Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergDer Vortragsbogen zur BIWa-Sonntagsöffnung am 10.07.2016 spannte sich von der Auffütterung bis zur Zuckerwahl und gewährte dem runden Dutzend Zuhörenden einen tiefergehenden Einblick in die Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht. Der gelernte Tierwirt und Bienenfachwart aus Schönsreuth bei Lichtenfels, Henrik Arndt, stellte sich dabei ohne Zögern den kritischen Fragen aus dem Publikum. Denn es ist nach wie vor für viele Imker/innen nicht eindeutig geklärt, ob bei der Ernte Honig im Stock zu belassen ist und wenn ja wie viel.

Wie viel Honig muss im Stock verbleiben?

Henrik Arndt empfiehlt, nicht nur wie von „Brüssel“ empfohlen, 3 Kilo, sondern eher 5-6 Kilo Honig im Stock zu belassen. Frisch eingetragene Linde, erkennbar an dem hellem und sehr flüssigem Honig, sollten ungeerntet bleiben, da ohnehin zu wasserreich.

Falls die Auffütterung mit Kohlehydraten in Betracht kommt – was der Naturland-Imker klar bejaht – ist die nächste Frage: Haushaltszucker aus der Rübe oder Biozucker aus Südamerika, Futtersirup oder Futterteig, Ohne alles oder mit Salz im Tee …? Doch bevor wir in einem extra Weblogbeitrag darauf zu sprechen kommen (schon allein des hohen Berichtsumfanges wegen), beginnen wir am besten von vorne.

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergZunächst erläutert unser Imkerkollege, ab wann mit der Einfütterung begonnen werden sollte. Natürlich nach dem Abschleudern, also nach der letzten großen Tracht, die in unseren Breiten zumeist die Winterlinde trägt. In Bamberg ist sie fast schon vorbei. (Daher schleudern auch wir ab dem nächsten Sonntag bis einschließlich 02.08.) Einen kurzen Exkurs bietet er zu dem nicht gern gesehenen Neophyten, dem reichlich Nektar und Pollen tragenden Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera).

Einfütterung der Völker vor der Varroabehandlung?

Falls die Waben nicht komplett abgeschleudert wurden – was der Fachwirt nicht empfiehlt – muss vor der Varroamilbenbehandlung eingefüttert werden. Laut Bioverordnung mit 3 Kilo Zucker, laut Henrik Arndt mit 5-10 Kilo Zucker. (Wir füttern daher nicht auf, da wir locker bis zu 5 Kilo, also zwei volle Waben, unberührt lassen, zusätzlich zu den Futterkränzen über der Brut.)

Der Zucker kann ohne weiteres in heißem Wasser eingerührt werden, da er schnell wieder abkühlt, also keine Gefahr von HMF, Hydroxymethylfurfural, besteht. (Anmerkung: Was in Abwesenheit von Säure, die früher zur Invertierung von Zucker beigegeben wurde, ohnehin nicht entsteht. Die Aufspaltung in Trauben- und Fruchtzucker, also eben nicht Sacharrose, käme dem Nektareintrag am ähnlichsten. Wer das so praktizieren mag, kauft ohnehin eher Futtersirup.)

Das Mischungsverhältnis von Zucker zu Wasser wird empfohlen mit 1:1 (bei der ersten Einfütterung) und 3:2 (besser bei der zweiten Einfütterung), eventuell auch milchsauer vergoren. Eine Zuhörerin war darüber etwas erstaunt, denn ihr Imkerpate empfahl ihr eine Mischung von 2:1. Kann man machen, der Zucker ist jedoch sehr schwer aufzulösen.

Nach der Varroabehandlung

20-22 Kilo Zucker sind geboten. Allerdings kommt es darauf an, wie viel Honig bereits in den Völkern eingelagert ist. Stures Einfüttern ist also keine gute Idee. (Wir füttern etwa 20 Kilo Zucker zu. Mit Wasser beträgt das Gewicht bei einem Verhältnis von 3:2 folglich 33,33 Kilo.)

Alles weitere zu den verschiedenen Zuckerarten, wie gesagt, im nächsten Beitrag.

Alle Artikel zum Thema Bienenauffütterung mit Zucker

Bamberger Buger Wiesen bleiben im Fokus

An diesem Böschungsstück blieb noch einiges an Blüten stehenKahles Böschungsstück am RMD-Kanal bei BambergVergangenes Jahr im November trafen wir uns mit dem Bamberger Naturschutzbeauftragten, Dr. Jürgen Gerdes und dem Wasserexperten der Stadtwerke Bamberg, Georg Spoerlein, zu einer Gesprächs- und Informationsrunde, die Blühsituation der Buger Wiesen (zwischen Bamberg und Strullendorf gelegen) betreffend, die wir zu dieser Zeit als weniger zufriedenstellend beobachtet hatten. Weitere Gespräche, beispielsweise mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Nürnberg, sollten von unserer Seite her folgen.

Die Blühsituation Könnte hier noch besser seinBlühwiese in den Buger Wiesen bei Bamberg

Beobachten und im Gespräch bleiben

Gut ein halbes Jahr später, also Ende Juni und damit in einer bekanntermaßen beginnenden Trachtlückenzeit (von den Stadtlinden einmal abgesehen), erkundeten wir erneut den Lebensraum der Buger Wiesen aus den Augen von Insekten, vornehmlich der Wild- und Honigbienen heraus, um daran anknüpfend den Kontakt mit dem WSA herzustellen.

Hasenklee, eine prima BienenweidepflanzeWir waren überwiegend sehr angetan von dem, was sich uns heuer offenbarte! Statt Kahlrasur zu beiden Seiten des Rhein-Main-Donau-Kanals (RMDK) waren heuer lediglich schmale Mähstreifen zu vermelden, mithin im großzügig verbliebenen Rest ein sehr artenreiches Blühen und … ja, auch summen!

Blühendes an der Böschung des RMD-KanalsMan sollte Behörden nicht nur anrufen, wenn etwas im Argen liegt, so unsere Devise. Viel schöner für alle Beteiligten ist es doch, auch Erfolgsmeldungen miteinander zu teilen. Zwar wehrte Bauingenieur Jörg Blömer von der Außenstelle Neuses des WSA Nürnberg in Eggolsheim bescheiden unser Lob ob der gelungenen Blühoffensive ab, freute sich jedoch offensichtlich, dass es den Bienen in den Buger Wiesen heuer gut geht. Schließlich ist sein Onkel ein Imker, wie er uns verriet, und sei von daher mit der Thematik durchaus vertraut.

Kahl gemähtes Böschungsstück am RMD-KanalAn diesem Böschungsstück blieb noch einiges an Blüten stehenSo erläuterte uns Blömer gerne die Hintergründe zu diesem Abschnitt seines Zuständigkeitsbereichs. (Als weitere Zuständige in der Fläche wären die Stadtwerke Bamberg, die Deutsche Bahn AG sowie hiesige Landwirte zu nennen.)

Die Hintergründe zu Schutz- und Pflegemaßnahmen in den Buger Wiesen

Bekannt war uns bisher das Rahmenkonzept „Schutz und Entwicklung von Sandlebensräumen in der Regnitzachse“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege  und Bund Naturschutz in Bayern e. V. In diesem zu finden sind Erläuterungen für die zum Landschaftsplan Hirschaid (S. 15) empfohlenen Maßnahmen, die da lauteten:

Entwicklung von naturschutzfachlich wertvollen Magerflächen auf Sandstandorten anstreben durch z. B. Anlage von Ackerrandstreifen, Entwicklung zu Sandmagerrasen;
Schaffung / Erhaltung einer reich strukturierten Hutelandschaft in der Regnitzaue anstreben; Naturschutzfachliche Verbesserung der Wälder auf Sandstandorten, z.B. durch Auflichtung, partielle Sandentnahme.

Blühendes an der Böschung des RMD-KanalsDementsprechend wurde vor etlichen Jahren – ein genaues Datum konnte Jörg Blömer aus dem Stand heraus zwar nicht benennen, doch dürfte es noch keine zehn Jahre her sein – an den Böschungen der Buger Wiesen und der Südflur der fette Mutterboden abgetragen und stattdessen nährstoffarme Sandböden aufgetragen. Mit dieser Maßnahme folgte die Unterbehörde des BMVI der damaligen Empfehlung der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Blütenpracht in den Buger WiesenMan war sich allerdings nicht sicher, ob diese Maßnahmen tatsächlich zum Erfolg führen würden. Nicht alle Beispiele, die man sich angesehen hätte, waren als gelungen zu bezeichnen gewesen, erinnerte sich Blömer. Doch wie wir heute feststellen können: die Saat im Sandlebensraum entlang des RMD-Kanal ging (größtenteils) auf!

War unsere Sorge und Kritik unberechtigt?

Warum jedoch mussten wir konkret im vergangenen Jahr feststellen, dass es nicht so weit her war mit dem Blühen und Summen und sich vermehrt Krankheiten an den Bienen auftaten? Bildeten wir uns das nur ein?

Die Begründung unterschiedlicher Jahresblühqualitäten wäre wohl bei den mit Pflegemaßnahmen beauftragten Firmen zu suchen, so Blömer. Deren Mitarbeitende sind sich möglicherweise nicht immer bewusst über die genaue Ausführung ihres Auftrags und meinen es hin und wieder „zu gut“ mit dem Eindämmen unerwünschten Bewuchses. Hier könnte eine sich jährlich wiederholende möglichst konkrete Einweisung Abhilfe schaffen. Vielleicht etwas lästig, doch mit einem „Wiedervorlagevermerk“ organisierbar.

Weniger Möglichkeiten birgt die Böschung zur Seite der Südflur (also in Richtung Bahnlinie). Aufmerksame Beobachter dürften schnell feststellen, dass sie einen stellenweise völlig anderen Bewuchs aufweist. Dies könnte der weniger starken Sonneneinstrahlung geschuldet sein, da die Böschung sich sozusagen selbst beschattet. Höhere Feuchtigkeit aus dem angrenzenden Hauptsmoorwald heraus könnte zudem „Gießwirkung“ erzielen, so unsere Überlegungen. Auch extreme Wetterlagen wie hohe Trockenheit könnten dir Ursache für weniger Blüten, verbunden mit geringerem Nektarfluss gewesen sein.

Abwechslungsreicher Damm am RMD-KanalWir jedenfalls sind, was das diesjährige Angebot für unsere Bienen und anderer Insekten an Wiesenblüten in den Buger Wiesen anbelangt, zufrieden. Als Verbesserungsvorschlag empfehlen wir aus unserer Sicht heraus Blühstreifen entlang der Felder durch die Landwirte. Damit es dazu kommt, wären weitere Gespräche notwendig, die wir uns durch persönliche Begegnungen erhoffen.

Vielen Dank an dieser Stelle für die interessierte und positive Gesprächsbereitschaft aller genannten Beteiligten! Im Dialog zwischen uns als private Initiative mit den zuständigen Behörden- und Wirtschaftsvertretern können wir bislang nur Gutes berichten. Das Verständnis ist da, und auch der Wille. Die Wege zur Umsetzung lassen sich finden und in höchstmöglicher Übereinstimmung gemeinsam beschreiten, da sind wir uns sicher.

 

Veitshöchheimer Imkertag 2016

Veitshöchheimer Imkertag 2016
11.07.

vollbesetzte Aula zum Fachvortrag am Imkertag 2015Am 11.07.2016 findet die jährliche Veranstaltung des Fachzentrums Bienen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und die Freunde des Fachzentrums Bienen Veitshöchheim e. V. statt. Es wendet sich an alle Interessierten und Fachleute. Hier ein kurzer Überblick über das Programm:

  • Vorträge und Veranstaltungen in der Aula
  • Informationsstände im Foyer des Sebastian-Englerth-Saals
  • Führungen für Gartenfreunde
  • Stationen auf dem Gelände der Landesanstalt
  • Infostände zu Praxisthemen
  • Versuche
  • Händler für Imkereibedarf
  • Händler für Bienenweide

Leider kollidierte der Termin mit unserem Vortrag von Fachberater Henrik Arndt zur Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht. Wir hoffen dennoch, dass beide Veranstaltungen jeweils ihre Gäste abbekommen, zumal sie regional doch an zwei verschiedenen Ecken stattfinden.

Vorschau BIWa-Sonntagsöffnung mit Vortrag zur Sommer-Bienenpflege am 10.07.2016

Logo für das Schwerpunktthema: Imkerei der Bienen-InfoWabeIHenrik Arndtn unserem Vortragsangebot von 16 – 17 Uhr geht es diesmal um die Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht. Der Bienenfachwart Henrik Arndt aus Lichtenfels gibt Tipps von der Auffütterung bis zur Zuckerwahl (Haushaltszucker aus der Rübe oder Biozucker aus Südamerika, Futtersirup oder Futterteig?), beantwortet die häufig gestellte Frage, ob man Honig denn nicht einfach im Stock belassen sollte, statt zu ernten, und was es mit Salz im Tee auf sich hat. Was Sie schon immer übers Einfüttern wissen wollten, kommt an diesem Tag auf den Tisch.

Vor dem Vortrag, also von 14 – 17 Uhr, heißt es wie immer: Offenes Haus für alle: Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, Fragen, Rätseln, Basteln, Lesen, Spielen, Lernen … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine. Fürs Bastelsmaterial freuen wir uns über einen Spendenbeitrag.

Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, Bamberg (Erba-Park, Nähe Schiffsanlegestelle) (Karte).

LGW-Tag der offenen Tür in Bamberg

Ertragsvergelich Bestäubung mit und ohne BieneDer Tag der offenen Tür der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) findet am 3.07.2016 in Bamberg statt, und zwar von 9.00-16.00 Uhr im Ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg, Galgenfuhr 21 („Bio-Versuchsgelände“). Das Programm ist für die ganze Familie sowie für Fachleute gleichermaßen interessant.

Es gibt ein „Gartentelefon Live“, Führungen im bayernweit einmaligen Biozuchtbetrieb, Vorträge zu Biogemüseanbau im Hausgarten und zu „Was sich Bienen wünschen würden“, einen Pflanzendoktor sowie eine Kindergärtnerei mit Topfen von Rhabarbar und Erdbeeren.

Der Tag erfolgt ab 2016 im jährlichen Wechsel in Bamberg und Veitshöchheim, findet also 2017 wieder in Veitshöchheim statt.

Wir freuen uns auf eine kurze Anreise 😉

Lichteneicheschulklasse 1a – und ein Plädoyer!

Schulbienenunterricht für die Lichteneiche-Klasse 1a in der Bienen-InfoWabe27 Erstklässler bei gefühlt 30 Grad im Schatten, das Schuljahr beinahe vorbei und lange Nächte vom Fussball kucken. Wir schreiben den 23.06.2016 und es ist unsere zweite Schulklasse, die von uns an diesem Tag in der Bienen-InfoWabe Unterricht in Sachen Bienen und Wiese bekam.

Allen Respekt den Grundschullehrerinnen. Bewusst die weibliche Form, denn bisher kennen wir noch keinen männlichen Zeitgenossen dieser wahrhaft bewundernswerten „Zunft“. Ich will mich in diesem Weblogeintrag einmal nicht mit Inhalten beschäftigen. Diese lassen sich in der Vorgängerklasse 1b nachlesen, da der Unterricht beinahe identisch ablief. Vielmehr möchte ich ein Plädoyer für kleinere Grundschulklassen halten.

Nicht, dass es schlimm war. Nicht, dass wir es nicht im Griff gehabt hätten. Zumal uns Frau Dillig eine sehr angenehme Klassenleiterin war, die uns kein bisschen „ins Handwerk pfuschte“, sondern im Gegenteil unserer Methodik und Didaktik voll vertraute. Eigentlich ein – den verschärften Umständen (siehe oben) entsprechend – annehmbar verlaufener Unterricht …

… doch wenn Reinhold und ich uns ein paar wenige Tage später an kaum eine Frage, kaum ein Kind, kaum eine Besonderheit mehr erinnern können, wo wir das doch sonst so genießen, uns gerne über das Erlebte unterhalten, die Fragen und Antworten repetieren … dann lag es schlicht an der unmöglich großen Klasse, deren individuelle Gesichter und Geschichten in der Menge verblassen.

Wir entdecken die Wiese! Schulbienenunterricht für die Lichteneiche-Klasse 1a in der Bienen-InfoWabeDiese Anzahl lässt sich nur noch „eben so händeln“, nur noch „eben so in die Reihe kriegen“, nur noch „eben so bewältigen“. Man ist froh, dass es „trotzdem“ gut lief. Nicht weniger, aber leider, leider auch nicht mehr. Vom Zeigen echter Bienen sehen wir in der 1. Klasse ohnehin ab. Das wäre uns einfach zu gefährlich bei so vielen Kindern, denen man viel zu häufig den Rücken zukehren muss.

Es wird Zeit, der Bildung und unserem jüngsten Nachwuchs sowie den bewundernswerten Lehrkräften die Achtung und Anerkennung entgegen zu bringen, die sie verdienen. Alle reden von Massentierhaltung und wie schlimm das ist. Vegane Gruppen halten ihre Fähnchen hoch und höher, sind hipp, toleriert und man schaut tunlichst, dass sie ein Angebot vorfinden. Es wäre doch peinlich, müsste man zugeben, dass einem das Wohlergehen der Tiere nicht am Herzen liegen würde. Doch wer kämpft für unsere Grundschulkinder und eine kindgerechte, würdige Bildungsumgebung? Wer lässt auf die Speisekarte, äh, in das Klassenbuch schreiben: „Tierleidfreie Ernährung“, sprich: „Erstklässler- und lehrer- und elternleidfreier Unterricht“?

Sagen wir mal – WIR. Indem wir uns outen, dass wir das absolut und ganz und gar nicht gut finden und damit möglicherweise eingestehen, dass wir 27 zartfühlende, dünnhäutige und aufmerksamkeitsheischende Kinder nicht „artgerecht“ genug bedienen können. Jedenfalls nicht so, das wir uns alle damit wohl fühlen und es als gelungen betrachten können. Weder freiwillig als ehrenamtlich Tätige noch als (unter-)bezahlte pädagogische Kräfte.

Und nicht nur seit dieser Tageserfahrung mit zwei übervollen ersten Klassen richtet sich unser reiflich überleger Entschluss, der ab 2017 in Kraft tritt. Er lautet:

Bevor die garantierte Klassenstärke von Erstklässlern nicht auf rund 22 Individuen (förderintensive Flüchtlingskinder, Behinderte, Kranke, Schwache und Traumatisierte etc. eingeschlossen) herabgesetzt wird, geben wir Bienenunterricht ab 2017 nur noch ab der zweiten Klasse. (Vergleiche z. B. Pressemitteilung 2012 des KM unter Punkt 3).

Ohne Bienen kein Obst und Gemüse! Schulbienenunterricht für die Lichteneiche-Klasse 1a in der Bienen-InfoWabeLeider ist nämlich das Thema, einmal unterrichtet, für viele Jahre „durch“ und selten wird es wohl eine Fortsetzung in späteren Jahrgängen geben. Dies nennen wir eine verpasste, weil verpatzte Gelegenheit. So gewinnen wir keine Jungimker für die Zukunft, wenn wir kaum auf jede zweite interessierte Frage eingehen können, weil wir uns mit dem Ruhigstellen und Verwalten der Klasse aufhalten müssen; weil es einfach zu viele Fragen innerhalb einer zu kurzen Zeit auf Antwort warten; weil Lob, Ermunterung oder auch nur ansatzweise das Eingehen auf Verständnisschwierigkeiten kaum zu bewältigen sind, weil wir das rechte und das linke Ende der vor einem Gemüsebeet aufgereihen Kinderschlange mit unserer Stimme nicht mehr erreichen können …

Vorlesen im Schulbienenunterricht für die Lichteneiche-Klasse 1aDennoch wollen wir die Lehrkräfte der ersten Klassen nicht im Regen stehen lassen. Wir kaufen und empfehlen Medien für den Unterricht in der ersten Klasse zum Thema Bienen, die sie einsetzen können. Die Medien sind in der Bienen-InfoWabe einsehbar. Als beratende Imker bleiben wir nach wie vor gerne in Kontakt mit den Lehrkräften und den Grundschulen.

So. Und nun die vorletzten Bilder, die wir aus einer ersten Klasse veröffentlichen. Eine letzte „Erste Klasse“ steht uns aus Lichteneiche noch ins Haus – worauf wir uns natürlich trotz alledem freuen!

Sensenkurs mit Gartenexperte Jupp Schröder

9685-Blumenwiese-Jupp-SchroederBienen brauchen Blühendes, ganz klar. Nicht so klar hingegen ist es für uns moderne Menschen, wie man ohne Maschineneinsatz eine Wiese pflegt. Das Sensen von Hand ist die Alternative, wenn man weder die Sonn- oder Feiertagsruhe stören möchte oder einfach keinen Fuhrpark anschaffen kann und will. In jedem Alter ist Sensen möglich, sofern der Körpereinsatz klug vonstatten geht.

9667-Sensenkurs-Jupp-Schroeder16Jupp Schröder, den Fränkische-Tag-Lesenden als Gartenexperte mit eigener Rubrik kein Unbekannter ist, weiß, wie’s geht und lud zum 11. Mai auf sein großes Grundstück nach Burgstall bei Hochstadt/Main ein.

9659-Sensenkurs-Jupp-Schroeder16Der ehemalige Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau im Landkreis Lichtenfels sammelte an einem der seltenen regenfreien Tage eine Schar von etwa 40 Interessierten um sich, die zumeist ihre eigenen Sensen mitbrachten. Erläutert wurden folgende Eckpunkte, die es im Sinne einer fachgerechten Mahd unter schonendem Körpereinsatz zu beachten gilt:

A. Vorbereitung des Sensens

  1. Einstellung der Griffe nach Körpergröße – sofern die Sense über einen verstellbaren Griff verfügt.
  2. Auf alle Fälle muss das Sensenblatt in der richtigen Position stehen, also nicht vertikal waagrecht, sondern zwei Fingerbreit unterhalb des gemerkten Punktes der Waagrechte (Sensenspitze zu Sensenansatz am Stiel). Wer das jetzt nicht verstanden hat, kommt zu uns in die Bienen-InfoWabe und lässt es sich erklären. 😉
  3. Schärfen der Sensenklinge mit den Schleifstein, der beim Sensen mitgeführt wird. Das Schärfen sollte etwa all 5 Minuten erfolgen und verhindert ein „Rupfen“ der Halme, was einen besseren Nachwuchs zeitigt.
  4. Dengeln, also das Austreiben der Schneide durch Hämmern, damit diese wieder scharf wird, ist hingegen nach Bedarf fällig, also wenn das einfache Schleifen nicht mehr wirkungsvoll genug erscheint.
  5. Zum Dengeln benötigt man einen Hackstock (Baumstamm) sowie einen Amboss, den es in verschiedenen Ausführungen gibt. Für den einfachen, abgerundeten Amboss braucht es einen Rundhammer. Der etwas raffiniertere Amboss besitzt einen oberen Aufsatz, der in das untere Eisenteil eingesteckt wird. Zwischen beiden Teile wird die Schneide geführt. Auf den Aufsatz erfolgt sodann der Schlag mit einem haushaltsüblichen Schlosserhammer.
  6. Die Sensenschneide wird nur auf einer Seite gedengelt, geschliffen hingegen wird beidseitig.

B. Ausführen des Sensens

  1. In einer möglichst aufrechten Positions wird die Sense dicht über den Boden in einem Halbkreis geführt.
  2. Man beginnt geradewegs vor dem Körper und schwingt sodann in einem flach AUF dem Boden gleitenden, horizontalen Bogen nach hinten. In der Regel also von vorne nach links hinten.

C. Nach dem Sensen

… gab’s einen von Jupp Schröder selbst gekelterten Apfelsaft. Dass man seine Sense wieder reinigt und eventuell mit einem Korrissionsschutzmittel, zum Beispiel „Ballistol“ einreibt, vesteht sich von selbst.

Nach dem Kurs wissen wir nun, auf was wir beim Sensenkauf achten müssen und fühlen uns der Pflege künftiger Bienenparadiese gewappnet. Nachdem der Kontakt mit Jupp Schröder nun endlich hergestellt ist und er uns versprochen hat, im Rahmen unseres Programms der Bienen-InfoWabe in 2017 als Vortragender zu erscheinen, hoffen wir auf noch mehr mutige Menschen, die sich dem Einheitsgrün ihrer (Vor-)Gärten und Flure zu Gunsten tier- und menschenfreundlicher Ansaaten entledigen möchten.

Übrigens: Literatur und Informationen zu Ansaaten finden Sie in der Bienen-InfoWabe. Wir freuen uns auf Ihr Interesse – und auf Jupp’s Gartentipps „Live aus dem Erba-Park“ 2017!

 

Wenn die Feuerwanzen tanzen …

Feuerwanzen fressen tote Biene auf… dann ist es Sommer. Regen hin oder her. Es mag ja nicht gerade appetitlich aussehen, das Bild, wenn sich die eckigen roten Körper um eine tote Biene scharen und genüsslich an ihr zehren. So ist auch unsere Bienenpatin Carmen ein wenig beunruhigt gewesen und meldete uns vorsichtshalber diese seltsame Beobachtung. Doch wir können Entwarnung geben für die Hofstadt-Gärtnerei, wo eines unserer Völker in ihrer Obhut steht – es ist alles in Ordnung.

Feuerwanzen sind Aasfresser. Sie verrichten somit ein gutes Werk, indem sie die Kadaver der Insekten und Kleintiere fein säuberlich entsorgen und dem Kreislauf der Natur zuführen. Brav. Vielen Dank. Auch im Namen der Bienen, die das vielleicht eher schon geschnallt haben als wir, wie nützlich ihre entfernten Verwandten sich doch machen. Im Gegenzug gibt’s eine warme Unterkunft rund um den Bienenstock herum. Denn das brauchen Feuerwanzen, wie der Name schon unschwer verrät. Viel Wärme. So wie wir.Massenhaft Feuerwanzen

Endspurt bei Glyphosat – Avaaz-Kampagne

Endspurt bei Glyphosat. Unser Text zur Avaaz-Kampagne:

Sehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Schmidt,

wir sind Imker und erleben hautnah, was mit unseren Bienen passiert. Pestizide verursachen zahlreiche Völkermorde unter Tieren. Bienen sind intelligent, das hat Prof. Dr. Dr. hc. Randolf Menzel in seinem kürzlich erschienenen Buch „Die Intelligenz der Bienen“ hinreichend beweisgeführt.

Möchten Sie wirklich intelligente und für uns Menschen hochgradig nützliche Lebewesen aus der Deutschlandkarte tilgen?

Jahrmilllionen lang waren Honigbienen und andere nützliche Insekten Begleiter des Menschen. Und nun soll diese Gemeinschaft innerhalb weniger Jahrzehnte vorbei sein? Es kann und darf nicht sein, dass das Summen verstummt.

Nehmen Sie unsere Bitte mit in Ihre Träume. Und wachen Sie nicht eines Tages auf mit der entsetzlichen Feststellung, dass alles um Sie herum in der Natur verstummt ist. Denn auch Vögel profitieren von der Bestäubungsleistung der Bienen.

Wir bitten Sie herzlich und inständig: Stoppen Sie den Völkermord an unseren Bienen JETZT SOFORT und für unsere Zukunft!

Mit freundlichen Grüßen,

Ilona Munique
Deutschland

Weitere Petitionen und Kampagnen gegen Bienensterben und Pestizideinsatz.

Tote schwarze Bienen im GrasTote Bienen durch den Bienen-Paralyse-Virus in den Buger Wiesen – umweltgesunde Völker würden kaum Probleme damit haben.

Vorschau zur BIWa-Sonntagsöffnung am 29.05.2016

Bienen-InfoWabe, Abteilung Lebensraum NaturOffenes Haus für alle heißt es wieder am 29.05.2016 von 14-16 Uhr und im Anschluss bis 17 Uhr der Vortrag  „Blütenreiche Lebensräume. Die unersetzliche Bienenweide“ mit Herbert Beck, dem 1. Vorsitzenden des Imkervereins Scheßlitz und Umgebung e. V. Alles Nähere siehe unten.

Herbert BeckDoch zuvor sei noch gesagt, dass dieser Imkerverein im Nordosten Bambergs selbst sehr, sehr rührig ist, wenn es um den Bildungsauftrag in Sachen Bienen geht. Lange schon vor uns war es erklärtes Ziel seiner Mitglieder, der Jugend früh zu zeigen, wie wertvoll Bienen sind und wie man sie halten kann. Wir freuen uns sehr, dass wir auf die Kompetenz unserer Imkerkollegen zurückgreifen dürfen und sind selbst sicherlich die besten Zuhörer!

Und sicherlich nicht nur wir, denn es gibt hier keine Altersbegrenzung. Außerdem halten wir einige Listen zum Mitnehmen bereit, damit Sie sofort mit dem richtigen Einkauf der Balkon- und Gartenpflanzen beginnen können. Immerhin sind die Eisheiligen vorbei. Wir verraten auch, wo Sie die bienenfreundlichen Pflanzen in Bamberg erhalten können. Wir freuen uns auf Ihr / Euer Kommen!

Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, Bamberg (Erba-Park, Nähe Schiffsanlegestelle) (Karte).

Wann?  So., 29.05.2016  |  14.00 – 17.00 Uhr
Was? 
14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle:
Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, Fragen, Rätseln, Basteln, Lesen, Spielen, Lernen … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine, außer Bastelmaterial und Kopien gegen Spende

Logo für das Schwerpunktthema Natur der Bienen-InfoWabe16.00 – 17.00 Uhr  |  Blütenreiche Lebensräume. Die unersetzliche Bienenweide. (Herbert Beck)
Genauso wie beim Menschen ist auch bei Honigbienen eine ausgewogene und reichhaltige Ernährung wichtig. Im Gegensatz zu anderen landwirtschaftlichen Nutztieren ernährt sich die Honigbiene ausschließlich in der freien Natur. Naturbelassene Lebensräume, blütenreiche Pflanzengesellschaften oder naturnahe Gärten und Parkanlagen bieten diese notwendige Abwechslung im Speiseplan eines Bienenvolkes. Was kann jede/r dazu beitragen?