Rezension zu Voskuhl & Zucchi: „Wildbienen in der Stadt“

Cover Wildbienen in der Stadt, Haupt Verl.Die Rezension kommt im Nachgang unseres Transition-Stammtisches zu Wildblumen-Blühstreifen wie gerufen. Denn Wildbienen in der Stadt, so der Buchtitel, sind oft besser dran als auf dem Land. Allerdings nur, solange es entsprechend ausstaffierte Gärten und kommunale Anlagen gibt, in denen wir die kleine Cousine der Honigbiene „entdecken, beobachten, schützen“ (Untertitel) … und lieben lernen.

Das sehr kurzweilig gestaltete und vielfältig zu nutzende Buch ist ein anschauliches Ergebnis aus den Erfahrungen zur 2013 gestarteten und erfolgreich verlaufenden Kooperation „Osnabrücker Bienenbündnis“. Zahlreiche Fotos mit Erläuterungen zur Wildbienenart und der aufgesuchten Pflanze lassen das Blättern zu einem Aha-Effekt werden.

Systematisch und Praktisch

Wer’s systematischer mag, findet verschiedene Auflistungen, die auch Laien großen Nutzen bringen. So sind wissenschaftliche Namen „ausgedeutscht“ und wir erfahren, welches der Synanthrope, also „mit den Menschen lebenden Arten“ in städtischen Siedlungsbereiche wo zu finden sind, außerdem, ob sie sich polylektisch ernährt oder was genau sie benötigen, wenn es eine oligolektische Art ist.

Den naturpädagogisch Tätigen kommt das Kapitel Wildbienenprojekte für Schule, Kitas und Familien zupass. Die ausführlich beschriebenen Projektinhalte und seine Vermittlungsformen beginnen mit Stichpunkten zum geeigneten Ort für die Aktion, den benötigten Materialien und dem Zielgruppenalter. Aber auch im Hauptteil „Wildbienen im Jahreslauf“ sind praktischerweise immer wieder kleinere Exkursionsmöglichkeiten optisch herausgestellt.

Die Honigbiene als Unterscheidungsmerkmal

Nur kurz wird dabei auf die Honigbiene eingegangen, aber da das dazugehörende Kapitel „Wissenswertes über Bienen“ lautet, darf sie natürlich nicht gänzlich vergessen werden. Die Freude der Eröffnung hat sie im Unterkapitel „Wie Wildbienen leben“. Schließlich ist ihre „hoch-eusoziale, gut organisierte Lebensweise ein unverwechselbares und stark abgrenzendes Unterscheidungsmerkmal zu den ansonsten „primitiv-eusozialen“, den „wild und einsam“ lebenden, den „kommunalen“ und den „parasitärischen“ Bienen ist.

Sie alle sind wahre Spezialisten im Wohnungsbau und oft auch der Nahrungswahl. Was zwangsläufig bedeutet, dass sie durch unseren Flächenverbrauch und den blütenspektrumarmen, oft überdüngten und aufgeräumten, also von „Baumaterialien“ befreiten Landschaften ein echtes Überlebensproblem haben. Weil Städte unbestreitbar heute „die bessere Landschaft“ für Bienen sind, lädt dies – so die Überzeugung von Janina Voskuhl und Herbert Zucchi – geradezu zum Handeln ein.

Was unterscheidet das Buch von anderen?

Nun ist unsere Imker-Bibliothek – die natürlich auch über das Imkern hinaus geht! – mit 28 gelisteten Publikationen zu Wildbienen bereits gut bestückt. Darunter Klassiker aus der Feder von Paul Westrich, Margrit und Paul Hintermeier oder Werner David. Natürlich auch alles von Broschüren über Was-ist-Was-Ausgaben bis hin zum schwergewichtigen Taschenlexikon der Wildbienen Europas.

Doch was der mir vorliegende Rezensionsband aus dem Haupt-Verlag von all dem unterscheidet, ist seine sehr gut verträgliche Mischung aus Information und (Spezial-)Wissen – wer weiß schon, welche Weidenart wann blüht oder an was die meistvorkommenden Hummelarten unterscheidbar sind? – und alltags- und projekttauglichen Teilhabe-Möglichkeiten mit Fokus auf die Stadtnatur.

Der im Übrigen angenehm schmeichelsanft gecoverte Band stachelt förmlich an, sich mit Argusaugen und Lupe sofort „In die Stadt“ aufzumachen, um eine jahreszeitliche Erkundungstour zu starten. Dabei machen wir Halt in (historischen) Friedhöfen, lesen Spuren in Pflasterfugen und an mit Spontanbewuchs überzogenen Wegrändern oder erfreuen uns über Entdeckungen in Blumenbeeten von Vorgärten und über blühende Baumscheiben, die ausnahmsweise ohne Vulkangestein oder dicken Schichten Rindenmulch auskommen.

Wer neben dem Beobachten auch selbst Hand anlegen und seinen Beitrag zum Schutz der Insektenwelt leisten möchte, findet reichlich Pflanz- und Bastelanleitungen im Kapitel „Wildbienen schützen in der Stadt“. Wer jedoch ein „Wildbienenhotel“ bauen möchte – Fehlanzeige! Vielleicht etwas spitzfindig, doch durchaus nachvollziehbar erläutert ist die Alternative von passenden „Nisthilfen“, zumal bei dieser konsequenten Wortwahl der individuelle Charakter der Bauwünsche von Wildbienen stärker betont werden soll.

Fazit

Wer also nicht gleich eine ganze Bibliothek anlegen möchte, sondern ein Wildbienenbuch „für alle Fälle“ braucht, der ist mit dem Kauf aus der Reihe „Haupt-Natur“ sehr gut bedient.


Voskuhl, Janina; Zucchi, Herbert: Wildbienen in der Stadt : entdecken, beobachten, schützen. 1. Aufl. Bern : Haupt Verl. 2020. Haupt Natur. ISBN 9783258081953.

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Suchergebnis Tag "Wildbienen" im Zotero-Katalog der Imker-Bibliothek

Rezension zu „Die kleine Hummel Bommel feiert Geburtstag“

Cover Sabbag,Kelly, Tourlonias, Hummel Bommel Geburtstag, arsEditionWenn eine erfolgreiche Kinderbuchreihe fünfjährigen Geburtstag hat, dann darf ihn natürlich die Hauptprotagonistin, in diesem Fall die kleine Hummel Bommel, stellvertretend für den arsEdition-Verlag feiern. Doch wie begeht man eine Party, wenn Pappa Hummel (scheinbar) die Einladungskarten abzusenden vergessen hat? Und Mama Hummel weder Getränke noch Kuchen in Auftrag gab?

So ohne Weiteres gibt die kleine Hummel Bommel aber nicht auf. Stattdessen macht sie sich auf den Weg, um sich ihre Gäste von Biene und Wespe über Marienkäfer und Schmetterling bis zu Weberknecht und Stinkwanze – selbst einzuladen.

Die aber machen sich einen Spaß daraus, so zu tun, als könne man aus unausweichlichen Gründen heraus leider, leider nicht kommen. Dass dann am Ende alle doch noch miteinander feiern werden, dürften aufmerksame Kinderaugen ab 3 Jahren beim Betrachten der wie immer drollig gezeichneten Seiten durchaus erraten. So lässt sich zwischen allerlei Details das eine oder andere festergänzende Interieur entdecken, welches auf der erlösenden Seite wiederzufinden ist, in der die kleine Hummel Bommel und die Partygäste übereinstimmend feststellen: „Wie schön, dass ihr da seid, bzw. du da bist!“

In einer vom Lockdown geprägten Zeit eine sicherlich nicht geplante Hommage an die Freude, die von gemeinsamen „Feiern! Feiern!“ (O-Ton Fina Foh) ausgeht – Pusteblumenfeuerwerk mit inbegriffen. Tja, … „Pustekuchen!“ wird sich so manches Kind denken, das derzeit ebenfalls Geburtstag hat und ohne all das auskommen muss.

Apropos Kuchen … natürlich darf wenigstens dieser wichtige Untersatz einer Geburtstagskerze auch in Krisenzeiten nicht fehlen. Das Rezept zum Honig-Apfelkuchen stammt von Mama Hummel, oder vielleicht auch von einer der drei wunderbaren, originellen Künstlerinnen Britta Sabbag, Maite Kelly oder Joëlle Tourlonias?

Wenn es Kritik an diesem aus dem Hummelversum stammenden Bilderbuch geben soll, dann höchstens dazu, dass Kuchen, die rein nur mit Honig, aber ohne Industrie- oder Rohr-Rohr-Zucker gebacken werden, meist zu bitter schmecken. Aber das ist – genau! – Geschmackssache und tut dem gewünschten Erfolg des Werkes sicherlich keinen Abbruch.


Die kleine Hummel Bommel feiert Geburtstag / Britta Sabbag [Text], Maite Kelly [Text], Joëlle Tourlonias [Ill.]. 1. Aufl. München : arsEdition. 2020. [24 S.] ISBN 978-3-8458-2537-3.

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Rezension zu Greig & Barton: „Willkommen im Garten“

[Werbung] Cover Greig & Barton, Willkommen im Garten, arsEditionSchnell noch was fürs Osterkörbchen bestellen! Gedacht für Kinder ab 24 Monaten, doch sicherlich auch darunter möglich, dürfen wir mit Louise Greig und Szanne Barton und dem arsEdition-Verlag einen Pappgarten betreten. Was mag uns da erwarten? Quietschende Gartentore, ein knirschender Kiesweg, eine Gartenhütte mit Werkzeug, ein Gewächshaus und ein Teich, zu alledem einiges an Obst, Gemüse, Blumen, Bäume – und natürlich jede Menge Tierchen!

Was diese alle so treiben und was wir Menschen im Garten tun können, das erfährt man auf 12 Pappseiten (nebst einer halben), hin und wieder durch ein Guckloch und in einfachen, jedoch ausdrucksstarken und kindgerecht gestalteten Bildern. Etwas Text als Vorlesehilfe dazu, Geräusche intonieren nicht vergessen und jedes kleine Detail – ja, es schwirren auch Bienen! – ausgiebig begutachten und wiederfinden.

Für diese stillen Tage zu Hause mit den Kleinen eine schöne Abwechslung und ohne erhobenen Zeigefinger. Außer vielleicht: „Warte ein Weilchen“, bis der Samen aufgeht. Doch das Warten müssen wir ja jetzt wohl alle wieder lernen, nicht nur die Kleinen.


Willkommen im Garten / Greig, Louise; Barton, Suzanne. München : arsEdition. 2020. [12 S.] ISBN 978-3-8458-3471-9.

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Rezension zu Britta Teckentrup: „Bienen, kleine Wunder der Natur“

[Werbung] Cover Teckentrup, Bienen, arsEditionDer Heilige Ambrosius gilt als Schutzpatron der Bienen. Wir begehen seinen Todestag am 4.4. mit einer Rezension zu einem höchst lebendigen Bilderbuch (Illustriert von Britta Teckentrup) mit dem schlichten Titel: „Bienen“.

Das hochformatige Hardcover-Buch wird dem Untertitel „Kleine Wunder der Natur“ gerecht, indem es in kindgerechter Sprache durchaus sachlich richtig, doch eben auch poetisch-lyrisch (Text: Patricia Hegarty in der Übersetzung von Maria Höck) die Sache mit der wundersamen Bestäubung erklärt.

Jede der 13 Doppelseiten ist dabei mit mindestens einer kleinen Wabe durchlöchert, durch die man – richtig! – eine Biene erblicken kann. Natürlich begegnen uns noch mehr Bienen – denn „das schafft die kleine Biene einfach nicht alleine“, aber auch andere Insekten und Tiere zwischen bunten Blumen, in Bäumen und auf dem Wasser sind zu entdecken.

Zwar wirkt das Bunt ein klein wenig trist, doch um so mehr strahlen starke Farbtupfer in den Grundfarben aus den großflächigen, collagierten Zeichnungen hervor. Warum das Buch erst ab 4 Jahren empfohlen ist? Vielleicht, weil sich die Kleinen beim Fingerchen durch die Stanzlöcher durchstecken schneiden könnten? Ich würde es daher mit den noch Jüngeren einfach gemeinsam ansehen und ein bisschen Acht geben. Achtgeben – ja, das lernen wir in diesen Tagen, mehr, als wir je gedacht hätten. Fangen wir doch einfach gleich mit dieser simplen Fingerübung an.


Bienen : Kleine Wunder der Natur / mit Bildern von Britta Teckentrup ; Text: Patricia Hegarty ; aus dem Englischen von Maria Höck. München : arsEdition. 2017.
978-3-8458-1776-7

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Rezension zu Joachim Petterson: „Imkern, der leichte Einstieg“

Cover Petterson Imkern Kosmos[Werbung] Imkern. Der leichte Einstieg. Das mit einem schwedischen Verlagspreis 2016 ausgezeichnete „beste“ Handbuch steigt nicht etwa mit dem Imkern selbst ein, sondern mit einer persönlichen Geschichte zur Imkerwerdung und dem nachfolgenden Kapitel „Hilfe für die Bienen“. Jenes bietet gut verständliches Hintergrundwissen über das europäische wie weltweite Bienensterben bzw. über Bienenkrankheiten, die Wildbienen nicht vergessend, gefolgt von praktischen Tipps auch für Nichtimker/innen. Für erfahrene Bienenhalter/innen sollte die eine oder andere Passage bereichernd sein, denn sie fasst allfällig Gefragtes knapp und kenntnisreich zusammen. Gelungen die Gegenüberstellung „Wespe / Biene“ sowie die Doppelseite zu Pflanzen und deren Nektar- und Pollengehalten nebst Blühzeiten.

Mit Vorsicht zu genießen

Leider sind – wie bei so vielen Ratgebern – die Tipps zum Bau von Wildbienenhotels mit Vorsicht zu genießen. Löcher in Stirnseiten bohren und Empfehlungen zum Bau eines „Wohnsilos“ mit über 100 Löchern … nein, so bringt das nichts. Hier können wir weiterhin nur empfehlen, sich die ensprechende Fachliteratur von Spezialisten (z. B. Paul Westrich, hier seine Literaturliste sowie dem NABU) zu besorgen oder gar das Plädoyer für ein AUS von Wildbienenhotels, hier von Wildbee, zu befolgen, denn sogar der pädagogische Nutzen ist laut einer Studie aus 2016 kaum nachzuweisen.

Über die im Norden bevorzugten Bienenbeuten könnte man ebenfalls streiten. Doch das ist völlig normal, siehe dazu unseren Beitrag zur Beutenphilosophie, den wir bereits 2012 verfasst hatten, als wir als Jungimker ebenfalls vor der Kaufentscheidung standen und hofften, nicht aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. (Was wir nicht taten.)

Hauptteil „Imkern“

Der Hauptteil des Buches zur Bienenhaltung ist durchwegs flüssig, interesseweckend und in weiten Teilen nachvollziehbar beschrieben. Anfänger/innen werden dahingehend angeleitet, was es an sinnvollen Gerätschaften zu erwerben gilt, wann was zu tun oder besser zu lassen ist, und dies alles mit so viel Hintergrundwissen wie nötig, ohne ständig (aber doch hin und wieder) zu sehr ins Detail zu gehen. Der Spagat zwischen pragmatischen Empfehlungen und tiefergehenden Erläuterungen gelingt allerdings nicht immer.

Zuweilen wird die Hauptzielgruppe fachlich zu wenig fundiert an die Hand genommen. Beispielsweise gäbe es durchaus wohlbegründete Argumente für den Kaltbau (Rähmchen senkrecht zum Flugloch) statt eines Warm- bzw. Querbaus (Rähmchen parallel zum Flugloch). Diese unterschiedliche Ausrichtung stellt Joachim Petterson einer „persönlichen Entscheidung“ anheim. Um diese jedoch – im wahrsten Sinne des Wortes – für Anfänger richtungsweisende Entscheidung treffen zu können, wären an dieser Stelle nachvollziehbare Pro- und Contras zu erwarten gewesen. Denn schließlich ändert man die Anschaffung eines bestimmten Beutensystems nicht so ohne Weiteres. Stattdessen aber wird eine Mutmaßung geäußert – („Den Bienen ist es vermutlich egal“) –, was sicherlich zu einer Verunsicherung denn zur differenzierten Meinungsbildung führen dürfte.

Nicht ohne Weiteres zu übernehmen sind außerdem die zeitlichen Abfolgen, die in Stockholm, dem Erfahrungsort des Autors, anders aussehen als beispielsweise hier in Süddeutschland. Während Petterson erst Ende August seine (dritte) Ernte einholt, ist bei uns bereits die Varroabehandlung im Gange.

Die Gliederung orientiert sich im Schwerpunkt am Jahreslauf des Imkerns. Es endet mit einem Kapitel über Bienenprodukte und meint damit den Honig selbst sowie Wachs, nicht jedoch Nebenprodukte, was völlig in Ordnung ist. Nicht konform gehen wir dabei mit der „unbedingten“ Empfehlung des Rührens. Hier fänden wir ein „kann man machen, muss man nicht“ angebrachter. Denn es kommt doch sehr auf die einzelnen Konsistenzvorlieben an, aber auch auf die regionalen Nektarvorkommen, und damit einhergehend, welche Zuckerarten der gewonnene Honig aufweist. Das wurde anfänglich auch kurz angedeutet („Der bei uns im Norden produzierte Honig“). Wer das Buch von Anfang bis Ende linear durchliest, hat es vermutlich begriffen. Wer jedoch in die Zwischenkapitel hineinspringt, könnte es falsch auffassen.e.

Ein paar persönliche Rezeptfavoriten, die leicht nachzubereiten und mit appetitlich aussehenden Fotos garniert sind, runden diesen Teil stimmungsvoll ab.

Macht was her

Überhaupt macht das Einsteigerwerk optisch einiges her. Ansprechende, gefällig arrangierte und fototechnisch hochwertige Fotos nebst einigen netten Zeichnungen sowie ein angenehmes Schriftbild und Seitenrandnotizen halten bei Laune und machen Lust auf jede nächste Seite. In der Danksagung erfährt man auch, warum bei diesem Erstlingswerk alles so rund gelungen ist, nämlich ein (persönliches) Team an Fachleuten. Ja, es gehört mehr als die reine Sachinformation dazu, um sich den Bienen adäquat zu nähern – ob beim Imkern selbst oder beim darüber Schreiben.

Im Verbund mit einem auf deutsche Verhältnisse ausgerichteten Werken wird das aus dem grafisch gewohnten Kosmos-Rahmen fallende Buch ganz sicherlich seine Leser/innen finden. Es schreckt keinesfalls durch ein Übermaß an Informationen ab, greift jedoch fast alle fürs Erste notwendige Spektren auf und macht Mut, sich damit auseinander zu setzen. Ein hübsches Geschenk, das auch Freude machen sollte, falls sich die Beschenkten noch nicht so recht sicher sind, ob sie das Imkern tatsächlich anfangen möchten. Wir sind uns sicher – danach werden sie es!

Zum Schluss ein Lob an das deutsche Lektorat, dem die Adaption der schwedischen Spezifika in deutsche Verhältnisse bis auf wenige Details und so manches landestypische wie die doppelstöckige Trogbeute ausnehmend gut gelungen ist!


Petterson, Joachim: Imkern – der leichte Einstieg : Bienen, Haltung, Produkte / Joachim Petterson ; aus dem Schwedischen übersetzt von Ingrid von Brandt. Stuttgart : Kosmos. 2018. ISBN 978-3-440-15776-3

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Rezension zu Günter Pritsch: „Bienenweide“

Cover Günter Pritsch, Bienenweide, Kosmos-Verl.[Werbung] Oft werden wir gefragt, was man denn für die lieben (Wild-)Bienen anpflanzen könne. Denn dass unsere Bestäuberinnen wichtig sind, daran gibt es keine Zweifel mehr. Hier schlagen wir gerne im Nachschlagewerk „Bienenweide“ von Günter Pritsch mit seinen 220 hübsch bebilderten, deutschbenannten Pflanzenporträts nach – geeignet zum Appetitmachen wie auch vertiefend als Entscheidungshilfe.

Tabellen zum schnellen Nachschlagen

Vertiefend deshalb, da Nektar- und Pollenangaben im Hauptteil und in zwei Tabellen des Service-Teils eine zusätzliche Orientierung geben. Vor allem dürften Imkereien von Tabelle 3 profitieren, die die Nektarerzeugung von Bienenweidepflanzen nebst der Honigertragsmenge und den Zuckergehalt auflistet.

Die Tabelle 4 zu Ertragsergebnissen nach Isolationsversuchen hingegen bereitet ein wenig Kopfzerbrechen. Nett wäre an dieser Stelle ein Rückverweis auf diejenige Seite gewesen, die den Erklärtext dazu liefert. Nun, auf der Seite 22 wurde ich fündig, dennoch blieben zunächst Fragen offen. Dass der Referenzwert (Bezugsnorm), auf den sich alle Angaben beziehen, die Spalte zum Ertrag „nur mit Honigbiene“ ist, und dass ein Strich in der Zelle bedeutet, dass es keine Erkenntnisse dazu gab, erschließt sich nicht sofort.

In Tabelle 6 werden die Honigtauerzeuger verschiededer Gehölze benannt, desweiteren, auf welchem Teil, also Rinde, Blatt oder Knospe etc., diese vorkommen. Für ausgesprochene Waldhonig-Imker/innen kann das durchaus interessant sein. Durch die Beobachtung eines Mehraufkommens diverser Krabbler mag ein Standortwechsel der Völker angezeigt sein. Doch im praktischen Nutzen eher überflüssig erscheint mir die Klasseneinordnung der Honigtauerzeuger in der vorangegangenen Tabelle 5.

Stärken und Schwächen der neuen Auflage

So liegt die Stärke des handlichen Pflanzenführers aus dem Kosmos-Verlag in seinem Hauptteil, also den Porträts mit den knappen Angaben zu Wuchsform und -höhe, Vorkommen und Verwendung sowie zur Vermehrung und besonders für Imker/innen die Angabe der Pollenhöschenfarbe und der Nektar- und Pollenwerte. Dieser Teil ergänzt durch die referenzierenden Tabellen 1 und 2 der nach deutschen Pflanzfamiliennamen –und innerhalb dieser nach Gattunsnamen geordneten Liste mit Nektar-Pollen-Übersicht – in aufsteigender Blühzeitenfolge.

Wer im Übrigen die Ahorngewächse vermisst, mit welchen die Vorgängerauflage ihre Porträts begann, wird nun in der 2. Auflage fündig unter „Seifenbaumgewächsen“. Ob das sinnreicher für das „Normalvolk“ ist, sei dahingestellt. Bedauerlich allerdings ist die nunmehr schwerer lesbare, da kleinere und serifenlose Schriftart. Auch lag der Vorteil des vormals gebundenen Hardcover-Buches darin, es geöffnet vor sich liegen lassen zu können, während das klappenbroschürte Buch sofort wieder zuklappt. So konnte ich aus den Tabellen in aller Ruhe eigene Zusammenfassungen herausziehen und nebenbei mit dem Stift notieren, was bei den Beratungsleistungen unserer Bienen-InfoWaben-Kunden sehr praktisch war. Als Verbesserung jedoch kann das größere Bildformat der Pflanzenporträts gesehen werden.

Als Arbeits-/Beratungshandbuch werde ich wohl weiterhin die 1. Auflage von 2007 verwenden, doch zum Blättern unseren interessierten Besucher(inne)n die 2. Auflage von 2018 in die Hand drücken. Und natürlich auch eine 3. Auflage willkommen heißen, sobald sie sich – schon aufgrund der bedauerlichen Errata, der verschobenen Wertzahlen beim Tracht-Fließband geschuldet – ankündigen wird.


Pritsch, Günter: Bienenweide. 220 Trachtpflanzen erkennen und bewerten. 2., aktualis. u. erw. Aufl. Stuttgart. Franckh-Kosmos Verl. 2018. ISBN 978-3-440-15991.

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Rezension zu Simone Kern: „Mein Garten summt!“

[Werbung] Cover "Mein Garten summt!" von Simone Kern (Kosmos)Die Landschaftsarchitektin Simone Kern „weint“ in ihrem Vorwort zu „Mein Garten summt!“ (Kosmos, 2017) ihrer blüten- und tierartenreichen Kindheit im Allgäu nach, tröstet sich und uns aber auch mit einem Lichtblick: Dem erkennbar wachsenden Bedarf an schön gestalteten Gärten im Sinne „bewusst etwas für die Tiere tun“.

Das erste Kapitel beginnt damit, „Natur zulassen – auch in der Stadt“ und springt sogleich mitten in unser Lieblingsthema „Honigbiene“ hinein. Weniger systematisch, vielmehr kaleidoskopartig beleuchtet sie Zusammenhänge zwischen Gestern und Heute, den Beziehungsmustern von Mensch – Pflanze – Tier, der Entwicklung „Ei / Raupe /  Schmetterling“ sowie von Nahrungsketten und -kreisläufen etc. Inspirierend und faszinierend zu lesen, dabei abwechselnd prosaisch-unterhaltsam („Die meisten Schmetterlingsraupen können es zwar nicht mit der Schönheit des fertigen Schmetterlings aufnehmen, aber sie beeindrucken in ihrer Unterschiedlichkeit: grell bunt oder perfekt getarnt, mit glatter Haut oder völlig behaart“ S. 15) und pragmatisch-nüchtern („Diese werden dann von den Sekundärkonsumenten verspeist“, S. 13), was durchaus sehr unterhaltsam ist.

Dann aber doch fokussiert anleitend die Kapitel beispielsweise zu Insektengärten, Bepflanzungsideen und Bauprojekten für die Insektenbeobachtung. Da bei der Beschreibung von Wildbienennisthilfen viel Unsinn geschrieben wird, warf die Rezensentin ein scharfes Auge darauf. Etwas unglücklich fielen dabei die Fotos auf der Doppelseite 80/81 und 85 (links) sowie 86, denn diese Nisthilfen sind nicht empfehlenswert, was im Auszeichnungstext hätte kenntlich gemacht werden können. Doch im Fließtext relativiert sich das glücklicherweise wieder.

Sehr schön die Pflanzen- und Tierporträts mit wunderbaren Aufnahmen nebst Steckbriefen, außerdem die Literaturliste und Adressen- bzw. Linkliste fürs weitere Vertiefen. Das Register führt neben lateinischen bzw. botanischen Namen auch die deutschen Entsprechungen auf. Hilfreich die grünen Text-/Tabellenkästen mit Stichworten und Kurzinhalten, die – neben weiteren Fotos – das Büchlein einnehmend untergliedern und lebendig gestalten.

So recht etwas zum „Hungrig-nach-Frühling-Blättern“ bei noch grauen Restwinterwolken, inklusive des optimistischen Gefühls von „Kriege ich hin!“ Was wohl auch der NABU so sieht, denn dieser empfiehlt dieses einnehmende, lustbringend gestaltete Natur- und Gartenbuch für kleine wie größere Gärten ebenso wie die Rezensentin.


Mein Garten summt! Ein Platz für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln. Simone Kern. Stuttgart : Kosmos, 2017. 111 S.  ISBN 978-3-440-16320-7

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

3.3. ist Tag des Artenschutzes

Insektensammlung "Streuobstwiese" hinter Glas (von Klaus Weber)Ob jährlich 100 Mio. an zusätzlicher Förderung für den Insektenschutz in der Agrarlandschaft ausreichen werden bzw. in sinnvolle Umsetzung gelangen, bleibt abzuwarten. Dringend ist es, und heute soll an dieses Versprechen der Bundesregierung erinnert sein. Die Zahlen jedenfalls sind alamierend bis dramatisch. Lasst uns in unseren Bemühungen nicht nachlassen.

Wir jedenfalls bleiben zumindest für Bamberg am Ball. Wer uns darin unterstützen möchte – wir freuen uns über jede Bienenpatenschaft und jede/n Imkerkollegin und -kollegen. Denn wer die Bienen im Auge behält, kommt ohnehin am Rest der Insekten- und Pflanzenwelt nicht vorbei.

Bilderbuchtipp „Greta und die Großen“ – ein Klimawandelmärchen

[Werbung] Cover Greta und die Großen, arsEditionFür Eilige: Drei Sterne von fünf für „löbliche Absicht, Klimathema im Ansatz gut umgesetzt, grafisch sehr gelungen.

Märchenhafte, ausdrucksstark gezeichnete Story um Greta Thunberg mit David-Goliath-Motiv und grobem Realitätsbezug. Allerdings auch mit einem unglaubwürdig simplen Ausgang, zu Ende gebracht mit einer erwartbaren kalten Dusche und dem ehrbaren Versuch, die Kleinen (Vorschulkinder?) zum Handeln zu animieren und den Großen zu Antworten auf Klimaprobleme zu verhelfen.

Greta und die Großen : inspiriert von Greta Thunbergs Geschichte / Zoë Tucker [Verf.], Zoe Persico [Ill.]. München : arsEdition. 2019. 32 S. ISBN 978-3-8458-3860-1, € 15.

Gretas Story als Märchen

Statt vor dem schwedischen Parlament sitzt bzw. steht die Greta dieses Bilderbuches im Wald, um ihr Protestschild zu zücken und damit letztendlich ein Wunder zu vollbringen. Angestiftet dazu haben sie hilfesuchende Tiere – JA, insektenstellvertretende Schmetterlinge sind auch mit darunter! – , denen der Lebensraum knapp wurde. Das sind sicherlich nicht die einzigen Unterschiede zu Thunbergs erlebter Wirklichkeit, die viel komplexer abläuft, als in meinem Rezensionsexemplar grob skizziert.

Doch im Großen und Ganzen verläuft die märchenhafte Story – Elemente wie Wald, kleines Mädchen mit Mäntelchen, hier in gelb statt in rot, und ja, genau, ein Wolf, der flüstert, legen eine Spur zu … na, Ihr wisst schon … – tatsächlich genau so erschreckend banal ab wie in der Realität. Gäbe es diese Parallele des nimmersatten „Immer mehr, nie genug, alles neu“ nicht, würde ich sagen: „Leute, die Geschichte ist viel zu dümmlich und einfältig, nicht einmal ein Kind nimmt sie euch ab!“

David-Goliath-Motiv

Nun gut, das Motiv „Klein besiegt Groß“, also „David gegen Goliath“ lieben Kinder. Daher könnte diese „unglaubwürdige“ Geschichte zumindest als Diskussionsgrundlage tauglich sein. Die Großen sind glatzköpfig-dumpfgesichtige Riesen, überwiegend der männlichen Spezies abstammend. Sie bauen an kleinen, dann großen, dann hochhausgroßen Wohn- und Fabrikburgen mit zum Himmel stinkenden und ihn verdunkelnden Schloten, die die vormals erdig-warmen Farben der grob- wie detailreich illustrierten Bilder verschlucken. Sie bauen stoisch Straßen für die sich stauenden Autos nebst Flugzeugen (wobei letztere zwar textlich erwähnt, zeichnerisch jedoch nicht umgesetzt sind) und bekommen erst dann, wenn sich alles zum Guten wendet, lebendig wirkende Gesichter.

Grober Realitätsbezug mit simplen (?) Lösungen

Tatsächlich hatte die wahre Greta Thunberg, die zu dieser (unautorisierten) Geschichte inspirierte, wie der Sachtitelzusatz erläutert, ebenfalls erst einsam dagesessen. Bis sich immer mehr und in immer weiter entfernteren Erdteilen gleichgesinnte junge, später auch ältere Mitstreiter/innen zu ihr gesellten und die Mitmach-Lawine namens „Fridays for Future“ auslösten.

Tatsächlich geht es in diesem Bilderbuch, wenngleich nur kurz angedeutet, wie auch in unserer Lebenswelt um weitere elementare Dinge, die wir sträflich misshandeln. Die da wären schöpferische Pausen und gemeinsam verbrachte Zeit, Lebensmittel selbst anbauen oder selbst bzw. gemeinsames Kochen oder um Ressourcenschonung, also Reparieren, Teilen und Weitergeben statt Verschwendung sowie um glücklich machende Hobbys. Die Lösungen (wie auch Probleme) klingen allesamt recht simpel, und das wären sie auch, wenn nicht, hm, wenn … ja, warum eigentlich (nicht)?!

„… und wenn Sie nicht gestorben sind …! Von einem guten Ende mit kalter Dusche als Nachgang

Wer sich – ob Kind oder vorlesende Erwachsene – nun ratlos am Kopf kratzt, erhält einen Stupser durch ein doppelseitiges Nachwort, die Hintergründe Greta Thunbergs betreffend, und das Eingestehen, dass das „glückliche Ende“, welches die Geschichte im Buch nahm – allerdings weiterhin mit Hochhäusern, wenngleich im oberen Stockwerk begrünt –  noch nicht erreicht ist. Und was die Kleinen tun können, um die Großen zu den notwendig anstehenden Veränderungen zu animieren. Da das Nachwort trotz aller versuchter Schlichtheit wohl nicht von der erwünschten (?) Zielgruppe des Bilderbuchalters selbst gelesen werden kann, ist die Sekundärzielgruppe dahinter, die Erwachsenen, eindeutig.

Sie sind es auch, an die sich die drei Literaturhinweise auf die Homepages fridaysforfuture.de, greenpeace.de und klima-streik.org richtet. Für die Kinder als primäre Zielgruppe des Bilderbuches aus dem Münchner arsEdition Verlag (vom englischen Original nach Deutschland übertragen) hätte ich mir ebenfalls entsprechende Webseitenempfehlungen gewünscht, denn es werden viele Fragen offen bleiben. Das sei hiermit nachgeholt:

Kommen wir zur Altersempfehlung. Wie wäre es mit „nachdenkliche, pfiffige Kleine“ und „schuldbewusst-schamvolle Große“?! Das Buch könnte, da sehr vereinfachend, ein Anfang sein, sollte jedoch von weiteren, differenzierteren Medien und Menschen begeitend fortgesetzt werden. Schön, dass 20 Cent des Erlöses an Greenpeace Deutschland gehen.

Fazit: Sternabzug für unklare alterspezifische Zielgruppenansprache und einem zwar sicherlich gewünscht gutem, jedoch unrealistisch-verlogenem Ende, in dem der Wald schöner wird als vorstellbar, mit anschließend eiskalter Dusche der Wahrheit im Abspann (was zum Erhalt der Sterne beiträgt, weil zwangsweise notwendig) sowie unangenehmer Geruchsbildung, wohl dem Recyclingpapier geschuldet.
Knappe drei von fünf Sternen für die löbliche Absicht und den gefundenen guten Ansatz sowie für eine ausdrucksstarke Grafik.

Nachtrag am 25.11.2023: Wir diszantieren uns ausdrücklich von den pro-palästinensischen und sonstigen politischen Aussgen Greta Thunbergs. Da die freie Meinungsäußerung jeder Person zusteht, sehen wir davon ab, dieses zeitgeschichtlich intereressante Buch aus dem Bestand zu entfernen, solange die Person nicht für ein offenkundiges Verbrechen verurteilt wurde.

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Transparenzbericht 2019

Der 1.160-ter Weblogbeitrag spannt in Form unseres jährlichen Transparenzbericht einen Bogen über unsere wichtigsten Ziele, Aufgaben und Ergebnisse in 2019. Er endet in einer Vorschau unserer Pläne für das laufende Jahr.

Die Highlights 2019

Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“

Statementgeber/innen zur Auftaktveranstaltung des VolksbegehrensLogo Volksbegehren Eintragen BienenrettungDas Jahr begann mit einem Paukenschlag. Alles, was wir im Vorfeld mit unserer Initiative hochgezogen hatten, wurde quasi „vergoldet“ durch die konzertierte Aktion zum Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen und die Natur“. Wir waren am rechten Ort zur rechten Zeit und konnten uns innerhalb des Aktionskreises für Stadt und Land Bamberg in vielerlei Hinsicht einsetzen, bspw. bei der Koordination und Moderation des Erstunterzeichner-Events, aber auch Mithilfe bei den Plakataktionen, Flyerverteilungen und Rathauslotsendiensten. Viele Menschen, aber auch der Rückhalt aus der Kommunalverwaltung und von Politiker/innen über alle Parteien hinweg, halfen beispiellos zusammen. Was für ein grandioses Zusammenwirken und Ergebnis!

Grün-Alternative Liste (GAL) verleiht "Grünen Becher des Monats" im Mai 2019 an Bienen-leben-in-Bamberg.deGrün-Alternative Liste (GAL) verleiht "Grünen Becher des Monats" im Mai 2019 an Bienen-leben-in-Bamberg.dePreise / Auszeichnungen
Wir freuten uns über den Grünen Becher des Monats [Mai] der Grün-Alternative Liste, GAL. In der Begründung hob Christian Hader unsere besonderen Verdienste im Zusammenhang mit dem erfolgreichen bayerischen Volksbegehren „Rettet die Biene. Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ hervor.

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerEinführung eines Imkerkurses für Anfänger und Fortgeschrittene
Neu installiert auf der Grundlage des vergangenen Hochschullehrauftrages hatten wir einen mit 12 Teilnehmenden (7 Frauen, 5 Männer) gut besuchten Imkerkurs für Anfänger, dessen letzten 3 von 11 Modulen auch für Fortgeschrittene offen waren.

Reinhold und Ilona mit OsterbrunnenFertigstellung Pumpbrunnen
Das Fundamentlegen (Dank an Baumi!) und die Montage des Pumpbrunnens für den Bamberger Bienengarten wurde vollbracht und gefeiert – nun sind die örtlichen Sorgen um die Bewässerung des Bamberger Bienengartens weitestgehend im Griff. Dennoch mussten nach wie vor Tausende von Gießkannenfüllungen verteilt werden.

Fazits zum Jahr 2019:

  • Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt. (Aldous Huxley)
  • Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken. (Galileo Galilei)

Unsere sechs Kern-Aktivitäten im Einzelnen

1. Die „Bamberger Schulbiene“

Kaulbergschule / Buger Schule 2. Klasse zum Schulbienen-UnterrichtAlle Aktivitäten der Bamberger Schulbiene sind auf einer eigenen Tagebuchseite nachzulesen. Insgesamt waren es:

29x Unterricht / Führungen / Vorträge

2. Bienenpatenschaften

  • Bienenpatin Marlene Holzner mit Familie zu Gast im BienengartenUnsere Bienenpatenschaften werden für den Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen. Wir freuten uns über zwei Neuzugänge. Eine unserer „dienstältesten“ Bienenpatinnen – und seit 2013 dabei – verlängerte ihre Patenschaft zum 4. Mal, weitere zwei Pat(inn)en verlängerten zum 3. Mal und drei Pat(inn)en zum 2. Mal ihre Mitgliedschaft. Mit Stand Dezember 2019 waren es 39 Bienenpat(inn)en. Vielen DANK euch allen fürs Dabeibleiben – trotz gewonnenen Volksbegehrens. Denn wir hörten schon sagen: „Nun braucht ihr uns doch gar nicht mehr.“ Doch, denn die Arbeit hört ganz und gar nicht auf. Unsere Initiative ist nach wie vor gefragt und gefordert und wir sind weiterhin auf eure Hilfe angewiesen.
  • Unsere Bienenpat(inn)en wurden mit 4 Bienenpaten-Newslettern (je ca. 5 Seiten) und 13 E-Mails auf dem Laufenden gehalten sowie zu besonderen Ereignissen eingeladen.

3. Bienen-InfoWabe

  • Vortrag Reinhold Burger zur VarroabehandlungZum 4. Mal wurde in der Bienen-InfoWabe im Erba-Park ein Jahresprogramm (Kurzversion) durchgeführt, neben Schulbienenunterrichten und sonstigen Führungen (s. a. unter Punkt 1).
  • An 12 Sonntagen öffneten wir die Türen der Bienen-InfoWabe für die Bevölkerung im Rahmen des BIWa-Jahresprogramms. Wir boten an …
  • An Ausstattungsarbeiten am Gebäude bauten wir Kälte- und Lärmschutz-Paneelen am Dachkranz der BIWa ein.

4. Bamberger Bienengarten

5. (Lehr-)Bienenstandorte

  • Am Lehrbienenstand "Fünferlessteg"Mit Stand Dezember wurden 15 Völker an 7 Bienenstandorten geführt, die neben ihrer Aufgabe als Lehrbienenstände auch den Bamberger Lagenhonig hervorbringen.
  • Das Volk eines Bienenpatens, der den Imkerkurs für Anfänger besucht, stand einige Zeit in unserer Obhut
  • So gut wie alle Völker sind mit einer Bienenpatenschaft verbunden.

6. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Pressetermin zur Blühoffensive der Stadt Bamberg, v.l. Jürgen Brendel, Udo Eichhorn, Reinhold Burger, Ilona Munique, Dr. Christian Lange, Robert Neuberth, Michael Gerencser, Dr. Jürgen GerdesUm das Bienenthema in der Bevölkerung breit zu verankern, setzen wir auf eine kontinuierliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie nimmt vor allem Bezug auf unsere Aktivitäten und Termine, über die wir umfassend berichten. Medial setzen wir dabei auf eine breit gestreute Pressearbeit, außerdem auf Weblog-Beiträge und zeitgleich erfolgende Postings via Social-Media-Plattformen (Facebook: Bamberger Schulbiene https://www.facebook.com/bamberger.schulbiene und Twitter: https://twitter.com/HalloSchulbiene) sowie Vorträge unsererseits, die wir überwiegend in der Region Bamberg anbieten.

Im Einzelnen:

a) Aktivitäten / Termine

  • Exkursionsteilnehmende vor dem ZeidelmuseumExkursionsgruppe am Biehäusl3 Märkte mit Aktivprogramm (s. 1. Die Bamberger Schulbiene) 
  • Exkursion zum Bihäusl (Bienenstube) nach Schlammersdorf (OPf.) und ins Zeidel-Museum Feucht
  • 4 neu ausgearbeitete Vorträge (s. u. 1. Die Bamberger Schulbiene)
  • 37 (2018: 41) Artikelabdrucke (Pressespiegel) von 15 Pressemitteilungen aus unserer Feder in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Publikationen …
  • …und mehrere Artikel innerhalb des Aktionskreises zum Volksbegehren, an denen wir z. T. mitarbeiteten, trugen dazu bei, die Bevölkerung auf das Bienenthema aufmerksam zu machen.
  • Vortrag Wachsverarbeitung von Reinhold Burger163 (2018: 159) Weblog-Beiträge, veröffentlicht unter „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ mit 39.133 (39.191) Besucher, die 66.599 (Vorjahr 64.610) Seiten ansahen (Steigerung um 10% zum Vorjahr). Die Beiträge dienen neben der Öffentlichkeitsarbeit auch uns selbst als Reflexions- und Lernmöglichkeit sowie als Archiv. Alle Beiträge werden verantwortungsbewusst auf der Grundlage eigener Erfahrungswerte und im Abgleich mit sorgfältiger Recherche in geeigneten Quellen verfasst.
  • Pflege der Webseiten des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV).
  • Pflege der Imker-Bibliothek mit rund 160 Einzeltitel.

b) Background – unterstützende Aktivitäten im Hintergrund

Wildbienen-Nisthilfe der Lebenshilfe-Werkstätten BambergTeilnahme an Fortbildungen

Up-to-date-bleiben ist uns selbstverständlich. Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung wird aber auch im Hinblick auf die ehrenamtliche Tätigkeit von Reinhold Burger als Bienensachverständiger eingefordert und nachzuweisen. In aller Regel teilen wir unser neu erworbenes Wissen freimütig, denn es ist Teil unseres Selbstverständnisses von Öffentlichkeitsarbeit.

  1. Zweites Modul in der Weiterbildung zum Imkermeister, Graz (Reinhold)
  2. Thema „Wildbienen und Wildbienen-Nistplätze“ (Franz Proksch, VHS Bamberg)
  3. Neue Forschungsergebnisse im Veitshöchheimer Imkerforum, Institut für Bienenkunde
  4. Thema „Wildbienen“ (Dr. Klaus Mandery, im Stadtarchiv, Naturforschende Gesellschaft)
  5. Imkerforum, Fachtagung VeitshöchheimFachtagung der Bayerischen Bienenfachwarte und -sachverständigen: „Bienenweide und Biodiversität“ (in Lichtenfels)
  6. Teilnahme an Führung Sandmagerachse Naturschutzgebiet Pettstadt (Helmut Bösche, BUND)
  7. Fertigstellung von Reinholds Meisterarbeit zum Thema „Bienenstockluftinhalation“
  8. Drittes Modul ides Imkermeisterkurses in Graz (Reinhold)
  9. Praktikum im Mainfränkischen Imkerzentrum im Rahmen der Imkermeisterausbildung

Kooperations- / Kontaktarbeit / Netzwerken / Pressetermine

Teilweise nehmen wir von uns aus Kontakt auf und oft werden wir zu bestimmten Treffen unterschiedlicher Organisationen eingeladen, um über unsere Initiative oder unser Thema zu sprechen. In 2019 geschah das statistisch gesehen jede zweite Woche – hier im Einzelnen:

  1. Aktionskreis zum Volksbegehren "Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern erhalten – Rettet die Bienen"Teilnahme / Danksagung anlässl. der Auflösungssitzung des Fördervereins zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 e. V.
  2. Zweites Treffen des Aktionskreises zum Volksbegehren „Artenvielfalt … Rettet die Bienen!“
  3. "Söders runder Tisch, oder: Die Bienen sind ls!" Faschingsumzug mit Bienen-leben-in-Bamberg.deSitzung des Aktionskreises VB zur Auftaktveranstaltung
  4. Erstunterzeichner-Event am Rathaus
  5. Konspiratives Treffen der Bamberg-Sprecher (Ilona und Erich Spranger) bei Anne Rudel
  6. Podiumsgespräch zum Film „Mikrokosmos“ (Lichtspiel Bamberg)
  7. Lizenznehmertreffen zum Regionalsiegel (Agenda-30-Büro, im Landratsamt)
  8. Teilnahme und Rede anlässlich der Demo „Nicht mit uns!“ / „Friday vor Future“
  9. Moderation anlässl. Siegesfeier der Aktiven der Aktionskreise zum Volksbegehren
  10. Teilnahme am Traditionellen Honigmarkt am Faschingsdienstag in Bamberg
  11. Teilnahme am Faschingsumzug Bamberg „Söders runder Kopf Disch, oder: Die Bienen sind los!“
  12. Klarinettenensemble unter der Leitung von Birgit Lang, moderiert von Monika Badt.Teilnahmen und Beiträge an Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V.
  13. Entgegennahme des „Grünen Bechers“ der GAL (heute: Grünes Bamberg)
  14. Besprechung mit Gartenamt zur großflächigen Ansaat einer Blühwiese hinter der Bienen-InfoWabe
  15. Pressetermin „Blühoffensive – Blumenwiese Erba-Park“
  16. Besuch Sommerfest zu “25 Jahre Mussärol“, Lieferantin unserer Schau-Kräuter
  17. Teilnahme an Podiumsdiskussion „Klimaschutz“, SPD, Böhmerwiese
  18. Urkundenübergaben mit Interview an 2 neue Bienenpat(inn)en
  19. Ausschreibung des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2019 mit Ernennung der Jury
  20. MdB Andreas Schwarz und die Bamberger SchulbieneVergabe Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis
  21. Teilnahme mit Info- und Honigstand am Bergfest der Bürgerspitalstiftung, Klosterareal St. Michael
  22. Besuch bei BBU-Preisträger Martin und Anja Bloeß in Bughof, Besichtigung der Blühwiese
  23. Vorstandssitzung IBZV e. V., Bericht zur Bienen-InfoWaben-Saison
  24. Teilnahme am World Café von „Grünes Bamberg“, Ideen zur „Lebenswerten Zukunft Bambergs“
  25. Kontaktarbeit am Apfelmarkt Strullendorf
  26. „Tag der offenen Tür“ an der Sternwarte mit Info- und Honigstand und Bienenbesuchsmöglichkeit
  27. BAmbrosiustreffen am Weihnachtsmarkt
  28. Info- und Marktstand am 1. Weihnachtsmarkt der Nachhaltigkeitsinitiative von Gaia Protection

Erstellung Öffentlichkeitsarbeitsmaterial

  1. Anfertigen des Transparenzberichts 2017
  2. Erstellen des BIWa-Jahresprogramm 2018
  3. Aktualisierung des Einlegezettels (Stand 04.2019)
  4. Aktualisierung der Handzettel für Schaubeete des Bamberger Bienengartens

Beratung / Besondere Hilfeleistungen

  1. Honigschleuder an E.T.A-Hoffmann-Gymnasium innerhalb des Projekts Projekts „Supply my Schul-Imkerei!“
  2. Verschiedene Standortberatungen und -überprüfungen (Bamberg und Umgebung)
  3. Einsätze zur Beseitigung der Amerikanischen Faulbrut (AFB) in Bamberg, Ortsteil Bug
  4. Telefonische Beratungen

c) Geld- und Sach-Spenden

– Dankeschön an …

… und an unsere BIWa-Referent(inn)en und Musikantinnen

…  allen anderen Unterstützer/innen, die sich mit kleineren Beiträgen und in jeglicher Weise um Bambergs Bienenwelt bemühen. Eure Hilfe kommt an!

Plakatierung zum Volksbegehren "Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern erhalten – Rettet die Bienen"Die (unerwartet) anforderungsstärksten Vorkommnisse in 2019

  1. Die bei extrem kalten Temperaturen stattfindenden Aktivitäten (Plakataufhängung, Flyerverteilung, Rathauslotsendienste) zum Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Biene!“
  2. Ein weiterer trockener und heißer Jahrhundertsommer mit hohem Gießaufwands im Bamberger Bienengarten; Dank Pumpbrunnen jedoch etwas weniger belastend als im Vorjahr
  3. Eine nur mäßige Honigernte, die somit den Überschuss des Vorjahres ins Gegenteil verkehrte
  4. Die hohe Lernzeitbelastung durch den Imkermeisterkurs für Reinhold, dadurch u. a. erheblicher Rückstand beim Wabenausschmelzen und ausstehende BIWa-Arbeiten (z. B. Boden einölen)

Die elementarsten Vorhaben von 2019 – und was daraus wurde

  1. Honigschleuder für das E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium von der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.deVolksbegehren „Artenvielfalt … rettet die Bienen!“ für Bamberg zum Erfolg führen (erreicht)
  2. Planungen (erreicht) und ggf. Aufbau einer Api-Wellness-Station in Bamberg (ausstehend)
  3. Pflege (Einölen) des Fußbodens (ausstehend)
  4. Fertigstellung des Pumpbrunnens im Bienengarten -> Montage des Pumpschwengels (erreicht)
  5. Aktivitäten zum erwartbaren Volksentscheid „Artenvielfalt …“ (da Begehren erfolgreich war, wurde ein Entscheid nicht nötig)
  6. Angebot eines einjährigen Imker-Kurses für Anfänger mit 10 Modulen (erreicht)
  7. Bienengarten: Anlage eines Beetes mit der „Durchwachsenen Silphie“ (gecancelt)
  8. Fortsetzung von Reinholds Imkermeister-Lehrgangs in Graz mit Abgabe der Meisterarbeit (erreicht)
  9. Schul-Imkereiförderung für Bamberg und Umgebung (erreicht mit dem Projekt „Supply my Schul-Imkerei“)

Pläne für 2020

  1. Wahlprüfsteine erstellen und versenden für OB-Wahl 2020
  2. 8-seitige Jahresbroschüre erstellen mit allen Terminen
  3. Pflege (Einölen) des BIWa-Fußbodens
  4. Reparieren (Neuaufbau) des Fahrradanhängers
  5. Reparieren und Streichen der Sitzbänke
  6. Beenden des Imkermeister-Lehrgangs in Graz mit Meisterarbeit für Reinhold
  7. Erfahrungen sammeln mit Bienenstockluft, ggf. im Nachgang Gründung einer Selbsthilfegruppe Apitherapie
  8. Angebot eines Jungimker-Kompaktkurses (Wochenendkurs im Oktober)
  9. Erste Planungen für Photovoltaik-Anlage BIWa

Unser übergeordnetes Ziel

Der Erhalt der Bienenwelt in Bamberg ist unsere Leitschnur. Das schließt auch die Artenvielfalt bei Wildbienen und anderen Insekten und die Flora mit ein. Allerdings sind wir vor allem kundig in Sachen Honigbiene. Doch geht es ihr gut, dann haben auch ihre Brüder und Schwestern etwas davon.

Wie gehen wir dabei vor?
Dieses „Kundige“ konnten wir im Laufe der letzten Jahre immer weiter ausbauen und weitergeben. Da dies bislang gut ankam und wir weiterhin den hohen Bedarf an Fortbildungen und Imkerkursen innerhalb der Stadt Bamberg sehen, verstärken wir hier unsere Bemühungen, nachhaltige Perspektiven zu eröffnen. Der Spagat zwischen Jung und Alt, Anfänger wie Profis, Ehrenamt wie Brotberuf ist dabei zu meistern. Was wir nicht wollen: Immer mehr Jungimker mit immer weniger Einsicht in eine verantwortungsvolle Bienenhaltung!

[Aktualisierung 31.10.2022 zur Angleichung der statistischen Aufteilung]