Monatsbetrachtungen März 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen: Startschuss Salweide

Honigbiene an Salweide (Salix caprea) i im Hainpark Bamberg, Hollergraben

Die Zeigerpflanze für die Betreuung der Bienenvölker im März stellt die Blüte der Salweide dar. Zu diesem Zeitpunkt brüten die Völker bereits stark. Der Übergang von den Winterbienen zu den Sommerbienen nimmt jetzt volle Fahrt auf. Für die Imker/innen bedeutet das, die Mäusegitter zu entfernen und die auf einer Zarge überwinterten Völker mit einer zweiten Brutzarge zu erweitern.

Die Salweide steht bereits in den Startlöchern. Auffällig im Landschaftsbild sind die männlichen Weidenkätzen. Sie liefern den Bienen reichlich Pollen zur Aufzucht von Jungbienen. Die relativ unscheinbar erscheinenden Blüten der weiblichen Salweide versorgen die Völkern hingegen mit reichlich Nektar.

Futterkontrolle

Im März sind immer wieder Kälteeinbrüche zu erwarten. Daher bitte darauf achten, dass die Völker mindestens fünf bis sieben Kilogramm Futtervorräte besitzen. Denn mit zunehmender Bruttätigkeit benötigen die Völker entsprechen mehr Futter. Besonders in diesem Jahr mit seinem verhältnismäßig kaltem Winter verbrauchten einige unserer Völker mehr Vorräte als üblich.

Nachfüttern

Aufkratzen der verdeckelten FutteraltwabeBeste Methode zum Nachfüttern ist, eine Futterwabe an den Rand des Bienensitzes zu geben. Entweder hat man noch eine Futterwabe vorrätig, oder man entnimmt Völkern mit überschüssigen Vorräten eine Futterwabe. Bitte nur Futterwaben von eigenen Völkern verwenden, um eine Übertragung von Krankheiten, besonders Faulbrut zu vermeiden.

Zweitbeste Möglichkeit besteht in der Gabe von Flüssigfutter und zusätzlichen Futterteig. Sofern die Bienen noch in der Traube sitzen, Flüssigfutter von unten mittels Schale im hohen Boden reichen (siehe Beschreibung Notfüttern, Monatsbetrachtung Februar 2026). Bei anhaltendem Flugwetter besteht bei dieser Variante jedoch die Gefahr einer Räuberei. Es ist dann besser, mit einer Futtertasche zu füttern, die direkt neben den Bienensitz gehängt wird. In beiden Fällen für eine ausreichende Aufstiegshilfe mittels Stroh oder Äste sorgen.

Als Flüssigfutter eignet sich eine Zuckerlösung 3:2 (Verhältnis Wasser zu Zucker) oder Futtersirup. Zusätzlich kann Futterteig direkt über den Bienensitz aufgelegt werden. Generell hat Futterteig allerdings den Nachteil, dass die Bienen zu seiner Aufnahme Wasser benötigen, das sie erst mühsam eintragen müssen.

Mäusegitter entfernen

Entfernen des MäusegittersFrühlingshafte Temperaturen im März lassen die Mäusegitter überflüssig werden. Bei Tagestemperaturen über 10 °C gehen die Bienen aus der Wintertraube. Sie können sich jetzt gegen Eindringlinge selbst wehren. Daher entfernen wir zur Salweidenblüte bei allen Völkern die Mäusegitter.  Das Flugloch bleibt geöffnet und wird nicht mit einem Fluglochkeil eingeengt. Das gilt auch für die im letzten Jahr gebildeten Jungvölker. Jetzt tragen die Bienen reichlich Pollen ein. Lässt man das Gitter am Flugloch, wirkt es wie eine Pollenfalle. Beim Durchschlüpfen verlieren sie ihre mühsam gesammelten Pollenhöschen.

Mit zweiter Brutzarge erweitern

Jungvölkern, die wir in einer Zarge (Zander-Vollzarge) überwinterten, setzen wir zur Salweidenblüte einen zweiten Brutraum auf. Die Erweiterungszarge bestücken wir mit hellen, ausgebauten Waben. Diese entstammen aus den Honigräumen des letzten Jahres. Falls keine ausgebauten Waben vorhanden sind, erweitern wir nur mit Mittelwandrähmchen. Bei gemischter Verwendung von Mittelwandrähmchen und ausgebauten Waben werden letztere zentral, also in die Mitte der Zarge eingehängt.

Gesundheitszeugnis beantragen

Sollen Völker gekauft oder verkauft und sie deshalb an einen anderen Stand gebracht werden, bitte rechtzeitig an ein Gesundheitszeugnis denken (Vorschrift laut Bienenseuchen-Verordnung, BienSeuchV). Das Zeugnis bescheinigt, dass die Bienenvölker eines Standes nicht in einem Faulbrutsperrbezirk stehen und frei von der Amerikanischen Faulbrut sind, daher auch die Bezeichnung Seuchenfreiheitsbescheinigung. Näheres erfahrt ihr in unserem Blogartikel „Rund um das veterinäramtliche Gesundheitszeugnis / Amtstierärztliche Bescheinigung in Sachen AFB in Bamberg und Region“.

Termine & Fortbildungen

 

 

 

Wunderschöne Erstfrühlingstage euch und euren Bienen!

 

Veitshöchheimer Imkerforum 2026 (1)

Am 7.2.2026 fand die Fachtagung Veitshöchheimer Imkerforum des Instituts für Bienenkunde und Imkerei (IBI) in der Aula der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) statt. Wie die Präsenzveranstaltung war auch die Online-Teilnahme sehr gut besucht.

Das Forum stand unter dem Thema „Imkerei im Wandel – Wie hat sich die Imkerei verändert und welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen?“. In loser Folge will ich auf unserem Blog meine Eindrücke und Take Home Messages vorstellen.


Begrüßung

Aus den Begrüßungsreden habe ich folgende Personalia mitgenommen:

  • IBI: Mit dem 1.3.2026 wird die bisherige stellvertretende Leiterin Dr. Ingrid Illies offiziell die Leitung des IBI übernehmen. Sie folgt Dr. Stefan Berg nach, der Ende 2025 in den Ruhestand ging.
  • Bay. StMELF:  Die Gesamtleitung des Referats L3 Gartenbau, Weinbau, Bienen hat Dr. Andreas Becker übernommen.  Referent für das Fachgebiet Bienen wird Thomas Rödel, bisher als Ansprechpartner im Kompetenzzentrum Förderprogramme für Bienen zuständig.

Berichte aus dem Institut für Bienenkunde und Imkerei

BeeCom, Honig- versus Wildbienen (Dr. Ingrid Illies)

Kooperationsprojekt des IBI zusammen mit der Universität Bayreuth. Laufzeit 2024 bis 2027.

  • 2024 erfolgte eine Auswahl von Waldstandorten ohne Bienenstände im Umkreis. Die Standorte wurden floristisch kartiert. Weiterhin wurden zwei sogenannte Untersuchungskreise festgelegt, das sind Standortpaare, die später miteinander verglichen werden können.
  • 2025 Aufstellung von jeweils sechs Bienenvölkern inkl. Stockwaagen in einem der Untersuchungskreise. Aufstellung von Nisthilfen für Wildbienen. Entnahme von Honig- und Bienenbrotproben. Erfassung der Wildbienen im April, Juli und August in allen Standorten.
  • 2026 Erneute Erfassung der Wildbienen im April, Juli und August in allen Standorten.  Entnahme von Honig- und Bienenbrotproben. Analyse der entnommenen Proben und Auswertung der Wildbienenkartierungen mit der Erfassung einer möglichen „Störung“ durch das Aufstellen der Bienenvölker.

Weitere Infos zum Projekt auf der Website des IBI: BeeCom

ZuFi, Zukunftsfähige Imkerei (Artur Kammerer)

Laufzeit 2023 bis 2026.

Herr Kammerer stellte die ZuFi-Datenbank vor. Seinen Vortrag gliederte er nach einer sogenannten Prozesslandkarte.  Anhand ausgewählter Tätigkeiten der Imkerei demonstrierte er einen möglichen Einsatz der Datenbank.

In dem kostenlosen Magazin „Schule und Beratung“, herausgegeben vom StMELF, soll demnächst ein Artikel zum Projekt veröffentlicht werden. Hier der Link zum Magazin: https://www.stmelf.bayern.de/service/publikationen/fachmagazin-schule-und-beratung/index.html

Weitere Infos zum Projekt auf der Website des IBI: ZuFi

KliBi, Einfluss des Klimawandels auf die Imkerei (Lena Wehner)

Laufzeit 2023 bis 2026.

Ziel des Projekts ist die Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf Bienen und die Imkerei. Generell gilt, dass die westl. Honigbiene durch entsprechende Verhaltensweisen sehr anpassungsfähig an ihre Umwelt ist. Dies hat jedoch auch seine Grenzen. Dazu stellte Frau Wehner Versuche zum Hitzestress von Bienen während ihrer Entwicklung vor. Hier exemplarisch ein Ergebnis:  Werden Arbeitsbienen im 4. bis 5. Larvenstadium einer Temperatur von 42 °C ausgesetzt, haben sie eine signifikant kürzere Lebensdauer im Vergleich zur Kontrollgruppe. Für Drohnen gilt das ebenfalls, unabhängig davon, in welchem Larvenstadium sie einem Hitzestress von 42 °C durchgemacht hatten.

Weitere Infos zum Projekt auf der Website des IBI: KliBi


Velucord Projekt und Aktionsplan Vespa Velutina (Dr. Ronald Jäger)

Aus dem Vortrag von Dr. Jäger nehme ich drei Take Home Messages mit:

  1. Die Fraßbilder der Vespa velutina (Vv) unterscheiden sich deutlich im Vergleich zu Wespen. Vv zeigt grobe und zerklüftetet Fraßspuren und viele ausgefressene Hinterleiber. Wespen trennen dagegen Köpfe und Hinterleiber fein säuberlich ab. Diese Beobachtung beim Gemüll könnte Relevanz beim Nachweis von Schäden an Bienenvölkern im Hinblick auf Versicherungsleistungen haben.
  2. In Bayern werden Nester der Vv mit Aktivkohle bekämpft. Die Aktivkohle tötet die adulten Hornissen und einen Teil der offenen Brut. Verdeckelte Brut wird damit nicht abgetötet. Das heißt, dass nach einer Bekämpfung eine Zeit lang weiterhin Hornissen schlüpfen und somit Flugbetrieb am Nest zu beobachten ist. Wichtig ist die Erkenntnis, dass die nachschlüpfenden Hornissen das Nest NICHT regenerieren können.
  3. In Foren und der Literatur wird die Stachellänge der Vv teilweise mit bis zu 7 mm angegeben. Dieser Wert gilt jedoch für die Vespa mandarina, die asiatische Riesenhornisse und nicht für die Vv. Messungen der Stachellänge der Vv reichen von 2,6 mm bis 4,5 mm, im Durchschnitt 3,4 mm. Hornissenschutzanzüge müssen daher mindestens 5 mm Dicke aufweisen!

Weitere Infos zum Aktionsplan auf der Website des IBI: Vespa velutina


Unser nächster Blogbeitrag befasst sich mit den weiteren Programmpunkten:

  • Imkerei im Wandel – ist der Boom vorbei?
  • Vermarktung im Wandel
  • Bayerische Landesbienenzucht – Wo stehen wir?
  • Milben, Hornissen & Co. – Neue und alte Gegenspieler der Honigbiene?
  • Podiumsdiskussion

 

Nachhall Bambergs Traditioneller Honigmarkt 2026

Traditioneller Honigmarkt in Bamberg 2025 / Stand Bienen-leben-in-Bamberg.de
Kühles Matschwetter, doch trotz Öffie-Streik gut besucht war der Bamberger Honigmarkt 2026, der sich zum 153. Mal jährt. Die Bestücker der heuer nur sechs Verkaufsstände hielten ab 8 Uhr leckeren Honig und verschiedene Bienennebenprodukte bereit.

Traditioneller Honigmarkt in Bamberg 2025 / Stand Bienen-leben-in-Bamberg.de Traditioneller Honigmarkt in Bamberg 2025 / Stand Bienen-leben-in-Bamberg.deTraditioneller Honigmarkt in Bamberg 2025 / Stand Bienen-leben-in-Bamberg.de

Wir freuten uns über die Besuch unserer Bienenfreunde, darunter Bienenpatenfamilie Liedtke und FKBB-Mitglied und Imkerkollege Leo Weingärntner sowie unserer Stammkundschaft, die sich mit unserem Bamberger Lagenhonig und echtem Bienenwachs, natürlich alles von unseren eigenen Bienen hergestellt, eindeckten.

Bleibt alle gesund mit unserem unter dem Regionalsiegel GenussLa geimkerten Honig!

Wachsverarbeitung im Workshop „Mittelwandgießen“ mit Einlöten 2026

Mittelwände für die Imkerei gießen und in Rähmchen einlöten war Workshopthema unseres Vertiefungsseminars. Denn nichts geht über Eigenwachs in Sachen Wabenversorgung. Oft wird in Imkervereinskursen wenig dazu unterrichtet. In unserem praxisorientierten Vertiefungsseminar kann das aufgeholt werden.

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Wachs-Theorie

Bei einer Tasse Kaffee erläuterte Reinhold das Materialverhalten von Wachs und wie die Wachsrohstoffe für eine geeignete Mittelwand gemischt werden sollten. um die stabilsten Ergebnisse bringen. Außerdem, warum es wenig Alternativen zum Selbermachen gibt, welche Gerätschaften Sinn machen und wo diese erhältlich sind. Da Manuela und Arndt den vergangenen Imkeranfängerkurs bei uns absolvierten, konnte der Theorieteil jedoch kurz gehalten werden.

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Am Arbeitsplatz in der Küche wurden sodann die technischen Komponenten von Schlauchzufuhr für die Wasserkühlung, die notwendigen Topfeigenschaften fürs Schmelzen, der Aufbau der Mittelwandgießform und die Kleinutensilien erläutert.

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Workshop Wachsgießen Mittelwände

Und so geht’s: Die Silikonform wird mit einen Spülmittel-/Kartoffelmehl-Mix eingepinselt. Ein voller Schöpfer des auf etwa 80° C erhitzten Wachses wird rasch und gleichmäßig auf den hinteren Teil der Silikonform aufgebracht.

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.deVertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.deVertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Der Deckel wird weniger als eine Minute niedergepresst und dabei das überschüssige Wachs mit einer Spachtel entfernt.

Nach dem Öffnen mit Hilfe des seitlich angebrachten Hebels wird die fertige Wabe vorsichtig abgelöst.

Fertig!

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) udn Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Anleitung zum Mittelwandgießen (Station 4) und zu weiteren Aspekten rund um die Wachsverarbeitung hier nachlesen.

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Workshop Einlöten von Mittelwänden

Auch hier erläuterte Reinhold die Arbeitsgeräte, das Einrichten des Werkplatzes und Spezifika bei den von uns bevorzugten modifizierte Zanderrähmchen mit Hoffmann-Seitenteilen.

Vertiefungsseminar / Workshop Wachsgießen, Wachsverarbeitung (Mittelwände) und Einlöten / Bienen-leben-in-Bamberg.de

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Zuerst wird die Drahtspannung der Rähmchen überprüft und gegebenenfalls mit einem Drahzieher nachgezogen. Für unsere Rähmchenart kürzen wir die Wabe etwas ein, bevor sie auf das Rähmchen gelegt wird. Dann das Lötgerät aktivieren – und schon ist das Mittelwandrähmchen bereit zur Aufnahme von allerfeinstem Bienenhonig!

Das nächste Vertiefungsseminar zum Thema „Mittelwandwaben“ findet am 30.01.2027 statt.

Monatsbetrachtungen Februar 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

Die Bienen sitzen noch in der Wintertraube. Doch bei ausreichenden Temperaturen und sobald die Sonne auf die Beute scheint, finden Reinigungsflüge statt. Ein paar Wagemutige fahnden nach frischem Pollen. Die Pflanzenwelt im Februar: Haselstrauch (Pollenversorgung), Huflattich, Schneeglöckchen, Winterlinge, Christrosen, Lenzrosen, vielleicht spitzen auch schon die ersten Weidenkätzchen heraus. Je näher an der Beute, um so besser. Plötzliche Wolken und rasch abfallende Temperaturen verhindern oftmals den erfolgreichen Rückflug.

Futterkontrolle

KippkontrolleZur Futterkontrolle brauchen die Völker nicht unbedingt geöffnet werden, sondern es kann stattdesse das Gewicht durch rückwärtiges Anheben der Beute (Kippkontrolle) abgeschätzt werden. Falls ihr – trotz ausreichender Einfütterung im Herbst – dennoch die Beute als zu leicht empfindet, kann das folgende Gründe haben:

  • Das Volk hat die dargebotene Futtermenge nicht vollständig aufgenommen
  • Ein Specht oder Eichelhäher hat die Wintertraube durch eifriges Hämmern ins Holz aufgestört
  • Ein herunterhängender Ast konnte wochenlang unbemerkt gegen den Blechdeckel schlagen
  • Eine Räuberei unter den Völkern ist nicht auszuschließen
  • Ganz abgesehen davon verstärken im Februar die Bienen ihre Bruttätigkeit. Folglich steigt der Futterverbrauch von jeweils einem Kilogramm im Dezember/Januar auf zwei bis drei Kilogramm im Monat Februar.

Notfüttern – so geht’s:

  1. Zargen abheben, quer über umgedrehten Blechdeckel zur Seite stellen.
  2. Totenfall aus Gitterboden entfernen.
    Dabei gleichzeitig kontrollieren…

    1. … auf den Sitz der Wintertraube, erkennbar an der Dichte des Gemülls
    2. … auf Anzeichen von Krankheiten oder Fehlentwicklungen.
      Einschub: Im Falle unserer Demofotos unten ist sehr gut ein erhöhtes Aufkommen von Kalkbrut zu erkennen. Das Volk stand an einem zu kühlen und zu feuchten Standort am Uferrand der Regnitz. Tritt im Laufe des Jahres keine Besserung ein, wäre eine mögliche Maßnahme, einen Kunstschwarm zu bilden, also alle Bienen nebst einer neuen Königin auf komplett neue und damit sporenfreie Waben zu geben, was einem Neuanfang gleichkommt. (Hier eine eingehendere Beschreibung).
  3. Flache Schale auf den (hohen) Gitterboden unterhalb des festgestellten Wintertraubenbereichs setzen.
  4. Befüllen (ohne zu verschütten!) mit Zuckerwasser im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser
  5. Aufsteighilfe (Stroh) einbringen.
  6. Zarge(n) wieder aufsetzen.

Die Fütterung von unten ist zu dieser Jahreszeit hinsichtlich einer Räuberei unkritisch, da kein Flugwetter herrscht. Dadurch, dass das Futter sehr nah an der Bienentraube gereicht wird, gelingt eine (Not-)fütterung bereits ab einer Mindesttemperatur von etwa 5 °C aufwärts.

Unser Blick in die obere Zarge ergab, dass das Volk auch ein wenig vom Futterteig naschte, den wir vor einiger Zeit bereits als allererste Notfütterung einbrachten. Es ist allerdings nicht die bevorzugte Fütterungsweise im Winter, da die Bienen zur Aufnahme des Zuckers Wasser benötigen, welches sie bei fluguntauglichem Wetter nicht heranschaffen können.

Mittelwände einlöten

Mittelwände einlötenEinschmelzen, Reinigen und Gießen von Wachs hatten wir im relativ milden Januar bereits erledigt. Nun folgt das Einlöten – rechtzeitige Bestellung von Rähmchen vorausgesetzt. Einen ausführlichen Blogeintrag zu all diesen Arbeiten findet ihr unter „Wachsverarbeitung an 5 Stationen“. Unter Material zur Wachsumarbeitung bzw. Mittelwandherstellung sind Anschaffungsdetails geschildert.

Schiede setzen

Blick in eine geöffnete Zarge mit SchiedenJe nach individueller Leistungsfähigkeit unserer Völker passen wir die Größe ihres Brutraums mittels Schieden an. Den Versuch starteten wir im Frühjahr 2020 und wollen auch dieses Jahr weitere Erfahrungen sammeln.

Erfahrungsgemäß gibt es Anfang Februar einige milde Tage mit etwas Sonnenschein. Sofern noch nicht im Zuge der Winterbehandlung geschehen, werden jetzt die Schiede gesetzt, und zwar nach dem Reinigungsflug.

  • Nach Wabenhygiene und Einfüttern im Herbst sitzen unsere auf zwei Zargen geführten Völker jetzt auf 8 Waben je Zarge und sind zum Beutenrand hin links und rechts mit jeweils einem Schied begrenzt. Wir öffnen die Völker, entnehmen diese Schiede und schieben die vollen bzw. drei Viertel vollen Futterwaben an den Beutenrand.
  • Fast futterleere Waben werden auf Stifte und junge Brut geprüft. Diese bleibt an ihrem Platz.
  • Zwischen diesen Waben und den an die Ränder geschobenen Futterwaben setzen wir die Schiede. So arbeiten wir uns von links und rechts an das Brutnest heran.

Welche Vorteile hat das Schieden?

  • Nach Entnahme leerer Futterwaben haben wir hinter dem Schied Platz als Arbeitsraum in der Beute
  • Kompaktes Brutnest / Verhinderung von Pollenbrettern, also unnötigen Polleneintrag ins Brutnest
  • Bei schwächeren Völkern sichere und schnelle Annahme des Honigraumes, also kein Verhonigen des Brutnestes und dem damit verbundenen Hochhängen von Honigwaben aus dem Brut- in den Honigraum. Somit bleibt im Brutraum Platz fürs Brutgeschäft
  • Konsequente Trennung von Brut- und Honigraum

Wildwabenbau hinter dem SchiedDen Vorteilen stehen auch einige negative Punkte entgegen, beispielsweise der hin und wieder vorkommende Wildwabenbau hinter dem Schied oder Futtermangel beim Abschleudern der Völker. Und ein zusätzlicher Eingriff in die Völker.

Termine

Weitere Details zu den Terminen siehe auf der Seite Aktivitäten und Termine.

  • 07.02.2026, 12.30 – 17.00 Uhr, Veitshöchheim, LWG, Imkerforum
  • 17.02.2026, 08.00 – 12.00 Uhr (Faschingsdienstag), Bamberg, traditioneller Honigmarkt auf dem Maxplatz
  • 28.02.2026, 15.00 – 18.00 Uhr, Bamberg, FKBB-Vorstandssitzung, Gäste nach Anmeldung willkommen

Anmeldung bis 01.02. für Imkerforum Veitshöchheim am 07.02.26

Imkerforum, Fachtagung VeitshöchheimSa., 07.02.26 – Imkerforum Veitshöchheim

Wann? Sa., 07.02.2026 | 12.30 – 17.00 Uhr
Wo?
Aula, An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim und Online
Für wen? Imker/innen
Was? Imkerforum Veitshöchheim – Programm. Hauptthema: Wie hat sich die Imkerei verändert und welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen?
Veranstalter? Bayerisches Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI)
Und sonst? für WebEx-Online-Teilnahme -> Anmeldung bis 01.02.2026, keine Anmeldung für Offline

Sa., 31.01.26 – Workshop Wachsgießen (Mittelwand)

Nicht ganz zur Hälfte, das Wachs verteilt sich auf Druck über die untere Hälfte.Logo BLIB Vertiefungsseminar für ImkerSa., 31.01.26 – Workshop Wachsgießen (Mittelwand)

Wann? Sa., 31.01.26 | 14.30 – 16.30 Uhr (Termin ausgebucht – für weitere Termine bitte anfragen!)
Wo? Ort in Bamberg wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Für wen? Dieses Vertiefungsseminar der Imkerei wendet sich an Imker/innen ohne Praxiserfahrung in der Wachsverarbeitung.
Was? Kleine Wachskunde, Mittelwandwaben gießen in der Praxis, Input zu Geräten und Material, Einlöten
Referent? Reinhold Burger, Bienenwirtschaftsmeister, Bienensachverständiger
Kosten und Anmeldung?

DIY Grillanzünder aus Holzwolle und Altwachs

Jährlich im Jan./Febr. (heuer am 31.01.26) findet unser Wachsverarbeitungskurs statt. Damit wir genügend Werkstoff zur Verfügung haben, wird in der Winterzeit fleißig Wachs geschmolzen. Dabei bleiben Reststoffe übrig, die zu wertvoll sind, um weggeworfen zu werden. Denn sie lassen sich zusammen mit Holzwolle und einem Naturfaserband zu Grillanzünder umarbeiten.

Die Bildfolge erklärt, wie es funktioniert.

Tipps: Beim nochmaligen Aufschmelzen gut darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch ist, denn Wachs hat einen niedrigen Flammpunkt. Geruchlich ist es nicht anzgezeigt, in der Küche zu werkeln. Im Freien ist die bessere Alternative.

Leider setzten wir keinen dieser Anzünder, die wir allesamt verschenkten, selbst in Brand. Dieses Bild sind wir also noch schuldig. Aber vielleicht möchtet ihr uns eure Ergebnisse einmal posten?!

Monatsbetrachtungen Januar 2026 zu Bienen und Imkerei


Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein gutes neues Jahr sowie gesunde Bienen und stets volle Honigtöpfe!


Übersicht

Phänologie und Bienen

Biene an Christrose, Helleborus nigerBiene an Kornelkirsche (Cornus mas)Bis auf ein paar Ausnahmen ruht im Winter die Vegetation. Genauso unsere Bienen, die in ihrem Stock zusammen­­ge­kuschelt in einer Wintertraube sitzen. Sollte die Außentemperatur über 10 °C liegen, nutzen sie dies für einen Reinigungsflug. Die wenigen blühenden Pflanzen in den Gärten sind jetzt die Christrose (Helleborus niger), der Winterjasmin (Jasmin nudiflorum) und die Zaubernuss (Hamamelis). Sie dienen Bienen als erste Trachtpflanzen im Jahr.

Kontrollgänge

Wir winterten unsere Völker ausreichend stark ein, mit möglichst wenig Varroamilben belastet, mit ausreichend Futter versorgt sowie von jungen Königinnen zusammengehalten („regiert”), außerdem auf frischem Wabenwerk sitzend. Die Restentmilbung mittels einmaliger Sublimation („Verdampfen“) führten wir Mitte Dezember durch. Erste Windelkontrollen „zwischen den Jahren“ stimmten uns zuversichtlich. Die Zahl der abgefallenen Milben lag im Rahmen der Erwartung.

Katzenkopf gegen SpechtschadenAn den Bienen ist im Januar (fast) nichts mehr zu tun. Auf Kontrollgängen in der ersten Januar-Woche werden wir noch die restlichen Windeln von der Restentmilbung herausnehmen, beurteilen und reinigen. An einigen wenig durch Menschen frequentierten Bienenständen achten wir besonders auf Spechtschäden. Vorbeugend hatten wir an diesen Ständen zur Abschreckung Bilder von Katzenköpfen angebracht.

Wachsverarbeitung

Wachsschleuder im EinsatzIn der Regel ist es im Januar kalt und die Bienen bleiben in ihrem Zuhause. Gute Bedingung, um ungestört im Freien das liegengebliebene Altwachs mit einem Dampfwachsschmelzer zu verarbeiteten. So vorbereitet lässt sich schon die eine oder andere Mittelwandwabe gießen. Siehe dazu auch unseren Workshop Wachsgießen am 31. Januar.

Wer natürlich eine HAMAG-Wachsschleuder sein Eigen nennen darf, ist relativ unabhängig vom Wetter – sofern innerhalb eines Raumes aufgestellt. Seit drei Jahren gehören wir zu den Glücklichen. Wir möchten sie nicht mehr missen!

Reparaturen und Streicharbeiten

SpechtschadenIm Winter ist endlich Zeit für Beutenreparaturen. Oftmals müssen Spechtlöcher gestopft oder abgesplittertes Holz an den Außenseiten verkittet werden. Um die Innenseiten der Beuten allerdings kümmern sich die Bienen mit ihren Spezialkitt, dem Propolis, selbst.

Als Anpassung an den Klimawandel haben wir uns für heuer nochmals vorgenommen, einige Zargen weiß zu streichen. Dies verhindert eine zu starke Aufheizung der Bienenstöcke an sehr heißen Sommertagen. Zudem sollen unsere Blechdeckel Zug um Zug weiß lackiert werden. Untersuchungen am Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) haben gezeigt, dass so eine Aufheizung im Bienenstock signifikant entgegengewirkt werden kann1.

Schmökern

Rezensionsstapel 2024Jetzt ist die beste Zeit, die letzten Ausgaben eurer Imkerzeitschrift gründlicher zu lesen. Oder meine Monatsbetrachtungen des Vorjahres oder die der anderen Imkerkolleg(inn)en nochmals durchzusehen. Auch bereits gelesene Bücher nehme ich gerne erneut zur Hand. Mit den Erfahrungen des zurückliegenden Jahres entdecke ich immer wieder neue Aspekte und gewinne neue Erkenntnisse.

Lasst euch außerdem von den Titeln unserer Imkerbibliothek inspirieren. Hier geht es zum Bestandsverzeichnis. Auch ein Blick auf unsere Rezensionen sollte euch die Auswahl erleichtern.

Planen

Den Winter nutzen wir für die Planung. Wohin soll sich unsere Imkerei heuer entwickeln und welche Materialien benötigen wir dazu? Was wollen wir anders machen und welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden? Es empfiehlt sich, bereits jetzt im Imkerhandel zu bestellen und nicht erst im Frühjahr, wenn ALLE Imkermaterialien kaufen möchten.

Termine

Weitere Details zu den Terminen siehe auf der Seite Aktivitäten und Termine.

  • 21.01.2026, Bamberg Foren: Forum 3 – Klima und Ökologie
  • 31.01.2026, Workshop Wachsgießen (Mittelwand)

 


1Berg, Stefan; Wehner, Lena (2025). Projekt KliBi – Zwischenbericht März 2025. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei.

Neujahresvorsatz 2026: Imker/in werden!

Silvesterblues? Nicht mit Bienen! Einmal eingetaucht in diesen Kosmos werdet ihr immer etwas Schönes und Sinnvolles zur Ablenkung haben. Sich umweltfreundlicher verhalten, Stress reduzieren und mehr Bewegung im Freien sind für viele Menschen die guten Vorsätze zum neuen Jahr. All das lässt sich durch das Hobby Imkerei verwirklichen. Unsere Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de bietet einen umfassenden Imkerkurs für Anfänger an.

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerImkerkurs für Anfänger

Der Imkeranfängerkurs mit Beginn ab 20. März besteht aus zwölf Modulen bei 10 Terminen mit Theorie- und Praxisanteilen und ist grundsätzlich auf ein Kalenderjahr angelegt. Absolviert werden kann der Kurs allerdings innerhalb von zwei Jahren. Das bedeutet, dass verpasste Termine im darauffolgenden Jahr nachgeholt werden können.

Der Jahreskurs ist für absolute Anfänger geeignet und befähigt dazu, eigene Völker umsichtig zu pflegen, zu vermehren sowie Honig zu verarbeiten und zu vertreiben. Auch wer bereits früher einmal geimkert und nun wieder einsteigen möchte, hat oftmals Fragen zu neuen Richtlinien bei der Varroabekämpfung oder zu modernen Verfahrensweisen der Bienenhaltung. Für diese Zielgruppe ist der Kurs ebenfalls das Richtige für den Wiedereinstieg.

Logo Bienen-leben-in-Bamberg.de (BLIB)Informationsabend

Zu dem BLIB-Imkerkurs für Anfänger findet online am 9. März ein kostenloser Informationsabend mit persönlicher Beratung durch Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique statt.

Eines ist sicher: Diesen wegweisenden Neujahresvorsatz werdet ihr mit unserer Hilfe tatsächlich durchziehen und einlösen! Also dann – wir freuen uns auf unsere werdenden neuen Jungimker/innen! Guten Rutsch …

Eure Ilona und euer Reinhold,
Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

BLIB-Team, Ilona Munique und Reinhold Burger (Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de)

Reinhold Burger und Ilona Munique (BLLB-Team) am Neujahrsempfang des OB Bambergs 2025

Guten Rutsch und … Prost Neujahr!