeiten-AK21-M2-BLIB-ImkeranfaengerkursDie Durchsicht der Völker sollte über den Futterbestand und den allgemeinen Gesundheitszustand des Volkes Auskunft geben – vorausgesetzt, man weiß, auf welche Zeichen man Ausschau halten muss.

Nur in der Zusammenschau der Zeichen lässt sich das Bild runden und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen. Dabei gehen wir von außen nach innen vor. Wie sieht die Beutensituation vor dem Öffnen aus? Kotspritzer, Totenfall und die Schwere der angehobenen Beute verraten bereits einiges.

Sodann betrachten wir en Gesamtzustand von oben durch die Folie hindurch. Wie stark ist das Volk besetzt? Wirkt es agil und zufrieden? In welchem Zustand befinden sich die Waben, die Bienen selbst, die Königin? Schlussendlich untersuchen wir das Gemüll am Beutenboten, säubern das Gitter und notieren uns in einem Stockbuch (Stockkarte) das Augenfälligste. Immerhin hat das Volk den Winter überstanden, für überhastete Maßnahmen – außer evtl. einer Notfütterung per Futterteig – besteht meist keine Notwendigikeit, bzw. ist es einfach noch nicht an der Zeit zu handeln.

Modul 3 zu Bienengesundheit und Bienenkrankheiten

Im Modul 3 zu Bienengesundheit und Bienenkrankheiten verfolgten die 16 Teilnehmende sodann Reinholds Ausführungen.

Wer seine Völker gewissenhaft, hygienisch und minimalinvasiv führt, wessen Königin heil und gut versorgt vom Jungfernflug zurückkam und zwei, drei Jahre Legeleistung erbringt, wo die Standortbestimmungen passen (was auch ein Erfahrungswert sein kann) und die Winter nicht zu lange andauern, kann davon ausgehen, „nur“ die üblichen Varroaprobleme in den Griff bekommen zu müssen. Nicht alle der genannten Krankheiten müssen zwangsläufig auftauchen, man darf ja auch Glück haben.

Häufige Bienenkrankheiten und Vorkehrungen

Dennoch … vor dem Erreger der Amerikanischen Faulbrut (AFB), dem Akuten bzw. Chronischen Paralysevirus und vor Nosemose ist kein Volk absolut gefeit. Weitere Krankheiten wie die Maikrankheit (Wassermangel) oder Kalkbrut  bei einem zu kühlen, zugigen Standort können jedoch mit einfachen Vorkehrungen verhindert werden.

So wurde zwar im ABC der Bienenkrankheiten nicht auf alle dezidiert eingegangen, sondern besonders auf Hilfsmittel hingewiesen, die das Erkennen der Krankheiten und dem Wissen um die Sperrbezirke bei AFB (gemeldet im Tsis, TierSeuchenInformationsSystem und in den örtlichen Amtsblättern) möglich machen. Das A und O – und damit auch der erste Teil des Kurses – ist und bleibt die Gesunderhaltung durch Vorbeugung.

Hier ging Reinhold auf die den Bienen innewohnenden Abwehrmechanismen ein und stellte positive wie negative Einflussfaktoren vor.

Neu ist seit dem 28.01.2022 die Verpflichtung zur Dokumentation aller angewendeten Bienenmedikamente in einem Bestandsbuch für die Aufbewahrungszeit von fünf Jahren.

Ja, die Imkerei wird zunehmend professionalisiert, und das ist gut so. Seit einigen Jahren müssen vereinsinterne Imkerkurse einen Qualifizierungsnachweis erbringen. Die ehrenamtlichen Kursreferent(inn)en besuchen (einmalig) ein entsprechendes Seminar. Gut so, doch weiterhin stellt sich uns die Frage, warum all die Bemühungen kostenlos erfolgen sollen. Ein wirtschaftlich gesehen so wertvolles Arbeiten wie das Imkern, von dem Millionenbeträge in die Kassen der Wirtschaftsbetriebe gespült werden, sollte nicht völlig ohne Gegenleistung erbracht werden müssen.

Wir für unseren Teil haben uns entschieden, dieses Spiel nicht mitzumachen. Wir leisten als Referent(inn)en viele Stunden Vor-, Durchführungs- und Nachbereitungszeit, leisten uns Zeit und Geld für kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen, und das in einem Alter, in dem wir eben noch nicht über eine Rente und genügend Freizeit verfügen. Wir tragen Verantwortung für das Wohlergehen zahlreicher Lebewesen und sind oft rund um die Uhr Ansprechpartner/innen bei imkerlichen Notfällen.

Die Kursgebühren ermöglichen uns eine optimale Qualität der Kurse und geben uns Motivarion und finanziellen Freiraum, diese ohne Kompromisse und Ausfälle durchzuführen, weit über die eigentlichen Kurszeiten hinaus. Uns ist bekannt, dass das einigen Vereinen im Landkreis nicht „schmeckt“. Sie übersehen dabei, dass wir als Initiative keine Zuschüsse erhalten. Außerdem steht es jeder und jedem Kursteilnehmenden frei, sich eines kostenlosen Angebots zu bedienen. Unsere Teilnehmenden entschieden sich freiwillig für unseren Kurs, und sie sollen es keinesfalls bereuen.

Wir freuen uns bereits auf das nächste Mal, wo es wieder direkt an die Bienen geht!

Frühjahrsarbeiten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 2)

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenModul 2 im Imkeranfängerkurs. Dem Hoch „Peter“, welches Tief „Ilona“ (!) zurückhielt, sei gedankt, denn so war für unsere neuen Imkerkursteilnehmenden ein erster Blick auf die Bienen problemlos möglich. Doch bevor die Tagestemperaturen optimal waren, gab’s im Halbkreis vor dem Lehrbienenstand am Bienenweg zunächst einen gründlichen Sicherheitscheck. Wie verhalte ich mich beim Besuch der Bienen und was sollte ich tun bzw. lassen, um einen möglichst reibungs- und stichlosen Umgang zu pflegen?Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, Frühjahrsarbeiten

Sodann überreichte Ilona den Stab an Reinhold, der die imkerlichen Gerätschaften und den Aufbau des Beutensystems (Zander) samt Rähmchen (Hoffmann, Modifizierte Seitenteile, waagerecht gedrahtet), mit dem wir das Imkern in seiner fränkischen Standardausrichtung lernen. Es gab weitere Tipps, die Ausstattungsmerkmale betreffend.

So ist es für den Beutenboden vorteilhaft, wenn er keinen Zwischensteg aufweist. Der darauf landende Abfall kann von den Bienen nicht erreicht und somit auch nicht gesäubert werden. Hier lauern Gefahren für die Bienengesundheit.Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, Frühjahrsarbeiten

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenErklärt wurden, wie der Fluglochkeil und das Mäusegitter eingesetzt werden. Das Mäusegitter ist in verschiedenen Maschenstärken erhältlich. Wir empfehlen die mit der geringsten Durchlassgröße. Es versteht sich, dass der Zeitpunkt seiner Entfernung nicht zu spät im Frühjahr sein darf, da sonst der mühsam gesammelte und wertvolle, da eiweißreiche Frischpollen beim Einflug von den Beinchen abgestriffen wird.

Zur Verwendung der Folie verwiesen wir auf unseren Blogbeitrag. Sie ist neben dem hygienisch zu pflegenden Abkehrbesen und der Paletten eines der wenigen kunststofflichen Bestandteile in unserem Arsenal.

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenDoch natürlich war das Highlight des zweiten Moduls das Herumreichen von Waben. Zunächst eine Honigwabe, deren Gewicht geschätzt werden konnte. Dies auf die Frage, wie schwer denn so eine mit Honig gefüllte Zarge wäre. Sie kam von einer der fünf Lehrerinnen, die mit dem Gedanken an eine Schul-Imkerei liebäugeln. Weiß man das Gewicht einer Wabe, so errechnet sich schnell die Schwere. Klar, dass das Abheben nur zu zweit gehen kann. Doch ohnehin werden die Schulkinder nicht alleine an den Bienenstock hantieren.Brutwabe

Einen zweiten Durchreichevorgang betraf eine mit vielen „Details“ gespickte Brutwabe. Darauf zu erkennen waren offene wie verdeckelte Honigwaben, offene Arbeiterinnen- wie auch Drohnenzellen, also auch Maden in verschiedenen Stadien sowie etlichen ansitzenden Bienen. Dass man dabei behutsam mit den Fingern zwischengehen durfte, stellte eine kleine Mutprobe vor, die alle problemlos meisterten.

Da coronabedingt Teilnehmende fehlten, werden wir im Online-Modul 3 eine kurze Wiederholung der Inhalte vornehmen, außerdem eine bebilderte Ergänzung zur Frühjahrsdurchsicht bieten. Sie bildet eine perfekte Einleitung zum Kapitel Bienengesundheit / -krankheiten.

Basisinformationen zur Imkerei (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 1)

Logo BLIB Imkerkurs für Anfänger (m)

Der Radius der Teilnehmenden für den Imkerkurs für Anfänger in Bamberg deckte alle Himmelsrichtungen ab – nördlichster Punkt ist Maroldsweisach, Kulmbach in östlicher Richtung, im Süden Hirschaid, Frensdorf und Pommersfelden, im Westen Grettstadt (bei Schweinfurt), dazwischen Haßfurt, Bischberg und Hallstadt. Gerade einmal fünf von 15 Teilnehmenden kommen direkt aus Bamberg. Wie gut, dass es eine Tiefgarage im ERBA-Park wenige Hundert Meter in der Nähe der Lehrbienenstände gibt!Teilnehmerwohnorte, Radius, Einzugsbereich AK22

Doch am ersten Kurstag (26.03.22) spielten die Anfahrtskilometer von bis zu 54 Km noch keine Rolle. Zunächst ging’s nach einem vorangegangenen Online-Technikcheck mit Basisinformationen los. Die 11 weiblichen wie 4 männlichen vollständig versammelten Teilnehmenden (ab morgen 1 Mann mehr) erhielten eine Kursübersicht, erfuhren über ein kurzes Video-Intro etwas zur Imkerei im Jahreslauf und grundlegendes zur Biologie und dem Lebensraum der (Wild-)Bienen. Literatur und Medientipps, Strukturen und Ansprechpartner der Imkerei, Programme, Fördermittel und Finanzierungshilfen waren weitere Tipps, um sich der Imkerei gut ausgerüstet zu nähern.

Screenshot AK22 M1 Online

Die aktualisierten Unterlagen werden kurz vor und/oder nach den 12 Modulen umfassenden Kurs hochgeladen und stehen drei Jahre lang in der internen Kursorganisation zur Verfügung. Ein früherer Kursteilnehmer hatte tatsächlich einmal alle Checklisten, Kaufempfehlungen, zusammenfassende Informationen etc. auf Papier ausgedruckt und hatte uns einen gut gefüllten Ordner präsentiert.

Am nächsten Tag zum Modul 2 erwartete uns – im Gegensatz zum letzten Jahr – strahlendes Wetter und warme Temperaturen. Und vor allem nicht mehr ganz so scharfe Pandemieregeln, so dass wir keine Kleingruppen bilden müssen. So können sich (fast) alle persönlich kennenlernen, was doch recht sympathisch nach all der Zeit der kontaktreduzierten Zeit ist.

Vertiefungsseminare für Imker 2022 mit dem BLIB-Team

Logo BLIB Vertiefungsseminar für ImkerZur Ergänzung unseres Imkeranfängerkurses und der Fortgeschrittenenkurse finden online oder analog in Bamberg zwei bis dreistündige Vertiefungsseminare für Imkerinnen und Imker statt. Je nach Inhalten sind sie auch für Jungimker/innen geeignet. Die Kosten betragen zwischen 20,- und 35,- Euro. Eine Teilnahmebescheinigung wird ausgestellt.

Themen in diesem Jahr sind bislang:

Sa., 12.02.22 – Workshop Wachsgießen (Mittelwand)

Sa., 12.03.22 – Beutensysteme, was steckt dahinter?

Sa., 21.05.22 – Völkerführung „Schieden mit Zander“

Sa., 11.06.22 – Was tun bei …?! Spotlights in der Imkerei

Fr., 07.10.22  – Geräteüberblick und Fördermöglichkeiten für Jungimker/innen und Schul-Imkereien

Der nächste Termin im Detail:

Mittelwandgießform der Firma GRAZESa., 12.02.22 – Workshop Wachsgießen (Mittelwand)

Wann? 14.00 – 17.00 Uhr
Wo? 96047 Bamberg, Obstmarkt 10, 3. Stock (nicht barrierefrei)
Für wen? Dieses Vertiefungsseminar der Imkerei wendet sich an Imker/innen ohne Praxiserfahrung in der Wachsverarbeitung.
Was? Mittelwandwaben gießen in der Praxis. Input zu Geräten und Material.
Referent? Reinhold Burger, Bienenwirtschaftsmeister
Nicht ganz zur Hälfte, das Wachs verteilt sich auf Druck über die untere Hälfte.Kosten und Anmeldung?

Stapel Mittelwände für die ImkereiUnd sonst?

  • Derzeit gilt lt. Beschluss:
    2G+, Doppelt geimpft oder genesen
  • plus offiziellen Test (wenige Schritte entfernt vom Veranstaltungsort befindet sich ein Corona-Schnelltestcenter in der Langen Straße 17)
  • plus FFP2-Maske oder eine Maske mit mindestens gleichwertigem genormten Standard

Miamaria, die Weihnachtshonigbiene: Videos nur noch bis 08.01.2021!

Alle Folgen von „Miamaria, die Weihnachtshonigbiene“. Online für euch noch bis 08.01.2022, dem Ende der bayerischen Weihnachtsferien. Danach als Buch, voraussichtlich im Herbst 2022.
  1. Bekannt, geliebt und nicht vergessen! https://youtu.be/MYvemkuqyEc
  2. Weihnachten ist voller bunter Symbole! https://youtu.be/GX0u5yY2mvs
  3. Welche Farben fehlen noch? https://youtu.be/MZSkQzIiF2k
  4. Unverzichtbares am Barbaratag https://youtu.be/xKfJeXVQ8I8
  5. Nasen, Ohren, Fühler, Pupse … und was eine Biene so hat. Oder auch nicht?! https://youtu.be/yO40dq4HyIo
  6. Der Nikolaustag https://youtu.be/_HPdiR7wMxY
  7. Der Schutzpatron der Bienen https://youtu.be/IjLjjrB-on8
  8. Zuckersüßes Betriebsgeheimnis https://youtu.be/BCtuzDC0OoM
  9. Honigwäsche und Küchendienst https://youtu.be/rFFtB8p4hbE
  10. Honig ist nicht gleich Honig https://youtu.be/SPEiloX0ca0
  11. Blauen Honig, den gibt’s doch gar nicht. Oder doch?! https://youtu.be/tV2jS_ySvss
  12. Von Sprüchen, Heiligen und Büchern https://youtu.be/VYL3L_syfFg
  13. Kerzen für Lucia https://youtu.be/-FK3svB_oxM
  14. Lichterglanz in vielen Ländern https://youtu.be/QrKBt8OxHB4
  15. Wenn Bienen kuscheln … und andere Viechereien https://youtu.be/WlcxuqxzzsQ
  16. Es war einmal … auf den Spuren der Wörter https://youtu.be/jjY-f15LINE
  17. Bienen machen Sprache … und Nahrung natürlich auch! https://youtu.be/FCEitCQEt7k
  18. Miamaria schlürft und schmatzt https://youtu.be/QJa0oDkEl6c
  19. Ich sehe was, was du nicht siehst! https://youtu.be/dsaqe_2RkTo
  20. „Das ist doch Betrug!“ https://youtu.be/mujBHvbwkag
  21. Die Bernsteinbiene https://youtu.be/Exsh49RQLpc
  22. Miamarias Vorfahrin und ihre Weihnachtsgeschichte (Teil 1):  Honighunger und ein Irrflug – oder doch nicht?! https://youtu.be/cmmx9k7YyXg
  23. Miamarias Vorfahrin und ihre Weihnachtsgeschichte (Teil 2):  Tierisch viel los im Stall! https://youtu.be/ZzVgFgdnIuI
  24. Ein Versprechen für die Zukunft https://youtu.be/t7NaALNdk7o
  25. Was kann ich für die Bienen tun? https://youtu.be/yks-wIw-45g

Ich finde es witzig, wie sich die ersten Videos im Laufe der abendlichen Drehs immer mehr verändern. Zunächst war es ja noch als Online-Veranstaltung gedacht. Was aber wegen fehlender Serverkapazitäten nicht bewährte. Schnell drehte ich die Geschichten nach und ging dabei zeitlich einige Kompromisse ein. Weit nach Mitternacht wurde hochgeladen. Jeden Tag lerne ich ad hoc neue Funktionen auf iMovie kennen, das ich bis dato noch nicht sonderlich ausgereizt hatte.

Miamaria, die Weihnachtshonigbiene. © Ill.: Reinhold BurgerAlle Geschichten werden als Buch erscheinen. Wer Interesse hat … einfach anfragen! Der Preis soll unter 20 Euro bleiben, bis zum Erscheinen gibt es außerdem noch einen Subskritionsrabatt von 20%.

Minamaya aus "Miamaria, die Weihnachtshonigbiene"Die Rechte am Text möchten wir nicht abgeben, daher läuft es auf einen Selbstverlag hinaus. Da ich auch eine Dtp-Ausbildung genossen und folglich Kenntnisse im Layouten und Setzen habe, die Vermarktung ohnehin bei den Autor(inn)en hängen bleibt, braucht es außer einem Online-Drucker nur noch ein kompetentes Lektorenteam, das bereits steht.

Wir würden uns außerdem über Zusendungen von Kinderzeichnungen freuen. Und sie auch ins Buch mit aufnehmen! Viel Spaß beim adventlichen Nachmoggeln!